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Volt zu Gesundheit und Pflege

Aus dem Programm „Holen wir uns die Zukunft zurück“

Bundestagswahl 2025, 23. Februar 2025Original-PDF, 164 SeitenAnalyse vom 2. Oktober 2026

KIZusammenfassungen und Einordnungen auf dieser Seite hat eine KI erstellt. Ein Mensch prüft sie nicht einzeln. Wie sie entstehen

Einordnung beim Thema Gesundheit und Pflege

Durchschnitt der Punkte auf dieser Seite. Die Einordnung erstellt eine KI.

Jede Achse misst ein Thema. Ein „links“ oder „rechts“ für alles gibt es hier nicht: Wirtschaft, Gesellschaft, Migration und Sicherheit stehen getrennt. Eingeordnet ist nur, was im Programm steht. So lesen Sie die Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat (-1,1), aus 9 Punkten

    Punkte je Stufe: 2 deutlich mehr Staat, 6 eher mehr Staat, 1 ausgewogen, 0 eher mehr Markt, 0 deutlich mehr Markt

  • Bürgerrechte und Sicherheitdeutlich Bürgerrechte zuerst (-2), aus 1 Punkt

    Punkte je Stufe: 1 deutlich Bürgerrechte zuerst, 0 eher Bürgerrechte zuerst, 0 ausgewogen, 0 eher Sicherheit und Ordnung zuerst, 0 deutlich Sicherheit und Ordnung zuerst

  • Gesellschafteher progressiv (-1,3), aus 3 Punkten

    Punkte je Stufe: 1 deutlich progressiv, 2 eher progressiv, 0 ausgewogen, 0 eher konservativ, 0 deutlich konservativ

  • Europaeher mehr EU (-1), aus 2 Punkten

    Punkte je Stufe: 0 deutlich mehr EU, 2 eher mehr EU, 0 ausgewogen, 0 eher weniger EU, 0 deutlich weniger EU

Die kleinen Säulen unter den Balken zeigen, wie viele Punkte auf jeder der fünf Stufen liegen.

Gemeinsame Krankenversicherung für alle schaffen

Volt will eine einzige Krankenversicherung, in der auch Beamte und Selbstständige versichert sind. Sie soll erst in Deutschland entstehen und auf lange Sicht europäisch werden. Zur Finanzierung soll die Beitragsbemessungsgrenze steigen, und Kranken- und Pflegeversicherung sollen verschmelzen.

Volt will eine Kranken-Versicherung für alle Menschen. Auch Beamte und Selbstständige sollen dort versichert sein. Zuerst soll das in Deutschland gelten. Später soll es eine Versicherung für ganz Europa geben. Menschen mit hohem Lohn sollen mehr Beitrag zahlen.

Die Beitragsbemessungsgrenze, also die Einkommenshöhe, bis zu der Beiträge anfallen, soll auf den Wert der Rentenversicherung steigen. Leistungen der Kassen, die gesellschaftspolitisch gewollt sind, sollen komplett aus Steuern bezahlt werden. Die Zusammenlegung von Kranken- und Pflegeversicherung soll Versorgung und Verwaltung vereinfachen. Das Programm erwartet von einem solidarischen System bessere Versorgung und geringere Verwaltungskosten.

Originalzitat anzeigen (Seite 123)
„Eine gemeinsame Krankenversicherung für alle, auch für verbeamtete Erwerbstätige und Selbständige, wird geschaffen - zunächst auf nationaler, langfristig auf europäischer Ebene.“
Seite 123 im Original

Einordnung

  • Wirtschaftdeutlich mehr Staat

    Eine Pflichtversicherung für alle anstelle des Nebeneinanders von gesetzlicher und privater Versicherung und eine deutlich höhere Beitragsgrenze bauen das System in Richtung Umverteilung um.

  • Europaeher mehr EU

    Als langfristiges Ziel soll die Krankenversicherung auf die europäische Ebene verlagert werden, was der EU eine neue Zuständigkeit gäbe.

