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Linke zur Bildung

Aus dem Programm „Wir sind der Pol der Hoffnung. Wahlprogramm zur Landtagswahl am 6. September 2026“

Landtagswahl Sachsen-Anhalt 2026, 6. September 2026Original-PDF, 150 SeitenAnalyse vom 3. Oktober 2026

KIZusammenfassungen und Einordnungen auf dieser Seite hat eine KI erstellt. Ein Mensch prüft sie nicht einzeln. Wie sie entstehen

Einordnung beim Thema Bildung

Durchschnitt der Punkte auf dieser Seite. Die Einordnung erstellt eine KI.

Jede Achse misst ein Thema. Ein „links“ oder „rechts“ für alles gibt es hier nicht: Wirtschaft, Gesellschaft, Migration und Sicherheit stehen getrennt. Eingeordnet ist nur, was im Programm steht. So lesen Sie die Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat (-1), aus 14 Punkten

    Punkte je Stufe: 0 deutlich mehr Staat, 14 eher mehr Staat, 0 ausgewogen, 0 eher mehr Markt, 0 deutlich mehr Markt

  • Bürgerrechte und Sicherheiteher Bürgerrechte zuerst (-1), aus 1 Punkt

    Punkte je Stufe: 0 deutlich Bürgerrechte zuerst, 1 eher Bürgerrechte zuerst, 0 ausgewogen, 0 eher Sicherheit und Ordnung zuerst, 0 deutlich Sicherheit und Ordnung zuerst

  • Gesellschafteher progressiv (-1), aus 4 Punkten

    Punkte je Stufe: 0 deutlich progressiv, 4 eher progressiv, 0 ausgewogen, 0 eher konservativ, 0 deutlich konservativ

Die kleinen Säulen unter den Balken zeigen, wie viele Punkte auf jeder der fünf Stufen liegen.

Politische Bildung ausbauen und besser finanzieren

Die Linke will deutlich mehr Geld für politische Bildung bereitstellen. Jeder Jugendliche soll während der Schulzeit mindestens einmal eine NS-Gedenkstätte besuchen können. Begründet wird das unter anderem mit der gewachsenen Bedeutung der Auseinandersetzung mit Rechtsextremismus und Antisemitismus.

Die Linke will mehr Geld für politische Bildung geben. Dort lernen Menschen, wie Demokratie funktioniert. Jeder Jugendliche soll einmal eine Gedenkstätte besuchen können. Eine Gedenkstätte erinnert an die Verbrechen der Nazi-Zeit. Auf dem Land und im Internet soll es mehr Angebote geben.

Das zusätzliche Geld soll an die Landeszentrale für politische Bildung, an die demokratischen politischen Landesstiftungen und an freie Träger gehen. Der Besuch einer Gedenkstätte der NS-Diktatur soll bis zum Ende der allgemeinbildenden Schule möglich sein. Ein neues Bildungszeitgesetz soll die Teilnahme an Angeboten der politischen Bildung ermöglichen und unterstützen. Der ländliche Raum soll eigene Angebote bekommen, und Online-Formate sollen mehr junge Menschen ansprechen. Als Themen nennt das Programm auch Klimawandel, Kriege, künstliche Intelligenz und den Strukturwandel.

Originalzitat anzeigen (Seite 15)
„Dafür ist eine deutliche Erhöhung der Mittel für die politische Bildungsarbeit nötig.“
Seite 15 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Die Partei will die öffentlichen Mittel für politische Bildung deutlich aufstocken, also mehr staatliche Leistungen.

Multiprofessionelle Teams in Kitas und Schulen aufbauen

Die Linke will in allen Kitas und Schulen Teams aus verschiedenen Berufsgruppen einsetzen. Sie sollen Kinder und Familien früh unterstützen und den gemeinsamen Unterricht von Kindern mit und ohne Förderbedarf möglich machen.

Die Linke will Teams aus vielen Berufen in Kitas und Schulen. Dazu gehören Lehrkräfte, Erzieher, Sozialarbeiter und Psychologen. Die Teams sollen Kinder und Familien früh unterstützen. So sollen alle Kinder gemeinsam lernen können.

