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parteiprogramm

Linke zu Gleichstellung und Vielfalt

Aus dem Programm „Alle wollen regieren. Wir wollen verändern.“

Bundestagswahl 2025, 23. Februar 2025Original-PDF, 60 SeitenAnalyse vom 2. Oktober 2026

KIZusammenfassungen und Einordnungen auf dieser Seite hat eine KI erstellt. Ein Mensch prüft sie nicht einzeln. Wie sie entstehen

Einordnung beim Thema Gleichstellung und Vielfalt

Durchschnitt der Punkte auf dieser Seite. Die Einordnung erstellt eine KI.

Jede Achse misst ein Thema. Ein „links“ oder „rechts“ für alles gibt es hier nicht: Wirtschaft, Gesellschaft, Migration und Sicherheit stehen getrennt. Eingeordnet ist nur, was im Programm steht. So lesen Sie die Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat (-1), aus 3 Punkten

    Punkte je Stufe: 0 deutlich mehr Staat, 3 eher mehr Staat, 0 ausgewogen, 0 eher mehr Markt, 0 deutlich mehr Markt

  • Bürgerrechte und Sicherheitausgewogen (-0,5), aus 2 Punkten

    Punkte je Stufe: 1 deutlich Bürgerrechte zuerst, 0 eher Bürgerrechte zuerst, 0 ausgewogen, 1 eher Sicherheit und Ordnung zuerst, 0 deutlich Sicherheit und Ordnung zuerst

  • Gesellschafteher progressiv (-1,4), aus 9 Punkten

    Punkte je Stufe: 4 deutlich progressiv, 5 eher progressiv, 0 ausgewogen, 0 eher konservativ, 0 deutlich konservativ

Die kleinen Säulen unter den Balken zeigen, wie viele Punkte auf jeder der fünf Stufen liegen.

Entgeltgleichheitsgesetz für gleiche Bezahlung schaffen

Die Linke will das Entgelttransparenzgesetz zu einem Entgeltgleichheitsgesetz ausbauen, das gleichen Lohn für gleichwertige Arbeit durchsetzt. Lohnunterschiede zulasten von Frauen und von Beschäftigten mit Migrationsgeschichte sollen verschwinden.

Frauen verdienen oft weniger als Männer. Auch Menschen mit Migrations-Geschichte verdienen oft weniger. Die Linke will das mit einem Gesetz ändern. Gleich wertvolle Arbeit soll gleich bezahlt werden. Gewerkschaften sollen für Betroffene vor Gericht klagen dürfen.

Unternehmen sollen verpflichtet werden, ungleiche Bewertungen von Arbeit schrittweise und über Branchen hinweg abzubauen. Arbeit mit Menschen soll nicht geringer eingestuft werden als Arbeit an Maschinen, und Berufserfahrung soll formalen Abschlüssen gleichstehen. Gleiche Bezahlung soll auch unabhängig von der geschlechtlichen Identität gelten. Gewerkschaften sollen ein Verbandsklagerecht bekommen, damit Einzelne nicht allein vor Gericht ziehen müssen.

Originalzitat anzeigen (Seite 27)
„Das Entgelttransparenzgesetz muss ein Entgeltgleichheitsgesetz werden, um gleiche Bezahlung für gleichwertige Arbeit durchzusetzen.“
Seite 27 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Unternehmen bekämen neue Pflichten zur Lohngestaltung und müssten Klagen von Gewerkschaften hinnehmen.

  • Gesellschafteher progressiv

    Die Gleichstellung bei der Bezahlung soll über das bestehende Transparenzgesetz hinaus durchgesetzt werden.

Parität im Wahlrecht festschreiben

Die Linke will im Wahlrecht vorschreiben, dass die Hälfte aller Listenplätze und Mandate an Frauen geht. Außerdem sollen neue Gesetze auf ihre Folgen für die Gleichstellung geprüft werden.

Die Linke will mehr Frauen in den Parlamenten. Die Hälfte der Plätze auf Wahl-Listen soll an Frauen gehen. Auch die Hälfte der Sitze soll an Frauen gehen. Das soll im Wahl-Recht stehen.

