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Linke zur Bildung

Aus dem Programm „Durch & durch sozial! Landtagswahlprogramm der Linken Sachsen zur Landtagswahl 2024“

Landtagswahl Sachsen 2024, 1. September 2024Original-PDF, 98 SeitenAnalyse vom 3. Oktober 2026

KIZusammenfassungen und Einordnungen auf dieser Seite hat eine KI erstellt. Ein Mensch prüft sie nicht einzeln. Wie sie entstehen

Einordnung beim Thema Bildung

Durchschnitt der Punkte auf dieser Seite. Die Einordnung erstellt eine KI.

Jede Achse misst ein Thema. Ein „links“ oder „rechts“ für alles gibt es hier nicht: Wirtschaft, Gesellschaft, Migration und Sicherheit stehen getrennt. Eingeordnet ist nur, was im Programm steht. So lesen Sie die Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat (-1,3), aus 11 Punkten

    Punkte je Stufe: 3 deutlich mehr Staat, 8 eher mehr Staat, 0 ausgewogen, 0 eher mehr Markt, 0 deutlich mehr Markt

  • Gesellschafteher progressiv (-1,3), aus 7 Punkten

    Punkte je Stufe: 2 deutlich progressiv, 5 eher progressiv, 0 ausgewogen, 0 eher konservativ, 0 deutlich konservativ

  • Klimaeher Klimaschutz zuerst (-1), aus 1 Punkt

    Punkte je Stufe: 0 deutlich Klimaschutz zuerst, 1 eher Klimaschutz zuerst, 0 ausgewogen, 0 eher Wachstum zuerst, 0 deutlich Wachstum zuerst

Die kleinen Säulen unter den Balken zeigen, wie viele Punkte auf jeder der fünf Stufen liegen.

Kitas und Schulen stärken, Mittagessen kostenlos

Die Linke will sinkende Geburtenzahlen nicht für Stellenstreichungen und Kürzungen nutzen. Die frei werdenden Kapazitäten sollen stattdessen die Betreuung und Bildung in Kitas und Schulen verbessern. Kinder sollen dort ein Mittagessen ohne Kosten bekommen.

In Sachsen kommen weniger Kinder zur Welt. Die Linke will deshalb keine Stellen in Kitas und Schulen streichen. Die Betreuung soll stattdessen besser werden. Kinder sollen ein Mittagessen bekommen, das nichts kostet.

Das Programm geht davon aus, dass die Zahl der Geburten zurückgeht. Die Linke lehnt es ab, deshalb Personal abzubauen oder Ausgaben zu senken. Die Mittel sollen dazu dienen, Kinder in Kitas und Schulen besser zu betreuen und zu unterrichten. Zusätzlich sieht das Programm ein kostenfreies Mittagessen für die Kinder vor. Die Partei kritisiert zudem, dass der Staat nicht genug Lehrkräfte an die Schulen bringe.

Originalzitat anzeigen (Seite 6)
„um die Betreuung und Bildung unserer Kinder in Kitas und Schulen zu verbessern und ihnen ein kostenloses Mittagessen anzubieten.“
Seite 6 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Stellen und Ausgaben sollen trotz sinkender Kinderzahlen bleiben und ein kostenloses Mittagessen kommt hinzu, also mehr öffentliche Leistungen.

Längeres gemeinsames Lernen an Gemeinschaftsschulen

Die Linke will, dass Kinder an Gemeinschaftsschulen länger zusammen lernen, um die soziale Spaltung zu überwinden. Außerdem schlägt sie die Berufsausbildung mit Abitur vor, um den Bedarf an Fachkräften besser zu decken.

Kinder sollen länger zusammen in einer Schule lernen. Diese Schule heißt Gemeinschafts-Schule. Das soll die Gesellschaft gerechter machen. Junge Leute sollen auch Lehre und Abitur zugleich machen können.

Das Programm stellt beide Vorschläge als Erfahrungen der Ostdeutschen dar, die in die Zukunft eingebracht werden können. Gemeinschaftsschulen sollen die Trennung nach sozialer Herkunft verringern. Die Berufsausbildung mit Abitur soll helfen, mehr Fachkräfte zu gewinnen.

