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Freie Wähler zur Bildung

Aus dem Programm „Verantwortung für Deutschland“

Bundestagswahl 2025, 23. Februar 2025Original-PDF, 114 SeitenAnalyse vom 2. Oktober 2026

KIZusammenfassungen und Einordnungen auf dieser Seite hat eine KI erstellt. Ein Mensch prüft sie nicht einzeln. Wie sie entstehen

Einordnung beim Thema Bildung

Durchschnitt der Punkte auf dieser Seite. Die Einordnung erstellt eine KI.

Jede Achse misst ein Thema. Ein „links“ oder „rechts“ für alles gibt es hier nicht: Wirtschaft, Gesellschaft, Migration und Sicherheit stehen getrennt. Eingeordnet ist nur, was im Programm steht. So lesen Sie die Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat (-0,9), aus 8 Punkten

    Punkte je Stufe: 1 deutlich mehr Staat, 6 eher mehr Staat, 0 ausgewogen, 1 eher mehr Markt, 0 deutlich mehr Markt

  • Gesellschafteher konservativ (+1), aus 1 Punkt

    Punkte je Stufe: 0 deutlich progressiv, 0 eher progressiv, 0 ausgewogen, 1 eher konservativ, 0 deutlich konservativ

  • Migrationeher offen (-1), aus 1 Punkt

    Punkte je Stufe: 0 deutlich offen, 1 eher offen, 0 ausgewogen, 0 eher restriktiv, 0 deutlich restriktiv

Die kleinen Säulen unter den Balken zeigen, wie viele Punkte auf jeder der fünf Stufen liegen.

Berufliche Bildung und Weiterbildung aufwerten

Die Freien Wähler wollen berufliche und akademische Bildung per Gesetz gleichstellen und Erstausbildungen grundsätzlich kostenfrei machen. Eine Weiterbildungsoffensive soll dem Fachkräftemangel begegnen.

Die Freien Wähler finden: Eine Lehre ist so viel wert wie ein Studium. Das soll im Gesetz stehen. Die erste Ausbildung soll nichts kosten. Auch Erwachsene sollen mehr Hilfe beim Weiterlernen bekommen.

Das Programm bezeichnet die duale Ausbildung als bewährtes Modell. Berufliche Bildungsangebote soll es auch im ländlichen Raum geben, Ausbildungszentren und die überbetriebliche Lehrlingsunterweisung sollen genug Geld erhalten. Weiterbildung soll für Beschäftigte jeden Alters gefördert werden, vor allem zu Digitalisierung und neuen Technologien. Hürden in der Erwachsenenbildung sollen durch Information und Lernformen wie Fernunterricht sinken.

Originalzitat anzeigen (Seite 24)
„Die Gleichwertigkeit beruflicher und akademischer Bildung wird gesetzlich festgeschrieben.“
Seite 24 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Kostenfreie Erstausbildung und mehr öffentliche Mittel für Aus- und Weiterbildung bauen staatliche Leistungen aus.

Leistungsstandards halten, Chancengleichheit sichern

Die Freien Wähler wollen Kinder individuell fördern, lehnen aber niedrigere Leistungsanforderungen ab. Bildung soll Sache der Länder bleiben, der Bund soll sie jedoch auch finanziell unterstützen. Jedes Kind soll unabhängig von seiner Herkunft gleiche Chancen haben, und das Schulsystem soll durchlässig sein.

Die Freien Wähler wollen jedes Kind gut fördern. Die Anforderungen in der Schule sollen aber nicht sinken. Die Bundesländer sollen weiter für Schulen zuständig sein. Der Bund soll ihnen mit Geld helfen. Alle Kinder sollen gleiche Chancen haben.

Nach dem Programm schaden abgesenkte Standards sowohl dem einzelnen Schüler als auch dem Standort Deutschland. Von jedem Startpunkt aus sollen die höchsten Abschlüsse erreichbar sein, sowohl in Einheitsschulsystemen wie in Berlin als auch in gegliederten Systemen wie in Bayern. Schulen sollen mehr Freiheit erhalten, Unterricht und Organisation innerhalb eines Rahmens selbst zu gestalten. Wohnortnahe Schulen und Kindergärten sollen vor allem auf dem Land erhalten bleiben. Außerdem sollen Berufsorientierung, lebenslanges Lernen und Bildungsforschung gefördert werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 87)
„Wir bekennen uns in der Bildung zu einer Politik des individuellen sowie umfangreichen Förderns, sprechen uns aber gegen eine Herabsetzung von Leistungsanforderungen und Standards aus“
Seite 87 im Original

Einordnung

  • Gesellschafteher konservativ

    Das Programm verteidigt bestehende Leistungsanforderungen und gegliederte Schulformen ausdrücklich gegen eine Absenkung, verbindet dies aber mit Chancengleichheit.

