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parteiprogramm

SPD zu Europa

Aus dem Programm „Mehr für Dich. Besser für Deutschland.“

Bundestagswahl 2025, 23. Februar 2025Original-PDF, 68 SeitenAnalyse vom 2. Oktober 2026

KIZusammenfassungen und Einordnungen auf dieser Seite hat eine KI erstellt. Ein Mensch prüft sie nicht einzeln. Wie sie entstehen

Einordnung beim Thema Europa

Durchschnitt der Punkte auf dieser Seite. Die Einordnung erstellt eine KI.

Jede Achse misst ein Thema. Ein „links“ oder „rechts“ für alles gibt es hier nicht: Wirtschaft, Gesellschaft, Migration und Sicherheit stehen getrennt. Eingeordnet ist nur, was im Programm steht. So lesen Sie die Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat (-1), aus 2 Punkten

    Punkte je Stufe: 0 deutlich mehr Staat, 2 eher mehr Staat, 0 ausgewogen, 0 eher mehr Markt, 0 deutlich mehr Markt

  • Europaeher mehr EU (-1,3), aus 7 Punkten

    Punkte je Stufe: 2 deutlich mehr EU, 5 eher mehr EU, 0 ausgewogen, 0 eher weniger EU, 0 deutlich weniger EU

  • Außenpolitikeher Abschreckung zuerst (+0,5), aus 2 Punkten

    Punkte je Stufe: 0 deutlich Diplomatie zuerst, 0 eher Diplomatie zuerst, 1 ausgewogen, 1 eher Abschreckung zuerst, 0 deutlich Abschreckung zuerst

Die kleinen Säulen unter den Balken zeigen, wie viele Punkte auf jeder der fünf Stufen liegen.

EU-Binnenmarkt vertiefen, Kapitalmarktunion vorantreiben

Die SPD will den europäischen Binnenmarkt ausbauen, weil viele deutsche Arbeitsplätze an ihm hängen. Dazu zählt sie die Banken- und Kapitalmarktunion sowie eine digitale Infrastruktur für Dienstleistungen über Grenzen hinweg.

In der EU können Firmen überall frei handeln. Das nennt man Binnen-Markt. Die SPD will ihn weiter stärken. Auch Banken und Geld-Märkte in Europa sollen enger zusammenwachsen. Viele Arbeitsplätze in Deutschland hängen daran.

Die SPD begrüßt, was Enrico Letta und Mario Draghi in ihren Berichten über Europas Wettbewerbsfähigkeit vorschlagen, und will die EU-Kommission bei der Umsetzung unterstützen. Ein gemeinsamer Kapitalmarkt soll mehr privates Geld für Innovationen und neue Technologien bereitstellen. Zudem soll das EU-Beihilferecht modernisiert werden, um Unternehmen im Strukturwandel helfen zu können.

Originalzitat anzeigen (Seite 9)
„Wir werden die Banken- und Kapitalmarktunion vorantreiben und das Umfeld für Innovationen und Zukunftstechnologien durch privates Kapital dauerhaft stärken.“
Seite 9 im Original

Einordnung

  • Europaeher mehr EU

    Ein vertiefter Binnenmarkt und die Vollendung von Banken- und Kapitalmarktunion bedeuten schrittweise mehr gemeinsame EU-Regeln.

Europäische Sozialunion mit Mindeststandards schaffen

Die SPD will eine Europäische Sozialunion und EU-weite Mindeststandards für die Grundsicherung der Mitgliedstaaten. Soziale Standards gelten dem Programm als Standortvorteil Europas.

Die SPD will mehr soziale Regeln in Europa. Jedes EU-Land soll arme Menschen mindestens gleich gut absichern. Dafür soll es gemeinsame Mindest-Regeln geben. Die SPD sagt: Das macht Europa stärker.

Die Europäische Säule sozialer Rechte soll in Deutschland und auf EU-Ebene umgesetzt werden. Der Binnenmarkt soll nach dem Willen der SPD den Beschäftigten dienen. Für die Grundsicherungssysteme der Mitgliedstaaten soll es europäische Mindeststandards geben, um Armut zu bekämpfen. Industrie und Wirtschaft sollen unterstützt, aber auch in die Pflicht genommen werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 12)
„Um eine angemessene soziale Absicherung zu gewährleisten und Armut zu bekämpfen, setzen wir uns für europäische Mindeststandards bei den nationalen Grundsicherungssystemen ein.“
Seite 12 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Verbindliche soziale Mindeststandards bedeuten mehr Regulierung und soziale Absicherung.

