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Grüne zur Bildung

Aus dem Programm „Nur mit Grün wird Zukunft draus. Wahlprogramm zur Landtagswahl 2026“

Landtagswahl Sachsen-Anhalt 2026, 6. September 2026Original-PDF, 100 SeitenAnalyse vom 3. Oktober 2026

KIZusammenfassungen und Einordnungen auf dieser Seite hat eine KI erstellt. Ein Mensch prüft sie nicht einzeln. Wie sie entstehen

Einordnung beim Thema Bildung

Durchschnitt der Punkte auf dieser Seite. Die Einordnung erstellt eine KI.

Jede Achse misst ein Thema. Ein „links“ oder „rechts“ für alles gibt es hier nicht: Wirtschaft, Gesellschaft, Migration und Sicherheit stehen getrennt. Eingeordnet ist nur, was im Programm steht. So lesen Sie die Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat (-1), aus 12 Punkten

    Punkte je Stufe: 0 deutlich mehr Staat, 12 eher mehr Staat, 0 ausgewogen, 0 eher mehr Markt, 0 deutlich mehr Markt

  • Gesellschafteher progressiv (-1,3), aus 6 Punkten

    Punkte je Stufe: 2 deutlich progressiv, 4 eher progressiv, 0 ausgewogen, 0 eher konservativ, 0 deutlich konservativ

  • Migrationeher offen (-1), aus 1 Punkt

    Punkte je Stufe: 0 deutlich offen, 1 eher offen, 0 ausgewogen, 0 eher restriktiv, 0 deutlich restriktiv

Die kleinen Säulen unter den Balken zeigen, wie viele Punkte auf jeder der fünf Stufen liegen.

Demokratiebildung und Mitbestimmung an Schulen ausbauen

Die Grünen wollen Demokratiebildung von der Kita an stärken. Sozialkunde soll von Klasse fünf bis zum Schulabschluss Pflichtfach sein, und in Schulkonferenzen soll Drittelparität gelten.

Die Grünen wollen, dass Kinder früh Demokratie lernen. Sozialkunde soll ab Klasse 5 bis zum Ende der Schule Pflicht sein. Schüler sollen in der Schule mehr mitentscheiden. Alle Schüler sollen an Austausch-Programmen teilnehmen können.

Sozialkunde soll von der fünften bis zur zwölften oder dreizehnten Klasse verpflichtend unterrichtet werden. Schülerinnen und Schüler sollen verbindliche Mitbestimmungsrechte erhalten; in Schulkonferenzen soll Drittelparität gelten, also eine Besetzung zu gleichen Teilen. Schulhaushalte nennt das Programm als Mittel, um demokratische Fähigkeiten im Alltag zu üben. Austauschprogramme und internationale Jugendbegegnungen sollen ausgebaut werden und nicht vom Einkommen der Familie abhängen.

Originalzitat anzeigen (Seite 37)
„Dafür braucht es eine moderne politische Bildung, klare und verbindliche Mitbestimmungsrechte“
Seite 37 im Original

Einordnung

Dieser Punkt berührt keine der Achsen.

Digital- und Medienkompetenz fest verankern

Die Grünen wollen den Umgang mit digitalen Medien zum festen Teil der Bildung machen, für Kinder wie für Erwachsene. Menschen sollen verstehen, wie Algorithmen und KI Informationen prägen.

Die Grünen wollen, dass alle den Umgang mit digitalen Medien lernen. Das gilt für Schulen und für Kurse für Erwachsene. Die Menschen sollen verstehen, wie Nachrichten im Internet entstehen. Das soll auch bei der Job-Suche helfen.

Als Lernorte nennt das Programm Schulen, Familienbildungsstätten, Jugendhilfe und Erwachsenenbildung. Viele Erwachsene hätten nach Darstellung der Grünen keine ausreichenden digitalen Grundkenntnisse. Neben der Bedienung von Geräten und Onlinediensten soll es um KI, Datensicherheit und digitale Kommunikation gehen. Das soll den Alltag erleichtern und die Aussichten auf dem Arbeitsmarkt verbessern.

Originalzitat anzeigen (Seite 53)
„Digital- und Medienkompetenz in Schulen und der Erwachsenenbildung ausbauen“
Seite 53 im Original

Einordnung

Dieser Punkt berührt keine der Achsen.