Mehr Fachkräfte für Kitas und Schulen gewinnen

Die Freien Wähler wollen dem Personalmangel in Kitas und Schulen begegnen. Dazu sollen Anwerbeprogramme, eine bezahlte und besser vergütete Ausbildung sowie attraktivere Arbeitsbedingungen für Lehrkräfte beitragen. Ausbildung und Studium sollen enger mit der Praxis verbunden werden.

In Kitas und Schulen fehlen Fachleute. Die Freien Wähler wollen mehr Menschen für diese Berufe gewinnen. Jede Ausbildung soll bezahlt werden. Lehrer sollen weniger Papierkram haben. Im Studium soll es früh Praxis geben.

Für Kitas sieht das Programm Anwerbeprogramme, angepasste Bildungspläne und eine höhere Ausbildungsvergütung vor; keine Ausbildung soll unbezahlt sein. Der Lehrerberuf soll durch bessere Arbeitsbedingungen, weniger Bürokratie und ein besseres öffentliches Ansehen attraktiver werden. Frühe und regelmäßige Praxisphasen sollen verhindern, dass angehende Pädagogen beim Einstieg in den Beruf abbrechen. Die Lehrerbildung an Hochschulen soll praxisnäher werden, und Fort- und Weiterbildungen sollen ausgebaut werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 87)
„Wir werden gezielte Anwerbeprogramme initiieren und die Ausbildung für pädagogische Fachkräfte attraktiver gestalten“
Seite 87 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Höhere Ausbildungsvergütung und staatliche Anwerbeprogramme bedeuten mehr öffentliche Ausgaben für Bildungspersonal.

Benachteiligte Kinder gezielt unterstützen

Die Freien Wähler wollen Kinder mit schlechteren Startbedingungen stärker begleiten. Vorgesehen sind Bildungslotsen, frühe Sprachförderung für Kinder mit Migrationshintergrund, Programme gegen Lernrückstände aus der Corona-Zeit und Schulsozialarbeit an allen Schulen. Förderschulen und Förderkitas sollen bestehen bleiben und ausgebaut werden.

Manche Kinder haben es in der Schule schwerer. Die Freien Wähler wollen ihnen mehr helfen. Bildungs-Lotsen sollen Kinder und Eltern begleiten. Kinder aus zugewanderten Familien sollen früh Deutsch lernen. An allen Schulen soll es Sozialarbeit geben.

Bildungslotsen sollen zwischen Schule, Elternhaus und Gesellschaft vermitteln; das Modell der Lernpaten, bei dem etwa Rentner Kinder unterstützen, soll überall eingeführt werden. Sprachförderung soll schon im frühkindlichen Alter ansetzen, weil Sprache laut Programm der Schlüssel zur Integration ist. Gegen Lernlücken aus der Pandemie sind Nachhilfe, Feriencamps und zusätzliches Personal geplant. Schulsozialarbeit und Schulgesundheitspflege sollen flächendeckend und mit fachübergreifenden Teams arbeiten. Themen wie Ernährung, Bewegung, Schwimmen und sozialer Umgang sollen in Kita und Schule mehr Raum bekommen.

Originalzitat anzeigen (Seite 88)
„Wir befürworten Bildungslotsen, die sozial benachteiligte Kinder und Migranten gezielt unterstützen.“
Seite 88 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Zusätzliche Förderprogramme, Lotsen und flächendeckende Schulsozialarbeit erweitern öffentliche Leistungen schrittweise.

  • Migrationeher offen

    Frühe Sprachförderung und Lotsen für zugewanderte Kinder bauen Integrationsangebote aus.

KI nutzen und Schulen modernisieren

Die Freien Wähler wollen künstliche Intelligenz im Unterricht einsetzen und Schulen baulich wie digital erneuern. Zugleich soll der Lehrplan Medienkompetenz und kritisches Denken vermitteln, weil die Partei den Einfluss der digitalen Welt auf junge Menschen mit Sorge sieht.

