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AfD zur Bildung

Aus dem Programm „DAS LAND ZUERST. Regierungsprogramm der AfD Sachsen-Anhalt zur Landtagswahl 2026“

Landtagswahl Sachsen-Anhalt 2026, 6. September 2026Original-PDF, 258 SeitenAnalyse vom 2. Oktober 2026

KIZusammenfassungen und Einordnungen auf dieser Seite hat eine KI erstellt. Ein Mensch prüft sie nicht einzeln. Wie sie entstehen

Einordnung beim Thema Bildung

Durchschnitt der Punkte auf dieser Seite. Die Einordnung erstellt eine KI.

Jede Achse misst ein Thema. Ein „links“ oder „rechts“ für alles gibt es hier nicht: Wirtschaft, Gesellschaft, Migration und Sicherheit stehen getrennt. Eingeordnet ist nur, was im Programm steht. So lesen Sie die Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat (-0,8), aus 5 Punkten

    Punkte je Stufe: 0 deutlich mehr Staat, 4 eher mehr Staat, 1 ausgewogen, 0 eher mehr Markt, 0 deutlich mehr Markt

  • Bürgerrechte und Sicherheitausgewogen (0), aus 3 Punkten

    Punkte je Stufe: 1 deutlich Bürgerrechte zuerst, 0 eher Bürgerrechte zuerst, 0 ausgewogen, 2 eher Sicherheit und Ordnung zuerst, 0 deutlich Sicherheit und Ordnung zuerst

    Hängt stark von der Rechenweise ab.

  • Gesellschafteher konservativ (+1,2), aus 17 Punkten

    Punkte je Stufe: 0 deutlich progressiv, 0 eher progressiv, 0 ausgewogen, 14 eher konservativ, 3 deutlich konservativ

  • Europaeher weniger EU (+1), aus 1 Punkt

    Punkte je Stufe: 0 deutlich mehr EU, 0 eher mehr EU, 0 ausgewogen, 1 eher weniger EU, 0 deutlich weniger EU

  • Migrationdeutlich restriktiv (+1,5), aus 2 Punkten

    Punkte je Stufe: 0 deutlich offen, 0 eher offen, 0 ausgewogen, 1 eher restriktiv, 1 deutlich restriktiv

  • Außenpolitikeher Diplomatie zuerst (-1), aus 1 Punkt

    Punkte je Stufe: 0 deutlich Diplomatie zuerst, 1 eher Diplomatie zuerst, 0 ausgewogen, 0 eher Abschreckung zuerst, 0 deutlich Abschreckung zuerst

Die kleinen Säulen unter den Balken zeigen, wie viele Punkte auf jeder der fünf Stufen liegen.

Offenes Kita-Konzept verbieten, Vorlesen stärken

Die AfD will in allen Kitas des Landes das offene Konzept untersagen, bei dem feste Gruppen aufgelöst werden und Kinder ihre Beschäftigung selbst wählen. Aus ihrer Sicht werden Kinder so schlechter gefördert und auf die Grundschule vorbereitet. Zugleich soll das Vorlesen in der vorschulischen Bildung mehr Gewicht bekommen.

In manchen Kitas gibt es keine festen Gruppen. Die Kinder wählen selbst, was sie tun. Das nennt man offenes Konzept. Die AfD will das verbieten. Außerdem soll in Kitas und Familien mehr vorgelesen werden.

Das Programm bevorzugt feste Gruppen mit einer Bezugsperson, weil diese Kinder auf den Klassenverband vorbereiteten und planmäßige Bildungsprojekte ermöglichten. Dem offenen Konzept wirft die AfD vor, Kinder mieden dabei, womit sie sich befassen sollten; sie verweist auf erste Erfahrungen aus Grundschulen mit größeren Lerndefiziten. Das Landesbildungsprogramm „Bildung elementar“ soll entsprechend überarbeitet werden. Für das Vorlesen plant die Partei eine landesweite Kampagne, angepasste Lehr- und Bildungspläne sowie mehr Schulung und Beratung für Eltern und Fachkräfte. Bestehende Initiativen sollen weiter Geld erhalten, regelmäßige Vorleseveranstaltungen sollen entstehen.

Originalzitat anzeigen (Seite 21)
„Wir werden deshalb das sogenannte offene Konzept für alle Einrichtungen der Kinderbetreuung in Sachsen-Anhalt untersagen und das Programm „Bildung elementar“ entsprechend umarbeiten.“
Seite 21 im Original

Einordnung

  • Gesellschafteher konservativ

    Ein Verbot der auf Selbstbestimmung der Kinder setzenden Pädagogik zugunsten fester Gruppen und Vorgaben stärkt ein herkömmliches Erziehungsverständnis.

Schule auf Wissensvermittlung und traditionelle Pädagogik beschränken

Die AfD will die Schule von allen Aufgaben entlasten, die sie nicht als schulisch ansieht, darunter Betreuung, Integration und Inklusion. Der Unterricht soll zu traditionellen Methoden zurückkehren, mit dem Lehrer als Autorität. Die Partei sieht darin den Weg aus einem aus ihrer Sicht seit Jahrzehnten sinkenden Bildungsniveau.

Die AfD will, dass die Schule nur noch Wissen vermittelt. Kinder sollen vor allem lesen, schreiben und rechnen lernen. Integration und Inklusion sollen keine Aufgabe der Schule mehr sein. Inklusion heißt: Kinder mit und ohne Behinderung lernen zusammen. Der Lehrer soll wieder mehr Autorität haben.

Das Programm führt die Bildungskrise nicht auf fehlendes Geld zurück, sondern auf nachlassende Leistungsorientierung und eine aus Sicht der AfD zu weiche Pädagogik. Reformen sollen in der Grundschule ansetzen und die Grundfertigkeiten sichern. Als Instrumente nennt die AfD Hausaufgaben, Frontalunterricht, regelmäßiges Üben, Wiederholung, Leistungskontrollen und viel Lektüre. Den frühen und starken Einsatz digitaler Geräte in Grundschulen sieht die Partei als eine Ursache sinkender Leistungen. Politische Erziehung an Schulen kritisiert das Programm als einseitig.

Originalzitat anzeigen (Seite 71)
„Weder soziale und psychologische Betreuung noch Integration und Inklusion, sondern allein die Vermittlung von Kulturtechniken (Lesen, Schreiben, Rechnen) und Bildungsgütern ist Aufgabe der Schule.“
Seite 71 im Original

Einordnung

  • Gesellschaftdeutlich konservativ

    Inklusion und soziale Betreuung sollen als Aufgaben der Schule entfallen und der Unterricht zu überlieferten Methoden zurückkehren, was den heutigen Auftrag der Schule grundlegend ändert.

