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Grüne zur Bildung

Aus dem Programm „Sachsen gemeinsam bewegen – Unser Programm zur Landtagswahl 2024 in Sachsen“

Landtagswahl Sachsen 2024, 1. September 2024Original-PDF, 148 SeitenAnalyse vom 3. Oktober 2026

KIZusammenfassungen und Einordnungen auf dieser Seite hat eine KI erstellt. Ein Mensch prüft sie nicht einzeln. Wie sie entstehen

Einordnung beim Thema Bildung

Durchschnitt der Punkte auf dieser Seite. Die Einordnung erstellt eine KI.

Jede Achse misst ein Thema. Ein „links“ oder „rechts“ für alles gibt es hier nicht: Wirtschaft, Gesellschaft, Migration und Sicherheit stehen getrennt. Eingeordnet ist nur, was im Programm steht. So lesen Sie die Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat (-0,9), aus 16 Punkten

    Punkte je Stufe: 0 deutlich mehr Staat, 15 eher mehr Staat, 1 ausgewogen, 0 eher mehr Markt, 0 deutlich mehr Markt

  • Gesellschafteher progressiv (-1), aus 8 Punkten

    Punkte je Stufe: 0 deutlich progressiv, 8 eher progressiv, 0 ausgewogen, 0 eher konservativ, 0 deutlich konservativ

  • Klimaeher Klimaschutz zuerst (-1), aus 2 Punkten

    Punkte je Stufe: 0 deutlich Klimaschutz zuerst, 2 eher Klimaschutz zuerst, 0 ausgewogen, 0 eher Wachstum zuerst, 0 deutlich Wachstum zuerst

  • Migrationeher offen (-1), aus 3 Punkten

    Punkte je Stufe: 0 deutlich offen, 3 eher offen, 0 ausgewogen, 0 eher restriktiv, 0 deutlich restriktiv

Die kleinen Säulen unter den Balken zeigen, wie viele Punkte auf jeder der fünf Stufen liegen.

Betreuungsschlüssel in Kitas bis 2035 verbessern

Die Grünen wollen mit einem Stufenplan bis 2035 erreichen, dass eine Fachkraft in der Kita für weniger Kinder zuständig ist. Das soll Kinder besser fördern und das Personal entlasten. Gehen die Kinderzahlen zurück, soll das Personal trotzdem bleiben.

In Kitas soll es mehr Erzieherinnen und Erzieher pro Kind geben. Die Grünen wollen das bis 2035 schrittweise erreichen. Das Personal soll mehr Zeit zum Vorbereiten bekommen. Wenn es weniger Kinder gibt, sollen die Fachkräfte bleiben.

Als Zwischenschritte nennt das Programm mehr Zeit für Vor- und Nachbereitung, eine stärkere Anrechnung von Ausfällen durch Urlaub, Krankheit und Fortbildung sowie die regelmäßige Anrechnung der Praxisanleitung. Die sogenannte demografische Rendite soll zu einem „pädagogischen Plus“ werden, indem rechnerisch überzähliges Personal gehalten wird. Mittelfristig sollen die vielen Teilschlüssel in einem Gesamtschlüssel je Einrichtungsart aufgehen, nur der Leitungsanteil bliebe getrennt. Die Grünen setzen sich zudem für bundesweite Qualitätsstandards ein und wollen Bundesmittel aus dem Kita-Qualitätsgesetz weiter für Qualität verwenden.

Originalzitat anzeigen (Seite 32)
„Als Zwischenschritte wollen wir die Vor- und Nachbereitungszeit für das Kita-Personal erhöhen, Fehlzeiten durch Urlaub, Krankheit und Weiterbildung umfassender im Personalschlüssel berücksichtigen“
Seite 32 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Mehr Personal je Kind und das Halten von Stellen bei sinkenden Kinderzahlen erhöhen die öffentlichen Ausgaben für Kitas schrittweise.

Kita-Sozialarbeit, Sprachbildung und Inklusion ausbauen

Die Grünen wollen Sozialarbeit in Kitas dauerhaft sichern und ausweiten, auch wenn die bisherige EU-Förderung ausläuft. Sprachliche Bildung im Kita-Alltag soll landesweit umgesetzt werden. Für inklusive Kitas sollen mehr Räume, Personal und Geld bereitstehen.

In Kitas soll es dauerhaft Sozialarbeit geben. Bisher zahlt die EU dafür in einem Programm. Kinder sollen im Kita-Alltag besser Sprache lernen. Kinder mit und ohne Behinderung sollen gut zusammen betreut werden.

Bei der Finanzierung sollen besondere Belastungen von Einrichtungen zählen, etwa viel Armut im Stadtteil, Kinder mit belastenden Fluchterfahrungen oder Kinder mit wenig Deutschkenntnissen. Das Landesprogramm zur alltagsintegrierten sprachlichen Bildung soll fest verankert werden. In der Ausbildung von Erzieherinnen und Erziehern sollen Diagnostik und Mehrsprachigkeit mehr Raum bekommen. Die Kita-Integrationsverordnung soll überprüft werden. Der Sächsische Bildungsplan soll mit breiter Beteiligung der Kitas aktueller und praxisnäher werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 33)
„Die Kita-Sozialarbeit wollen wir auch nach dem Ende des Europäischen Sozialfonds (ESF)-Programms „KINDER STÄRKEN 2.0“ verstetigen und ausweiten.“
Seite 33 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Ein bisher befristet aus EU-Mitteln bezahltes Angebot soll dauerhaft öffentlich finanziert und ausgeweitet werden.

  • Gesellschafteher progressiv

    Mehr Mittel für inklusive Kitas und Mehrsprachigkeit bauen die gemeinsame Betreuung in Vielfalt gegenüber heute aus.

Kita-Teams für weitere Berufe öffnen

Die Grünen wollen die Regeln ändern, wer in einer Kita arbeiten darf. Künftig sollen Fähigkeiten und Qualifikationen zählen und nicht nur formale Abschlüsse. Berufe wie Logopädie oder Ergotherapie sollen fest zum Team gehören und im Personalschlüssel mitzählen.

In Kitas fehlen Fachkräfte. Die Grünen wollen, dass mehr Berufe in der Kita arbeiten dürfen. Dazu gehören zum Beispiel Sprach-Therapeuten und Theater-Pädagogen. Es soll mehr auf das Können ankommen als auf den Abschluss.

Dafür soll die sächsische Verordnung zur Qualifikation und Fortbildung pädagogischer Fachkräfte (SächsQualiVO) neu gefasst werden. Die Beobachtung des Fachkräftebedarfs läuft weiter, und die Fachkräftestrategie wird passend zum Stufenplan bis 2035 fortgeschrieben. Die Zahl der Ausbildungsplätze an Fach- und Hochschulen soll hoch bleiben. Geplant sind außerdem eine dauerhafte berufsbegleitende Ausbildung, eine einfachere Anerkennung ausländischer Abschlüsse und mehr Männer sowie Akademikerinnen und Akademiker im Beruf. Auf längere Sicht sollen auch angehende Sozialassistentinnen und -assistenten kein Schulgeld mehr zahlen.

