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BSW zu Finanzen und Steuern

Aus dem Programm „Unser Land verdient mehr!“

Bundestagswahl 2025, 23. Februar 2025Original-PDF, 45 SeitenAnalyse vom 2. Oktober 2026

KIZusammenfassungen und Einordnungen auf dieser Seite hat eine KI erstellt. Ein Mensch prüft sie nicht einzeln. Wie sie entstehen

Einordnung beim Thema Finanzen und Steuern

Durchschnitt der Punkte auf dieser Seite. Die Einordnung erstellt eine KI.

Jede Achse misst ein Thema. Ein „links“ oder „rechts“ für alles gibt es hier nicht: Wirtschaft, Gesellschaft, Migration und Sicherheit stehen getrennt. Eingeordnet ist nur, was im Programm steht. So lesen Sie die Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat (-1,5), aus 6 Punkten

    Punkte je Stufe: 3 deutlich mehr Staat, 3 eher mehr Staat, 0 ausgewogen, 0 eher mehr Markt, 0 deutlich mehr Markt

  • Bürgerrechte und Sicherheiteher Bürgerrechte zuerst (-1), aus 1 Punkt

    Punkte je Stufe: 0 deutlich Bürgerrechte zuerst, 1 eher Bürgerrechte zuerst, 0 ausgewogen, 0 eher Sicherheit und Ordnung zuerst, 0 deutlich Sicherheit und Ordnung zuerst

Die kleinen Säulen unter den Balken zeigen, wie viele Punkte auf jeder der fünf Stufen liegen.

Schuldenbremse reformieren, großes Investitionsprogramm auflegen

Das BSW will die Schuldenbremse so ändern, dass Investitionen in Infrastruktur nicht mehr unter sie fallen. Ein umfangreiches Investitionsprogramm soll den Sanierungsstau beheben. Aus Sicht des Programms hat die Schuldenbremse Investitionen verhindert, nicht aber unsolide Haushalte.

Die Schulden-Bremse begrenzt neue Schulden des Staates. Das BSW will sie ändern. Für Brücken, Schulen und Schienen soll der Staat Schulden machen dürfen. Ein großes Programm soll kaputte Bauten reparieren.

Ausgenommen werden sollen Ausgaben für Brücken, Straßen, Schienen, Schulen, Wohnungen und Netze. Das Programm verweist auf den schlechten Zustand vieler Bauwerke und auf fehlende öffentliche Aufträge für die Bauwirtschaft. Für den sorgsamen Umgang mit Steuergeld fordert das BSW mehr Fachkompetenz in Ämtern, weniger Lobbyeinfluss und mehr direkte Demokratie. Zusätzlich soll die Binnennachfrage durch höhere Löhne, bessere gesetzliche Renten und mehr Tarifbindung gestärkt werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 15)
„Wir wollen Investitionen in Brücken, Straßen, Schienen, Schulen, Wohnungen und Netze aus der Schuldenbremse ausklammern“
Seite 15 im Original

Einordnung

  • Wirtschaftdeutlich mehr Staat

    Die geltende Schuldenregel soll für alle Infrastrukturinvestitionen aufgehoben und ein großes kreditfinanziertes Staatsprogramm aufgelegt werden.

Kleine und mittlere Einkommen bei Steuern und Abgaben entlasten

Das BSW will Einkommen bis 7500 Euro brutto steuerlich entlasten und dafür sehr hohe Einkommen stärker heranziehen. Der Grundfreibetrag soll deutlich steigen, und auch bei den Sozialabgaben soll ein Freibetrag gelten. Das Programm begründet dies damit, dass sich Arbeit für die Mehrheit lohnen müsse.

Das BSW will weniger Steuern für kleine und mittlere Einkommen. Ein größerer Teil vom Lohn soll steuerfrei sein. Renten bis 2000 Euro im Monat sollen steuerfrei sein. Menschen mit sehr hohem Einkommen sollen mehr zahlen.