Originalzitat anzeigen (Seite 29)
„Wir wollen durch längeres gemeinsames Lernen an Gemeinschaftsschulen dafür sorgen, dass die soziale Spaltung unserer Gesellschaft ein Ende findet.“
Seite 29 im Original

Einordnung

  • Gesellschafteher progressiv

    Mehr Gemeinschaftsschulen verschieben das gegliederte sächsische Schulsystem in Richtung längeren gemeinsamen Lernens und sozialer Gleichstellung.

Kita-Beiträge abschaffen und Mittagessen kostenlos machen

Die Linke will zuerst das Mittagessen in Kitas und Schulen kostenfrei stellen und dann die Elternbeiträge für Kitas binnen fünf Jahren stufenweise streichen. Bildung soll nach ihrer Auffassung nicht vom Einkommen der Eltern abhängen.

Die Linke will die Kita kostenlos machen. Zuerst soll das Mittagessen nichts mehr kosten. Dann sollen die Kita-Beiträge in fünf Jahren wegfallen. Das Land soll dafür bezahlen. Alle Kinder sollen gleiche Chancen haben.

Die Essenskosten in Kindertageseinrichtungen und Schulen sollen als erster Schritt entfallen und aus dem Landeshaushalt bezahlt werden. Das Essen soll warm, gesund und abwechslungsreich sein und möglichst in einer eigenen Küche der Einrichtung zubereitet werden. Die Partei verweist auf Berlin und Mecklenburg-Vorpommern sowie auf eine Empfehlung des Bürgerrats „Ernährung im Wandel“ vom Januar 2024. Sämtliche Verbesserungen im Kita-Bereich soll das Land tragen, nicht die Städte und Gemeinden.

Originalzitat anzeigen (Seite 57)
„Die eigentlichen Kita-Beiträge sollen nicht mehr steigen und innerhalb der nächsten fünf Jahren schrittweise abgeschafft werden.“
Seite 57 im Original

Einordnung

  • Wirtschaftdeutlich mehr Staat

    Die vollständige Abschaffung der Elternbeiträge und der Essenskosten ersetzt private Zahlungen durch Landesmittel.

Betreuungsschlüssel in Kitas verbessern und Erzieherberuf aufwerten

Die Linke will stufenweise mehr Fachkräfte pro Kind in Krippen, Kindergärten und Horten. Dafür sollen die Ausbildung vergütet, der Zugang erleichtert und die Arbeitsbedingungen verbessert werden. Kitas sollen zudem inklusiv arbeiten.

Die Linke will mehr Erzieherinnen und Erzieher in den Kitas. In der Krippe soll eine Fachkraft vier Kinder betreuen. Die Ausbildung soll bezahlt werden. Der Lohn soll steigen. Kinder mit und ohne Behinderung sollen zusammen betreut werden.

Angestrebt wird eine Fachkraft auf vier Kinder in der Krippe, auf zehn im Kindergarten und auf 17 im Hort, wobei Vor- und Nachbereitung sowie Ausfallzeiten mitgerechnet werden. Das Programm hält dies frühestens nach zwei Wahlperioden für erreichbar, weil zunächst genug Personal ausgebildet werden muss. Erzieher sollen mehr Vorbereitungszeit, besseren Gesundheitsschutz und deutlich mehr Gehalt erhalten. Für Kinder mit Behinderung, mit Fluchterfahrung oder anderer Muttersprache soll jede Einrichtung zusätzliches Personal bekommen. Kitas sollen landesweit zu Eltern-Kind-Zentren werden, und sinkende Geburtenzahlen sollen nicht zu Kürzungen führen.

Originalzitat anzeigen (Seite 55)
„schrittweise eine Fachkraft-Kind-Relation (Betreuungsschlüssel) von 1:4 in Krippen, 1:10 in Kindergärten und 1:17 in Horten erreichen“
Seite 55 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Mehr Personal und höhere Gehälter in Kitas erhöhen die öffentlichen Ausgaben für frühkindliche Bildung.

Noten abschaffen, Lehrpläne öffnen, Schüler mitbestimmen lassen

Die Linke will Schulnoten durch Berichte zur Lernentwicklung ersetzen und Hausaufgaben durch Ganztagsbetreuung überflüssig machen. Lehrpläne sollen schlanker werden, Schüler mehr Mitsprache erhalten und feministische Bildung Teil des Unterrichts werden.