Originalzitat anzeigen (Seite 33)
„den Einsatz in der Kita von bestimmten Qualifikationen und Kompetenzen abhängig machen, nicht allein von Abschlüssen“
Seite 33 im Original

Einordnung

  • Migrationeher offen

    Die leichtere Anerkennung ausländischer Abschlüsse erleichtert Zugewanderten den Zugang zum Beruf.

Lehrerberuf attraktiver machen, Schulen modern ausstatten

Die Grünen sehen im Mangel an Lehrkräften die größte Aufgabe der Bildungspolitik. Sie wollen mit besseren Arbeitsbedingungen, Teilzeitmöglichkeiten und einem neuen Arbeitszeitmodell mehr Lehrkräfte gewinnen und halten. Schulgebäude sollen energiesparend, digital und pädagogisch zeitgemäß ausgestattet sein.

In Sachsen fehlen Lehrerinnen und Lehrer. Die Grünen wollen den Beruf schöner machen. Lehrkräfte sollen leichter in Teilzeit arbeiten können. Schulen sollen gute Gebäude, gute Möbel und gute Technik haben.

Klassenleitungen sollen bald eine Stunde Unterrichtsentlastung bekommen, langfristig sollen die Klassen kleiner werden. Eine öffentlich einsehbare Bedarfsanalyse für Lehrkräfte soll regelmäßig aktualisiert werden. Zusätzliche Aufgaben sollen angemessen vergütet werden, und Schulleitungen sollen aus Teams mit pädagogischen und betriebswirtschaftlichen Fachleuten bestehen. Ausländische Lehramtsabschlüsse sollen unkompliziert anerkannt werden, begleitet von Qualifizierung und Sprachkursen. Schulen sollen Solaranlagen auf dem Dach haben und ihre Höfe und Sportanlagen für das Wohnviertel öffnen.

Originalzitat anzeigen (Seite 34)
„Dafür braucht es bessere Arbeitsbedingungen, einen attraktiven Arbeitsplatz in der Schule und ein zeitgemäßes Arbeitszeitmodell.“
Seite 34 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Entlastungsstunden, kleinere Klassen und bessere Ausstattung der Schulen bedeuten mehr öffentliche Ausgaben für Bildung.

Schulassistenz bis 2030 an jeder Schule

Die Grünen wollen, dass bis 2030 jede sächsische Schule mindestens eine Schulassistenz hat. Dafür soll der Landeshaushalt eigene Stellen vorsehen. Weitere Fachkräfte wie Schulpsychologinnen und Inklusionsassistenten sollen die Lehrkräfte entlasten.

Lehrkräfte sollen Hilfe im Schulalltag bekommen. Bis 2030 soll jede Schule mindestens eine Assistenz haben. Das Land soll dafür eigene Stellen schaffen. Auch Schul-Psychologen sollen mehr werden.

Größere Schulen und solche, die länger ohne Leitung sind, sollen Assistenzkräfte für die Schulverwaltung erhalten. Die neuen Kräfte sollen nicht länger auf unbesetzten Lehrerstellen geführt werden. Praxisberatung, Inklusionsassistenz und Schulpsychologie sollen gemeinsam mit den Lehrkräften Teams aus verschiedenen Berufen bilden. Die schulpsychologische Beratung soll mehr Stellen bekommen und enger mit der Schulsozialarbeit zusammenarbeiten.

Originalzitat anzeigen (Seite 34)
„Bis 2030 soll es an jeder Schule in Sachsen mindestens eine*n Schulassistent*in geben.“
Seite 34 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Zusätzliche, eigens im Haushalt ausgewiesene Stellen erweitern das öffentliche Personal an Schulen.

Lehrerausbildung per Gesetz neu ordnen

Die Grünen wollen ein Lehrkräftebildungsgesetz für Sachsen. Das Studium soll sich nach dem Alter der Schülerinnen und Schüler richten statt nach Schularten und früher sowie häufiger Praxis enthalten. Seiten- und Quereinstieg sollen leichter werden, bestimmte Fortbildungen verpflichtend.

Die Grünen wollen die Ausbildung für Lehrkräfte ändern. Dafür soll es ein neues Gesetz geben. Studierende sollen früher in Schulen üben. Auch Menschen aus anderen Berufen sollen leichter Lehrkraft werden können.

Im Lehramtsstudium soll ein integrierter Bachelorabschluss möglich werden, und das Studium soll an allen Hochschulen auch in Teilzeit gehen. Pflichtmodule zu Inklusion und Medienkompetenz sowie mehr Mentoring sollen die Abbruchquoten senken. Bestehende Modellstudiengänge, etwa an der Universität Leipzig, sollen bis zum neuen Gesetz dauerhaft gesichert werden; im ländlichen Raum soll das Referendariat auch für Oberschulen und Gymnasien angeboten werden. Berufseinsteiger sollen leichter Teilzeit bekommen, und Aushilfskräfte im Programm Unterrichtsversorgung sollen deutlich mehr verdienen. Fortbildungen zu Digitalisierung und Demokratiebildung sollen Pflicht werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 35)
„Wir wollen die Ausbildung von Lehrer*innen mit einem Lehrkräftebildungsgesetz modernisieren.“
Seite 35 im Original

Einordnung

Dieser Punkt berührt keine der Achsen.

Gemeinschaftsschulen erleichtern, Ganztagsschulen ausbauen

Die Grünen wollen es einfacher machen, eine Gemeinschaftsschule oder Oberschule+ zu gründen, damit Kinder länger gemeinsam lernen. Vor allem die Vorgaben zur Mindestzahl paralleler Klassen sollen sinken. Außerdem setzen sie sich für gebundene Ganztagsschulen ein, die über mehrjährige Pauschalen finanziert werden.

In Gemeinschafts-Schulen lernen Kinder länger zusammen. Die Grünen wollen, dass solche Schulen leichter entstehen können. Die Regeln dafür sollen weniger streng sein. Es soll auch mehr Ganztags-Schulen geben.