Krankenkassen auf vier Genossenschaften reduzieren

Volt will die gesetzlichen Krankenkassen zu vier bundesweiten Kassen zusammenlegen und diese als gemeinnützige Genossenschaften organisieren. Versicherte sollen über Genossenschaftsanteile mitbestimmen statt über Sozialwahlen. Das Programm verspricht sich davon mehr Transparenz, Effizienz und Beteiligung.

Heute gibt es viele Kranken-Kassen. Volt will nur noch vier Kassen für ganz Deutschland. Diese Kassen sollen Genossenschaften sein. Eine Genossenschaft gehört ihren Mitgliedern. Die Versicherten kaufen Anteile und bestimmen dann mit.

Vorgesehen sind eine Bundes-AOK, eine Ersatzkasse, eine Betriebskrankenkasse und die Knappschaft-Bahn-See, jeweils mit Filialen in den Ländern oder Betrieben. Landwirtschaftliche Krankenkasse, Innungskrankenkassen und die gesetzliche Unfallversicherung sollen in diesen Kassen aufgehen. Die Verwaltungsräte sollen entfallen. Die Verbände der einzelnen Kassenarten sollen im GKV-Spitzenverband aufgehen, und das Bundesamt für Soziale Sicherung soll alle Kassen beaufsichtigen. Der Gemeinsame Bundesausschuss soll zu einer Bundesgesundheitskommission werden, in der alle Gesundheitsfachberufe gleichberechtigt vertreten sind.

Originalzitat anzeigen (Seite 123)
„Es werden vier bundesweite Krankenkassen gebildet: eine Bundes-AOK, eine bundesweite Ersatzkasse, eine Bundes-Betriebskrankenkasse sowie die Knappschaft-Bahn-See“
Seite 123 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Die Zusammenlegung der vielen Kassen zu vier Einheiten unter einer Bundesaufsicht verringert den Wettbewerb zwischen Kassen zugunsten einer zentral geordneten Struktur.

Vergütung neu ordnen, Homöopathie nicht mehr bezahlen

Volt will die Vergütung medizinischer Leistungen vereinheitlichen und an Qualität und Bedarf ausrichten. Leistungen ohne wissenschaftlichen Wirksamkeitsnachweis wie Homöopathie sollen die gesetzlichen Kassen nicht mehr bezahlen. Ziel ist laut Programm, Über-, Unter- und Fehlversorgung zu vermeiden.

Volt will die Bezahlung von Ärzten und Kliniken neu regeln. Es soll um Qualität und Bedarf gehen. Die Kassen sollen Homöopathie nicht mehr bezahlen. Für Homöopathie gibt es keinen Beweis der Wirkung. Niemand soll zu viel oder zu wenig Behandlung bekommen.

Das einheitliche Vergütungssystem soll mehrere Bausteine verbinden: Geld für das Bereithalten von Angeboten, Pauschalen für Fälle und Behandlungskomplexe sowie die Bezahlung einzelner Leistungen. So sollen aus Sicht des Programms finanzielle Fehlanreize entfallen. Volt will gegen Überversorgung vorgehen, die aus kommerziellen Anreizen entsteht. Ebenso soll Unterversorgung bekämpft werden, die durch knapp gehaltene Termine entsteht.

Originalzitat anzeigen (Seite 124)
„Nicht evidenzbasierte Leistungen wie Homöopathie werden aus der gesetzlichen Krankenkassenfinanzierung ausgeschlossen.“
Seite 124 im Original

Einordnung

Dieser Punkt berührt keine der Achsen.

Regionale Versorgungszentren und Hausarztmodell einführen

Volt will die Gesundheitsversorgung regional und nach dem jeweiligen Bedarf planen. Auf dem Land sollen Regionale Versorgungszentren mit mehreren Gesundheitsberufen entstehen. Wer ohne Überweisung eine Fachpraxis aufsucht, soll einen Eigenanteil zahlen.

Volt will die Versorgung für jede Region einzeln planen. Auf dem Land soll es neue Gesundheits-Zentren geben. Dort arbeiten verschiedene Gesundheits-Berufe zusammen. Wer ohne Überweisung zum Facharzt geht, soll etwas dazuzahlen.

