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Linke zu Gleichstellung und Vielfalt

Aus dem Programm „Wir sind der Pol der Hoffnung. Wahlprogramm zur Landtagswahl am 6. September 2026“

Landtagswahl Sachsen-Anhalt 2026, 6. September 2026Original-PDF, 150 SeitenAnalyse vom 3. Oktober 2026

KIZusammenfassungen und Einordnungen auf dieser Seite hat eine KI erstellt. Ein Mensch prüft sie nicht einzeln. Wie sie entstehen

Einordnung beim Thema Gleichstellung und Vielfalt

Durchschnitt der Punkte auf dieser Seite. Die Einordnung erstellt eine KI.

Jede Achse misst ein Thema. Ein „links“ oder „rechts“ für alles gibt es hier nicht: Wirtschaft, Gesellschaft, Migration und Sicherheit stehen getrennt. Eingeordnet ist nur, was im Programm steht. So lesen Sie die Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat (-1), aus 4 Punkten

    Punkte je Stufe: 0 deutlich mehr Staat, 4 eher mehr Staat, 0 ausgewogen, 0 eher mehr Markt, 0 deutlich mehr Markt

  • Gesellschafteher progressiv (-1), aus 7 Punkten

    Punkte je Stufe: 0 deutlich progressiv, 7 eher progressiv, 0 ausgewogen, 0 eher konservativ, 0 deutlich konservativ

  • Migrationeher offen (-1), aus 1 Punkt

    Punkte je Stufe: 0 deutlich offen, 1 eher offen, 0 ausgewogen, 0 eher restriktiv, 0 deutlich restriktiv

Die kleinen Säulen unter den Balken zeigen, wie viele Punkte auf jeder der fünf Stufen liegen.

Berufliche Chancen von Frauen verbessern

Die Linke will die Chancen von Frauen im öffentlichen Dienst und in der Wirtschaft verbessern und das Frauenfördergesetz zu einem Gleichstellungsgesetz weiterentwickeln. Berufe in Kitas, Schulen, Krankenhäusern und Pflegeheimen sollen besser bezahlt werden, weil sie aus Sicht der Partei die Gesellschaft am Laufen halten.

Die Linke will bessere Chancen für Frauen im Beruf. Frauen sollen sich öfter auf wichtige Stellen bewerben. Arbeit in Kitas, Schulen und in der Pflege soll besser bezahlt werden. Aus dem Frauenförder-Gesetz soll ein neues Gleichstellungs-Gesetz werden.

Das seit 1997 geltende Frauenfördergesetz, das auf eine hälftige Besetzung von Gremien mit Frauen hinwirkt, soll konsequent angewendet werden. Als Grundlage für ein Gleichstellungsgesetz nennt die Partei die Empfehlungen, die beim Landesfrauenrat erarbeitet wurden; das neue Gesetz soll alle Geschlechtsidentitäten einbeziehen. Das Landesprogramm für ein geschlechtergerechtes Sachsen-Anhalt soll gemeinsam mit den gleichstellungspolitischen Verbänden fortgeschrieben und für Landesbehörden bindend werden. Soziale Berufe sollen neben mehr Anerkennung auch bessere Arbeitsbedingungen erhalten.

Originalzitat anzeigen (Seite 20)
„die beruflichen Chancen sowohl im öffentlichen Dienst als auch in der Wirtschaft für Frauen erheblich verbessern“
Seite 20 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Höhere Bezahlung in sozialen Berufen und staatliche Vorgaben zur Frauenförderung bedeuten mehr öffentliche Ausgaben und Regulierung.

  • Gesellschafteher progressiv

    Ein erweitertes Gleichstellungsgesetz und verbindliche Landesprogramme bauen die bestehende Gleichstellungspolitik aus.

Parität an Hochschulen und geschlechtersensible Forschung

Die Linke will Frauen den gleichen Zugang zu Studium und Forschungsstellen sichern, auch in den Leitungen der Hochschulen. Zudem soll Forschung ausgebaut werden, die Unterschiede zwischen den Geschlechtern berücksichtigt, etwa bei der Wirkung von Medikamenten.

Die Linke will gleiche Chancen für Frauen an Hochschulen. Das gilt für das Studium und für Stellen in der Forschung. Auch in der Leitung von Hochschulen sollen Frauen gleich vertreten sein. Die Forschung soll mehr auf Unterschiede zwischen den Geschlechtern achten.

Die Partei will die geschlechtliche Vielfalt in der Wissenschaft fördern und eine vielfältige Forschungslandschaft erhalten. Frauen sollen außerdem im Handwerk und in der Ausbildung gefördert werden, wo Bedarf besteht. Die geschlechtersensible Forschung begründet das Programm damit, dass Körper jenseits des männlichen Standards lange vernachlässigt worden seien und Arzneimittel bei ihnen anders oder schädlich wirken könnten.