Kitas wohnortnah sichern, Beiträge stabil halten

Die Grünen wollen alle Kitas im Land erhalten, vor allem auf dem Land. Ein Programm „HeimatKita“ soll garantieren, dass eine Kinderbetreuung im Ort oder höchstens 15 Minuten entfernt liegt. Die Ermäßigung der Beiträge für Familien mit mehreren Kindern soll dauerhaft bleiben.

Die Grünen wollen alle Kitas im Land behalten. Das gilt besonders für Dörfer. Jede Familie soll eine Kita im Ort haben oder in 15 Minuten erreichen. Familien mit mehreren Kindern sollen weiter weniger zahlen.

Das Land soll eine langfristige Kitaplanung der Kommunen bezahlen. Über „HeimatKita“ sollen auch sehr kleine Einrichtungen Geld, Personal und organisatorische Hilfe vom Land bekommen. Je nach Ort kommen auch Tageseltern, Mehrgenerationen-Angebote oder Dorfzentren mit mehreren Zwecken infrage. Außerdem soll das Land ein Modell entwickeln, das Kitabeiträge nach sozialer Lage staffelt.

Originalzitat anzeigen (Seite 57)
„wollen wir alle Kitas im Land und insbesondere in ländlichen Räumen sichern“
Seite 57 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Das Land soll zusätzliche Mittel für kleine Kitas und Beitragsermäßigungen bereitstellen, was öffentliche Leistungen ausbaut.

Kita-Personal und Sprachförderung stärken

Die Grünen wollen die Personallage in Kitas dauerhaft verbessern und dafür den Mindestpersonalschlüssel erhöhen. Zusätzlich soll in allen Kitas verbindlich der Sprachstand der Kinder erhoben werden, damit Förderung früh ansetzt.

Die Grünen wollen mehr Personal in den Kitas. Erzieherinnen und Erzieher sollen besser verdienen. In allen Kitas soll geprüft werden, wie gut Kinder sprechen. So bekommen Kinder früh Hilfe beim Sprechen.

Das bis 2028 laufende Programm „Kita STABIL“ soll in eine dauerhafte Lösung übergehen. Geplant sind mehr Sonderförderung für Kitas mit besonderem Bedarf, mehr Kitasozialarbeit, bessere Bezahlung und weniger Bürokratie für Erzieherinnen und Erzieher. Wer das Anerkennungsjahr absolviert, soll bei jedem Träger angemessen bezahlt werden. Das Bildungsprogramm „Bildung elementar“ soll mit Fortbildungen und einem Pool von Fachleuten weiter umgesetzt werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 57)
„Dafür wollen wir den Mindestpersonalschlüssel anheben“
Seite 57 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Ein höherer Personalschlüssel und bessere Bezahlung bedeuten mehr öffentliche Ausgaben für frühkindliche Bildung.

Kitas als Orte für Demokratie und Familien

Die Grünen wollen Kitas zu Orten machen, an denen Kinder Beteiligung erleben, und sie als Familienzentren ausbauen. Schulungen sollen eine geschlechterneutrale Erziehung fördern und Rollenbilder abbauen.

Kinder sollen schon in der Kita mitbestimmen lernen. Kitas sollen auch Treffpunkte für Familien sein. Das Personal soll Schulungen bekommen. Dort lernt es, Mädchen und Jungen nicht in feste Rollen zu drängen.

Eine gut besetzte Fachberatung soll Beteiligungskonzepte in Kitas fördern, gelungene Beispiele erhalten einen Kita-Demokratiepreis. Das Programm sieht darin auch Vorbeugung gegen spätere Radikalisierung. Kinder- und Familienzentren sollen weiter ausgebaut und mit Familienbildung verbunden werden. Die Arbeit mit Eltern soll fest in den Personalschlüssel eingerechnet werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 58)
„Wir setzen auf gezielte Schulungsmaßnahmen in Kitas, um eine geschlechterneutrale“
Seite 58 im Original

Einordnung

  • Gesellschafteher progressiv

    Schulungen für geschlechterneutrale Erziehung und den Abbau von Rollenbildern fördern Gleichstellung und Vielfalt.

Kleine Grundschulen auf dem Land erhalten

Die Grünen wollen kleine Grundschulen in ländlichen Gegenden erhalten und dafür einen Sonderstatus „Dorfgrundschule“ schaffen. Sinkende Schülerzahlen sollen für kleinere Klassen genutzt werden, Entlassungen von pädagogischem Personal lehnt die Partei ab.