Bei der regionalen Planung sollen Sozialministerien, Kassenärztliche und Kassenzahnärztliche Vereinigungen, Krankenkassen und die Anbieter von Leistungen zusammenarbeiten. Die Hauspraxis soll erste Anlaufstelle sein; der Eigenanteil bei Facharztbesuchen ohne Überweisung soll die Fachpraxen entlasten. Regionale Versorgungszentren (RVZ) sollen Gesundheitsfachberufe und Dienste der Daseinsvorsorge unter einem Dach bündeln. Über einen Strukturfonds will Volt kleine Kliniken zu solchen Zentren umbauen und der ambulanten Versorgung zuordnen. Als Vorbild nennt das Programm das französische Modell Médecins Solidaires, bei dem Ärztinnen und Ärzte wochenweise wechselnd Praxen in unterversorgten Dörfern übernehmen.

Originalzitat anzeigen (Seite 125)
„Für Fachpraxisbesuche ohne Überweisung wird eine Selbstbeteiligung eingeführt, um die Fachpraxen zu entlasten.“
Seite 125 im Original

Einordnung

  • Wirtschaftausgewogen

    Der Punkt verbindet einen neuen Eigenanteil für Versicherte mit dem Ausbau öffentlich geplanter Versorgungsstrukturen und nimmt damit keine klare Seite ein.

Telemedizin, Klinikmobile und digitale Standards ausbauen

Volt will Behandlungen per Telemedizin ausweiten und mobile Gesundheitseinheiten in abgelegene Gegenden schicken. Zugleich sollen einheitliche digitale Standards den Austausch medizinischer Daten zwischen allen Beteiligten erleichtern.

Volt will mehr Behandlung per Video und Telefon. In abgelegene Orte sollen fahrende Praxen kommen. Sie heißen Klinik-Mobile. Praxen und Kliniken sollen Daten nach gleichen Regeln austauschen.

Telemedizin und Psychotherapie auf Distanz sollen ausgeweitet und an die Regionalen Versorgungszentren angebunden werden. Sogenannte Klinikmobile sollen in entlegenen Gebieten regelmäßig Sprechstunden anbieten. Die neue Approbationsordnung für Ärztinnen und Ärzte soll rasch beschlossen werden, damit die Primärversorgung im Studium mehr Gewicht bekommt. Für die Digitalisierung fordert Volt durchgängige Kommunikationsstandards wie HL7/FHIR und eine einheitliche Ablagestruktur wie KDL bei der elektronischen Patientenakte. Softwarehersteller sowie Kliniken und Praxen sollen dabei unter Führung der gematik kooperieren.

Originalzitat anzeigen (Seite 126)
„Telemedizinische und telepsychotherapeutische Leistungen werden ausgebaut und in RVZs integriert.“
Seite 126 im Original

Einordnung

Dieser Punkt berührt keine der Achsen.

Arzneimittelproduktion nach Europa zurückholen

Volt will Medikamente wieder in Europa herstellen lassen, um Lieferengpässe zu verhindern. Außerdem sollen Preise innerhalb Europas angeglichen, Werbung und Rabatte reguliert und Apotheken anders bezahlt werden.

Volt will, dass Medikamente wieder in Europa hergestellt werden. So sollen Medikamente nicht mehr knapp werden. Die Preise sollen in Europa ähnlicher werden. Apotheken sollen anders bezahlt werden.

Die Herstellung von Arzneimitteln soll nach Europa zurückkehren. Preisunterschiede zwischen europäischen Ländern will Volt verringern, damit Medikamente nicht zwischen Märkten verschoben werden. Werbung und Rabatte sollen reguliert werden, um unsachgemäßen Verbrauch zu vermeiden. Die abgegebenen Mengen sollen sich am wirklichen Bedarf orientieren, was laut Programm Überverbrauch und Umweltbelastung senkt. Apotheken sollen künftig nach Aufwand statt pro Packung honoriert werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 127)
„Die Arzneimittelproduktion wird zurück nach Europa verlegt, um Lieferengpässe zu vermeiden.“
Seite 127 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Preisangleichung, Regeln für Werbung und Rabatte sowie eine gelenkte Rückverlagerung der Produktion bedeuten mehr staatliche Steuerung des Arzneimittelmarkts.

  • Europaeher mehr EU

    Arzneimittelpreise und Produktion sollen stärker europaweit abgestimmt werden, was mehr gemeinsame europäische Politik bedeutet.

