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Grüne zur Wirtschaft

Aus dem Programm „Sachsen gemeinsam bewegen – Unser Programm zur Landtagswahl 2024 in Sachsen“

Landtagswahl Sachsen 2024, 1. September 2024Original-PDF, 148 SeitenAnalyse vom 3. Oktober 2026

KIZusammenfassungen und Einordnungen auf dieser Seite hat eine KI erstellt. Ein Mensch prüft sie nicht einzeln. Wie sie entstehen

Einordnung beim Thema Wirtschaft

Durchschnitt der Punkte auf dieser Seite. Die Einordnung erstellt eine KI.

Jede Achse misst ein Thema. Ein „links“ oder „rechts“ für alles gibt es hier nicht: Wirtschaft, Gesellschaft, Migration und Sicherheit stehen getrennt. Eingeordnet ist nur, was im Programm steht. So lesen Sie die Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat (-0,9), aus 15 Punkten

    Punkte je Stufe: 0 deutlich mehr Staat, 13 eher mehr Staat, 2 ausgewogen, 0 eher mehr Markt, 0 deutlich mehr Markt

  • Gesellschafteher progressiv (-1), aus 2 Punkten

    Punkte je Stufe: 0 deutlich progressiv, 2 eher progressiv, 0 ausgewogen, 0 eher konservativ, 0 deutlich konservativ

  • Europaeher mehr EU (-1), aus 1 Punkt

    Punkte je Stufe: 0 deutlich mehr EU, 1 eher mehr EU, 0 ausgewogen, 0 eher weniger EU, 0 deutlich weniger EU

  • Klimaeher Klimaschutz zuerst (-0,9), aus 8 Punkten

    Punkte je Stufe: 0 deutlich Klimaschutz zuerst, 7 eher Klimaschutz zuerst, 1 ausgewogen, 0 eher Wachstum zuerst, 0 deutlich Wachstum zuerst

Die kleinen Säulen unter den Balken zeigen, wie viele Punkte auf jeder der fünf Stufen liegen.

Green New Deal in Sachsen beschleunigen

Die Grünen wollen den Green New Deal in Sachsen schneller umsetzen und die Wirtschaft auf klimafreundliches Wirtschaften umstellen. Sachsen soll dabei Energie- und Industrieland bleiben. Aus Sicht des Programms sichert ein zügiger Umbau die Wettbewerbsfähigkeit.

Die Grünen wollen die Wirtschaft in Sachsen klima-freundlich machen. Das soll schneller gehen als bisher. Sachsen soll ein Land mit viel Industrie bleiben. Die Partei sagt: So bleiben die Firmen stark.

Das Programm setzt auf Industrie, Handwerk sowie kleine und mittlere Unternehmen als Träger des Umbaus. Der Verbrauch natürlicher Ressourcen soll deutlich sinken. Als wachsende Standortfaktoren nennt das Programm die Infrastruktur für erneuerbare Energien, regionale Wertschöpfung, Kreislaufwirtschaft, einen intelligenten Wirtschaftsverkehr und die Aufbereitung von Abwässern. Die Grünen verstehen sich dabei als Partnerin der Unternehmen und wollen auch Selbstständige, Dienstleister und Freie Berufe unterstützen.

Originalzitat anzeigen (Seite 72)
„BÜNDNISGRÜNE uns klar zur Umsetzung des Green New Deal in Sachsen und wollen diese deutlich beschleunigen.“
Seite 72 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Der Staat soll den Umbau der Wirtschaft aktiv lenken und begleiten, was eine stärkere staatliche Rolle bedeutet.

  • Klimaeher Klimaschutz zuerst

    Der klimafreundliche Umbau der Wirtschaft soll gegenüber heute beschleunigt werden, was dem Klimaschutz mehr Gewicht gibt.

Gesundheitswirtschaft und Life-Sciences stärken

Die Grünen wollen die Gesundheitswirtschaft zu einem Schwerpunkt der sächsischen Wirtschaftspolitik machen. Das Programm begründet das mit dem starken Wachstum der Biowissenschaften und damit, dass die Branche vergleichsweise leicht CO2-neutral wachsen könne.

Die Grünen wollen die Gesundheits-Wirtschaft in Sachsen stärken. Dazu gehören Firmen aus Medizin und Bio-Wissenschaft. Diese Firmen wachsen schnell. Die Partei sagt: Sie können wachsen, ohne dem Klima zu schaden.

