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Grüne zum Verkehr

Aus dem Programm „Sachsen gemeinsam bewegen – Unser Programm zur Landtagswahl 2024 in Sachsen“

Landtagswahl Sachsen 2024, 1. September 2024Original-PDF, 148 SeitenAnalyse vom 3. Oktober 2026

KIZusammenfassungen und Einordnungen auf dieser Seite hat eine KI erstellt. Ein Mensch prüft sie nicht einzeln. Wie sie entstehen

Einordnung beim Thema Verkehr

Durchschnitt der Punkte auf dieser Seite. Die Einordnung erstellt eine KI.

Jede Achse misst ein Thema. Ein „links“ oder „rechts“ für alles gibt es hier nicht: Wirtschaft, Gesellschaft, Migration und Sicherheit stehen getrennt. Eingeordnet ist nur, was im Programm steht. So lesen Sie die Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat (-1,1), aus 11 Punkten

    Punkte je Stufe: 1 deutlich mehr Staat, 10 eher mehr Staat, 0 ausgewogen, 0 eher mehr Markt, 0 deutlich mehr Markt

  • Klimaeher Klimaschutz zuerst (-1), aus 15 Punkten

    Punkte je Stufe: 0 deutlich Klimaschutz zuerst, 15 eher Klimaschutz zuerst, 0 ausgewogen, 0 eher Wachstum zuerst, 0 deutlich Wachstum zuerst

Die kleinen Säulen unter den Balken zeigen, wie viele Punkte auf jeder der fünf Stufen liegen.

Nachtflüge in Leipzig/Halle aussetzen, Lärm mindern

Die Grünen lehnen es ab, den Frachtflughafen Leipzig/Halle wie derzeit geplant auszubauen, und fordern, den Flugverkehr dort zwischen 22 und 6 Uhr auszusetzen. Allgemein sollen Lärm, Abgase und unnötiges Licht verringert werden, was das Programm auch als Frage sozialer Gerechtigkeit beschreibt.

Die Grünen wollen weniger Lärm und schmutzige Luft. Am Flughafen Leipzig/Halle sollen nachts keine Flugzeuge fliegen. Der Flughafen soll nicht wie geplant größer werden. Lampen sollen nur dort leuchten, wo man Licht braucht.

Frachtflugunternehmen sollen einen deutlich höheren Beitrag zur Minderung der Klima- und Gesundheitsfolgen leisten, und der Schallschutz rund um den Flughafen soll besser werden; eine Entwicklung zum „Green Airport“ unterstützt die Partei. An großen Straßen und Bahnstrecken sollen Tempolimits, Begrünung und Schallschutz helfen. Mehr Güter sollen auf die Schiene, und ÖPNV sowie Radwege sollen ausgebaut werden. Gefördert werden sollen Beleuchtungen, die sich nach Bedarf schalten lassen; naturnahe Bereiche sollen unbeleuchtet bleiben. Kommunen sollen dafür sensibilisiert und Grünordnungspläne in Bebauungsverfahren vorangetrieben werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 24)
„Dazu fordern wir ein Aussetzen des Flugverkehrs zwischen 22 und 6 Uhr gemäß den Empfehlungen des Umweltbundesamtes für stadtnahe Flughäfen.“
Seite 24 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Ein Nachtflugstopp und höhere Beiträge der Frachtfluggesellschaften bedeuten zusätzliche Auflagen und Kosten für Unternehmen.

  • Klimaeher Klimaschutz zuerst

    Der Flughafenausbau wird abgelehnt und der Verkehr soll auf Schiene, ÖPNV und Rad verlagert werden, was Klima- und Umweltschutz Vorrang vor Wachstum des Frachtverkehrs gibt.

Wirtschaftsverkehr auf Elektroantrieb umstellen

Die Grünen wollen den Umstieg von Arbeitsmaschinen und Fahrzeugen auf vollelektrische Antriebe erleichtern und die Ladeinfrastruktur ausbauen, vor allem auf dem Land. In großen Städten soll der Wirtschaftsverkehr tagsüber feste Stellplätze mit Ladesäulen erhalten. E-Mobilität soll gegenüber dem Verbrenner preislich attraktiver werden.