Notfallversorgung zügig reformieren

Volt will die bereits begonnene Reform der Notfallversorgung vorrangig und schnell abschließen. Der Rettungsdienst soll rechtlich aufgewertet, digital vernetzt und durch Telemedizin unterstützt werden. Das soll die Versorgung sichern und dem Fachkräftemangel begegnen.

Volt will die Hilfe im Notfall verbessern. Ein Gesetz dazu ist schon begonnen. Volt will es schnell fertig machen. Die Nummern 112 und 116117 sollen digital mit den Kliniken verbunden sein.

Das laufende Gesetzgebungsverfahren zur Notfallreform soll Vorrang erhalten. Der Rettungsdienst soll als eigener Leistungsbereich ins Fünfte Sozialgesetzbuch (SGB V) aufgenommen werden, das die gesetzliche Krankenversicherung regelt. Modellstudiengänge für Rettungsfachpersonal will Volt ausweiten und verstetigen sowie zusätzliche Weiterbildungen schaffen. Die Notrufnummern sollen digital mit Krankenhäusern und anderen Versorgungsebenen verbunden werden. Telenotfallmedizin soll überall verfügbar sein und Einsätze gezielter steuern.

Originalzitat anzeigen (Seite 128)
„Die Notrufnummern 112 und 116117 werden mit Krankenhäusern und Versorgungsebenen durch digitale Lösungen verknüpft.“
Seite 128 im Original

Einordnung

Dieser Punkt berührt keine der Achsen.

Heilberufe besser vergüten und beteiligen

Volt will Berufe wie Physiotherapie, Ergotherapie, Psychotherapie und Geburtshilfe attraktiver machen. Dazu gehören eine Ausbildungsvergütung, bundesweit einheitliche Standards, eine gesicherte Finanzierung der Weiterbildung und Mitsprache im Gemeinsamen Bundesausschuss.

Volt will Heil-Berufe stärken. Dazu gehören zum Beispiel Physio-Therapie und Geburts-Hilfe. Die Ausbildung soll bezahlt werden. Die Berufe sollen in einem wichtigen Gremium mitbestimmen.

Für Aus- und Weiterbildung in den Heilberufen sollen deutschlandweit gleiche Strukturen gelten; Ausbildungs- und Prüfungsverordnungen sollen reformiert und die Akademisierung ausgeweitet werden. Alle Gesundheitsberufe sollen in der Ausbildung berufsübergreifend lernen. Die Weiterbildung soll so finanziert werden wie bei Ärztinnen und Ärzten, und in stationären Einrichtungen sollen dafür Planstellen entstehen. Im Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA), der über Leistungen der gesetzlichen Kassen entscheidet, sollen die Heilberufe Anträge stellen und abstimmen dürfen. Kliniken, die aus- und weiterbilden, sollen mehr Geld erhalten.

Originalzitat anzeigen (Seite 128)
„Heilberufe erhalten Antrags- und Stimmrechte im G-BA.“
Seite 128 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Ausbildungsvergütung, finanzierte Weiterbildung und höhere Zahlungen an ausbildende Kliniken erhöhen die öffentlichen Ausgaben im Gesundheitswesen.

Hitzeschutz und klimafeste Krankenhäuser fördern

Volt sieht in der Klimakrise die größte Gesundheitsgefahr des Jahrhunderts und will die Vorsorge ausweiten. Vorgesehen sind eine Hitzestrategie mit den Ländern, mehr Förderung für kühlere Innenstädte und widerstandsfähigere Krankenhäuser.

Volt sagt: Die Klima-Krise ist eine große Gefahr für die Gesundheit. Deshalb soll es einen Plan gegen Hitze geben. Städte sollen kühler werden, zum Beispiel durch mehr Grün. Kliniken sollen besser auf Krisen vorbereitet sein.

Die Hitzestrategie soll auf Daten beruhen und Hitzeaktionspläne sowie Förderprogramme enthalten. Projekte, die Temperaturen in Innenstädten senken, etwa Begrünung und neue stadtplanerische Ansätze, sollen stärker gefördert werden. Krankenhäuser sollen nach Konzepten der weltweiten Initiative „Health Care Without Harm“ weiterentwickelt werden. Zur Prävention zählt Volt außerdem, Luftverschmutzung und Lärm zu verringern sowie Pandemieforschung und internationale Zusammenarbeit zu fördern.