Die Regel soll für öffentliche Wahlen gelten und sowohl Listen als auch Mandate erfassen. Die Bundesregierung soll eine langfristige Gleichstellungsstrategie über alle Ministerien hinweg beschließen. Jedes neue Gesetz soll auf seine Wirkung für die Geschlechtergerechtigkeit untersucht werden. Der 8. März soll bundesweit Feiertag werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 46)
„Wir setzen uns für eine Regelung im Wahlrecht ein, wonach 50 Prozent der Listenplätze und Mandate bei öffentlichen Wahlen auf Frauen entfallen müssen.“
Seite 46 im Original

Einordnung

  • Gesellschaftdeutlich progressiv

    Eine gesetzliche Pflicht zur hälftigen Besetzung von Listen und Mandaten mit Frauen gibt es heute im Bund nicht.

Paragraf 218 streichen, reproduktive Rechte ausbauen

Die Linke will den Schwangerschaftsabbruch aus dem Strafgesetzbuch nehmen und als normale medizinische Leistung behandeln. Beratung soll freiwillig sein, Verhütungsmittel sollen die Krankenkassen zahlen.

Ein Schwangerschafts-Abbruch steht heute im Straf-Gesetz. Die Linke will diese Regel streichen. Die Beratung soll freiwillig sein. Die Krankenkasse soll alle Verhütungs-Mittel bezahlen.

Die Versorgung für ungewollt Schwangere soll im ganzen Land besser werden. Geburtshilfe soll überall wohnortnah verfügbar sein, damit die Wahl des Geburtsorts möglich bleibt. Kinderwunschbehandlungen sollen allen offenstehen, unabhängig von Beziehungsstatus, sexueller Orientierung oder Geschlechtsidentität, und von den gesetzlichen Kassen mindestens teilweise bezahlt werden. Selbstständige sollen gesetzlichen Mutterschutz mit Leistungen erhalten. Öffentliche Einrichtungen sollen Menstruationsartikel gratis bereitstellen.

Originalzitat anzeigen (Seite 46)
„§ 218 StGB muss ersatzlos gestrichen werden. Die Versorgungslage ungewollt Schwangerer muss deutschlandweit verbessert werden.“
Seite 46 im Original

Einordnung

  • Gesellschaftdeutlich progressiv

    Der Schwangerschaftsabbruch würde vollständig aus dem Strafrecht genommen und die Pflichtberatung entfiele.

Schutz vor Gewalt gegen Frauen ausbauen

Die Linke will die Istanbul-Konvention gegen Gewalt an Frauen vollständig umsetzen und Frauenhäuser dauerhaft finanzieren. Im Sexualstrafrecht soll der Grundsatz „Nur Ja heißt Ja“ gelten.

Die Linke will Frauen besser vor Gewalt schützen. Frauen-Häuser sollen sicher Geld bekommen. Schutz und Beratung sollen nichts kosten. Beim Sex soll gelten: Nur Ja heißt Ja.

Die Koordinierungsstelle zur Konvention soll ihre Arbeit beginnen und die Gesamtstrategie gegen Gewalt an Frauen umgesetzt werden. Schutz und Beratung sollen überall gratis, anonym und barrierefrei zugänglich sein. Im Umgangs- und Sorgerecht soll klargestellt werden, dass Gewaltschutz Vorrang hat. Gegen Netzwerke sexualisierter Gewalt soll gezielt vorgegangen werden. Das Arbeitsschutzgesetz soll um Gewalt und sexuelle Belästigung erweitert werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 47)
„Frauenhäuser müssen bedarfsgerecht, einzelfallunabhängig und verlässlich finanziert werden.“
Seite 47 im Original

Einordnung

  • Bürgerrechte und Sicherheiteher Sicherheit und Ordnung zuerst

    Mit „Nur Ja heißt Ja“ würde das Sexualstrafrecht gegenüber der heutigen Regelung verschärft.

  • Gesellschafteher progressiv

    Der Schutz von Frauen vor Gewalt soll ausgebaut und als Gleichstellungsaufgabe in allen Politikfeldern verankert werden.

Rechte queerer Menschen im Grundgesetz verankern

Die Linke will sexuelle Orientierung und Geschlechtsidentität in den Gleichheitsartikel des Grundgesetzes aufnehmen. Dazu kommen Nachbesserungen am Selbstbestimmungsgesetz, eine Reform des Abstammungsrechts und eine gesicherte Gesundheitsversorgung.

