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Linke zu Kultur und Medien

Aus dem Programm „Durch & durch sozial! Landtagswahlprogramm der Linken Sachsen zur Landtagswahl 2024“

Landtagswahl Sachsen 2024, 1. September 2024Original-PDF, 98 SeitenAnalyse vom 3. Oktober 2026

KIZusammenfassungen und Einordnungen auf dieser Seite hat eine KI erstellt. Ein Mensch prüft sie nicht einzeln. Wie sie entstehen

Einordnung beim Thema Kultur und Medien

Durchschnitt der Punkte auf dieser Seite. Die Einordnung erstellt eine KI.

Jede Achse misst ein Thema. Ein „links“ oder „rechts“ für alles gibt es hier nicht: Wirtschaft, Gesellschaft, Migration und Sicherheit stehen getrennt. Eingeordnet ist nur, was im Programm steht. So lesen Sie die Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat (-1), aus 8 Punkten

    Punkte je Stufe: 0 deutlich mehr Staat, 8 eher mehr Staat, 0 ausgewogen, 0 eher mehr Markt, 0 deutlich mehr Markt

  • Gesellschafteher progressiv (-1), aus 5 Punkten

    Punkte je Stufe: 0 deutlich progressiv, 5 eher progressiv, 0 ausgewogen, 0 eher konservativ, 0 deutlich konservativ

Die kleinen Säulen unter den Balken zeigen, wie viele Punkte auf jeder der fünf Stufen liegen.

Kultur, Treffpunkte und Jugendarbeit auf dem Land fördern

Die Linke will mehr Geld für die Kulturräume, um kulturelle Einrichtungen im ländlichen Raum zu sichern. Auch Ortstreffpunkte, Feuerwehren, Sportvereine und Jugendarbeit sollen stärker gefördert werden.

Die Linke will mehr Geld für Kultur auf dem Land. Theater und Museen sollen dort bleiben. Dörfer sollen Treffpunkte bekommen, zum Beispiel einen Laden mit Café. Jugendliche sollen eigene Räume haben. Auch Feuerwehr und Sportvereine sollen mehr Hilfe bekommen.

Gründen Genossenschaften oder Vereine einen Ortstreffpunkt, soll der Staat das mitfinanzieren; auch Läden und Gaststätten können zu Treffpunkten mit Post und Tourismusinformation werden. Sachsen soll weiter Geld aus den EU-Fonds ESF und EFRE einwerben, um Jugendtreffs, soziokulturelle Zentren und Vereinshäuser zu erhalten. Für Jugendliche fordert das Programm selbst organisierte Klubs, Skateanlagen und legale Graffitiflächen. Die Landesmittel für professionelle Jugendarbeit sollen steigen.

Originalzitat anzeigen (Seite 54)
„Wir wollen die Mittel für die Kulturräume erhöhen, um Kulturhäuser, Museen, Theater und Orchester auch im ländlichen Raum zu erhalten.“
Seite 54 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Höhere Landesmittel für Kultur, Vereine und Jugendarbeit bedeuten mehr öffentliche Ausgaben.

Sorbische Sprache und Geschichte stärken

Die Linke will die sorbische Identität schützen. Sorbisch soll als zweite Amtssprache ausgebaut und überall in Sachsen lernbar werden, sorbische Geschichte soll in den Unterricht kommen.

Die Sorben sind eine Minderheit in Sachsen. Die Linke will ihre Sprache und Kultur schützen. Überall in Sachsen soll man Sorbisch lernen können. Die Schulen sollen sorbische Geschichte unterrichten.

Zum Schutz der sorbischen Identität zählt das Programm auch, die Verbote aufzuarbeiten, die das NS-Regime gegen die Sorben verhängte. Die Stellung des Sorbischen als zweite Amtssprache soll weiter gestärkt werden. Sprachangebote soll es im ganzen Land geben, und die Geschichte der Sorben soll Unterrichtsstoff werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 62)
„Es sollte flächendeckend die Möglichkeit geben, in Sachsen Sorbisch zu lernen. Sorbische Geschichte sollte Teil des Schulunterrichts werden.“
Seite 62 im Original

Einordnung

  • Gesellschafteher progressiv

    Sprache und Geschichte einer Minderheit sollen im öffentlichen Leben und im Unterricht mehr Raum erhalten, was kulturelle Vielfalt fördert.

