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Freie Wähler zur inneren Sicherheit

Aus dem Programm „Verantwortung für Deutschland“

Bundestagswahl 2025, 23. Februar 2025Original-PDF, 114 SeitenAnalyse vom 2. Oktober 2026

KIZusammenfassungen und Einordnungen auf dieser Seite hat eine KI erstellt. Ein Mensch prüft sie nicht einzeln. Wie sie entstehen

Einordnung beim Thema Innere Sicherheit

Durchschnitt der Punkte auf dieser Seite. Die Einordnung erstellt eine KI.

Jede Achse misst ein Thema. Ein „links“ oder „rechts“ für alles gibt es hier nicht: Wirtschaft, Gesellschaft, Migration und Sicherheit stehen getrennt. Eingeordnet ist nur, was im Programm steht. So lesen Sie die Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat (-1), aus 1 Punkt

    Punkte je Stufe: 0 deutlich mehr Staat, 1 eher mehr Staat, 0 ausgewogen, 0 eher mehr Markt, 0 deutlich mehr Markt

  • Bürgerrechte und Sicherheiteher Sicherheit und Ordnung zuerst (+0,8), aus 12 Punkten

    Punkte je Stufe: 0 deutlich Bürgerrechte zuerst, 2 eher Bürgerrechte zuerst, 1 ausgewogen, 7 eher Sicherheit und Ordnung zuerst, 2 deutlich Sicherheit und Ordnung zuerst

  • Gesellschafteher konservativ (+1), aus 2 Punkten

    Punkte je Stufe: 0 deutlich progressiv, 0 eher progressiv, 1 ausgewogen, 0 eher konservativ, 1 deutlich konservativ

  • Europaeher mehr EU (-1), aus 1 Punkt

    Punkte je Stufe: 0 deutlich mehr EU, 1 eher mehr EU, 0 ausgewogen, 0 eher weniger EU, 0 deutlich weniger EU

Die kleinen Säulen unter den Balken zeigen, wie viele Punkte auf jeder der fünf Stufen liegen.

Islamistische Vereine verbieten, Verfassungsschutz aufstocken

Die Freien Wähler sehen im Islamismus das größte Extremismusproblem und wollen islamistische Vereine verbieten und dauerhaft beobachten lassen. Auch gegen Rechts- und Linksextremismus soll der Staat entschlossen vorgehen; der Verfassungsschutz soll deutlich mehr Personal erhalten.

Die Freien Wähler wollen stärker gegen Extremismus vorgehen. Islamistische Vereine sollen verboten werden. Behörden sollen islamistische Prediger ständig beobachten. Der Verfassungs-Schutz soll mehr Personal bekommen. Niemand soll ihn für politische Zwecke benutzen.

Als Beispiel für zu verbietende Vereine nennt das Programm salafistische Gruppen. Vorbeugung und Deradikalisierung sollen ausgebaut werden, begleitet von einer offenen, sachlichen Debatte. Der Verfassungsschutz soll Radikalisierung im Netz und außerhalb früh erkennen und etwa mit Aussteigerprogrammen gegensteuern. Zugleich verlangt das Programm, dass Nachrichtendienste und Polizei nicht politisch instrumentalisiert werden und dass Presse- und Meinungsfreiheit nicht durch missbräuchliche Strafverfolgung unter Druck geraten.

Originalzitat anzeigen (Seite 51)
„Islamistische Zentren und Vereine sowie Prediger sind permanent durch die Behörden als Prüf- oder Verdachtsfall zu überwachen.“
Seite 51 im Original

Einordnung

  • Bürgerrechte und Sicherheiteher Sicherheit und Ordnung zuerst

    Mehr Vereinsverbote, dauerhafte Beobachtung und mehr Personal für die Nachrichtendienste erweitern das Vorgehen der Sicherheitsbehörden, verbunden mit einem Schutz der Meinungsfreiheit.

Terrorabwehr ausbauen, Datenzugriff auf Gefährder erlauben

Die Freien Wähler wollen mehr Geld für Antiterroreinheiten und eine engere Zusammenarbeit der europäischen Geheimdienste. Sicherheitsbehörden sollen umfassend auf Daten zugreifen dürfen, um Gefährder zu überwachen; der Datenschutz soll bei diesen Gruppen zurückstehen.

Die Freien Wähler wollen mehr Geld für Anti-Terror-Einheiten. Geheimdienste in Europa sollen besser zusammenarbeiten. Behörden sollen viele Daten über Gefährder nutzen dürfen. Der Datenschutz gilt für diese Menschen dann weniger. Eine unabhängige Stelle soll das kontrollieren.

