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parteiprogramm

SPD zur Wirtschaft

Aus dem Programm „Mehr für Dich. Besser für Deutschland.“

Bundestagswahl 2025, 23. Februar 2025Original-PDF, 68 SeitenAnalyse vom 2. Oktober 2026

KIZusammenfassungen und Einordnungen auf dieser Seite hat eine KI erstellt. Ein Mensch prüft sie nicht einzeln. Wie sie entstehen

Einordnung beim Thema Wirtschaft

Durchschnitt der Punkte auf dieser Seite. Die Einordnung erstellt eine KI.

Jede Achse misst ein Thema. Ein „links“ oder „rechts“ für alles gibt es hier nicht: Wirtschaft, Gesellschaft, Migration und Sicherheit stehen getrennt. Eingeordnet ist nur, was im Programm steht. So lesen Sie die Einordnung

  • Wirtschaftausgewogen (-0,2), aus 6 Punkten

    Punkte je Stufe: 1 deutlich mehr Staat, 2 eher mehr Staat, 0 ausgewogen, 3 eher mehr Markt, 0 deutlich mehr Markt

  • Europaeher mehr EU (-1), aus 3 Punkten

    Punkte je Stufe: 0 deutlich mehr EU, 3 eher mehr EU, 0 ausgewogen, 0 eher weniger EU, 0 deutlich weniger EU

  • Klimaeher Wachstum zuerst (+0,5), aus 2 Punkten

    Punkte je Stufe: 0 deutlich Klimaschutz zuerst, 0 eher Klimaschutz zuerst, 1 ausgewogen, 1 eher Wachstum zuerst, 0 deutlich Wachstum zuerst

Die kleinen Säulen unter den Balken zeigen, wie viele Punkte auf jeder der fünf Stufen liegen.

Strafzahlungen bei CO2-Flottengrenzwerten vermeiden

Die SPD will erreichen, dass deutsche Autohersteller derzeit keine Strafen wegen der CO2-Flottengrenzwerte der EU zahlen müssen. Das Geld werde für klimafreundliche Fahrzeuge und Arbeitsplätze gebraucht. Die Ziele selbst sollen bleiben.

Die EU hat Grenzen für den CO2-Ausstoß von neuen Autos. Wer sie nicht einhält, zahlt Strafe. Die SPD will, dass deutsche Auto-Firmen jetzt keine Strafe zahlen. Das Geld sollen sie in neue Autos und Arbeitsplätze stecken. Die Ziele sollen aber bleiben.

Das Programm sieht die Zukunft des Autos in der Elektromobilität und lehnt Verbrenner mit E-Fuels als Lösung ab, weil sie Autos nur für sehr gut Verdienende bezahlbar machten. Deutschland soll ein führender Standort für den Fahrzeugbau bleiben. Mit der EU-Kommission will die SPD verhandeln: Die Grenzwerte sollen bestehen bleiben, der Weg dahin soll pragmatischer werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 7)
„Wir setzen uns dafür ein, dass die deutschen Automobilhersteller aktuell keine Strafzahlungen im Zusammenhang mit den CO2-Flottengrenzwerten an Brüssel leisten müssen.“
Seite 7 im Original

Einordnung

  • Klimaeher Wachstum zuerst

    Geltende Sanktionen bei Verfehlung der Flottengrenzwerte sollen vorerst entfallen, was die Durchsetzung der Klimavorgabe zugunsten der Industrie lockert, auch wenn die Ziele bleiben.

Deutschlandfonds mit 100 Milliarden Euro schaffen

Die SPD will einen Deutschlandfonds gründen, in dem Staat und private Anleger gemeinsam Investitionen finanzieren. Er soll mit 100 Milliarden Euro starten und Geld etwa für Netze, Ladesäulen und Wohnungsbau bereitstellen.

Die SPD will einen neuen Fonds gründen. Er heißt Deutschland-Fonds. Der Staat und private Geldgeber zahlen gemeinsam ein. Am Anfang sollen es 100 Milliarden Euro sein. Mit dem Geld baut man zum Beispiel Stromnetze und Wohnungen.

Der Fonds soll Unternehmen und Einrichtungen Darlehen geben oder sich an ihnen beteiligen, etwa für Strom- und Wärmenetze, das Wasserstoffnetz, Ladesäulen und Wohnungen. Weil der Bund für sein Startkapital Beteiligungen oder Forderungen erhält, soll das als finanzielle Transaktion mit der Schuldenbremse vereinbar sein. Große Anleger wie Versicherungen und Pensionskassen sollen mitinvestieren können. Eine Privatisierung von Aufgaben der Daseinsvorsorge schließt die SPD aus.

Originalzitat anzeigen (Seite 8)
„Wir schaffen einen Deutschlandfonds, der öffentliches und privates Kapital mobilisiert, um die wichtigen Investitionsbedarfe erfüllen zu können“
Seite 8 im Original

Einordnung

  • Wirtschaftdeutlich mehr Staat

    Ein neuer staatlicher Investitionsfonds mit 100 Milliarden Euro, der sich an Unternehmen beteiligt, gibt dem Staat eine grundlegend größere Rolle bei Investitionen.