Kulturfinanzierung von Kommunen und Kulturräumen ausbauen

Die Linke versteht Kultur als Daseinsvorsorge und will Kommunen und Kulturräume so finanzieren, dass sie die Kulturlandschaft erhalten und weiterentwickeln können. Die Mittel sollen automatisch mit Löhnen und Preisen steigen. Kultur soll für alle erreichbar sein, unabhängig von Geld und Wohnort.

Die Linke will mehr Geld für Kultur in Städten und Dörfern. Das Geld soll jedes Jahr mit den Preisen steigen. Alle Menschen sollen Kultur erleben können. Auch Clubs sollen Schutz und Förderung bekommen.

Vorgesehen sind ein landesweites Entwicklungskonzept für Kunst und Kultur, der Erhalt von Vereins- und Kulturhäusern und ein Ausbau des Nahverkehrs, damit Kulturangebote erreichbar sind. Kleinstförderung und Gastspielförderung sollen wachsen, Anträge und Abrechnungen einfacher und digital werden. Geprüft werden soll, ob dauerhafte institutionelle Förderung wirtschaftlicher ist. Clubs und Livemusikstätten sollen als Kultureinrichtungen gelten und institutionell gefördert werden. Die Kulturstiftung des Freistaates soll mehr Stiftungskapital erhalten.

Originalzitat anzeigen (Seite 84)
„Kulturraummittel sollen dynamisiert werden, damit sie sich Tariferhöhungen und allgemeine Preissteigerungen anpassen.“
Seite 84 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Die öffentlichen Ausgaben für Kultur sollen steigen und automatisch an Löhne und Preise gekoppelt werden, was die staatliche Finanzierung schrittweise ausbaut.

Mindesthonorare und Tariflöhne in der Kultur durchsetzen

Die Linke will verbindliche Mindesthonorare für freie Kulturschaffende einführen und fest Angestellte in Kultureinrichtungen nach Tarif bezahlen. Das Programm begründet dies damit, dass viele Kunst- und Kulturschaffende von ihrer Arbeit kaum leben können.

Viele Künstlerinnen und Künstler verdienen sehr wenig. Die Linke will feste Mindest-Honorare für freie Kulturschaffende. Angestellte in Theatern und Museen sollen Tariflohn bekommen. Alle sollen von ihrer Arbeit leben können.

Als Beispiel für Mindesthonorare nennt das Programm Vergütungen für Ausstellungen. Haustarifverträge an Theatern und Orchestern, die meist unter dem Flächentarif liegen, sollen wegfallen. Nach Angaben des Programms arbeiten in Sachsens Kultur- und Kreativbranche rund 80.000 Menschen in etwa 10.000 Unternehmen, viele davon unterhalb der Armutsgrenze.

Originalzitat anzeigen (Seite 84)
„Deshalb wollen wir verbindliche Honoraruntergrenzen für freie Kulturschaffende einführen, zum Beispiel bei Ausstellungsvergütungen.“
Seite 84 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Verbindliche Honoraruntergrenzen und Tarifbindung regulieren die Bezahlung im Kulturbereich stärker als heute.

Kulturelle Bildung und Musikschulen fördern

Die Linke will den Zugang zu Kulturangeboten erleichtern, etwa durch freien Eintritt, und Musik- sowie Jugendkunstschulen erhalten und fördern. Eltern sollen bei den Kosten für kulturelle Bildung ihrer Kinder entlastet werden. Musiklehrkräfte sollen besser bezahlt werden.

Die Linke will, dass alle Kultur erleben können. Dafür soll es zum Beispiel freien Eintritt geben. Musikschulen und Kunstschulen für Jugendliche sollen bleiben. Eltern sollen weniger dafür zahlen. Musik-Lehrkräfte sollen mehr verdienen.