Die Grünen wollen kleine Grundschulen auf dem Dorf behalten. Kinder sollen kurze Schulwege haben. Wenn es weniger Kinder gibt, sollen die Klassen kleiner werden. Lehrkräfte sollen nicht entlassen werden.

Für Dorfgrundschulen sollen Modelle mit jahrgangsübergreifendem Lernen, digitaler Hilfe und gemischten Schulteams erprobt werden. Kommunen sollen Schulgebäude außerdem nach dem Unterricht und am Wochenende als Treffpunkte für alle nutzen dürfen. Frei werdende Kapazitäten sollen in intensivere Betreuung und höhere Bildungsqualität fließen.

Originalzitat anzeigen (Seite 58)
„Ein wohnortnaher Zugang zu Bildung gehört zur Bildungsgerechtigkeit.“
Seite 58 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Kleine Schulstandorte und Personal sollen trotz sinkender Schülerzahlen erhalten bleiben, statt Ausgaben zu senken.

Ganztag ausbauen, Lernmittel und Essen kostenfrei

Die Grünen wollen alle allgemeinbildenden Schulen zu Schulen mit Ganztagsangebot machen. Lernmittel, ein gesundes Mittagessen und Menstruationsprodukte sollen in der Schule nichts kosten.

Alle Schulen sollen Angebote am Nachmittag haben. Vereine und Musikschulen sollen dabei mitmachen. Schulbücher und Mittagessen sollen kostenlos sein. Auch Binden und Tampons soll es in der Schule kostenlos geben.

Volkshochschulen, Musikschulen, Sportvereine und Ehrenamtliche sollen in den Ganztag eingebunden werden, damit Kultur und Sport möglichst gratis oder günstig zugänglich sind. An allen weiterführenden Schulen soll es verpflichtend Berufs- und Studienorientierung geben. Schulen sollen Familien über Zuschüsse für Klassenfahrten informieren und beim Antrag helfen.

Originalzitat anzeigen (Seite 59)
„Mittagessen und zu Menstruationsprodukten in der Schule muss kostenfrei sein.“
Seite 59 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Kostenfreie Lernmittel und Mahlzeiten sowie mehr Ganztagsangebote erweitern öffentlich finanzierte Leistungen.

Gemeinsamen Unterricht zum Normalfall machen

Die Grünen wollen, dass Kinder mit und ohne Behinderung in der Regel gemeinsam lernen, und die Zahl der Förderschulen deutlich senken. Zuerst sollen die Förderschulen mit dem Schwerpunkt Lernen ganz abgeschafft werden. Aus Sicht des Programms führt die Trennung zu Stigmatisierung und schlechteren Chancen.

Kinder mit und ohne Behinderung sollen zusammen lernen. Es soll viel weniger Förderschulen geben. Zuerst sollen die Förderschulen für Lernen wegfallen. Ihre Lehrkräfte sollen dann an normalen Schulen helfen.

Die Lehrkräfte der aufgelösten Förderschulen sollen den gemeinsamen Unterricht an Regelschulen unterstützen. Kinder mit Förderbedarf sollen ausgebildete Schulbegleitung für den ganzen Schultag und auch im Hort bekommen. Leistungen der Eingliederungshilfe sollen bei Bedarf regelmäßig gewährt werden. Für die verbleibenden Förderschulen soll die Vorbehaltsklausel aus dem Schulgesetz gestrichen werden, damit Eltern den gemeinsamen Unterricht wählen können.

Originalzitat anzeigen (Seite 59)
„Inklusion zum Normalfall machen“
Seite 59 im Original

Einordnung

  • Gesellschaftdeutlich progressiv

    Eine ganze Förderschulart soll abgeschafft und das Schulsystem auf gemeinsames Lernen umgestellt werden, was Gleichstellung grundlegend ausweitet.

Länger gemeinsam lernen, Sekundarschulen abschaffen

Die Grünen wollen die gemeinsame Grundschulzeit auf sechs Jahre verlängern und langfristig gemeinsames Lernen von Klasse 1 bis 10 ermöglichen. Die Sekundarschule soll als Schulform entfallen, neben Gymnasien soll es vor allem Gemeinschaftsschulen geben. Das Abitur soll wieder nach 13 Jahren abgelegt werden.

Kinder sollen bis zur 6. Klasse zusammen in die Grundschule gehen. Später sollen sie bis zur 10. Klasse zusammen lernen können. Sekundarschulen soll es nicht mehr geben. Dafür soll es mehr Gemeinschafts-Schulen geben. Das Abitur soll wieder 13 Jahre dauern.