Das Programm beschreibt Life-Sciences und Biowissenschaften in Sachsen als stark wachsend. Als Gründe nennt es die alternde Gesellschaft und die Möglichkeit, in dieser Branche ohne zusätzlichen CO2-Ausstoß zu wachsen. Die Stärkung der Branche wird als zentrales wirtschaftspolitisches Ziel bezeichnet.

Originalzitat anzeigen (Seite 72)
„Wir begreifen es deswegen als zentrales Ziel sächsischer Wirtschaftspolitik, die sächsische Gesundheitswirtschaft nachhaltig zu stärken.“
Seite 72 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Eine einzelne Branche soll gezielt durch die Wirtschaftspolitik des Landes gestärkt werden, was eine aktivere staatliche Rolle bedeutet.

Regionale Wertschöpfung und Direktvermarktung fördern

Die Grünen wollen regionale Erzeuger, Direktvermarktung, Ernährungswirtschaft und Handwerk unterstützen. Öffentliche Aufträge sollen auch nach regionalen Qualitätskriterien vergeben werden. Regionale Kreisläufe machen die Wirtschaft aus Sicht des Programms unabhängiger und schonen die Umwelt.

Die Grünen wollen Firmen aus der Region stärker unterstützen. Das gilt zum Beispiel für Bauern, Lebensmittel-Firmen und Handwerker. Der Staat soll bei Aufträgen auf regionale Qualität achten. Eine Internet-Seite soll Produkte aus Sachsen zeigen.

Die Unterstützung soll im Rahmen des europäischen Beihilferechts erfolgen und Investitionen, Innovationen, Vernetzung und Absatz betreffen. Die ökologische Landwirtschaft soll vorangebracht werden, ebenso Unternehmen, die nachhaltige, etwa biobasierte Produkte entwickeln. Für Verbraucherinnen und Verbraucher strebt das Programm möglichst viel Transparenz über Herkunft, Zusammensetzung und Herstellung von Waren an. Regionale Versorgungsstrukturen und eine digitale Angebotsplattform sollen den Überblick über sächsische Produkte erleichtern.

Originalzitat anzeigen (Seite 73)
„Um die Wertschöpfung vor Ort zu stärken, wollen wir regionale, qualitätsbezogene Kriterien bei der Ausschreibung öffentlicher Aufträge integrieren.“
Seite 73 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Regionale Anbieter sollen stärker gefördert und bei öffentlichen Aufträgen durch zusätzliche Kriterien berücksichtigt werden, was mehr staatliche Lenkung bedeutet.

Tourismus auf Ganzjahresbetrieb und Nachhaltigkeit ausrichten

Die Grünen wollen die Tourismusstrategie des Landes mit den Schwerpunkten Nachhaltigkeit, Angebotsvielfalt und Fachkräftesicherung weiterentwickeln. Wintersportregionen sollen von künstlicher Beschneiung unabhängig werden; dafür fordert das Programm ein Konzept für Ganzjahrestourismus und eine Wintersportstrategie. Klimaschädliche Investitionen sollen keine Tourismusförderung mehr erhalten.

Durch den Klima-Wandel gibt es weniger Schnee. Die Grünen wollen deshalb Tourismus für das ganze Jahr. Winter-Sport-Orte sollen nicht mehr von Kunst-Schnee abhängen. Für klima-schädliche Vorhaben soll es kein Förder-Geld geben. Kleine Betriebe sollen Hilfe bekommen.

Sachsens Profil als Reiseland für Kultur- und Städtetourismus soll erhalten und ausgebaut werden, Lücken im Angebot sollen geschlossen werden. Das Programm verweist auf den hohen Energieverbrauch künstlicher Beschneiung und nennt Erzgebirge, Vogtland und Zittauer Gebirge als betroffene Regionen. Ein Ganzjahreskonzept soll Hotels, Gastronomie und weiteren Betrieben eine bessere Auslastung außerhalb der Saison bringen. Kleinunternehmen und Familienbetriebe sollen beim Umbau auf nachhaltiges Wirtschaften entlastet werden, und Zertifizierungen sollen auch für Kleinstbetriebe machbar sein.

Originalzitat anzeigen (Seite 76)
„Wir setzen uns nun zusätzlich dafür ein, dass klimaschädliche Investitionen von der Förderung ausgenommen werden.“
Seite 76 im Original

Einordnung

  • Klimaeher Klimaschutz zuerst

    Klimaschädliche Investitionen sollen aus der Tourismusförderung fallen und Regionen von energieintensiver Beschneiung wegkommen.