Originalzitat anzeigen (Seite 129)
„Eine datengestützte Hitzestrategie, die Hitzeaktionspläne und Förderprogramme umfasst, wird in Zusammenarbeit mit den Bundesländern umgesetzt.“
Seite 129 im Original

Einordnung

Dieser Punkt berührt keine der Achsen.

Bewegung, Ernährung und Gesundheitswissen fördern

Volt will Gesundheitsförderung im Alltag ausbauen, unabhängig vom Einkommen. Geplant sind mehr Geld für Breitensport, leichterer Zugang zu gesunden Lebensmitteln, ein Bewertungssystem für Lebensmittel, Ernährung als Schulstoff und Gesundheitskioske im ganzen Land.

Volt will, dass Menschen gesünder leben können. Sport-Vereine sollen mehr Geld vom Bund bekommen. Schulen sollen Ernährung unterrichten. Überall soll es Gesundheits-Kioske geben. Dort bekommen Menschen einfach Beratung.

Infrastrukturprojekte sollen sichere Bewegung für jedes Alter ermöglichen, und Sportvereine sowie ehrenamtliche Initiativen sollen mehr Bundesmittel erhalten. Regionale und ökologische Lebensmittel sollen leichter erhältlich sein; ein Food Compass Score soll die Auswahl gesunder Produkte vereinfachen. Menschen mit Long Covid, PostVac und ME/CFS sollen besser teilhaben können und leichter Diagnostik und Therapie bekommen. Volt fordert zudem eine Medizin, die auf die Bedürfnisse aller Geschlechter eingeht, und mehr Investitionen in Forschung. Beratung soll auch mehrsprachig und kultursensibel angeboten werden, und Betriebe sollen in Präventionsprogramme eingebunden werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 130)
„Flächendeckende Gesundheitskioske werden eingerichtet, um individuelle und niedrigschwellige Beratungsangebote zu gewährleisten.“
Seite 130 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Mehr Bundesmittel für Sport, flächendeckende Beratungsstellen und weitere öffentliche Angebote weiten staatliche Leistungen aus.

Zuckersteuer einführen

Volt will eine Steuer auf Zucker, Zuckerersatzstoffe und Süßungsmittel einführen. Sie soll Hersteller dazu bewegen, weniger Zucker zu verwenden, Krankheiten wie Diabetes vorbeugen und das Gesundheitssystem entlasten.

Volt will eine neue Steuer auf Zucker und Süßstoffe. Süße Getränke werden dann teurer. Firmen sollen deshalb weniger Zucker in ihre Produkte tun. Das soll Krankheiten wie Diabetes verhindern.

Die Abgabe ist als Verbrauchs- und Lenkungssteuer mit gesundheitspolitischem Zweck angelegt. Für alkoholfreie Getränke oberhalb von 3 Gramm Zucker je 100 Milliliter sollen 25 Cent anfallen; Light- und Zero-Varianten sowie Energydrinks sind eingeschlossen. Für Ersatzstoffe und Süßungsmittel sowie für weitere Produkte soll ein umfassendes Konzept mit konkreten Mengenangaben erarbeitet werden. Volt verweist auf Empfehlungen der WHO und auf europäische Nachbarländer. Als Beispiel nennt das Programm Großbritannien, wo laut einer Cambridge-Studie der Zuckergehalt vieler Softdrinks nach 2018 deutlich sank.

Originalzitat anzeigen (Seite 131)
„Die Steuer beträgt 25 Cent auf alkoholfreie Getränke mit mehr als 3 g Zucker pro 100 ml, einschließlich Light- und Zero-Produkte sowie Energydrinks.“
Seite 131 im Original

Einordnung

  • Wirtschaftdeutlich mehr Staat

    Eine neue Verbrauchs- und Lenkungssteuer, die es heute in Deutschland nicht gibt, greift mit staatlichen Mitteln in den Lebensmittelmarkt ein.

