Zum Inhalt springen
parteiprogramm

SPD zur Bildung

Aus dem Programm „Soziale Politik für Sachsen – Regierungsprogramm der SPD Sachsen 2024-2029“

Landtagswahl Sachsen 2024, 1. September 2024Original-PDF, 95 SeitenAnalyse vom 4. Oktober 2026

KIZusammenfassungen und Einordnungen auf dieser Seite hat eine KI erstellt. Ein Mensch prüft sie nicht einzeln. Wie sie entstehen

Einordnung beim Thema Bildung

Durchschnitt der Punkte auf dieser Seite. Die Einordnung erstellt eine KI.

Jede Achse misst ein Thema. Ein „links“ oder „rechts“ für alles gibt es hier nicht: Wirtschaft, Gesellschaft, Migration und Sicherheit stehen getrennt. Eingeordnet ist nur, was im Programm steht. So lesen Sie die Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat (-1,1), aus 15 Punkten

    Punkte je Stufe: 1 deutlich mehr Staat, 14 eher mehr Staat, 0 ausgewogen, 0 eher mehr Markt, 0 deutlich mehr Markt

  • Gesellschafteher progressiv (-1), aus 4 Punkten

    Punkte je Stufe: 0 deutlich progressiv, 4 eher progressiv, 0 ausgewogen, 0 eher konservativ, 0 deutlich konservativ

  • Migrationeher offen (-1), aus 1 Punkt

    Punkte je Stufe: 0 deutlich offen, 1 eher offen, 0 ausgewogen, 0 eher restriktiv, 0 deutlich restriktiv

Die kleinen Säulen unter den Balken zeigen, wie viele Punkte auf jeder der fünf Stufen liegen.

Schulen und Kitas vor Ort erhalten

Die SPD will trotz sinkender Kinderzahlen keine Schulen und Kitas schließen und das dadurch frei werdende Geld im Bildungssystem belassen. Stattdessen sollen ein dichtes Schulnetz, kleinere Klassen und sanierte Gebäude die Qualität erhöhen.

Es gibt weniger Kinder in Sachsen. Die SPD will trotzdem keine Schule und keine Kita schließen. Das Geld soll in der Bildung bleiben. Die Klassen sollen kleiner werden. Gebäude sollen modernisiert werden.

Aus Sicht des Programms sind Kita und Schule ein Mittelpunkt von Dörfern und Stadtteilen, und kurze Schulwege lassen Kindern mehr Zeit. Die sinkenden Schülerzahlen sollen auch genutzt werden, um eine Klassenleiterstunde einzuführen, die Lehrkräfte entlastet. Auch Musikschulen, Volkshochschulen und Hochschulen sollen in den Regionen erreichbar bleiben. Kitas, Schulen und Hochschulen sollen weiter saniert, modernisiert oder neu gebaut werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 12)
„Wir wollen keine Schulen und Kitas schließen. Statt Schulschließungen wollen wir ein dichtes Schulnetz und kleinere Klassen.“
Seite 12 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Mittel, die durch sinkende Kinderzahlen frei würden, sollen nicht eingespart, sondern weiter für öffentliche Bildungsangebote ausgegeben werden.

Berufliche und akademische Bildung gleichstellen

Die SPD betrachtet berufliche und akademische Ausbildung als gleichwertig und will den Wechsel zwischen beiden erleichtern. Dazu soll es neben dem höheren Meisterbonus einen vergleichbaren Bonus für weitere Fortbildungsabschlüsse und einen breiteren Hochschulzugang für beruflich Qualifizierte geben.

Die SPD findet: Lehre und Studium sind gleich viel wert. Wer Meister wird, bekommt einen höheren Bonus. Auch Techniker und Fachwirte sollen einen Bonus bekommen. Menschen mit Berufs-Ausbildung sollen leichter studieren können.

Der neue Bonus soll für Fachwirte, Betriebswirte sowie Technikerinnen und Techniker gelten. Das Landesprogramm „Berufliche Aus- und Weiterbildung“ soll die berufliche Bildung stützen. Die Duale Hochschule Sachsen soll als Verbindung zwischen beiden Bildungswegen dienen und beim praxisintegrierten Studium bleiben. Das Programm fasst das Ziel in der Formel zusammen, Sachsen brauche „Master und Meister“.