Reinvestierte Gewinne entlasten, neue Rechtsform einführen

Die SPD will Personenunternehmen steuerlich entlasten, wenn sie Gewinne wieder investieren. Außerdem soll eine neue Rechtsform, die „Gesellschaft mit gebundenem Vermögen“, die Nachfolge in mittelständischen Betrieben erleichtern.

Manche Firmen gehören einzelnen Personen. Stecken sie ihren Gewinn wieder in die Firma, sollen sie weniger Steuern zahlen. Die SPD will auch eine neue Art von Firma erlauben. Damit können zum Beispiel Mitarbeiter eine Firma leichter übernehmen.

Die neue Rechtsform soll eigenständig sein und eine treuhänderische Übergabe an Nachfolger ermöglichen, etwa an Beschäftigte des Betriebs. Schlupflöcher für Steuerhinterziehung sollen dabei ausgeschlossen sein. Die Entlastung gilt für Gewinne, die im Unternehmen bleiben und investiert werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 8)
„Wenn Personenunternehmen ihre Gewinne wieder investieren, wollen wir sie steuerlich entlasten.“
Seite 8 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Markt

    Eine geringere Besteuerung einbehaltener Gewinne senkt die Abgabenlast von Unternehmen schrittweise.

Bürokratie abbauen und Verfahren beschleunigen

Die SPD will Planungs- und Genehmigungsverfahren weiter verkürzen und Berichtspflichten zusammenlegen, vereinfachen und digitalisieren. Rechte von Beschäftigten und Verbrauchern sowie ökologische Ziele sollen dabei gewahrt bleiben.

Die SPD will weniger Bürokratie. Genehmigungen sollen schneller gehen. Firmen sollen weniger Berichte schreiben müssen. Vieles soll digital laufen. Die Rechte von Arbeitnehmern und Verbrauchern bleiben geschützt.

Der mit den Ländern vereinbarte Deutschlandpakt für schnellere Verfahren soll fortgesetzt werden. Neue Gesetze sollen vorab auf ihre Praxistauglichkeit geprüft werden. Als Grundlage für digitale Verfahren nennt das Programm Glasfaser und Mobilfunk im ganzen Land. Ein SPD-Kanzler soll eine Konferenz mit Wirtschaft und Verwaltung einberufen, um weitere Ansatzpunkte zu finden.

Originalzitat anzeigen (Seite 9)
„Auch auf nationaler und EU-Ebene werden wir den Abbau von Bürokratie etwa durch Zusammenführung, Vereinfachung und Digitalisierung von Dokumentations- und Berichtspflichten vorantreiben.“
Seite 9 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Markt

    Weniger Berichtspflichten und schnellere Genehmigungen verringern die Regulierungslast für Unternehmen schrittweise, ohne Schutzrechte zu streichen.

Rohstoffversorgung sichern, Kreislaufwirtschaft umsetzen

Die SPD will die Industrie über den Rohstofffonds, mehr Förderung im Inland und eine abgestimmte EU-Strategie mit Rohstoffen versorgen. Die Kreislaufwirtschaftsstrategie soll pragmatisch umgesetzt werden.

Die Industrie braucht Rohstoffe. Die SPD will mehr Rohstoffe in Deutschland gewinnen. Die EU soll einen gemeinsamen Plan für Rohstoffe haben. Außerdem sollen mehr Stoffe wiederverwendet werden.

Der bereits eingerichtete Rohstofffonds soll genutzt und der Abbau im Inland vorangebracht werden. Auf EU-Ebene strebt die SPD eine koordinierte Rohstoffstrategie an. Für die Kreislaufwirtschaft nennt das Programm Absatzmärkte für umweltschonend recycelte Rohstoffe und einen sparsameren Einsatz von Material.

Originalzitat anzeigen (Seite 11)
„Um unsere heimische Industrie mit Rohstoffen zu versorgen, setzen wir auf den neu geschaffenen Rohstofffonds, werden die heimische Rohstoffgewinnung voranbringen und uns für eine koordinierte Rohstoffstrategie der EU einsetzen.“
Seite 11 im Original

Einordnung

  • Europaeher mehr EU

    Eine koordinierte Rohstoffstrategie der EU bedeutet schrittweise mehr gemeinsame europäische Politik.

CO2-Grenzausgleich vereinfachen, Europas Industrie absichern

Die SPD will den CO2-Grenzausgleich der EU vereinfachen und um eine Exportförderung erweitern, damit klimafreundliche Produktion kein Wettbewerbsnachteil ist. Zudem soll eine europäische Resilienzstrategie wichtige Industrien zurück nach Europa holen.