In den Teams sollen Erzieherinnen und Erzieher, Lehrkräfte, pädagogische Mitarbeitende, Fachleute für Sozialarbeit, Psychologie, Sonderpädagogik und Sprachförderung zusammenarbeiten. Das bestehende Konzept für solche Teams soll weiterentwickelt werden. Das Land soll Geld und Personal für die Umsetzung bereitstellen. Die Fachkräfte sollen regelmäßig fortgebildet werden, damit die Zusammenarbeit gelingt. Das Programm verbindet dies mit der Forderung nach dauerhaften Investitionen in Bildung statt Kürzungen.

Originalzitat anzeigen (Seite 27)
„Durch multiprofessionelle Teams wollen wir unsere Kinder und Jugendlichen ganzheitlich und individuell betreuen.“
Seite 27 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Das Land soll zusätzliches Personal und Geld für Kitas und Schulen bereitstellen, was öffentliche Leistungen ausbaut.

Sozialarbeit in Kitas und Schulen gesetzlich sichern

Die Linke will Sozialarbeit in Kitas und Schulen per Gesetz dauerhaft absichern und ausbauen. Statt befristeter Projekte aus EU-Mitteln soll ein Landesprogramm die Finanzierung tragen.

Die Linke will Sozialarbeit in Kitas und Schulen fest einrichten. Bisher gibt es dafür nur Projekte auf Zeit. Künftig soll das Land dauerhaft dafür zahlen. Auf 150 Schüler soll eine Stelle für Sozialarbeit kommen.

Ab dem Schuljahr 2028/29 soll je 150 Schülerinnen und Schüler eine Stelle für Schulsozialarbeit vorgeschrieben sein, was nach dem Programm rund 1.200 Vollzeitstellen ergibt. Die bisherigen befristeten Phasen aus Programmen des Europäischen Sozialfonds (ESF) sollen durch ein dauerhaftes Landesprogramm ersetzt werden. Die Arbeit soll weiter gemeinsam mit freien Trägern der Jugendhilfe geleistet und von den bestehenden Netzwerkstellen koordiniert werden. Kitas und Schulen sollen außerdem enger zusammenarbeiten, etwa mit Fallkonferenzen und geordneten Übergaben.

Originalzitat anzeigen (Seite 28)
„einen Personalschlüssel von einer Schulsozialarbeitsstelle für jeweils 150 Schüler:innen festschreiben und somit ca. 1.200 Vollzeitstellen zur Verfügung stellen“
Seite 28 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Eine bisher projektfinanzierte Leistung soll dauerhaft aus Landesmitteln bezahlt und mit festem Stellenschlüssel ausgebaut werden.

Digitale Bildung und Medienkompetenz stärken

Die Linke will allen Kindern und Jugendlichen in Kita und Schule schnelles Internet und digitale Geräte bereitstellen. Sie sollen lernen, Medien, Algorithmen und künstliche Intelligenz kritisch und selbstbestimmt zu nutzen.

Die Linke will schnelles Internet in Kitas und Schulen. Alle Kinder sollen dort digitale Geräte nutzen können. Sie sollen lernen, wie Medien und Computer-Programme arbeiten. Künstliche Intelligenz soll beim Lernen helfen, aber das eigene Denken nicht ersetzen.

Kinderschutz und ein achtsamer Umgang mit digitalen Medien sollen einen hohen Rang haben, ohne Kindern den Zugang zu verwehren; das Programm beruft sich dabei auf die Kinderrechtskonvention. Gefördert werden soll ein kundiger Umgang mit Datenschutz, Persönlichkeitsrechten und der eigenen Gesundheit. Frei zugängliche Lehrmaterialien (Open Educational Resources) sollen gezielt unterstützt werden, auch um öffentliche Mittel zu sparen. Künstliche Intelligenz soll im Unterricht so eingesetzt werden, dass sie das Lernen fördert und nicht bloß als schnelle Hilfe dient.

Originalzitat anzeigen (Seite 28)
„ein leistungsfähiges Internet wie auch digitale Geräte allen Kindern und Jugendlichen in ihren Bildungsorten – in Kita wie auch in Schule – für die eigenständige Nutzung zugänglich machen“
Seite 28 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Internet und Geräte sollen als öffentliche Leistung allen Kindern in Bildungseinrichtungen bereitgestellt werden.