Umwandlungen von Sekundar- in Gemeinschaftsschulen und Neugründungen sollen gefördert werden, jede Gemeinschaftsschule soll eine gymnasiale Oberstufe haben. Die flexible Schuleingangsphase, in der Kinder zwei bis drei Jahre in altersgemischten Gruppen lernen, soll gestärkt werden. In der Oberstufe sollen Leistungskurse in Geisteswissenschaften eingeführt werden. Das Programm begründet dies mit der wachsenden Rolle künstlicher Intelligenz und mit Falschnachrichten.

Originalzitat anzeigen (Seite 59)
„Grundschulzeit bis zur 6. Klasse, um soziale Unterschiede abzubauen“
Seite 59 im Original

Einordnung

  • Gesellschaftdeutlich progressiv

    Eine Schulform soll entfallen und die Schulstruktur auf langes gemeinsames Lernen umgebaut werden, mit dem Ziel größerer Chancengleichheit.

Weniger Noten, Sitzenbleiben freiwillig machen

Die Grünen wollen deutlich weniger Noten vergeben und sie durch Rückmeldungen im Gespräch ersetzen. In Neigungs- und Talentfächern sollen Noten ganz wegfallen. Das Wiederholen einer Klasse soll überwiegend eine freiwillige Entscheidung von Kindern und Eltern sein.

In der Schule soll es viel weniger Noten geben. Lehrkräfte sollen stattdessen mit den Kindern über ihr Lernen sprechen. In manchen Fächern soll es gar keine Noten mehr geben. Sitzenbleiben soll meist freiwillig sein.

Nach Auffassung des Programms bilden Noten komplexe Leistungen nur begrenzt ab und werden unterschiedlich gedeutet. Schulen sollen daher stärker ergänzende Rückmeldungen nutzen, die Stärken und Förderbedarf einzelner Kinder genauer beschreiben. Zugleich sollen Leistungsdruck und seelische Belastung im Schulalltag sinken.

Originalzitat anzeigen (Seite 60)
„der Benotungen im allgemeinen Schulbetrieb und den Ersatz durch dialogorientierte“
Seite 60 im Original

Einordnung

  • Gesellschafteher progressiv

    Weniger Noten und freiwilliges Sitzenbleiben lösen überlieferte Formen schulischer Leistungsbewertung zugunsten individueller Ansätze ab.

Lehrkräfte entlasten und gezielt gewinnen

Die Grünen wollen Lehrkräfte durch ein verpflichtendes Arbeitszeitkonto und Teams aus mehreren Berufen entlasten. Seiteneinsteiger sollen stärker gefördert werden, und für Einsätze in strukturschwachen Regionen oder Mangelfächern soll es Gehaltszuschläge geben.

Lehrkräfte sollen mehr Hilfe bekommen. Andere Fachleute sollen ihnen Aufgaben abnehmen. Menschen aus anderen Berufen sollen leichter Lehrkraft werden. Wer an schwierigen Orten unterrichtet, soll mehr Geld bekommen.

Sozialarbeit, IT-Fachleute, Schulpsychologie und Verwaltungskräfte sollen Aufgaben übernehmen, dazu kommt Supervision für Lehrkräfte. Seiteneinsteiger sollen berufsbegleitend ausgebildet werden, auch mit nur einem Fach, und nach Qualifizierung gleich bezahlt werden. Die Zuschläge sollen mindestens fünf Jahre lang gelten, auch an stark belasteten Schulformen. Schulen sollen flexiblere Unterrichtsmodelle und ein eigenes Budget erhalten, über das die Schulleitung verfügt.

Originalzitat anzeigen (Seite 60)
„Lehrkräftemangel bekämpfen und bessere Arbeitsbedingungen schaffen“
Seite 60 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Zusätzliches Personal und Gehaltszuschläge an Schulen erhöhen die öffentlichen Ausgaben für Bildung.

Lehramtsausbildung umbauen und ausweiten

Die Grünen wollen das nach Schulformen getrennte Lehramt durch ein Stufenlehramt für weiterführende Schulen ersetzen. Hinzu kommen ein neues Lehramt für die Primarstufe, ein Ein-Fach-Lehramt und mehr Studienplätze in Halle und Magdeburg.