Schulgesetz und Schulordnung sollen geändert werden, wobei die Erfahrungen der ersten neu gegründeten Gemeinschaftsschulen einfließen. Ganztagsschulen sollen einen über den Tag verteilten Wechsel von Lernen und Erholung bieten und Geld für mehrere Jahre statt je Schuljahr erhalten. Grundschulen und Horte sollen wegen des Rechtsanspruchs auf Ganztagsbetreuung eng zusammenarbeiten. Externe Anbieter und Lernorte außerhalb der Schule sollen einbezogen werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 36)
„Wir setzen uns dafür ein, die hohen Hürden bei der Einrichtung einer Gemeinschaftsschule oder Oberschule+ in Schulgesetz und Schulordnung abzusenken“
Seite 36 im Original

Einordnung

  • Gesellschafteher progressiv

    Niedrigere Hürden für Gemeinschaftsschulen verschieben das gegliederte Schulsystem schrittweise hin zu längerem gemeinsamem Lernen.

Schulen nach Sozialindex fördern, Eigenständigkeit stärken

Die Grünen wollen einen landesweiten Sozialindex, um Geld und Personal gezielt an Schulen mit besonderen Herausforderungen zu lenken. Schulen sollen zudem mehr selbst über ihr Budget entscheiden. Inklusiver Unterricht soll in Wohnortnähe für alle Förderschwerpunkte gesichert werden.

Manche Schulen haben es schwerer als andere. Die Grünen wollen diesen Schulen mehr helfen. Ein Sozial-Index soll zeigen, welche Schulen das sind. Schulen sollen auch mehr selbst über ihr Geld bestimmen.

Der Sozialindex soll Ressourcen auf Datengrundlage verteilen und Entscheidungen nachvollziehbarer machen, etwa bei der Auswahl für das Startchancen-Programm. Schulen mit besonderen Belastungen sollen bei Assistenz- und Unterstützungsangeboten zuerst zum Zug kommen. Mehr Schulen sollen für unbesetzte Lehrerstellen Geld als Budget erhalten. Das Programm der Familienschulzentren soll auf weitere Grund- und Förderschulen ausgedehnt werden, auch auf dem Land. Die Kommunen sollen über ein eigenes Bildungsmonitoring eingebunden werden, und die Kooperationsverbünde für Inklusion sollen dauerhaft bestehen.

Originalzitat anzeigen (Seite 36)
„Wir wollen Schulen mit besonderen Bedarfen gezielt unterstützen und treiben die Erarbeitung eines landesweiten Sozialindex (Glossar) weiter voran.“
Seite 36 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Öffentliche Mittel sollen stärker nach sozialer Lage verteilt werden, was einen ausgleichenden Einsatz staatlicher Ressourcen ausbaut.

  • Gesellschafteher progressiv

    Wohnortnahe inklusive Beschulung in allen Förderschwerpunkten baut das gemeinsame Lernen gegenüber heute aus.

Inklusive Schulen pauschal besser ausstatten

Die Grünen wollen Schulen, die inklusiv arbeiten, mit pauschalen Mitteln ausstatten, über deren Verwendung sie selbst entscheiden. Aus Sicht des Programms genügen die bisherigen Instrumente für gelingende Inklusion nicht.

Inklusion heißt: Kinder mit und ohne Behinderung lernen zusammen. Die Grünen wollen diesen Schulen mehr Geld geben. Die Schulen entscheiden selbst, wofür sie es brauchen. Zum Beispiel für Räume oder für mehr Personal.

Inklusiv arbeitende Schulen sollen pauschale Zuweisungen bekommen und sie je nach Bedarf für Räume oder Personal einsetzen. Gewichtungsfaktoren bei der Klassenbildung und einzelne Integrationsstunden hält das Programm für unzureichend. Auch Gymnasien sollen Unterricht anbieten können, der sich an individuellen Lernzielen orientiert. Wer eine Förderschule mit dem Schwerpunkt Lernen oder geistige Entwicklung erfolgreich abschließt, soll den Hauptschulabschluss erhalten.

Originalzitat anzeigen (Seite 37)
„Wir setzen uns dafür ein, dass inklusiv arbeitende Schulen pauschale Zuweisungen erhalten, die sie nach Bedarf vor Ort in ergänzende räumliche oder personelle Kapazitäten investieren können“
Seite 37 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Zusätzliche öffentliche Mittel für inklusive Schulen bedeuten mehr staatliche Leistungen.

  • Gesellschafteher progressiv

    Der Punkt baut die gemeinsame Beschulung von Kindern mit und ohne Behinderung aus und stärkt damit Teilhabe und Gleichstellung.

Sprachförderung für zugewanderte Schüler ausbauen

Die Grünen wollen zugewanderten Kindern und Jugendlichen rasch einen Schulplatz geben und das Fach Deutsch als Zweitsprache stärken. Vielfalt an Schulen bewertet das Programm ausdrücklich als Gewinn.

Manche Kinder kommen neu nach Sachsen und sprechen wenig Deutsch. Die Grünen wollen ihnen schnell einen Schulplatz geben. Es soll mehr Deutsch-Unterricht für sie geben. Dafür braucht es mehr Lehrerinnen und Lehrer.

Das dreistufige Integrationskonzept an Schulen soll bestehen bleiben. Familien sollen mehrsprachig über das sächsische Schulsystem informiert werden. Unterricht in der Herkunftssprache soll je nach Bedarf wachsen, Mehrsprachigkeit soll stärker als Fähigkeit gelten. Für Deutsch als Zweitsprache (DaZ) sollen mehr Lehrkräfte gewonnen werden, auch aus dem Ausland, und Lehrkräfte aller Fächer sollen sich flexibel fortbilden können.

Originalzitat anzeigen (Seite 37)
„Dafür brauchen wir mehr DaZ-Lehrkräfte, einschließlich Lehrer*innen mit Migrationsgeschichte und aus dem Ausland.“
Seite 37 im Original

Einordnung

  • Gesellschafteher progressiv

    Mehrsprachigkeit und Vielfalt an Schulen sollen stärker anerkannt werden, was zu einer offenen Haltung gegenüber gesellschaftlicher Vielfalt passt.

  • Migrationeher offen

    Der Punkt baut Bildungs- und Integrationsangebote für Zugewanderte aus und stärkt deren Rechte auf Schulbesuch.

Schulstandorte im ländlichen Raum sichern

Die Grünen wollen das Schulnetz stabilisieren, damit Bildung nicht vom Wohnort abhängt. Bei sinkenden Schülerzahlen sollen Oberschulen+ Standorte erhalten, und digitaler Unterricht soll Lücken schließen.

Auf dem Land gibt es weniger Schulen als früher. Die Grünen wollen die Schulen dort erhalten. Wo Lehrer fehlen, soll es mehr Unterricht am Computer geben. Schulen sollen dabei zusammenarbeiten.

Die Oberschule+ gilt im Programm als Möglichkeit, Standorte bei sinkenden Schülerzahlen zu halten und zugleich längeres gemeinsames Lernen zu bieten. Digitales und hybrides Lernen soll dort wachsen, wo bereits viel Unterricht ausfällt. Es soll auch helfen, wenn für einen Leistungskurs oder eine Fremdsprache zu wenige Schüler zusammenkommen. Kooperationen zwischen Schulen dazu will die Partei unterstützen.