  • Migrationeher restriktiv

    Die Integration von Zugewanderten soll nicht mehr zu den Aufgaben der Schule gehören.

Mehrgliedriges Schulsystem und anspruchsvolleres Gymnasium

Die AfD will ein nach Leistung gegliedertes Schulsystem und lehnt Schritte hin zu einer Einheitsschule ab. Das Gymnasium soll wieder die Schulform sein, die zur Universität führt, und von höchstens einem Viertel eines Jahrgangs besucht werden. Höhere Anforderungen dort sollen nach Ansicht der Partei das Niveau aller Schulformen heben.

Die AfD will verschiedene Schul-Arten für verschiedene Leistungen. Aufs Gymnasium sollen höchstens 25 Prozent der Kinder gehen. Das Abitur soll schwerer werden. Die Partei prüft, ob es wieder Hauptschulen und Realschulen geben soll.

Das Programm kritisiert die gymnasiale Oberstufe an Gemeinschaftsschulen als Schritt zur Einheitsschule. Die AfD will prüfen, Hauptschule und Realschule wieder einzuführen. Kinder sollen nach Neigung und Fähigkeit in möglichst einheitlichen Klassen lernen. Gehen weniger Schüler aufs Gymnasium, besuchen laut Programm mehr leistungsstarke Schüler die anderen Schulformen, wodurch auch dort das Niveau steige.

Originalzitat anzeigen (Seite 72)
„Die AfD tritt dagegen für ein leistungsdifferenziertes, mehrgliedriges Schulsystem ein.“
Seite 72 im Original

Einordnung

  • Gesellschafteher konservativ

    Das Schulsystem soll stärker nach Leistung getrennt und am früheren gegliederten Modell ausgerichtet werden, statt gemeinsames Lernen auszubauen.

Handwerkliche Bildung in der Schule ausbauen

Die AfD will handwerkliches Lernen fest im Schulalltag verankern, vor allem praktisch. Schüler sollen so früh ihre praktischen Talente entdecken, und das Handwerk soll mehr Nachwuchs gewinnen.

Die AfD will mehr Handwerk in der Schule. Schüler sollen selbst bauen und reparieren. So sollen sie ihre Talente früh entdecken. Das Land braucht laut der Partei mehr Handwerker.

Vorgesehen sind Werkstätten, Projekttage sowie Bau- und Technikmodule als feste Bestandteile des Unterrichts. Schulen sollen mit Handwerksbetrieben aus der Region zusammenarbeiten. Die Berufsorientierung soll nicht nur informieren, sondern Schüler reale Berufsfelder praktisch kennenlernen lassen. Das soll laut Programm Motivation und Selbstvertrauen stärken.

Originalzitat anzeigen (Seite 72)
„Wir setzen uns dafür ein, handwerkliche Bildung stärker in den Schulalltag zu integrieren – in Theorie und vor allem in der Praxis.“
Seite 72 im Original

Einordnung

Dieser Punkt berührt keine der Achsen.

Verbindliche Schullaufbahnempfehlung wieder einführen

Die AfD will, dass die Empfehlung der Grundschule nach Klasse 4 wieder bindend darüber entscheidet, welche Schulart ein Kind besucht. Sie begründet das damit, dass Lehrer die Leistung meist besser einschätzen könnten als Eltern.

Nach Klasse 4 empfiehlt die Schule eine Schul-Art. Heute dürfen die Eltern trotzdem selbst entscheiden. Die AfD will: Die Empfehlung soll wieder gelten. Tests für alle Kinder sollen dabei helfen. Gute Schüler sollen später wechseln können.

Laut Programm ist die Empfehlung in Sachsen-Anhalt seit 2011 nur noch beratend. Die AfD hält das für einen Fehler, weil Eltern die Leistung ihres Kindes oft überschätzten. Zentrale Klassenarbeiten sollen die Beurteilung objektiver machen; ihr Ergebnis soll bestimmen, welche Schulart empfohlen wird. Zugleich soll das System durchlässig bleiben: Wer an der Realschule sehr gute Leistungen zeigt, soll in jedem Schuljahr aufs Gymnasium wechseln können.

Originalzitat anzeigen (Seite 73)
„Deshalb werden wir die Schullaufbahnempfehlung wieder verbindlich machen.“
Seite 73 im Original

Einordnung

  • Gesellschafteher konservativ

    Die freie Schulwahl der Eltern soll zugunsten einer bindenden Zuweisung nach Leistung eingeschränkt werden, wie sie bis 2011 galt.

Inklusion beenden, Förderschulen ausbauen

Die AfD will den gemeinsamen Unterricht von Kindern mit und ohne Behinderung sofort beenden und stattdessen die Förderschulen ausbauen. Aus Sicht des Programms ist die Inklusion gescheitert, weil behinderte Kinder dort zu wenig Aufmerksamkeit erhielten und der Unterricht gebremst werde.

Heute lernen Kinder mit und ohne Behinderung oft zusammen. Das nennt man Inklusion. Die AfD will die Inklusion beenden. Kinder mit Behinderung sollen auf Förder-Schulen gehen. Davon soll es mehr geben.

Das Programm bezeichnet die Inklusion als gescheitertes Experiment. Behinderte Kinder bräuchten eine eigens auf sie zugeschnittene Pädagogik, die es nach Ansicht der AfD nur an Förderschulen gibt. Zudem binde die häufige Besetzung von Inklusionsklassen mit zwei Lehrkräften Personal, das wegen des Lehrermangels fehle. Die AfD hält eine Trennung der Lerngruppen nach Leistung für eine Voraussetzung besserer Unterrichtsqualität.

Originalzitat anzeigen (Seite 74)
„Wir werden die Inklusion unverzüglich beenden und die Förderschulen ausbauen!“
Seite 74 im Original

Einordnung

  • Gesellschaftdeutlich konservativ

    Der gemeinsame Unterricht von Kindern mit und ohne Behinderung soll ganz abgeschafft werden, was eine bestehende Gleichstellungspolitik zurücknimmt.

Strengere Noten und Leistungswettbewerbe einführen

Die AfD will die Bewertungsmaßstäbe an allen Schulformen verschärfen, damit gute Noten seltener vergeben werden. Zugleich sollen landesweite Schülerwettbewerbe mit Preisen und öffentlichen Ehrungen den Leistungsgedanken stärken.

Die AfD findet: Es gibt zu viele gute Noten. Sie will strengere Regeln für Noten. Eine Prüfung besteht nur, wer die Hälfte der Punkte schafft. Außerdem soll es Wettbewerbe mit Preisen für Schüler geben.

