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Grüne zu Europa

Aus dem Programm „Zusammen wachsen“

Bundestagswahl 2025, 23. Februar 2025Original-PDF, 160 SeitenAnalyse vom 2. Oktober 2026

KIZusammenfassungen und Einordnungen auf dieser Seite hat eine KI erstellt. Ein Mensch prüft sie nicht einzeln. Wie sie entstehen

Einordnung beim Thema Europa

Durchschnitt der Punkte auf dieser Seite. Die Einordnung erstellt eine KI.

Jede Achse misst ein Thema. Ein „links“ oder „rechts“ für alles gibt es hier nicht: Wirtschaft, Gesellschaft, Migration und Sicherheit stehen getrennt. Eingeordnet ist nur, was im Programm steht. So lesen Sie die Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat (-1), aus 1 Punkt

    Punkte je Stufe: 0 deutlich mehr Staat, 1 eher mehr Staat, 0 ausgewogen, 0 eher mehr Markt, 0 deutlich mehr Markt

  • Europaeher mehr EU (-1,4), aus 8 Punkten

    Punkte je Stufe: 3 deutlich mehr EU, 5 eher mehr EU, 0 ausgewogen, 0 eher weniger EU, 0 deutlich weniger EU

  • Klimaeher Klimaschutz zuerst (-1), aus 1 Punkt

    Punkte je Stufe: 0 deutlich Klimaschutz zuerst, 1 eher Klimaschutz zuerst, 0 ausgewogen, 0 eher Wachstum zuerst, 0 deutlich Wachstum zuerst

  • Migrationeher offen (-1), aus 1 Punkt

    Punkte je Stufe: 0 deutlich offen, 1 eher offen, 0 ausgewogen, 0 eher restriktiv, 0 deutlich restriktiv

  • Außenpolitikausgewogen (0), aus 1 Punkt

    Punkte je Stufe: 0 deutlich Diplomatie zuerst, 0 eher Diplomatie zuerst, 1 ausgewogen, 0 eher Abschreckung zuerst, 0 deutlich Abschreckung zuerst

Die kleinen Säulen unter den Balken zeigen, wie viele Punkte auf jeder der fünf Stufen liegen.

Binnenmarkt um Digital- und Forschungsunion erweitern

Die Grünen wollen den europäischen Binnenmarkt stärken und um eine vertiefte Digitalunion sowie einen gemeinsamen Markt für Forschung und Innovation ergänzen. Nach Ansicht des Programms kann sich Europa gegenüber China und den USA nur behaupten, wenn es enger zusammenarbeitet.

Die Grünen wollen mehr Zusammenarbeit in Europa. Der gemeinsame Markt der EU soll stärker werden. Auch bei Digitalem und Forschung sollen die Länder enger zusammenarbeiten. So soll Europa mit den USA und China mithalten.

Das Programm beschreibt den Binnenmarkt mit 450 Millionen Menschen und 17 Billionen Euro Wirtschaftsleistung als historische Errungenschaft. Ein Binnenmarkt für Forschung und Innovation soll Hochschulen, Forschungseinrichtungen und Firmen europaweit enger verbinden. Gemeinsame Forschungsinfrastrukturen und Forschungsagenturen sollen die Wettbewerbsfähigkeit erhöhen. Ziel ist, bei Zukunftstechnologien wieder vorn zu liegen und so Wohlstand und Arbeitsplätze in Deutschland zu sichern.

Originalzitat anzeigen (Seite 20)
„Wir wollen den europäischen Binnenmarkt weiter stärken und um eine vertiefte Digitalunion ergänzen, damit die Unternehmen der Zukunft auch in Europa groß werden.“
Seite 20 im Original

Einordnung

  • Europaeher mehr EU

    Der Binnenmarkt soll auf Digitales und Forschung ausgedehnt und durch gemeinsame Einrichtungen ergänzt werden, was die gemeinsame EU-Politik schrittweise vertieft.

