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parteiprogramm

Grüne zur Familie

Aus dem Programm „Zusammen wachsen“

Bundestagswahl 2025, 23. Februar 2025Original-PDF, 160 SeitenAnalyse vom 2. Oktober 2026

KIZusammenfassungen und Einordnungen auf dieser Seite hat eine KI erstellt. Ein Mensch prüft sie nicht einzeln. Wie sie entstehen

Einordnung beim Thema Familie

Durchschnitt der Punkte auf dieser Seite. Die Einordnung erstellt eine KI.

Jede Achse misst ein Thema. Ein „links“ oder „rechts“ für alles gibt es hier nicht: Wirtschaft, Gesellschaft, Migration und Sicherheit stehen getrennt. Eingeordnet ist nur, was im Programm steht. So lesen Sie die Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat (-1,2), aus 8 Punkten

    Punkte je Stufe: 2 deutlich mehr Staat, 6 eher mehr Staat, 0 ausgewogen, 0 eher mehr Markt, 0 deutlich mehr Markt

  • Gesellschafteher progressiv (-1,2), aus 6 Punkten

    Punkte je Stufe: 1 deutlich progressiv, 5 eher progressiv, 0 ausgewogen, 0 eher konservativ, 0 deutlich konservativ

  • Europaeher mehr EU (-1), aus 1 Punkt

    Punkte je Stufe: 0 deutlich mehr EU, 1 eher mehr EU, 0 ausgewogen, 0 eher weniger EU, 0 deutlich weniger EU

Die kleinen Säulen unter den Balken zeigen, wie viele Punkte auf jeder der fünf Stufen liegen.

Kitas ausbauen und bundesweite Standards festschreiben

Die Grünen wollen bundesweite Qualitätsstandards für Kitas und Kindertagespflege gesetzlich verankern und die Bundesmittel dafür dauerhaft erhöhen. Ein Maßnahmenpaket soll mehr Fachkräfte gewinnen, und Kitagebühren sollen sich am Einkommen orientieren.

Die Grünen wollen mehr Geld für Kitas ausgeben. Für alle Kitas im Land sollen gleiche Regeln zur Qualität gelten. Es soll mehr Erzieherinnen und Erzieher geben. Die Kita-Gebühren sollen vom Einkommen abhängen. Firmen sollen leichter eigene Kita-Plätze schaffen können.

Für die Fachkräftesicherung nennt das Programm Ausbildungen ohne Schulgeld und mit Vergütung, eine schnellere Anerkennung ausländischer Abschlüsse sowie flexiblere Weiterbildung und Umschulung. Der Bund gibt derzeit über das Kita-Qualitätsgesetz rund 2 Milliarden Euro im Jahr; dieser Betrag soll steigen und dauerhaft fließen. Kitas mit vielen sozial benachteiligten Kindern sollen besonders unterstützt werden. Einkommensabhängige Gebühren sollen zum Standard werden. Unternehmen, die allein oder gemeinsam Kitaplätze schaffen, sollen steuerliche Anreize bekommen, und die Mitbestimmung von Kindern soll gestärkt werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 75)
„indem wir bundesweite Qualitätsstandards im Kitabereich und in der Kindertagespflege gesetzlich festschreiben und im Bund die Investitionen in frühkindliche Bildung erhöhen und verstetigen“
Seite 75 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Dauerhaft höhere Bundesausgaben, gesetzliche Standards und einkommensabhängige Gebühren bauen die öffentliche Leistung aus.

Kindergeld an den Kinderfreibetrag koppeln

Die Grünen wollen das Kindergeld per Gesetz immer dann anheben, wenn der Kinderfreibetrag steigt. Später soll die Entlastung über beide Wege gleich hoch sein, damit jedes Kind unabhängig vom Einkommen der Eltern gleich viel Unterstützung bekommt.

Familien bekommen Kinder-Geld oder sparen Steuern durch den Kinder-Freibetrag. Eltern mit hohem Einkommen sparen dadurch mehr. Die Grünen wollen das ändern. Steigt der Freibetrag, soll auch das Kinder-Geld steigen. Später sollen alle Kinder gleich viel bekommen.

Das Programm nennt Kindergeld und Kinderfreibetrag die Grundlage der Familienförderung. Beide entlasten Familien bisher unterschiedlich stark. Im ersten Schritt soll eine gesetzliche Kopplung dafür sorgen, dass das Kindergeld mit jeder Anhebung des Freibetrags mitwächst. Auf längere Sicht will die Partei die Entlastung über beide Instrumente angleichen.

