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Was sagen die Parteien in Thüringen zur Landwirtschaft?

5 aktuelle Wahlprogramme in Thüringen haben Punkte zu diesem Thema.

Hier stehen ihre Punkte nebeneinander, zusammengefasst und eingeordnet. Das Zitat und die Seitenzahl zu jedem Punkt stehen auf der Themenseite der Partei.

KIZusammenfassungen und Einordnungen auf dieser Seite hat eine KI erstellt. Ein Mensch prüft sie nicht einzeln. Wie sie entstehen

Jede Achse misst ein Thema. Ein „links“ oder „rechts“ für alles gibt es hier nicht: Wirtschaft, Gesellschaft, Migration und Sicherheit stehen getrennt. Eingeordnet ist nur, was im Programm steht. So lesen Sie die Einordnung

Die kleinen Säulen unter den Balken zeigen, wie viele Punkte auf jeder der fünf Stufen liegen.

AfD

Programm zur Landtagswahl Thüringen 2024

  • Wirtschaftausgewogen (-0,5), aus 2 Punkten

    Punkte je Stufe: 0 deutlich mehr Staat, 1 eher mehr Staat, 1 ausgewogen, 0 eher mehr Markt, 0 deutlich mehr Markt

  • Europaeher weniger EU (+1), aus 1 Punkt

    Punkte je Stufe: 0 deutlich mehr EU, 0 eher mehr EU, 0 ausgewogen, 1 eher weniger EU, 0 deutlich weniger EU

  • Außenpolitikeher Diplomatie zuerst (-1), aus 1 Punkt

    Punkte je Stufe: 0 deutlich Diplomatie zuerst, 1 eher Diplomatie zuerst, 0 ausgewogen, 0 eher Abschreckung zuerst, 0 deutlich Abschreckung zuerst

Auflagen für Landwirte abbauen, Agrarflächen schützen

Die AfD will Vorschriften und Bürokratie für landwirtschaftliche Betriebe verringern und lehnt die bisherige Agrarpolitik von EU, Bund und Land ab. Zugleich fordert sie Schutz davor, dass Ackerland und Höfe aufgekauft werden.

Die AfD will weniger Regeln für Bauern. Sie findet die Agrar-Politik von EU, Bund und Land schlecht. Felder und Höfe sollen nicht einfach aufgekauft werden. Davor will die AfD die Bauern schützen.

Grünlandbewirtschaftung und Tierhaltung stärker fördern

Die AfD will die Bewirtschaftung von Grünland und die dazugehörige Tierhaltung stärker fördern. Das Programm begründet das damit, dass Grünland zur Artenvielfalt beiträgt und zum Kern einer intakten Kulturlandschaft gehört.

Die AfD will Wiesen und Weiden stärker fördern. Auch die Tiere auf diesen Flächen sollen mehr Förderung bekommen. Die AfD sagt: Wiesen und Weiden sind gut für viele Tier- und Pflanzenarten. Sie gehören zur Landschaft in Thüringen.

Regionale Erzeugung und Schlachtung ausbauen

Die AfD will die regionale Herkunft Thüringer Agrarprodukte stärken, unter anderem durch neue Schlachtstätten im Land und mehr mobile Schlachtung. Hindernisse beim Absatz Thüringer Erzeugnisse sollen wegfallen; in diesem Zusammenhang kritisiert die Partei die Sanktionen gegen Russland.

Die AfD will mehr Lebensmittel aus der Region. Dafür soll es wieder mehr Schlacht-Betriebe in Thüringen geben. Auch das Schlachten direkt auf dem Hof soll öfter möglich sein. So müssen Tiere nicht weit fahren. Die AfD ist auch gegen die Sanktionen gegen Russland. Sanktionen sind Handels-Verbote gegen ein Land.

Gentechnik nur nach sorgfältiger Prüfung zulassen

Die AfD will Gentechnik in der Landwirtschaft nur erlauben, wenn Schäden für Mensch, Tier und Natur ausgeschlossen sind. Gentechnisch veränderte Lebens- und Futtermittel sollen gekennzeichnet werden.

Die AfD will Gentechnik auf dem Acker nur unter strengen Bedingungen. Gentechnik heißt: Man verändert das Erbgut von Pflanzen. Vorher soll man genau prüfen, ob das schadet. Auf Lebensmitteln mit Gentechnik soll ein Hinweis stehen.

