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Freie Wähler zur Bildung

Aus dem Programm „Bürgernahe Politik mit Sachverstand – Landtagswahlprogramm 2024“

Landtagswahl Sachsen 2024, 1. September 2024Original-PDF, 33 SeitenAnalyse vom 3. Oktober 2026

KIZusammenfassungen und Einordnungen auf dieser Seite hat eine KI erstellt. Ein Mensch prüft sie nicht einzeln. Wie sie entstehen

Einordnung beim Thema Bildung

Durchschnitt der Punkte auf dieser Seite. Die Einordnung erstellt eine KI.

Jede Achse misst ein Thema. Ein „links“ oder „rechts“ für alles gibt es hier nicht: Wirtschaft, Gesellschaft, Migration und Sicherheit stehen getrennt. Eingeordnet ist nur, was im Programm steht. So lesen Sie die Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat (-1,4), aus 5 Punkten

    Punkte je Stufe: 2 deutlich mehr Staat, 3 eher mehr Staat, 0 ausgewogen, 0 eher mehr Markt, 0 deutlich mehr Markt

  • Migrationausgewogen (0), aus 1 Punkt

    Punkte je Stufe: 0 deutlich offen, 0 eher offen, 1 ausgewogen, 0 eher restriktiv, 0 deutlich restriktiv

Die kleinen Säulen unter den Balken zeigen, wie viele Punkte auf jeder der fünf Stufen liegen.

Bildungsurlaub einführen und Weiterbildung erleichtern

Die Freien Wähler wollen in Sachsen einen Bildungsurlaub einführen. Weiterbildungen und nachgeholte Abschlüsse sollen durch Beratung und Information, auch zur Finanzierung, stärker genutzt werden.

Die Freien Wähler wollen Bildungs-Urlaub in Sachsen einführen. Das ist freie Zeit von der Arbeit zum Lernen. Menschen sollen auch später im Leben Abschlüsse nachholen können. Dafür soll es mehr Beratung geben. Die Beratung soll auch erklären, wie man das bezahlt.

Das Programm hält die Möglichkeiten für Weiterbildung und spätere Abschlüsse in Sachsen für sehr gut. Informations- und Beratungsangebote sollen dafür sorgen, dass mehr Menschen sie nutzen und finanzieren können. Zusätzlich soll der Bildungsurlaub, also eine Freistellung von der Arbeit für Weiterbildung, auch in Sachsen kommen. Die Partei begründet dies damit, dass es wirtschaftlich sinnvoller sei, wenn Sachsen seine Fachkräfte selbst ausbildet und im Land hält.

Originalzitat anzeigen (Seite 11)
„Einführung des Bildungsurlaubs auch in Sachsen“
Seite 11 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Ein Anspruch auf Bildungsurlaub, den es in Sachsen bisher nicht gibt, schafft ein neues Recht für Beschäftigte und eine neue Pflicht für Arbeitgeber.

Kitas gebührenfrei machen und besser ausstatten

Die Freien Wähler wollen Krippe und Kindergarten gebührenfrei machen und aus Steuern bezahlen. Alle Kita-Kinder sollen zudem ein kostenloses Mittagessen bekommen. Das Programm begründet dies mit gleichen Startchancen für alle Kinder.

Die Freien Wähler wollen Krippe und Kindergarten kostenlos machen. Das Geld soll aus Steuern kommen. Auch das Mittagessen in der Kita soll nichts kosten. Alle Kinder sollen gleich gute Chancen beim Schulstart haben.

Der Personalschlüssel soll in der Krippe auf 4,0 sinken, im Kindergarten auf 9,0. Auf dem Land sollen Betreuungszeiten möglich sein, die sich am Bedarf richten. Inklusion und Integration sollen schon bei kleinen Kindern gestärkt werden. Kitas und Grundschulen sollen nah am Wohnort liegen.

Originalzitat anzeigen (Seite 20)
„Aus Steuermitteln finanzierte Gebührenfreiheit für Kinderkrippe und Kindergärten“
Seite 20 im Original

Einordnung

  • Wirtschaftdeutlich mehr Staat

    Elternbeiträge für Krippe und Kindergarten sollen ganz entfallen und aus Steuern ersetzt werden, was eine neue öffentliche Leistung für alle schafft.

Mehr Lehrer und duales Lehramtsstudium einführen

Die Freien Wähler wollen mehr Lehrer gewinnen und ein duales Lehramtsstudium einführen, das früh Praxis vermittelt. Dazu kommen mehr Schulsozialarbeit, mehr Geld und bessere digitale Ausstattung für die Schulen.