Firmen sollen leichter auf Elektro-Fahrzeuge umsteigen können. Dafür soll es mehr Lade-Säulen geben, besonders auf dem Land. In großen Städten sollen Firmen tagsüber feste Parkplätze mit Lade-Säulen bekommen. Paket-Dienste sollen Pakete ohne Abgase ausliefern.

Sachsen soll seine Stellung als Standort der Elektromobilität nutzen und ausbauen. Handwerks-, Logistik- und Pflegebetriebe sollen Sondergenehmigungen künftig über eine mobile App schneller beantragen können. Für Paketdienste unterstützen die Grünen zentrale Verteilstationen in allen Regionen. Von dort soll die Zustellung auf dem letzten Wegstück emissionsfrei erfolgen.

Originalzitat anzeigen (Seite 75)
„Für den alltäglichen Wirtschaftsverkehr wollen wir in den großen Städten tagsüber fest zugewiesene Stellplätze schaffen und mit Ladesäulen versehen.“
Seite 75 im Original

Einordnung

  • Klimaeher Klimaschutz zuerst

    Der Umstieg auf Elektroantriebe im Wirtschaftsverkehr soll gefördert werden, um Emissionen zu senken.

Luftfracht langfristig verringern

Die Grünen wollen die Luftfracht wegen ihrer Klimawirkung auf längere Sicht reduzieren. Für den Flughafen Leipzig/Halle soll frühzeitig geplant werden, wie frei werdende Kapazitäten anders genutzt werden können.

Flugzeuge mit Fracht schaden dem Klima. Die Grünen wollen deshalb auf Dauer weniger Fracht-Flüge. Am Flughafen Leipzig/Halle wird dann Platz frei. Dafür soll es früh genug neue Pläne geben.

Das Programm begründet die Forderung mit den klimaschädlichen Folgen des Frachtflugverkehrs. Die Verringerung ist als langfristiges Ziel formuliert. Für den Flughafen Leipzig/Halle unterstützen die Grünen eine rechtzeitige Planung alternativer Nutzungen.

Originalzitat anzeigen (Seite 75)
„Luftfracht muss aufgrund ihrer klimaschädlichen Auswirkungen perspektivisch verringert werden.“
Seite 75 im Original

Einordnung

  • Klimaeher Klimaschutz zuerst

    Ein Wirtschaftszweig soll aus Klimagründen langfristig schrumpfen, was dem Klimaschutz Vorrang vor Wachstum am Standort gibt.

Radtourismus vorrangig ausbauen

Die Grünen wollen dem Radtourismus in Sachsen besonderen Vorrang geben. Eine Koordinierungsstelle soll überregionale Radrouten entwickeln und vermarkten, die Knotenpunktwegweisung soll zügig fertig werden. Im Nahverkehr soll die Fahrradmitnahme leichter und die Barrierefreiheit besser werden.

Die Grünen wollen mehr Urlaub mit dem Fahrrad in Sachsen. Eine neue Stelle soll sich um große Rad-Routen kümmern. Die Rad-Wege sollen besser werden. Man soll Fahrräder leichter in Bus und Bahn mitnehmen können. Es soll mehr Lade-Stationen für E-Bikes geben.

Die Tourismusakteure sollen beim Aufbau der Koordinierungsstelle unterstützt werden. Zusammen mit den Kommunen soll die Qualität der Radwege steigen. Fahrradmitnahme und Barrierefreiheit sollen vor allem auf touristisch genutzten Strecken verbessert werden. Die Infrastruktur für die Verbindung von Bahn und Rad soll wachsen, etwa durch E-Bike-Ladestationen und Versorgungsstationen im ländlichen Raum. Entsprechende Konzepte und Investitionen will die Partei unterstützen.

Originalzitat anzeigen (Seite 76)
„Wir BÜNDNISGRÜNE setzen uns für die erleichterte Mitnahme von Fahrrädern sowie mehr Barrierefreiheit im ÖPNV ein“
Seite 76 im Original

Einordnung

  • Klimaeher Klimaschutz zuerst

    Rad- und Bahnreisen sollen als klimafreundliche Formen des Tourismus gezielt ausgebaut werden.