Der Vorrang der Sicherheit vor dem Datenschutz soll nur für klar umrissene Gruppen von Gefährdern oder Verbrechern gelten. Das Programm betont zugleich, dass gesetzestreue Bürger nicht in einem Überwachungsstaat leben wollen. Die geplante Bürgeranwaltschaft soll deshalb vertraulich über diese Eingriffe und die Datennutzung der Behörden wachen. Außerdem soll der Straftatbestand der Bildung terroristischer Vereinigungen stärker angewendet werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 51)
„Mehr Investitionen in schlagkräftige Antiterroreinheiten halten wir deshalb ebenso für notwendig wie eine hürdenfreie Zusammenarbeit zwischen den Geheimdiensten in Europa.“
Seite 51 im Original

Einordnung

  • Bürgerrechte und Sicherheiteher Sicherheit und Ordnung zuerst

    Umfassender Datenzugriff und ein zurücktretender Datenschutz bei Gefährdern erweitern die Befugnisse der Sicherheitsbehörden, begrenzt auf bestimmte Gruppen und unter Aufsicht.

Videoüberwachung im öffentlichen Raum ausweiten

Die Freien Wähler wollen offene Videoüberwachung ausbauen und Kommunen erlauben, flächendeckend überwachte Zonen einzurichten. Nach dem Programm stärkt das das Sicherheitsgefühl, schreckt Täter ab und erleichtert Beweise vor Gericht.

Die Freien Wähler wollen mehr Video-Kameras an öffentlichen Orten. Städte sollen ganze Video-Zonen einrichten dürfen. Schilder sollen diese Zonen klar zeigen. Es muss andere Wege ohne Kameras geben. Auch bei Demonstrationen darf die Polizei filmen.

Die Befugnis soll in den Polizeigesetzen der Länder stehen und regelmäßig auf Wirkung und Verhältnismäßigkeit geprüft werden. Video-Zonen sind zusammenhängende Straßenzüge vor allem für Fußgänger, etwa rund um Bahnhöfe, in Fußgängerzonen und in ausgewiesenen Wohngebieten; Bedingung sind Ausweichrouten ohne Kameras. Bei Versammlungen sollen Behörden filmen dürfen, Betroffene sollen über die Bürgeranwaltschaft Einsicht erhalten. Wer sich an Ausschreitungen beteiligt, soll sofort festgehalten werden, und zwar bis zwei Stunden nach Versammlungsende.

Originalzitat anzeigen (Seite 52)
„Den Kommunen soll es ermöglicht werden Video-Zonen klar ersichtlich auszuweisen.“
Seite 52 im Original

Einordnung

  • Bürgerrechte und Sicherheiteher Sicherheit und Ordnung zuerst

    Flächendeckend überwachte Zonen und das Festhalten von Beteiligten an Ausschreitungen weiten bestehende polizeiliche Befugnisse aus, mit Evaluierung und Ausweichwegen.

Vollverschleierung und Vermummung verbieten

Die Freien Wähler wollen Vollverschleierung und Vermummung im öffentlichen Leben verbieten. Sie begründen das damit, dass ein sichtbares Gesicht für Verständigung und Identifizierung nötig sei und Verschleierung für Absonderung und die Unterdrückung von Frauen stehe.

Die Freien Wähler wollen ein Verbot von Voll-Verschleierung. Auch Vermummung soll verboten sein. Menschen sollen im Alltag ihr Gesicht zeigen. Die Partei sagt: So erkennt man einander besser. Sie sieht den Schleier als Zeichen der Unterdrückung von Frauen.

Nach dem Programm ist die sichtbare Mimik wichtig für das Gespräch und für das Erkennen einer Person. Den Hinweis auf die Religionsfreiheit hält die Partei für vorgeschoben. Verschleierung gilt ihr als Zeichen dafür, dass sich eine Gruppe von anderen abgrenzt, auch wenn dies freiwillig geschieht. Das stehe im Widerspruch zur freiheitlich-demokratischen Kultur.

Originalzitat anzeigen (Seite 53)
„Wer bei uns am gesellschaftlichen Leben teilnimmt, muss den Mitbürgern im täglichen Leben offen und ohne Verschleierung entgegentreten.“
Seite 53 im Original

Einordnung

  • Bürgerrechte und Sicherheiteher Sicherheit und Ordnung zuerst

    Ein neues Verbot im öffentlichen Raum, auch mit dem Ziel der Identifizierbarkeit, schränkt persönliche Freiheiten zugunsten der Ordnung ein.

