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parteiprogramm

FDP zu Arbeit und Sozialem

Aus dem Programm „Alles lässt sich ändern“

Bundestagswahl 2025, 23. Februar 2025Original-PDF, 52 SeitenAnalyse vom 2. Oktober 2026

KIZusammenfassungen und Einordnungen auf dieser Seite hat eine KI erstellt. Ein Mensch prüft sie nicht einzeln. Wie sie entstehen

Einordnung beim Thema Arbeit und Soziales

Durchschnitt der Punkte auf dieser Seite. Die Einordnung erstellt eine KI.

Jede Achse misst ein Thema. Ein „links“ oder „rechts“ für alles gibt es hier nicht: Wirtschaft, Gesellschaft, Migration und Sicherheit stehen getrennt. Eingeordnet ist nur, was im Programm steht. So lesen Sie die Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Markt (+1,1), aus 7 Punkten

    Punkte je Stufe: 0 deutlich mehr Staat, 0 eher mehr Staat, 0 ausgewogen, 6 eher mehr Markt, 1 deutlich mehr Markt

  • Bürgerrechte und Sicherheiteher Sicherheit und Ordnung zuerst (+1), aus 1 Punkt

    Punkte je Stufe: 0 deutlich Bürgerrechte zuerst, 0 eher Bürgerrechte zuerst, 0 ausgewogen, 1 eher Sicherheit und Ordnung zuerst, 0 deutlich Sicherheit und Ordnung zuerst

Die kleinen Säulen unter den Balken zeigen, wie viele Punkte auf jeder der fünf Stufen liegen.

Arbeitszeit flexibilisieren, Arbeitsrecht entschlacken

Die FDP will die tägliche Höchstarbeitszeit durch eine wöchentliche ersetzen und das Arbeitsrecht vereinfachen. Eine gesetzliche Vier-Tage-Woche bei vollem Lohn und politische Eingriffe in die Mindestlohnkommission lehnt sie ab.

Heute gibt es eine Grenze für die Arbeits-Zeit pro Tag. Die FDP will stattdessen eine Grenze pro Woche. So sollen Menschen ihre Arbeit freier einteilen. Ein Gesetz für eine Vier-Tage-Woche lehnt die FDP ab.

Öffnungsklauseln bei den Ruhezeiten sollen genutzt werden. Dokumentationspflichten beim Mindestlohn sollen einfacher werden, digitale Arbeitsverträge überall möglich sein. Die elektronische Krankschreibung soll die Krankenkasse direkt an den Arbeitgeber weiterleiten; die Sonderregeln zur telefonischen Krankschreibung aus der Corona-Zeit sollen enden. Entsendungen innerhalb der EU, etwa die A1-Bescheinigung, sollen einfacher und digitaler werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 18)
„Wir Freie Demokraten wollen das deutsche Arbeitszeitgesetz reformieren, indem wir mit einer wöchentlichen statt einer täglichen Höchstarbeitszeit neue und flexible Arbeitszeitmodelle ermöglichen.“
Seite 18 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Markt

    Die Lockerung der Arbeitszeitvorgaben und weniger Dokumentationspflichten verringern die Regulierung des Arbeitsmarkts.

Selbstständige entlasten und Statusverfahren reformieren

Die FDP will Selbstständige gegenüber Angestellten gleichstellen und das Verfahren reformieren, das klärt, ob jemand selbstständig oder abhängig beschäftigt ist. Bei der Altersvorsorge sollen Selbstständige frei wählen können.

Die FDP will Selbstständige fairer behandeln. Ihre Beiträge zur Kranken-Kasse sollen sich nach dem echten Einkommen richten. Es soll klare Regeln geben, wer selbstständig ist. Selbstständige sollen ihre Alters-Vorsorge frei wählen.

Die Beiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung sollen sich an den tatsächlichen Einnahmen ausrichten. Für die Statusfeststellung soll das Gesetz eindeutige Kriterien nennen. Stellt sich eine Tätigkeit nachträglich als abhängige Beschäftigung heraus, sollen Beiträge nicht rückwirkend fällig werden, sofern kein Vorsatz und keine grobe Fahrlässigkeit vorlag. Die geförderte private Altersvorsorge soll allen Erwerbstätigen offenstehen.