Die Linke will keine Noten mehr in der Schule. Stattdessen soll es Berichte über das Lernen geben. Hausaufgaben sollen nicht mehr nötig sein. Schüler sollen mehr mitentscheiden. Die Klassen sollen kleiner werden.

Sinkende Schülerzahlen sollen für kleinere Klassen genutzt werden statt für Einsparungen. Rahmenlehrpläne sollen mehr Freiraum für projektbezogenen Unterricht lassen und unter Beteiligung der Schüler entstehen; in der Schulkonferenz sollen Schüler die Mehrheit stellen. Vorgesehen sind außerdem Motoriktests an Grundschulen, eine dritte Sportstunde, Schulbibliotheken und stärkere musische Fächer. Zur Vorbeugung gegen sexualisierte Gewalt sollen feministische Bildung und das Konsensprinzip unterrichtet werden. Gewerkschaften sollen Zugang zu Schulen bekommen, Sonderrechte der Bundeswehr dort entfallen; das Lehramtsstudium soll regionalisiert und dual werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 56)
„Wir wollen Noten abschaffen und durch Lernentwicklungsberichte als Feedback zum Lernfortschritt ersetzen.“
Seite 56 im Original

Einordnung

  • Gesellschaftdeutlich progressiv

    Die Abschaffung von Noten, eine Schülermehrheit in der Schulkonferenz und feministische Bildung würden die Schule grundlegend in progressive Richtung umbauen.

Gemeinschaftsschule zur Regelschule in Sachsen machen

Die Linke will die Gemeinschaftsschule mit längerem gemeinsamen Lernen überall in Sachsen etablieren und Gründungen erleichtern. Sie sieht darin die Schulform, die alle Kinder gleichermaßen fördert und sozialer Spaltung entgegenwirkt.

Die Linke will mehr Gemeinschafts-Schulen. Dort lernen Kinder länger zusammen. Es soll leichter werden, solche Schulen zu gründen. Jedes Kind in Sachsen soll eine besuchen können. Auf dem Land sollen keine Schulen mehr schließen.

Bislang gibt es laut Programm nur vier Gemeinschaftsschulen und drei Oberschulen+. Die Mindestzahl an Parallelklassen soll sinken, damit auch auf dem Land solche Schulen entstehen können; die Oberschule+ gilt als Zwischenschritt. Die Verwaltung soll Gründungen personell, organisatorisch und finanziell unterstützen. Weitere Schulschließungen lehnt die Partei ab. Schulen in freier Trägerschaft sollen bei Ausstattung und Lehrergehältern nicht schlechter gestellt sein als staatliche.

Originalzitat anzeigen (Seite 58)
„Wir setzen uns dafür ein, dass die Gemeinschaftsschule zum Standard im sächsischen Bildungssystem wird.“
Seite 58 im Original

Einordnung

  • Gesellschafteher progressiv

    Längeres gemeinsames Lernen als Regelfall verschiebt das gegliederte Schulsystem in Richtung einer integrativen Schule.

Lernmittel, Technik und Schulessen kostenlos bereitstellen

Die Linke fordert, dass Schüler alle nötigen Lernmittel einschließlich digitaler Geräte kostenlos erhalten und auch Klassenfahrten nichts kosten. Hinzu kommen ein kostenfreies Mittagessen und ein eigenes Budget für jede Schule.

Die Linke will, dass Schule für Familien nichts kostet. Bücher und Geräte sollen kostenlos sein. Auch Klassenfahrten sollen nichts kosten. Es soll ein gesundes Mittagessen ohne Bezahlung geben. Jede Schule soll eigenes Geld bekommen.

Zu den Lernmitteln zählt das Programm die technische Ausstattung, schnelles Internet sowie Ausflüge und Klassenfahrten. Jede Lehrkraft soll ein professionell gewartetes Endgerät bekommen, wobei IT-Administratoren und nicht Lehrer die Wartung übernehmen. Lehrkräfte sollen Fortbildungen zu digitalen Kompetenzen erhalten. Ein Schulbudget soll den Schulen erlauben, kurzfristig auf besonderen Bedarf zu reagieren. Das Mittagessen soll vollwertig sein und möglichst in schuleigenen Küchen entstehen.

Originalzitat anzeigen (Seite 58)
„Wir fordern, dass allen Schüler:innen alle notwendigen Lernmittel kostenfrei zur Verfügung gestellt werden.“
Seite 58 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Die Übernahme weiterer Schulkosten durch das Land baut öffentliche Leistungen aus und entlastet Familien.

