Zum Inhalt springen
parteiprogramm

SPD zur Landwirtschaft

Aus dem Programm „Klar und deutlich: Für Thüringen. Regierungsprogramm der SPD Thüringen“

Landtagswahl Thüringen 2024, 1. September 2024Original-PDF, 94 SeitenAnalyse vom 4. Oktober 2026

KIZusammenfassungen und Einordnungen auf dieser Seite hat eine KI erstellt. Ein Mensch prüft sie nicht einzeln. Wie sie entstehen

Einordnung beim Thema Landwirtschaft

Durchschnitt der Punkte auf dieser Seite. Die Einordnung erstellt eine KI.

Jede Achse misst ein Thema. Ein „links“ oder „rechts“ für alles gibt es hier nicht: Wirtschaft, Gesellschaft, Migration und Sicherheit stehen getrennt. Eingeordnet ist nur, was im Programm steht. So lesen Sie die Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat (-1), aus 4 Punkten

    Punkte je Stufe: 0 deutlich mehr Staat, 4 eher mehr Staat, 0 ausgewogen, 0 eher mehr Markt, 0 deutlich mehr Markt

  • Klimaeher Klimaschutz zuerst (-1), aus 1 Punkt

    Punkte je Stufe: 0 deutlich Klimaschutz zuerst, 1 eher Klimaschutz zuerst, 0 ausgewogen, 0 eher Wachstum zuerst, 0 deutlich Wachstum zuerst

Die kleinen Säulen unter den Balken zeigen, wie viele Punkte auf jeder der fünf Stufen liegen.

Agrarförderung an Gemeinwohl und Ökolandbau ausrichten

Die SPD will die EU-Agrarpolitik gemeinwohlorientiert ausrichten und Leistungen der Landwirtschaft für Natur und Klima deutlich besser bezahlen. Der Ökolandbau soll so gefördert werden, dass erst das Thüringer Ziel von 10 Prozent und danach das Bundesziel von 30 Prozent erreicht wird.

Die SPD will die Förderung für Bauern ändern. Wer Natur und Klima schützt, soll viel mehr Geld bekommen. Bio-Landwirtschaft soll wachsen. Erst auf 10 Prozent in Thüringen. Danach auf 30 Prozent.

Die Gemeinwohlprämie des Deutschen Verbandes für Landschaftspflege soll in Thüringen innerhalb der Öko-Regelungen der EU erprobt und gegebenenfalls angewendet werden. Die Halbzeitbilanz der EU-Agrarpolitik soll genutzt werden, um Förderinstrumente zu überprüfen und bei Bedarf zu ändern oder zu ersetzen. Die Mittel des EU-Fonds ELER sollen auf mehr Ökolandbau und extensive Bewirtschaftung wie Weideprämien, Agroforstsysteme und schonende Nutzung von Auen und Mooren ausgerichtet werden. Vorgesehen sind außerdem eine Weidetierprämie für artenreiches Grünland sowie die Förderung von Humusaufbau und der Wiedervernässung von Mooren.

Originalzitat anzeigen (Seite 30)
„Die Beiträge von Landwirt:innen zum Natur- und Klimaschutz müssen finanziell sehr viel stärker gewürdigt werden.“
Seite 30 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Öffentliche Fördermittel sollen gezielt für gemeinwohlorientierte Leistungen der Landwirtschaft eingesetzt und ausgebaut werden.

  • Klimaeher Klimaschutz zuerst

    Fördermittel sollen stärker an Klima- und Naturschutzleistungen gebunden und der Ökolandbau ausgeweitet werden, über Anreize statt Verbote.

Bodenspekulation verhindern und Agrarflächen schützen

Die SPD will Spekulation mit landwirtschaftlichem Boden aktiv verhindern. Der Ausgleich für bebaute Flächen soll verbindlich werden und nicht länger vor allem zulasten von Ackerland gehen. Ziel ist, dass unterm Strich keine zusätzliche Fläche versiegelt wird.

Die SPD will Acker-Land schützen. Niemand soll mit Boden spekulieren. Spekulieren heißt: Land nur kaufen, um es teurer zu verkaufen. Wenn Fläche bebaut wird, soll woanders Fläche frei werden. Dafür soll kein Acker-Land mehr verloren gehen.

Nach dem Programm stehen landwirtschaftliche Flächen unter besonderem gesellschaftlichem Schutz. Flächenverbrauch soll im ganzen Freistaat verbindlich kompensiert werden, ohne dafür weiter vorrangig Agrarflächen heranzuziehen. Als entscheidende Mittel nennt die SPD die Nutzung von Brachen und Altlastflächen sowie die Entsiegelung. So soll in den nächsten Jahren eine Netto-Null bei der Bodenversiegelung erreicht werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 31)
„Daher setzen wir uns dafür ein, dass die Agrarstruktur sich am Zweck der landwirtschaftlichen Produktion orientiert und Bodenspekulationen aktiv verhindert werden.“
Seite 31 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Der Bodenmarkt soll stärker reguliert werden, um Spekulation zu verhindern und Flächenverbrauch verbindlich auszugleichen.