Inklusion an Regelschulen ausbauen, Kopfnoten abschaffen

Die Linke will, dass alle Kinder mit und ohne Behinderung gemeinsam an Regelschulen lernen können. Schulschwänzen soll nicht mehr mit Bußgeld oder Jugendarrest geahndet werden, und Verhaltensnoten sollen wegfallen.

Die Linke will, dass alle Kinder zusammen an normalen Schulen lernen. Dafür soll es mehr Fachkräfte geben. Wer die Schule schwänzt, soll kein Bußgeld und keinen Arrest bekommen. Stattdessen soll es Hilfe geben. Noten für das Verhalten will die Linke abschaffen.

Das Programm bezeichnet Inklusion als Menschenrecht. Die Förderung soll durch kleinere Klassen, Teams, angepasste Lernmaterialien und deutlich mehr ausgebildete Pädagoginnen und Pädagogen verbessert werden. Wege zum Schulabschluss sollen erweitert werden, etwa durch das „Produktive Lernen“ und Werk-statt-Schule-Angebote. Bei Schulverweigerung sollen sozialpädagogische Begleitung, eigene Förderpläne und andere Lernorte an die Stelle von Sanktionen treten. Kopfnoten sollen durch persönliche Rückmeldungen ersetzt werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 30)
„Deshalb ist für uns der Anspruch auf eine erfolgreiche, inklusive Bildung im Regelschulsystem für alle Schüler:innen verbindlich.“
Seite 30 im Original

Einordnung

  • Bürgerrechte und Sicherheiteher Bürgerrechte zuerst

    Bußgelder und Jugendarrest bei Schulverweigerung sollen durch pädagogische Hilfen ersetzt werden, also weniger staatliche Sanktionen.

  • Gesellschafteher progressiv

    Gemeinsames Lernen aller Kinder an Regelschulen und der Verzicht auf Verhaltensnoten verschieben die Schule in Richtung Gleichstellung und Vielfalt.

Zwei-Säulen-Schulsystem mit Gemeinschaftsschulen entwickeln

Die Linke will längeres gemeinsames Lernen und die Gemeinschaftsschule zur zweiten Säule neben dem Gymnasium machen. Dazu gehören eine zehnjährige Vollzeitschulpflicht und das Ende der Schullaufbahnempfehlung.

Die Linke will, dass Kinder länger gemeinsam lernen. Später soll es nur noch Gemeinschafts-Schulen und Gymnasien geben. Das soll freiwillig geschehen. Alle sollen 10 Jahre lang in die Schule gehen. Eltern bekommen Beratung, aber keine Empfehlung für eine Schulform mehr.

Gemeinschaftsschulen sollen künftig auch die Fachhochschulreife vergeben und zusammen mit berufsbildenden Schulen eine Fachoberstufe einrichten können. Ein Wechsel der Schulform soll zu jedem Schuljahr möglich sein. Mehrere Gemeinschafts- und Gesamtschulen sollen gemeinsame gymnasiale Oberstufenzentren bilden dürfen; die Mindestgröße eines Oberstufenjahrgangs soll wieder auf 50 sinken. Außerdem sollen Ganztagsangebote wachsen, inklusive Regelschulen, Gemeinschafts- und Gesamtschulen stärker gefördert und an allen Schulen der Sekundarstufe I berufspraktischer Unterricht eingeführt werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 31)
„Mittelfristig soll sich auf der Basis freiwilliger Entscheidungen von Schulen und Schulträgern ein Schulsystem aus Gemeinschaftsschulen und Gymnasien herausbilden.“
Seite 31 im Original

Einordnung

  • Gesellschafteher progressiv

    Das gegliederte Schulsystem soll schrittweise und freiwillig zugunsten längeren gemeinsamen Lernens umgebaut werden, was vom überlieferten Modell früher Aufteilung abrückt.

Berufsausbildung kostenfrei und besser ausgestattet machen

Die Linke will die berufliche Ausbildung attraktiver machen: Alle Ausbildungsgänge sollen kostenfrei sein, und nötige Technik wie Laptops oder Software soll gestellt werden. Berufsschulen sollen über ein Landesprogramm modernisiert werden.