Psychische Gesundheit stärken, mehr Therapieplätze schaffen

Volt will psychische Erkrankungen durch Vorbeugung früh verhindern und den Zugang zu Psychotherapie erleichtern. Dafür sollen mehr Kassensitze entstehen, und Resilienz soll schon ab dem Kita-Alter gefördert werden.

Volt will die seelische Gesundheit stärken. Es soll mehr Therapie-Plätze geben, die die Kasse bezahlt. Schon Kinder in der Kita sollen lernen, mit Belastung umzugehen. Volt will auch etwas gegen Mobbing und Einsamkeit tun.

Die Bedarfsplanung, die festlegt, wie viele Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten mit den Kassen abrechnen dürfen, soll geändert werden. Lehr- und Fachkräfte sollen Weiterbildungen erhalten, um die seelische Widerstandskraft von Kindern zu fördern. Psychosoziale Angebote sollen vorbeugend und aktiv unterstützen. Gegen Mobbing plant Volt Sensibilisierungsprogramme und Mediation, vor allem bei Gewalt in sozialen Medien. Hinzu kommen Maßnahmen gegen Vereinsamung.

Originalzitat anzeigen (Seite 132)
„Die Bedarfsplanung für psychotherapeutische Fachkräfte wird angepasst, um die Anzahl der Kassensitze zu erhöhen und für eine bessere Verfügbarkeit und gerechte Verteilung zu sorgen.“
Seite 132 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Mehr Kassensitze und zusätzliche psychosoziale Angebote erweitern die öffentlich finanzierten Gesundheitsleistungen.

Sicheren Drogenkonsum und Suchtprävention fördern

Volt will Angebote für einen sichereren Drogenkonsum stärker fördern, darunter Drug-Checking, Konsumräume und Ersatzstoffe. Dazu kommen Aufklärung, der Abbau von Stigmatisierung und eine Suchtprävention, die auch Glücksspiel und Medienkonsum einbezieht.

Volt will Menschen helfen, die Drogen nehmen. Sie sollen Drogen sicherer nehmen können. Dafür gibt es zum Beispiel Drug-Checking. Dabei prüfen Fachleute, was in einer Droge steckt. Volt will auch mehr über Sucht aufklären.

Das Programm nennt drei Bausteine. Erstens sollen Drug-Checking, Konsumräume und verschiedene Möglichkeiten der Substitution mehr Förderung erhalten. Zweitens sollen Konsumkompetenz, ein weniger stigmatisierender Umgang mit psychoaktiven Substanzen und Prävention in den Gemeinden gestärkt werden. Drittens soll die Suchtprävention andere Formen der Abhängigkeit wie Glücksspiel und Medienkonsum stärker in den Blick nehmen.

Originalzitat anzeigen (Seite 133)
„Drug-Checking, Konsumräume und vielfältige Substitutionsmöglichkeiten werden stärker gefördert.“
Seite 133 im Original

Einordnung

  • Gesellschafteher progressiv

    Mehr Förderung für Konsumräume, Drug-Checking und Entstigmatisierung verschiebt die Drogenpolitik schrittweise in Richtung Selbstbestimmung und Schadensminderung.

Geschlechterunterschiede in der Medizin stärker berücksichtigen

Volt will die Benachteiligung von Frauen und Menschen anderer Geschlechtsidentitäten in der Gesundheitsversorgung abbauen. Dazu sollen Forschung, Schulungen für medizinisches Personal und günstige Vorsorge ausgebaut werden. Das Programm verweist auf Forschungslücken, fehlerhafte Diagnosen und schlechteren Zugang zu Therapien.

Volt sagt: Die Medizin achtet zu wenig auf Frauen. Deshalb soll es mehr Forschung dazu geben. Ärztinnen und Ärzte sollen Schulungen bekommen. Frauen sollen Vorsorge gegen Krebs günstig bekommen.

Klinische Studien sollen Daten nach Geschlecht verpflichtend erfassen, und die Forschung zu Geschlechterunterschieden soll wachsen. Medizinisches Personal soll regelmäßig fortgebildet werden, besonders mit Blick auf marginalisierte Gruppen. Bildungsinitiativen aus der Zivilgesellschaft zu Themen von Frauen, Lesben, inter, nicht-binären, trans und agender Personen sollen an Schulen und im Medizinstudium gefördert werden. Jährliche Krebsvorsorge und Hormonscreenings sollen Frauen zum Selbstkostenpreis erhalten.