Kein Strukturwandelgeld für den A4-Ausbau

Die Grünen lehnen es ab, den Ausbau der Autobahn 4 aus Mitteln für den Strukturwandel zu bezahlen. Stattdessen wollen sie Güterverkehrsterminals aus- und aufbauen und die Verlagerung von Gütern von der Straße auf die Schiene erproben.

Die Grünen wollen die Autobahn 4 nicht mit Geld für die Kohle-Regionen ausbauen. Das Geld soll lieber in Umlade-Stationen für Güter fließen. Mehr Waren sollen mit der Bahn fahren statt mit dem Lkw.

Das Programm sieht Modellvorhaben vor, bei denen Güter vom Lkw auf die Bahn umgeladen werden. Zu den Investitionen im Strukturwandel zählen die Grünen eine klimaneutrale Verkehrsinfrastruktur. Dafür sollen der öffentliche Nahverkehr und der Fernbahnverkehr umfassend ausgebaut werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 83)
„Strukturwandelgelder für den Ausbau der Autobahn 4 zu nutzen, lehnen wir entschieden ab.“
Seite 83 im Original

Einordnung

  • Klimaeher Klimaschutz zuerst

    Fördergeld soll nicht in den Autobahnausbau, sondern in Schienengüterverkehr und ÖPNV fließen, was den Klimaschutz im Verkehr stärker gewichtet.

Verkehrswende mit Landesmobilitätsgesetz und Investitionen

Die Grünen verstehen Mobilität als Grundrecht und wollen Schiene, Nahverkehr, Radverkehr und Fußwege mit einer Investitionsoffensive ausbauen. Alle Pläne für neue und breitere Straßen sollen auf Klimaschutz, Wirkung und Wirtschaftlichkeit geprüft werden. Grundlage sollen ein Landesmobilitätsgesetz und ein Landesmobilitätsplan sein.

Die Grünen wollen mehr Busse, Bahnen, Radwege und Fußwege. Alle Menschen sollen gut von Ort zu Ort kommen. Pläne für neue Straßen sollen geprüft werden. Dabei geht es um Klima-Schutz und Kosten. Ein neues Gesetz soll das regeln.

Für Stadt und Land sieht das Programm jeweils passende Lösungen vor; das Auto bleibt aus Sicht der Partei auf dem Land wichtig. Geplant sind ein angebotsorientierter Nahverkehr, Rufbusse sowie Sharing-Angebote für Autos und Fahrräder. Sachsen soll Bundesmittel für den Radverkehr deutlich besser abrufen. Zur Finanzierung will die Partei neben Geld von Bund und Land auch die Wirtschaft heranziehen. Die Sicherheit aller im Verkehr, besonders von Kindern, Älteren und Kranken, nennt das Programm als oberste Priorität.

Originalzitat anzeigen (Seite 91)
„Zielgerichtet wollen wir den Schienenverkehr, den öffentlichen Nahverkehr, den Radverkehr und benutzungsfreundliche Fußwege ausbauen.“
Seite 91 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Eine Investitionsoffensive in öffentliche Verkehrsangebote und eine finanzielle Beteiligung der Wirtschaft erweitern die Rolle des Staates.

  • Klimaeher Klimaschutz zuerst

    Straßenbaupläne sollen am Klimaschutz gemessen und Investitionen auf Schiene, Nahverkehr und Rad verlagert werden.

Deutschlandticket günstig halten und Sozialtarif einführen

Die Grünen wollen das Deutschlandticket in Sachsen preiswert halten und starke Preiserhöhungen vermeiden. Für Geringverdienende und Auszubildende soll es einen eigenen Tarif geben, für den öffentlichen Dienst ein Jobticket.

Die Grünen wollen das Deutschland-Ticket günstig halten. Der Preis soll nicht plötzlich stark steigen. Menschen mit wenig Geld sollen einen eigenen Tarif bekommen. Das gilt auch für Azubis. Beschäftigte beim Land sollen ein Job-Ticket bekommen.