Öffentliche Investitionen an Nachhaltigkeit ausrichten

Die Grünen wollen öffentliche Investitionen gezielt in Infrastruktur, Bildung und grüne Technologien lenken. Ein Leitfaden mit Nachhaltigkeitsstandards soll Planung und Finanzierung anleiten, und die Planungs- und Genehmigungsbehörden sollen besser ausgestattet werden.

Die Grünen wollen, dass der Staat gezielt Geld investiert. Das Geld soll in Infrastruktur, Bildung und grüne Technik fließen. Ein Leitfaden soll Regeln für Nachhaltigkeit festlegen. Die Ämter für Planung und Genehmigung sollen mehr Mittel bekommen.

Nach dem Programm soll die öffentliche Hand Investitionen dorthin steuern, wo ein Interesse der ganzen Gesellschaft besteht. Genannt werden der Umbau der Infrastruktur, bessere Bedingungen für Bildung und eine Anschubfinanzierung für grüne Technologien. Erneuerbare Energien gelten den Grünen als wichtigster Standortfaktor der Zukunft. Infrastrukturanlagen sollen gefördert werden, wenn sie über ihren gesamten Lebenszyklus nachhaltig geplant, gebaut und betrieben werden. Dafür sollen die Planungs- und Genehmigungsbehörden angemessen ausgestattet werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 77)
„Um nachhaltige Planungsprozesse und Finanzierungsentscheidungen zu ermöglichen, wollen wir einen Leitfaden mit Nachhaltigkeitsstandards etablieren.“
Seite 77 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Der Staat soll Investitionen stärker steuern und mehr öffentlich investieren, was die Rolle der öffentlichen Hand schrittweise ausweitet.

  • Klimaeher Klimaschutz zuerst

    Investitionen und Förderung sollen an Nachhaltigkeitsstandards und erneuerbaren Energien ausgerichtet werden, was Klimaschutz stärker gewichtet.

Förderpolitik vereinfachen und an Zielen ausrichten

Die Grünen wollen die sächsische Förderlandschaft umbauen: Förderung soll einfacher, transparent und digital werden und zugleich ökologische und soziale Ziele verfolgen. Längerfristige, institutionelle Förderungen sollen Bürokratie verringern und Sicherheit geben, vor allem im sozialen Bereich.

Die Grünen wollen die Förderung in Sachsen einfacher machen. Anträge sollen digital und gut verständlich sein. Förder-Geld soll an Bedingungen geknüpft sein. Manche Bereiche sollen Geld für längere Zeit bekommen. Gründer sollen weniger Papier-Arbeit haben.

Staatliche Förderung gilt den Grünen als Hebel für wirtschaftliche Ziele der ganzen Gesellschaft und soll an Qualitätskriterien gebunden sein. Nach dem Programm können auch Zuschüsse, die direkt an Unternehmen gehen, bei passender Ausgestaltung ökologischen und sozialen Zielen dienen. Die Förderung soll innovative, wettbewerbsfähige Unternehmen stärken und Anreize für nachhaltige Geschäftsmodelle setzen. Gründerinnen und Gründer sollen aktiv unterstützt und durch Digitalisierung sowie weniger Bürokratie entlastet werden. Firmen mit zukunftsfähigem, nachhaltigem Geschäftsmodell sollen sich in Sachsen niederlassen.

Originalzitat anzeigen (Seite 81)
„Die Förderpolitik in Sachsen sollte für die Bürger*innen und Unternehmer*innen anwendungsnah, transparent und digital gestaltet werden“
Seite 81 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Staatliche Förderung soll stärker als Steuerungsinstrument mit ökologischen und sozialen Auflagen eingesetzt werden, auch wenn zugleich Bürokratie sinken soll.

Kreislaufwirtschaft und nachhaltiges Bauen bevorzugt fördern

Die Grünen wollen nachhaltiges Produktdesign und Geschäftsmodelle der Kreislaufwirtschaft bei der Förderung bevorzugen. Im Baubereich sollen langlebige, reparierbare und wiederverwendbare Bauweisen gestärkt werden. Das soll besonders Regionen im Strukturwandel Investitionen in innovative Felder bringen.

