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Grüne zur Landwirtschaft

Aus dem Programm „Zusammen wachsen“

Bundestagswahl 2025, 23. Februar 2025Original-PDF, 160 SeitenAnalyse vom 2. Oktober 2026

KIZusammenfassungen und Einordnungen auf dieser Seite hat eine KI erstellt. Ein Mensch prüft sie nicht einzeln. Wie sie entstehen

Einordnung beim Thema Landwirtschaft

Durchschnitt der Punkte auf dieser Seite. Die Einordnung erstellt eine KI.

Jede Achse misst ein Thema. Ein „links“ oder „rechts“ für alles gibt es hier nicht: Wirtschaft, Gesellschaft, Migration und Sicherheit stehen getrennt. Eingeordnet ist nur, was im Programm steht. So lesen Sie die Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat (-1,2), aus 5 Punkten

    Punkte je Stufe: 1 deutlich mehr Staat, 4 eher mehr Staat, 0 ausgewogen, 0 eher mehr Markt, 0 deutlich mehr Markt

  • Klimaeher Klimaschutz zuerst (-1), aus 1 Punkt

    Punkte je Stufe: 0 deutlich Klimaschutz zuerst, 1 eher Klimaschutz zuerst, 0 ausgewogen, 0 eher Wachstum zuerst, 0 deutlich Wachstum zuerst

Die kleinen Säulen unter den Balken zeigen, wie viele Punkte auf jeder der fünf Stufen liegen.

Gentechnikfreiheit sichern, Patente auf Leben verhindern

Die Grünen wollen sicherstellen, dass gentechnikfreie Landwirtschaft und Lebensmittelherstellung möglich bleiben. Dafür sollen Pflanzen, Tiere, Saatgut und Gene nicht patentierbar sein, und gentechnisch veränderte Produkte sollen geprüft und gekennzeichnet werden.

Viele Menschen wollen Essen ohne Gentechnik. Die Grünen wollen, dass das möglich bleibt. Niemand soll ein Patent auf Pflanzen, Tiere oder Gene bekommen. Essen mit Gentechnik soll ein Kennzeichen tragen.

Verlangt werden Risikoprüfungen nach dem Vorsorgeprinzip, Rückverfolgbarkeit und eine Pflicht zur Kennzeichnung von verändertem Saatgut und Lebensmitteln. Dieselben Regeln sollen für neue gentechnische Verfahren in der Landwirtschaft gelten. Deren Chancen, Risiken und Folgen sollen weiter erforscht werden. Beim Verbraucherschutz will die Partei außerdem versteckte Preiserhöhungen durch Mogelpackungen unterbinden.

Originalzitat anzeigen (Seite 31)
„Pflanzen, Tiere, Saatgut und Gene dürfen nicht patentiert werden.“
Seite 31 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Prüf- und Kennzeichnungspflichten sollen auch für neue gentechnische Verfahren gelten und Patente ausgeschlossen werden, was Regulierung gegen diskutierte Lockerungen bewahrt.

EU-Agrargelder an Gemeinwohlleistungen binden

Die Grünen wollen, dass die Mittel der Gemeinsamen Agrarpolitik der EU ab 2027 nach dem Grundsatz vergeben werden, dass öffentliches Geld für Leistungen an die Allgemeinheit fließt. Die Förderung soll zur finanziellen Grundlage für den Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen werden.

Bauern bekommen viel Geld von der EU. Die Grünen wollen diese Regeln ab 2027 ändern. Das Geld soll es für Leistungen geben, die allen nützen. Zum Beispiel für den Schutz von Natur und Umwelt.

Das Programm verweist auf die große finanzielle Unterstützung der Landwirtschaft, vor allem durch die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP). Bei der Reform ab 2027 soll diese Förderung den Schutz der natürlichen Grundlagen tragen. Zugleich wollen die Grünen Frauen, junge Landwirtinnen und Landwirte sowie Neueinsteiger stärker unterstützen. Als Ziel nennt das Programm krisenfeste Betriebe, die die Ernährung langfristig sichern.

Originalzitat anzeigen (Seite 57)
„Für die anstehende Neugestaltung ab 2027 gilt für uns: öffentliche Gelder für öffentliche Leistungen.“
Seite 57 im Original

Einordnung

  • Klimaeher Klimaschutz zuerst

    Die bestehende Agrarförderung soll stärker an Umwelt- und Klimaleistungen geknüpft werden, was den Schutz der natürlichen Grundlagen schrittweise höher gewichtet.