Die musische Erziehung an Schulen soll weiter unterstützt werden. Wegen der großen Nachfrage sollen vor allem auf dem Land mehr Angebote für musische Bildung entstehen. Honorare an Musikschulen sollen steigen und sich an Tariflöhnen orientieren, fest Angestellte sollen einen angemessenen Tariflohn bekommen. Kulturelle Bildung versteht das Programm als Teil des lebenslangen Lernens, das auch in Bibliotheken und Museen stattfindet.

Originalzitat anzeigen (Seite 85)
„Musikschulen müssen erhalten und gefördert, die Arbeitsbedingungen der Musiklehrer:innen dringend verbessert werden.“
Seite 85 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Mehr öffentliche Förderung, freier Eintritt und höhere Honorare bauen öffentliche Leistungen im Kulturbereich schrittweise aus.

Leerstehende öffentliche Gebäude für Kultur öffnen

Die Linke will ungenutzte Gebäude und Grundstücke von Land und Kommunen Kulturinitiativen überlassen. Bedeutende Industriedenkmäler sollen erhalten und möglichst als soziale und kulturelle Orte genutzt werden. Das Programm begründet dies damit, dass Projekten oft schlicht ein passender Raum fehlt.

Manche Gebäude von Land und Gemeinden stehen leer. Die Linke will sie Kultur-Gruppen geben. Alte Fabrik-Gebäude sollen erhalten bleiben. Dort sollen Orte für Kultur und Begegnung entstehen.

Die Überlassung soll über Nutzungs- oder Zwischennutzungsverträge laufen, das Land soll den Kommunen dafür Geld geben. Wichtige Industriedenkmäler sollen erfasst und behutsam saniert werden; Kommunen sollen ihr Vorkaufsrecht nutzen und dafür Landesmittel erhalten. Atelierbeauftragte sollen Kunstschaffenden bei der Suche nach Räumen und bei deren dauerhafter Sicherung helfen. Kultureinrichtungen aller Träger sollen sich stärker vernetzen und Ressourcen gemeinsam nutzen können.

Originalzitat anzeigen (Seite 85)
„verstärkt landeseigene und kommunale Liegenschaften und Gebäude, die nicht verwendet werden, umwidmen und über (Zwischen-)Nutzungsverträge kulturellen und künstlerischen Initiativen zur Verfügung stellen“
Seite 85 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Öffentliches Eigentum soll gezielt für Kultur eingesetzt und der Ankauf von Denkmälern mit Landesgeld gefördert werden, was die Rolle der öffentlichen Hand ausbaut.

Sorbische Stiftung dauerhaft finanzieren

Die Linke will die Stiftung für das sorbische Volk und weitere sorbische Organisationen nach Bedarf finanzieren. Das Abkommen von Sachsen, Brandenburg und dem Bund über die Finanzierung soll ohne Befristung gelten und die Inflation ausgleichen.

Die Sorben sind eine Minderheit in Sachsen. Die Linke will ihre Stiftung dauerhaft mit Geld versorgen. Der Vertrag dazu soll kein Ende-Datum haben. Das Geld soll mit den Preisen steigen.

Die Stiftung für das sorbische Volk wird gemeinsam von Sachsen, Brandenburg und dem Bund getragen. Das Programm will die bisher befristete Vereinbarung in eine dauerhafte umwandeln. Ein Inflationsausgleich soll verhindern, dass die Mittel real an Wert verlieren.

Originalzitat anzeigen (Seite 86)
„Wir werden uns dafür einsetzen, dass das Finanzierungsabkommen zwischen dem Freistaat, dem Bund und dem Land Brandenburg unbefristet gilt und mit dem notwendigen Inflationsausgleich abgeschlossen wird.“
Seite 86 im Original

Einordnung

  • Gesellschafteher progressiv

    Die Förderung der sorbischen Minderheit soll dauerhaft abgesichert und ausgebaut werden, was kulturelle Vielfalt stärkt.

