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parteiprogramm

Linke zur Landwirtschaft

Aus dem Programm „Regierungsprogramm für 2024 bis 2029 – Unser Thüringen. Menschlich. Stark. Gerecht.“

Landtagswahl Thüringen 2024, 1. September 2024Original-PDF, 78 SeitenAnalyse vom 4. Oktober 2026

KIZusammenfassungen und Einordnungen auf dieser Seite hat eine KI erstellt. Ein Mensch prüft sie nicht einzeln. Wie sie entstehen

Einordnung beim Thema Landwirtschaft

Durchschnitt der Punkte auf dieser Seite. Die Einordnung erstellt eine KI.

Jede Achse misst ein Thema. Ein „links“ oder „rechts“ für alles gibt es hier nicht: Wirtschaft, Gesellschaft, Migration und Sicherheit stehen getrennt. Eingeordnet ist nur, was im Programm steht. So lesen Sie die Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat (-1,2), aus 4 Punkten

    Punkte je Stufe: 1 deutlich mehr Staat, 3 eher mehr Staat, 0 ausgewogen, 0 eher mehr Markt, 0 deutlich mehr Markt

  • Klimaeher Klimaschutz zuerst (-1), aus 2 Punkten

    Punkte je Stufe: 0 deutlich Klimaschutz zuerst, 2 eher Klimaschutz zuerst, 0 ausgewogen, 0 eher Wachstum zuerst, 0 deutlich Wachstum zuerst

Die kleinen Säulen unter den Balken zeigen, wie viele Punkte auf jeder der fünf Stufen liegen.

Regionale Lebensmittelerzeugung und faire Erzeugerpreise

Die Linke setzt auf Erzeugung, Verarbeitung und Vermarktung in der Region sowie auf kurze Lieferketten. Direktvermarktung soll gefördert und die Stellung der Landwirte gegenüber den Handelsketten gestärkt werden.

Lebensmittel sollen aus der Region kommen. Bauern sollen ihre Waren direkt verkaufen können. So hängen sie weniger von großen Handels-Ketten ab. Schulen und Kantinen sollen Essen aus der Region nutzen.

Kommunale und landeseigene Einrichtungen wie Schulen, Kantinen und Mensen sollen dabei unterstützt werden, dauerhaft regionale Produkte zu verwenden. Die Partei tritt für gerechte Erzeugerpreise ein und will prüfen, ob das EU-Marktrecht verpflichtende Verträge vor der Lieferung zwischen Abnehmern und Landwirten erlaubt. Das Agrarmarketing soll neu ausgerichtet werden, auch in Zusammenarbeit mit anderen Ländern. Außerdem bekennt sich das Programm zu den Agrargenossenschaften, will die Herstellung von Fleischersatz vor Ort fördern und fordert gute Löhne und Mitbestimmung für Beschäftigte in der Landwirtschaft.

Originalzitat anzeigen (Seite 16)
„Dafür wollen wir Direktvermarktung unterstützen, um so auch Landwirt:innen vor dem Druck der Handelsketten zu schützen und die Umwelt zu schonen.“
Seite 16 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Der Staat soll regionale Vermarktung fördern und die Marktmacht des Handels gegenüber Landwirten begrenzen, was stärker in den Markt eingreift als heute.

Ökolandbau und Umweltmaßnahmen auf einem Drittel der Fläche

Die Linke will Agrarumwelt- und Klimamaßnahmen sowie ökologischen Landbau auf einem Drittel der Thüringer Agrarfläche verankern. Der Einsatz von Pestiziden wie Glyphosat und schädliche Düngeverfahren sollen zurückgehen.

Ein Drittel der Felder soll umwelt-freundlich bewirtschaftet werden. Dazu gehört auch der Öko-Landbau. Die Linke will weniger Pflanzen-Gifte wie Glyphosat. Der Boden soll fruchtbar bleiben.

Die Partei will Artenvielfalt und natürliche Ressourcen erhalten, Bodenerosion etwa durch mehr Agroforst verringern und klimaschädliche Emissionen senken. Angestrebt wird eine Kreislaufwirtschaft, in der Tierhaltung in einem zur Fläche passenden Umfang ihren Platz hat. Anwendungsnahe Agrarforschung und Beratung sollen ein Dünge- und Bodenmanagement voranbringen, das Natur- und Klimaschutz berücksichtigt. Betriebe sollen von Monokulturen abrücken und bei Umstellung und Investitionen begleitet werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 17)
„Wir streben an, die Agrarumwelt- und Klimamaßnahmen sowie den Ökolandbau auf einem Drittel der Agrarflächen Thüringens zu etablieren.“
Seite 17 im Original

Einordnung

  • Klimaeher Klimaschutz zuerst

    Klimaschonende und ökologische Bewirtschaftung soll auf einen größeren Flächenanteil ausgedehnt werden, was dem Klima- und Umweltschutz mehr Gewicht gibt.