Kapitalmarkt- und Bankenunion vollenden

Die Grünen wollen die europäische Kapitalmarkt- und Bankenunion rasch abschließen und eine starke EU-Aufsicht über die Kapitalmärkte einrichten. Nach Darstellung des Programms bremsen uneinheitliche nationale Regeln Investitionen und erschweren Firmen die Finanzierung.

In der EU hat jedes Land eigene Regeln für Geld-Märkte. Die Grünen wollen gemeinsame Regeln für ganz Europa. Eine starke EU-Behörde soll die Märkte überwachen. So sollen Firmen leichter an Geld kommen.

Das Vertrags- und das Insolvenzrecht für Akteure am Finanzmarkt sollen in ganz Europa angeglichen werden. Banken, Versicherungen und andere Finanzakteure sollen genügend haftendes Eigenkapital vorhalten, um Finanzkrisen vorzubeugen. Kleine Banken und Finanzakteure sollen von kleinteiliger Bürokratie entlastet werden. Das Programm nennt als Problem auch den wenig entwickelten europäischen Markt für Eigenkapitalinstrumente und Schuldverschreibungen, unter dem kleinere Firmen litten.

Originalzitat anzeigen (Seite 22)
„Wir werden uns europäisch für eine rasche Vollendung der Kapitalmarkt- und Bankenunion einsetzen und eine starke europäische Kapitalmarktaufsicht schaffen.“
Seite 22 im Original

Einordnung

  • Europaeher mehr EU

    Eine gemeinsame Kapitalmarktaufsicht und angeglichenes Vertrags- und Insolvenzrecht verlagern weitere Zuständigkeiten auf die europäische Ebene.

Keine dauerhaften Binnengrenzkontrollen, Frontex stärker kontrollieren

Die Grünen lehnen dauerhafte feste Kontrollen an den Grenzen innerhalb der EU ab und verweisen auf Freizügigkeit und Binnenmarkt. Stattdessen sollen die Außengrenzen rechtsstaatlich kontrolliert und Ankommende zuverlässig registriert werden, zunehmend durch europäische Beamte.

In Europa kann man frei über die Grenzen reisen. Die Grünen wollen dort keine ständigen Kontrollen. Kontrollen soll es an den Außen-Grenzen der EU geben. Die Grenz-Behörde Frontex soll strenger überwacht werden.

Den Grenzschutz an den Außengrenzen versteht das Programm als gemeinsame Aufgabe der EU. Die Grenzschutzagentur Frontex soll rechtsstaatlich weiterentwickelt und von Parlamenten eng kontrolliert werden. Sie soll sich an keinen Einsätzen beteiligen, die Menschenrechte verletzen. Frontex und nationale Behörden sollen leichter für Rechtsverstöße haftbar gemacht werden können, Betroffene sollen juristische Hilfe bekommen.

Originalzitat anzeigen (Seite 132)
„Dauerhafte stationäre Binnengrenzkontrollen lehnen wir deshalb ab.“
Seite 132 im Original

Einordnung

  • Europaeher mehr EU

    Der Schutz der Außengrenzen soll stärker auf europäische Beamte übergehen und Schengen ohne dauerhafte nationale Kontrollen erhalten bleiben.

  • Migrationeher offen

    Die Ablehnung dauerhafter Kontrollen an den Binnengrenzen wendet sich gegen ein diskutiertes Mittel zur Begrenzung der Zuwanderung.

Rechtsstaatsverstöße in der EU wirksamer ahnden

Die Grünen wollen, dass Verstöße von Mitgliedstaaten gegen die Grundwerte der EU Folgen haben. Im Rechtsstaatsverfahren nach Artikel 7 soll auf jeder Stufe eine qualifizierte Mehrheit genügen. EU-Gelder sollen stärker an Demokratie und Rechtsstaatlichkeit gebunden werden.

Manche EU-Länder halten sich nicht an die Regeln der Demokratie. Die Grünen wollen, dass das Folgen hat. Die EU soll leichter darüber entscheiden können. Solche Länder sollen weniger Geld von der EU bekommen.