Das Programm sieht den Freistaat in der Hauptverantwortung für die Finanzierung des Nahverkehrs und sagt zu, das Ticket mitzufinanzieren. Preissprünge für Fahrgäste sollen verhindert werden. Menschen mit niedrigem Einkommen und Auszubildende sollen einen eigenen Tarif erhalten. Allen Beschäftigten des öffentlichen Dienstes in Sachsen soll ein Job-Deutschlandticket angeboten werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 92)
„Zugleich wollen wir Menschen mit geringem Einkommen sowie Azubis einen eigenen Tarif für das Deutschlandticket anbieten.“
Seite 92 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Das Land soll das Ticket weiter mitfinanzieren und zusätzlich vergünstigte Tarife für Geringverdienende schaffen, also öffentliche Leistungen ausbauen.

  • Klimaeher Klimaschutz zuerst

    Ein dauerhaft günstiges Nahverkehrsticket soll den Umstieg auf klimaschonende Verkehrsmittel fördern.

Mobilitätsgarantie mit festen Takten einführen

Die Grünen wollen eine Mobilitätsgarantie, mit der Menschen in Stadt und Land auch ohne Auto mobil sind. Verbindliche Mindeststandards für Bahn- und Bustakte sowie Rufangebote sollen das sichern. Bis 2030 soll sich der Anteil des Nahverkehrs an allen Wegen verdoppeln.

Die Grünen wollen eine Mobilitäts-Garantie. Das heißt: Alle sollen ohne eigenes Auto gut ans Ziel kommen. Züge sollen mindestens jede Stunde fahren. In kleinen Orten sollen Ruf-Busse und Ruf-Taxis kommen. Bis 2030 sollen doppelt so viele Wege mit Bus und Bahn gemacht werden.

Die Garantie soll von 5 bis 24 Uhr gelten und langfristig zwischen den Großstädten rund um die Uhr. Züge sollen mindestens stündlich fahren, in Ballungsräumen alle 30 oder 15 Minuten; das ist die Grundlage für den Sachsentakt bis 2027. Dazu kommen stündliche Plus- und Taktbusse, Stadtbusse alle 10 bis 30 Minuten und Schnellbusse. Rufbusse und ähnliche Angebote sollen spätestens nach einer Stunde kommen, alle Ortsteile erreichen und in die Landesförderung aufgenommen werden. Leihräder, Radwege, Mobilitätsstationen und digital vernetzte Busangebote ergänzen das Konzept. 80 Prozent der Bevölkerung sollen Zugang zu vertaktetem Nahverkehr haben.

Originalzitat anzeigen (Seite 92)
„Wir BÜNDNISGRÜNE wollen eine Mobilitätsgarantie in Sachsen, die den Menschen sowohl in den Städten als auch in den ländlichen Räumen auch ohne ein eigenes Fahrzeug eine gute, klimaschonende und sichere Mobilität ermöglicht.“
Seite 92 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Verbindliche Mindeststandards und geförderte Rufangebote bauen den Nahverkehr als öffentliche Daseinsvorsorge aus.

  • Klimaeher Klimaschutz zuerst

    Der Anteil des öffentlichen Nahverkehrs soll sich bis 2030 verdoppeln, um Mobilität klimaschonender zu machen.

Nahverkehr per Mobilitätsgesetz zur Pflichtaufgabe machen

Die Grünen wollen die Mobilitätsgarantie in einem Mobilitätsgesetz und im Landesnahverkehrsplan festschreiben. Der Nahverkehr soll für Kommunen Pflichtaufgabe werden. Dafür sollen sie mehr Geld und neue Finanzierungswege erhalten.

Die Grünen wollen ein Mobilitäts-Gesetz. Darin steht, wie oft Busse und Bahnen fahren müssen. Städte und Kreise müssen dann Nahverkehr anbieten. Das Land gibt ihnen dafür mehr Geld. Geld vom Bund geht ganz an die Städte und Kreise.