  • Europaeher mehr EU

    EU-weite Mindeststandards für nationale Sozialsysteme erweitern die gemeinsame Politik der EU in einem bisher nationalen Bereich.

EU-Finanzen stärken, Arbeitslosenrückversicherung einführen

Die SPD will eine europäische Rückversicherung für die Arbeitslosenversicherungen der Mitgliedstaaten, die in schweren Krisen einspringt. Der EU-Haushalt soll reformiert und durch eigene Einnahmen der EU unabhängiger von den nationalen Regierungen werden.

Die SPD will eine gemeinsame Absicherung in Europa. Sie soll Ländern in schweren Krisen bei der Arbeitslosen-Hilfe helfen. Die EU soll eigene Einnahmen bekommen. Das Geld für schwache Regionen soll bleiben.

Der Mehrjährige Finanzrahmen soll stärker auf Bereiche mit europäischem Mehrwert ausgerichtet werden. Die Rückzahlung des Aufbauprogramms Next Generation EU soll nicht auf Kosten anderer Programme und Investitionen gehen. Die Regionalförderung soll gesichert und nach Bedarf weiterentwickelt werden; eine Zentralisierung lehnt die SPD ab. Der Just Transition Fund soll künftig für alle Industrieregionen gelten.

Originalzitat anzeigen (Seite 18)
„Um die Eurozone vor ökonomischen Schocks zu schützen, treten wir für eine europäische Arbeitslosenrückversicherung ein, die in Zeiten schwerer wirtschaftlicher Krisen greift.“
Seite 18 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Der Punkt setzt auf mehr öffentliche Investitionen und soziale Absicherung auf europäischer Ebene.

  • Europadeutlich mehr EU

    Eine europäische Arbeitslosenrückversicherung und echte EU-Eigenmittel wären neue gemeinsame Finanzinstrumente, die es heute nicht gibt.

Europäische Verteidigungsunion aufbauen

Die SPD will eine europäische Verteidigungsunion und Europa befähigen, mehr für die eigene Sicherheit zu tun. Die EU-Staaten sollen Rüstung gemeinsam beschaffen, ihre Streitkräfte langfristig enger verzahnen und eine gemeinsame Rüstungsexportpolitik verfolgen.

Die Länder der EU sollen sich gemeinsam verteidigen. Sie sollen Waffen und Geräte zusammen kaufen. Ihre Armeen sollen zusammen üben. Nach und nach sollen Truppen in gemeinsamen Verbänden arbeiten. Für den Verkauf von Waffen soll es gemeinsame Regeln geben.

Vorgesehen sind gemeinsame Manöver, einheitliche Ausbildungskonzepte und die allmähliche Eingliederung nationaler Einheiten in multinationale Strukturen. Die europäische Rüstungsindustrie soll gestärkt werden, damit künftig mehr in Europa eingekauft werden kann. Dabei baut die SPD auf die deutsch-französischen Projekte für Panzer und Kampfflugzeuge sowie auf die Europäische Verteidigungsagentur und PESCO. Die gemeinsame Exportpolitik soll sich an Werten und strategischen Prioritäten ausrichten. Von den Regierungspartnern erwartet die SPD ein einheitliches Auftreten in der EU und von demokratischen Parteien eine Abgrenzung nach rechts außen.

Originalzitat anzeigen (Seite 59)
„Wir werden den europäischen Pfeiler in der NATO stärken, indem wir Investitionen abgestimmt tätigen und unsere Streitkräfte partnerschaftlich organisieren.“
Seite 59 im Original

Einordnung

  • Europaeher mehr EU

    Gemeinsame Beschaffung, schrittweise integrierte Streitkräfte und eine gemeinsame Exportpolitik verlagern Verteidigung stärker auf die europäische Ebene.

  • Außenpolitikeher Abschreckung zuerst

    Der Ausbau europäischer Rüstungsindustrie und militärischer Zusammenarbeit stärkt die Verteidigungsfähigkeit schrittweise.

EU um Westbalkan, Ukraine und Moldau erweitern

Die SPD will die Staaten des westlichen Balkans rasch in die EU aufnehmen und auch der Ukraine und Moldau den Beitritt ermöglichen. Das Programm begründet das mit Frieden, Demokratie und Wohlstand in Europa und damit, dass sonst andere Mächte an Einfluss gewinnen könnten.

Die SPD will, dass die EU größer wird. Die Länder des westlichen Balkans sollen schnell beitreten. Auch die Ukraine und Moldau sollen Mitglieder werden. Alle neuen Länder müssen die Regeln der EU erfüllen.