Das Programm verweist auf einen Abiturschnitt von 2,2 im Schuljahr 2024/25 und darauf, dass ein Drittel der Abiturienten eine Eins vor dem Komma habe. Die Bewertungsschlüssel sollen in allen Schulformen angehoben werden; die Note „ausreichend“ soll es erst ab der Hälfte der Punkte geben. Wo sich Leistungen nicht in Punkten messen lassen, sollen die inhaltlichen Anforderungen steigen. Geplant sind landesweite Mathematikolympiaden, Sprachenwettbewerbe und naturwissenschaftliche Forschungswettbewerbe. Auch besonders gute Ergebnisse in normalen Prüfungen sollen mit Preisen und Belobigungen hervorgehoben werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 75)
„Wer eine Prüfung bestehen will, muss mindestens die Hälfte der Punkte erreichen!“
Seite 75 im Original

Einordnung

  • Gesellschafteher konservativ

    Strengere Notenmaßstäbe und Wettbewerbe betonen ein herkömmliches Leistungsprinzip innerhalb des bestehenden Schulsystems.

Heimatkunde stärken, Geschichtslehrpläne auf Kaiserreich ausrichten

Die AfD will die Geschichtslehrpläne überarbeiten und das 19. Jahrhundert mit der Reichsgründung von 1871 stärker in den Mittelpunkt stellen. Außerdem soll ein praxisnaher Heimatkundeunterricht Kindern vermitteln, wie Lebensmittel entstehen.

Die AfD will den Geschichts-Unterricht ändern. Schüler sollen mehr über das 19. Jahrhundert lernen. Wichtig ist der AfD das Deutsche Reich von 1871. Außerdem soll es mehr Heimatkunde geben. Kinder sollen lernen, woher ihr Essen kommt.

Nach Ansicht der AfD kommt das 19. Jahrhundert als Zeit der deutschen Nationswerdung im Geschichtsunterricht aller Schulformen zu kurz. Das von Bismarck gegründete Reich wird im Programm als Vorgänger der Bundesrepublik und als Vorbild in Wissenschaft, Kultur und Wirtschaft beschrieben. Daneben sollen Heimatkunde mit Praxisbezug und Heilpflanzenpädagogik mehr Gewicht erhalten. Kinder sollen wissen, dass hinter Fleischprodukten Schlachter, Landwirt und Tier stehen. Für Einblicke in Land- und Forstwirtschaft ist eine Zusammenarbeit mit der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald geplant.

Originalzitat anzeigen (Seite 76)
„Wir werden deshalb im Unterricht einen deutlichen Schwerpunkt auf die Entstehung und die Erfolgsgeschichte dieses Staates legen.“
Seite 76 im Original

Einordnung

  • Gesellschafteher konservativ

    Die Lehrpläne sollen stärker auf Nationalgeschichte und Heimat ausgerichtet werden, was Tradition und gewachsene Kultur betont.

Neutralitätsgebot für Lehrer, Förderung für Antirassismus-Programm streichen

Die AfD will Lehrkräften untersagen, im Unterricht eigene politische Meinungen zu äußern. Das Schulnetzwerk „Schule gegen Rassismus – Schule mit Courage“ verliert nach dem Willen der AfD die Förderung des Landes. Aus Sicht des Programms werden Schüler bislang politisch einseitig beeinflusst.

Lehrer sollen im Unterricht ihre politische Meinung nicht mehr sagen. Sie sollen Gespräche nur noch leiten. Das Land soll außerdem kein Geld mehr für ein Programm gegen Rassismus an Schulen geben. Die AfD meint: Das Programm ist politisch einseitig.

Heute gilt nach dem Beutelsbacher Konsens, dass Lehrkräfte ihre Meinung sagen, sie Schülern aber nicht aufdrängen dürfen. Die AfD hält das für unzureichend, weil Lehrer als Autoritätspersonen wirkten, und will daraus ein strenges Neutralitätsgebot machen. Lehrkräfte sollen Diskussionen der Schüler nur moderieren und sich nicht mit eigenen Positionen beteiligen. Das Schulnetzwerk „Schule gegen Rassismus – Schule mit Courage“ richtet sich nach Darstellung der AfD gegen rechte und patriotische Haltungen; die Landesförderung soll deshalb enden. Die Partei vertritt zudem die Ansicht, echten Rassismus gebe es kaum noch.

Originalzitat anzeigen (Seite 77)
„Wir werden deshalb das Indoktrinationsverbot zu einem strengen Neutralitätsgebot ausweiten.“
Seite 77 im Original

Einordnung

  • Bürgerrechte und Sicherheiteher Sicherheit und Ordnung zuerst

    Lehrkräften würde eine neue Pflicht auferlegt, im Unterricht keine eigene politische Meinung mehr zu äußern, was ihre Meinungsäußerung gegenüber heute einschränkt.

  • Gesellschafteher konservativ

    Die Landesförderung für ein Antirassismus-Programm an Schulen soll entfallen, was die bisherige Förderung von Vielfalt zurückfährt.

Heimatliebe in Verfassung verankern, Schulen täglich beflaggen

Die AfD will die Erziehung zur Liebe zu Heimat und deutschem Volk in der Landesverfassung und im Schulgesetz festschreiben. An öffentlichen Schulen soll täglich die Bundesflagge wehen, und bei Schulfeiern soll gemeinsam die Nationalhymne gesungen werden.

Die AfD will die Landes-Verfassung ändern. Dort soll stehen: Schulen erziehen Kinder zur Liebe zur Heimat und zum deutschen Volk. An jedem Schultag soll die deutsche Flagge an der Schule hängen. Bei Schul-Feiern sollen alle die National-Hymne singen.

Als Vorbild nennt das Programm Bayern, dessen Verfassung und Schulgesetz eine solche Erziehung verlangen. Artikel 27 Absatz 1 der Landesverfassung soll um einen entsprechenden Satz erweitert werden. Paragraf 1 des Schulgesetzes, der nach Darstellung der AfD viele Bekenntnisse gegen Diskriminierung, aber keines zu Volk und Heimat enthält, soll in diesem Sinn umgeschrieben werden. Die AfD begründet dies damit, dass Bildung auch eine stabile nationale Identität schaffen müsse. Das Singen der Hymne soll Schüler und Lehrer gemeinsam einbeziehen.

Originalzitat anzeigen (Seite 78)
„Wir werden deshalb dafür sorgen, dass an öffentlichen Schulen an jedem Schultag die Bundesflagge gehisst wird.“
Seite 78 im Original

Einordnung

  • Gesellschaftdeutlich konservativ

    Eine Verfassungsänderung zur patriotischen Erziehung sowie tägliche Beflaggung und Hymnensingen führen neue, heute nicht bestehende Vorgaben zugunsten überlieferter nationaler Werte ein.