Artikel 7 erlaubt es, einem Mitgliedstaat bei schweren Verstößen Rechte zu entziehen; bisher ist dafür an entscheidender Stelle Einstimmigkeit nötig. In den Verhandlungen zum mehrjährigen EU-Haushalt wollen die Grünen strengere Regeln erreichen, die über den heutigen Konditionalitätsmechanismus hinausgehen. Der Rechtsstaatsdialog soll gestärkt, die Zivilgesellschaft europaweit gezielter geschützt werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 143)
„Wir wollen das Rechtsstaatsverfahren nach Artikel 7 des EU-Vertrags nutzbar machen, indem in allen Stufen des Verfahrens Entscheidungen mit qualifizierter Mehrheit getroffen werden können.“
Seite 143 im Original

Einordnung

  • Europadeutlich mehr EU

    Mehrheitsentscheidungen in allen Stufen des Artikel-7-Verfahrens schaffen das heutige Vetorecht einzelner Staaten ab und stärken die EU gegenüber Mitgliedstaaten.

Europäisches Parlament und Bürgerbeteiligung stärken

Die Grünen wollen dem Europäischen Parlament das Recht geben, selbst Gesetze vorzuschlagen. Es soll zudem in allen Bereichen gleichberechtigt mit dem Rat entscheiden. Ziel ist laut Programm eine bürgernähere und demokratischere EU.

Das Europäische Parlament darf heute keine eigenen Gesetze vorschlagen. Die Grünen wollen das ändern. Das Parlament soll überall mitentscheiden. Bürger sollen in der EU mehr mitreden können.

Ein Teil der Abgeordneten soll künftig über transnationale Listen gewählt werden, also über Listen, die in mehreren Ländern zugleich antreten. Die Europäische Bürgerinitiative und europäische Bürgerforen sollen gestärkt werden. So sollen Bürgerinnen und Bürger breiter und wirksamer beteiligt sein.

Originalzitat anzeigen (Seite 143)
„soll das Europäische Parlament ein vollwertiges Initiativrecht für die Einbringung von Gesetzen bekommen und in allen Politikfeldern mit dem Rat gleichberechtigt Gesetze beschließen“
Seite 143 im Original

Einordnung

  • Europadeutlich mehr EU

    Ein Initiativrecht, volle Mitentscheidung und transnationale Listen bauen die Institutionen der EU grundlegend zugunsten der europäischen Ebene um.

EU um neue Mitglieder erweitern

Die Grünen wollen die EU erweitern, damit die Nachbarländer stabiler werden und Wohlstand, Freiheit und Frieden in Europa gefestigt werden. Sie unterstützen den Beitritt der Westbalkanstaaten, der Ukraine, Moldaus und Georgiens, wenn die Kriterien erfüllt sind. Parallel soll die EU reformiert werden, damit sie handlungsfähiger wird.

Mehrere Länder wollen in die EU. Dazu gehören die Ukraine und Länder auf dem Balkan. Die Grünen unterstützen das. Die Länder müssen aber die Regeln der EU erfüllen.

Für Kandidatenländer mit echten demokratischen Reformen soll es sichtbare Zwischenschritte auf dem Weg zum Beitritt geben. Proeuropäische, demokratische Kräfte etwa in Georgien und Serbien sollen Unterstützung erhalten, ebenso Partner wie Armenien gegen Destabilisierung durch Russland. Eine demokratische Türkei hat nach dem Programm einen Platz in der EU; neue Beitrittsgespräche setzen aber einen Kurswechsel bei Demokratie, Rechtsstaat und Minderheitenschutz voraus. Nationale Alleingänge und häufige deutsche Enthaltungen in Brüssel lehnen die Grünen ab.

Originalzitat anzeigen (Seite 143)
„Wir unterstützen den Beitrittswunsch der Westbalkanstaaten, der Ukraine, Moldaus und der Georgier*innen, sofern alle Beitrittskandidaten die notwendigen Kriterien erfüllen.“
Seite 143 im Original

Einordnung

  • Europaeher mehr EU

    Die Erweiterung um mehrere Staaten mit Zwischenschritten treibt den laufenden Beitrittsprozess voran und vergrößert die Union.