Schulfach Medienkunde und Medienbildungsoffensive starten

Die Linke will ein neues Fach Medienkunde einführen und digitale Bildung in den Lehrplänen verankern. Medienpädagogen an Schulen sollen Schüler, Lehrkräfte und Eltern unterstützen. Die Partei setzt auf Kompetenz statt auf Abschirmung.

Die Linke will ein neues Schulfach. Es heißt Medienkunde. Kinder sollen lernen, gut mit Internet und Medien umzugehen. An den Schulen sollen Fachleute für Medien arbeiten. Auch Eltern und Lehrer sollen Hilfe bekommen.

Lehrer und Erzieher sollen entsprechend aus- und fortgebildet werden. Medienpädagogen sollen auch bei neuen Fragen beraten, etwa zum Einsatz von KI-Systemen im Unterricht. Zur Medienkompetenz gehören laut Programm kritischer Konsum, Wissen über Algorithmen und ein bewusster Umgang mit eigenen Daten. Darin sieht die Partei auch die Grundlage des Jugendmedienschutzes. Medienpädagogische Angebote sollen landesweit und für alle Altersgruppen finanziert werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 59)
„Wir werden eine Offensive auf dem Gebiet der Medienbildung in Sachsen starten.“
Seite 59 im Original

Einordnung

Dieser Punkt berührt keine der Achsen.

Schulsozialarbeit an jeder Schule verpflichtend einrichten

Die Linke will Schulsozialarbeit an allen Schularten zur Pflicht machen, mit mindestens einer Fachkraft pro Schule. Auch der schulpsychologische Dienst und das Programm gegen Mobbing sollen wachsen.

Die Linke will Sozialarbeiter an jeder Schule. Jede Schule soll mindestens eine solche Fachkraft haben. Sie helfen Kindern bei Problemen. Es soll auch mehr Schul-Psychologen geben. Lehrer sollen Hilfe von anderen Fachleuten bekommen.

Die Pflicht soll für Grund-, Ober-, Gemeinschafts-, Förder- und Berufsschulen sowie Gymnasien gelten. Der Verwaltungsaufwand für die Fachkräfte soll sinken und die Sachkostenpauschale für Fachberatung und Teamleitung steigen. Multiprofessionelle Teams sollen die Lehrkräfte entlasten. Ein kommunales Bildungsmanagement soll Schule, Kita und Hort anhand örtlicher Daten besser aufeinander abstimmen.

Originalzitat anzeigen (Seite 60)
„Schulsozialarbeit muss es verpflichtend an allen Schulen geben“
Seite 60 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Zusätzliche Fachkräfte an allen Schulen erweitern öffentlich finanzierte Unterstützungsangebote.

Inklusive Schule gesetzlich verankern und Förderschulen zurückbauen

Die Linke will ein Recht auf inklusive Beschulung im Schulgesetz festschreiben und das Förderschulsystem zurückbauen. Kinder mit und ohne Behinderung sollen gemeinsam an Regelschulen lernen; das bestehende System hält die Partei für unvereinbar mit der UN-Behindertenrechtskonvention.

Die Linke will eine Schule für alle Kinder. Kinder mit und ohne Behinderung sollen zusammen lernen. Das soll im Gesetz stehen. Es soll weniger Förder-Schulen geben. Schulen sollen ohne Hindernisse gebaut sein.

Eltern und Schüler sollen die Schulform frei wählen dürfen. Regelschulen sollen dafür umfassend ausgestattet werden, mit Sonderpädagogen, mehr Schulassistenzen und barrierefreien Gebäuden. Inklusive Konzepte sollen fester Teil der Lehrerausbildung werden, und alle Lehrkräfte sollen dazu Fortbildungen erhalten. Die Schwelle für die Anerkennung von Förderbedarf soll sinken. Die Deutsche Gebärdensprache soll als Fremdsprache gelten, und gehörlose Schüler sollen einen gesetzlichen Anspruch auf Unterricht in ihr bekommen.