Originalzitat anzeigen (Seite 21)
„dass Frauen einen gleichberechtigten Zugang zum Studium, aber ebenso zu Stellen in der wissenschaftlichen Forschung erhalten“
Seite 21 im Original

Einordnung

  • Gesellschafteher progressiv

    Parität in Forschung und Hochschulleitungen sowie mehr geschlechtersensible Forschung bauen die Gleichstellung schrittweise aus.

Frauenhäuser und Gewaltschutzprojekte dauerhaft finanzieren

Die Linke will Beratungsstellen für Frauen stärken und den Eigenanteil für den Aufenthalt im Frauenschutzhaus streichen. Gewaltschutzprojekte sollen eine dauerhafte institutionelle Förderung erhalten, und Frauenhausplätze sowie Zufluchtswohnungen sollen ausgebaut werden.

Die Linke will Frauen besser vor Gewalt schützen. Frauen sollen im Frauenhaus nichts mehr selbst zahlen müssen. Beratungs-Stellen sollen mehr Unterstützung bekommen. Es soll mehr Plätze in Frauenhäusern geben. Projekte gegen Gewalt sollen dauerhaft Geld erhalten.

Die Bezahlung der Beschäftigten in Gewaltschutzprojekten soll überprüft werden, damit sie nicht schlechter gestellt sind. Die Projekte sollen Angebote für mitbetroffene Kinder bereithalten, und trans Frauen sollen in Schutzräumen akzeptiert werden. Beratungsstellen gegen Hass im Netz sollen gestärkt werden, damit Verfasser von Hassnachrichten Folgen zu spüren bekommen. Für die Umsetzung der Istanbul-Konvention, eines Abkommens des Europarats gegen Gewalt an Frauen, schlägt die Partei eine unabhängige staatliche Monitoringstelle und einen Runden Tisch mit Nichtregierungsorganisationen vor. Auch Betroffene ohne gesicherten Aufenthaltstitel sollen rechtlich besser geschützt werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 21)
„die Frauenberatungsstellen im Land stärken und zudem den Eigenanteil für Frauen, die Hilfe in einem Frauenschutzhaus suchen, abschaffen“
Seite 21 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Der Wegfall des Eigenanteils und eine dauerhafte Förderung der Projekte erhöhen die öffentlichen Leistungen.

  • Gesellschafteher progressiv

    Mehr Schutzangebote, die Öffnung für trans Frauen und eine Monitoringstelle zur Istanbul-Konvention bauen die Gleichstellungspolitik aus.

Sorgearbeit aufwerten und gerechter verteilen

Die Linke will Erwerbsarbeit, Familienarbeit und Engagement für Frauen und Männer besser vereinbar machen. Wer Angehörige pflegt, soll abgesichert sein und beim Wiedereinstieg in den Beruf gefördert werden; Kita und Hort sollen ausgebaut werden.

Die Linke will Sorge-Arbeit mehr wertschätzen. Sorge-Arbeit ist zum Beispiel Pflege oder Kinder-Betreuung zu Hause. Wer pflegt, soll keine Nachteile haben. Männer und Frauen sollen sich diese Arbeit besser teilen. Dafür soll es mehr Plätze in Kita und Hort geben.

Das Programm verweist darauf, dass unbezahlte Familienarbeit überwiegend von Frauen geleistet wird. Pflegende sollen nach der Pflegezeit durch gezielte Förderprogramme zurück in den Beruf finden. Kinder und Jugendliche sollen früh an alltägliche Aufgaben herangeführt werden, damit Sorgearbeit künftig gleichmäßiger verteilt ist. Zugleich will die Partei verhindern, dass freiwillige und unbezahlte Arbeit in Gesundheit und Pflege bezahlte Stellen verdrängt.

Originalzitat anzeigen (Seite 22)
„die Sorgearbeit aufwerten. Wer Kranke pflegt, soll deswegen keinen Nachteil erleiden, sondern ein abgesichertes Leben führen können.“
Seite 22 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Absicherung für Pflegende, Förderprogramme und mehr Kita- und Hortplätze erweitern öffentliche Leistungen.

  • Gesellschafteher progressiv

    Eine gleichmäßigere Verteilung der Sorgearbeit zwischen den Geschlechtern verändert überlieferte Rollenbilder schrittweise.

Rechtsanspruch auf Hilfe bei häuslicher Gewalt

Die Linke will einen Rechtsanspruch auf Hilfe für alle Opfer von Gewalt schaffen, der weder vom Geschlecht noch von Herkunft oder Aufenthaltsstatus abhängt. Ergänzend plant sie mobile Beratung, einen Aktionsplan gegen Gewalt und eine Koordinierungsstelle.

Die Linke will ein Recht auf Hilfe für alle Opfer von Gewalt. Das soll für jeden Menschen gelten. Beraterinnen und Berater sollen selbst auf Betroffene zugehen. Ein Aktions-Plan soll das Thema fest verankern.