  • Gesellschaftdeutlich konservativ

    Ein allgemeines Verschleierungsverbot im Alltag gibt es heute nicht; es würde religiös begründete Kleidung zugunsten überlieferter kultureller Normen untersagen.

Strafmündigkeit unter 14 Jahre senken

Die Freien Wähler wollen, dass auch Kinder unter 14 Jahren bei schweren Taten strafrechtlich verfolgt werden können. Das soll kriminelle Laufbahnen früh stoppen und verhindern, dass Clans und kriminelle Familien Kinder für Straftaten einsetzen.

Heute kann man Kinder unter 14 Jahren nicht bestrafen. Die Freien Wähler wollen das ändern. Das soll nur bei schweren Taten gelten. Ein Gutachter und ein Richter prüfen jeden Fall einzeln. Auch kleiner Diebstahl soll weiter strafbar bleiben.

Die Absenkung soll nicht pauschal gelten, sondern im Einzelfall durch ein Gericht nach dem Gutachten eines bestellten Sachverständigen. Der Jugendstrafvollzug soll um Maßnahmen ergänzt werden, die für diese Altersgruppe passen, damit Gerichte Erziehungsmaßnahmen anordnen können. Außerdem sollen leichte Delikte wie Ladendiebstahl und Fahren ohne Fahrschein strafbar bleiben, weil sie nach Ansicht der Partei oft den Einstieg in die Kriminalität bilden. Straftaten gegen Polizisten und Rettungskräfte sollen konsequent verfolgt und mit dem vollen Strafrahmen geahndet werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 54)
„Die Strafmündigkeit ist, um die Strafverfolgung zu ermöglichen, auf unter 14 Jahre abzusenken.“
Seite 54 im Original

Einordnung

  • Bürgerrechte und Sicherheitdeutlich Sicherheit und Ordnung zuerst

    Strafverfolgung von Kindern unter 14 Jahren gibt es heute nicht; sie einzuführen dehnt das Strafrecht grundlegend aus.

Justiz und Polizei besser ausstatten

Die Freien Wähler wollen Gerichte und Staatsanwaltschaften ausbauen, die Justiz digitalisieren und Strafverfahren beschleunigen. Mehr Polizeipräsenz und mehr Mittel für Ermittler sollen das Vertrauen in den Rechtsstaat wiederherstellen.

Die Freien Wähler wollen mehr Personal für Gerichte und Staats-Anwälte. Die Justiz soll digital arbeiten. Straf-Verfahren sollen schneller gehen. Es soll mehr Polizei auf den Straßen geben. Die Bürger sollen dem Staat wieder mehr vertrauen.

Nach dem Programm sind vor allem die Staatsanwaltschaften so stark belastet, dass Strafverfolgung oft nicht in angemessener Zeit gelingt. Für die Digitalisierung sollen bundesweit einheitliche Vorgaben zu Infrastruktur und IT-Anwendungen gelten. Verfahren sollen schlanker werden, ohne rechtsstaatliche Grundsätze aufzugeben. Ermittlungsbehörden sollen zusätzliche Mittel für technisch moderne Vorbeugung und Verfolgung von Straftaten bekommen.

Originalzitat anzeigen (Seite 54)
„Die personelle und technische Ausstattung der Justiz muss dafür dringend verbessert werden.“
Seite 54 im Original

Einordnung

  • Bürgerrechte und Sicherheiteher Sicherheit und Ordnung zuerst

    Mehr Polizeipräsenz, mehr Mittel für Ermittler und schnellere Strafverfahren stärken die Strafverfolgung innerhalb des bestehenden Systems.

Organisierte Kriminalität und Menschenhandel europaweit bekämpfen

Die Freien Wähler wollen europäische Sicherheitsbehörden wie Europol und Eurojust mit deutlich mehr Befugnissen ausstatten. Gegen Menschenhandel fordern sie höhere Strafen und gezielte Kontrollen. Das Programm begründet dies damit, dass offene Grenzen die Sicherheitslage schwieriger gemacht hätten.

Die Freien Wähler wollen Verbrecher-Banden in ganz Europa stärker bekämpfen. Europäische Behörden wie Europol sollen dafür mehr tun dürfen. Wer mit Menschen handelt, soll härter bestraft werden. Die Opfer sollen Hilfe bekommen.