Originalzitat anzeigen (Seite 19)
„Zudem fordern wir eine Reform des Statusfeststellungsverfahrens. Klare gesetzliche Positivkriterien müssen Rechtssicherheit gewährleisten.“
Seite 19 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Markt

    Wahlfreiheit statt Vorgaben bei der Altersvorsorge und der Verzicht auf rückwirkende Beiträge stärken Eigenverantwortung und senken Abgabenrisiken.

Streikrecht in kritischen Bereichen einschränken

Die FDP will für Streiks in kritischen Bereichen neue Regeln einführen. Dort drohe aus ihrer Sicht ein übermäßig großer Schaden für die Gesellschaft, der die Verhandlungsmacht der Tarifparteien verzerre.

Die FDP will neue Regeln für Streiks. Das gilt für wichtige Bereiche wie Bahn, Kliniken und Kitas. Streiks muss man dort früh ankündigen. Ein Not-Betrieb muss weiterlaufen.

Als kritische Bereiche nennt das Programm Transport, Gesundheits- und Sozialversorgung, Kitas, Energie, Brand- und Zivilschutz sowie Abfallentsorgung. Dort sollen die Tarifparteien schon zu Verhandlungsbeginn eine Schlichtung verbindlich vereinbaren. Hinzu kommen Mindestfristen für die Ankündigung und ein gesicherter Notbetrieb. Die FDP bezeichnet das Streikrecht zugleich als wichtiges Grundrecht.

Originalzitat anzeigen (Seite 19)
„braucht es jedoch eine verpflichtende Schlichtungsvereinbarung zu Beginn von Tarifverhandlungen sowie Mindestankündigungsfristen sowie die Sicherstellung eines Notbetriebs“
Seite 19 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Markt

    Neue Auflagen für Streiks in wichtigen Branchen schwächen die Position der Gewerkschaften gegenüber den Arbeitgebern.

  • Bürgerrechte und Sicherheiteher Sicherheit und Ordnung zuerst

    Die Ausübung eines Grundrechts wird in bestimmten Bereichen an neue gesetzliche Pflichten gebunden, um die Versorgung zu sichern.

Bürgergeld umbauen und Regelsatz senken

Die FDP will das Bürgergeld grundlegend umbauen und stärker auf die Aufnahme von Arbeit ausrichten. Arbeitslose sollen ihre Bemühungen selbst nachweisen müssen, Sanktionen sollen schärfer und der Regelsatz niedriger werden. Das Programm begründet das mit Arbeitsanreizen und Fairness gegenüber Steuerzahlern.

Die FDP will das Bürgergeld stark ändern. Arbeitslose sollen beweisen, dass sie Arbeit suchen. Wer sich nicht bemüht, bekommt Schritt für Schritt weniger Geld. Der Regel-Satz soll sinken. Arbeit soll sich mehr lohnen als Sozial-Leistungen.

In den ersten zwölf Monaten soll eine Intensivphase mit besonders häufigem Kontakt zum Jobcenter gelten. Längere Pendelwege und Umzüge sollen für Menschen ohne Kinder und ohne zu pflegende Angehörige zumutbar sein. Für Personen, die das Programm als Totalverweigerer bezeichnet, soll es Arbeitsgelegenheiten geben. Die Besitzstandsregelung soll fallen, damit der Regelsatz sinken kann, der laut FDP 2025 über dem Bedarf liegt. Jobcenter sollen Autobesitz, Konten und Auslandsvermögen besser prüfen können und härter gegen Schwarzarbeit bei Leistungsbezug vorgehen.

Originalzitat anzeigen (Seite 19)
„Hierzu wollen wir erwerbsfähige Arbeitslose zu einer aktiven Bringschuld und Eigeninitiative inklusive Beweislast verpflichten.“
Seite 19 im Original

Einordnung

  • Wirtschaftdeutlich mehr Markt

    Die Grundsicherung soll umgebaut werden: Beweislast bei den Beziehern, schärfere Kürzungen und ein niedrigerer Regelsatz verringern die Sozialleistung grundlegend.