Die Ausbildung für Lehrkräfte soll sich ändern. Künftige Lehrkräfte sollen an allen weiterführenden Schulen arbeiten können. In Kunst, Musik und Sport soll ein Fach reichen. Die Unis in Halle und Magdeburg sollen mehr Lehrkräfte ausbilden.

Das Primarstufenlehramt soll auf inklusives Lernen und Kinder mit Förderbedarf vorbereiten. Das Ein-Fach-Lehramt soll mindestens für Kunst, Musik und Sport gelten und laut Programm auch die Einstellung internationaler Lehrkräfte erleichtern. Das duale Lehramtsstudium soll an beiden Universitäten ausgebaut oder neu angeboten werden. Im Referendariat sind höhere Bezahlung und engere Betreuung durch erfahrene Lehrkräfte vorgesehen.

Originalzitat anzeigen (Seite 61)
„Lehramtsausbildung modernisieren und attraktiver machen“
Seite 61 im Original

Einordnung

Dieser Punkt berührt keine der Achsen.

Schulbauprogramm und gezielte Schulfinanzierung

Die Grünen wollen mit einem Schulbauprogramm deutlich mehr Geld in Gebäude und Ausstattung der Schulen stecken. Ein Schulsozialindex soll zusätzliche Mittel dorthin lenken, wo Schulen besondere Schwierigkeiten haben.

Die Grünen wollen viel mehr Geld für Schulgebäude ausgeben. Alte Schulen sollen erneuert werden. Zuerst sollen die Schultoiletten in Ordnung kommen. Schulen mit großen Problemen sollen mehr Geld bekommen.

Das Bauprogramm soll Sanierungen und inklusive Lernräume ermöglichen. Als Sofortmaßnahme ist eine „Schulklo-Offensive“ für alle Schulen geplant. Der Sozialindex soll etwa Schulen in einkommensschwachen oder ländlichen Gegenden begünstigen. Weitere Vorhaben sind mehr Geld für Inklusion, eine faire und transparente Finanzierung freier Schulen sowie Schulsekretariate an allen Schulen.

Originalzitat anzeigen (Seite 62)
„Erhöhung der Investitionen in Schulgebäude und deren Ausstattung ein, indem ein umfassendes Schulbauprogramm initiiert wird.“
Seite 62 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Ein Schulbauprogramm und zusätzliche Mittel für belastete Schulen erhöhen die öffentlichen Investitionen.

Schulsozialarbeit an jeder Schule sichern

Die Grünen wollen an jeder Schule mindestens eine fest angestellte Fachkraft für Schulsozialarbeit und in Kreisen und kreisfreien Städten einen Pool für Schulpsychologie. Die Finanzierung soll von Land und Kommunen gemeinsam dauerhaft getragen werden.

Jede Schule soll mindestens eine feste Fachkraft für Sozialarbeit haben. In jedem Kreis soll es Schul-Psychologen geben. Land und Kommunen sollen das zusammen bezahlen. Arme Kommunen sollen dafür Hilfe bekommen.

Dafür soll das „Startchancen“-Programm ausgeweitet werden. Auch die mobile Jugendarbeit soll stark wachsen. Zusätzliches Personal soll Schulen und Jugendhilfe besser verbinden, um Schulabbrüche zu vermeiden; die Regeln zur Suspendierung von Schülern sollen milder werden. Ein Nothilfefonds soll verschuldeten Landkreisen ermöglichen, ihren Anteil zu zahlen.

Originalzitat anzeigen (Seite 62)
„Schulsozialarbeit als festen Bestandteil von Schule verankern“
Seite 62 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Feste Stellen für Schulsozialarbeit und ein Fonds für verschuldete Kommunen erweitern öffentlich finanzierte Leistungen.

Landesprogramm gegen Mobbing einführen

Die Grünen wollen ein Aktionsprogramm des Landes gegen Mobbing auflegen. Das Programm begründet dies damit, dass Täter- und Opferrollen oft von der Schule in den Beruf mitgenommen werden und deshalb früh eingegriffen werden müsse.

Die Grünen wollen ein Programm gegen Mobbing. Mobbing heißt: Jemand wird immer wieder schlecht behandelt. Schulen sollen früh dagegen vorgehen. Einmal im Jahr soll es einen Tag gegen Mobbing geben.

Ein Schulklima der Zusammenarbeit soll im Schulgesetz stehen, in Studium und Fortbildung behandelt und im Sozialkundeunterricht vermittelt werden. Gefördert werden sollen Aktionstage und -wochen sowie dauerhafte Konzeptarbeit in Kitas, Schulen und Betrieben. Ein jährlicher Anti-Mobbing-Tag soll das Programm sichtbar machen. Erarbeitet werden soll es mit Krankenkassen, Landespräventionsrat, Landesschülerrat und Gewerkschaften.