Kostendeckende Erzeugerpreise vorschreiben

Die Grünen wollen die Stellung der Landwirtinnen und Landwirte gegenüber Verarbeitern und Handel stärken. Dazu soll in der ganzen Lebensmittelkette gelten, dass zu Preisen eingekauft wird, die die Kosten decken, und Lieferverträge sollen schriftlich und verbindlich sein.

Bauern sollen für ihre Waren genug Geld bekommen. Die Grünen wollen dafür eine neue Regel. Käufer müssen Preise zahlen, die die Kosten der Bauern decken. Verträge müssen schriftlich sein.

Die Pflicht zu schriftlichen Verträgen soll im Agrarorganisationen- und Lieferkettengesetz stehen. Zusätzlich soll das Kartellamt den von wenigen Konzernen geprägten Lebensmittelhandel prüfen, um faire Erzeugerpreise und Wettbewerb zu sichern. Für Beschäftigte in Landwirtschaft und Fleischindustrie, besonders in der Saisonarbeit, verlangt das Programm besseren Arbeits-, Gesundheits- und Sozialversicherungsschutz. Betriebsdaten, die Agrarkonzerne erfassen, sollen in der Hand der Höfe bleiben.

Originalzitat anzeigen (Seite 57)
„Deswegen führen wir das Gebot des Kaufs zu kostendeckenden Preisen entlang der gesamten Lebensmittelkette ein“
Seite 57 im Original

Einordnung

  • Wirtschaftdeutlich mehr Staat

    Ein gesetzliches Gebot kostendeckender Preise in der gesamten Lebensmittelkette gibt es heute nicht; es wäre ein neuer staatlicher Eingriff in die Preisbildung.

Tierhaltung umbauen: weniger Tiere, bessere Haltung

Die Grünen wollen die Nutztierhaltung so umbauen, dass weniger Tiere unter besseren Bedingungen gehalten werden. Sie begründen das mit dem sinkenden Fleischkonsum und wollen den Stallumbau weiter fördern sowie die Haltungskennzeichnung ausweiten.

Die Menschen essen weniger Fleisch. Die Grünen wollen deshalb weniger Tiere in den Ställen. Diese Tiere sollen mehr Platz haben. Der Staat soll den Umbau der Ställe weiter bezahlen. Auf mehr Fleisch soll stehen, wie das Tier gelebt hat.

Industrielle Tierhaltung und billige Exporte hält das Programm für nicht dauerhaft tragfähig. Auch in der kommenden Wahlperiode soll genug Geld für den Umbau zu tiergerechteren Ställen bereitstehen, und zwar für alle Tierarten. Die bisher nur für Schweinefleisch geltende Haltungskennzeichnung soll auf weitere Tierarten und auf Restaurants und Kantinen ausgedehnt werden. Gefördert werden sollen zudem Weidehaltung auf artenreichem Grünland und robuste Rassen. Regionale Wertschöpfungsketten sollen gestärkt werden, und gegen den Aufkauf von Agrarland über Share Deals wollen die Grünen vorgehen.

Originalzitat anzeigen (Seite 58)
„Zukunftsfähig ist dagegen sowohl im Sinne der Unternehmen als auch der Tiere: weniger Tiere besser halten.“
Seite 58 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Staatliche Förderung des Stallumbaus und eine ausgeweitete Kennzeichnungspflicht bauen bestehende öffentliche Mittel und Vorgaben schrittweise aus.

Neue Einkommensquellen für Höfe erschließen

Die Grünen wollen landwirtschaftlichen Betrieben zusätzliche Einnahmen ermöglichen, etwa durch Solaranlagen auf Agrarflächen, Tourismus und pflanzliche Baustoffe. Außerdem sollen Betriebe beim Einstieg in Märkte für alternative und pflanzliche Proteine Hilfe bekommen.

Bauern sollen auf neuen Wegen Geld verdienen können. Zum Beispiel mit Solar-Anlagen auf dem Feld. Oder mit Urlaub auf dem Hof. Auch Pflanzen als Bau-Material sollen helfen. Die Grünen wollen auch neue Lebensmittel aus Pflanzen fördern.