Die Freien Wähler wollen mehr Lehrer an den Schulen. Lehramts-Studenten sollen früh in Schulen mitarbeiten. Es soll mehr Sozialarbeiter und Psychologen an Schulen geben. Die Schulen sollen mehr Geld und bessere Technik bekommen.

Das Land soll den Lehrerbedarf genauer vorhersagen und zeitweise mehr Lehrkräfte einstellen als nötig, um Engpässe zu vermeiden. Lehrer sollen von Aufgaben außerhalb des Unterrichts entlastet werden. Ein fester jährlicher Mindestanteil des Haushalts soll in Bildung fließen, und der Digitalpakt soll samt Infrastruktur und Wartung umgesetzt werden. Die Beförderung der Schüler soll kostenlos und Aufgabe des Landes sein. Politische Bildung soll mehr Raum im Lehrplan erhalten, um Jugendliche gegen extremistische Einflüsse zu stärken. Schulen sollen mehr Freiheit bei ihrer Organisation bekommen, Kommunen mehr Einfluss als Schulträger, auch bei der Wahl der Schulleitung.

Originalzitat anzeigen (Seite 20)
„Diesbezüglich fordern wir die Einführung eines dualen Lehramtsstudiums, um die Studenten zeitnah an die Praxis heranzuführen“
Seite 20 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Mehr Personal, ein fester Haushaltsanteil für Bildung und kostenlose Schülerbeförderung erhöhen die öffentlichen Ausgaben und Leistungen schrittweise.

Verpflichtende Deutschtests vor der Einschulung einführen

Die Freien Wähler wollen Kinder vor dem Schuleintritt verpflichtend auf ihre Deutschkenntnisse testen und Klassen zur sprachlichen Vorbereitung einrichten. Das Programm sieht im wachsenden Anteil von Kindern mit anderer Muttersprache die Hauptursache für Probleme bei den Grundkompetenzen.

Die Freien Wähler wollen einen Deutsch-Test vor der Schule. Alle Kinder müssen ihn machen. Kinder mit wenig Deutsch kommen zuerst in eine Vorbereitungs-Klasse. Die Partei sagt: Viele Grundschüler lernen schlecht, weil sie zu wenig Deutsch können.

Laut Programm wächst in den Grundschulen der Anteil der Kinder, die zu Hause eine andere Sprache als Deutsch sprechen. Darin sieht die Partei den wichtigsten Grund für schlechte Studienergebnisse bei Lesen, Schreiben und Rechnen. Sie verlangt ein Gegensteuern durch Tests und Vorbereitungsklassen. Schulsozialarbeit soll zusätzlich die Integration unterstützen, vor allem in Problemvierteln.

Originalzitat anzeigen (Seite 21)
„Obligatorische Sprachtests „Deutsch“ vor Schuleintritt und Einführung sprachvorbereitender Klassen“
Seite 21 im Original

Einordnung

  • Migrationausgewogen

    Der Punkt verbindet eine neue Pflicht zum Sprachtest mit zusätzlicher Förderung in Vorbereitungsklassen und nimmt so keine klare Seite ein.

Bildungsempfehlung erst in Klasse 6 geben

Die Freien Wähler wollen die Empfehlung für Gymnasium oder Oberschule von Klasse 4 auf Klasse 6 verschieben. Aus Sicht des Programms kommt die Entscheidung in Klasse 4 für viele Kinder zu früh.

Heute wird in Klasse 4 entschieden: Gymnasium oder Oberschule. Die Freien Wähler finden das zu früh. Die Empfehlung soll erst in Klasse 6 kommen. Kinder haben dann mehr Zeit für ihre Entwicklung.

Die Klassen 5 und 6 sollen zu einer Orientierungsstufe werden. Sie soll so ausgebaut sein, dass die Vorgaben der Kultusministerkonferenz zur Mindestzahl an Wochenstunden für den gymnasialen Weg erfüllt bleiben. Das Programm bezeichnet die spätere Empfehlung als Zielbild.

Originalzitat anzeigen (Seite 21)
„Deshalb soll die Bildungsempfehlung als Zielbild grundsätzlich erst in Klasse 6 erfolgen.“
Seite 21 im Original

Einordnung

Dieser Punkt berührt keine der Achsen.

Berufliche Bildung aufwerten und stärker fördern

Die Freien Wähler wollen die berufliche Ausbildung gegenüber dem Studium aufwerten und stärker fördern. Das Programm nennt die duale Ausbildung bewährt und sieht in ihr eine Grundlage der Wirtschaft.

Die Freien Wähler wollen die Berufs-Ausbildung stärken. Sie soll so wichtig sein wie ein Studium. Berufs-Schulen sollen mehr Geld und bessere Technik bekommen. Jugendliche sollen nah an ihrem Wohnort lernen können.