Schon vor dem Beitritt sollen Fortschritte spürbar sein, etwa durch Zugang zum Binnenmarkt. Die Osterweiterung versteht das Programm als Signal gegen russische Versuche, Grenzen einseitig zu verschieben, und als Bekenntnis zum Wiederaufbau der Ukraine. In Georgien unterstützt die SPD die Kräfte, die eine europäische Zukunft fordern. Die Kopenhagener Kriterien, also die Beitrittsbedingungen der EU zu Demokratie, Rechtsstaat und Marktwirtschaft, sollen ohne Ausnahme gelten. Das Weimarer Dreieck mit Frankreich und Polen soll als Antrieb für die Weiterentwicklung der EU dienen.

Originalzitat anzeigen (Seite 60)
„Wir setzen uns für eine zügige Aufnahme der westlichen Balkanstaaten ein.“
Seite 60 im Original

Einordnung

  • Europaeher mehr EU

    Die Erweiterung der EU um weitere Staaten soll beschleunigt werden, was die Union vergrößert und stärkt, ohne ihre Zuständigkeiten selbst zu ändern.

  • Außenpolitikausgewogen

    Die Erweiterung wird geopolitisch gegen Russland begründet, setzt aber auf Integration statt auf militärische Mittel.

Rechtsstaatsverstöße in der EU härter ahnden

Die SPD will entschiedener gegen Mitgliedstaaten vorgehen, die Grundwerte der EU verletzen. Vorhandene Instrumente sollen strenger genutzt und ausgebaut werden, ergänzt um schärfere finanzielle Sanktionen und ein unabhängiges Kontrollgremium.

Manche EU-Länder halten sich nicht an die gemeinsamen Werte. Die SPD will dagegen strenger vorgehen. Solche Länder sollen weniger Geld bekommen können. Eine unabhängige Stelle soll das überwachen.

Zu den Instrumenten, die konsequenter eingesetzt werden sollen, zählt das Programm Vertragsverletzungsverfahren und den Entzug von Stimmrechten. Ein unabhängiges Gremium soll kontrollieren, ob diese Mittel tatsächlich angewendet werden. Außerdem befürwortet die SPD den Beitritt der EU zur Europäischen Menschenrechtskonvention. Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte soll gestärkt und die Umsetzung seiner Urteile eingefordert werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 60)
„Darüber hinaus setzen wir uns für verschärfte finanzielle Sanktionsmöglichkeiten und ein unabhängiges Kontrollgremium zur Überwachung des konsequenten Einsatzes bestehender Instrumente ein.“
Seite 60 im Original

Einordnung

  • Europaeher mehr EU

    Die EU soll mehr und schärfere Mittel erhalten, um ihre Werte gegenüber Mitgliedstaaten durchzusetzen, was die Unionsebene gegenüber nationalen Regierungen stärkt.

Einstimmigkeit in der EU durch Mehrheitsentscheidungen ersetzen

Die SPD will die EU-Verträge reformieren, damit im Ministerrat und im Europäischen Rat nicht mehr einstimmig entschieden werden muss. Vetorechte einzelner Staaten hält das Programm für überholt, weil sie als Druckmittel missbraucht würden.

In der EU müssen bei manchen Fragen alle Länder zustimmen. Ein einzelnes Land kann so alles blockieren. Die SPD will das ändern. Künftig soll eine Mehrheit genügen. Das EU-Parlament soll mehr Rechte bekommen.

Spätestens mit der Erweiterung sollen die Verträge geändert werden; dafür soll ein Europäischer Konvent eingesetzt werden, der auf Ergebnisse ausgerichtet ist. Bis dahin will die SPD alle bestehenden Möglichkeiten nutzen, um Entscheidungen effizienter zu machen. Das Europäische Parlament soll volle Mitentscheidungsrechte und ein eigenes Initiativrecht erhalten, also selbst Gesetze vorschlagen dürfen. Nach Auffassung des Programms bedeuten Mehrheitsentscheidungen einen Zugewinn an Souveränität für Europa.

Originalzitat anzeigen (Seite 60)
„das Einstimmigkeitsprinzip im Europäischen Rat und im Ministerrat durch die Einführung von Mehrheitsentscheidungen abzulösen“
Seite 60 im Original

Einordnung

  • Europadeutlich mehr EU

    Das nationale Vetorecht soll entfallen und das Parlament ein Initiativrecht bekommen, was die Institutionen der EU grundlegend zugunsten gemeinsamer Entscheidungen umbaut.

Was sagen die anderen Parteien zu Europa?

Alle Programme im Bund im Vergleich