AfD: alle 4 Punkte mit Zitat und Seitenzahl

BSW

Programm zur Landtagswahl Thüringen 2024

  • Wirtschaftausgewogen (-0,2), aus 4 Punkten

    Punkte je Stufe: 0 deutlich mehr Staat, 3 eher mehr Staat, 0 ausgewogen, 0 eher mehr Markt, 1 deutlich mehr Markt

  • Klimaeher Wachstum zuerst (+1), aus 1 Punkt

    Punkte je Stufe: 0 deutlich Klimaschutz zuerst, 0 eher Klimaschutz zuerst, 0 ausgewogen, 1 eher Wachstum zuerst, 0 deutlich Wachstum zuerst

Tierhaltung stärken und Agrardiesel-Kürzung ablehnen

Das BSW lehnt zusätzliche Belastungen für Landwirte ab, etwa die vom Bund beschlossenen Kürzungen beim Agrardiesel. Ein Masterplan soll viehhaltende Betriebe deutlich stärker unterstützen, damit die Tierproduktion nicht in Länder mit niedrigeren Tierschutzstandards abwandert. Stallgenehmigungen sollen gelten, bis der Stall abgeschrieben ist.

Das BSW will Bauern nicht noch mehr belasten. Es ist gegen weniger Hilfe beim Agrar-Diesel. Das ist Diesel für Traktoren. Betriebe mit Tieren sollen mehr Hilfe bekommen. Eine Genehmigung für einen Stall soll lange gelten.

Agrarmarketing-Gesellschaft und regionale Vermarktung schaffen

Das BSW sieht die Thüringer Landwirtschaft gegenüber Verarbeitern und Handelsketten mit zu wenig Marktmacht ausgestattet. Es will regionale Wertschöpfungsketten unterstützen und das Agrarmarketing in eine eigene Gesellschaft für Thüringen oder Mitteldeutschland auslagern. Das Thüringer Qualitätszeichen und die Förderung von Erzeugergemeinschaften sollen zurückkehren.

Bauern haben wenig Macht gegenüber großen Handels-Ketten. Das BSW will das ändern. Bauern sollen ihre Waren mehr in der Region verkaufen. Eine eigene Firma soll für Thüringer Produkte werben. Ein Thüringer Qualitäts-Zeichen soll wiederkommen.

Stoffstrombilanz und Grundsteuer A abschaffen

Das BSW will die Land- und Forstwirtschaft entbürokratisieren und stützt sich dabei auf Vorschläge des Bauernverbands und der Agrarministerkonferenz. Die Stoffstrombilanz soll wegfallen. Auf Bundesebene will das BSW die Grundsteuer A abschaffen, weil sie aus seiner Sicht mehr Aufwand als Einnahmen bringt.

Das BSW will weniger Papier-Kram für Bauern. Die Stoff-Strom-Bilanz soll wegfallen. Darin schreiben Betriebe auf, wie viele Nähr-Stoffe sie nutzen. Auch die Grund-Steuer A soll wegfallen. Das ist eine Steuer auf Acker und Wald.

Waldflächenprämie verstetigen und Waldumbau sichern

Das BSW will die Waldflächenprämie dauerhaft zahlen, wenn Waldbesitzer aufforsten und den Wald umbauen. Hintergrund sind laut Programm Schäden durch Trockenheit, Borkenkäfer und mangelnden Forstschutz. Flächen unbekannter Eigentümer sollen per Gesetz wieder bewirtschaftet werden.

Viele Wälder in Thüringen sind kaputt. Gründe sind Trockenheit und Borken-Käfer. Waldbesitzer sollen dauerhaft Geld bekommen. Dafür müssen sie neue Bäume pflanzen. Auch Wälder ohne bekannten Besitzer sollen gepflegt werden.

BSW: alle 4 Punkte mit Zitat und Seitenzahl

CDU

Programm zur Landtagswahl Thüringen 2024

  • Wirtschafteher mehr Markt (+0,5), aus 2 Punkten

    Punkte je Stufe: 0 deutlich mehr Staat, 0 eher mehr Staat, 1 ausgewogen, 1 eher mehr Markt, 0 deutlich mehr Markt

  • Klimaeher Wachstum zuerst (+1), aus 1 Punkt

    Punkte je Stufe: 0 deutlich Klimaschutz zuerst, 0 eher Klimaschutz zuerst, 0 ausgewogen, 1 eher Wachstum zuerst, 0 deutlich Wachstum zuerst

Agrardiesel-Kürzungen zurücknehmen, steuerfreie Klimarücklage erlauben

Die CDU will sich im Bund dafür einsetzen, dass die Kürzungen bei der Steuerrückerstattung für Agrardiesel vollständig zurückgenommen werden. Zudem sollen Landwirtschaftsbetriebe steuerfreie Rücklagen für klimabedingte Ertragsschwankungen bilden dürfen.