Originalzitat anzeigen (Seite 13)
„bauen wir den Meisterbonus aus und führen einen analogen Bonus für Fach- und Betriebswirte sowie Techniker:innen ein.“
Seite 13 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Ein höherer und auf weitere Abschlüsse ausgedehnter Bonus erweitert die staatlichen Leistungen für berufliche Fortbildung.

Lehrermangel mit mehr Personal und neuer Ausbildung begegnen

Die SPD will den Unterricht durch mehr Personal und Entlastung sichern und lehnt größere Klassen oder mehr Pflichtstunden ab. Die Lehrerausbildung soll über ein eigenes Gesetz neu geordnet und praxisnäher werden.

In Sachsen fehlen Lehrerinnen und Lehrer. Die SPD will mehr Personal an Schulen. Die Klassen sollen nicht größer werden. Die Ausbildung für Lehrer soll sich ändern. Studierende sollen früher in Schulen arbeiten.

An den drei Universitäten sollen weiterhin 2.400 Studienplätze für das Lehramt bereitstehen. Studieninhalte und Referendariat sollen überprüft werden: mehr Praxis, weniger Fachwissenschaft, ein ins Studium eingebautes Referendariat und früh bezahlte Einsätze an Schulen. Lehramtsstudierende sollen schon während des Studiums als zweite Kraft im Unterricht mitwirken. Schulassistenz und Schulsozialarbeit sollen binnen fünf Jahren überall verfügbar sein.

Originalzitat anzeigen (Seite 13)
„Wir setzen die Aus-, Fort- und Weiterbildung der Lehrer:innen neu auf und schaffen mit einem Lehrkräftebildungsgesetz den rechtlichen und strukturellen Rahmen.“
Seite 13 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Mehr Personal und flächendeckende Unterstützungsangebote an Schulen bedeuten höhere öffentliche Ausgaben für Bildung.

Zweite Chance auf Schul- und Berufsabschluss sichern

Die SPD will alle Jugendlichen zu einem Schul- und Ausbildungsabschluss führen und das Nachholen von Abschlüssen erleichtern. Wer Ausbildung oder Studium abbricht, soll Beratung und Begleitung für einen neuen Weg bekommen.

Die SPD will, dass alle Jugendlichen einen Abschluss schaffen. Man soll einen Abschluss auch später nachholen können. Zum Beispiel an der Volkshochschule. Wer eine Ausbildung abbricht, soll Beratung bekommen.

Volkshochschulen sollen als Schulen des zweiten Bildungswegs anerkannt werden, und Produktionsschulen sollen Geld vom Land erhalten. Beratungs- und Informationsangebote sollen wachsen, vor allem bei Jugendberufsagenturen und Studierendenwerken. Fähigkeiten, die außerhalb von Schule und Ausbildung erworben wurden, sollen geprüft und leichter auf Abschlüsse angerechnet werden. Das Programm spricht von einem „Recht auf Umwege“.

Originalzitat anzeigen (Seite 13)
„Mit Volkshochschulen als anerkannten Schulen des zweiten Bildungsweges und landesfinanzierten Produktionsschulen unterstützen wir dies.“
Seite 13 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Landesfinanzierte Produktionsschulen und ausgebaute Beratung erweitern öffentliche Bildungsangebote für Menschen ohne Abschluss.

Schulgesetz und Lehrpläne grundlegend überarbeiten

Die SPD will das Schulgesetz bald und umfassend ändern sowie Stundentafel und Lehrpläne überarbeiten und entschlacken. Schulen sollen eigenverantwortlicher arbeiten, eigene Budgets erhalten und von Teams aus verschiedenen Berufen unterstützt werden.

Die SPD will das Schul-Gesetz ändern. Die Lehr-Pläne sollen weniger Stoff enthalten. Schulen sollen mehr selbst entscheiden und eigenes Geld bekommen. Neben Lehrern sollen auch andere Fachleute an Schulen arbeiten.

Die eigenen Ideen sollen mit den Expertenvorschlägen zum „Bildungsland Sachsen 2030“ abgeglichen werden. Weniger Stoff soll Luft in der Stundentafel schaffen und angesichts des Lehrermangels einen wirksameren Einsatz der Lehrkräfte erlauben. Vorgesehen sind mehr selbstständiges Arbeiten, Projektlernen und Praktika. Schülerinnen, Schüler und Eltern sollen mehr mitbestimmen. Zum Unterstützungssystem zählen Schulsozialarbeit, pädagogische Assistenzen, Inklusionsbegleitung, IT-Koordination, Verwaltungsassistenzen, Bewegungscoaches und Schulgesundheitsfachkräfte.