Originalzitat anzeigen (Seite 63)
„Entschlossen gegen Mobbing vorgehen“
Seite 63 im Original

Einordnung

Dieser Punkt berührt keine der Achsen.

Schulen digital ausstatten und betreuen

Die Grünen wollen alle Schulen mit schnellem Internet, WLAN, digitalen Tafeln und genügend Endgeräten versorgen. An jeder Schule sollen IT- und Digitalassistenzen technische Hilfe leisten. Digitalisierung soll nach dem Programm kein Selbstzweck sein, sondern pädagogischen Konzepten folgen.

Alle Schulen sollen schnelles Internet und WLAN bekommen. Es soll genug Geräte für Kinder und Lehrkräfte geben. An jeder Schule sollen Fachleute bei der Technik helfen. Lehrkräfte sollen besser lernen, mit digitalen Medien zu arbeiten.

Die bestehende Digitalassistenz des Landesinstituts für Schulqualität und Lehrerbildung soll diese Betreuung als Hauptaufgabe übernehmen und dauerhaft weitergeführt werden. Lehrkräfte sollen besser aus- und fortgebildet werden. Digitale Lernangebote sollen den Unterricht ergänzen und herkömmlichen Methoden gleichgestellt sein. Das Programm verbindet damit gleiche Lernchancen unabhängig vom Elternhaus.

Originalzitat anzeigen (Seite 63)
„Schulen digital gestalten“
Seite 63 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Flächendeckende digitale Ausstattung und zusätzliches Assistenzpersonal bedeuten mehr öffentliche Investitionen in Schulen.

Schutz vor Diskriminierung an Schulen ausbauen

Die Grünen wollen Kinder an allen Schulen besser vor Diskriminierung, Mobbing, Rassismus und Queerfeindlichkeit schützen. Dazu sollen Beratung und Prävention gestärkt, eine unabhängige Ombudsstelle für das ganze Land geschaffen und Lehrkräfte verpflichtend fortgebildet werden.

Die Grünen wollen Kinder in der Schule besser schützen. Es geht um Mobbing, Rassismus und Hass gegen queere Menschen. Es soll eine unabhängige Stelle für Beschwerden geben. Dort kann man Vorfälle auch ohne Namen melden. Lehrerinnen und Lehrer sollen dazu regelmäßig Kurse machen.

Beratungsangebote und Präventionsprogramme sollen gezielt gestärkt werden, ebenso Netzwerke wie „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“. Eine landesweite, unabhängige Ombudsstelle soll verbale und körperliche Übergriffe sowie Diskriminierung aufnehmen. Schülerinnen und Schüler, Eltern und Lehrkräfte sollen dort Vorfälle melden und sich beraten lassen können, auf Wunsch anonym. Für Lehrkräfte sieht das Programm regelmäßige, verbindliche Fortbildungen zum Thema Diskriminierung vor, damit sie sensibilisiert sind und im Ernstfall handeln können.

Originalzitat anzeigen (Seite 64)
„Wir wollen Kinder vor Diskriminierung, Mobbing“
Seite 64 im Original

Einordnung

  • Gesellschafteher progressiv

    Der Schutz vor Rassismus und Queerfeindlichkeit soll durch neue Stellen und Pflichtfortbildungen ausgebaut werden, was Vielfalt und Gleichstellung stärkt.

Mitbestimmung von Schülerinnen und Schülern stärken

Die Grünen wollen, dass Schülerinnen und Schüler auf allen Ebenen der Schule mehr mitentscheiden. Demokratiebildung soll fächerübergreifendes Leitprinzip werden, neue Gremien sollen entstehen und in der Schulkonferenz soll die Drittelparität gelten.

Schülerinnen und Schüler sollen in der Schule mehr mitbestimmen. Die Grünen wollen neue Gruppen dafür, zum Beispiel Klassen-Räte. In der Schul-Konferenz sollen Schüler, Eltern und Lehrkräfte gleich viel zu sagen haben. So sollen junge Menschen Demokratie früh erleben.