Berufsbildende Schulen sollen finanziell und technisch besser ausgestattet werden, und Auszubildende sollen ihr Berufliches Schulzentrum frei wählen können. Das Ansehen der dualen Ausbildung soll steigen: Dafür sollen Schulen, Innungen und Kammern enger zusammenarbeiten, außerdem soll Social Media genutzt werden. Jugendliche, die schwer einen Ausbildungsplatz finden, sollen besondere Beachtung erhalten; auch Inklusion soll gestärkt werden. Berufliche Abschlüsse sollen häufiger als Zugang zur Hochschule anerkannt werden. Neue Lernformen sollen geprüft und eingeführt werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 21)
„Wir wollen, dass die berufliche Ausbildung in der Bildungspolitik wieder aus dem Schatten der akademischen Ausbildung hervortritt und deutlich stärker gefördert wird als bisher.“
Seite 21 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Die berufliche Bildung soll mehr öffentliche Förderung und eine bessere Ausstattung der Berufsschulen erhalten, also mehr staatliche Investitionen.

Lehrpläne umbauen und Zentralabitur anstreben

Die Freien Wähler wollen die Lehrpläne straffen, stärker auf Alltagskompetenzen ausrichten und ein Baukastensystem aus Fächern und Kursen einführen. Außerdem soll Sachsen im Bundesrat auf einheitlichere Regeln der Länder und ein bundesweites Zentralabitur hinwirken.

Die Freien Wähler wollen die Lehrpläne ändern. Schüler sollen mehr für den Alltag lernen. Sie sollen mehr Fächer selbst wählen können. Das Abitur soll in ganz Deutschland gleich sein.

Das Baukastensystem soll sich an Vorbildern aus den USA und Dänemark orientieren und mehr Wahlfächer, deren Vertiefung sowie das Abwählen von Fächern erlauben. Begründet wird dies mit dem Wandel des Arbeitsmarkts durch die Digitalisierung und mit Klagen, die Schule bereite nicht gut auf den Beruf vor. Medienpädagogik und Sport sollen mehr Gewicht bekommen. Aus Sicht des Programms kann sich Deutschland 16 unterschiedliche Bildungssysteme nicht länger leisten. Eine Bundesratsinitiative soll die Regeln der gymnasialen Oberstufe angleichen und eine einheitliche Abschlussprüfung bringen.

Originalzitat anzeigen (Seite 22)
„Grundlegende Überarbeitung der Lehrpläne: Verschlankung auf das Wesentliche und stärkerer Ausrichtung auf die Vermittlung von Alltagskompetenzen“
Seite 22 im Original

Einordnung

Dieser Punkt berührt keine der Achsen.

Elternunabhängiges BAföG und solide Hochschulfinanzierung

Die Freien Wähler wollen, dass Sachsen im Bundesrat ein BAföG anstößt, das nicht mehr vom Einkommen der Eltern abhängt. Die Hochschulen sollen eine verlässliche Grundfinanzierung erhalten, auch um unabhängig von der Industrie forschen zu können.

Die Freien Wähler wollen das BAföG ändern. BAföG ist Geld vom Staat für Studenten. Es soll nicht mehr vom Einkommen der Eltern abhängen. Die Hochschulen sollen mehr festes Geld vom Staat bekommen.

Das BAföG soll auch zwischen Bachelor-Abschluss und Zusage für den Master weiterlaufen, und Studenten mit Nebenjob sollen steuerlich nicht schlechter stehen. Die Grundfinanzierung soll mit Studentenzahlen und Forschungsausgaben steigen; ein Mittelfristplan soll den Sanierungsstau im Hochschulbau beenden. Der Einfluss der Industrie auf die Forschung soll begrenzt und die Finanzierung durch Konzerne kritisch begleitet werden. Befristete Verträge für wissenschaftliche Mitarbeiter sollen seltener werden. Berufsakademie, duales Studium und Teilzeitstudiengänge sollen ausgebaut werden, dazu kommt bezahlbarer Wohnraum für Studenten. Wer das Studium abbricht, soll rechtzeitig in eine duale Ausbildung wechseln.

Originalzitat anzeigen (Seite 23)
„Bundesratsinitiative Sachsens für ein vom Elterneinkommen unabhängiges BAföG und Zahlung auch nach dem BA-Abschluss bis zur Master-Zusage“
Seite 23 im Original

Einordnung

  • Wirtschaftdeutlich mehr Staat

    Ein BAföG ohne Prüfung des Elterneinkommens baut die Studienförderung zu einer Leistung für alle Studenten um, dazu kommt mehr staatliche Grundfinanzierung.

Was sagen die anderen Parteien zur Bildung?

Alle Programme in Sachsen im Vergleich