Der Landesnahverkehrsplan soll alle Mobilitätsarten abdecken und verbindliche Vorgaben enthalten. Eine Reform und Zusammenlegung der Verkehrsverbünde soll geprüft werden; die Sächsische Mobilitätsgesellschaft soll gestärkt werden und einheitliche Standards für Angebote, Tarife, Vertrieb und Information schaffen. Bundesmittel für den Nahverkehr sollen komplett an die Kommunen gehen, statt teils im Landesetat zu bleiben. Gesetzesänderungen sollen den Kommunen neue Finanzierungsinstrumente erlauben, etwa einen Mobilitätspass, bei dem Nutznießer mitzahlen. Als Vorbild nennt das Programm die Gästekarte in der Sächsischen Schweiz.

Originalzitat anzeigen (Seite 93)
„Zentral ist, dass wir den öffentlichen Nahverkehr von einer freiwilligen kommunalen Leistung hin zu einer kommunalen Pflichtaufgabe weiterentwickeln.“
Seite 93 im Original

Einordnung

  • Wirtschaftdeutlich mehr Staat

    Der Nahverkehr würde von einer freiwilligen Leistung zur gesetzlichen Pflichtaufgabe mit mehr Landesgeld und neuen Abgabeninstrumenten, was das System grundlegend umbaut.

S-Bahn-, Straßenbahn- und E-Bus-Ausbau vorantreiben

Die Grünen planen eine Investitionsoffensive für Schiene, Nahverkehr, Rad- und Fußwege. S-Bahn-Netze um Dresden und Leipzig sowie das Chemnitzer Modell sollen wachsen. Auch elektrische Busse will die Partei stärker fördern.

Die Grünen wollen viel Geld in Busse und Bahnen stecken. Rund um Dresden und Leipzig sollen mehr S-Bahnen fahren. Sie sollen öfter kommen. Auch um Chemnitz soll das Netz wachsen. Städte sollen mehr Elektro-Busse kaufen können.

Rund um Dresden soll die S-Bahn auf weiteren Strecken, etwa nach Freiberg, Bautzen oder Děčín, mindestens halbstündlich fahren; nach Döbeln und Sebnitz stündlich. Eine durchgehende Linie von Freital in den Dresdner Norden soll die dortigen Industriegebiete erschließen. Im Raum Leipzig-Halle sind dichtere Takte, neue Haltepunkte und verlängerte Linien vorgesehen. Das Chemnitzer Modell, das Straßenbahn und Eisenbahn verknüpft, soll auf vier weitere Städte ausgedehnt werden. Batterie- und Hybridzüge sollen vorankommen, länderübergreifende Regionallinien geprüft werden. Das Landesinvestitionsprogramm für emissionsarme Busse soll aufgestockt werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 93)
„In Stadt und Land wollen wir Straßenbahn-, Stadtbahn- und S-Bahn-Projekte ausbauen und umsetzen.“
Seite 93 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Das Programm setzt auf höhere öffentliche Investitionen in Schienen- und Busverkehr.

  • Klimaeher Klimaschutz zuerst

    Mehr Schienenangebote und emissionsarme Busse sollen den Verkehr klimafreundlicher machen.

Stillgelegte Bahnstrecken reaktivieren

Die Grünen wollen stillgelegte Bahnstrecken wieder in Betrieb nehmen und nennen dies eine Priorität. Das Schienennetz soll dadurch weniger anfällig für Ausfälle werden. Für die Finanzierung sollen mehr Landesmittel bereitstehen.

Manche Bahn-Strecken in Sachsen sind stillgelegt. Die Grünen wollen dort wieder Züge fahren lassen. Das ist ihnen sehr wichtig. Dann gibt es bei Sperrungen andere Wege für die Züge. Das Land soll dafür mehr Geld geben.

Genannt werden unter anderem die Muldentalbahn, die Herrnhuter Bahn und die Strecke Döbeln–Meißen. Weitere Strecken sollen mit vertieften Potenzialanalysen untersucht werden. Laut Programm braucht es bei Streckensperrungen dann seltener Ersatzbusse, weil Züge andere Wege nehmen können. Für Verbindungen in Nachbarbundesländer sowie nach Polen und Tschechien soll ein Basisgutachten erstellt werden. Zur Finanzierung von Planung und Bau soll der Landesanteil an der Kofinanzierung nach dem Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz steigen.