Demokratiebildung soll in allen Fächern eine Rolle spielen, sodass Lernende die Unterrichtsinhalte aktiv mitgestalten. Zusätzlich zu den bestehenden Vertretungen fordert das Programm Klassenräte und Schülerparlamente. In der Schulkonferenz soll die Drittelparität eingeführt werden. Schülerinnen und Schüler, Eltern sowie Lehrkräfte mit der Schulleitung hätten dann gleiches Gewicht bei Entscheidungen.

Originalzitat anzeigen (Seite 64)
„der Schulkonferenz die Drittelparität eingeführt“
Seite 64 im Original

Einordnung

Dieser Punkt berührt keine der Achsen.

Schulgeld in der Ausbildung abschaffen

Die Grünen wollen, dass in keinem Ausbildungsberuf mehr Schulgeld anfällt, vor allem bei schulischen Ausbildungen und in Gesundheitsberufen. Hinzu kommen eine tariflich gebundene Ausbildungsvergütung und eine einmalige Starthilfe für Auszubildende ohne finanzielle Hilfe der Eltern.

Manche Ausbildungen kosten heute Schulgeld. Die Grünen wollen das abschaffen. Das gilt besonders für Berufe im Bereich Gesundheit. Auszubildende sollen Lohn nach Tarif bekommen. Wer kein Geld von den Eltern bekommt, soll zum Start einmal Geld vom Land erhalten.

Das Programm begründet die Schulgeldfreiheit damit, dass der Zugang zu Bildung nicht vom Einkommen abhängen soll. Die Ausbildungsvergütung soll an Tarife gebunden sein. Die geplante Ausbildungsstarthilfe orientiert sich an der Studienstarthilfe des Bundes und soll Kosten wie Umzug, Kaution, Laptop und Bücher abfedern. Sie richtet sich an junge Menschen, deren Elternhaus nicht unterstützen kann.

Originalzitat anzeigen (Seite 65)
„wir das Schulgeld künftig komplett abschaffen wollen“
Seite 65 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Schulgeld soll entfallen und eine neue staatliche Starthilfe für Auszubildende hinzukommen, was öffentliche Leistungen ausweitet.

Erwachsenenbildung und Bildungsurlaub ausbauen

Die Grünen wollen Volkshochschulen und freie Träger stärken und Weiterbildung auch auf dem Land erreichbar machen. Ein neues Bildungszeitgesetz soll den Bildungsurlaub erweitern, und Angebote zu Grundbildung, zweitem Bildungsweg und Deutschkursen sollen wachsen.

Erwachsene sollen in der Nähe ihres Wohnorts lernen können. Die Grünen wollen Volks-Hochschulen stärken. Es soll mehr Kurse für Lesen und Schreiben geben. Bildungs-Urlaub soll leichter werden. Das ist freie Zeit von der Arbeit zum Lernen. Zugewanderte sollen mehr Deutsch-Kurse bekommen.

In ländlichen Regionen sollen Angebote ausgebaut und durch digitale sowie hybride Formate ergänzt werden. Das Bildungszeitgesetz soll auch politische und kulturelle Bildung sowie Bildung für nachhaltige Entwicklung als Bildungsurlaub anerkennen. Arbeitgeber sollen eine Pauschale als Ausgleich für die Lohnfortzahlung erhalten, ein Härtefallfonds soll Kursgebühren übernehmen können. Abendschulen und Online-Angebote sollen es Erwachsenen ermöglichen, Schulabschlüsse nachzuholen. Deutschkurse, auch berufsbegleitend, sollen laut Programm die Integration in den Arbeitsmarkt erleichtern und dem Fachkräftemangel entgegenwirken.

Originalzitat anzeigen (Seite 66)
„Wir weiten Alphabetisierungs- und Grundbildungsprogramme aus“
Seite 66 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Mehr öffentlich finanzierte Bildungsangebote, eine Pauschale für Arbeitgeber und ein Härtefallfonds weiten staatliche Leistungen aus.

  • Migrationeher offen

    Mehr und flexiblere Deutschkurse für Zugewanderte bauen Integrationsangebote aus.

Grundfinanzierung der Hochschulen erhöhen

Die Grünen wollen die Landesmittel für Hochschulen weiter anheben, damit mindestens Inflation sowie gestiegene Energie- und Baukosten ausgeglichen werden. Zugleich wollen sie Wissenschaftsfreiheit und Hochschulautonomie verteidigen und Forschung in Zukunftsfeldern fördern.

Die Hochschulen sollen mehr Geld vom Land bekommen. Damit sollen sie höhere Preise für Energie und Bauen bezahlen können. Die Grünen wollen die Freiheit der Wissenschaft schützen. Sie wollen Forschung fördern, zum Beispiel zu grünem Wasserstoff.