Originalzitat anzeigen (Seite 60)
„Dazu wollen wir die Trennung der Schulformen überwinden, das Förderschulsystem zurückbauen und die Aufnahme von Schüler:innen mit Behinderungen in Regelschulen ermöglichen.“
Seite 60 im Original

Einordnung

  • Gesellschaftdeutlich progressiv

    Der Rückbau des Förderschulsystems und ein gesetzliches Recht auf inklusive Beschulung würden das Schulwesen grundlegend auf Gleichstellung und Teilhabe ausrichten.

Staatsvertrag der Länder zur Bildung schließen

Die Linke will, dass die Bundesländer in der Bildung enger zusammenarbeiten und dies in einem Staatsvertrag regeln. Er soll vor allem die Ausbildung von Lehrkräften abstimmen und deren Kosten zwischen den Ländern ausgleichen.

Die Bundesländer sollen bei der Bildung enger zusammenarbeiten. Dafür will die Linke einen Vertrag zwischen den Ländern. Jedes Land soll genug Lehrerinnen und Lehrer ausbilden. Die Kosten dafür sollen die Länder gerecht teilen.

Der Bedarf an Lehrkräften soll in den beteiligten Ländern mit einheitlichen Prognosen berechnet werden. Jedes Land soll sich verpflichten, so viele Lehrkräfte auszubilden, wie gebraucht werden. Für den Quereinstieg ins Lehramt sind gemeinsame Regeln zu Auswahl, Qualifizierung und Qualitätssicherung vorgesehen. Die Ausbildungskosten sollen über einen Finanzausgleich verteilt werden. Länder, deren ausgebildete Lehrkräfte in andere Länder wechseln, sollen dafür Geld erhalten.

Originalzitat anzeigen (Seite 61)
„Es braucht einen Zukunftsstaatsvertrag zur verstärkten Zusammenarbeit der Länder im Bereich der Bildung.“
Seite 61 im Original

Einordnung

Dieser Punkt berührt keine der Achsen.

Noten und Hausaufgaben abschaffen

Die Linke will Schulnoten durch Berichte zur Lernentwicklung ersetzen und Hausaufgaben abschaffen. Zudem soll der Fachunterricht zumindest für Ältere nicht vor 9 Uhr beginnen. Das Programm begründet dies mit Leistungsdruck, geringem Nutzen von Hausaufgaben und dem Schlafrhythmus junger Menschen.

Die Linke will keine Noten mehr in der Schule. Stattdessen soll es Berichte über das Lernen geben. Auch Hausaufgaben sollen wegfallen. Der Unterricht soll für ältere Schüler erst um 9 Uhr beginnen.

Noten gelten im Programm als unfair, wenig aussagekräftig und als Quelle von Druck. Hausaufgaben sollen entfallen, weil die Ganztagsschule mit breitem Angebot sie überflüssig mache und Studien nur einen kleinen Effekt auf die Leistung zeigten. Trotz späterem Beginn soll der Schultag durch Gleitzeit oder Selbstlernzeiten nicht länger werden. Schule soll ein inklusiver Lernort mit Teams aus verschiedenen Berufen sein. Die Verfahren zur Feststellung des Lernstands sollen so geändert werden, dass Kinder früh passende Hilfe bekommen.

Originalzitat anzeigen (Seite 61)
„Deshalb ist es sinnvoll, die Noten durch Lernentwicklungsberichte als Feedback zum Lernfortschritt zu ersetzen. Hausaufgaben sollen abgeschafft werden.“
Seite 61 im Original

Einordnung

  • Gesellschafteher progressiv

    Die Abkehr von Noten, Hausaufgaben und frühem Schulbeginn bricht mit überlieferten Formen der Schule zugunsten eines reformpädagogischen Ansatzes.

Lehrkräfte entlasten und Klassen verkleinern

Die Linke will Lehrkräfte entlasten, damit sie sich auf den Unterricht konzentrieren können. Sinkende Schülerzahlen sollen für kleinere Klassen genutzt werden, nicht zum Sparen. Schulschließungen schließt die Partei aus, besonders auf dem Land.

Lehrerinnen und Lehrer sollen weniger Belastung haben. Andere Fachleute sollen ihnen Aufgaben abnehmen. Die Klassen sollen kleiner werden. Keine Schule soll schließen. Mit Stipendien will die Linke mehr Lehrer gewinnen.