Originalzitat anzeigen (Seite 37)
„Das in den 1990er Jahren stark ausgedünnte Schulnetz wollen wir stabilisieren.“
Seite 37 im Original

Einordnung

Dieser Punkt berührt keine der Achsen.

Alternative Lernangebote für abschlussgefährdete Schüler ausweiten

Die Grünen wollen mehr Jugendliche zu einem Schulabschluss führen und dafür besondere Lernangebote ausbauen. Diese sollen Schülern helfen, die schulmüde sind, die Schule meiden oder psychisch belastet sind.

Manche Jugendliche gehen nicht mehr gern oder gar nicht zur Schule. Die Grünen wollen ihnen mit besonderen Lern-Angeboten helfen. Sie sollen trotzdem einen Abschluss schaffen. Niemand soll diese Angebote nutzen, um die Schulpflicht zu umgehen.

Der Zugang zu bestehenden Angeboten soll einfacher werden; Programme wie das produktive Lernen sollen wachsen. Die Partei will verhindern, dass solche Angebote aus politischen oder religiösen Motiven zur Umgehung der Schulpflicht dienen. Gesundheitliche Einschränkungen sollen stärker berücksichtigt werden, etwa über staatlich organisierte Online-Schulen. Unterricht im Klassenverband soll Vorrang behalten, wo er möglich ist.

Originalzitat anzeigen (Seite 37)
„Programme wie das produktive Lernen oder die alternativen Lernangebote bei Schulverweigerung oder psychischen Belastungen auszuweiten“
Seite 37 im Original

Einordnung

Dieser Punkt berührt keine der Achsen.

Späteren Unterrichtsbeginn und mehr Gesundheitsbildung einführen

Die Grünen wollen, dass der Unterricht an allen Schulen in Sachsen später und zeitlich gestaffelt beginnt. Außerdem soll Gesundheitsbildung in den Lehrplänen mehr Raum bekommen.

Die Schule soll morgens später anfangen. Das soll gut für die Gesundheit und den Spaß am Lernen sein. Außerdem sollen Schüler mehr über Gesundheit lernen. Zum Beispiel über Stress, Drogen und Krankheiten.

Der spätere Start wird mit Lernfreude und Gesundheit der Schüler begründet. In den Lehrplänen der weiterführenden Schulen soll Wissen zur Vorbeugung stärker vorkommen, etwa zu Depression, Suizid, Drogenmissbrauch, Diabetes, Stress, Herz-Kreislauf- und Krebserkrankungen. Das Programm sieht ungleiche Gesundheitsbildung als Ursache für Unterschiede im Gesundheitszustand. Zusätzlich sollen Angebote für körperliche und seelische Gesundheit an Schulen ergänzt werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 38)
„eine Entzerrung der Unterrichtsanfangszeiten und einen späteren Unterrichtsstart an allen sächsischen Schulen ein.“
Seite 38 im Original

Einordnung

Dieser Punkt berührt keine der Achsen.

Freie Schulen finanziell gleichstellen

Die Grünen wollen, dass Schulen in freier Trägerschaft ebenso von staatlichen Programmen profitieren wie öffentliche Schulen. Der Abschlag bei den Zuschüssen für Personal soll entfallen.

Es gibt Schulen, die nicht dem Staat gehören. Man nennt sie freie Schulen. Die Grünen wollen, dass sie gleich viel Förderung bekommen. Ein Abzug beim Geld für Lehrer soll wegfallen.

Freie Schulen sollen bei Förderrichtlinien und Landesprogrammen gleichermaßen berücksichtigt werden. Der Absenkungsfaktor mindert bisher die Zuschüsse zu ihren Personalausgaben. Seine Streichung soll Nachteile bei der Suche nach Lehrkräften ausgleichen, die laut Programm durch die Verbeamtung an öffentlichen Schulen entstanden sind. Die Partei verweist auf eine von ihr angestoßene Normenkontrollklage und die folgende Gesetzesänderung.

Originalzitat anzeigen (Seite 38)
„Wir werben weiterhin für eine Streichung des Absenkungsfaktors bei der Berechnung der Personalausgabenzuschüsse“
Seite 38 im Original

Einordnung

  • Wirtschaftausgewogen

    Mehr öffentliche Zuschüsse stehen hier einer Stärkung nichtstaatlicher Träger gegenüber, sodass der Punkt keine Seite einnimmt.

Sorbische Bildungsangebote sichern und erweitern

Die Grünen wollen das sorbische Kita- und Schulnetz erhalten und ausbauen, um Sprache und Kultur der Sorben zu stärken. Ein Aktionsplan soll dem Mangel an Lehrkräften begegnen, den das Programm als existenzielles Problem beschreibt.

Die Sorben sind eine Minderheit in Sachsen mit eigener Sprache. Die Grünen wollen sorbische Kitas und Schulen erhalten. Es sollen mehr Lehrer kommen, die Sorbisch sprechen. Auch Erwachsene sollen Sorbisch lernen können.

Das Witaj-Projekt und das sorbische Kita- und Schulnetz sollen gesichert und erweitert werden, mit mehr Stellen für sorbischsprachige Erzieher und Lehrkräfte. Für das Sorbischlernen sind Anreize wie Bonuszahlungen oder zusätzliche Urlaubstage genannt. Abschlüsse ausländischer Lehrkräfte, etwa aus Tschechien, sollen schneller anerkannt werden; sorbische Sprachkenntnisse könnten bei der Zulassung Vorrang vor hohen Deutschanforderungen bekommen. Der sorbische Beitrag zur Landesgeschichte soll auch an nicht-sorbischen Einrichtungen Thema sein, und Sprachkurse außerhalb der Schule sollen wachsen.

Originalzitat anzeigen (Seite 38)
„Wir wollen einen Aktionsplan für sorbische Schulen entwickeln, um mehr Lehrkräfte zu gewinnen.“
Seite 38 im Original

Einordnung

Dieser Punkt berührt keine der Achsen.

Lehrpläne auf Kompetenzen ausrichten

Die Grünen wollen schlankere Rahmenlehrpläne, die Fähigkeiten statt reiner Wissenswiedergabe in den Mittelpunkt stellen. Die Ergebnisse des Beteiligungsprozesses „Bildungsland Sachsen 2030“ sollen dafür tatsächlich genutzt werden.

Die Grünen wollen kürzere Lehrpläne. Schüler sollen vor allem Fähigkeiten lernen und nicht nur Wissen aufsagen. Lesen, Schreiben und Rechnen sollen stärker werden. Der Unterricht soll mehr mit dem Alltag zu tun haben.