Bundesgeld aus dem Zukunftsvertrag Studium und Lehre soll ungekürzt bei den Hochschulen ankommen. Das Programm sieht Wissenschaft zunehmend politischen Angriffen ausgesetzt und will Hochschulen als sicheren Ort für Studierende und Forschende aus dem In- und Ausland erhalten. Gefördert werden soll Forschung zu grünem Wasserstoff, Bioökonomie und Kreislaufwirtschaft. Geplant sind zudem Investitionen in leistungsstarke Forschungsrechenzentren sowie Reallabore und Testfelder, in denen Wissenschaft, Wirtschaft und Zivilgesellschaft am Strukturwandel arbeiten.

Originalzitat anzeigen (Seite 67)
„Daher erhöhen wir die Grundfinanzierung“
Seite 67 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Die öffentlichen Ausgaben für Hochschulen und Forschung sollen steigen, was mehr staatliche Investitionen bedeutet.

Hochschulen demokratischer und barrierefrei gestalten

Die Grünen wollen Studierenden mehr Mitsprache geben, unter anderem durch ein studentisches Prorektorat und eine Viertelparität in den Gremien. Hochschulen sollen außerdem zu baulicher und digitaler Barrierefreiheit verpflichtet werden und mehr Teilzeit- und Fernstudium anbieten.

Studierende sollen an Hochschulen mehr mitbestimmen. Die Grünen wollen dafür ein neues Amt für Studierende in der Leitung. Hochschulen sollen für alle zugänglich sein. Das gilt für Gebäude und für digitale Angebote. Es soll mehr Studium in Teilzeit und aus der Ferne geben.

Das studentische Prorektorat soll zwischen Rektorat und Studierenden vermitteln. In der akademischen Selbstverwaltung strebt das Programm ein ausgewogenes Modell an, bei dem die vier Statusgruppen gleich stark vertreten sind. Anhörungsrechte für Studierendenvertretungen sollen im Gesetz stehen, und die Studierendenrätekonferenz soll Körperschaft werden können. Flexible Studienformen sollen Menschen mit Familienaufgaben, Behinderungen oder Beruf das Studieren erleichtern.

Originalzitat anzeigen (Seite 67)
„Wir stärken die Hochschuldemokratie.“
Seite 67 im Original

Einordnung

Dieser Punkt berührt keine der Achsen.

Mehr Dauerstellen und Professorinnen in der Wissenschaft

Die Grünen wollen mehr unbefristete Stellen an Hochschulen, vor allem im akademischen Mittelbau, und einen Tarifvertrag für studentische Beschäftigte. Der Frauenanteil soll deutlich steigen, mit dem Ziel von mindestens 40 Prozent Professorinnen.

Viele Menschen an Hochschulen haben nur Verträge auf Zeit. Die Grünen wollen mehr feste Stellen. Studierende mit Job an der Hochschule sollen einen Tarif-Vertrag bekommen. Mindestens 40 Prozent der Professuren sollen Frauen haben. Dafür soll es feste Quoten geben.

Der Tarifvertrag TV-Stud soll angemessene Löhne, Mindestlaufzeiten und Mitbestimmung sichern. Das Tenure-Track-Programm soll ausgeweitet werden, im Bund fordern die Grünen eine Reform des Wissenschaftszeitvertragsgesetzes, das Befristungen regelt. Langfristig sind mehr Dauerstellen unterhalb der Professur und Department-Strukturen vorgesehen. Verbindliche Zielquoten, Gleichstellungscontrolling, Mentoring und Professorinnenprogramme sollen den Frauenanteil erhöhen, auch in MINT-Fächern. Lehre und Forschungsförderung in der Geschlechterforschung sollen dauerhaft gesichert werden, Gleichstellungsbeauftragte gelten dem Programm als unverzichtbar.

Originalzitat anzeigen (Seite 68)
„Wir setzen uns für mehr Dauerstellen für Daueraufgaben an unseren Universitäten“
Seite 68 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Tarifbindung für studentische Beschäftigte und mehr unbefristete öffentliche Stellen stärken Regulierung und öffentliche Beschäftigung.

  • Gesellschafteher progressiv

    Verbindliche Zielquoten für Professorinnen und die dauerhafte Sicherung der Geschlechterforschung bauen Gleichstellungspolitik aus.

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