Die Linke will die Berufs-Ausbildung verbessern. Jede Ausbildung soll kostenlos sein. Azubis sollen Laptops und Programme umsonst bekommen. Das Land soll bei Fahrt-Kosten und Unterkunft helfen. Vor Prüfungen sollen Azubis einige Tage frei bekommen.

Kosten für Fahrten und Unterbringung beim Berufsschulbesuch sollen durch Landesgeld und einen Beitrag der Arbeitgeber gemildert werden. Fachklassen über Regionen und Ländergrenzen hinweg sollen überprüft werden, um sehr lange Schulwege zu vermeiden. Ein Landesprogramm soll Werkstätten, Labore und IT der Berufsschulen modernisieren. Auszubildende sollen Selbstlernmaterial erhalten und vor Abschlussprüfungen mehrere Tage ohne Nachteile freigestellt werden. Für gefährdete Ausbildungen ist mehr Begleitung vorgesehen, dazu Brückenangebote und assistierte Ausbildung; Gewerkschaften sollen an Berufsschulen über Arbeitnehmerrechte informieren dürfen.

Originalzitat anzeigen (Seite 31)
„alle Ausbildungsgänge kostenfrei besucht werden können“
Seite 31 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Kostenfreiheit, gestellte Arbeitsmittel und ein Landesprogramm für die Ausstattung erweitern öffentliche Leistungen und nehmen auch Arbeitgeber in die Pflicht.

Horte ins Schulgesetz aufnehmen, Ganztag ausbauen

Die Linke will die Horte wieder im Schulgesetz regeln und dabei die Vielfalt der Träger erhalten. An allen weiterführenden allgemeinbildenden Schulen sollen Ganztagsangebote nach Bedarf wachsen.

Die Linke will die Horte wieder ins Schul-Gesetz schreiben. Horte betreuen Grundschul-Kinder nach dem Unterricht. Die verschiedenen Träger sollen bleiben. Auch an weiterführenden Schulen soll es mehr Ganztags-Angebote geben.

Die Horte sollen die ganztägige Bildung und Erziehung der Grundschulkinder tragen. Für den Ausbau des Ganztags an weiterführenden Schulen will die Linke das nötige Personal und Geld bereitstellen. Der Ganztag soll unter anderem auch eine planmäßige Förderung besonders begabter Schülerinnen und Schüler ermöglichen.

Originalzitat anzeigen (Seite 32)
„Für die ganztägige Bildung und Erziehung im Primarbereich sollen die Horte wieder im Schulgesetz verankert werden, wobei die bisherige Trägervielfalt erhalten bleiben soll.“
Seite 32 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Der Ausbau von Ganztagsangeboten mit zusätzlichem Personal und Geld erweitert öffentliche Leistungen.

Schulstandorte erhalten und Schulbau fördern

Die Linke will die Mindestschülerzahlen für Anfangsklassen an öffentlichen Schulen abschaffen, damit Standorte nicht wegen schwankender Zahlen geschlossen werden. Ein Schulbauprogramm des Landes und höhere Zuweisungen an Kommunen sollen Bau und Sanierung ermöglichen.

Die Linke will Schulen vor der Schließung schützen. Es soll keine Mindest-Zahl von Schülern für neue Klassen mehr geben. Die Schulträger sollen selbst über Standorte entscheiden. Das Land soll beim Bauen und Sanieren von Schulen helfen.

An die Stelle der Mindestjahrgangsstärken sollen pauschale Personalzuweisungen treten; die Schulträger sollen über Erhalt und Neugründung von Standorten selbst befinden. Nach Angaben des Programms wurde mehr als die Hälfte der öffentlichen Schulen im Land geschlossen. Für Neubau und Umbau sollen verbindliche Vorgaben gelten, die den Raum als „dritten Pädagogen“ verstehen und Inklusion sowie selbstständiges Lernen ermöglichen. Vorgesehen sind laufende Investitionen in Barrierefreiheit und verbindliche Mitsprache von Lehrkräften, Schülerschaft und Eltern bei Bauvorhaben. Bestehende freie Schulen sollen faire Entwicklungsbedingungen erhalten.

Originalzitat anzeigen (Seite 32)
„Die Linke wird deshalb die Mindestjahrgangsstärken für die Bildung von Anfangsklassen an öffentlichen Schulen aufheben und durch globale Personalzuweisungen ersetzen“
Seite 32 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Ein Landesprogramm für Schulbau, höhere Zuweisungen an Kommunen und der Erhalt kleiner Standorte bedeuten mehr öffentliche Ausgaben.