Die Linke will queere Menschen besser schützen. Das Grund-Gesetz soll ihren Schutz ausdrücklich nennen. Familien mit zwei Müttern oder Vätern sollen gleiche Rechte bekommen. Die Krankenkasse soll nötige Behandlungen bezahlen.

Am Selbstbestimmungsgesetz sollen Sonderregeln für den Kriegsfall und Ausschlüsse etwa von Geflüchteten entfallen. Vorgesehen sind ein finanzierter Aktionsplan „Queer leben“, ein Antidiskriminierungsgesetz des Bundes und eine Reform des Gleichbehandlungsgesetzes. Queere Jugendarbeit soll Pflichtaufgabe der Gemeinden werden, queere Orte sollen vor hohen Mieten und Kürzungen geschützt sein. Die Versorgung für trans Personen soll gesetzlich garantiert und kassenfinanziert sein, mit besserem Zugang zu PrEP und Hormonen.

Originalzitat anzeigen (Seite 47)
„Artikel 3 des Grundgesetzes muss um den Schutz der sexuellen Orientierung und der geschlechtlichen Identität erweitert werden.“
Seite 47 im Original

Einordnung

  • Gesellschaftdeutlich progressiv

    Eine Grundgesetzänderung, die Öffnung des Abstammungsrechts und ein erweitertes Selbstbestimmungsgesetz verändern die Rechtslage grundlegend zugunsten vielfältiger Lebensformen.

Rechte nationaler Minderheiten ins Grundgesetz

Die Linke will die Rechte der vier anerkannten Minderheiten in Deutschland stärken und in der Verfassung festschreiben. Sie sollen ihre Sprachen auch bei Behörden und vor Gericht verwenden dürfen.

In Deutschland gibt es vier anerkannte Minderheiten. Die Linke will ihre Rechte ins Grund-Gesetz schreiben. Sie sollen ihre Sprache auch im Amt sprechen dürfen. Das soll auch vor Gericht gelten.

Das Recht auf die Muttersprache vor Gericht, das Sorben und Wenden schon haben, soll auch für die dänische und die friesische Minderheit gelten. Das Amt eines Bundesbeauftragten gegen Antiziganismus soll bestehen bleiben. Die Verbrechen an Sinti und Roma sollen im Gedenken angemessen vorkommen. Auch ihre erneute Verfolgung nach 1945 soll aufgearbeitet werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 50)
„Wir wollen ihre Rechte und Partizipationsmöglichkeiten stärken und im Grundgesetz verankern.“
Seite 50 im Original

Einordnung

  • Gesellschafteher progressiv

    Minderheitenrechte sollen über den heutigen Stand hinaus ausgebaut und im Grundgesetz abgesichert werden.

Partizipationsgesetz und Quoten einführen

Die Linke will mit einem Bundesgesetz die Beteiligung von Menschen mit Migrationsgeschichte stärken. Eine Quote soll ihren Anteil in der öffentlichen Verwaltung an ihren Bevölkerungsanteil angleichen. Quoten für benachteiligte Gruppen soll es auch in der Privatwirtschaft, in Politik, Kultur und Medien geben.

Die Linke will ein neues Gesetz für mehr Teilhabe. In Ämtern sollen mehr Menschen mit Migrations-Geschichte arbeiten. Dafür soll es eine Quote geben. Eine Quote ist ein fester Anteil. Quoten soll es auch in Firmen, Politik und Medien geben.

Ein Partizipationsrat soll bei wichtigen Entscheidungen in Wirtschaft, Wissenschaft und Politik mitreden; Selbstorganisationen von Migrantinnen und Migranten sollen darin vertreten sein. Die Quoten sollen für Gruppen gelten, die Diskriminierung erfahren, etwa von Rassismus Betroffene. Sie sollen auch für alle öffentlich geförderten Einrichtungen gelten. Initiativen gegen Diskriminierung, Flüchtlingsräte und migrantische Verbände will die Partei über ein Demokratiefördergesetz dauerhaft finanzieren.