Die Grünen wollen Firmen fördern, die Dinge wiederverwenden. Das nennt man Kreislauf-Wirtschaft. Beim Bauen sollen Gebäude lange halten. Bauteile sollen wieder benutzt werden können. Die Nachweise für die Förderung sollen einfacher werden.

Beim Planen und Bauen sollen Langlebigkeit, Reparaturfähigkeit, wiederverwendbare Bauteile und Baustoffe sowie Modularität zählen. Die Förderung soll Anreize für modulares Bauen, für Recyclingbaustoffe und für eine hochwertige Nutzung bestehender Gebäude setzen. Damit nachhaltiges Bauen mehr Akzeptanz findet, soll der Nachweis in den Förderprogrammen einfacher werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 81)
„Deshalb wollen wir ein nachhaltiges Produktdesign und auf Kreislaufwirtschaft ausgerichtete Geschäftsmodelle bevorzugt fördern.“
Seite 81 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Der Staat lenkt über bevorzugte Förderung die Ausrichtung von Unternehmen und greift damit stärker steuernd ein.

  • Klimaeher Klimaschutz zuerst

    Fördermittel sollen bevorzugt in ressourcenschonende Geschäftsmodelle und Bauweisen fließen, was Umwelt- und Klimaziele stärker gewichtet.

Unternehmen strategisch und nachhaltig ansiedeln

Die Grünen wollen gezielt Unternehmen aus strategisch wichtigen Branchen wie der Solarindustrie nach Sachsen holen. Bei neuen Gewerbeprojekten soll der Zubau von Anlagen für erneuerbare Energien ein verbindliches Kriterium sein, und neue Gewerbegebiete sollen eine gute ÖPNV-Anbindung voraussetzen.

Die Grünen wollen bestimmte Firmen nach Sachsen holen. Dazu gehören Firmen aus der Solar-Industrie. Neue Gewerbe-Gebiete sollen Strom aus Wind und Sonne bekommen. Sie sollen gut mit Bus und Bahn erreichbar sein. Bei Streit soll es eine Vermittlung geben.

Gefördert werden sollen auch Firmen, die eine Lücke in regionalen Wertschöpfungsketten schließen. Zur modernen Infrastruktur zählt das Programm Verkehr, Speicherkapazitäten, digitale Netze und Forschung. Neue Konzepte für die Versorgung von Gewerbegebieten mit Energie und Rohstoffen sollen unterstützt werden. Um Konflikten bei Ansiedlungen vorzubeugen, soll es vorab ein transparentes Beteiligungsverfahren geben. Bei bestehenden Konflikten sollen professionelle Mediationsverfahren helfen.

Originalzitat anzeigen (Seite 82)
„Wir unterstützen daher gezielt die Ansiedlung von Unternehmen, die in für Sachsen strategisch wichtigen Branchen wie der Solarindustrie tätig sind“
Seite 82 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Der Staat soll Ansiedlungen nach Branchen gezielt steuern und fördern, statt sie allein dem Markt zu überlassen.

  • Klimaeher Klimaschutz zuerst

    Erneuerbare Energien und ÖPNV-Anbindung sollen verbindliche Voraussetzungen für neue Gewerbeprojekte werden, was strengere Klimavorgaben bedeutet.

Strukturwandelgelder schneller und mit Beteiligung vergeben

Die Grünen wollen, dass die Mittel für den Strukturwandel in den Kohleregionen schneller ankommen und transparent vergeben werden. Die Menschen vor Ort sollen mitentscheiden, die Regionalen Begleitausschüsse sollen echte Entscheidungsrechte bekommen. Unternehmen sollen künftig direkt Fördermittel erhalten können.

Die Grünen wollen das Geld für die Kohle-Regionen schneller verteilen. Die Menschen dort sollen mitentscheiden. Die Vergabe soll offen sein. Auch Firmen sollen direkt Geld bekommen können. Die Sorben, Frauen und junge Menschen sollen mehr mitreden.