Mitbestimmung und Eigenverantwortung der Schulen erweitern

Die Linke will Schülerinnen und Schülern mehr Mitbestimmung geben und den Schulen mehr eigene Entscheidungen ermöglichen. Schulen sollen aus Sicht des Programms Orte gelebter Demokratie sein.

Die Linke will, dass Schüler in der Schule mehr mitbestimmen. Schulen sollen mehr selbst entscheiden dürfen. Das gilt für Geld, Organisation und Unterricht. Schulen sollen ein eigenes Budget bekommen.

An weiterführenden Schulen soll die Gesamtkonferenz drittelparitätisch besetzt werden können, also zu gleichen Teilen aus drei Gruppen. Die Gesamtkonferenzen sollen weitere Entscheidungsrechte bekommen. Schulen sollen in organisatorischen, finanziellen und pädagogischen Fragen stärker selbst bestimmen. Die Schulträger sollen ihnen einen möglichst großen Teil des Schulhaushalts als selbst verwaltetes Budget überlassen.

Originalzitat anzeigen (Seite 33)
„Die Linke setzt sich deshalb für die Erweiterung der Mitbestimmungsrechte von Schüler:innen ein.“
Seite 33 im Original

Einordnung

  • Gesellschafteher progressiv

    Mehr Mitbestimmung für Schülerinnen und Schüler bis hin zur Drittelparität stärkt Selbstbestimmung gegenüber hergebrachten Schulhierarchien.

Lehrkräftemangel mit Zehn-Punkte-Plan bekämpfen

Die Linke will den Lehrkräftemangel mit festen Personalschlüsseln im Schulgesetz, einer umgebauten Lehramtsausbildung und mehr Studienplätzen angehen. Lehrkräfte sollen entlastet und Seiteneinsteiger besser unterstützt werden.

Die Linke will mehr Lehrer für die Schulen gewinnen. Im Schul-Gesetz soll stehen, wie viel Personal jede Schule bekommt. Die Ausbildung soll sich nach dem Alter der Schüler richten, nicht nach der Schulform. In Magdeburg soll es 200 neue Studienplätze geben. Lehrer sollen weniger Verwaltungs-Arbeit haben.

Frühere Maßnahmen, die den rechnerischen Personalbedarf gesenkt haben, sollen zurückgenommen werden. Es soll zwei Lehrämter geben, eines für die Primarstufe und eines für beide Sekundarstufen, jeweils mit sonderpädagogischen Anteilen; an der Universität Magdeburg kommen 200 Erstsemesterplätze hinzu, auch dual mit Bindung an das Land. Neue Ausbildungsseminare sind in der Fläche geplant, etwa in Dessau, Stendal oder Halberstadt, dazu Sonderzuschläge für Anwärter. Seiteneinsteiger sollen im ersten Jahr entlastet werden und vollausgebildeten Lehrkräften gleichgestellt werden können. Altersermäßigungen sollen wieder ab 60 gelten, zertifizierte Bildungsträger sollen Unterricht erteilen dürfen, und Verwaltungs- sowie Digitalassistenzen sollen Lehrkräfte entlasten.

Originalzitat anzeigen (Seite 34)
„die Lehramtsausbildung für die allgemeinbildenden Schulen statt auf vier Schulformen künftig auf zwei Schulstufen ausrichten“
Seite 34 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Gesetzlich feste Personalschlüssel, mehr Studienplätze, Zulagen und Assistenzkräfte erhöhen die öffentlichen Ausgaben für Schulen.

Erwachsenen- und Seniorenbildung dauerhaft finanzieren

Die Linke will Volkshochschulen, Bildungswerke und weitere Träger der Erwachsenenbildung stärken und ihre Angebote verlässlich aus Landesmitteln bezahlen. Bildung für ältere Menschen gilt dem Programm als eigener Teil des lebenslangen Lernens.

Die Linke will Bildung für Erwachsene stärken. Dazu gehören zum Beispiel die Volkshochschulen. Das Land soll diese Angebote dauerhaft bezahlen. Ältere Menschen sollen Hilfe im Umgang mit digitaler Technik bekommen.