EU-Agrarförderung an Gemeinwohlleistungen knüpfen

Die Linke will die EU-Agrarförderung an neue Kriterien binden und sieht die Gemeinwohlprämie als möglichen Weg. Landwirte sollen mit Umweltleistungen Einkommen erzielen, und die Ausgleichszahlungen für benachteiligte Gebiete sollen bleiben.

Bauern bekommen Geld von der EU. Die Linke will neue Regeln dafür. Wer etwas für Umwelt und Gemeinschaft tut, soll mehr bekommen. Bauern in schwierigen Lagen sollen weiter Ausgleichs-Geld bekommen.

Über den nationalen Strategieplan zur Gemeinsamen Agrarpolitik sollen die Umweltprämien so steigen, dass ein Teil davon als Gewinn im Betrieb verbleibt. Der Verwaltungsaufwand soll sinken, und Betriebe in ertragsschwachen Gebieten sollen angemessen berücksichtigt werden. An der Ausgleichszulage hält die Partei fest, weil über die Hälfte der Thüringer Agrarfläche in benachteiligten Lagen liegt und diese Flächen sonst brachfallen könnten. Zudem fordert sie, die Vorschläge der Zukunftskommission Landwirtschaft und der Borchert-Kommission mit verlässlicher Finanzierung umzusetzen.

Originalzitat anzeigen (Seite 17)
„Wir sehen die Gemeinwohlprämie als eine Möglichkeit, um die soziale und ökologische Entwicklung der Landwirtschaft zu stärken.“
Seite 17 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Öffentliche Agrarzahlungen sollen stärker an soziale und ökologische Bedingungen gebunden und für Umweltleistungen erhöht werden.

  • Klimaeher Klimaschutz zuerst

    Die Förderung soll gezielter Umwelt- und Klimaleistungen der Betriebe honorieren.

Bodenspekulation mit Agrarstrukturgesetz stoppen

Die Linke will den Kauf von Ackerland durch Investoren von außerhalb der Landwirtschaft unterbinden. Dazu sollen ein Agrarstrukturgesetz, ein stärkeres Vorkaufsrecht für Landwirte, gedeckelte Preise und ein öffentlicher Bodenfonds dienen.

Investoren kaufen immer mehr Ackerland. Die Linke will das stoppen. Bauern sollen zuerst kaufen dürfen. Die Preise für Boden sollen eine Grenze bekommen. Das Land soll auch selbst Boden besitzen und verpachten.

Als Ziel nennt die Partei, dass landwirtschaftliche Flächen breit gestreut im Eigentum derer liegen, die sie bewirtschaften. Das Steuerrecht für den Erwerb von Agrarflächen soll reformiert werden. Für Genehmigungen im Grundstücksverkehr verlangt das Programm vollständige Transparenz über Grundbesitz und Eigentümerstrukturen von Agrarunternehmen. Ein strategischer Bodenfonds der öffentlichen Hand soll Flächen langfristig und gezielt verpachten, etwa an Junglandwirte oder alternative Betriebsmodelle.

Originalzitat anzeigen (Seite 17)
„Wir wollen deshalb das landwirtschaftliche Vorkaufsrecht stärken, gesetzliche Hürden überwinden und Preise deckeln.“
Seite 17 im Original

Einordnung

  • Wirtschaftdeutlich mehr Staat

    Ein neues Gesetz mit Preisdeckel, Ausschluss bestimmter Käufer und öffentlichem Bodenfonds würde den Bodenmarkt grundlegend stärker regulieren als heute.

Gentechnik auf dem Acker verbieten

Die Linke tritt für ein Anbauverbot gentechnisch veränderter Pflanzen ein und will gentechnikfreie Regionen stärken. Auch Pflanzen aus neuen Gentechnikverfahren sollen weiter nach dem bestehenden Gentechnikrecht reguliert werden.

Die Linke will keine Gen-Pflanzen auf den Feldern. Auch für neue Gen-Technik sollen die strengen Regeln bleiben. Die EU will diese Regeln lockern. Die Partei ist dagegen.

Das Programm wendet sich gegen Pläne der EU-Kommission, neue Gentechniken zu deregulieren, weil damit Risikoprüfung, Kennzeichnung sowie Regeln zu Koexistenz und Haftung entfielen. Aus Sicht der Partei wäre eine gentechnikfreie Lebensmittelerzeugung dann nicht mehr möglich. EU-Zulassungsverfahren sollen transparenter werden und ökologische wie sozio-ökonomische Kriterien stärker gewichten. Zum Schutz von Imkerei und Landwirtschaft will die Partei Verunreinigungen durch nicht zugelassene Organismen unterbinden.

Originalzitat anzeigen (Seite 18)
„Wir fordern, dass auch neue Gentechnik-Pflanzen nach bewährtem Gentechnik-Gesetz reguliert bleiben müssen.“
Seite 18 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Die bestehende strenge Regulierung soll ausdrücklich gegen die auf EU-Ebene geplante Lockerung verteidigt werden.

Was sagen die anderen Parteien zur Landwirtschaft?

Alle Programme in Thüringen im Vergleich