Originalzitat anzeigen (Seite 94)
„Als BÜNDNISGRÜNE werden wir stillgelegte bzw. nicht mehr bediente Bahnstrecken mit Potenzial für die Region reaktivieren.“
Seite 94 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Zusätzliche Landesmittel sollen in die öffentliche Schieneninfrastruktur fließen.

  • Klimaeher Klimaschutz zuerst

    Mehr Bahnstrecken sollen den Schienenverkehr als klimaschonende Alternative stärken.

Neue Haltepunkte bauen und Bahnhöfe aufwerten

Die Grünen wollen neue Haltepunkte an vorhandenen Bahnstrecken schaffen und Bahnhöfe zu Mobilitätsstationen ausbauen. Dort sollen Bahn, Bus, Fahrrad und Auto verknüpft werden. Bahnsteige sollen durchgängig barrierefrei erreichbar sein.

Die Grünen wollen mehr Haltestellen an Bahn-Strecken. Bahnhöfe sollen schöner und sicherer werden. Dort soll man leicht umsteigen können. Es soll Plätze für Fahrräder und Autos geben. Alle sollen ohne Hindernisse zum Bahnsteig kommen.

Vorbild für die Stationsoffensive ist das Stationsprogramm des Verkehrsverbunds Oberelbe. An den Mobilitätsstationen sind überdachte Fahrradabstellanlagen, Park-and-Ride-Plätze und Ladestationen vorgesehen. Das Bahnhöfe-Programm des Bundes soll weiterlaufen. Kommunen sollen Hilfe bekommen, um Bahnhöfe zu Treffpunkten und Aushängeschildern ihres Ortes zu machen. Jeder Haltepunkt soll einen geschützten Wartebereich erhalten.

Originalzitat anzeigen (Seite 94)
„Wir BÜNDNISGRÜNE wollen eine echte Stationsoffensive für neue Haltepunkte an bestehenden Bahnstrecken.“
Seite 94 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Neue Haltepunkte und modernisierte Bahnhöfe bedeuten zusätzliche öffentliche Investitionen und Förderung.

Fernverkehr und grenzüberschreitende Bahn ausbauen

Die Grünen wollen Südwest- und Ostsachsen besser an den Fernverkehr anbinden und Strecken nach Polen und Tschechien ausbauen und elektrifizieren. Das Deutschlandticket soll auf sächsischen Abschnitten von Fernzügen gelten.

Die Grünen wollen mehr Fern-Züge für Sachsen. Vor allem der Südwesten und der Osten sollen bessere Verbindungen bekommen. Auch nach Polen und Tschechien sollen mehr Züge fahren. Das Deutschland-Ticket soll in manchen Fern-Zügen in Sachsen gelten.

Bessere Verbindungen sind unter anderem von Dresden und Görlitz nach Berlin sowie nach Chemnitz vorgesehen. Beim Bund will die Partei auf die vollständige Elektrifizierung der Sachsen-Franken-Magistrale Richtung Bayern drängen. Ausbau und Elektrifizierung fordert sie auch für Strecken wie Dresden–Wrocław, Zittau–Liberec und Plauen–Cheb. Neben der Neubaustrecke Dresden–Prag sollen andere Grenzverbindungen nicht zu kurz kommen. Wo keine Bahn möglich ist, sollen Busse über die Grenze fahren.

Originalzitat anzeigen (Seite 95)
„Wir arbeiten weiter an einer besseren Fernverkehrsanbindung von Südwestsachsen und Ostsachsen“
Seite 95 im Original

Einordnung

  • Klimaeher Klimaschutz zuerst

    Elektrifizierung und Ausbau des Schienenfernverkehrs sollen klimaschonende Mobilität stärken.

Güterverkehr auf die Schiene verlagern

Die Grünen wollen möglichst viele Güter per Bahn statt per Lkw transportieren lassen und dafür eine Güterverkehrsstrategie erarbeiten. Die Elbe soll nicht ausgebaut werden; eine Staustufe bei Děčín lehnt die Partei ab.

Die Grünen wollen mehr Waren mit dem Zug befördern. Weniger Lkw sollen dafür fahren. Dafür soll es einen Plan für ganz Sachsen geben. Kleine Verlade-Stationen sollen Firmen den Zugang zur Bahn erleichtern. Die Elbe soll ein natürlicher Fluss bleiben.