Die Freien Wähler wollen KI im Unterricht nutzen. KI heißt Künstliche Intelligenz, also lernende Computer-Programme. Schulen sollen bessere Gebäude und Technik bekommen. Schüler sollen lernen, Informationen zu prüfen. Sie sollen digitale Medien verantwortungsvoll nutzen.

KI-Lernplattformen sollen Schüler individuell fördern und Lehrkräfte entlasten, damit diese sich auf den Unterricht konzentrieren können; die Plattformen sollen bundesweit bereitstehen. Echtzeit-Übersetzung soll Schülern helfen, deren Muttersprache nicht Deutsch ist. Die Schulinfrastruktur soll umfassend modernisiert werden, sowohl bei der digitalen Ausstattung als auch durch Sanierung der Gebäude. Die Auswirkungen digitaler Medien auf Persönlichkeit und Verhalten sollen erforscht werden, um bei negativen Entwicklungen gegenzusteuern.

Originalzitat anzeigen (Seite 89)
„Wir setzen uns dafür ein, dass KI-gestützte Lernplattformen und individualisierte Lernangebote Einzug in die Klassenzimmer halten“
Seite 89 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Die Sanierung und digitale Ausstattung der Schulen sowie bundesweite Plattformen erfordern mehr öffentliche Investitionen.

Zeitplan für Ganztagsanspruch überprüfen

Die Freien Wähler unterstützen den Ausbau von Ganztagsschulen, wollen aber den Zeitplan für den Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung in der Grundschule überprüfen. Als Grund nennt das Programm die angespannte Finanzlage vieler Kommunen.

Ab August 2026 bekommen Grundschul-Kinder nach und nach ein Recht auf Ganztags-Betreuung. Die Freien Wähler finden Ganztags-Schulen gut. Viele Städte und Gemeinden haben aber wenig Geld. Deshalb will die Partei den Zeitplan noch einmal prüfen.

Der Rechtsanspruch gilt schrittweise ab August 2026. Nach dem Programm ergänzen Ganztagsschulen den Unterricht um Förderangebote, Sport und Kultur. Die Förderrichtlinie für Investitionen in den Ganztagsausbau soll möglichst flexibel gestaltet werden, um die Kommunen zu entlasten. Wegen der Haushaltslage vieler Städte und Gemeinden sollen die Fristen für die Umsetzung überprüft werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 91)
„Aufgrund der dramatischen Haushaltslage in vielen Städten und Gemeinden fordern wir jedoch eine Überprüfung der Umsetzungszeiträume.“
Seite 91 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Markt

    Eine bereits beschlossene öffentliche Leistung soll mit Blick auf die Haushalte der Kommunen zeitlich überprüft und möglicherweise gestreckt werden.

Elternunabhängiges BAföG einführen

Die Freien Wähler wollen das BAföG unabhängig vom Einkommen der Eltern zahlen und die Antragstellung vereinfachen. Außerdem soll das Stipendiensystem für mehr Studierende offenstehen. So sollen alle Studierenden die nötige finanzielle Unterstützung bekommen.

BAföG ist Geld vom Staat für Studierende. Heute hängt es vom Einkommen der Eltern ab. Die Freien Wähler wollen das ändern. Der Antrag soll einfacher werden. Mehr Studierende sollen ein Stipendium bekommen können.

Der Aufwand für den Antrag soll sinken, was nach dem Programm auch die prüfenden Ämter entlastet. Bei der Höhe der Förderung sollen regionale Unterschiede zwischen den Studienorten berücksichtigt werden. Stipendien sollen an Studierende gehen, die Begabung und Engagement zeigen, und zwar gleichgültig, wie viel Geld sie haben. Hochschulen sollen bei Lehre und Ausstattung sehr gute Bedingungen bieten, und Teilzeit- sowie duale Studiengänge und das Erasmus-Programm sollen weiter gefördert werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 91)
„Wir setzen uns für ein unbürokratisches und elternunabhängiges BAföG ein“
Seite 91 im Original

Einordnung

  • Wirtschaftdeutlich mehr Staat

    Die Förderung würde von der Bedürftigkeitsprüfung über das Elterneinkommen gelöst und damit zu einer Leistung für alle Studierenden umgebaut.