Gestärkt werden sollen Volkshochschulen, Bildungswerke sowie Einrichtungen von Gewerkschaften, Kirchen und freien Trägern. Die Finanzierung soll weiter über das Erwachsenenbildungsgesetz des Landes laufen und ausreichend sein. Ältere Menschen sollen Unterstützung bei digitalen Anwendungen erhalten, etwa für Behörden, Bankgeschäfte und Gesundheitsversorgung. Treffpunkte für mehrere Generationen sollen nach Darstellung des Programms Einsamkeit und Altersdiskriminierung entgegenwirken. Kommunen sollen Hilfe beim Aufbau örtlicher Bildungsnetzwerke bekommen.

Originalzitat anzeigen (Seite 35)
„Ihre Angebote müssen über das Erwachsenenbildungsgesetz vom Land auch künftig dauerhaft und auskömmlich finanziert werden.“
Seite 35 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Die öffentliche Finanzierung der Erwachsenenbildung soll dauerhaft gesichert und ausgebaut werden, was mehr staatliche Leistungen bedeutet.

Hochschulfinanzierung sichern, Kürzungen verhindern

Die Linke will den Hochschulen verlässliche Mittel garantieren und Kürzungen ausschließen, selbst wenn weniger Menschen studieren. Die Grundfinanzierung soll wachsen, damit die Hochschulen weniger von Projektgeldern abhängen. Beide Medizinischen Fakultäten sollen bestehen bleiben und die Universitätsklinika öffentlich bleiben.

Die Linke will den Hochschulen nicht weniger Geld geben. Das gilt auch, wenn weniger Menschen studieren. Die Hochschulen sollen mehr festes Geld bekommen. Die beiden Uni-Kliniken sollen dem Staat gehören.

Das Programm sieht eine Hochschulstrukturplanung vor, die vorhandene Strukturen erhält und Weiterentwicklung zulässt. Der Bund-Länder-Vertrag „Zukunftsvertrag Studium und Lehre sichern“ soll mit zusätzlichem Landesgeld kofinanziert werden. Steigende Tariflöhne und Inflation sollen vollständig ausgeglichen werden. Transparente Zielvereinbarungen sollen Planungssicherheit geben. Für die Institute der Zuse-Gemeinschaft sollen Antrags- und Abrechnungsverfahren einfacher werden, und die Kofinanzierung außeruniversitärer Einrichtungen soll gesichert sein.

Originalzitat anzeigen (Seite 36)
„Kürzungen im Hochschulhaushalt verhindern – auch bei sinkenden Studierendenzahlen“
Seite 36 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Die staatliche Grundfinanzierung der Hochschulen soll steigen und die Universitätsklinika sollen öffentlich bleiben, was öffentliche Leistungen und öffentliches Eigentum stärkt.

Studium unabhängig vom Einkommen bezahlbar machen

Die Linke will, dass ein Studium in Sachsen-Anhalt nicht vom Einkommen der Eltern abhängt. Dafür plant sie einen Hochschulsozialpakt mit günstigem Wohnen und stabilen Mensapreisen, kostenlose Lernmittel und billigere Mobilität. Studiengebühren lehnt sie ab, und im Bund will sie sich für ein BAföG einsetzen, das ohne Blick auf das Elterneinkommen gezahlt wird.

Die Linke will das Studium billiger machen. Wohnen und Essen in der Mensa sollen günstig sein. Lern-Material soll nichts kosten. Das Ticket für Bus und Bahn soll später 9 Euro kosten und irgendwann nichts mehr. Studien-Gebühren soll es nicht geben.

Landeseigene Flächen sollen günstig für studentisches Wohnen bereitstehen, und das Programm Junges Wohnen soll besser werden. Das Semesterticket soll zunächst preisstabil bleiben, mittelfristig 9 Euro kosten und langfristig kostenlos sein. Gebühren für ein Zweitstudium sollen entfallen. Auf Bundesebene will die Linke ein elternunabhängiges BAföG anstoßen, das sich an den durchschnittlichen Lebenshaltungskosten orientiert und jedes Jahr mindestens mit der Inflation steigt. Ein Landesfonds soll bezahlte Pflichtpraktika sowie Summerschools, Tagungen und Auslandspraktika ermöglichen. Außerdem sollen psychosoziale Beratung, Barrierefreiheit und kürzere BAföG-Bearbeitungszeiten hinzukommen.