Sozialleistungen zu einer Leistung bündeln

Die FDP will steuerfinanzierte Sozialleistungen wie Bürgergeld und Wohngeld zu einer einzigen Leistung bei einer Behörde zusammenführen. Steuer- und Sozialsystem sollen im Sinne einer negativen Einkommensteuer aufeinander abgestimmt werden, damit sich Mehrarbeit lohnt.

Heute gibt es viele verschiedene Sozial-Leistungen. Die FDP will daraus eine einzige Leistung machen. Ein Amt soll dafür zuständig sein. Wer mehr arbeitet, soll auch mehr Geld behalten.

Die Hinzuverdienstregeln in Grundsicherung und Wohngeld sollen so geändert werden, dass sich nicht die Kombination aus Bürgergeld und Minijob, sondern das schrittweise Herausarbeiten aus dem Leistungsbezug auszahlt. Für die Unterkunft soll die gebündelte Leistung eine regionale Pauschale enthalten statt der aufwendigen Einzelfallprüfung von Miete und Heizung. Die FDP erwartet davon weniger Verwaltungsaufwand und weniger Fehlanreize.

Originalzitat anzeigen (Seite 20)
„indem wir die steuerfinanzierten Sozialleistungen – wie das Bürgergeld und das Wohngeld – in einer Leistung und an einer staatlichen Stelle zusammenfassen“
Seite 20 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Markt

    Pauschalen statt Einzelfallprüfung und ein auf Arbeitsanreize ausgerichtetes Modell der negativen Einkommensteuer betonen Eigenverantwortung und einen schlankeren Sozialstaat.

Wahltarif in der Arbeitslosenversicherung einführen

Die FDP will Beschäftigten erlauben, niedrigere Beiträge zur Arbeitslosenversicherung zu zahlen und dafür weniger Arbeitslosengeld zu erhalten. Sie begründet das mit dem sinkenden Risiko langer Arbeitslosigkeit bei Fachkräftemangel und mit mehr Eigenverantwortung.

Beschäftigte zahlen Beiträge für die Arbeitslosen-Versicherung. Die FDP will eine Wahl erlauben. Wer weniger einzahlt, bekommt später weniger Arbeitslosen-Geld. Dafür bleibt mehr Geld vom Lohn übrig.

Der durch die Wahl eingesparte Anteil des Arbeitgebers soll den Beschäftigten netto ausgezahlt werden. Die Option soll nicht dazu führen dürfen, dass Versicherte dadurch auf staatliche Transferleistungen angewiesen wären.

Originalzitat anzeigen (Seite 20)
„Deshalb wollen wir die Möglichkeit schaffen, sich für geringere Beitragszahlungen und in der Folge einen geringeren Anspruch auf Arbeitslosengeld zu entscheiden.“
Seite 20 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Markt

    Eine freiwillige Absenkung von Beitrag und Leistung verlagert Absicherung von der Sozialversicherung auf die Eigenverantwortung.

Sozialabgaben bei 40 Prozent begrenzen

Die FDP will verhindern, dass die Sozialabgaben dauerhaft über 40 Prozent hinaus wachsen. Künftige Regierungen sollen zu Gegenmaßnahmen verpflichtet werden. Hohe Abgaben belasten aus Sicht der Partei Beschäftigte und Betriebe und bremsen neue Jobs.

Die FDP will die Sozial-Abgaben begrenzen. Sozial-Abgaben sind Beiträge für Rente, Krankheit und Pflege. Sie sollen nicht immer weiter über 40 Prozent steigen. Die Regierung soll dann handeln müssen.

Das Programm begründet die Forderung mit dem demografischen Wandel, der die Sozialkassen unter Druck setze. Steigende Beiträge seien keine Lösung, weil sie Arbeit weniger attraktiv machten und jungen Menschen Spielraum für eigene Vorsorge nähmen. Kommende Bundesregierungen sollen auf konkrete Schritte festgelegt werden. Zusätzlich fordert die FDP deutlich mehr Kapitaldeckung in der Renten- und in der Pflegeversicherung.

Originalzitat anzeigen (Seite 21)
„Wir Freie Demokraten wollen ausschließen, dass die Sozialabgaben über das Niveau von 40 Prozent immer weiter steigen.“
Seite 21 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Markt

    Eine verbindliche Obergrenze für Sozialbeiträge begrenzt die Abgabenlast und setzt auf Kapitaldeckung statt höherer Beiträge.

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