Originalzitat anzeigen (Seite 14)
„Unser Ziel ist eine zeitnahe und umfassende Novellierung des Schulgesetzes sowie die Überarbeitung der Stundentafel und Lehrpläne, um das Fundament für eine eigenverantwortliche Schule zu legen.“
Seite 14 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Zusätzliche Berufsgruppen an Schulen erweitern das öffentlich finanzierte Unterstützungsangebot.

  • Gesellschafteher progressiv

    Die Schule soll sich weg vom überlieferten Stoffkanon hin zu Projektlernen, Mitbestimmung und Umgang mit Vielfalt entwickeln.

Längeres gemeinsames Lernen und Gemeinschaftsschulen ausbauen

Die SPD setzt auf längeres gemeinsames Lernen und will die Bildungsempfehlung abschaffen. Gemeinschaftsschulen sollen leichter gegründet werden können, auch mit drei Klassen pro Jahrgang.

Kinder sollen länger zusammen in eine Schule gehen. Die SPD will die Bildungs-Empfehlung streichen. Das ist die Empfehlung, auf welche Schule ein Kind nach der Grundschule geht. Gemeinschafts-Schulen sollen leichter entstehen. Alle sollen einen Abschluss schaffen.

Nach dem Programm soll die Schule mehr praktisches Lernen bieten und alle Jugendlichen zu einem Abschluss führen. Der Wegfall der Bildungsempfehlung soll frühe Brüche in der Schullaufbahn vermeiden. Hürden für Gemeinschaftsschulen sollen sinken, sodass dreizügige Schulen dieser Art möglich werden. Die SPD begründet das mit dem Bedarf an gut ausgebildeten Beschäftigten für den Umbau der Wirtschaft und setzt sich auch für gute frühkindliche Bildung ein.

Originalzitat anzeigen (Seite 20)
„Damit dies flächendeckend gelingt, bauen wir Hürden ab und ermöglichen die Einrichtung von dreizügigen Gemeinschaftsschulen.“
Seite 20 im Original

Einordnung

  • Gesellschafteher progressiv

    Der Verzicht auf die frühe Aufteilung der Kinder verschiebt das gegliederte Schulsystem in Richtung gemeinsamer Bildungswege.

Berufliche Bildung stärken, Ausbildungsfonds einführen

Die SPD will berufliche und akademische Bildung gleichstellen und einen durch Umlage finanzierten Ausbildungsfonds schaffen. Er soll kleine Betriebe bei der Ausbildung stützen sowie Verbund- und außerbetriebliche Ausbildung mitbezahlen.

Die SPD will die Berufs-Ausbildung stärken. Betriebe sollen in einen gemeinsamen Topf einzahlen. Aus dem Topf bekommen kleine Betriebe Hilfe beim Ausbilden. Berufs-Schulen sollen moderner werden. Wer Meister werden will, soll mehr Förderung bekommen.

Auch Gemeinschaftsschulen und Gymnasien sollen Praxisberaterinnen und Praxisberater für die Berufsorientierung bekommen. Die SPD will ein stabiles Berufsschulnetz, modernisierte Berufsschulzentren und neue Wege, um Berufsschullehrkräfte zu gewinnen. Die Ausbildungsgarantie soll gut umgesetzt und der Jugendarbeitsschutz gestärkt werden. Beim Aufstiegs-BAföG strebt die Partei höhere Fördersätze und eine Öffnung für Fortbildungen in Teilzeit an. Zwischen beruflichem und akademischem Bildungsweg soll der Wechsel leichter werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 20)
„Im nächsten Schritt führen wir einen umlagefinanzierten Ausbildungsfonds ein.“
Seite 20 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Eine Umlage der Betriebe zur Finanzierung von Ausbildung ist ein zusätzlicher staatlich organisierter Eingriff in den Ausbildungsmarkt.

Mehr Personal und Qualität in Kitas

Die SPD will, dass Fachkräfte in Krippen, Kindergärten, Horten und Tagespflege mehr Zeit für die Kinder haben. Dazu soll eine Personalreserve weiter aufgebaut und ein Landesinstitut für frühkindliche Bildung gegründet werden.