Schule soll junge Menschen nach Sicht des Programms auf eine komplexer werdende Welt vorbereiten. Unterricht, Lernen und Prüfungen sollen sich stark an der Lebenswelt der Schüler orientieren. Die Partei beruft sich auf gleichlautende Positionen von Landesschülerrat und Landeselternrat. Auf „Bildungsland 2030“ sollen dauerhafte und vertiefte Beteiligungsverfahren folgen.

Originalzitat anzeigen (Seite 39)
„für schlanke, durchgehend kompetenzorientierte Rahmenlehrpläne (Glossar) und eine Stärkung der Basiskompetenzen“
Seite 39 im Original

Einordnung

Dieser Punkt berührt keine der Achsen.

Demokratiebildung und Mitbestimmung an Schulen stärken

Die Grünen wollen politische Bildung als fächerübergreifenden Teil des Schullebens verankern und Schüler stärker an Entscheidungen beteiligen. Dazu gehört für die Partei auch, dass sich Schulen gegen Diskriminierung stellen.

Schüler sollen in der Schule mehr mitbestimmen. Zum Beispiel bei Projekten oder beim Schulhof. So sollen sie Demokratie selbst erleben. Schulen sollen sich auch gegen Benachteiligung von Menschen einsetzen.

Klassenräte sollen in allen Schularten und Stufen entstehen, Projekte wie der FREI DAY werden unterstützt. Die Schülervertretungen sollen auch auf Landesebene gestärkt werden. Die Netzwerke „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ und „Schule der Vielfalt“ sollen wachsen. Die Ombudsstelle gegen Diskriminierung an Schulen soll abgesichert und bekannter werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 39)
„Dazu gehört für uns eine Stärkung der politischen Bildung als fächerübergreifende Schulkultur.“
Seite 39 im Original

Einordnung

  • Gesellschafteher progressiv

    Der Ausbau von Antidiskriminierungs- und Vielfaltsnetzwerken an Schulen verschiebt den Stand schrittweise in Richtung Gleichstellung und Vielfalt.

Bildung für nachhaltige Entwicklung in allen Lehrplänen verankern

Die Grünen wollen Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) und Globales Lernen in sämtliche Lehrpläne und in die Ausbildung pädagogischer Berufe aufnehmen. Wissen über Umwelt- und Klimaschutz gilt im Programm als Grundlage der Bildung, ebenso die Förderung der MINT-Fächer.

Schüler sollen mehr über Umwelt, Klima und Nachhaltigkeit lernen. Nachhaltigkeit heißt: So leben, dass es auch später noch genug für alle gibt. Das Thema soll in allen Fächern vorkommen. Auch Mathe, Technik und Natur-Wissenschaften sollen gefördert werden.

Die Landesstrategie BNE soll weiter umgesetzt werden. Der Kleinprojektefonds, das Netzwerk der Servicestellen und das Lotsenprogramm sollen fortgeführt und ausgebaut werden. Das Konzept soll auch praktische Entscheidungen in den Einrichtungen prägen. MINT-Förderung begründet das Programm mit dem Bedarf an Handwerkern, Ingenieuren und Wissenschaftlern für den wirtschaftlichen und ökologischen Umbau.

Originalzitat anzeigen (Seite 39)
„Sie müssen als übergreifendes, ganzheitliches Konzept Eingang in alle Lehrpläne sowie in die Aus-, Fort- und Weiterbildung aller pädagogischen Fachrichtungen finden“
Seite 39 im Original

Einordnung

  • Klimaeher Klimaschutz zuerst

    Klima- und Umweltschutz sollen als Querschnittsthema in der Bildung mehr Gewicht erhalten, was den Klimaschutz schrittweise stärkt.

Kulturelle Bildung und Europabildung ausbauen

Die Grünen wollen kulturelle Bildung fester in der Schule verankern und musische Fächer stärken. Zugleich sollen Schulaustausch, Europabildung und das Lernen von Tschechisch und Polnisch gefördert werden.

Schüler sollen mehr über Kunst, Musik und Kultur lernen. Eine neue Stelle im Land soll alle Beteiligten zusammenbringen. Die Grünen wollen auch mehr Schul-Austausch mit Nachbarländern. Schüler sollen Tschechisch und Polnisch lernen können.

Lehrkräfte und Kulturschaffende sollen fortgebildet, der Lehrplanbezug gestärkt werden. Eine landesweite Koordinierungsstelle soll die Beteiligten vernetzen, auch für Ganztagsangebote. Austausch im Klassenverband soll gefördert werden; beim Einzelaustausch sollen im Ausland erbrachte Leistungen leichter anerkannt werden. Den Austausch mit den Nachbarn nennt das Programm wesentlich für ein geeintes Europa.

Originalzitat anzeigen (Seite 40)
„Den Zugang zu kultureller Bildung wollen wir sichern und ausbauen.“
Seite 40 im Original

Einordnung

Dieser Punkt berührt keine der Achsen.

Schulen digital ausstatten und Schulbau fördern

Die Grünen wollen alle Schulen bis 2025 ans Breitbandnetz bringen und sich im Bund für einen DigitalPakt 2.0 einsetzen. Kommunen sollen beim Sanieren und Bauen von Schulen weiter Hilfe vom Land bekommen.

Alle Schulen sollen bis 2025 schnelles Internet haben. Der Bund soll Geld für Geräte, Technik-Betreuung und Fortbildung geben. Schüler sollen lernen, gut mit Medien und KI umzugehen. Das Land soll Städten und Gemeinden beim Schulbau helfen.

Der DigitalPakt 2.0 soll neben Ausstattung und Endgeräten auch IT-Administration und Lehrerfortbildung abdecken. Die Medienpädagogischen Zentren sollen mehr Personal bekommen, die Koordinierungsstelle Medienbildung soll gestärkt werden. Der Umgang mit Daten und KI-Anwendungen wie Chatbots soll als Schlüsselkompetenz gefördert werden. Beim Schulbau will die Partei Anreize für Gebäude setzen, die Inklusion und individuelles Lernen erleichtern, und auch mehrfach genutzte Gebäude fördern.

Originalzitat anzeigen (Seite 40)
„Die Breitbandanbindung sächsischer Schulen muss bis 2025 abgeschlossen werden.“
Seite 40 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Der Punkt setzt auf zusätzliche öffentliche Investitionen in Schulgebäude und digitale Infrastruktur.

Berufsorientierung stärken und Ausbildungsgarantie einführen

Die Grünen wollen die Zahl der Schulabgänger ohne Abschluss deutlich senken und fordern dafür ein Übergangsmanagement sowie eine Ausbildungsgarantie. Berufsorientierung soll an allen weiterführenden Schulen gleichrangig neben der Studienorientierung stehen.