Die Strategie soll mit Nachbarländern, anderen Bundesländern und dem Bund entstehen. Strecken sollen elektrifiziert und Netzlücken geschlossen werden. Railports, also kleinere Terminals, sollen auch Firmen mit geringen Transportmengen den Bahnzugang ermöglichen; eine Online-Plattform soll über Fördermittel informieren. Ein Slot-System soll den Lkw-Verkehr nach Osteuropa besser steuern. Wegen häufigeren Niedrigwassers sollen Binnenschiff und Bahn im Transit nach Tschechien enger verzahnt und passende Schiffe eingesetzt werden. Die Förderung von Lastenrädern für die letzte Meile soll dauerhaft bleiben und wachsen.

Originalzitat anzeigen (Seite 95)
„Unser erklärtes Ziel ist es, den Güterverkehr möglichst weitreichend von der Straße auf die Schiene zu verlagern.“
Seite 95 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Der Staat soll den Güterverkehr mit Strategie, Förderung und Steuerungsinstrumenten stärker lenken.

  • Klimaeher Klimaschutz zuerst

    Die Verlagerung von Gütern vom Lkw auf die Bahn und der Verzicht auf den Elbausbau stellen Klima- und Umweltschutz voran.

Radwegenetz bis 2032 lückenlos ausbauen

Die Grünen wollen eine Fahrradoffensive starten: Zwischen den zentralen Orten soll das Radwegenetz bis 2032 keine Lücken mehr haben. Pro Kopf sollen jährlich mindestens zehn Euro in Rad- und Fußverkehr fließen. Leitbild ist die „Vision Zero“, also null Verkehrstote.

Die Grünen wollen mehr und sichere Radwege. Bis 2032 soll es keine Lücken mehr im Netz geben. Das Land soll jedes Jahr mindestens zehn Euro pro Person dafür ausgeben. Auch Fußwege sollen besser werden. Niemand soll im Verkehr sterben.

Lücken an Staats- und Bundesstraßen sollen unter Einbezug kommunaler Wege geschlossen, Radschnellverbindungen zwischen Ober- und Mittelzentren eingerichtet werden. Jede Niederlassung des Landesamts für Straßenbau und Verkehr soll eine Person als Radverkehrsbeauftragte bekommen. Die Förderung des kommunalen Radwegebaus soll steigen; eine neue Mobilitätsförderrichtlinie soll die Förderung von Rad-, Fuß- und Nahverkehr bündeln und auch Verkehrssicherheitsmaßnahmen umfassen. Geplant sind zudem ein Bike-and-Ride-Programm, Fahrradparkhäuser und Verleihstationen. Landesbedienstete sollen Job-Fahrräder nutzen können, Landesgebäude Abstellanlagen und Lademöglichkeiten erhalten.

Originalzitat anzeigen (Seite 96)
„Unser Ziel besteht darin, jährlich mindestens zehn Euro pro Jahr und pro Kopf in den Rad- und Fußverkehr zu investieren.“
Seite 96 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Das Programm sieht höhere öffentliche Ausgaben und Förderprogramme für Rad- und Fußwege vor.

  • Klimaeher Klimaschutz zuerst

    Mehr Geld und Vorrang für Rad- und Fußverkehr sollen klimafreundliche Fortbewegung fördern.

Ladenetz für E-Autos flächendeckend ausbauen

Die Grünen wollen den Umstieg auf Elektromobilität mit einer Ladeinfrastruktur-Offensive des Landes unterstützen, besonders auf dem Land. Sachsen soll ein Leitmarkt für zukunftsfähige Fahrzeuge werden. Carsharing in kleineren Städten soll gefördert werden.

Die Grünen wollen mehr Lade-Säulen für Elektro-Autos. Auch auf dem Land soll man schnell eine finden. In Park-Häusern soll man parken und laden können. Sachsen soll weiter Autos für die Zukunft bauen. In kleinen Städten soll es mehr Carsharing geben. Das heißt: Menschen teilen sich Autos.