Der steuerliche Grundfreibetrag soll sich an der Schwelle zur Armutsgefährdung ausrichten. Gesetzliche Renten bis 2000 Euro monatlich sollen steuerfrei bleiben, sofern keine weiteren Einkünfte vorliegen. Der Spitzensteuersatz soll erst bei sehr hohen Einkommen greifen und mittlere Einkommen nicht treffen. Bei den Sozialabgaben ist ein Freibetrag vorgesehen, ohne dass Ansprüche sinken. Bezahlt werden soll er durch höhere Beitragsbemessungsgrenzen, also Obergrenzen, bis zu denen Beiträge auf das Einkommen fällig werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 17)
„Wir fordern eine deutliche Erhöhung des steuerlichen Grundfreibetrages, der sich an der Armutsgefährdungsschwelle orientieren sollte.“
Seite 17 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Die Entlastung unterer und mittlerer Einkommen soll durch höhere Belastung hoher Einkommen finanziert werden, was stärker umverteilt.

Kapitalerträge und Finanzgeschäfte stärker besteuern

Das BSW will Kapitalerträge mit dem persönlichen Einkommensteuersatz statt mit pauschal 25 Prozent besteuern. Hinzu kommen eine Steuer auf Aktienrückkäufe und eine Finanztransaktionssteuer. Das Programm sieht Arbeit gegenüber Kapital steuerlich benachteiligt.

Gewinne aus Geld-Anlagen werden heute niedriger besteuert als Lohn. Das BSW will beides gleich besteuern. Auch der Handel mit Wert-Papieren soll eine Steuer kosten. Firmen sollen für den Rückkauf eigener Aktien Steuern zahlen.

Das Programm verweist darauf, dass Beschäftigte rund die Hälfte ihres Einkommens an Steuern und Abgaben abführen, während auf Kapitalerträge 25 Prozent anfallen. Die Steuer auf Aktienrückkäufe soll Unternehmen dazu bringen, überschüssiges Geld in ihr Geschäft und in Innovation zu stecken. Die Finanztransaktionssteuer soll sämtliche Geschäfte mit Wertpapieren und Derivaten erfassen. Sie soll spekulativen Handel bremsen.

Originalzitat anzeigen (Seite 17)
„Kapitalerträge sind wie Arbeitseinkommen mit dem normalen Einkommenssteuersatz zu belasten.“
Seite 17 im Original

Einordnung

  • Wirtschaftdeutlich mehr Staat

    Die pauschale Abgeltungsteuer soll entfallen und zwei neue Steuern auf Finanzgeschäfte sollen eingeführt werden, was Kapital deutlich höher belastet.

Immobiliensteuern: Schlupflöcher schließen, Eigenheimkäufer entlasten

Das BSW will Steuervorteile für Immobilieninvestoren streichen und zugleich Familien beim ersten selbst bewohnten Eigenheim die Grunderwerbsteuer erlassen. Bei der Grundsteuer fordert die Partei einen Stopp zusätzlicher Belastungen für gewöhnliche Eigenheimbesitzer und Mieter.

Familien sollen beim ersten eigenen Haus keine Grund-Erwerb-Steuer zahlen. Diese Steuer zahlt man beim Kauf von Haus oder Grund. Große Investoren sollen Steuer-Tricks nicht mehr nutzen können. Die Grund-Steuer soll nicht weiter steigen.

Gewinne aus dem Verkauf von Immobilien sind bisher nach zehn Jahren Haltedauer steuerfrei. Diese Regel soll künftig nur noch für selbst bewohnten Wohnraum gelten. Sogenannte Share Deals, bei denen Investoren durch den Kauf von Firmenanteilen statt des Grundstücks die Grunderwerbsteuer vermeiden, sollen unterbunden werden. Die Grundsteuerreform führt laut Programm für Millionen Menschen zu höheren Kosten, obwohl sie das Aufkommen nicht erhöhen sollte.

Originalzitat anzeigen (Seite 17)
„Gleichzeitig wollen wir Familien beim Erwerb des ersten selbstgenutzten Eigenheims von der Grunderwerbsteuer befreien.“
Seite 17 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Steuervorteile für Investoren sollen entfallen, während Familien und Eigenheimbesitzer entlastet werden, was die Lasten in Richtung Vermögender verschiebt.

Vermögensteuer wieder erheben, Erbschaften gleich besteuern

Das BSW will die Vermögensteuer für Vermögen ab 25 Millionen Euro wieder erheben, mit Sätzen von einem bis drei Prozent. Bei der Erbschaftsteuer sollen alle Vermögen oberhalb der Freibeträge gleich besteuert werden. Das Programm kritisiert, dass sehr große Erbschaften bisher effektiv niedriger belastet werden als kleinere.

Sehr reiche Menschen sollen eine Vermögens-Steuer zahlen. Sie gilt ab 25 Millionen Euro Vermögen. Auch große Erbschaften sollen gleich besteuert werden wie kleinere. Heute zahlen Erben großer Firmen oft weniger.