Die SPD will bessere Kitas. Erzieherinnen und Erzieher sollen mehr Zeit für die Kinder haben. Dafür soll es mehr Personal geben. Ein neues Institut soll auf die Qualität achten. Kinder sollen in der Kita besser sprechen lernen.

Die Personalreserve soll schrittweise wachsen; zusätzliche Mittel sind für besondere soziale Bedarfe und den Übergang in die Schule vorgesehen. Die Ausbildungsoffensive für pädagogisches Personal wird fortgesetzt, Quereinsteiger sollen pädagogisch nachqualifiziert werden. Ein Landesinstitut soll die bisher projektweise organisierte Qualitätssicherung bündeln. Das Landesprogramm zur sprachlichen Bildung wird fortgeführt und um Kita-Sprachfachkräfte ergänzt. Geplant ist außerdem ein Fahrplan für inklusive Kitas.

Originalzitat anzeigen (Seite 27)
„Mehr Zeit der Pädagog:innen für Kinder in den Kinderkrippen sowie der Kindertagespflege, Kindergärten und Horten ist unser Ziel.“
Seite 27 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Mehr Personal und ein neues Landesinstitut bedeuten einen schrittweisen Ausbau öffentlicher Leistungen in der Kinderbetreuung.

Ganztagsschulen ausbauen, Chancengerechtigkeit erhöhen

Die SPD will die rhythmisierte Ganztagsschule ausbauen, bei der Unterricht, Förderung und Freizeit über den ganzen Tag verteilt sind. Zusammen mit mehr Gemeinschaftsschulen und zusätzlichen Mitteln nach Sozialindex soll der Bildungserfolg weniger von der Herkunft abhängen.

Die SPD will mehr Ganztags-Schulen. Dort wechseln sich Lernen und Pausen über den ganzen Tag ab. Es soll auch mehr Gemeinschafts-Schulen geben. Schulen mit vielen armen Kindern bekommen mehr Geld. So sollen alle Kinder gleiche Chancen haben.

Grundschule, Hort, Ganztagsangebote und außerschulische Lernorte sollen schneller zusammenwachsen; dafür sind mehrjährige Zuschüsse und abgesicherte Kooperationszeiten vorgesehen. Das Startchancenprogramm soll nach dem Willen der SPD ein dauerhaftes Programm von Bund und Ländern werden, die Schulsozialarbeit wird gestärkt. Schulnetz- und Jugendhilfeplanung sollen verzahnt werden. Daten der Sozialberichterstattung sollen bestimmen, wohin zusätzliche Mittel fließen.

Originalzitat anzeigen (Seite 27)
„Wir werden die rhythmisierte Ganztagsschule ausbauen, um Unterricht, Lernförderung, Pausen und Erholungsphasen sowie frei gestaltbare Zeit besser auf den Vor- und Nachmittag zu verteilen.“
Seite 27 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Zusätzliche öffentliche Mittel sollen gezielt nach sozialer Lage verteilt und Ganztagsangebote ausgebaut werden, was mehr staatliche Leistungen bedeutet.

Kita- und Langzeitstudiengebühren abschaffen

Die SPD will, dass Bildung durchgehend gebührenfrei ist – ab der Kita und bis hin zum Meister- oder Masterabschluss. Elternbeiträge für Kitas und Gebühren für Langzeitstudierende sollen entfallen, Lernmittel kostenlos bleiben.

Die SPD will, dass Bildung nichts kostet. Eltern sollen kein Geld mehr für die Kita zahlen. Wer lange studiert, soll auch keine Gebühren zahlen. Schul-Bücher und anderes Lern-Material bleiben kostenlos.

Das Programm begründet die Forderung damit, dass Bildung über die Zukunft jedes Einzelnen und der Gesellschaft entscheide. Teilhabe an Bildung habe deshalb besonderes Gewicht. Die Gebührenfreiheit soll für den gesamten Bildungsweg gelten, also auch für die Meisterausbildung.

Originalzitat anzeigen (Seite 29)
„Wir schaffen deshalb die Kita-Gebühren und Langzeitstudiengebühren ab und garantieren die Lernmittelfreiheit.“
Seite 29 im Original

Einordnung

  • Wirtschaftdeutlich mehr Staat

    Die heute erhobenen Elternbeiträge für Kitas und die Langzeitstudiengebühren sollen ganz wegfallen und vom Staat getragen werden.