Digitale Medien begrenzen, Informatik zum Pflichtfach machen

Die AfD will digitale Medien aus der Grundschule heraushalten und an weiterführenden Schulen nur gezielt einsetzen; Smartphones sollen bis Klasse 10 verboten sein. Stattdessen soll Informatik ab Klasse 8 Pflichtfach werden, damit Schüler verstehen, wie die Geräte funktionieren.

In der Grundschule soll es keine digitalen Medien im Unterricht geben. Später sollen Schulen sie nur manchmal nutzen. Handys sollen bis Klasse 10 verboten sein. Dafür sollen alle ab Klasse 8 Informatik lernen.

Das Programm beruft sich auf Studien und auf den Hirnforscher Manfred Spitzer, wonach digitaler Unterricht keine Vorteile bringe und Konzentration, Merkfähigkeit und Ausdrucksvermögen schade. Die AfD befürchtet außerdem, digitale Tafeln könnten dazu dienen, Lehrkräfte durch Künstliche Intelligenz zu ersetzen. Das Smartphone-Verbot stützt sich laut Programm auf Empfehlungen der Leopoldina. Buch, Hausaufgabenheft und Tafel sollen die wichtigsten Unterrichtsmittel bleiben. Der Informatikunterricht soll Theorie, Programmieren und den Umgang mit gängiger Bürosoftware wie Word und Excel umfassen.

Originalzitat anzeigen (Seite 79)
„dass digitale Medien im Unterricht nicht schon an der Grundschule, sondern erst an weiterführenden Schulen und dort nicht flächendeckend, sondern nur selektiv eingesetzt werden.“
Seite 79 im Original

Einordnung

Dieser Punkt berührt keine der Achsen.

Russisch-Unterricht erhalten, Schüleraustausch mit Russland wiederaufnehmen

Die AfD will den Russisch-Unterricht in Sachsen-Anhalt sichern und möglichst ausweiten sowie die seit 2022 ausgesetzten Schüleraustausche mit Russland wieder starten. Sie begründet dies mit dem Interesse an guten Beziehungen zu Russland und lehnt die derzeitige Russlandpolitik ab.

Die AfD will den Russisch-Unterricht an den Schulen behalten. Es soll möglichst mehr davon geben. Schüler sollen auch wieder zum Austausch nach Russland fahren können. Die AfD will gute Beziehungen zu Russland.

Das Programm beschreibt Russisch als Welt- und Wissenschaftssprache mit mehr als 250 Millionen Sprechern. Um Lehrkräfte zu gewinnen, sollen akademisch ausgebildete russische Muttersprachler als Seiteneinsteiger angeworben werden. Die Kultusministerkonferenz hatte im Februar 2022 die Zusammenarbeit mit Russland ausgesetzt, Sachsen-Anhalt schloss sich an. Die AfD will die ruhenden Austauschprogramme fortsetzen und zusätzliche schaffen. Persönlicher Kontakt helfe beim Sprachenlernen und wirke aus Sicht der Partei gegen das, was sie als Hetze gegen Russland bezeichnet.

Originalzitat anzeigen (Seite 80)
„werden wir alles daransetzen, den Russisch-Unterricht in Sachsen-Anhalt zu erhalten und, wenn möglich, auszubauen.“
Seite 80 im Original

Einordnung

  • Außenpolitikeher Diplomatie zuerst

    Die seit 2022 ausgesetzte schulische Zusammenarbeit mit Russland soll wieder aufgenommen werden, was auf Annäherung statt Abgrenzung setzt.

Vier Stunden Sport pro Woche und Schwimmunterricht

Die AfD will in allen Klassenstufen und Schulformen wenigstens vier Wochenstunden Sport und Schwimmen als festen Teil des Sportunterrichts. Sie begründet dies mit dem Nutzen von Bewegung für Kinder und mit einer steigenden Zahl tödlicher Badeunfälle.

Alle Schüler sollen mindestens vier Stunden Sport pro Woche haben. Schwimmen soll immer zum Sport-Unterricht gehören. Jedes Kind soll schwimmen lernen. Die AfD sagt: Es gibt immer mehr tödliche Bade-Unfälle.

Sport gleicht aus Sicht des Programms die Kopfarbeit aus, fördert Leistungsbereitschaft und wirkt Aufmerksamkeitsproblemen entgegen; Mannschaftssport stärke den Gemeinschaftssinn. Schon in der Grundschule sollen Kinder spielerisch über das „Seepferdchen“ ans Schwimmen herangeführt werden. Später soll das Schwimmabzeichen in die Sportnote eingehen. Ab Klasse 11 sollen auch die Rettungsschwimmerstufen der DLRG bei der Benotung zählen.

Originalzitat anzeigen (Seite 81)
„Wir werden sicherstellen, dass in jeder Jahrgangsstufe und in jeder Schulform pro Woche mindestens vier Stunden Sportunterricht stattfinden.“
Seite 81 im Original

Einordnung

Dieser Punkt berührt keine der Achsen.

Bundesjugendspiele wieder als Wettkampf durchführen

Die AfD will erreichen, dass die Bundesjugendspiele in der Grundschule wieder als Wettkampf mit Noten stattfinden. Aus Sicht des Programms entwickeln Kinder so Freude an Leistung.

Die Bundesjugendspiele sind ein Sportfest an Schulen. In der Grundschule gibt es dabei seit 2023 keinen Wettkampf mehr. Die AfD will den Wettkampf zurück. Sie sagt: Kinder haben dann mehr Freude an Leistung.

Seit dem Schuljahr 2023/24 finden die Bundesjugendspiele in der Grundschule ohne Wettkampf und ohne Noten statt. Das Programm meint, dadurch verlören Kinder den Bezug zum Leistungsgedanken. Die AfD will sich deshalb beim zuständigen Kuratorium für die Rückkehr zu den alten Regeln in den Klassen 1 bis 4 einsetzen.

Originalzitat anzeigen (Seite 82)
„die Bundesjugendspiele in den Klassen 1 bis 4 zukünftig wieder nach den vor dem Schuljahr 2023/2024 geltenden Regeln und insbesondere auch als Wettkampf durchzuführen“
Seite 82 im Original

Einordnung

  • Gesellschafteher konservativ

    Die Rückkehr zu den früheren Wettkampfregeln mit Noten soll eine pädagogische Reform zurücknehmen und den überlieferten Leistungsgedanken stärken.

Lehrermangel mit Pensionären und Anwerbung bekämpfen

Die AfD will dem Lehrermangel begegnen, indem sie pensionierte Lehrer zurückholt, bundesweit Lehrer anwirbt und den Beruf durch weniger Bürokratie attraktiver macht. Zusätzlich sollen Schulleiter bei starkem Unterrichtsausfall größere Klassen bilden dürfen, und eine neue pädagogische Hochschule soll Grund- und Sekundarschullehrer ausbilden.