Bauern bekommen weniger Steuer auf Diesel zurück als früher. Die CDU will diese Kürzung ganz zurücknehmen. Bauern sollen außerdem Geld steuerfrei zurücklegen dürfen. Damit sollen sie schlechte Ernte-Jahre besser überstehen.

EU-Agrarförderung und Direktzahlungen beibehalten

Die CDU will die gemeinsame EU-Agrarpolitik fortführen, damit die Einkommen der Betriebe und ihrer Beschäftigten gesichert bleiben. Zugleich sollen Bürokratie und aus ihrer Sicht überzogene Vorschriften abgebaut werden.

Die CDU will, dass Bauern weiter Geld von der EU bekommen. Dieses Geld heißt Direkt-Zahlungen. Es soll weniger Vorschriften für Bauern geben. Das gilt zum Beispiel für Regeln zu Pflanzenschutz-Mitteln.

CDU: alle 2 Punkte mit Zitat und Seitenzahl

Linke

Programm zur Landtagswahl Thüringen 2024

  • Wirtschafteher mehr Staat (-1,2), aus 4 Punkten

    Punkte je Stufe: 1 deutlich mehr Staat, 3 eher mehr Staat, 0 ausgewogen, 0 eher mehr Markt, 0 deutlich mehr Markt

  • Klimaeher Klimaschutz zuerst (-1), aus 2 Punkten

    Punkte je Stufe: 0 deutlich Klimaschutz zuerst, 2 eher Klimaschutz zuerst, 0 ausgewogen, 0 eher Wachstum zuerst, 0 deutlich Wachstum zuerst

Regionale Lebensmittelerzeugung und faire Erzeugerpreise

Die Linke setzt auf Erzeugung, Verarbeitung und Vermarktung in der Region sowie auf kurze Lieferketten. Direktvermarktung soll gefördert und die Stellung der Landwirte gegenüber den Handelsketten gestärkt werden.

Lebensmittel sollen aus der Region kommen. Bauern sollen ihre Waren direkt verkaufen können. So hängen sie weniger von großen Handels-Ketten ab. Schulen und Kantinen sollen Essen aus der Region nutzen.

Ökolandbau und Umweltmaßnahmen auf einem Drittel der Fläche

Die Linke will Agrarumwelt- und Klimamaßnahmen sowie ökologischen Landbau auf einem Drittel der Thüringer Agrarfläche verankern. Der Einsatz von Pestiziden wie Glyphosat und schädliche Düngeverfahren sollen zurückgehen.

Ein Drittel der Felder soll umwelt-freundlich bewirtschaftet werden. Dazu gehört auch der Öko-Landbau. Die Linke will weniger Pflanzen-Gifte wie Glyphosat. Der Boden soll fruchtbar bleiben.

EU-Agrarförderung an Gemeinwohlleistungen knüpfen

Die Linke will die EU-Agrarförderung an neue Kriterien binden und sieht die Gemeinwohlprämie als möglichen Weg. Landwirte sollen mit Umweltleistungen Einkommen erzielen, und die Ausgleichszahlungen für benachteiligte Gebiete sollen bleiben.

Bauern bekommen Geld von der EU. Die Linke will neue Regeln dafür. Wer etwas für Umwelt und Gemeinschaft tut, soll mehr bekommen. Bauern in schwierigen Lagen sollen weiter Ausgleichs-Geld bekommen.

Bodenspekulation mit Agrarstrukturgesetz stoppen

Die Linke will den Kauf von Ackerland durch Investoren von außerhalb der Landwirtschaft unterbinden. Dazu sollen ein Agrarstrukturgesetz, ein stärkeres Vorkaufsrecht für Landwirte, gedeckelte Preise und ein öffentlicher Bodenfonds dienen.

Investoren kaufen immer mehr Ackerland. Die Linke will das stoppen. Bauern sollen zuerst kaufen dürfen. Die Preise für Boden sollen eine Grenze bekommen. Das Land soll auch selbst Boden besitzen und verpachten.