Mehr Dauerstellen und bessere Arbeitsbedingungen an Hochschulen

Die SPD will 450 neue unbefristete Stellen an den Hochschulen schaffen und den Anteil unbefristeter Beschäftigung auf mehr als 45 Prozent bringen. Karrierewege in der Wissenschaft sollen planbarer werden, und studentische Beschäftigte sollen einen Tarifvertrag erhalten.

Viele Beschäftigte an Hochschulen haben nur Verträge auf Zeit. Die SPD will 450 neue feste Stellen schaffen. Mehr als 45 von 100 Stellen sollen ohne Frist sein. Auch studentische Hilfs-Kräfte sollen einen Tarif-Vertrag bekommen.

Daueraufgaben sollen nach dem Programm von dauerhaft Beschäftigten erledigt werden. Die Zahl der Juniorprofessuren mit Tenure-Track soll steigen, und Hochschulen müssen Personalentwicklungskonzepte vorlegen. Bei Promotionsstellen soll die Hälfte der Stelle der eigenen Qualifikation dienen; Stellen haben Vorrang vor Stipendien. Die Landesgraduiertenstipendien werden auf 150 Plätze und mindestens 1.650 Euro monatlich angehoben. Die SPD unterstützt den Tarifvertrag TVStud für studentische Beschäftigte und wirbt im Bund für ein Ende der Tarifsperre in der Wissenschaft. Dual Studierende sollen eine existenzsichernde Mindestvergütung und Schutzrechte wie Auszubildende bekommen.

Originalzitat anzeigen (Seite 44)
„Wir wollen 450 zusätzliche Dauerstellen an Hochschulen schaffen und die Quote von unbefristeten Beschäftigungen auf über 45 Prozent anheben.“
Seite 44 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Zusätzliche öffentliche Stellen, Tarifbindung und Mindestvergütungen bauen staatliche Ausgaben und Arbeitnehmerschutz aus.

Verbliebene Studiengebühren abschaffen

Die SPD will die Gebühren für Langzeitstudierende und für Studierende aus Staaten außerhalb der EU streichen. Ein gebührenfreies Studium und eine moderne Ausbildungsförderung sichern aus ihrer Sicht die Chancengleichheit.

Wer sehr lange studiert, muss in Sachsen Gebühren zahlen. Auch Studierende aus Ländern außerhalb der EU können Gebühren zahlen müssen. Die SPD will beide Gebühren abschaffen. Das Studium soll für alle kostenlos sein.

Neben der Abschaffung der beiden Gebührenarten soll das Orientierungsstudium ausgebaut werden. Studienberatung und Berufsorientierung will die Partei stärken. Sie versteht ein Studium ohne Gebühren als Recht und verbindet es mit dem Ziel gleicher Chancen.

Originalzitat anzeigen (Seite 44)
„Wir bauen das Orientierungsstudium aus, setzen auf Studienberatung sowie Berufsorientierung und schaffen die Langzeitstudiengebühren sowie Studiengebühren für Nicht-EUStaatsbürger:innen ab.“
Seite 44 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Der Wegfall der noch bestehenden Gebühren verlagert Kosten des Studiums vollständig auf die öffentliche Hand.

Grundfinanzierung der Hochschulen jährlich erhöhen

Die SPD will den Hochschulen über eine Vereinbarung mit sechs Jahren Laufzeit eine feste Grundfinanzierung zusichern, die jedes Jahr um 3,5 Prozent steigt. Hinzu kommt eine Investitionsstrategie für Gebäude, Flächen und Großgeräte.

Die Hochschulen sollen sicher planen können. Die SPD will ihnen für sechs Jahre festes Geld zusagen. Dieses Geld soll jedes Jahr um 3,5 Prozent wachsen. Auch für Gebäude und große Forschungs-Geräte soll es einen Plan geben.

Die Steuerung der Hochschulen im Dialog soll weiterentwickelt werden, mit mehr Anreizen in den Zielvereinbarungen. Für Bauten und Großforschungsgeräte plant die Partei eine finanziell unterlegte Investitionsstrategie; Hochschulen können auf Wunsch selbst Bauherr werden. In Sachsen sollen weiterhin mehr als 100.000 Menschen studieren, mit Schwerpunkt auf Fächern der Daseinsvorsorge wie Medizin, Pflege, Lehramt oder Soziale Arbeit, während auch kleine Fächer erhalten bleiben. Die staatliche Grundfinanzierung sichert nach Auffassung der SPD die Freiheit der Wissenschaft. Zusätzlich sollen Landesmittel EU-Verbundprojekte kofinanzieren.