Erinnerungspolitik neu ausrichten, Gedenkstätten stärken

Die Linke will die sächsische Erinnerungspolitik neu ausrichten und die Einzigartigkeit der NS-Verbrechen und der Shoa zum Leitgedanken machen. Die Gleichsetzung des Gedenkens an NS-Verbrechen mit dem an Opfer des Stalinismus im Gedenkstättengesetz hält sie für unhistorisch. Gedenkstätten sollen mehr Geld und Fachpersonal erhalten.

Die Linke will das Erinnern an die Nazi-Zeit in Sachsen ändern. Die Verbrechen der Nazis sollen als einzigartig gelten. Gedenkstätten sollen mehr Geld bekommen. Sie sollen mehr Fachleute für Bildung einstellen können.

Mehr Geld sollen Gedenkorte zu NS-Verbrechen über die institutionelle Förderung sowie die Stiftung Sächsische Gedenkstätten bekommen, damit mehr wissenschaftliches und pädagogisches Personal aktive Bildungsarbeit leisten kann. Das Gedenkstättenstiftungsgesetz soll neu gefasst werden, sodass neue Gedenkorte ohne jeweilige Gesetzesänderung in die Förderung kommen können. Museen und Gedenkstätten sollen möglichst barrierefrei sein, inklusive Führungen durch Menschen mit Behinderungen sollen gefördert werden. Das Programm bemängelt, dass der Besuch einer Gedenkstätte in der Schulzeit bisher oft vom Zufall abhängt.

Originalzitat anzeigen (Seite 86)
„Für Die Linke Sachsen geht es deshalb darum, die bisherige Erinnerungspolitik in Sachsen im Sinne eines antifaschistischen Anspruches neu auszurichten.“
Seite 86 im Original

Einordnung

  • Gesellschafteher progressiv

    Die bisherige gesetzliche Ausrichtung des Gedenkens soll geändert und die Bildungsarbeit zu NS-Verbrechen ausgebaut werden, was die Erinnerungskultur in eine progressive Richtung verschiebt.

Sächsische Kolonialgeschichte aufarbeiten

Die Linke will die Verstrickung Sachsens in den Kolonialismus erforschen und aufarbeiten und dafür einen eigenen Erinnerungsort schaffen. Die Herkunft von Sammlungsstücken aus kolonialen Zusammenhängen soll leichter überprüft werden können. Betroffene von Rassismus sollen einbezogen werden.

Auch Sachsen hatte mit dem Kolonialismus zu tun. Die Linke will diese Geschichte erforschen. Es soll einen Ort der Erinnerung geben. Museen sollen leichter prüfen können, woher ihre Stücke kommen.

Alle Museen sollen Geld für die Herkunftsforschung erhalten, die das Programm auch als Chance für neue Beziehungen zu ehemals kolonisierten Gesellschaften sieht. Einrichtungen wie die Staatlichen Ethnographischen Sammlungen sollen bei der Rückgabe von menschlichen Überresten und Kulturgütern unterstützt werden. Für Landesbedienstete und besonders Lehrkräfte soll es Fortbildungen zum Kolonialismus geben. Ehrenamtliche Initiativen sollen leicht zugängliche Fördermittel und fachliche Hilfe bekommen. Der Erinnerungsort soll gemeinsam mit Menschen mit Rassismuserfahrung entstehen.

Originalzitat anzeigen (Seite 87)
„Wir wollen außerdem einen Erinnerungsort schaffen, der die Verbrechen des deutschen Kolonialismus in Sachsen thematisiert und seinen Opfern gedenkt.“
Seite 87 im Original

Einordnung

  • Gesellschafteher progressiv

    Kolonialgeschichte soll stärker aufgearbeitet, Rückgaben erleichtert und die Sicht von Rassismus Betroffener einbezogen werden, was die Erinnerungskultur erweitert.