Aufgaben außerhalb des Unterrichts sollen Fachleute für Verwaltung, IT, Schulsozialarbeit und Psychologie übernehmen. Die Pflichtstundenzahl soll sinken, oder Klassenleitungen bekommen zusätzliche Anrechnungsstunden. Eine erzwungene Teilzeit für Lehrkräfte lehnt die Linke auch bei sinkenden Schülerzahlen ab. Stattdessen soll die Höchstgröße der Klassen gesenkt werden. Zusätzliche Anreize wie Stipendien sollen mehr Menschen für das Lehramtsstudium gewinnen. Das Programm verweist auf 1,6 Millionen ausgefallene Unterrichtsstunden im Schuljahr 2022/2023.

Originalzitat anzeigen (Seite 61)
„Es ist notwendig, das Regelstundenmaß abzusenken oder zusätzliche Anrechnungsstunden für Klassenlehrer:innen einzuführen.“
Seite 61 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Mehr Personal an Schulen, kleinere Klassen und der Verzicht auf Einsparungen bei sinkenden Schülerzahlen bedeuten höhere öffentliche Ausgaben.

Lehramtsausbildung neu strukturieren

Die Linke will die Ausbildung von Lehrkräften umbauen: in Studium, Berufseinstieg und Weiterbildung. Künftig soll nach Schulstufen statt nach Schularten ausgebildet werden, mit früheren Praxisphasen und Unterstützung für Einsätze auf dem Land.

Die Linke will die Ausbildung für Lehrerinnen und Lehrer ändern. Sie sollen für Alters-Stufen lernen, nicht für eine Schulart. Im Studium soll es früher Praxis geben. Wer auf dem Land Praxis macht, soll mehr Geld bekommen.

Im Studium sollen Prüfungs- und Arbeitslast sinken, und Fachwissenschaft und Fachdidaktik sollen aufeinander aufbauen. Für Praxisphasen im ländlichen Raum nennt das Programm als Hilfen etwa Wohnraum und erstattete Fahrtkosten. Außenstellen der Lehrkräftebildung in Ost- und Westsachsen sollen Betreuung und einzelne Seminare wohnortnah ermöglichen. Beim Berufseinstieg sollen Stundenzahl und Gehalt schrittweise steigen. Abschlüsse aus dem Ausland sollen deutlich schneller anerkannt werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 62)
„Lehrkräfte werden außerdem nach Schulstufen statt nach Schularten ausgebildet, damit sie flexibel für die jeweiligen Altersstufen einsetzbar sind.“
Seite 62 im Original

Einordnung

Dieser Punkt berührt keine der Achsen.

Bildungsgutscheine einführen und Volkshochschulen sichern

Die Linke will landesweite Bildungsgutscheine für Kurse und Fortbildungen einführen. Volkshochschulen und andere anerkannte Weiterbildungsträger sollen eine gesicherte Grundförderung des Freistaats erhalten, damit alle in Sachsen lebenslang lernen können.

Alle Menschen in Sachsen sollen ihr Leben lang lernen können. Dafür will die Linke Gutscheine für Kurse einführen. Die Volkshochschulen sollen sicher Geld vom Land bekommen. Kursleiter sollen fair bezahlt werden.

Die Gutscheine sollen für anerkannte Kurse, Fortbildungen und Qualifizierungen bei öffentlichen wie privaten Trägern gelten. Auch Lernen außerhalb von Einrichtungen, in Alltag und Freizeit, soll anerkannt und gefördert werden. Volkshochschulen sollen erhalten bleiben und in ganz Sachsen stärker in den Kommunen vertreten sein. Für Kursleitungen an Volkshochschulen sieht das Programm rechtlich gesicherte und angemessen bezahlte Arbeitsverhältnisse vor. Die Träger sollen außerdem staatliche Prüfungen für nachgeholte Schulabschlüsse abnehmen dürfen.

Originalzitat anzeigen (Seite 62)
„Deshalb wollen wir Bildungsgutscheine einführen, die landesweit gültig sind.“
Seite 62 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Neue staatlich finanzierte Gutscheine und eine gesicherte Grundförderung der Weiterbildung bauen öffentliche Leistungen aus.

Berufsorientierung ausbauen und Ausbildungsqualität sichern

Die Linke will Ausbildungsabbrüche verringern: durch Berufsberatung an allen weiterführenden Schulen, strengere Kontrollen der Ausbildungsbedingungen und mehr Betreuung. Die Berufsausbildung soll zudem inklusiv werden und Rollenklischees abbauen.