Weniger Jugendliche sollen die Schule ohne Abschluss verlassen. Die Grünen wollen eine Ausbildungs-Garantie. Das heißt: Jeder junge Mensch soll einen Ausbildungs-Platz bekommen können. Schulen sollen besser über Berufe informieren.

Unternehmen, Kammern, Hochschulen, Jobcenter und Arbeitsagenturen sollen an Schulen Berufe vorstellen und Praxistage gestalten. Handwerks- und Care-Berufe sollen aufgewertet werden; Azubi-Werke nach dem Muster der Studierendenwerke und Schülerfirmen werden gefördert. Wer die Schulpflicht ohne Abschluss beendet hat, soll ihn während oder durch Arbeit, an Abendschulen oder in Produktionsschulen nachholen können. Sozialleistungen sollen Übergangsphasen absichern, und sprachliche Hürden für Menschen mit Migrations- oder Fluchterfahrung sollen besonders beachtet werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 41)
„Dafür braucht es ein modernes Übergangsmanagement und eine Ausbildungsgarantie.“
Seite 41 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Eine Ausbildungsgarantie und abgesicherte Übergangsphasen erweitern staatliche Zusagen und Leistungen.

Bildungsfreistellung einführen und Weiterbildung ausbauen

Die Grünen wollen ein Gesetz, das Beschäftigten in Sachsen Freistellung für Bildung ermöglicht, und unterstützen den Volksantrag für fünf Bildungstage. Weiterbildung soll in ihrer ganzen Breite wachsen, von beruflichen Angeboten bis zur Grundbildung.

Beschäftigte sollen frei bekommen, um etwas zu lernen. Dafür wollen die Grünen ein neues Gesetz. Es soll mehr Kurse für Erwachsene geben. Menschen sollen auch Hilfe beim Umgang mit Handy und Internet bekommen.

Eine Strategie über alle Ministerien hinweg soll sämtliche Weiterbildungsbereiche erfassen; Ziele sind eine flächendeckende Grundversorgung und viele verschiedene Träger. Geplant sind Sprechstunden zu digitalen Fragen in Stadtteilzentren, Kirchen und Bibliotheken sowie Pilotprojekte mit Medienpädagogen. Schulabschlüsse auf dem zweiten Bildungsweg, Alphabetisierung und Grundbildungszentren sollen unterstützt, informell erworbenes Wissen leichter anerkannt werden. Umweltbildung soll in Kitas, Schulen und für Erwachsene verankert, Umweltbildungsstätten sollen langfristig finanziert werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 41)
„Wir setzen uns für ein sächsisches Bildungsfreistellungsgesetz ein“
Seite 41 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Ein Anspruch auf Bildungsfreistellung schafft eine neue Regelung für Arbeitgeber in Sachsen und erweitert öffentlich geförderte Bildungsangebote.

Studienplätze erhalten und Studium flexibler machen

Die Grünen wollen die Zahl der Studierenden langfristig auf dem heutigen Stand halten, um den Fachkräftebedarf zu decken. Das Studium soll in jeder Lebensphase möglich, inklusiv und barrierefrei sein.

In Sachsen sollen weiter so viele Menschen studieren wie heute. Das Studium soll auch in Teilzeit gehen. Menschen mit Behinderung sollen ohne Hindernisse studieren können. Dual Studierende sollen mehr Geld bekommen.

Teilzeitstudiengänge und individuell angepasste Studienpläne sollen möglich werden. Nachteilsausgleiche, barrierefreie Gebäude und Materialien sowie digitale und hybride Lehre sollen Teilhabe sichern. Die Hochschullandschaft mit ihren verschiedenen Fächern soll erhalten bleiben. An der Dualen Hochschule soll die Ausbildung in Gesundheitsfachberufen geprüft werden; die Vergütung dort soll wenigstens die Höhe der Mindestausbildungsvergütung erreichen.

Originalzitat anzeigen (Seite 43)
„Die Studierendenzahl soll langfristig auf dem derzeitigen Niveau erhalten bleiben“
Seite 43 im Original

Einordnung

Dieser Punkt berührt keine der Achsen.

Internationale Studierende und Forschende gewinnen

Die Grünen wollen mehr Studierende und Forschende aus dem Ausland nach Sachsen holen und dort halten. Ohne dauerhaft bleibende internationale Fachkräfte lässt sich der Wohlstand im Land laut Programm nicht sichern.

Mehr Menschen aus anderen Ländern sollen in Sachsen studieren und forschen. Sie sollen danach auch in Sachsen bleiben. Dafür soll es gute Beratung an einer Stelle geben. Die Hochschulen sollen mehr mit Nachbarländern zusammenarbeiten.

Vorgesehen sind leicht zugängliche, kultursensible Beratung und zentrale Anlaufstellen in der Verwaltung, von der Bewerbung bis zur Einschreibung oder Anstellung. Programme zur Aufnahme gefährdeter Wissenschaftler (scholars at risk) werden unterstützt. Studiengänge und Forschung gemeinsam mit Nachbarregionen sowie Austauschprogramme sollen gefördert werden. Eine grenzüberschreitende Hochschulagentur als Serviceeinrichtung soll geprüft werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 43)
„Maßnahmen zur Gewinnung und zum Verbleib von internationalen Studierenden und Wissenschaftler*innen in Sachsen“
Seite 43 im Original

Einordnung

  • Migrationeher offen

    Zuzug und dauerhafter Verbleib internationaler Studierender und Fachkräfte sollen erleichtert und gefördert werden.

Langzeitstudiengebühren abschaffen, Studierende sozial absichern

Die Grünen wollen die Gebühren für Langzeitstudierende streichen, weil sie aus Sicht des Programms dem Studienerfolg schaden. Studierendenwerke, bezahlbares Wohnen und Mensen sollen abgesichert werden.

Wer sehr lange studiert, muss heute Gebühren zahlen. Die Grünen wollen diese Gebühren abschaffen. Es soll mehr günstige Wohnheim-Plätze geben. Den BAföG-Antrag soll man einfach im Internet stellen können.

Tutorien, individuelle Beratung und Kooperationen mit Bildungsberatern sollen Studienabbrüche vermeiden. Die Studierendenwerke sollen so finanziert sein, dass steigende Preise nicht bei den Studierenden ankommen; BAföG soll unkompliziert und volldigital beantragt werden können. Das Programm „Junges Wohnen“ soll dauerhaft laufen und vom Freistaat mitfinanziert werden, mit mehr Wohnheimplätzen vor allem in den großen Städten. Mensen sollen gesundes, regionales und bezahlbares Essen bieten, und überregionale Mobilität für Studierende soll günstig gefördert werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 44)
„Wir schaffen Langzeitstudiengebühren ab, sie haben keinen positiven Effekt auf die Studiendauer und verhindern den Studienerfolg.“
Seite 44 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Eine Gebühr entfällt und öffentliche Mittel für Wohnheime und Studierendenwerke steigen, was öffentliche Leistungen ausweitet.