Originalzitat anzeigen (Seite 36)
„einen Hochschulsozialpakt auflegen (günstige Mieten, stabile Mensapreise) und das Programm Junges Wohnen verbessern“
Seite 36 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Öffentliche Leistungen für Studierende sollen ausgebaut und Gebühren gestrichen werden, was den Staat stärker in die Finanzierung des Studiums einbindet.

Masterplatz garantieren und Regelstudienzeiten verlängern

Die Linke will den Studienverlauf erleichtern: Wer im Land einen Bachelor abschließt, soll einen sicheren Masterplatz bekommen. Regelstudienzeiten sollen länger werden, und Hilfsangebote sollen gebündelt an einer Stelle erreichbar sein.

Die Linke will das Studium leichter machen. Nach dem Bachelor soll jeder einen Platz im Master bekommen. Studierende sollen mehr Zeit für ihr Studium haben. Hilfe soll es an einer einzigen Stelle geben.

Die Regelstudienzeit soll so verlängert werden, dass acht Semester Bachelor und vier Semester Master zusammen möglich sind. Bescheinigungen über Prüfungsunfähigkeit sollen wegfallen. Unter dem Leitgedanken „eine Tür – viele Hilfen“ sollen Angebote bei Krisen, Fachwechsel und Fragen zum Studienverlauf ausgebaut werden. Ein Teilzeitstudium soll möglich sein, und Barrieren sollen abgebaut werden. Besonders Studierende, die als Erste in ihrer Familie studieren, sollen nach Darstellung des Programms davon profitieren.

Originalzitat anzeigen (Seite 37)
„eine Masterplatzgarantie für alle Bachelor-Absolvent:innen im Land umsetzen“
Seite 37 im Original

Einordnung

Dieser Punkt berührt keine der Achsen.

Planbare Karrierewege und mehr Graduiertenförderung schaffen

Die Linke will Laufbahnen für junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler verlässlicher machen und Tenure Track, also den festen Weg zur Dauerprofessur, zum Normalfall erklären. Die Graduiertenförderung des Landes soll mehr und höhere Stipendien bieten. Frauen sollen in der Wissenschaft gezielt gefördert werden.

Die Linke will sichere Berufswege in der Wissenschaft. Junge Forschende sollen früh wissen, ob sie bleiben können. Es soll mehr Stipendien für Doktor-Arbeiten geben. Ein Stipendium ist Geld für die Zeit der Ausbildung. Frauen sollen besondere Unterstützung bekommen.

Die Höhe der Landesstipendien soll sich an den Bundesstiftungen orientieren, mit Zuschüssen zur Kranken- und Pflegeversicherung und ohne Nachteile bei Familien- oder Pflegezeiten. Stipendienzeiten sollen im öffentlichen Dienst als Berufserfahrung zählen. Promotionen sollen durch Betreuungsvereinbarungen und Mentoring strukturiert werden, und an Hochschulen für angewandte Wissenschaften sollen Promotionsstellen entstehen. Für mehr Geschlechtergerechtigkeit sollen Betreuungszeiten angerechnet und Professuren für Frauen attraktiver werden. Willkommenspakete mit Hilfe bei Wohnen, Behörden und der Stellensuche für Partner sowie mehr Tandem-Professuren sollen Berufungen erleichtern.

Originalzitat anzeigen (Seite 40)
„verlässliche Karrierewege (Tenure Track) als Regel in der Wissenschaftskarriere etablieren“
Seite 40 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Mehr und höhere öffentlich finanzierte Stipendien sowie abgesicherte Stellen erweitern staatliche Leistungen im Wissenschaftsbereich.

  • Gesellschafteher progressiv

    Die gezielte Förderung von Frauen und die Anrechnung von Betreuungszeiten bauen die Gleichstellung in der Wissenschaft schrittweise aus.

Forschung, digitale Souveränität und Transfer stärken

Die Linke will die Grundlagenforschung sichern, Kooperationen transparent gestalten und die Hochschulen digital unabhängiger machen. Forschungsergebnisse sollen frei zugänglich sein und über Reallabore und Praxissemester stärker in die Regionen gelangen.