Die EU-Stellen OLAF, CEPOL, Europol und Eurojust sollen umfangreiche eigene Befugnisse erhalten. International soll die Kooperation der Strafverfolger über Interpol enger werden. Beim Menschenhandel verlangt das Programm strengere Strafen, gezielte Kontrollen und eine engere Abstimmung von Bundespolizei, Zoll und Finanzbehörden. Betroffene in Deutschland sollen Programme für Ausstieg und Unterstützung bekommen.

Originalzitat anzeigen (Seite 55)
„Wir wollen die EU-Sicherheitsagenturen OLAF, CEPOL, Europol und Eurojust mit weitreichenden Handlungsbefugnissen ausstatten“
Seite 55 im Original

Einordnung

  • Bürgerrechte und Sicherheiteher Sicherheit und Ordnung zuerst

    Höhere Strafen, mehr Kontrollen und mehr Befugnisse für Sicherheitsbehörden verschieben den heutigen Stand in Richtung Sicherheit und Ordnung.

  • Europaeher mehr EU

    EU-Agenturen sollen mehr Handlungsbefugnisse bekommen als heute, was Zuständigkeiten auf europäischer Ebene ausbaut.

Cannabis nur in regulierten Fachgeschäften verkaufen

Die Freien Wähler wollen die geltende Cannabis-Regelung mit Eigenanbau und Anbauvereinen ersetzen. Stattdessen soll Cannabis legal in zugelassenen Fachgeschäften verkauft werden. Aus Sicht des Programms hat die bisherige Lösung den Schwarzmarkt nicht genug zurückgedrängt.

Heute darf man Cannabis selbst anbauen oder in Vereinen bekommen. Die Freien Wähler wollen das ändern. Cannabis soll es nur in besonderen Geschäften geben. Diese Geschäfte brauchen eine Zulassung. So soll der illegale Handel kleiner werden.

Die Partei erklärt, sie sei einer Legalisierung gegenüber offen gewesen, wenn der Verkauf in eigens zugelassenen Läden stattfindet und dabei Identität sowie Sachkunde geprüft werden. Die Bundesregierung habe europarechtliche Hindernisse nicht zuerst ausgeräumt und stattdessen auf Eigenanbau und sogenannte Social-Clubs gesetzt. Das Programm nennt dies einen schweren Fehler. Ein gesetzlich geregelter Verkauf im Fachhandel soll die heutigen Vorschriften ablösen.

Originalzitat anzeigen (Seite 55)
„Wir setzen uns für einen gesetzlich normierten legalen Verkauf von Cannabis in regulierten Fachgeschäften ein, der die von der Bundesregierung geschaffenen Regelungen ablöst.“
Seite 55 im Original

Einordnung

  • Gesellschaftausgewogen

    Cannabis bliebe legal, der Zugang würde aber vom Eigenanbau und Vereinen auf kontrollierte Fachgeschäfte umgestellt, was Öffnung und Einschränkung verbindet.

Polizei stärken und unabhängige Polizeibeauftragte einführen

Die Freien Wähler stellen sich hinter Polizei und Rettungskräfte und lehnen pauschale Vorwürfe gegen die Polizei ab. Zugleich sollen in allen Ländern unabhängige Polizeibeauftragte eingesetzt werden. Der Dienst bei der Bundespolizei soll attraktiver und die Polizei-IT der Länder vereinheitlicht werden.

Die Freien Wähler unterstützen Polizei und Rettungs-Kräfte. Fehler in der Polizei sollen fair aufgeklärt werden. Jedes Bundesland soll einen unabhängigen Polizei-Beauftragten bekommen. Die Arbeit bei der Bundespolizei soll attraktiver werden. Die Polizei soll überall die gleichen Computer-Systeme nutzen.

Die Beauftragten sollen vom jeweiligen Landtag gewählt werden und allein diesem über den inneren Zustand der Polizei berichten. Verstöße in der Polizei sollen dienst- und strafrechtlich in fairen Verfahren verfolgt werden; gegen extremistische Haltungen sollen Konzepte gemeinsam mit der Polizei entstehen. Für die Bundespolizei soll ein Eckpunktepapier der Bundespolizeigewerkschaft zur Personalentwicklung berücksichtigt und die Trennung der Behörden bei den Laufbahnen aufgehoben werden, sodass der Kriminaldienst offensteht. Fahndungs- und Vorgangssysteme der Länder sollen vereinheitlicht werden, um Daten schneller auszutauschen.