Hochschulbauten sanieren und klimaneutral machen

Die Grünen wollen den Sanierungsstau an Hochschulgebäuden mit einer Gesamtplanung abbauen, die auf Nachhaltigkeit und Inklusion achtet. Hochschulen sollen auf dem Weg zur Klimaneutralität unterstützt werden.

Viele Gebäude der Hochschulen sind alt und müssen repariert werden. Die Grünen wollen dafür einen großen Plan. Die Gebäude sollen dabei gut für das Klima und ohne Hindernisse sein. Hochschulen sollen eigene Fachleute für Klimaschutz bekommen.

Die Sanierung soll Folgekosten senken und Lehre und Forschung attraktiv halten. Klimaneutralität, Ressourcenschutz, Energieeffizienz und Nachhaltigkeit in Lehrplänen und Forschung sollen über weiterentwickelte Anreize und klarer gefasste Aufgaben gefördert werden. Klimaschutzmanager sollen an den Hochschulen alle Maßnahmen bündeln, gemeinsam mit den zuständigen Prorektoren. Mehrere Hochschulen sollen Infrastruktur verstärkt gemeinsam nutzen.

Originalzitat anzeigen (Seite 44)
„Es bedarf einer Gesamtplanung für eine Sanierungsoffensive, die sich an Nachhaltigkeits- und Inklusionsgesichtspunkten orientiert“
Seite 44 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Eine Sanierungsoffensive für Hochschulgebäude bedeutet zusätzliche öffentliche Investitionen.

  • Klimaeher Klimaschutz zuerst

    Hochschulen sollen über Sanierung, Anreize und eigene Klimaschutzmanager schrittweise klimaneutral werden.

Mitbestimmung an Hochschulen ausbauen

Die Grünen wollen, dass die demokratisch gewählten Gremien der Hochschulen über deren innere Angelegenheiten entscheiden. Senat und Fakultätsräte sollen paritätisch besetzt werden, der Hochschulrat soll nur noch von außen beraten.

Die Grünen wollen mehr Mitsprache an den Hochschulen. In wichtigen Gremien sollen alle Gruppen gleich stark vertreten sein. Der Hochschul-Rat soll nur noch beraten. Auch Studierende im Ehrenamt sollen mehr Hilfe bekommen.

Das Programm will die großen Mitgliedergruppen der Hochschulen stärker an Entscheidungen beteiligen, im Rahmen dessen, was die Verfassung erlaubt. Der Hochschulrat soll künftig allein eine externe Beratungsrolle haben. Die Konferenz Sächsischer Studierendenschaften soll eigenes Geld für ihre laufende Arbeit erhalten. Für das Ehrenamt von Studierenden in Gremien prüfen die Grünen unter anderem Sitzungsgelder.

Originalzitat anzeigen (Seite 45)
„Wir streben dafür eine paritätische Besetzung von Senat und Fakultätsräten unter Beachtung der verfassungsrechtlichen Vorgaben an.“
Seite 45 im Original

Einordnung

Dieser Punkt berührt keine der Achsen.

Mehr Dauerstellen und faire Arbeit in der Wissenschaft

Die Grünen wollen wissenschaftliche Laufbahnen planbarer machen und die Zahl unbefristeter Stellen unterhalb der Professur stetig erhöhen. Für studentische Beschäftigte fordern sie einen Tarifvertrag. Außerdem sollen mehr Frauen Professuren und Leitungsposten erhalten.

Die Grünen wollen mehr feste Stellen an Hochschulen. Dauer-Aufgaben sollen fest angestellte Menschen erledigen. Studierende mit Job an der Hochschule sollen einen Tarif-Vertrag bekommen. Mehr Frauen sollen Professorin werden.

Aufgaben, die an Hochschulen ständig anfallen, sollen in der Regel von Dauerbeschäftigten erledigt werden; dafür hält das Programm eine ausreichende Grundfinanzierung für nötig. Die neuen Stellenkategorien Lektor*innen und Wissenschaftsmanager*innen sollen ein klareres eigenes Profil bekommen. Gute Lehre soll bei Berufungen mehr zählen, Freisemester zur Weiterentwicklung der Lehre werden angestrebt. Strukturen, die Machtmissbrauch begünstigen, sollen abgebaut werden. Lücken im Diskriminierungsschutz sollen geschlossen und das Gastprofessorinnenprogramm dauerhaft fortgeführt werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 45)
„Wir setzen auf eine fortlaufende Erhöhung von unbefristeten Beschäftigungsverhältnissen neben der Professur.“
Seite 45 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Mehr Dauerstellen, ein Tarifvertrag für studentische Beschäftigte und eine höhere Grundfinanzierung bauen öffentliche Beschäftigung und Ausgaben schrittweise aus.

  • Gesellschafteher progressiv

    Ein höherer Frauenanteil an Professuren und stärkerer Diskriminierungsschutz verschieben den heutigen Stand schrittweise in Richtung Gleichstellung.

Forschung offen gestalten und verlässlich finanzieren

Die Grünen wollen, dass Forschungsergebnisse frei zugänglich sind und Hochschulen bei offener Software und freien Lehrmaterialien vorangehen. Landesfinanzierte Forschungseinrichtungen sollen regelmäßig steigende Mittel erhalten. Hochschulen für Angewandte Wissenschaften sollen in forschungsstarken Bereichen selbst Doktortitel vergeben dürfen.

Die Grünen wollen offene Forschung. Alle sollen Ergebnisse lesen und nutzen können. Forschungs-Einrichtungen des Landes sollen jedes Jahr mehr Geld bekommen. Manche Fach-Hochschulen sollen selbst Doktor-Titel vergeben dürfen.

Die Grundfinanzierung der Landeseinrichtungen soll im gleichen Maß wachsen wie bei Instituten, die Bund und Länder gemeinsam tragen; dort regelt der Pakt für Innovation und Forschung den Anstieg. Regeln und Anreize für Ausgründungen aus Hochschulen sollen überprüft werden, damit Wissen schneller und mit wenig Bürokratie in die Praxis gelangt. Die Landesförderung soll einen Schwerpunkt auf fächerübergreifende Projekte bekommen und Geisteswissenschaften weiter deutlich fördern. Geplant sind zudem eine dauerhafte Professur für Geschlechterforschung, Reallabore in allen Fächern und ein Wettbewerb für Bürgerwissenschaft. Die Großforschungszentren in den Strukturwandelregionen und die Universitätsmedizin in Dresden und Leipzig sollen unterstützt werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 46)
„Deshalb sollen Forschungsergebnisse in jeder Hinsicht offen und transparent verfügbar sein, Open Access und Open Data gelebt werden.“
Seite 46 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Jährlich steigende Landesmittel für Forschungseinrichtungen erhöhen die öffentlichen Investitionen schrittweise.