Gentechnik auf dem Acker verbieten

Die Linke tritt für ein Anbauverbot gentechnisch veränderter Pflanzen ein und will gentechnikfreie Regionen stärken. Auch Pflanzen aus neuen Gentechnikverfahren sollen weiter nach dem bestehenden Gentechnikrecht reguliert werden.

Die Linke will keine Gen-Pflanzen auf den Feldern. Auch für neue Gen-Technik sollen die strengen Regeln bleiben. Die EU will diese Regeln lockern. Die Partei ist dagegen.

Linke: alle 5 Punkte mit Zitat und Seitenzahl

SPD

Programm zur Landtagswahl Thüringen 2024

  • Wirtschafteher mehr Staat (-1), aus 4 Punkten

    Punkte je Stufe: 0 deutlich mehr Staat, 4 eher mehr Staat, 0 ausgewogen, 0 eher mehr Markt, 0 deutlich mehr Markt

  • Klimaeher Klimaschutz zuerst (-1), aus 1 Punkt

    Punkte je Stufe: 0 deutlich Klimaschutz zuerst, 1 eher Klimaschutz zuerst, 0 ausgewogen, 0 eher Wachstum zuerst, 0 deutlich Wachstum zuerst

Agrarförderung an Gemeinwohl und Ökolandbau ausrichten

Die SPD will die EU-Agrarpolitik gemeinwohlorientiert ausrichten und Leistungen der Landwirtschaft für Natur und Klima deutlich besser bezahlen. Der Ökolandbau soll so gefördert werden, dass erst das Thüringer Ziel von 10 Prozent und danach das Bundesziel von 30 Prozent erreicht wird.

Die SPD will die Förderung für Bauern ändern. Wer Natur und Klima schützt, soll viel mehr Geld bekommen. Bio-Landwirtschaft soll wachsen. Erst auf 10 Prozent in Thüringen. Danach auf 30 Prozent.

Bodenspekulation verhindern und Agrarflächen schützen

Die SPD will Spekulation mit landwirtschaftlichem Boden aktiv verhindern. Der Ausgleich für bebaute Flächen soll verbindlich werden und nicht länger vor allem zulasten von Ackerland gehen. Ziel ist, dass unterm Strich keine zusätzliche Fläche versiegelt wird.

Die SPD will Acker-Land schützen. Niemand soll mit Boden spekulieren. Spekulieren heißt: Land nur kaufen, um es teurer zu verkaufen. Wenn Fläche bebaut wird, soll woanders Fläche frei werden. Dafür soll kein Acker-Land mehr verloren gehen.

Erzeuger und regionale Wertschöpfung stärken

Die SPD will, dass landwirtschaftliche Erzeuger dem Lebensmittelhandel gegenüber eine deutlich stärkere Position bekommen und realistische Preise für ihre Produkte erzielen können. Wertschöpfungszentren und gemeinsam genutzte Infrastruktur sollen regionale Wirtschaftskreisläufe fördern.

Die SPD will Bauern gegenüber Supermärkten stärken. Bauern sollen faire Preise bekommen. Produkte aus Thüringen soll es mehr vor Ort geben. Dafür sollen Bauern Lager und Verarbeitung gemeinsam nutzen. Schlachthöfe in der Region sollen bleiben.

Weniger Pflanzenschutzmittel und Dünger einsetzen

Die SPD will den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln deutlich senken und die Betriebe dabei mit Geld und wissenschaftlicher Begleitung unterstützen. Auch Düngemittel, vor allem Mineraldünger, sollen reduziert werden.

Die SPD will weniger Spritz-Mittel auf den Feldern. Die Bauern sollen dabei Geld und Beratung bekommen. Auch Dünger soll weniger werden. Besonders künstlicher Dünger.

Grüne Gentechnik nicht grundsätzlich ablehnen

Die SPD schließt den Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen nicht von vornherein aus. Sie begründet das damit, dass die Landwirtschaft auf veränderte Klimabedingungen reagieren müsse, um ihre Erträge zu halten.

Die SPD sagt nicht grundsätzlich Nein zu Gentechnik bei Pflanzen. Das Klima ändert sich. Pflanzen müssen mit Trockenheit und Starkregen zurechtkommen. Neue Technik kann dabei helfen, sagt die SPD. Sie will die Sache sorgfältig prüfen.

SPD: alle 5 Punkte mit Zitat und Seitenzahl