Die Strukturen von der Sächsischen Agentur für Strukturwandel bis zu den Begleitausschüssen sollen neu aufgestellt werden. Firmen sollen Fördergeld für Modernisierung und Weiterbildung hin zu klimaneutraler Produktion verwenden können. Das Mitspracherecht des sorbischen Volkes soll bei Bergbau und Strukturwandel gesichert sein, und Frauen, Kinder und Jugendliche sollen mehr Gewicht bekommen. Die Grünen wollen zudem die Standorte der Schienenfahrzeug- und Waggonbauindustrie in Ostsachsen dauerhaft sichern und Forschung stärken. Die Zusammenarbeit mit Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Polen und Tschechien soll fortgesetzt werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 83)
„Wir setzen uns beim Bund dafür ein, dass die Gelder für den Strukturwandel im Zuge des beschleunigten Kohleausstiegs deutlich schneller in die Regionen fließen“
Seite 83 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Öffentliche Strukturmittel sollen schneller fließen und auch direkt an Unternehmen gehen, was die staatliche Förderung ausweitet.

Handwerk stärken und Selbstständigkeit fördern

Die Grünen wollen das Handwerk durch bessere Standortbedingungen und weniger bürokratische Hürden stärken. Eine breite Wertschätzungskampagne soll das Ansehen des Handwerks heben und junge Menschen für Ausbildungsberufe gewinnen.

Die Grünen wollen dem Handwerk helfen. Es soll weniger Papier-Arbeit geben. Mehr Menschen sollen einen eigenen Handwerks-Betrieb gründen. Eine Kampagne soll zeigen, wie wichtig das Handwerk ist. Junge Menschen sollen Lust auf eine Ausbildung bekommen.

Das Programm beschreibt das Handwerk als zentral für Wirtschaft, soziale Stabilität und den ökologischen Umbau. Besonders hebt es die kleinen Betriebe hervor, die regionale Wertschöpfung sichern und Jugendlichen eine Perspektive geben. Zu guten Standortbedingungen zählen die Grünen eine Infrastruktur für erneuerbare Energien und die Digitalisierung.

Originalzitat anzeigen (Seite 84)
„wollen wir BÜNDNISGRÜNE das Handwerk stärken und mehr Anreize zur Selbstständigkeit im Handwerk schaffen.“
Seite 84 im Original

Einordnung

  • Wirtschaftausgewogen

    Der Punkt verbindet den Abbau bürokratischer Hürden und Anreize zur Selbstständigkeit mit einer staatlichen Kampagne und öffentlicher Infrastruktur.

Handwerk bei IT-Sicherheit und nachhaltigem Bauen unterstützen

Die Grünen wollen kleine und mittlere Handwerksbetriebe bei IT-Sicherheit und Digitalisierung fördern. Für den Umbau der Baubranche sollen Betriebe stärker zusammenarbeiten, damit regionale Wertschöpfungsketten für nachhaltiges Bauen entstehen.

Die Grünen wollen kleinen Handwerks-Betrieben helfen. Sie sollen Geld für sichere Computer und digitale Technik bekommen. Betriebe am Bau sollen mehr zusammenarbeiten. Gebrauchte Bauteile sollen über Bau-Börsen wieder benutzt werden.

Bestehende Programme der Industrie- und Handelskammern sowie der Handwerkskammern zur IT-Sicherheit sollen weiter gefördert werden. Zusätzliche Investitionen in Digitalisierung und IT-Sicherheit will die Partei über die Sächsische Aufbaubank unterstützen. Weil kleine Betriebe Großprojekte kaum allein stemmen können, sind Anreize für Kooperationen, passende Bildungsangebote und Hilfe für die Ausbildungszentren vorgesehen. Handwerk, Ingenieurwesen, Architektur und ausschreibende Stellen sollen eng zusammenarbeiten. Baubörsen für gebrauchte Bauteile und wiederverwertete Baustoffe sollen die Kreislaufwirtschaft voranbringen.

Originalzitat anzeigen (Seite 85)
„Da die kleinbetriebliche Struktur in Sachsen verschiedenartige Großprojekte nicht ohne Weiteres umsetzen kann, wollen wir starke Anreize für Kooperationen schaffen.“
Seite 85 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Der Punkt weitet öffentliche Förderung für Handwerksbetriebe aus, etwa über die landeseigene Förderbank.

  • Klimaeher Klimaschutz zuerst

    Die Baubranche soll mit Förderung und Baubörsen stärker auf Kreislaufwirtschaft und nachhaltiges Bauen ausgerichtet werden.

Industrie mit Strompreisdeckel und Erneuerbaren halten

Die Grünen wollen energieintensive Industrie in Sachsen halten und dafür den Strompreis für die Zeit des Umbaus begrenzen. Der Ausbau erneuerbarer Energien soll aufgeholt werden, weil diese aus Sicht des Programms langfristig günstige Preise sichern. Unternehmen sollen zudem unabhängiger von autoritären Staaten werden.

