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Grüne zu Gesundheit und Pflege

Aus dem Programm „Sachsen gemeinsam bewegen – Unser Programm zur Landtagswahl 2024 in Sachsen“

Landtagswahl Sachsen 2024, 1. September 2024Original-PDF, 148 SeitenAnalyse vom 3. Oktober 2026

KIZusammenfassungen und Einordnungen auf dieser Seite hat eine KI erstellt. Ein Mensch prüft sie nicht einzeln. Wie sie entstehen

Einordnung beim Thema Gesundheit und Pflege

Durchschnitt der Punkte auf dieser Seite. Die Einordnung erstellt eine KI.

Jede Achse misst ein Thema. Ein „links“ oder „rechts“ für alles gibt es hier nicht: Wirtschaft, Gesellschaft, Migration und Sicherheit stehen getrennt. Eingeordnet ist nur, was im Programm steht. So lesen Sie die Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat (-1,2), aus 5 Punkten

    Punkte je Stufe: 1 deutlich mehr Staat, 4 eher mehr Staat, 0 ausgewogen, 0 eher mehr Markt, 0 deutlich mehr Markt

  • Bürgerrechte und Sicherheiteher Bürgerrechte zuerst (-1), aus 1 Punkt

    Punkte je Stufe: 0 deutlich Bürgerrechte zuerst, 1 eher Bürgerrechte zuerst, 0 ausgewogen, 0 eher Sicherheit und Ordnung zuerst, 0 deutlich Sicherheit und Ordnung zuerst

  • Gesellschafteher progressiv (-1), aus 2 Punkten

    Punkte je Stufe: 0 deutlich progressiv, 2 eher progressiv, 0 ausgewogen, 0 eher konservativ, 0 deutlich konservativ

Die kleinen Säulen unter den Balken zeigen, wie viele Punkte auf jeder der fünf Stufen liegen.

Reproduktive Rechte und geschlechtersensible Gesundheit sichern

Die Grünen wollen, dass Krankenkassen Verhütungsmittel sozial gerecht bezahlen und Schwangerschaftsabbrüche in der Nähe des Wohnorts möglich sind. Kinderwunschbehandlungen sollen stärker gefördert werden, unabhängig vom Partnerstatus und auch für lesbische Paare sowie trans, inter und nonbinäre Menschen.

Die Grünen wollen, dass Kranken-Kassen Verhütungs-Mittel bezahlen. Frauen sollen eine Schwangerschaft in ihrer Nähe abbrechen können. Menschen mit Kinder-Wunsch sollen mehr Geld für die Behandlung bekommen. Das soll auch für Singles und lesbische Paare gelten. In Schulen soll es kostenlose Perioden-Produkte geben.

Die stärkere, auch finanzielle Hilfe bei Kinderwunschbehandlungen soll bis zum Alter von 45 Jahren gelten. Das Programm unterstützt die selbstbestimmte Geburt und will Reproduktionsmedizin in Sachsen stärken. Periodenprodukte sollen in öffentlichen Gebäuden und Schulen gratis ausliegen. Für Männer sind leicht erreichbare, gezielte Gesundheitsangebote vorgesehen, mit dem Ziel, die Lebenserwartung der Geschlechter anzugleichen.

Originalzitat anzeigen (Seite 49)
„Die verschiedenen Möglichkeiten des Schwangerschaftsabbruchs sollen allen Frauen wohnortnah zur Verfügung stehen.“
Seite 49 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Kassenfinanzierte Verhütung, mehr Förderung für Kinderwunschbehandlungen und kostenlose Periodenprodukte erweitern öffentliche Leistungen.

  • Gesellschafteher progressiv

    Wohnortnahe Abbrüche und Kinderwunschförderung unabhängig von Partnerstatus und Geschlecht erweitern die Selbstbestimmung schrittweise, ohne das Strafrecht zu ändern.

Ambulante Versorgung und Gesundheitsberufe stärken

Die Grünen wollen die medizinische Versorgung vor Ort mit regionalen Gesundheitszentren, mehr Praxisassistenzen und Anreizen für Hausärztinnen und Hausärzte auf dem Land sichern. Zugleich sollen mehr Ausbildungs- und Studienplätze entstehen und nichtärztliche Gesundheitsberufe mehr Aufgaben bekommen.