Die Linke will die Forschung im Land stärken. Hochschulen sollen eigene digitale Dienste nutzen. Ergebnisse der Forschung sollen für alle offen sein. Hochschulen sollen enger mit Städten, Kliniken, Schulen und Betrieben arbeiten.

Ein landesweites Projektverzeichnis soll Kooperationen offenlegen. Zur digitalen Unabhängigkeit gehören nach dem Programm eine Landes-Cloud, zuverlässige Online-Dienste und Ausstiegsklauseln in Verträgen. Kompetenzen im Umgang mit künstlicher Intelligenz sollen gefördert werden. Reallabore, also Erprobung unter realen Bedingungen, sollen Hochschulen mit Kommunen, Kliniken, Schulen und Betrieben verbinden, ausdrücklich auch auf dem Land. Standardverträge und feste Ansprechstellen für Transfer sollen die Zusammenarbeit beschleunigen, und der Wechsel zwischen Wissenschaft und Praxis soll einfacher werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 40)
„Open Access und offene Forschungsdaten ausbauen, Sichtbarkeit für Lernende/Forschende erhöhen“
Seite 40 im Original

Einordnung

Dieser Punkt berührt keine der Achsen.

Lehramtsausbildung dauerhaft finanzieren und praxisnäher machen

Die Linke will die Ausbildung von Lehrkräften verlässlich finanzieren und enger mit dem Schulalltag verbinden. Praxissemester sollen in ihrer Qualität gesichert werden, auch im ländlichen Raum. Quer- und Seiteneinsteiger sollen gezielt gefördert und nachqualifiziert werden.

Die Linke will die Ausbildung für Lehrerinnen und Lehrer verbessern. Das Geld dafür soll dauerhaft fließen. Studierende sollen mehr Praxis an Schulen bekommen. Menschen aus anderen Berufen sollen leichter Lehrkraft werden können.

Mit gesicherten Mitteln sollen Dozierende für Fachdidaktik und Bildungswissenschaften feste Stellen erhalten, und Wechsel zwischen Schuldienst und Hochschule sollen möglich sein. Partnerschulnetzwerke und Mentoring sollen wachsen. Sprachbildung, Inklusion und digitale Werkzeuge sollen fester Teil der Ausbildung sein. Ein landesweiter Qualitätsrahmen und jährliche Fortschrittsberichte sollen das absichern. Außerdem will die Linke neue Modelle der Lehramtsausbildung einführen.

Originalzitat anzeigen (Seite 41)
„die Finanzierung der Lehramtsausbildung verstetigen, um Dozierende dauerhaft einzustellen“
Seite 41 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Die Lehramtsausbildung soll dauerhaft mit öffentlichen Mitteln und festen Stellen ausgestattet werden, was öffentliche Ausgaben ausweitet.

Alle Kita-, Schul- und Hortstandorte erhalten

Die Linke will sämtliche Standorte von Kitas, Schulen und Horten im Land erhalten. Zudem sollen die Personalschlüssel in Kitas angepasst und mehr pädagogische Fachkräfte in Schule und Hort eingestellt werden.

Keine Kita, keine Schule und kein Hort soll schließen. Die Linke will mehr Personal in Kitas. Auch Schulen und Horte sollen mehr Fachkräfte bekommen.

Das Programm verweist auf häufige Ausfälle bei Unterricht und Betreuung und auf den Wegfall sozialer Infrastruktur, der je nach Wohnort unterschiedlich stark sei. Der Personalschlüssel, also das Verhältnis von Fachkräften zu Kindern, soll in Kitas geändert werden. Für Schulen und Horte sieht die Partei zusätzliche Stellen für pädagogisches Fachpersonal vor.

Originalzitat anzeigen (Seite 46)
„den Erhalt aller Kita-, Schul- und Hortstandorte im Land und eine Anpassung der Personalschlüssel in Kitas“
Seite 46 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Standortgarantie und mehr Personal bedeuten höhere öffentliche Ausgaben für Bildung und Betreuung innerhalb des bestehenden Systems.

Was sagen die anderen Parteien zur Bildung?

Alle Programme in Sachsen-Anhalt im Vergleich