Die Grünen wollen die Industrie in Sachsen behalten. Viele Firmen brauchen sehr viel Strom. Der Strom-Preis soll deshalb eine Zeit lang eine Obergrenze haben. Sachsen soll mehr Strom aus Wind und Sonne erzeugen.

Das Programm verlangt konkrete Szenarien für den Umbau der sächsischen Energiewirtschaft, die erneuerbare Stromerzeugung, Speicher, Netze, Wasserstoff, Wärmepumpen und E-Mobilität einbeziehen. Schlüsselbranchen von der Mikroelektronik bis zur Zulieferindustrie sollen zukunftsfest werden. Unternehmen sollen Hilfe erhalten, ihre Lieferketten breiter aufzustellen und Beziehungen vor allem zu demokratischen Staaten auszubauen. Für wasserintensive Branchen wie die Halbleiterproduktion will die Partei die Grundsatzkonzeption zur öffentlichen Wasserversorgung von 2023 umsetzen.

Originalzitat anzeigen (Seite 86)
„Deshalb setzen wir uns weiterhin dafür ein, den Strompreis während der Transformationsphase zu deckeln.“
Seite 86 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Ein staatlich gedeckelter Strompreis für die Industrie greift in die Preisbildung am Markt ein.

  • Klimaausgewogen

    Der Punkt verbindet einen schnelleren Ausbau der Erneuerbaren mit einer Preisentlastung zugunsten der Wettbewerbsfähigkeit.

Unternehmensgründungen und Sozialunternehmen fördern

Die Grünen wollen Gründungen erleichtern, indem sie Bürokratie abbauen und den Zugang zu Kapital verbessern. Frauen, Menschen mit Migrationsbiografie und andere unterrepräsentierte Gruppen sollen eigene Förderbudgets erhalten. Auch Sozialunternehmen sollen mehr Förderung bekommen.

Die Grünen wollen, dass mehr Menschen eine Firma gründen können. Dafür soll es weniger Papierkram geben. Frauen und Menschen mit Migrations-Geschichte sollen extra Förder-Geld bekommen. Auch Firmen mit sozialen Zielen sollen mehr Hilfe bekommen.

Auf dem Land sollen gemeinsam genutzte Arbeitsorte wie Co-Working-Räume unterstützt werden. Für Gründerinnen will die Partei das Förderangebot anpassen und Gründungen im Nebenerwerb erleichtern. Ideen aus der Wissenschaft sollen durch Validierungsförderung und Begleitung bis zum Markteintritt zu Produkten werden. Forschung und Entwicklung im Mittelstand sollen staatlich gefördert werden. Zeitlich begrenzte staatliche Beteiligungen an neuen Unternehmen schließt das Programm nicht aus. Bestehende Förderprogramme sollen für soziale Innovationen und gemeinwohlorientierte Unternehmen ausgeweitet werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 87)
„Über den Abbau unnötiger Bürokratie wollen wir Eintrittsbarrieren für Gründer*innen reduzieren.“
Seite 87 im Original

Einordnung

  • Wirtschaftausgewogen

    Der Punkt verbindet Bürokratieabbau für Gründungen mit mehr staatlicher Förderung und möglichen staatlichen Beteiligungen.

  • Gesellschafteher progressiv

    Eigene Förderbudgets für Frauen und Menschen mit Migrationsbiografie bauen gezielte Gleichstellungsförderung aus.

Sachsen als Chip- und IT-Standort ausbauen

Die Grünen wollen das europäische Chip-Gesetz und Bundeshilfen nutzen, um Sachsen als führenden IT-Standort in der EU zu stärken. Chipindustrie, Forschung, Ausbildung und andere Unternehmen sollen so vernetzt werden, dass Technologien wie Künstliche Intelligenz im Land entstehen.

Die Grünen wollen, dass in Sachsen viele Computer-Chips gebaut werden. Dafür wollen sie Geld von der EU und vom Bund nutzen. Firmen, Forschung und Ausbildung sollen eng zusammenarbeiten. Neue Technik soll in Sachsen entstehen.