Originalzitat anzeigen (Seite 150)
„Geschlechtersensible Forschung wird ausgebaut und geschlechtsspezifische Daten in klinischen Studien verpflichtend einbezogen.“
Seite 150 im Original

Einordnung

  • Gesellschafteher progressiv

    Mehr geschlechtersensible Forschung, Schulungen und Bildungsangebote zu FLINTA*-Themen bauen die Gleichstellung im Gesundheitswesen aus.

Besitz und Gebrauch aller Drogen entkriminalisieren

Volt will Besitz und Gebrauch sämtlicher psychoaktiver Substanzen straffrei stellen und auf Sanktionen verzichten. Die Teillegalisierung von Cannabis soll bleiben und um den Verkauf in Fachgeschäften erweitert werden. Die Partei ordnet den Gebrauch solcher Substanzen der körperlichen Selbstbestimmung zu.

Volt will den Besitz von Drogen nicht mehr bestrafen. Das soll für alle Drogen gelten. Cannabis soll erlaubt bleiben. Man soll es in Fach-Geschäften kaufen können. Aufklärung soll die Gesundheit und die Jugend schützen.

In Modellprojekten soll der regulierte Verkauf einzelner bisher illegaler Substanzen an Erwachsene getestet werden. Cannabis-Fachgeschäfte sollen neben dem Verkauf auch beraten. Die industrielle Verwendung von Nutzhanf soll deutlich einfacher werden. Gesundheits- und Jugendschutz will das Programm über Aufklärung und Prävention sichern.

Originalzitat anzeigen (Seite 154)
„Der Besitz und Gebrauch aller psychoaktiven Substanzen wird sanktionsfrei entkriminalisiert.“
Seite 154 im Original

Einordnung

  • Bürgerrechte und Sicherheitdeutlich Bürgerrechte zuerst

    Die Strafbarkeit von Besitz und Gebrauch aller psychoaktiven Substanzen soll wegfallen, womit Straftatbestände entfallen.

  • Gesellschaftdeutlich progressiv

    Die Freigabe des Gebrauchs aller Substanzen als Teil der Selbstbestimmung bricht grundlegend mit der bisherigen Drogenpolitik.

Bewegung im Alltag zur Gesundheitsvorsorge fördern

Volt will mehr Bewegung in Schule, Beruf und Freizeit erreichen, weil das laut Programm Zivilisationskrankheiten vorbeugt. Vorgesehen sind tägliche Bewegungsangebote an Schulen, kostenlose Sportangebote der Kommunen für Erwachsene und einheitlichere Bonusprogramme der Krankenkassen.

Volt will, dass sich die Menschen mehr bewegen. Das hält gesund. Schulkinder sollen sich jeden Tag bewegen können. Gemeinden sollen Erwachsenen kostenlosen Sport anbieten. Krankenkassen sollen Bewegung stärker belohnen.

An Schulen soll es täglich ein Bewegungsangebot mit Team- und Einzelsport geben, zusätzlich zum normalen Sportunterricht. Kommunen sollen Erwachsenen gebührenfreie Sport- und Bewegungsprogramme anbieten. Die Bonussysteme der Krankenkassen sollen vereinheitlicht und attraktiver werden und auch Vereinsmitgliedschaften, kommunale Programme sowie Apps und Wearables einschließen. Solche digitalen Hilfsmittel sollen zudem in nationale Bewegungsprogramme eingebunden werden, um vor allem Jugendliche anzusprechen.

Originalzitat anzeigen (Seite 162)
„Kostenlose Sport- und Bewegungsangebote für Erwachsene werden durch Kommunen organisiert, um gesundheitliche Vorteile für alle zugänglich zu machen.“
Seite 162 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Kostenlose kommunale Sportangebote und zusätzliche Schulangebote sind neue öffentliche Leistungen im bestehenden System.

Was sagen die anderen Parteien zu Gesundheit und Pflege?

Alle Programme im Bund im Vergleich