Medienvielfalt und Lokaljournalismus sichern

Die Linke will eine vielfältige Medienlandschaft in Sachsen erhalten und eine weitere Konzentration verhindern. Lokale Berichterstattung soll gesichert und Fördergeld für Medien transparenter vergeben werden. Medienpolitik soll sich aus Sicht der Partei mit allen Medien befassen, auch mit privaten Unternehmen.

Die Linke will viele verschiedene Medien in Sachsen. Wenige große Firmen sollen nicht alles bestimmen. Es soll weiter Nachrichten aus der Region geben. Bei Förder-Geld für Medien soll klar sein, wer es bekommt.

Vielfältige Angebote sollen gefördert und beim digitalen Umbau unterstützt werden. Medienschaffende sollen Hilfe bekommen, um Ehrenamtliche aus den Regionen an der Produktion von Inhalten zu beteiligen. Zusätzlich sollen mehr nichtkommerzielle Angebote entstehen. Ein Mediendialog mit den Medienschaffenden soll diese Ziele gemeinsam voranbringen.

Originalzitat anzeigen (Seite 89)
„Es muss verhindert werden, dass es zu einer weiteren Konzentration und Verarmung in der sächsischen Medienlandschaft kommt.“
Seite 89 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Der Staat soll Medienkonzentration entgegenwirken, Angebote fördern und nichtkommerzielle Medien schaffen, was stärker in den Medienmarkt eingreift.

Lokale und nichtkommerzielle Medien sichern

Die Linke will Freie Radios sowie lokale und regionale Radio- und Fernsehsender erhalten, weil sie aus ihrer Sicht zur Medienvielfalt beitragen. Die Sächsische Landesmedienanstalt soll zudem die Angebote der Medienanbieter regelmäßig prüfen und ihre Versammlung soll mehr Rechte bekommen.

Die Linke will kleine Radio-Sender und Fernseh-Sender vor Ort erhalten. Dazu gehören Freie Radios ohne Werbung. In jedem Landkreis soll es solche Angebote geben. Eine Behörde soll prüfen, wie gut die Sender arbeiten.

In jedem Landkreis soll es neben der Lokalzeitung auch regionales Radio und Fernsehen geben, ergänzt durch nichtkommerzielle Medien, die für Fernsehen, Radio und Internet zugleich produzieren. Bei der Vergabe von Mitteln soll die Landesmedienanstalt die bundesweite Definition nichtkommerzieller Sender anwenden; der bloße Verzicht auf Werbung soll nicht mehr genügen. Ein Medienmonitoring soll zeigen, ob Sender ihre Lizenzauflagen einhalten und welche journalistische Qualität sie bieten. Die Versammlung der Landesmedienanstalt soll per Gesetzesnovelle mehr Rechte erhalten und um weitere gesellschaftliche Gruppen erweitert werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 90)
„Wir wollen die nichtkommerziellen Freien Radios sowie die regionalen und lokalen Fernseh- und Radioprogramme erhalten, weil sie für die Medienvielfalt wichtig sind.“
Seite 90 im Original

Einordnung

Dieser Punkt berührt keine der Achsen.

Filmförderung erhöhen und Kino überall ermöglichen

Die Linke will, dass der Freistaat mehr Geld in die Mitteldeutsche Medienförderung gibt. Außerdem soll das Kino in allen Regionen wieder ein Kulturort werden.

Die Linke will mehr Geld für die Förderung von Filmen geben. Auch in kleineren Orten soll man regelmäßig Kino-Filme sehen können. Das soll in fünf Jahren erreicht sein.

Mit dem zusätzlichen Geld sollen vor allem Kinder-, Dokumentar- und Animationsfilme aus Sachsen gestärkt und die Entwicklungsförderung ausgebaut werden. Die Förderung soll an soziale und ökologische Standards bei den Produktionsfirmen geknüpft sein. Innerhalb von fünf Jahren sollen in allen Gemeinden mit mindestens 5.000 Einwohnern regelmäßig Kinofilme gezeigt werden können.