Die mobile Beratung soll Betroffene von sich aus aufsuchen, etwa an öffentlichen Orten oder in Fahrzeugen. Über den Aktionsplan soll Fachpersonal geschult werden, das Gewalt vorbeugt und Betroffene berät. Eine Koordinierungsstelle soll Projekte bündeln und auswerten und darauf achten, dass die Vorgaben der Istanbul-Konvention eingehalten werden. Kampagnen zur Aufklärung sollen vorbeugend wirken. Die Partei will der Bundesregierung außerdem empfehlen, Wohnsitzauflagen für geflüchtete Frauen in Gewaltfällen auszusetzen.

Originalzitat anzeigen (Seite 23)
„einen Rechtsanspruch auf Hilfe für Gewaltopfer, der allen zur Verfügung steht“
Seite 23 im Original

Einordnung

  • Gesellschafteher progressiv

    Ein allgemeiner Anspruch auf Hilfe und neue Beratungsstrukturen bauen den Schutz vor geschlechtsspezifischer Gewalt aus.

  • Migrationeher offen

    Der Anspruch soll ohne Rücksicht auf den Aufenthaltstitel gelten und Wohnsitzauflagen sollen bei Gewalt entfallen, was Rechte von Zugewanderten erweitert.

Queeres Leben schützen und fördern

Die Linke will über den Bundesrat erreichen, dass das Grundgesetz auch vor Benachteiligung wegen sexueller und geschlechtlicher Identität schützt. Im Land will sie das Aktionsprogramm für die Akzeptanz von LSBTI+ erneuern, CSDs besser schützen und queere Themen in der Bildung verankern.

Die Linke will queere Menschen besser schützen. Das Grundgesetz soll sie ausdrücklich vor Benachteiligung schützen. Queer heißt zum Beispiel: lesbisch, schwul oder trans. CSD-Veranstaltungen sollen mehr Schutz und Geld bekommen. Schulen sollen queere Themen behandeln.

Das Aktionsprogramm soll gemeinsam mit der Community überarbeitet und finanziert werden, mit Schwerpunkten im ländlichen Raum, in der Jugendarbeit und bei älteren Menschen. Bestehende Förderungen etwa für AIDS-Hilfen sollen bleiben, die Landeskoordinierungsstellen wachsen und der Landessportbund Mittel für Vielfalt im Sport erhalten. CSDs sollen durch Polizei, zivile Maßnahmen und Ordnungsbehörden geschützt und im ländlichen Raum mit kleinen Beträgen gefördert werden; die Ansprechperson für LSBTI+ bei der Polizei soll gestärkt werden. Queere Themen sollen auf dem gesamten Bildungsweg vorkommen, Lehr- und Erziehungskräfte dafür ausgebildet und sexuelle Bildung an Schulen durch Träger unterstützt werden. Zudem will die Partei Szene-Orte wie Bars, Clubs und Treffpunkte wiederbeleben.

Originalzitat anzeigen (Seite 24)
„uns für eine Bundesratsinitiative einsetzen, damit der 3. Artikel des Grundgesetzes um das Merkmal der sexuellen und geschlechtlichen Identität erweitert wird“
Seite 24 im Original

Einordnung

  • Gesellschafteher progressiv

    Ein erweitertes Diskriminierungsverbot im Grundgesetz, mehr Förderung und queere Inhalte in der Bildung stärken die Anerkennung vielfältiger Lebensformen.

Barrierefreiheit als verbindliches Recht durchsetzen

Die Linke fordert, Barrierefreiheit in Sachsen-Anhalt zur verbindlichen Pflicht zu machen statt zu einer freiwilligen Regelung. Für alle Haltestellen des Nahverkehrs soll es ein verpflichtendes Ausbauprogramm geben. Die Partei beruft sich auf das Benachteiligungsverbot im Grundgesetz.

Menschen mit Behinderung stoßen oft auf Hindernisse. Die Linke will das ändern. Barriere-Freiheit soll Pflicht sein. Alle Haltestellen sollen umgebaut werden. Auch Wohnungen und Internet-Seiten sollen für alle nutzbar sein. Betroffene sollen mitentscheiden.

Haltestellen sollen taktile Leitsysteme, Fahrpläne in Blindenschrift, akustische Ansagen und einen stufenlosen Einstieg bekommen. Wohnen soll barrierefrei sein, damit Menschen sicher und selbstbestimmt leben können. Gefordert werden außerdem digitale Barrierefreiheit, gleiche Chancen in Bildung und Arbeit sowie Mitbestimmung der Betroffenen. Als Beispiele für heutige Hürden nennt das Programm Behörden ohne Aufzug, Arztpraxen ohne rollstuhlgerechten Eingang und Wahllokale ohne Induktionsschleifen.

Originalzitat anzeigen (Seite 66)
„Barrierefreiheit als verbindliches Recht, nicht als Kann-Regelung“
Seite 66 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Verbindliche Vorgaben und ein öffentliches Ausbauprogramm für alle Haltestellen bedeuten mehr Regulierung und öffentliche Investitionen.

  • Gesellschafteher progressiv

    Verbindliche Barrierefreiheit und Mitbestimmung der Betroffenen sollen die Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen gegenüber heute stärken.

Was sagen die anderen Parteien zu Gleichstellung und Vielfalt?

Alle Programme in Sachsen-Anhalt im Vergleich