Viele junge Menschen brechen ihre Ausbildung ab. Die Linke will deshalb mehr Beratung zur Berufswahl an Schulen. Behörden sollen Betriebe besser kontrollieren. Menschen mit Behinderung sollen eine Ausbildung machen können.

Berufsfelder sollen ab Klasse 5 vorgestellt werden, Projektwochen ab Klasse 8 im Lehrplan stehen und auch Gewerkschaften vorstellen. Kammern und Behörden sollen stärker prüfen, ob Ausbildungspläne, Arbeitszeiten und Freistellungen eingehalten werden. Die Förderung der Erstausbildung durch die Bundesagentur für Arbeit soll auch nach dem 25. Lebensjahr möglich sein, dazu kommt eine Landesinitiative für junge Menschen ohne Berufsabschluss. Berufsschulen in freier Trägerschaft sollen staatlichen gleichgestellt werden. Für Menschen mit Behinderungen soll ein inklusives Ausbildungssystem entstehen, und die Beratung soll geschlechtersensibel werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 63)
„benötigen wir ein durchgängiges Berufsorientierungssystem mit qualifizierten gewerkschaftlich oder sozialpädagogisch ausgebildeten Berufsberater:innen an allen weiterführenden Schulen“
Seite 63 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Mehr staatliche Beratung, schärfere Kontrollen der Ausbildungsbetriebe und zusätzliche Förderprogramme erweitern Regulierung und öffentliche Leistungen.

  • Gesellschafteher progressiv

    Geschlechtersensible Beratung und gendersensible Sprache sollen Rollenbilder bei der Berufswahl aufbrechen, was auf Gleichstellung zielt.

Befristungen an Hochschulen zurückdrängen

Die Linke will befristete und unsichere Arbeitsverhältnisse an Hochschulen deutlich verringern. Für dauerhafte Aufgaben soll es feste Stellen geben, und im Bund soll das Wissenschaftszeitvertragsgesetz durch ein neues Gesetz ersetzt werden.

Viele Beschäftigte an Hochschulen haben nur befristete Verträge. Die Linke will mehr feste Stellen. Studentische Beschäftigte sollen einen Tarif-Vertrag bekommen. Ein Bundes-Gesetz zu Befristungen in der Wissenschaft soll wegfallen.

Die Zahl befristeter Verträge soll stark sinken. Für studentische Beschäftigte fordert die Linke einen Tarifvertrag. Der akademische Mittelbau soll eine Landesvertretung bekommen, die im Hochschulgesetz steht. Lehrbeauftragte, besonders an Musik- und Kunsthochschulen, sollen deutlich mehr Geld erhalten. An die Stelle des Wissenschaftszeitvertragsgesetzes soll ein Wissenschaftsqualifizierungsgesetz ohne Höchstbefristungsdauern treten. Das Programm verlangt dafür eine ausreichende Finanzierung der Hochschulen.

Originalzitat anzeigen (Seite 65)
„Für Daueraufgaben müssen Dauerstellen geschaffen werden! Für Dauerstellen dürfen keine befristeten Arbeitsverträge geschlossen werden.“
Seite 65 im Original

Einordnung

  • Wirtschaftdeutlich mehr Staat

    Das Sonderbefristungsrecht der Wissenschaft soll abgeschafft und durch feste Stellen und Tarifbindung ersetzt werden, was den Arbeitsmarkt an Hochschulen grundlegend stärker reguliert.

Studiengebühren und NC abschaffen, Grundsicherung einführen

Die Linke will den Zugang zum Studium erleichtern und Studierende finanziell absichern. Studiengebühren und Numerus Clausus sollen entfallen, eine Grundsicherung für Studierende soll kommen. Bis dahin soll das BAföG ein Zuschuss werden, der nicht vom Einkommen der Eltern abhängt.

Studieren soll leichter werden. Die Linke will alle Studien-Gebühren abschaffen. Auch der Numerus Clausus soll wegfallen. Das ist eine Zulassung nach Noten. Alle Studierenden sollen Geld zum Leben bekommen.