In Sachsen-Anhalt fehlen Lehrer. Die AfD will Lehrer im Ruhestand fragen, ob sie wieder arbeiten wollen. Sie will Lehrer aus ganz Deutschland ins Land holen. Lehrer sollen weniger Papier-Arbeit haben. Wenn viel Unterricht ausfällt, dürfen Klassen größer werden.

Alle Lehrer, die in den vergangenen fünf Jahren in Pension gegangen sind oder in den kommenden zwei Jahren gehen, sollen ein freiwilliges Angebot zum Weiterarbeiten in Voll- oder Teilzeit erhalten. Der Schulbetrieb soll entbürokratisiert werden; als weitere Entlastung nennt das Programm das Ende der Inklusion und eigene Klassen für Flüchtlingskinder. Eine Kampagne im ganzen Bundesgebiet soll Lehrer anwerben, wobei nicht Geld, sondern die Arbeitsbedingungen locken sollen. Liegt die Unterrichtsversorgung unter 90 Prozent, sollen Schulleiter die Obergrenzen für Klassen aufheben dürfen, bis dauerhaft mehr als 95 Prozent erreicht sind. Die Ausbildung aller Grundschul- und Sekundarschullehrer will die AfD an einer neu zu gründenden pädagogischen Hochschule bündeln.

Originalzitat anzeigen (Seite 83)
„ihnen anbieten, auf freiwilliger Basis entweder wieder in den Schuldienst einzusteigen oder später in den Ruhestand zu gehen“
Seite 83 im Original

Einordnung

Dieser Punkt berührt keine der Achsen.

Kleine Schulen auf dem Land erhalten

Die AfD will die Mindestschülerzahlen senken, damit kleine Grundschulen bestehen bleiben. Das Programm begründet dies damit, dass sonst in manchen Kreisen bis zur Hälfte der Grundschulen gefährdet sei und der ländliche Raum weiter verliere.

Die AfD will kleine Grundschulen behalten. Eine Schule soll schon mit 40 Kindern sicher sein. Heute braucht sie 60 Kinder. So sollen Dörfer ihre Schulen behalten.

Die Verordnung zur Schulentwicklungsplanung soll überarbeitet werden. Eine Grundschule soll bereits ab 40 statt ab 60 Schülern gesichert sein. Schulverbünde sollen aus bis zu drei Schulen mit zusammen mindestens 100 Schülern bestehen dürfen, ohne zusätzliche Auflagen. Auch Unterricht über mehrere Jahrgänge hinweg hält das Programm für zulässig, und es meint, in kleinen Gruppen lerne es sich besser.

Originalzitat anzeigen (Seite 84)
„Der Bestand einer Grundschule soll nicht bis 60, sondern bis 40 Schülern gesichert sein.“
Seite 84 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Niedrigere Mindestschülerzahlen bedeuten, dass das Land mehr kleine Schulstandorte als öffentliche Leistung weiter finanziert.

Hausunterricht statt Schulpflicht ermöglichen

Die AfD will die Pflicht zum Schulbesuch durch eine Bildungspflicht ersetzen, sodass Eltern ihre Kinder auch zu Hause unterrichten können. Sie begründet das mit dem Vorrang der Eltern in Erziehungsfragen und ihrer Kritik, Schulen würden Kinder politisch erziehen.

Heute müssen alle Kinder in die Schule gehen. Die AfD will das ändern. Eltern sollen ihre Kinder auch zu Hause unterrichten dürfen. Die Kinder müssen dann zweimal im Jahr eine Prüfung machen. Wer zu wenig lernt, muss zurück in die Schule.

Als Vorbild nennt das Programm Österreich. Der Unterricht zu Hause soll dieselben Qualitätsanforderungen erfüllen wie der an der Schule. Zu Hause unterrichtete Kinder sollen jedes Halbjahr zentrale Prüfungen ablegen; bei Rückstand müssen sie wieder eine Schule besuchen. Die AfD versteht Hausunterricht als Recht der Eltern, Bildung als Pflicht und die Schule als staatliches Angebot, das Eltern nicht annehmen müssen.

Originalzitat anzeigen (Seite 85)
„Wir werden deshalb in Anlehnung an das österreichische Modell eine Wahlfreiheit zwischen Schul- und Hausunterricht schaffen.“
Seite 85 im Original

Einordnung

  • Bürgerrechte und Sicherheitdeutlich Bürgerrechte zuerst

    Die heute geltende staatliche Pflicht zum Schulbesuch soll entfallen und durch eine Bildungspflicht mit Wahlfreiheit ersetzt werden, also fällt eine staatliche Pflicht weg.

  • Gesellschafteher konservativ

    Der Punkt stärkt das Erziehungsrecht der Eltern gegenüber der Schule, um Kinder von aus Sicht der Partei fragwürdigen Lebensansichten fernzuhalten.

Gesamtkonferenz entmachten, einheitliche kostenlose Schulbücher einführen

Die AfD will den Mitbestimmungsgremien der Schulen die Entscheidung über pädagogische Fragen nehmen und sie dem Ministerium übertragen. Lehrmaterialien sollen landesweit einheitlich festgelegt und den Schülern kostenlos geliehen werden.

An Schulen gibt es die Gesamt-Konferenz. Dort bestimmen Lehrer, Eltern und Schüler mit. Die AfD will: Über Unterricht und Bücher entscheidet nur das Ministerium. Alle Schulen im Land sollen die gleichen Bücher haben. Die Bücher sollen für Kinder kostenlos zum Ausleihen sein.

Nach Ansicht des Programms ist die Schule ein unpolitischer Bereich, in dem über Lehrpläne, Noten oder Lehrbücher nicht abgestimmt werden sollte; Fachleute im Ministerium sollen entscheiden. Für Beschwerden über Lehrer und Schulleiter sollen Eltern und Schüler erweiterte Rechte und eine gut sichtbare Beschwerdestelle beim Bildungsministerium erhalten. Je Schulform und Jahrgang soll das Ministerium landesweit dieselben Lehrmaterialien vorgeben, was laut Programm Schulwechsel erleichtert, Bücher verbilligt und Leistungen vergleichbarer macht. Schulbücher sollen ohne Kosten ausgeliehen werden; ein Kauf bleibt freiwillig.

Originalzitat anzeigen (Seite 86)
„Wir werden deshalb die Kompetenzen der Gesamtkonferenz auf nicht-pädagogische Bereiche beschränken.“
Seite 86 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Die kostenfreie Ausleihe aller Schulbücher erweitert eine öffentliche Leistung.

  • Gesellschafteher konservativ

    Die Mitbestimmung von Schülern, Eltern und Lehrern in pädagogischen Fragen soll zugunsten einer zentralen Entscheidung durch das Ministerium eingeschränkt werden, was sich ausdrücklich gegen die Demokratisierung der Schule seit 1968 richtet.

