EZB vom Europäischen Parlament kontrollieren lassen
Die Linke will die Europäische Zentralbank der Kontrolle des Europäischen Parlaments unterstellen und ihr Mandat um Vollbeschäftigung und nachhaltige Entwicklung erweitern. Aus Sicht des Programms hat die EZB in den letzten Krisen versagt, weil Zinserhöhungen die Inflation nicht gestoppt und Investitionen gebremst hätten.
Die EZB ist die Zentralbank für den Euro. Die Linke will, dass das Europäische Parlament sie kontrolliert. Das Parlament soll die Leitung der EZB wählen. Die EZB soll sich auch um Arbeitsplätze kümmern. Sie soll Staaten direkt Geld geben dürfen.
Rat, Direktorium und Präsidentin oder Präsident der EZB sollen vom Europäischen Parlament gewählt werden. Das Parlament soll auch die langfristigen Ziele der Geldpolitik beraten und beschließen. Neben stabilen Preisen soll die Bank Vollbeschäftigung und eine ökologisch verantwortliche Wirtschaftsentwicklung anstreben. Dafür soll sie Staaten direkt finanzieren dürfen. Ein Inflationsrisiko sieht das Programm nicht, da das Zwei-Prozent-Ziel bestehen bleibe.
Originalzitat anzeigen (Seite 13)
„Wir fordern, dass die EZB vom Europäischen Parlament kontrolliert wird und nicht weiter dem Einfluss von Finanzlobbyist*innen unterliegt.“Einordnung
- Wirtschafteher mehr Staat
Die Geldpolitik soll stärker politisch gesteuert und auf Beschäftigung sowie Staatsfinanzierung ausgerichtet werden.
- Europadeutlich mehr EU
Das Europäische Parlament bekäme grundlegend neue Befugnisse über die Geldpolitik, und die EZB dürfte Staaten direkt finanzieren, was heute vertraglich ausgeschlossen ist.