Originalzitat anzeigen (Seite 90)
„Unser Ziel ist es, dass es in fünf Jahren in jeder Kommune ab 5.000 Einwohner:innen die Möglichkeit gibt, regelmäßig Kinofilme zu sehen.“
Seite 90 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Der Freistaat soll mehr öffentliches Geld für Filmförderung ausgeben und diese an soziale und ökologische Auflagen binden, was staatliche Kulturförderung schrittweise ausweitet.

Breiten Auftrag des MDR sichern, Gremien reformieren

Die Linke will, dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk einen umfassenden Auftrag behält, der auch Unterhaltung, Spielfilme und Sport einschließt. Zugleich sollen die Sender transparenter werden und der MDR-Rundfunkrat vielfältiger besetzt sein, um nach Darstellung des Programms Akzeptanz zurückzugewinnen.

Die Linke will einen starken öffentlichen Rundfunk. Der MDR soll nicht nur Nachrichten senden. Er soll auch Filme, Sport und Sendungen für Kinder zeigen. Die Sender sollen offener arbeiten. Im Rundfunk-Rat sollen mehr verschiedene Gruppen sitzen.

Spielfilme, Unterhaltung und Live-Sport sollen nicht allein privaten Anbietern oder Bezahlangeboten überlassen werden, und Kinderprogramme sollen nicht gekürzt werden. Kurz-, Animations- und Dokumentarfilme sowie investigative Formate sollen feste Plätze am Hauptabend bekommen; die Quote soll nicht alleiniger Maßstab sein. Die Linke fordert regelmäßige Evaluationen mit externen Gutachten und der Meinung der Beitragszahler, Livestreams aller Gremiensitzungen, Ombudsstellen und Publikumsräte. Der MDR-Staatsvertrag soll so geändert werden, dass im Rundfunkrat Jugend, Kultur, Wissenschaft, Kunst, migrantische Gemeinschaft und Zivilgesellschaft vertreten sind und Frauen die Hälfte der Sitze haben. Personalrat, Freienrat und Redaktionsausschuss sollen Themen auf die Tagesordnung setzen können.

Originalzitat anzeigen (Seite 90)
„Er soll nicht nur einer minimalistischen „Grundversorgung“ dienen, neben der Information zählen auch Bildung, Beratung, Kultur und Unterhaltung zu seinem umfassenden Auftrag.“
Seite 90 im Original

Einordnung

  • Gesellschafteher progressiv

    Eine hälftige Besetzung des Rundfunkrats mit Frauen und mehr Sichtbarkeit von Migranten, Frauen und queeren Menschen im Programm verschieben den Stand schrittweise in Richtung Gleichstellung und Vielfalt.

Rundfunkbeitrag beibehalten, Leistungsbeziehende befreien

Die Linke will den Rundfunkbeitrag als solidarische Finanzierung erhalten. Wer Transferleistungen bezieht, soll grundsätzlich nichts zahlen, und die Kosten dieser Befreiungen soll der Staat übernehmen.

Die Linke will den Rundfunk-Beitrag behalten. Menschen mit Sozial-Leistungen sollen ihn nicht zahlen müssen. Der Staat soll die Kosten dafür tragen. Dann kann der Beitrag für alle etwas sinken.

Die Höhe des Beitrags soll nach dem Programm nicht von medienpolitischen Überlegungen abhängen. Einsparungen sieht die Linke, wenn die Sender den Kabelnetzbetreibern kein Geld mehr für die Einspeisung zahlen müssten. Würde außerdem der Staat statt der übrigen Beitragszahler die Befreiungen finanzieren, könnte der Beitrag laut Programm um rund 1,30 Euro im Monat sinken.

Originalzitat anzeigen (Seite 91)
„Wir wollen Transferleistungsbezieher:innen grundsätzlich vom Rundfunkbeitrag befreien.“
Seite 91 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Die beitragsfinanzierte öffentliche Leistung bleibt, Befreiungen werden ausgeweitet und künftig aus dem Staatshaushalt bezahlt, was die Umverteilung schrittweise stärkt.

Was sagen die anderen Parteien zu Kultur und Medien?

Alle Programme in Sachsen im Vergleich