Originalzitat anzeigen (Seite 81)
„wollen wir zunächst die Höhe des Kindergeldes gesetzlich an die regelmäßige Erhöhung des Kinderfreibetrages koppeln“
Seite 81 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Das Kindergeld soll mit dem Freibetrag steigen und die Entlastung später angeglichen werden, was stärker zugunsten kleiner und mittlerer Einkommen umverteilt.

Verhütungsmittel kostenfrei zugänglich machen

Die Grünen wollen, dass Menschen mit staatlichen Transferleistungen oder geringem Verdienst ärztlich verordnete Verhütungsmittel ohne Kosten und ohne großen Aufwand bekommen. Auf längere Sicht soll das für alle gelten. Das Programm bezeichnet Familienplanung als Menschenrecht.

Verhütungs-Mittel kosten Geld. Die Grünen wollen: Menschen mit wenig Geld sollen sie kostenlos bekommen. Das gilt für Mittel, die ein Arzt verschreibt. Später sollen alle Menschen sie kostenlos bekommen.

Die Partei begründet das Vorhaben damit, dass Frauen und Männer frei über Zeitpunkt und Zahl ihrer Kinder entscheiden können sollen. Zuerst sollen Beziehende von Transferleistungen und Geringverdienende einen unbürokratischen Zugang erhalten. Später soll der kostenlose Zugang auf die gesamte Bevölkerung ausgeweitet werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 82)
„Perspektivisch soll der kostenfreie und leichte Zugang zu Verhütungsmitteln für alle gelten.“
Seite 82 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Die Kosten für Verhütungsmittel sollen zunächst für Menschen mit wenig Geld übernommen werden, was öffentliche Leistungen ausweitet.

  • Gesellschafteher progressiv

    Der kostenlose Zugang zu Verhütung soll die reproduktive Selbstbestimmung gegenüber heute schrittweise stärken.

Elterngeld erhöhen, Elternzeit partnerschaftlicher aufteilen

Die Grünen wollen das Elterngeld anheben: mindestens 500 und höchstens 2.400 Euro. Die Elternzeit soll so geregelt werden, dass jeder Elternteil mindestens ein Drittel davon nutzen kann. Das soll eine gleichmäßigere Aufteilung der Familienarbeit fördern.

Eltern bekommen nach der Geburt Eltern-Geld. Die Grünen wollen es erhöhen. Es soll mindestens 500 Euro betragen. Es soll höchstens 2.400 Euro betragen. Beide Eltern sollen sich die Eltern-Zeit gerechter teilen.

Nach Darstellung des Programms sind Mindest- und Höchstbetrag seit 2007 gleich geblieben. Für kleine Einkommen soll zudem ein höherer Anteil des Lohns ersetzt werden. Auch Pflegeeltern sollen Elterngeld bekommen. Die Partei argumentiert, dass Mütter früher und mit mehr Stunden in den Beruf zurückkehren, wenn Väter sich Zeit für die Kinder nehmen; das sichere Fachkräfte und gebe Frauen finanzielle Unabhängigkeit.

Originalzitat anzeigen (Seite 82)
„Den Mindest- und Höchstbetrag, der seit der Einführung des Elterngeldes im Jahr 2007 unverändert ist, wollen wir auf 500 bzw. 2.400 Euro erhöhen.“
Seite 82 im Original

Einordnung

  • Wirtschaftdeutlich mehr Staat

    Mindest- und Höchstbetrag des Elterngeldes sollen jeweils um mehr als ein Viertel steigen, was die Sozialleistung deutlich ausweitet.

  • Gesellschafteher progressiv

    Die Elternzeit soll Anreize für eine gleichmäßigere Aufteilung zwischen Müttern und Vätern setzen, was die Gleichstellung schrittweise fördert.

Familienstartzeit einführen, Mutterschutz und Kinderkrankengeld ausbauen

Die Grünen wollen eine bezahlte Freistellung von zwei Wochen nach der Geburt für Väter und Co-Mütter einführen. Dazu kommen ein gestaffelter Mutterschutz nach Fehlgeburten, Mutterschaftsgeld für Selbstständige und ein dauerhaft höherer Anspruch auf Kinderkrankengeld.

Nach einer Geburt sollen Väter und Co-Mütter zwei Wochen frei bekommen. Sie bekommen in dieser Zeit Geld als Ersatz für den Lohn. Auch selbstständige Frauen sollen Geld rund um die Geburt bekommen. Eltern sollen länger zu Hause bleiben können, wenn ihr Kind krank ist.