Flüchtlingskinder in Sonderklassen unterrichten

Die AfD will Kinder von Flüchtlingen und Asylbewerbern dauerhaft in getrennten Klassen unterrichten. Dort sollen sie Inhalte der Schulen ihrer Herkunftsländer lernen, weil ihr Aufenthalt aus Sicht des Programms nur vorübergehend ist.

Kinder von Flüchtlingen sollen zur Schule gehen. Die AfD will aber eigene Klassen für sie. Dort sollen sie lernen, was man in ihrer Heimat lernt. Die AfD sagt: Diese Kinder bleiben nur für eine Zeit in Deutschland.

Das Programm nennt drei Gründe: Die Kinder sollen verstehen, dass sie nur so lange bleiben, wie Fluchtgründe bestehen; sie sollen Stoff aus dem Schulsystem ihrer Heimat lernen, um dort leichter wieder einzusteigen; und einheimische Kinder sollen nach Ansicht der AfD vor Belastungen durch gemeinsamen Unterricht bewahrt werden. Lehrkräfte sollen möglichst unter den Flüchtlingen selbst gefunden werden. Anders als die früheren Willkommensklassen sollen die Sonderklassen kein Übergang in Regelklassen sein.

Originalzitat anzeigen (Seite 88)
„Wir werden alle Kinder von Flüchtlingen und Asylbewerbern in Sonderklassen unterrichten lassen.“
Seite 88 im Original

Einordnung

  • Migrationdeutlich restriktiv

    Statt der heutigen Beschulung in Regelklassen sollen Flüchtlingskinder dauerhaft getrennt und mit Blick auf die Rückkehr unterrichtet werden, was die schulische Integration grundlegend beendet.

Keinen bekenntnisgebundenen Islamunterricht an Schulen

Die AfD lehnt bekenntnisgebundenen Islamunterricht an den Schulen in Sachsen-Anhalt ab. Sie begründet das mit dem geringen Anteil von Muslimen, dem organisatorischen Aufwand und der christlichen Prägung des Landes.

Die AfD will keinen Islam-Unterricht an Schulen. Sie sagt: Im Land leben nur wenige Muslime. Und das Land ist christlich geprägt. Muslimische Schüler können in Moschee-Vereinen über ihre Religion lernen.

Das Programm verweist auf Schätzungen, wonach zwei bis drei Prozent der Bevölkerung Muslime sind, und hält den Aufwand für einen solchen Unterricht für nicht vertretbar. Es erklärt zudem, der Islam gehöre nicht zu Deutschland. Muslimische Schüler verweist die AfD für religiöse Unterweisung auf Moscheevereine.

Originalzitat anzeigen (Seite 88)
„Schüler islamischen Glaubens können, wenn sie religiöse Unterweisung wünschen, Bildungsangebote von Moscheevereinen nutzen.“
Seite 88 im Original

Einordnung

  • Gesellschafteher konservativ

    Der heutige Stand ohne islamischen Religionsunterricht soll ausdrücklich gegen dessen Einführung verteidigt werden, begründet mit der christlichen Prägung des Landes.

Wachdienst an Schulen und harte Strafen für Gewalttäter

Die AfD will bei Bedarf private Wachdienste an Schulen einsetzen und gewalttätige Schüler so hart wie rechtlich möglich bestrafen. Das Programm begründet dies mit einem aus seiner Sicht unerträglichen Ausmaß an Gewalt an Schulen, besonders in Halle.

Die AfD sagt: An Schulen gibt es zu viel Gewalt. Sie will Wach-Leute auf dem Schulhof, wenn es nötig ist. Schüler, die Gewalt ausüben, sollen hart bestraft werden. Sie sollen schneller von der Schule fliegen. Für manche soll es eine besondere Schule geben.

Der Wachdienst soll dem Schulleiter unterstehen und Gewalt auf dem Schulhof vorbeugen. Schulen und Staatsanwaltschaften sollen sich vernetzen, damit jede Straftat strafmündiger Schüler vor Gericht landet. Für jüngere Schüler sollen die Regeln zu Ordnungsmaßnahmen und Erziehungsmitteln geändert werden, sodass ein Schulverweis schneller möglich ist. Bei Wiederholung oder besonders schweren Fällen soll eine Überweisung an eine Spezialschule für Gewalttäter möglich sein. Zudem soll die Verpflichtung zu Arbeit als Erziehungsmittel aufgenommen werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 88)
„Deshalb braucht es einen dem Schulleiter unterstehenden privaten Wachdienst, der auf dem Schulhof für Recht und Ordnung sorgt“
Seite 88 im Original

Einordnung

  • Bürgerrechte und Sicherheiteher Sicherheit und Ordnung zuerst

    Wachdienste, konsequente Strafverfolgung von Schülern und schnellere Schulverweise verschärfen Kontrolle und Sanktionen im Rahmen des geltenden Rechts.

Bologna-Prozess rückabwickeln

Die AfD will die Bachelor- und Masterabschlüsse wieder durch die früheren deutschen Studiengänge und Abschlüsse wie Diplom und Magister ersetzen. Zuerst soll Sachsen-Anhalt umstellen, danach soll eine Bundesratsinitiative den Ausstieg ganz Deutschlands erreichen. Das Programm begründet dies damit, dass deutsche Universitäten nur mit einem eigenständigen System international attraktiv seien.

Die AfD will Bachelor und Master wieder abschaffen. Stattdessen soll es wieder Diplom und Magister geben. Erst soll Sachsen-Anhalt das ändern. Später soll ganz Deutschland folgen.

Der Bologna-Prozess bezeichnet die europaweite Angleichung der Studiensysteme mit Bachelor und Master. Das Programm hält ihn für einen Fehler, der die Verbindung von akademischer Freiheit und Gründlichkeit zerstört habe. Die Rückkehr sei möglich, weil die meisten Vorgaben nach EU-Recht nicht bindend seien. Nach der Umstellung im Land soll eine Initiative im Bundesrat den bundesweiten Ausstieg anstoßen.

Originalzitat anzeigen (Seite 95)
„Wir werden zuerst in Sachsen-Anhalt auf das bewährte System umstellen und dann im Rahmen einer Bundesratsinitiative darauf hinwirken, dass ganz Deutschland aus dem sogenannten Bologna-Prozess aussteigt.“
Seite 95 im Original

Einordnung

  • Gesellschafteher konservativ

    Die Rückkehr zu den früheren deutschen Abschlüssen zielt auf die Wiederherstellung einer überlieferten Universitätstradition.