Die Grünen wollen mehr Hausärzte auf dem Land. Dafür soll es Geld als Anreiz geben. Es soll regionale Gesundheits-Zentren geben. Mehr Menschen sollen einen Gesundheits-Beruf lernen können. Apotheken und Therapeuten sollen mehr Aufgaben bekommen.

Vorgesehen sind mehr Versorgungsassistenzen in Hausarztpraxen (Verah) und nichtärztliche Praxisassistenzen (NÄPA) sowie ein leichterer Quereinstieg aus anderen Fachrichtungen in die Allgemeinmedizin. Nicht gewinnorientierte Versorgungszentren (MVZ) in unterversorgten Regionen sollen gefördert und die Landkreise in die Bedarfsplanung einbezogen werden. Ein Ausbau des Medizinstudiums in Chemnitz soll geprüft werden. Hebammengeführte Kreißsäle, Familienhebammen, Zahngesundheit, Altersmedizin und barrierefreie Praxen sollen gefördert werden. Die Grünen fordern außerdem ein Landesgesundheitsamt und setzen auf mehr Digitalisierung.

Originalzitat anzeigen (Seite 55)
„Wir unterstützen die hausärztliche Versorgung, besonders im ländlichen Raum, beispielsweise mit finanziellen Anreizen“
Seite 55 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Zusätzliche staatliche Förderung und die Bevorzugung nicht gewinnorientierter Zentren bauen die öffentliche Rolle in der Versorgung schrittweise aus.

Investitionsmittel für Krankenhäuser mindestens verdoppeln

Die Grünen verlangen, dass der Freistaat seine Investitionsfinanzierung für Krankenhäuser mindestens verdoppelt. Damit soll Sachsen nach Darstellung des Programms seine gesetzlichen Pflichten erfüllen und den Investitionsbedarf der Kliniken erstmals ganz decken.

Krankenhäuser brauchen Geld für Gebäude und Geräte. Dieses Geld kommt vom Land Sachsen. Die Grünen wollen mindestens doppelt so viel zahlen. Kleine Krankenhäuser vor Ort sollen bleiben.

Die Krankenhauslandschaft soll so weiterentwickelt werden, dass komplexe und spezielle Behandlungen an gut ausgestatteten Zentren gebündelt werden. Kleine Standorte sollen für die Grund- und Regelversorgung erhalten bleiben. Geplant sind zudem integrierte Notfallversorgungssysteme und hohe Qualitätsstandards für die Versorgung von Frühgeborenen. Gelder sollen nach dem Willen der Grünen im Gesundheitssystem bleiben. Einrichtungen, die nach dem Konzept „Green Clinic“ ressourcenschonend wirtschaften, sollen gefördert werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 55)
„Sachsen muss die Krankenhausinvestitionsfinanzierung bedarfsgerecht ausstatten und mindestens verdoppeln“
Seite 55 im Original

Einordnung

  • Wirtschaftdeutlich mehr Staat

    Eine mindestens verdoppelte Landesfinanzierung erhöht die öffentlichen Investitionen um weit mehr als ein Viertel.

Psychische Gesundheit und Beratung ausbauen

Die Grünen wollen wohnortnahe Beratungsangebote ausbauen und soziale Arbeit, Psychiatrie und Therapie besser vernetzen. Eine Initiative soll das Thema psychische Gesundheit von Vorurteilen befreien und Wissen dazu aufbauen.

Immer mehr Menschen haben seelische Krankheiten. Die Grünen wollen mehr Beratung in der Nähe. Helfer sollen besser zusammenarbeiten. Eine Aktion soll zeigen: Über seelische Probleme darf man offen reden.

Das Programm versteht psychosoziale und psychiatrische Versorgung als Teil der Vorbeugung. Die Grünen rechnen wegen mehrerer Krisen mit mehr psychischen Erkrankungen. Darauf sollen Schulungen, zusätzliche Forschung, gebündeltes Wissen und angepasste Behandlungsangebote vorbereiten. Die Initiative richtet sich an Schulen, Betriebe und die Öffentlichkeit.