Originalzitat anzeigen (Seite 57)
„Wir setzen uns für die bundesweite Institutionalisierung eines unabhängigen Landespolizeibeauftragten ein“
Seite 57 im Original

Einordnung

  • Bürgerrechte und Sicherheitausgewogen

    Der Punkt verbindet Rückhalt und bessere Ausstattung für die Polizei mit einer neuen unabhängigen Kontrolle durch Beauftragte.

Bundeswehreinsätze im Inneren nicht ausweiten

Die Freien Wähler lehnen eine Grundgesetzänderung ab, die mehr Einsätze der Bundeswehr im Inland erlauben würde. Die Aufgaben von Polizei und Militär sollen getrennt bleiben, weil nur die Polizei für die innere Sicherheit ausgebildet sei. Die bestehenden Ausnahmen hält das Programm für ausreichend.

Die Bundeswehr darf nur selten im eigenen Land eingesetzt werden. Die Freien Wähler wollen, dass das so bleibt. Für die Sicherheit im Land ist die Polizei zuständig. Ausnahmen gibt es zum Beispiel bei Katastrophen. Das reicht der Partei.

Das Programm verweist auf historische Gründe für die verfassungsrechtliche Trennung von Polizei und Streitkräften. Als ausreichende Ausnahmen nennt es Katastrophenfälle und den sogenannten inneren Notstand. Die Polizei soll allerdings militärisches Gerät wie Fahrzeuge nutzen dürfen, wenn das effizienter ist.

Originalzitat anzeigen (Seite 57)
„Wir stellen uns gegen Bestrebungen, Bundeswehreinsätze im Inneren durch eine Änderung unseres Grundgesetzes auszuweiten.“
Seite 57 im Original

Einordnung

  • Bürgerrechte und Sicherheiteher Bürgerrechte zuerst

    Der heutige Stand wird ausdrücklich gegen eine diskutierte Ausweitung militärischer Befugnisse im Inland verteidigt.

Verschärfungen des Waffenrechts teilweise zurücknehmen

Die Freien Wähler halten das deutsche Waffenrecht für streng genug und wollen die jüngsten Verschärfungen zum Teil rückgängig machen. Aus Sicht des Programms treffen sie gesetzestreue Jäger, Schützen und Bürger, ohne vor Straftätern zu schützen. Stattdessen sollen illegaler Waffenbesitz und Gewalttaten gezielter bestraft werden.

Die Regeln für Waffen wurden zuletzt strenger. Die Freien Wähler wollen einen Teil davon zurücknehmen. Sie sagen: Die Regeln treffen Jäger und Schützen ohne Grund. Der Staat soll lieber illegale Waffen und Gewalt bestrafen. Waffen sollen nicht zentral im Vereinsheim lagern müssen.

Die Partei setzt auf die Eigenverantwortung legaler Waffenbesitzer und will sie nicht unter Generalverdacht sehen. Als Beispiel für eine Belastung im Alltag nennt das Programm das Taschenmesser in der Handtasche. Die neuen Regeln erschwerten zudem Behördenabläufe, etwa wenn Jagdscheine oder Waffenerlaubnisse verlängert werden. Eine zentrale Aufbewahrung von Waffen in Schützen- oder Vereinsheimen lehnt die Partei ab.

Originalzitat anzeigen (Seite 57)
„Die jüngsten Verschärfungen des Waffenrechts sind unverhältnismäßig und müssen teilweise zurückgenommen werden.“
Seite 57 im Original

Einordnung

  • Bürgerrechte und Sicherheiteher Bürgerrechte zuerst

    Kürzlich eingeführte Verbote und Auflagen im Waffenrecht sollen teilweise entfallen, was staatliche Beschränkungen für Bürger schrittweise lockert.

Zivil- und Katastrophenschutz ausbauen, Schutzräume einrichten

Die Freien Wähler wollen den Bevölkerungsschutz stärken und seine Gebäude und Technik erneuern. Zivile Schutzräume sollen wieder gezielt entstehen, wofür der Bund ein Konzept und Geld bereitstellen soll. Das Programm begründet dies mit jahrelanger Vernachlässigung und wachsenden Bedrohungen.

Die Freien Wähler wollen die Menschen bei Katastrophen besser schützen. Dafür soll es neue Technik und Lager für wichtige Dinge geben. Es soll wieder regelmäßige Übungen geben. Der Staat soll auch wieder Schutzräume bauen. Schutzräume sind sichere Räume für Notfälle.