Die Familienstartzeit soll den EU-Regeln folgen, auch Alleinerziehenden offenstehen und mit wenig Bürokratie verbunden sein. Frauen mit einer Fehlgeburt sollen auf Wunsch einen gestaffelten Mutterschutz nutzen können. Selbstständige sollen in die Umlage einzahlen, aus der das Mutterschaftsgeld bezahlt wird, und dafür abgesichert sein. Kinderkrankengeld soll es über 2025 hinaus an 15 Tagen je Elternteil und an 30 Tagen für Alleinerziehende geben, bis zum Alter von 14 Jahren. Eltern sollen stärker vor Benachteiligung im Beruf geschützt werden, etwa über das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz.

Originalzitat anzeigen (Seite 82)
„Vätern und Co-Müttern die Möglichkeit geben, sich die ersten zwei Wochen nach der Geburt eines Kindes mit einer Lohnersatzleistung von der Arbeit freizustellen“
Seite 82 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Eine neue Lohnersatzleistung, Mutterschaftsgeld für Selbstständige und mehr Kinderkrankengeld bauen die soziale Absicherung von Familien aus.

  • Gesellschafteher progressiv

    Die Freistellung gilt auch für Co-Mütter und soll den gemeinsamen Start beider Elternteile fördern, was vielfältige Familienformen und Gleichstellung stärkt.

  • Europaeher mehr EU

    Die Freistellung soll sich an den Vorgaben der EU orientieren und setzt damit europäische Regeln in Deutschland um.

Alleinerziehende entlasten, Verantwortungsgemeinschaft einführen

Die Grünen wollen das Armutsrisiko von Alleinerziehenden senken, unter anderem mit einer Steuergutschrift und einem höheren Unterhaltsvorschuss. Außerdem soll eine Verantwortungsgemeinschaft Menschen erlauben, auch ohne Ehe rechtlich verbindlich füreinander einzustehen.

Viele Alleinerziehende haben wenig Geld. Die Grünen wollen ihnen bei der Steuer helfen. Sie sollen auch mehr Unterhalts-Vorschuss bekommen. Menschen ohne Ehe sollen rechtlich füreinander sorgen können. Das heißt Verantwortungs-Gemeinschaft.

Der steuerliche Freibetrag für Alleinerziehende soll in eine Gutschrift umgewandelt werden, die nach Darstellung des Programms vor allem kleinen und mittleren Einkommen nützt. Beim Unterhaltsvorschuss soll das Kindergeld nur noch halb angerechnet werden. Junge Alleinerziehende mit kleinen Kindern sollen Ansprüche auf Beratung und Qualifizierung erhalten. Lebt ein Kind nach einer Trennung bei beiden Eltern, sollen die Mehrkosten im Steuer- und Sozialrecht zählen. Ein bestimmtes Betreuungsmodell als gesetzlichen Regelfall lehnt die Partei ab; maßgeblich sollen Einzelfall und Kindeswohl sein.

Originalzitat anzeigen (Seite 83)
„Dafür bauen wir den bestehenden Freibetrag für Alleinerziehende zu einer Steuergutschrift aus, wovon besonders kleine und mittlere Einkommen profitieren.“
Seite 83 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Steuergutschrift und höherer Unterhaltsvorschuss verschieben Entlastung und Leistungen zugunsten von Alleinerziehenden mit geringerem Einkommen.

  • Gesellschafteher progressiv

    Mit der Verantwortungsgemeinschaft soll eine rechtliche Form des Füreinander-Einstehens neben der Ehe entstehen, was neue Lebensformen anerkennt.

Kindergrundsicherung einführen

Die Grünen wollen so schnell wie möglich eine Kindergrundsicherung schaffen. Anträge sollen einfacher und zunehmend automatisch laufen, damit Leistungen bei allen berechtigten Kindern ankommen. Der Staat soll Familien von sich aus über ihre Ansprüche informieren.

Viele Familien holen sich Geld nicht ab, das ihnen zusteht. Die Grünen wollen deshalb eine Kinder-Grundsicherung einführen. Anträge sollen einfacher werden. Der Staat soll Eltern von selbst sagen, welches Geld ihr Kind bekommt.