Originalzitat anzeigen (Seite 44)
„Gleichzeitig garantieren wir mit einer sechsjährigen Zuschussvereinbarung eine verlässliche Grundfinanzierung der Hochschulen. Diese soll jährlich um 3,5 Prozent anwachsen.“
Seite 44 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Eine garantierte jährliche Steigerung der Zuschüsse und zusätzliche Investitionen erhöhen die öffentlichen Ausgaben schrittweise.

Studierendenwerke stärken und Wohnheime ausbauen

Die SPD will den Studierendenwerken über eine sechsjährige Vereinbarung höhere Zuschüsse geben, damit die Semesterbeiträge stabil bleiben. Außerdem soll weiter in Wohnheime investiert werden.

Studierenden-Werke kümmern sich um Mensa, Wohnheime und Beratung. Die SPD will ihnen mehr Geld geben. Die Zusage soll für sechs Jahre gelten. So sollen die Beiträge der Studierenden nicht steigen. Es soll auch mehr und bessere Wohnheime geben.

Das Programm bezeichnet die Angebote der Studierendenwerke, von Mensa und Wohnheim bis zu Studienfinanzierung, Kultur und Sozialberatung, als unverzichtbare soziale Infrastruktur. Die mehrjährige Vereinbarung soll Planungssicherheit bringen. Mit Investitionen in Wohnheime will die Partei günstigen Wohnraum für Studierende sanieren und neu bauen.

Originalzitat anzeigen (Seite 46)
„Mit einer sechsjährigen Zuschussvereinbarung schaffen wir Planungssicherheit. Und wir heben die Zuschüsse weiter an, um für stabile Semesterbeiträge zu sorgen.“
Seite 46 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Höhere Zuschüsse und öffentliche Investitionen in Wohnheime bauen staatlich finanzierte Leistungen aus.

Schulstandorte und Volkshochschulen auf dem Land stärken

Die SPD will Schulen im ländlichen Raum stärker als Mittel der Regionalentwicklung behandeln und Standorte auch bei niedrigen Schülerzahlen erhalten. Die Volkshochschulen sollen als Träger der Erwachsenenbildung gestärkt werden und mehr Aufgaben bekommen.

Die SPD will Schulen in kleinen Orten erhalten. Eine Schule im Ort ist wichtig für die Gemeinde, sagt die SPD. Auch die Volkshochschulen sollen stärker werden. Sie sollen mehr Aufgaben bekommen.

Das Programm bezeichnet die Schule im Ort als Anker für die Entwicklung einer Gemeinde. Es verweist auf jahrgangsübergreifendes Lernen, die Oberschule+ und die Gemeinschaftsschule, mit denen Standorte trotz weniger Schüler erhalten oder neu eingerichtet werden können. Die Volkshochschulen beschreibt die SPD als wohnortnahes Netz der Weiterbildung für alle Altersgruppen. Ihr Aufgabenspektrum soll erweitert werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 57)
„Wir werden dafür sorgen, dass Schulen stärker als bisher auch als Instrument zur Regionalentwicklung gesehen werden.“
Seite 57 im Original

Einordnung

Dieser Punkt berührt keine der Achsen.

In Schulgebäude und digitale Ausstattung investieren

Die SPD will weiter viel Geld in den Schulhausbau und in die digitale Ausstattung der Schulen stecken. Zugleich will sie die Aufgabenverteilung zwischen Land und Kommunen bei den Schulen neu ordnen.

Die SPD will weiter viel Geld für Schul-Gebäude ausgeben. Schulen sollen auch mehr Computer und Technik bekommen. Fach-Leute sollen die Geräte betreuen. Land und Gemeinden sollen ihre Aufgaben bei den Schulen neu aufteilen.

Die Investitionen in Schulgebäude sollen auf hohem Niveau weiterlaufen. Die getrennte Schulträgerschaft will die SPD überprüfen und die Aufgaben von Land und Kommunen reformieren. Für die Digitalisierung soll weiter in Geräte investiert werden, und es soll Personal für IT-Administration und Wartung gewonnen werden. Der Einsatz von Lernsoftware, die sich an den Lernstand anpasst, soll ausgeweitet werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 77)
„Die Investitionsoffensive beim Schulhausbau setzen wir auf hohem Niveau fort.“
Seite 77 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Die öffentlichen Investitionen in Schulen und zusätzliches Personal sollen hoch bleiben und ausgebaut werden.