Wer klimafreundlich produziert, soll keinen Nachteil haben. Die EU verlangt an der Grenze einen CO2-Preis auf manche Waren. Die SPD will diese Regel einfacher machen. Firmen sollen auch Hilfe beim Export bekommen. Wichtige Industrien sollen wieder in Europa produzieren.

Das Programm argumentiert, dem Klima sei nicht geholfen, wenn Betriebe ihre Fertigung in andere Länder verlagern und der Ausstoß von Treibhausgasen dort steigt. Der Klimaclub, in dem Staaten gemeinsame Standards etwa für grünen Stahl festlegen, soll fortgeführt werden. Die Resilienzstrategie der EU soll Risiken verringern, kritische Infrastruktur schützen und Schlüsselindustrien in Europa ansiedeln. Mit den europäischen Partnern will die SPD Local-Content-Regeln und Lokalisierungspflichten prüfen.

Originalzitat anzeigen (Seite 11)
„Wir entbürokratisieren den CO2-Grenzausgleichsmechanismus (CBAM – Carbon Border Adjustment Mechanism) und ergänzen ihn um eine Exportförderung.“
Seite 11 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Exportförderung, Ansiedlungspolitik und mögliche Local-Content-Vorgaben setzen auf staatliche Lenkung statt auf freien Handel.

  • Europaeher mehr EU

    Eine gemeinsame Resilienzstrategie und der Ausbau des EU-Grenzausgleichs stärken die gemeinsame europäische Industrie- und Handelspolitik.

  • Klimaausgewogen

    Der CO2-Grenzausgleich bleibt bestehen, wird aber mit Blick auf die Wettbewerbsfähigkeit vereinfacht und ergänzt.

Verbindliche Standards für Lieferketten und Menschenrechte durchsetzen

Die SPD will internationale Standards für gute Arbeit mit existenzsichernden Löhnen vereinbaren und hält an der EU-Lieferkettenrichtlinie fest. Auch auf UN-Ebene verlangt sie verbindliche Regeln für Unternehmen und Menschenrechte.

Firmen kaufen Waren und Rohstoffe aus der ganzen Welt. Die SPD will feste Regeln dafür. Arbeiter sollen überall genug zum Leben verdienen. Firmen sollen die Menschenrechte achten. Diese Regeln sollen weltweit gelten.

Für stabile Lieferketten und den Zugang zu Rohstoffen will die SPD Allianzen und strategische Partnerschaften schließen, etwa bei grünem Wasserstoff. Wertschöpfung soll mit Produktionsstätten in den Partnerländern entstehen und zugleich Arbeitsplätze in Deutschland sichern. Einheitliche Regeln in Europa nützen nach Ansicht des Programms besonders deutschen Unternehmen mit bereits hohen Standards. Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte und der Internationale Strafgerichtshof sollen als starke Institutionen die Menschenrechte sichern.

Originalzitat anzeigen (Seite 64)
„Auf weltweit verbindliche Regeln pochen wir auch bei den Verhandlungen zum UN-Vertrag für Wirtschaft und Menschenrechte.“
Seite 64 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Die SPD verteidigt die Lieferkettenpflichten für Unternehmen und will sie durch weltweit verbindliche Regeln ergänzen, was mehr Regulierung bedeutet.

Handelsabkommen der EU schneller abschließen

Die SPD will, dass die EU Handels- und Investitionsabkommen einfacher gestaltet und zügiger abschließt. Weil einzelne Mitgliedstaaten Verhandlungen nach Ansicht des Programms zu oft bremsen, soll im Ministerrat künftig eine qualifizierte Mehrheit genügen.

Die EU schließt Verträge über Handel mit anderen Ländern. Das dauert oft lange, weil einzelne EU-Länder bremsen. Die SPD will das ändern. Künftig soll eine große Mehrheit der EU-Länder reichen. Die Verträge sollen auch Umwelt und Menschenrechte schützen.

Als wichtige Vorhaben nennt das Programm das Abkommen mit dem Mercosur sowie Freihandelsverträge mit Indien und Australien. Solche Abkommen sollen zu den sicherheitspolitischen Zielen passen, soziale Rechte und Menschenrechte stärken und Umwelt und Klima schützen. Sie sollen allen Vertragsparteien langfristig Wachstum und Wohlstand bringen. Den Handel will die SPD regelbasiert und ohne Diskriminierung organisiert sehen, auch im Interesse der Länder des Globalen Südens.

Originalzitat anzeigen (Seite 65)
„Handelsabkommen sollen daher durch eine qualifizierte Mehrheit im Ministerrat der EU entschieden werden.“
Seite 65 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Markt

    Mehr und schnellere Freihandelsabkommen öffnen Märkte, auch wenn sie an soziale und ökologische Bedingungen geknüpft bleiben.

  • Europaeher mehr EU

    Bei Handelsabkommen soll die Blockademöglichkeit einzelner Mitgliedstaaten zugunsten von Mehrheitsentscheidungen auf EU-Ebene entfallen.

Was sagen die anderen Parteien zur Wirtschaft?

Alle Programme im Bund im Vergleich