  • Europaeher weniger EU

    Die europaweite Angleichung der Studiensysteme soll zugunsten eines nationalen Sonderwegs verlassen werden, was europäische Abstimmung zurückdrängt.

Leistungsabhängiges Landesstipendium einführen

Die AfD will neben dem BAföG eine Förderung des Landes mit Stipendien für Studium und Promotion schaffen. Vergeben werden sollen sie allein nach fachlicher Leistung und ohne Blick auf das Einkommen der Eltern. Aus Sicht des Programms verteilt das BAföG Geld unabhängig von der Studienleistung und setzt Steuermittel falsch ein.

Die AfD will ein Stipendium vom Land einführen. Ein Stipendium ist Geld für das Studium. Es soll nur nach Leistung vergeben werden. Das Einkommen der Eltern soll keine Rolle spielen.

Die Stipendien sollen über ein Auswahlverfahren vergeben werden, das ausschließlich die fachliche Leistung bewertet. Wer gefördert wird, muss fortlaufend Leistungsnachweise erbringen. Das Programm begründet den Vorschlag damit, dass viele gute Studenten neben dem Studium arbeiten müssten. Das BAföG hänge von sachfremden Kriterien wie dem Elterneinkommen ab.

Originalzitat anzeigen (Seite 95)
„Wir werden deshalb alternativ zu dem Bafög-System eine Landesförderung aufbauen, die Stipendien für Promotion und Studium vergibt.“
Seite 95 im Original

Einordnung

  • Wirtschaftausgewogen

    Es entsteht eine neue staatliche Leistung, die aber nach Leistung statt nach Bedürftigkeit vergeben wird, sodass sich beide Richtungen ausgleichen.

Aufnahmeprüfungen statt Numerus clausus

Die AfD will den Numerus clausus durch Aufnahmeprüfungen ersetzen. Bei zu vielen Bewerbern sollen Hochschulen prüfen, wer für das jeweilige Fach geeignet ist. Das Programm hält die Abiturnote für kein geeignetes Maß der Eignung für ein bestimmtes Studienfach.

Heute entscheidet oft die Abitur-Note über einen Studien-Platz. Die AfD will das ändern. Hochschulen sollen eine Aufnahme-Prüfung machen. Die Besten in der Prüfung bekommen den Platz.

Die Änderung soll über die Landesgesetzgebung erfolgen. Das Abitur würde künftig nur noch zur Teilnahme an der Prüfung berechtigen. Geprüft werden sollen die besonderen Voraussetzungen des jeweiligen Fachs. Die AfD erwartet davon ein höheres Leistungsniveau in allen Studienfächern.

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„dass die Universitäten und Hochschulen bei Überbelegung Aufnahmeprüfungen durchführen, in denen die spezifischen Voraussetzungen für das Studium festgestellt werden“
Seite 95 im Original

Einordnung

Dieser Punkt berührt keine der Achsen.

Wissenschaftler besser bezahlen, Befristungen zurückdrängen

Die AfD will Wissenschaftler an Hochschulen besser bezahlen und zugleich höhere fachliche Anforderungen stellen. Befristete Arbeitsverträge sollen seltener werden. Das Programm begründet dies damit, dass wegen niedriger Bezahlung die Besten die Hochschulen verließen.

Die AfD will Wissenschaftlern mehr Geld zahlen. Dafür sollen sie mehr leisten müssen. Es soll weniger Verträge auf Zeit geben. So sollen die Besten an der Universität bleiben.

Nach Darstellung des Programms leben Wissenschaftler in der Qualifikationsphase teils auf dem Niveau der Sozialhilfe. Dadurch blieben vor allem mittelmäßige Kräfte an den Hochschulen, was wiederum keine höhere Bezahlung rechtfertige. Diesen Kreislauf will die AfD mit strengeren Anforderungen und höherer Vergütung durchbrechen. Weniger Befristungen sollen Planungssicherheit für gründliche Forschung geben.

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„indem wir einerseits höhere fachliche Anforderungen an Wissenschaftler stellen, andererseits Wissenschaftler aber auch besser bezahlen“
Seite 96 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Höhere Gehälter im öffentlichen Hochschulbereich und weniger Befristungen bedeuten mehr öffentliche Ausgaben und stärkeren Beschäftigtenschutz.

Mitbestimmung der Gruppen an Universitäten zurückdrängen

Die AfD will mit einer Universitätsreform die Mitbestimmung der verschiedenen Hochschulgruppen einschränken und vor allem den Einfluss der Studentenräte verringern. Nach ihrer Auffassung sollen die Professoren das meiste Gewicht haben, weil Erkenntnis und Bildung nicht demokratisch verhandelbar seien.

An Universitäten bestimmen heute viele Gruppen mit. Die AfD will das ändern. Professoren sollen am meisten entscheiden. Die Studenten-Räte sollen weniger Einfluss haben.

Das Programm lehnt die sogenannte Gruppenuniversität ab, bei der Mittelbau, Studenten und weitere Beschäftigte mitentscheiden. Es führt dieses Modell auf die 68er-Bewegung zurück und sieht darin eine Ursache für den Niedergang des Bildungswesens. Die vielen Gremien erzeugten aus Sicht der AfD Bürokratie und sachfremde Entscheidungen. Die Studentenräte würden nach Darstellung des Programms von einer kleinen, überwiegend linksextremen Gruppe getragen, die nicht für alle Studenten spreche.

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„Wir werden eine Universitätsreform durchsetzen, die all diese Fehlentwicklungen beseitigt und insbesondere den Einfluss der Studentenräte zurückdrängt.“
Seite 97 im Original

Einordnung

  • Gesellschafteher konservativ

    Die Mitbestimmung von Studenten und Mitarbeitern soll zugunsten der früheren, von Professoren geleiteten Universität eingeschränkt werden.

Postkolonialismus an Hochschulen zurückdrängen

Die AfD will als Landesregierung prüfen, wie sich postkoloniale Ansätze an den Hochschulen zurückdrängen lassen, ohne die Wissenschaftsfreiheit zu verletzen. Aus Sicht des Programms ist Postkolonialismus keine Wissenschaft, sondern ein politisches Vorhaben gegen die europäische Identität.

Die AfD lehnt den Postkolonialismus ab. Das ist eine Denkrichtung an Universitäten. Sie untersucht die Folgen der Kolonialzeit für Kultur und Denken. Die AfD will prüfen, wie sie diese Richtung zurückdrängen kann. Die Freiheit der Wissenschaft soll dabei gewahrt bleiben.