Herkunftssprachen als zweite Fremdsprache anerkennen

Die SPD will, dass mehrsprachig aufgewachsene Kinder ihre Herkunftssprache anstelle einer zweiten Fremdsprache anrechnen lassen können. Auch die Deutsche Gebärdensprache soll als Fremdsprache anerkannt werden.

Manche Kinder wachsen mit zwei Sprachen auf. Die SPD will: Ihre Familien-Sprache soll in der Schule als zweite Fremd-Sprache zählen. Auch die Deutsche Gebärden-Sprache soll als Fremd-Sprache gelten. Das Konzept für Deutsch als Zweit-Sprache soll besser werden.

Nach dem Programm reichen drei Sprachen für das Abitur aus. Die Anerkennung der Herkunftssprache soll migrationsbedingte Mehrsprachigkeit würdigen und zugleich das Sorbische wertschätzen. Die sächsische Konzeption zur schulischen Integration von Zugewanderten will die SPD auswerten und weiterentwickeln. Dabei geht es um zeitnahen Schulbesuch nahe am Wohnort, besonderen Unterstützungsbedarf und Unterricht in der Herkunftssprache.

Originalzitat anzeigen (Seite 77)
„Wir unterstützen den Vorschlag, mehrsprachig aufgewachsenen Kindern ihre Herkunftssprache als Äquivalent zur zweiten Fremdsprache anzuerkennen.“
Seite 77 im Original

Einordnung

  • Gesellschafteher progressiv

    Die Anerkennung von Mehrsprachigkeit, Sorbisch und Gebärdensprache stärkt sprachliche Vielfalt in der Schule.

  • Migrationeher offen

    Herkunftssprachen von Zugewanderten sollen schulisch anerkannt und die Integration in der Schule ausgebaut werden.

Inklusion an Schulen weiterentwickeln

Die SPD will Bildung schrittweise inklusiver gestalten und dafür mehr Personal und Sachmittel bereitstellen. Jede Schule soll Kinder aus ihrer Umgebung aufnehmen und nach ihren Bedürfnissen fördern können.

Alle Kinder sollen in der Schule mitmachen können. Das gilt auch für Kinder mit Behinderung oder besonderem Förder-Bedarf. Die SPD will dafür mehr Personal und Material geben. Jede Schule soll Kinder aus der Nachbarschaft aufnehmen können.

Die Teilhabe aller Schülerinnen und Schüler soll unabhängig von Förderbedarf sowie sozialer oder kultureller Herkunft gefördert werden. Die Maßnahmenpläne zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention will die SPD fortschreiben. Personelle und sächliche Mittel zur Unterstützung sollen wachsen. Die Kooperationsverbünde der Schulen sollen gestärkt werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 78)
„damit jede Schule Kinder aus dem Wohnumfeld aufnehmen und individuell nach deren Bedürfnissen fördern kann“
Seite 78 im Original

Einordnung

  • Gesellschafteher progressiv

    Der schrittweise Ausbau inklusiver Beschulung stärkt Teilhabe und Gleichstellung von Kindern mit Förderbedarf.

Lehrerausbildung per Gesetz praxisnäher machen

Die SPD will ein Lehrkräftebildungsgesetz schaffen und die Ausbildung stärker auf die Praxis ausrichten. Die 2.400 Lehramtsstudienplätze an den Universitäten sollen erhalten bleiben.

Die SPD will ein neues Gesetz für die Ausbildung von Lehrern. Die Ausbildung soll mehr Praxis haben. Es soll weiter 2.400 Studien-Plätze für das Lehramt geben. Auch Fortbildungen für Lehrer sollen mehr Geld bekommen.

Studieninhalte und Referendariat sollen überprüft werden. Ziel der SPD sind mehr Bildungspraxis und weniger Fachwissenschaft, ein ins Studium eingebautes Referendariat, frühe Praxiserfahrung und die Möglichkeit zum Teamteaching. Für Fort- und Weiterbildung von Schulleitungen, Lehrkräften und weiterem pädagogischem Personal will die SPD die Budgets erhöhen.

Originalzitat anzeigen (Seite 78)
„Mit einem Lehrkräftebildungsgesetz setzen wir den rechtlichen und strukturellen Rahmen.“
Seite 78 im Original

Einordnung

Dieser Punkt berührt keine der Achsen.