Originalzitat anzeigen (Seite 56)
„Wir starten eine Initiative zur psychischen Gesundheit in Schule, Arbeitsplatz und im öffentlichen Raum, um das Thema zu entstigmatisieren und Kompetenzen aufzubauen.“
Seite 56 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Der Ausbau öffentlich getragener Beratungs- und Versorgungsangebote erweitert staatliche Leistungen schrittweise.

Landespflegegesetz und Pflegekammer schaffen

Die Grünen fordern ein eigenes Pflegegesetz für Sachsen, das Qualität, örtliche Strukturen und Bedarfsplanung in den Blick nimmt. Sie unterstützen zudem eine Pflegekammer als Selbstvertretung der Pflegekräfte und wollen die Arbeitsbedingungen in der ambulanten Pflege verbessern.

Die Grünen wollen ein eigenes Pflege-Gesetz für Sachsen. Pflegekräfte sollen eine eigene Vertretung bekommen. Diese heißt Pflegekammer. Die Arbeit in der Pflege soll besser werden. Angehörige, die pflegen, sollen Hilfe bekommen.

Gefördert werden sollen generationsübergreifendes betreutes Wohnen, Pflegestützpunkte und neue Kurzzeitpflegeeinrichtungen; die Heimaufsicht soll transparenter werden. Pflegekräfte sollen eigenständiger entscheiden und Software für Dienst- und Tourenplanung nutzen können. Für ausgebildete Kräfte in Elternzeit ist ein Coaching zum Wiedereinstieg geplant, um Berufsaussteiger soll geworben werden. Angehörigen- und Nachbarschaftspflege sowie die Einbindung von Menschen mit Migrationserfahrung in Gesundheitsberufe sollen unterstützt werden. Auch soziale Start-ups sollen Förderung erhalten.

Originalzitat anzeigen (Seite 56)
„Wir fordern ein eigenes Landespflegegesetz ein.“
Seite 56 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Ein neues Landesgesetz mit Bedarfsplanung und zusätzliche Förderung stärken die staatliche Steuerung der Pflege schrittweise.

Drogenpolitik auf Hilfe statt Strafe ausrichten

Die Grünen wollen Suchtkranken schnell und ohne Stigmatisierung helfen und setzen auf Prävention, Jugendschutz und Hilfe statt Strafe. Dazu sollen Drogenkonsumräume erweitert, Drug-Checking erprobt und die Suchthilfe in allen Regionen bedarfsgerecht ausgestattet werden.

Die Grünen wollen süchtigen Menschen helfen, statt sie zu bestrafen. Es soll mehr Räume geben, in denen Menschen Drogen sicherer nehmen können. Drogen sollen auf gefährliche Stoffe getestet werden können. Werbung für Alkohol und Nikotin soll an öffentlichen Plätzen verboten sein.

Modellprojekte für auch mobiles Drug-Checking sollen Gesundheitsrisiken senken und über Gefahren aufklären. Geplant sind mehr stationäre Therapieplätze für Crystal-Abhängige, vor allem für Eltern mit Kind und in Gefängnissen. Im Justizvollzug sollen mehr psychologische, medizinische und therapeutische Fachkräfte arbeiten. Die Polizei soll in Suchtprävention besser geschult und ausgestattet werden. Zum Schutz von Kindern und Jugendlichen fordern die Grünen, an öffentlichen Plätzen Werbung für Nikotin und Alkohol umfassend zu verbieten.

Originalzitat anzeigen (Seite 57)
„Wir setzen uns für die Erweiterung von Angeboten der Drogenkonsumräume als wirkungsvolle Ergänzung des bestehenden Suchthilfesystems ein.“
Seite 57 im Original

Einordnung

  • Bürgerrechte und Sicherheiteher Bürgerrechte zuerst

    Der Grundsatz Hilfe statt Strafe und Konsumräume verschieben den Umgang mit Drogenkonsum weg von Strafverfolgung.

  • Gesellschafteher progressiv

    Konsumräume und Drug-Checking stehen für einen akzeptierenden Umgang mit Drogenkonsum, der über die heutige Praxis in Sachsen hinausgeht.

Was sagen die anderen Parteien zu Gesundheit und Pflege?

Alle Programme in Sachsen im Vergleich