Planbare Karrierewege in der Wissenschaft schaffen

Die Freien Wähler wollen verlässlichere Berufswege für Wissenschaftler unterhalb der Professur. Das Programm kritisiert, dass die meisten von ihnen nur befristet beschäftigt sind, und sieht darin einen Schaden für den Wissenschaftsstandort.

Viele Forscher an Hochschulen haben nur Verträge auf Zeit. Die Freien Wähler wollen das ändern. Forscher sollen ihre Laufbahn besser planen können. Die Partei sagt: Unsichere Stellen schaden der Forschung in Deutschland.

Nach dem Programm sind über 90 Prozent der Wissenschaftler ohne Professur unter 45 Jahren befristet angestellt, und weniger als ein Drittel der Postdocs kann mit einer Dauerstelle rechnen. Das Sonderbefristungsrecht des Wissenschaftszeitvertragsgesetzes erlaube es Arbeitgebern, Personal regelmäßig auszutauschen. Viele müssten die Wissenschaft in der Lebensmitte verlassen. Die Partei sieht Forschung und Entwicklung als tragend für den Wirtschaftsstandort und die Ausbildung von Fachkräften.

Originalzitat anzeigen (Seite 92)
„Wir setzen uns deswegen für planbare Karrierewege für den sogenannten wissenschaftlichen Mittelbau ein.“
Seite 92 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Mehr Beschäftigungssicherheit gegenüber dem heutigen Sonderbefristungsrecht stärkt den Schutz der Arbeitnehmer in der Wissenschaft.

Bildungsjoker als Gutschein einführen

Die Freien Wähler wollen sogenannte Bildungsjoker einführen. Das sind Gutscheine, mit denen Eltern Nachhilfe, Musik- und Sportkurse oder andere Bildungsangebote für ihre Kinder bezahlen können. Ziel ist mehr Chancengleichheit unabhängig von der sozialen Herkunft.

Die Freien Wähler wollen einen Bildungs-Joker einführen. Das ist ein Gutschein für Eltern. Damit können sie zum Beispiel Nachhilfe bezahlen. Auch Musik-Kurse und Sport-Kurse sind möglich. So sollen alle Kinder gleiche Chancen haben.

Die Gutscheine sollen Eltern gezielt für die Förderung ihrer Kinder verwenden können. Als Einsatzmöglichkeiten nennt das Programm Nachhilfe, Kurse in Musik und Sport sowie weitere Bildungsangebote. Die Partei will damit die individuelle Entwicklung der Kinder unterstützen und Unterschiede durch die Herkunft ausgleichen.

Originalzitat anzeigen (Seite 96)
„Wir fordern die Einführung von Bildungsjokern, die Eltern gezielt für die Bildung und Förderung ihrer Kinder einsetzen können.“
Seite 96 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Ein staatlich finanzierter Gutschein für Bildungsangebote erweitert die öffentlichen Leistungen für Familien.

Sport- und Schwimmunterricht an Schulen garantieren

Die Freien Wähler fordern mehr und regelmäßigen Sportunterricht, der bei Personalmangel nicht als Erstes ausfallen darf. Schulen sollen dafür mit Sportvereinen zusammenarbeiten und passende Räume erhalten.

Schulen sollen mehr Sport-Unterricht geben. Der Unterricht soll nicht mehr so oft ausfallen. Das gilt auch für Schwimmen. Schulen sollen mit Sport-Vereinen zusammenarbeiten.

Sport- und Schwimmstunden sollen Pflicht sein und verlässlich stattfinden. Kooperationen mit Vereinen sollen das Angebot kurzfristig und ohne viel Bürokratie stärken. Bund und Länder sollen Schulen neu- und umbauen, sodass Räume für Bewegung ebenso wie für Ruhe entstehen. Außerdem verlangt das Programm Programme zur frühen Talentförderung und Projekte, die Teamgeist, Fairness und Respekt vermitteln. Naturnahe Sportarten wie Wandern, Laufen oder Radfahren sollen unterstützt werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 102)
„Sportstunden müssen verpflichtend sein. Das gilt auch für Schwimmstunden.“
Seite 102 im Original

Einordnung

Dieser Punkt berührt keine der Achsen.

Was sagen die anderen Parteien zur Bildung?

Alle Programme im Bund im Vergleich