Der Steuersatz soll bei einem Prozent beginnen, ab 100 Millionen Euro auf zwei Prozent und ab einer Milliarde Euro auf drei Prozent steigen. Bei Erbschaften bemängelt das BSW, dass ein geerbtes Einfamilienhaus höher belastet werde als ein geerbtes Unternehmen im Wert von hunderten Millionen. Firmeninhaber sollen ihr Unternehmen in eine Gesellschaft mit gebundenem Vermögen umwandeln können. Damit ließe sich nach Darstellung des Programms ein Abfluss von Liquidität vermeiden und der Fortbestand auch ohne Nachfolger in der Familie sichern.

Originalzitat anzeigen (Seite 17)
„Die Vermögenssteuer wollen wir für Vermögen ab 25 Millionen Euro mit einem Steuersatz von 1 Prozent reaktivieren“
Seite 17 im Original

Einordnung

  • Wirtschaftdeutlich mehr Staat

    Die seit Jahren nicht erhobene Vermögensteuer soll wieder eingeführt und Ausnahmen bei großen Erbschaften sollen gestrichen werden, was große Vermögen deutlich stärker belastet.

Mehrwertsteuer auf Grundnahrungsmittel streichen, Preise überwachen

Das BSW will die Mehrwertsteuer auf Grundnahrungsmittel auf null senken und lehnt eine Fleischsteuer ab. Ein Preisüberwacher und ein schärferes Kartellrecht sollen gegen die Marktmacht von Lebensmittelkonzernen und Handelsketten wirken.

Auf wichtige Lebensmittel soll es keine Mehrwert-Steuer mehr geben. Zum Beispiel auf Fleisch, Milch, Obst und Gemüse. Eine Behörde soll die Preise prüfen. Zu mächtige Konzerne sollen aufgeteilt werden können.

Die Steuersenkung hält das Programm nur für sinnvoll, wenn der Handel sie an die Kunden weitergibt. Ein Preisüberwacher wie in der Schweiz soll hohe Gewinnspannen offenlegen und notfalls dagegen einschreiten. Das Kartellrecht soll es ermöglichen, marktbeherrschende Konzerne zu entflechten. In der Gastronomie soll die Mehrwertsteuer erneut von 19 auf sieben Prozent sinken. Als Preistreiber nennt das BSW Lebensmittelkonzerne, große Schlachtereien, Molkereien und Supermarktketten.

Originalzitat anzeigen (Seite 31)
„Stattdessen fordern wir eine Absenkung der Mehrwertsteuer auf 0 Prozent für Grundnahrungsmittel wie Fleisch, Getreide, Milchprodukte, sowie Obst und Gemüse.“
Seite 31 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Die Steuersenkung für Verbraucher wird mit staatlicher Preisaufsicht und der Entflechtung von Konzernen verbunden, was insgesamt mehr Eingriffe in den Markt bedeutet.

Bargeld erhalten und Beschränkungen zurücknehmen

Das BSW will Bargeld als Zahlungsmittel sichern und bestehende Beschränkungen lockern. Die Partei begründet das mit dem Schutz der Privatsphäre, weil nur Barzahlungen keine Datenspur hinterlassen.

Das BSW will, dass es weiter Bargeld gibt. Ämter sollen Bargeld annehmen müssen. Mit Bargeld kann man kaufen, ohne Daten zu hinterlassen. Regeln, die Bargeld einschränken, sollen gelockert werden.

Als ersten Schritt verlangt das Programm ein Gesetz, nach dem alle Behörden Barzahlungen akzeptieren müssen. Die gleiche Pflicht soll Unternehmen treffen, die Leistungen im Auftrag der öffentlichen Hand erbringen. Auf europäischer Ebene soll sich die Bundesregierung für lockerere Bargeldregeln einsetzen. Wer bar zahlt, soll bei kleineren Beträgen nicht mehr pauschal verdächtigt werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 44)
„Wir wollen das Bargeld erhalten und Einschränkungen seiner Nutzung zurücknehmen.“
Seite 44 im Original

Einordnung

  • Bürgerrechte und Sicherheiteher Bürgerrechte zuerst

    Bargeldbeschränkungen und die damit verbundene Kontrolle von Zahlungen sollen gelockert werden, was die finanzielle Privatsphäre gegenüber staatlicher Nachverfolgung stärkt.

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