Das Programm vergleicht den Postkolonialismus mit den Genderstudien und schreibt ihm ein zerstörerisches Anliegen zu. Nach Darstellung der AfD würden Werke europäischer Denker und Dichter nur noch kritisiert und nicht mehr zustimmend erschlossen, wodurch das geisteswissenschaftliche Studium verarme. Eine Landesregierung der AfD soll prüfen, welche Mittel es gibt, diese Strömung zurückzudrängen. Eine Kolonialgeschichte, die auch den Blickwinkel früherer Kolonien einbezieht, soll nach dem Programm an den Universitäten weiter ihren Platz haben.

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„Wir werden prüfen, wie wir als Landesregierung diese schädlichen Tendenzen unter Wahrung der Wissenschaftsfreiheit zurückdrängen können.“
Seite 98 im Original

Einordnung

  • Gesellschafteher konservativ

    Eine kulturkritische Forschungsrichtung soll zurückgedrängt werden, um das europäische Kulturerbe zu bewahren; das ist eine schrittweise Verschiebung zum konservativen Pol.

Landesinstitut für kritische Islamforschung aufbauen

Die AfD will ein Landesinstitut für kritische Islamforschung außerhalb der Universitäten gründen, das bundesweit Maßstäbe setzen soll. Nach Ansicht der Partei arbeitet die heutige Islamwissenschaft unkritisch und liefert der Politik Gefälligkeitsgutachten.

Die AfD will ein neues Forschungs-Institut des Landes gründen. Es soll den Islam kritisch erforschen. Es soll nicht zu einer Universität gehören. Die AfD meint: Die heutige Forschung zum Islam ist nicht kritisch genug. Das Institut soll die Politik beraten.

Das Programm beklagt, eine früher anspruchsvolle kritische Islamforschung sei aus Gründen politischer Korrektheit von den Universitäten verdrängt worden. An ihre Stelle sei eine soziologisch statt philologisch arbeitende Islamwissenschaft getreten, die sich am Leitbild einer multikulturellen Gesellschaft ausrichte. Wegen der Millionen Muslime im Land brauche es eine Forschung, die islamische Gemeinschaften objektiv beurteilt und der Politik Orientierung gibt. Das Institut soll als außeruniversitäre Einrichtung des Landes entstehen.

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„maßgeblich für ganz Deutschland ein Landesinstitut für kritische Islamforschung als außeruniversitäres Institut aufbauen.“
Seite 99 im Original

Einordnung

  • Gesellschafteher konservativ

    Ein neues Landesinstitut soll den Islam ausdrücklich kritisch beurteilen und sich vom Leitbild der multikulturellen Gesellschaft absetzen, was zum konservativen Pol weist.

Grundfinanzierung statt Drittmittel für die Wissenschaft

Die AfD will die Hochschulen so ausstatten, dass Forschung nicht mehr auf eingeworbene Drittmittel angewiesen ist. Sie begründet das damit, dass Förderinstitutionen ihre Gelder an politische Bedingungen knüpften und abweichende Forschung leer ausgehe.

Forscher müssen heute oft Geld von Stiftungen und anderen Geldgebern einwerben. Das nennt man Drittmittel. Die AfD will das ändern. Die Hochschulen sollen genug festes Geld vom Staat bekommen. Die AfD meint: So wird die Forschung freier.

Nach Darstellung des Programms wurde die Wissenschaftsfinanzierung über Jahrzehnte immer stärker auf Drittmittel umgestellt. Geldgeber wie die DFG, Industriestiftungen und politische Stiftungen förderten nur, was dem politischen Mainstream entspreche. Als Beispiele für benachteiligte Forschung nennt die AfD abweichende Positionen zu Klimawandel, Zuwanderung, deutscher Identität und Corona. Eine ausreichende Grundfinanzierung soll aus ihrer Sicht die Wissenschaftsfreiheit sichern.

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„dafür sorgen, dass die Wissenschaft unabhängig von Drittmitteln wieder über eine auskömmliche Grundfinanzierung verfügt.“
Seite 100 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Die staatliche Grundfinanzierung der Hochschulen soll ausgebaut und die wettbewerbliche Mittelvergabe zurückgedrängt werden, also mehr öffentliche Finanzierung.

Trennung von Fachhochschulen und Universitäten beibehalten

Die AfD will die Unterscheidung zwischen praxisnahen Fachhochschulen und forschungsorientierten Universitäten erhalten. Fachhochschulen sollen zwar Doktorgrade vergeben dürfen, eigenständige Promotionen dort aber durch den Zusatz F.H. kenntlich gemacht werden.

Es gibt Fachhochschulen und Universitäten. Fachhochschulen sind näher an der Praxis. Universitäten machen mehr Theorie und Grundlagen-Forschung. Die AfD will diesen Unterschied behalten. Ein Doktortitel von einer Fachhochschule soll den Zusatz F.H. tragen.

Das Programm sieht im Nebeneinander beider Hochschularten eine Besonderheit und Stärke des deutschen Wissenschaftssystems. Fachhochschulen stehen demnach für Praxisbezug, Universitäten für Theorie und Grundlagenforschung. Das Promotionsrecht kann nach dem Programm auf Fachhochschulen übergehen. Erfolgt die Promotion ohne Kooperation mit einer Universität, soll der Titel den Hinweis F.H. erhalten.

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„Die Differenzierung in Hochschulen und Universitäten ist deshalb beizubehalten.“
Seite 100 im Original

Einordnung

Dieser Punkt berührt keine der Achsen.

Freiwilliges Handwerksjahr einführen

Die AfD will ein Freiwilliges Handwerksjahr für Schulabsolventen einführen. Es soll das Handwerk als Berufsweg bekannter machen und aus Sicht der Partei einer zu starken Bevorzugung des Studiums entgegenwirken.

Die AfD will ein freiwilliges Jahr im Handwerk einführen. Junge Leute können es nach der Schule machen. Sie lernen dabei vier Handwerks-Berufe kennen. Die AfD findet: Zu viele junge Leute studieren, zu wenige lernen ein Handwerk.

Das Programm stellt fest, dass die Zahl der Lehrlinge im Handwerk seit Jahren niedrig bleibt, und führt das auf eine Politik zurück, die das Studium bevorzuge. Im Handwerksjahr sollen Schulabsolventen innerhalb von zwölf Monaten vier unterschiedliche Handwerksberufe ausprobieren. Sie sollen praktische Erfahrung sammeln, mehrere Betriebe kennenlernen und Hilfe bei der Berufswahl bekommen. Betriebe und Praktikanten sollen so prüfen können, ob eine spätere Ausbildung im Betrieb passt.

Originalzitat anzeigen (Seite 147)
„Um diesen Trend umzukehren, wird eine AfD-geführte Landesregierung ein Freiwilliges Handwerksjahr einführen.“
Seite 147 im Original

Einordnung

Dieser Punkt berührt keine der Achsen.

Was sagen die anderen Parteien zur Bildung?

Alle Programme in Sachsen-Anhalt im Vergleich