Muslimischen Religionsunterricht an Schulen einführen

Die Grünen befürworten muslimischen Religionsunterricht an Sachsens Schulen, erteilt von Lehrkräften mit deutscher Ausbildung. Imame, die unter dem Einfluss der Türkei stehen, sollen dafür nicht zugelassen werden. Grundsätzlich soll niemand wegen Glauben oder Nichtglauben benachteiligt oder bevorzugt werden.

Die Grünen wollen Islam-Unterricht an Schulen in Sachsen. Die Lehrkräfte sollen in Deutschland ausgebildet sein. Imame mit Einfluss aus der Türkei sollen dort nicht unterrichten. Alle Menschen sollen ihren Glauben frei leben können.

Das Programm betont die Glaubensfreiheit und will den Austausch zwischen Religionen und Kulturen fördern. Kirchen und Religionsgemeinschaften sollen in der Landespolitik weiter gehört werden, auch solche ohne Körperschaftsstatus. Die Grünen unterstützen Forderungen nach der Weihe von Frauen und gleichem Zugang zu Ämtern in der katholischen Kirche. Die Aufarbeitung von Missbrauchsfällen sei keine rein innerkirchliche Sache und müsse Hilfe für Betroffene sowie den Abbau begünstigender Strukturen einschließen.

Originalzitat anzeigen (Seite 53)
„Wir sprechen uns für muslimischen Religionsunterricht an sächsischen Schulen aus, der durch in Deutschland ausgebildete Lehrkräfte durchgeführt wird.“
Seite 53 im Original

Einordnung

  • Gesellschafteher progressiv

    Islamischer Religionsunterricht und die Unterstützung der Frauenordination erweitern religiöse Vielfalt und Gleichstellung gegenüber dem heutigen Stand.

Duale Ausbildung stärken und Azubi-Werke prüfen

Die Grünen wollen die duale Ausbildung und besonders die Ausbildung im Handwerk stärken, um dem Fachkräftemangel zu begegnen. Das Berufsschulnetz soll erhalten bleiben. Geprüft wird die Gründung von Azubi-Werken nach dem Vorbild der Studierendenwerke.

Die Grünen wollen die Ausbildung in Betrieb und Berufsschule stärken. Die Berufsschulen sollen bleiben. Auf dem Land soll es Wohnungen und Fahr-Angebote für Azubis geben. Die Grünen prüfen Azubi-Werke. Das sind Einrichtungen wie die Studierenden-Werke, nur für Azubis.

Die Ausbildung soll zum Alltag junger Menschen und der Betriebe passen. Angebote zur Berufsorientierung sollen mit den Partnern am Ausbildungsmarkt ausgebaut werden. Das Berufsschulnetz soll auf Grundlage der laufenden Evaluierung des Schulnetzplans gestärkt werden. Im ländlichen Raum sollen Wohn-, Mobilitäts- und digitale Lernangebote die Ausbildung attraktiver machen. Zudem unterstützen die Grünen lebenslanges Lernen und Weiterbildung, begleitet durch Kinderbetreuung und öffentlichen Nahverkehr.

Originalzitat anzeigen (Seite 78)
„Zur Unterstützung von Strukturen prüfen wir die Gründung von Azubi-Werken, analog zu den Studierendenwerken.“
Seite 78 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Zusätzliche öffentliche Angebote für Auszubildende wie Wohnen, Mobilität und mögliche Azubi-Werke bauen staatliche Leistungen schrittweise aus.

Ausbildungsabbrüche vermeiden, junge Menschen aktivieren

Die Grünen wollen, dass mehr junge Menschen ihre Ausbildung erfolgreich abschließen. Junge Menschen ohne Schule, Ausbildung oder Arbeit sollen gezielt erreicht werden. Die Jugendberufsagenturen sollen weiter Unterstützung erhalten.

Die Grünen wollen, dass weniger junge Menschen ihre Ausbildung abbrechen. Manche junge Menschen haben keine Schule, keine Ausbildung und keine Arbeit. Für sie soll es besondere Angebote geben. Auch die Eltern sollen einbezogen werden.

Qualität und Zahl der abgeschlossenen Ausbildungen sollen zusammen mit Wirtschaft, Schule und Verwaltung steigen. Für sogenannte NEETs, also junge Menschen ohne Schule, Ausbildung oder Beschäftigung, nennt das Programm Orientierungsstudiengänge und praktische Berufsorientierung durch die Jugendberufshilfe. Bei den Jugendberufsagenturen soll die Arbeit mit Eltern ein Schwerpunkt sein. Mehrsprachige Angebote sollen wachsen. Mentoring-Programme sollen alternative Bildungswege öffnen.

Originalzitat anzeigen (Seite 79)
„wollen wir die Qualität und die Anzahl der erfolgreich abgeschlossenen Ausbildungen erhöhen und helfen, Ausbildungsabbrüche zu vermeiden.“
Seite 79 im Original

Einordnung

Dieser Punkt berührt keine der Achsen.

Meisterausbildung kostenlos machen, Handwerksausbildung stärken

Die Grünen wollen die Ausbildung zur Meisterin oder zum Meister kostenfrei machen, damit sie einem ersten Studium gleichgestellt ist. Außerdem sollen Berufsorientierung und Ausbildungsbedingungen im Handwerk besser werden. Das Programm begründet dies mit dem Bedarf an Fachkräften, auch für die Energiewende.

Die Grünen wollen: Die Meister-Ausbildung soll nichts kosten. Ein erstes Studium kostet auch nichts. Beide Wege sollen gleich viel wert sein. Auch die Ausbildung im Handwerk soll besser werden.

Das Programm will berufliche und akademische Bildung gleichstellen und nennt dafür die kostenfreie Meisterausbildung. Der bereits erhöhte Meisterbonus gilt den Grünen als erster Schritt, an den sie anknüpfen wollen. Die Förderung der Überbetrieblichen Lehrunterweisung, eines Teils der dualen Handwerksausbildung, soll dauerhaft weiterlaufen. Zudem soll das Handwerk über seine Selbstverwaltung eng in die Umsetzung der Energiewende eingebunden werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 85)
„Daher setzen wir BÜNDNISGRÜNE uns für eine Meister*innenausbildung ein, die kostenlos ist und damit mit einem Erststudium vergleichbar wird.“
Seite 85 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Der Staat soll die Kosten der Meisterausbildung übernehmen und Ausbildungsförderung verstetigen, was öffentliche Leistungen ausweitet.

Was sagen die anderen Parteien zur Bildung?

Alle Programme in Sachsen im Vergleich