Anbau, Verarbeitung und Handel von Industriehanf sollen rechtssicher straffrei sein. Weiterlaufen sollen das Chancenprogramm Höfe sowie das Kompetenzzentrum „Proteine der Zukunft“. Die Forschungsförderung soll wachsen, und neuartige Lebensmittel aus Fermentation oder Zellkultur sollen zügige und verlässliche Zulassungsverfahren bekommen. Auch die Wiedervernässung von Mooren soll sich für Betriebe wirtschaftlich lohnen, mit einfacheren und schnelleren Genehmigungen für den Umstieg auf nasse Bewirtschaftung.

Originalzitat anzeigen (Seite 58)
„Zusätzliche Verdienstmöglichkeiten für die Landwirt*innen treiben wir etwa durch den Ausbau von Agri-Photovoltaik, Agri-Tourismus sowie die Stärkung von pflanzlichen Rohstoffen als Baustoffe wie zum Beispiel Schilf oder Hanf voran.“
Seite 58 im Original

Einordnung

Dieser Punkt berührt keine der Achsen.

Pestizide und Dünger verringern, Pestizidabgabe einführen

Die Grünen wollen den Einsatz von Pestiziden und Düngemitteln senken. Dazu sehen sie eine Nährstoffbilanz, die Umsetzung der Farm-to-Fork-Strategie der EU und eine Abgabe auf Pestizide vor, deren Einnahmen umweltschonenden Pflanzenschutz fördern können.

Bauern sollen weniger Gift gegen Schädlinge und weniger Dünger benutzen. Die Grünen wollen eine Abgabe auf Pestizide. Pestizide sind Mittel gegen Schädlinge und Unkraut. Das Geld soll schonenden Methoden helfen. Auch Bienen sollen besser geschützt sein.

Mit der Farm-to-Fork-Strategie der EU kann der Pestizideinsatz nach Darstellung des Programms bis 2030 EU-weit um die Hälfte sinken. Umwelt- und Artenschutzleistungen der Betriebe sollen so bezahlt werden, dass sie zum Einkommen beitragen. Vorgesehen sind Rückzugsräume für die Natur wie Brachen, Feuchtgebiete und Hecken sowie mehr Agroforstsysteme, bei denen Bäume und Ackerbau kombiniert werden. Robuste Sorten, die weniger Pestizide und Mineraldünger brauchen, sollen gefördert werden. Ein neues Bodenschutzgesetz soll geschädigten Böden vorbeugen.

Originalzitat anzeigen (Seite 59)
„Und wir setzen auf marktwirtschaftliche Lösungen wie eine Pestizidabgabe, die wirksam und unbürokratisch ist“
Seite 59 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Eine neue Abgabe auf Pestizide und zusätzliche Vorgaben für den Düngereinsatz erweitern staatliche Lenkung in der Landwirtschaft.

Ökolandbau auf 30 Prozent bis 2030 ausbauen

Die Grünen nennen die ökologische Land- und Lebensmittelwirtschaft als ihr Leitbild und halten am Ziel von 30 Prozent Ökolandbau bis 2030 fest. Dafür wollen sie die Biostrategie 2030 umsetzen und das nötige Geld bereitstellen.

Die Grünen wollen mehr Bio-Landwirtschaft. Bis 2030 soll fast ein Drittel der Landwirtschaft Bio sein. Dafür soll der Staat genug Geld geben. Junge Bauern sollen leichter einsteigen können.

Naturschonende Erzeugung soll nach dem Programm gegenüber Produktionsweisen mit starken Umweltfolgen im Vorteil sein. Jungen Landwirtinnen und Landwirten soll der Einstieg leichter fallen, und Innovation sowie Vermarktung der Biobetriebe sollen gefördert werden. Die Forschung zum ökologischen Landbau soll deutlich wachsen. Im Planungsrecht sollen zudem Vorrangflächen für den Anbau von Nahrungsmitteln entstehen, und alternative Antriebe und Treibstoffe sollen fossile Brennstoffe in der Landwirtschaft ersetzen.

Originalzitat anzeigen (Seite 59)
„Um das Ziel 30 Prozent Ökolandbau bis 2030 zu erreichen, setzen wir die Biostrategie 2030 konsequent um und stellen die notwendigen Mittel dafür bereit.“
Seite 59 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Das bestehende Ausbauziel soll mit zusätzlichen öffentlichen Mitteln und Forschungsförderung verfolgt werden, was staatliche Förderung schrittweise ausweitet.

Was sagen die anderen Parteien zur Landwirtschaft?

Alle Programme im Bund im Vergleich