  • Außenpolitikausgewogen

    Die Erweiterung wird geopolitisch begründet, setzt aber auf Beitrittsangebote und Reformen statt auf militärische Mittel.

EU-Verfassungskonvent und Föderale Europäische Republik anstreben

Die Grünen wollen einen Verfassungskonvent für die EU einberufen lassen, weil mehrere ihrer Reformvorschläge Vertragsänderungen brauchen. Als Fernziel nennt das Programm eine Föderale Europäische Republik mit eigener Verfassung. Einstimmige Beschlüsse sollen Mehrheitsentscheidungen weichen.

Die Grünen wollen die EU umbauen. Dafür soll es einen Verfassungs-Konvent geben. Das ist eine Versammlung, die neue Grundregeln für die EU schreibt. Am Ende soll die EU ein gemeinsamer Bundesstaat mit eigener Verfassung sein.

Auch in der gemeinsamen Außen- und Sicherheitspolitik sollen Mehrheitsentscheidungen gelten. Wo nicht alle Mitgliedstaaten Reformen mittragen, wollen die Grünen über die „Verstärkte Zusammenarbeit“ vorangehen, die allen Ländern offensteht. Besonders mit Frankreich und Polen will die Partei die EU voranbringen und verweist auf das Weimarer Dreieck. Für die nötigen Vertragsänderungen soll ein Verfassungskonvent einberufen werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 144)
„Deswegen wollen wir uns dafür einsetzen, einen Verfassungskonvent einzuberufen. Unsere Vision ist eine Föderale Europäische Republik mit eigener Verfassung.“
Seite 144 im Original

Einordnung

  • Europadeutlich mehr EU

    Mehrheitsentscheidungen in der Außenpolitik und ein europäischer Bundesstaat mit eigener Verfassung würden die EU grundlegend vertiefen.

EU-Haushalt vergrößern und neue Eigenmittel schaffen

Die Grünen wollen den EU-Finanzrahmen vergrößern und der EU neue eigene Einnahmen verschaffen. Das Geld soll stärker in Innovation, Infrastruktur und den klimaneutralen Umbau der Wirtschaft fließen. Gemeinsame europäische Anleihen haben sich aus Sicht des Programms bewährt.

Die Grünen wollen, dass die EU mehr Geld bekommt. Die EU soll auch neue eigene Einnahmen haben. Das Geld soll in neue Technik, Straßen und Netze und in Klimaschutz fließen. Gemeinsame Schulden der EU-Länder finden die Grünen dafür nützlich.

Der nächste EU-Finanzrahmen soll stärker auf Innovation und Zukunftsfähigkeit der Wirtschaft ausgerichtet werden. Gestärkt werden sollen Infrastruktur, Erasmus, Forschungskooperationen und eine gemeinsame Asylpolitik, dazu kommen verbindliche Ziele für Klima- und Naturschutz und eine soziale Säule. Einnahmen aus europäischen Instrumenten sollen überwiegend in den EU-Haushalt gehen. Setzen die USA die globale Besteuerung großer Digitalkonzerne nicht mehr um, wollen die Grünen eine Europäische Digitalkonzernsteuer. Der Zugang zu EU-Fördermitteln soll für Zivilgesellschaft und Unternehmen einfacher werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 144)
„Wir wollen die finanzielle Ausstattung der EU durch ein Anwachsen des EU-Finanzrahmens und neue Eigenmittel verbessern.“
Seite 144 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Mehr öffentliche Investitionen auf EU-Ebene und eine mögliche Digitalkonzernsteuer bedeuten mehr staatliche Mittel und Abgaben.

  • Europaeher mehr EU

    Ein größerer EU-Haushalt, neue Eigenmittel und die positive Haltung zu gemeinsamen Anleihen stärken die gemeinsamen Finanzen der EU schrittweise.

  • Klimaeher Klimaschutz zuerst

    EU-Gelder sollen stärker in den klimaneutralen Umbau fließen, verbunden mit verbindlichen Klimazielen.

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