Originalzitat anzeigen (Seite 53)
„Wir wollen ein Bundespartizipationsgesetz, um Menschen mit Migrationsgeschichte besser einzubeziehen und mehr in der Gesellschaft zu repräsentieren.“
Seite 53 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Quoten auf dem privaten Arbeitsmarkt wären eine zusätzliche staatliche Vorgabe für Unternehmen.

  • Gesellschaftdeutlich progressiv

    Gesetzliche Quoten für Menschen mit Migrationsgeschichte gibt es heute nicht; sie wären ein neues Instrument der Gleichstellung.

Antirassismus gesetzlich verankern

Die Linke will den Schutz vor Rassismus gesetzlich ausbauen. Dazu gehören eine Reform des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes, ein Verbot rassistischer Polizeikontrollen und eine Schutzklausel im Grundgesetz. Für Migration soll ein eigenes Bundesministerium zuständig sein.

Die Linke will mehr Gesetze gegen Rassismus. Die Polizei soll Menschen nicht wegen ihres Aussehens kontrollieren. Kontrollen ohne Grund sollen wegfallen. Es soll ein eigenes Ministerium für Migration geben.

Das Gleichbehandlungsgesetz soll längere Klagefristen, ein Klagerecht für Verbände und weitere Merkmale wie Staatsangehörigkeit, Aufenthaltsstatus sowie familiären und sozialen Status erhalten und auch für staatliches Handeln gelten. Institutioneller und struktureller Rassismus sollen klar definiert werden. Polizeiliche Befugnisse zu Kontrollen ohne Anlass sollen entfallen, im ganzen öffentlichen Dienst soll es Pflichtschulungen gegen Diskriminierung geben. Ein Ministerium für Migration und Partizipation soll die Zuständigkeit vom Innenministerium übernehmen. Artikel 3 des Grundgesetzes soll um eine Schutz- und Förderklausel ergänzt werden, zudem soll es eine beauftragte Person für muslimisches Leben geben.

Originalzitat anzeigen (Seite 53)
„Es braucht zudem ein gesetzliches Verbot rassistischer Polizeikontrollen („Racial Profiling“) und die Abschaffung von anlasslosen polizeilichen Kontrollbefugnissen“
Seite 53 im Original

Einordnung

  • Bürgerrechte und Sicherheitdeutlich Bürgerrechte zuerst

    Die Abschaffung anlassloser Kontrollbefugnisse nimmt der Polizei eine bestehende Befugnis.

  • Gesellschafteher progressiv

    Der bestehende Diskriminierungsschutz wird um neue Merkmale, Klagerechte und eine Grundgesetzklausel erweitert.

Barrierefreiheit und inklusive Bildung verpflichtend machen

Die Linke will Barrierefreiheit überall herstellen und auch private Unternehmen gesetzlich dazu verpflichten. Lernen soll in allen Bildungseinrichtungen inklusiv sein. Getrennte Sonderstrukturen für Menschen mit Behinderung verstoßen aus Sicht der Partei gegen die Menschenwürde.

Alle Orte und Angebote sollen ohne Hindernisse nutzbar sein. Das soll auch für private Firmen Pflicht werden. Kinder mit und ohne Behinderung sollen zusammen lernen. Verbände sollen gegen Benachteiligung klagen dürfen.

Private Anbieter öffentlich zugänglicher Waren und Dienstleistungen sollen über das Gleichbehandlungs- und das Behindertengleichstellungsgesetz zu Barrierefreiheit verpflichtet werden. Verbände sollen klagen können, auch wenn keine einzelne betroffene Person klagt. Förderschulen sollen umgebaut werden, Regelschulen sonderpädagogisches Personal bekommen; auch Aus- und Weiterbildung soll inklusiv sein. Wohnortnahe Gesundheits- und Pflegeversorgung soll Pflichtaufgabe der Kommunen werden. Die Partei unterstützt eine Enquete-Kommission des Bundestags zu gesellschaftlicher Inklusion.

Originalzitat anzeigen (Seite 54)
„Wir wollen Barrierefreiheit umfassend herstellen und (auch) die Privatwirtschaft dazu verpflichten.“
Seite 54 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Private Anbieter bekämen eine neue gesetzliche Pflicht zur Barrierefreiheit.

  • Gesellschafteher progressiv

    Die Gleichstellung von Menschen mit Behinderung wird durch neue Rechte und inklusive Schulen ausgebaut.

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