Das Ladenetz soll nach den Großstädten nun alle ländlichen Regionen abdecken, auch mit Schnellladesäulen. Stellplätze in Parkhäusern und Tiefgaragen sollen schrittweise Ladepunkte bekommen, statt öffentlichen Raum zum Parken zu nutzen. Ein intelligentes Lademanagement soll erneuerbare Energien gut für den Verkehr nutzbar machen. Ein Strategiedialog mit Kommunen, Verbänden und Unternehmen soll den Wandel der Autoindustrie begleiten. Für Fahrzeuge mit alternativen, möglichst vollelektrischen Antrieben will die Partei Anreize setzen.

Originalzitat anzeigen (Seite 97)
„Unser Ziel ist, dass sachsenweit innerhalb von wenigen Minuten Lademöglichkeiten erreichbar sind.“
Seite 97 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Der Freistaat soll mit eigener Offensive und Förderung in den Markt für Ladeinfrastruktur und Carsharing eingreifen.

  • Klimaeher Klimaschutz zuerst

    Anreize für E-Autos und ein dichteres Ladenetz sollen die Antriebswende beschleunigen.

Straßenerhalt vor Neubau, A4-Ausbau ablehnen

Die Grünen wollen bestehende Straßen erhalten, statt neue zu bauen. Alle Neu- und Ausbauprojekte sollen überprüft werden, auch auf ihre Vereinbarkeit mit den Klimazielen. Den Ausbau der A4 von Dresden nach Görlitz lehnt die Partei ab.

Die Grünen wollen lieber alte Straßen reparieren als neue bauen. Jede geplante neue Straße soll geprüft werden. Passt sie zu den Klima-Zielen? Die Autobahn 4 soll nicht breiter werden. Neben Straßen sollen Radwege und Bäume stehen.

Geprüft werden sollen geplante Straßenprojekte auf Ziele, Wirksamkeit, Wirtschaftlichkeit und Klimaverträglichkeit. Statt des A4-Ausbaus setzt das Programm auf mehr Güter auf der Schiene, die zeitweise Freigabe des Standstreifens und moderne Verkehrssteuerung. Bei allen Neu- und Ausbauten sollen begleitende Radwege entstehen. Der Rückgang der Alleebäume soll umgekehrt und Alleen an Straßen weiter gefördert werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 97)
„Für uns BÜNDNISGRÜNE gilt grundsätzlich Straßenerhalt vor Straßenneubau.“
Seite 97 im Original

Einordnung

  • Klimaeher Klimaschutz zuerst

    Straßenbauvorhaben sollen an den Klimazielen gemessen und ein konkreter Autobahnausbau verhindert werden.

Mehr Tempolimits und Kontrollen für Verkehrssicherheit

Die Grünen halten am Ziel von null Verkehrstoten fest. Kommunen sollen leichter Tempolimits rund um Schulen, Kitas und ähnliche Orte anordnen können. Auf Staats- und Bundesstraßen sind Tempolimits und mehr Kontrollen geplant, wo die Sicherheit es verlangt.

Die Grünen wollen sichere Straßen. Niemand soll im Verkehr sterben. Vor Schulen und Kitas sollen Autos langsamer fahren. Städte sollen das leichter festlegen können. Auf manchen großen Straßen soll es Tempo-Limits und mehr Kontrollen geben.

Das Programm verweist darauf, dass 2023 in Sachsen wieder mehr Menschen im Verkehr starben. Eine Handreichung soll den unteren Straßenverkehrsbehörden helfen, Geschwindigkeitsbeschränkungen rund um Schulen, Kitas, Spielplätze und Seniorenheime anzuordnen. Auf Staats- und Bundesstraßen sollen außerdem neue Lösungen zur Verkehrssteuerung getestet und Schutzstreifen für Radfahrende markiert werden. Eine landesweite Kampagne soll für Verkehrssicherheit werben.

Originalzitat anzeigen (Seite 98)
„An den Staats- und Bundesstraßen, wo es aus Verkehrssicherheitsgründen erforderlich ist, werden wir Geschwindigkeitsbegrenzungen einführen, die Dichte an Verkehrskontrollen erhöhen“
Seite 98 im Original

Einordnung

Dieser Punkt berührt keine der Achsen.

Was sagen die anderen Parteien zum Verkehr?

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