Laut Programm erhalten nur elf Prozent der Studierenden BAföG, und über 30 Prozent sind arm oder von Armut bedroht. Studierendenwerke sollen ausreichende Zuschüsse und ein Investitionsprogramm für Wohnheime bekommen. Geplant sind ein Recht auf ein Orientierungsstudium von mindestens zwei Semestern und ein Rechtsanspruch auf Teilzeitstudium; die Grenze für Prüfungsversuche soll fallen. Pflichtpraktika und Vorbereitungsdienste sollen mindestens so hoch wie der BAföG-Höchstsatz bezahlt werden. Studierende mit Behinderungen sollen einen Anspruch auf Nachteilsausgleich erhalten, Campus und Lehre barrierefrei werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 65)
„Darum wollen wir alle Studiengebühren und den Numerus Clausus abschaffen und eine Grundsicherung für alle Studierenden einführen.“
Seite 65 im Original

Einordnung

  • Wirtschaftdeutlich mehr Staat

    Eine neue Grundsicherung für alle Studierenden und ein elternunabhängiges BAföG als Zuschuss führen Leistungen ein, die es heute nicht gibt.

Öffentlich finanzierte Forschung frei zugänglich machen

Die Linke will eine Strategie für Open Access, also freien Zugang zu wissenschaftlichen Veröffentlichungen. Was in Sachsen mit öffentlichem Geld erforscht wird, soll für alle verfügbar sein. Forschung soll sich zudem nicht nur an wirtschaftlicher Verwertbarkeit messen.

Forschung kostet oft Steuer-Geld. Die Linke will, dass alle die Ergebnisse lesen können. Das soll im Hochschul-Gesetz stehen. Auch Forschung ohne Gewinn-Ziel soll Förderung bekommen. Hochschulen sollen außerdem klimaneutral werden.

Im Sächsischen Hochschulgesetz soll ein Zweitveröffentlichungsrecht stehen, das sich nicht vertraglich ausschließen lässt. Ergebnisse, Daten und Softwarecode aus öffentlich bezahlter Forschung sollen als Open-Access-Publikationen erscheinen. Nicht gewinnorientierte Forschungseinrichtungen außerhalb der Hochschulen sollen gefördert werden und öffentliche Aufträge bekommen können. Daneben sollen sich die Hochschulen zur Klimaneutralität verpflichten, Pflichtmodule zur Klimagerechtigkeit anbieten und jeweils ein Nachhaltigkeitsbüro einrichten.

Originalzitat anzeigen (Seite 67)
„Forschungsergebnisse, Forschungsdaten und Softwarecodes, die in Sachsen durch öffentliche Mittel finanziert wurden, sollen der Öffentlichkeit auch zugänglich sein“
Seite 67 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Öffentlich finanziertes Wissen soll frei verfügbar sein und nicht gewinnorientierte Forschung gefördert werden, was die kommerzielle Verwertung zurückstellt.

  • Klimaeher Klimaschutz zuerst

    Hochschulen sollen sich zur Klimaneutralität verpflichten und Pflichtmodule zur Klimagerechtigkeit einführen, was Klimavorgaben ausweitet.

Schulsport reformieren und Sportnoten abschaffen

Die Linke will den Sportunterricht zu einem täglichen Angebot für Bewegung und Gesundheit umbauen und die Noten im Fach Sport abschaffen. Statt Wettbewerb soll eine Bewertung nach individuellen Voraussetzungen und Fortschritten gelten. Schulsport soll überall möglich sein.

Die Linke will den Sport-Unterricht ändern. Kinder sollen sich jeden Tag in der Schule bewegen. Im Fach Sport soll es keine Noten mehr geben. Es zählt der eigene Fortschritt.

Die Partei will sicherstellen, dass an allen Schulen Sport stattfinden kann und genug Sportlehrkräfte ausgebildet werden. Die neue Bewertung soll allen Kindern gerecht werden. Modelle wie „Bewegte Kita“ und „Bewegte Schule“ dienen als Vorbild und sollen ausgeweitet werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 88)
„Wir wollen ihn zu einem täglichen Angebot „Bewegung und Gesundheit“ für alle Kinder weiterentwickeln.“
Seite 88 im Original

Einordnung

  • Gesellschafteher progressiv

    Die Abschaffung der Sportnote und die Abkehr vom Wettbewerbsgedanken verändern ein überliefertes Schulfach in Richtung neuer pädagogischer Werte.

Was sagen die anderen Parteien zur Bildung?

Alle Programme in Sachsen im Vergleich