Vorgesehen sind regelmäßige Katastrophenschutzübungen von der europäischen Ebene bis in die Gemeinden. Für systemrelevante Güter sollen überall dezentrale Lager und Versorgungsstrukturen entstehen. Kommunen sollen für nötige Infrastruktur finanzielle Hilfe erhalten, zum Beispiel über Förderprogramme. Im Katastrophenschutz könnten auch Einsatzfelder für ein Gesellschaftsjahr für alle geschaffen werden. Den Abbau vieler Schutzräume nach dem Ende des Ostblocks nennt das Programm übereilt.

Originalzitat anzeigen (Seite 58)
„Der Bevölkerungsschutz sowie das Katastrophenmanagement müssen gestärkt sowie die bauliche und technische Infrastruktur (z. B. Notstromaggregate) erneuert und ausgebaut werden“
Seite 58 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Mehr öffentliche Investitionen und Förderprogramme für Schutzinfrastruktur bauen staatliche Leistungen gegenüber heute aus.

Cannabis-Regeln verschärfen

Die Freien Wähler wollen die Regeln der Cannabis-Legalisierung ändern. Die erlaubte Menge für den Eigenkonsum halten sie für zu hoch und die Abstände zu Schulen für zu gering. Grenzwerte im Straßenverkehr sollen sich an wissenschaftlichen Erkenntnissen orientieren.

Cannabis ist in Deutschland teilweise erlaubt. Die Freien Wähler wollen strengere Regeln. Man soll weniger Cannabis bei sich tragen dürfen. Der Abstand zu Schulen soll größer sein. Die Polizei soll besser gegen Dealer vorgehen können.

Aus Sicht des Programms kann die Polizei wegen der geltenden Regeln kaum noch gegen Dealer vorgehen. Als Gründe nennt es die hohe Menge, die zum Eigenkonsum mitgeführt werden darf, und zu kleine Schutzabstände zu Schulen. Beides soll geändert werden. Grenzwerte für das Fahren von Kraftfahrzeugen und das Bedienen von Maschinen sollen streng wissenschaftlich und nicht nach politischen Vorstellungen bestimmt werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 84)
„Die Legalisierung von Cannabis führt aktuell dazu, dass Dealern seitens der Polizei kaum mehr beizukommen ist, weil beispielsweise die Menge, die für den angeblichen Eigenkonsum mitgeführt werden darf, sehr hoch ist und Schutzabstände zu Schulen viel zu niedrig sind.“
Seite 84 im Original

Einordnung

  • Bürgerrechte und Sicherheiteher Sicherheit und Ordnung zuerst

    Geringere erlaubte Besitzmengen und größere Schutzabstände verschärfen das geltende Cannabisrecht innerhalb des bestehenden Rahmens und erleichtern der Polizei das Vorgehen.

Vergewaltigung härter bestrafen, Verjährung verlängern

Die Freien Wähler wollen Vergewaltigung fast so hart bestrafen wie Mord. Die Verjährungsfrist soll auf 30 Jahre steigen, weil viele Opfer nach Darstellung des Programms erst Jahrzehnte später über die Tat sprechen können.

Die Freien Wähler wollen härtere Strafen für Vergewaltigung. Die Strafe soll fast so hoch sein wie bei Mord. Außerdem sollen die Taten später verjähren. Verjähren heißt: Nach einer bestimmten Zeit kann niemand mehr bestraft werden. Diese Zeit soll 30 Jahre betragen.

Das Programm stuft Vergewaltigung als das schwerste Verbrechen nach Mord ein und leitet daraus ein annähernd gleiches Strafmaß ab. Die Frist für die Strafverfolgung soll künftig 30 Jahre betragen und damit der Frist für zivilrechtliche Ansprüche entsprechen. Zur Begründung heißt es, manche Opfer könnten erst sehr spät darüber reden oder erführen überhaupt erst später von der Tat, wie ein Fall in Frankreich gezeigt habe.

Originalzitat anzeigen (Seite 96)
„Die strafrechtliche Verfolgbarkeit sollte, ebenso wie die zivilrechtlichen Ansprüche, fortan 30 Jahre betragen.“
Seite 96 im Original

Einordnung

  • Bürgerrechte und Sicherheitdeutlich Sicherheit und Ordnung zuerst

    Ein Strafmaß nahe dem für Mord und eine deutlich längere Verjährung verschärfen das Strafrecht grundlegend.

Was sagen die anderen Parteien zur inneren Sicherheit?

Alle Programme im Bund im Vergleich