Ehegattensplitting für neue Ehen ersetzen
Die Grünen wollen das Ehegattensplitting für neu geschlossene Ehen durch eine Einzelbesteuerung ersetzen, bei der der Grundfreibetrag auf den Partner übertragen werden kann. Aus Sicht des Programms hält die heutige Regel Frauen von Erwerbsarbeit ab. Zusätzlich soll die Vereinbarkeit von Familie und Beruf verbessert werden.
Ehepaare zahlen heute ihre Steuern gemeinsam. Das heißt Ehegatten-Splitting. Die Grünen wollen das für neue Ehen ändern. Dann zahlt jeder Partner seine eigene Steuer. Für bestehende Ehen bleibt alles gleich, wenn sie das wollen.
Wer bereits verheiratet ist, behält das bisherige Modell und kann freiwillig wechseln. Das Programm rechnet mit bis zu 840.000 zusätzlichen Arbeitskräften, wenn Mütter so viel arbeiten könnten, wie sie wünschen. Beschäftigte sollen mehr Einfluss auf ihre Arbeitszeit und flexible Modelle erhalten, ohne dass Betriebe überfordert werden. Ein verlässliches Betreuungsangebot gilt als Grundlage. Ausgaben für Betreuung, Haushaltshilfen und haushaltsnahe Dienste sollen in größerem Umfang steuerlich absetzbar sein. Die Reform soll Frauen eigenständig absichern und vor Altersarmut schützen.
Originalzitat anzeigen (Seite 20)
„Deshalb wollen wir es grundlegend geschlechtergerecht reformieren, indem wir für Neuehen eine individuelle Besteuerung mit übertragbarem Grundfreibetrag einführen.“Einordnung
- Gesellschaftdeutlich progressiv
Für neue Ehen entfällt das Ehegattensplitting zugunsten einer Einzelbesteuerung, was das steuerliche Leitbild der Ehe grundlegend in Richtung Gleichstellung umbaut.