Sachsen soll als Region für Chiphersteller weltweit bekannt werden. Das Fachwissen der Branche will die Partei mit Forschungseinrichtungen, Ausbildungsstätten und weiteren Unternehmen verknüpfen. Daraus soll eine vielfältige Technologielandschaft entstehen, die auf alle Wirtschaftsbereiche wirkt. Der Sächsische Digitalpreis für digitale Innovationen aus Wirtschaft und Zivilgesellschaft soll dauerhaft vergeben werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 89)
„Zukunftstechnologien wie Künstliche Intelligenz, Cloud-Soft- und Hardware sollen aus Sachsen kommen und nicht nur hier genutzt werden.“
Seite 89 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Der Standort soll mit öffentlichen Fördermitteln von EU und Bund ausgebaut werden, also durch aktive staatliche Industriepolitik.

  • Europaeher mehr EU

    Das Programm stützt sich ausdrücklich auf das europäische Chip-Gesetz und damit auf gemeinsame EU-Industriepolitik.

Öffentliche Vergabe an Nachhaltigkeit und Tariftreue binden

Die Grünen wollen öffentliche Aufträge an ökologische und soziale Kriterien knüpfen, darunter Tariftreue und einen eigenen Vergabemindestlohn. Bei der Bewertung von Angeboten sollen die Kosten über die gesamte Lebensdauer zählen. Staatliche Beschaffung soll nachhaltigen Produkten zur Marktreife verhelfen.

Der Staat kauft viele Dinge und vergibt Aufträge. Die Grünen wollen dafür neue Regeln. Firmen sollen faire Löhne zahlen und die Umwelt schonen. Der Staat soll nicht nur auf den Kauf-Preis schauen.

Nachhaltigkeitskriterien sollen in allen Bereichen verbindlich gelten; dazu gehören auch die Kernarbeitsnormen der Internationalen Arbeitsorganisation und die Gleichstellung der Geschlechter. Einheitliche Kriterien und Kennzahlen sollen Nachweise vereinfachen. Neu gegründete Unternehmen sollen leichter an Ausschreibungen teilnehmen können. Eine Zentrale Vergabestelle des Landes soll Fachwissen bündeln und auch Kommunen offenstehen. Leitfäden und Weiterbildungen sollen die Verwaltung auf nachhaltige und innovationsorientierte Beschaffung vorbereiten.

Originalzitat anzeigen (Seite 90)
„Wir BÜNDNISGRÜNE stehen für eine moderne Vergabepolitik, die sich an den besten ökologischen und sozialen Standards sowie der Geschlechtergleichstellung orientiert.“
Seite 90 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Tariftreue, ein Vergabemindestlohn und verbindliche Nachhaltigkeitskriterien legen Auftragnehmern neue Pflichten auf.

  • Gesellschafteher progressiv

    Die Gleichstellung der Geschlechter soll als Maßstab in die Vergabe öffentlicher Aufträge einfließen.

  • Klimaeher Klimaschutz zuerst

    Verbindliche ökologische Kriterien und Lebenszykluskosten richten die öffentliche Beschaffung stärker auf Klima- und Ressourcenschutz aus.

Öffentliche Beschaffung fair und nachhaltig gestalten

Die Grünen wollen, dass der Freistaat nur fair hergestellte Produkte einkauft und das im Vergabegesetz absichert. Sachsen soll dabei Vorbild sein und das Lieferkettengesetz unterstützen.

Der Staat kauft viele Produkte ein. Die Grünen wollen, dass diese Produkte fair hergestellt sind. Das soll im Gesetz stehen. Bei eigenen Veranstaltungen soll Sachsen faire Produkte nutzen.

Das Vergabegesetz soll sicherstellen, dass von der öffentlichen Hand genutzte Waren fair produziert wurden. Bei eigenen Veranstaltungen soll der Freistaat stärker Produkte aus fairem Handel und sozial-ökologischer Herstellung einsetzen. Die bestehenden Beratungsstellen für nachhaltige Beschaffung sollen fortgeführt und nach Bedarf erweitert werden. Bei Projektmitteln sollen ökologische Standards und Menschenrechte Bedingung sein.

Originalzitat anzeigen (Seite 119)
„Der Freistaat muss eine nachhaltige öffentliche Beschaffung gewährleisten und die Umsetzung des Lieferkettengesetzes unterstützen.“
Seite 119 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Zusätzliche soziale und ökologische Vorgaben für öffentliche Aufträge bedeuten mehr Regulierung der Vergabe.

Was sagen die anderen Parteien zur Wirtschaft?

Alle Programme in Sachsen im Vergleich