Mehr Lehrerstellen und Unterstützungskräfte an Schulen

Die SPD will so viele Lehrerstellen einplanen, dass der Unterricht zu 104 Prozent abgedeckt ist. Zusätzlich sollen mehr Assistenz- und Unterstützungskräfte die Lehrkräfte entlasten.

Die SPD will mehr Lehrer-Stellen einplanen, als für den Unterricht nötig sind. So gibt es eine Reserve. An Schulen sollen auch mehr andere Fach-Leute arbeiten. Zum Beispiel Sozial-Arbeiter und Assistenten. Das soll die Lehrer entlasten.

Die Prognose zum Lehrerbedarf soll regelmäßig aktualisiert werden, und alle nötigen Planstellen sollen bereitstehen. Das Unterstützungs- und Assistenzsystem will die SPD mit mehr Stellen und Geld ausweiten. Genannt werden pädagogische Assistenzen, Inklusionsbegleitung, Schulsozialarbeit, IT-Koordination und Schulgesundheitsfachkräfte. Auch Schulbudgets sollen zur Entlastung beitragen.

Originalzitat anzeigen (Seite 79)
„Wir richten die Unterrichtsversorgung auf 104 Prozent aus, schreiben die Lehrerbedarfsprognose regelmäßig fort und halten alle notwendigen Planstellen vor.“
Seite 79 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Zusätzliche Stellen und Mittel für Schulen bedeuten mehr öffentliche Ausgaben und Beschäftigung im Staatsdienst.

Politische Bildung und Mitbestimmung an Schulen stärken

Die SPD will die politische Bildung an Schulen ausbauen und Schüler- und Elternräte besser unterstützen. Mitsprache und Mitbestimmung im Schulalltag sollen nach dem Programm zu einem guten Schulklima beitragen.

Schüler sollen in der Schule mehr über Politik lernen. Sie sollen auch mehr mitbestimmen können. Die SPD will Schüler-Räte und Eltern-Räte besser unterstützen. Fahrten zu Gedenk-Stätten sollen weiter Geld bekommen.

Das Konzept „W wie Werte“ soll weitergeführt werden. Gedenkstättenfahrten und die Landesservicestelle für Lernorte des Erinnerns sollen weiter gefördert werden. Schüler- und Elternräte sollen Räume, Arbeitsplätze, Sachmittel und Qualifizierung erhalten, und der Klassenrat soll mehr Beteiligung ermöglichen. Über Schulbudgets sollen außerschulische Partner etwa für Demokratieerziehung, Gewalt- und Suchtprävention, Sexualpädagogik und Umweltbildung eingebunden werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 78)
„werden wir das Konzept „W wie Werte“ fortschreiben und dadurch die politische Bildung an Schulen stärken“
Seite 78 im Original

Einordnung

Dieser Punkt berührt keine der Achsen.

Schulaufsicht reformieren, Landesinstitut für Schulentwicklung gründen

Die SPD will Aufsicht und Schulentwicklung organisatorisch trennen und dafür ein Landesinstitut für Schulentwicklung gründen. Schulen sollen nach dem Programm eigenverantwortlicher arbeiten können.

Die SPD will die Aufsicht über die Schulen neu ordnen. Ein Amt soll die Schulen kontrollieren und Lehrer gewinnen. Ein neues Institut soll die Schulen beraten und begleiten. Schulen sollen mehr selbst entscheiden können.

Das Landesamt für Schule und Bildung soll die Aufsicht führen und sich um die Gewinnung von Lehrkräften kümmern. Das neue Landesinstitut soll Schulen begleiten und Erkenntnisse zwischen Bildungsforschung, Schulpraxis und Lehrerbildung austauschen. Schulen sollen mehr Mittel als eigenes Budget erhalten, und Lehrkräfte, Eltern sowie Schülerinnen und Schüler sollen stärker mitwirken. Schulen mit innovativen Konzepten will die SPD besonders unterstützen und ihnen mehr Entscheidungsspielraum geben.

Originalzitat anzeigen (Seite 79)
„Wir reformieren die Schulaufsicht. Das Landesamt für Schule und Bildung wird zum Dienstleister zur Lehrer:innen-Gewinnung und führt die Aufsicht.“
Seite 79 im Original

Einordnung

Dieser Punkt berührt keine der Achsen.

Was sagen die anderen Parteien zur Bildung?

Alle Programme in Sachsen im Vergleich