Erzeuger und regionale Wertschöpfung stärken

Die SPD will, dass landwirtschaftliche Erzeuger dem Lebensmittelhandel gegenüber eine deutlich stärkere Position bekommen und realistische Preise für ihre Produkte erzielen können. Wertschöpfungszentren und gemeinsam genutzte Infrastruktur sollen regionale Wirtschaftskreisläufe fördern.

Die SPD will Bauern gegenüber Supermärkten stärken. Bauern sollen faire Preise bekommen. Produkte aus Thüringen soll es mehr vor Ort geben. Dafür sollen Bauern Lager und Verarbeitung gemeinsam nutzen. Schlachthöfe in der Region sollen bleiben.

Wertschöpfungszentren in Nahversorgerregionen sollen Landwirtinnen und Landwirte vernetzen, beraten und qualifizieren. Gemeinsam genutzte Einrichtungen für Verarbeitung, Lagerung, Vertrieb und Entsorgung sollen Thüringer Produkte vor Ort besser verfügbar machen. Den Verlust von Infrastruktur wie Schlachthöfen will die SPD stoppen. Traditionelle Nutzungsformen wie Wanderschäferei und Waldweide sollen besonders honoriert werden. Außerdem sollen Junglandwirtinnen und Junglandwirte bei Ausbildung und Existenzgründung unterstützt und Smart Farming, also digital gestützte Landwirtschaft, gefördert werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 31)
„Wir werden die Position der Erzeuger:innen gegenüber dem Lebensmittelhandel deutlich stärken und realistische Erzeugerpreise ermöglichen.“
Seite 31 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Der Staat soll zugunsten der Erzeuger in das Kräfteverhältnis am Lebensmittelmarkt eingreifen und regionale Strukturen fördern.

Weniger Pflanzenschutzmittel und Dünger einsetzen

Die SPD will den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln deutlich senken und die Betriebe dabei mit Geld und wissenschaftlicher Begleitung unterstützen. Auch Düngemittel, vor allem Mineraldünger, sollen reduziert werden.

Die SPD will weniger Spritz-Mittel auf den Feldern. Die Bauern sollen dabei Geld und Beratung bekommen. Auch Dünger soll weniger werden. Besonders künstlicher Dünger.

Pflanzenschutzmittel sollen gezielter und räumlich enger begrenzt ausgebracht werden. Für die konventionelle Landwirtschaft sollen alternative Werkzeuge bereitstehen, damit die Lebensmittelerzeugung verlässlich und umweltverträglich bleibt. Beim Dünger strebt die SPD einen geschlossenen Stickstoffkreislauf mit möglichst effizienter Nutzung an. Die Nutzung weiterer Agrarflächen für Biokraftstoffe, Energieerzeugung oder technische Kohlenstoffabscheidung will sie kritisch prüfen.

Originalzitat anzeigen (Seite 32)
„Wir werden den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln deutlich reduzieren und die Landwirt:innen bei diesem Prozess finanziell und wissenschaftlich begleiten.“
Seite 32 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Der Staat soll die Reduzierung von Pflanzenschutz- und Düngemitteln steuern und die Betriebe dabei mit öffentlichen Mitteln begleiten.

Grüne Gentechnik nicht grundsätzlich ablehnen

Die SPD schließt den Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen nicht von vornherein aus. Sie begründet das damit, dass die Landwirtschaft auf veränderte Klimabedingungen reagieren müsse, um ihre Erträge zu halten.

Die SPD sagt nicht grundsätzlich Nein zu Gentechnik bei Pflanzen. Das Klima ändert sich. Pflanzen müssen mit Trockenheit und Starkregen zurechtkommen. Neue Technik kann dabei helfen, sagt die SPD. Sie will die Sache sorgfältig prüfen.

Als neue Anforderungen nennt das Programm fehlenden Regen im Frühjahr und Starkregen im Sommer und Frühherbst. Verfahren wie CRISPR/Cas könnten die grüne Gentechnik aus Sicht der SPD zu einem wichtigen Faktor für Thüringens Landwirtschaft machen. Die Partei kündigt eine sorgfältige Abwägung an. Zusätzlich sollen Sortenforschung, Erhaltungszucht und die praktische Anwendung der Ergebnisse ausgebaut werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 76)
„Wir lehnen den Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen nicht grundsätzlich ab.“
Seite 76 im Original

Einordnung

Dieser Punkt berührt keine der Achsen.

Was sagen die anderen Parteien zur Landwirtschaft?

Alle Programme in Thüringen im Vergleich