Leistungen wie der Kinderzuschlag und das Bildungs- und Teilhabepaket sollen einfacher und digitaler werden; Schulen, Sportvereine oder Musikschulen sollen sie leichter direkt abrufen können. Ein Kindergrundsicherungs-Check soll ab der Geburt prüfen, wie viel einem Kind zusteht, und die Familie benachrichtigen. Das Existenzminimum für Kinder soll neu und armutsfest berechnet werden. Alleinerziehende sollen bei der Anrechnung von Unterhalt und Einkommen entlastet werden. Der Nationale Aktionsplan für benachteiligte Kinder soll Geld erhalten, und mit Ländern und Kommunen will die Partei Chancen bei Mobilität, Lehrmitteln und Wohnkosten verbessern.

Originalzitat anzeigen (Seite 83)
„Deshalb wollen wir schnellstmöglich eine Kindergrundsicherung einführen.“
Seite 83 im Original

Einordnung

  • Wirtschaftdeutlich mehr Staat

    Die Leistungen für Kinder sollen in einem neuen System gebündelt und das Existenzminimum neu berechnet werden, was den Sozialstaat grundlegend umbaut und ausweitet.

Jugendarbeit und psychische Gesundheit junger Menschen stärken

Die Grünen wollen Kommunen zehn Jahre lang mit einem Sonderprogramm beim Aufbau von Kinder- und Jugendarbeit helfen. Zudem sollen Angebote für die psychische Gesundheit junger Menschen an Schulen ausgebaut werden.

Viele Treffpunkte für Kinder und Jugendliche gibt es nicht mehr. Die Grünen wollen Städten und Gemeinden zehn Jahre lang Geld dafür geben. An Schulen soll es mehr Hilfe bei seelischen Problemen geben. Beratungs-Stellen sollen genug Geld bekommen.

Das Geld für den Kinder- und Jugendplan und für die Frühen Hilfen soll steigen und laufend an den Bedarf angepasst werden. Feministische Mädchen- und Jungenarbeit sowie queersensible Angebote sollen besonders gefördert werden, ebenso Jugendverbände, die für Demokratie und gegen Antisemitismus und Rassismus arbeiten. Die Mental Health Coaches sollen ausgebaut werden, vor allem an Schulen mit hohem Bedarf wie den Startchancenschulen. Beratungsangebote wie die Nummer gegen Kummer sollen ausreichend finanziert werden. Die inklusive Kinder- und Jugendhilfe soll allen Kindern mit und ohne Behinderung eine zentrale Anlaufstelle bieten.

Originalzitat anzeigen (Seite 84)
„Mit einem Sonderprogramm wollen wir über zehn Jahre Kommunen dabei unterstützen, Strukturen für Kinder- und Jugendarbeit aufzubauen und zu stärken.“
Seite 84 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Ein zehnjähriges Sonderprogramm und höhere Fördermittel weiten die öffentlichen Ausgaben für Jugendarbeit und Beratung aus.

  • Gesellschafteher progressiv

    Feministische und queersensible Angebote sollen besonders gefördert werden, was Vielfalt und Gleichstellung in der Jugendarbeit stärkt.

Abstammungsrecht für Regenbogenfamilien reformieren

Die Grünen wollen das Familienrecht ändern, damit Regenbogenfamilien im Abstammungsrecht nicht mehr benachteiligt werden. Familie ist nach dem Verständnis der Partei dort, wo Menschen Verantwortung füreinander tragen.

Die Grünen wollen das Familien-Recht ändern. Zwei Mütter sollen gleich behandelt werden wie Mutter und Vater. Auch Familien mit mehr als zwei Eltern sollen mehr Rechte bekommen. Menschen sollen auch ohne Ehe füreinander sorgen können. Das soll rechtlich gelten.

Die Reform soll vor allem lesbische Mütter und ihre Kinder gleichstellen. Auch trans, inter und nicht binäre Menschen sollen als Eltern berücksichtigt werden. Familien mit mehr als zwei Eltern sollen rechtlich besser gestellt werden. Außerdem soll es möglich werden, außerhalb der Ehe rechtlich verbindlich Verantwortung füreinander zu übernehmen.

Originalzitat anzeigen (Seite 122)
„beenden schnellstmöglich die Diskriminierung von Regenbogenfamilien, insbesondere von lesbischen Müttern und ihren Kindern, im Abstammungsrecht“
Seite 122 im Original

Einordnung

  • Gesellschaftdeutlich progressiv

    Das Abstammungsrecht soll für neue Familienformen geöffnet und eine rechtliche Verantwortungsgemeinschaft neben der Ehe geschaffen werden, was es heute nicht gibt.

Was sagen die anderen Parteien zur Familie?

Alle Programme im Bund im Vergleich