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Grüne zum Wohnen

Aus dem Programm „Sachsen gemeinsam bewegen – Unser Programm zur Landtagswahl 2024 in Sachsen“

Landtagswahl Sachsen 2024, 1. September 2024Original-PDF, 148 SeitenAnalyse vom 3. Oktober 2026

KIZusammenfassungen und Einordnungen auf dieser Seite hat eine KI erstellt. Ein Mensch prüft sie nicht einzeln. Wie sie entstehen

Einordnung beim Thema Wohnen

Durchschnitt der Punkte auf dieser Seite. Die Einordnung erstellt eine KI.

Jede Achse misst ein Thema. Ein „links“ oder „rechts“ für alles gibt es hier nicht: Wirtschaft, Gesellschaft, Migration und Sicherheit stehen getrennt. Eingeordnet ist nur, was im Programm steht. So lesen Sie die Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat (-0,8), aus 5 Punkten

    Punkte je Stufe: 0 deutlich mehr Staat, 4 eher mehr Staat, 1 ausgewogen, 0 eher mehr Markt, 0 deutlich mehr Markt

  • Klimaeher Klimaschutz zuerst (-1), aus 2 Punkten

    Punkte je Stufe: 0 deutlich Klimaschutz zuerst, 2 eher Klimaschutz zuerst, 0 ausgewogen, 0 eher Wachstum zuerst, 0 deutlich Wachstum zuerst

Die kleinen Säulen unter den Balken zeigen, wie viele Punkte auf jeder der fünf Stufen liegen.

Umbau und Sanierung vor Neubau stellen

Die Grünen wollen Erhalt, Umbau und Umnutzung bestehender Gebäude zum Leitbild machen und dem Neubau vorziehen. Die Sächsische Bauordnung soll zu einer „Umbauordnung“ werden, und Baustoffe sollen häufiger wiederverwendet werden.

Die Grünen wollen alte Gebäude lieber umbauen als neue bauen. Das spart Rohstoffe und Energie. Die Bau-Regeln in Sachsen sollen das Umbauen leichter und billiger machen. Vor einem Abriss soll geprüft werden, welche Bauteile noch brauchbar sind. Leere Bahnhöfe, Kaufhäuser oder Kirchen sollen neu genutzt werden.

Vorgesehen sind eine verpflichtende Abrissanzeige mit Ökobilanz und Pflichtsichtungen der Bauteile vor einem Rückbau. Regeln für die Zulassung gebrauchter Bauprodukte und ein digitaler Gebäuderessourcenpass sollen den gesamten Lebenszyklus in den Blick rücken. Die Städtebauförderung soll vorrangig leerstehende Gebäude sowie Um- und Zwischennutzungen unterstützen. Für Neubauten strebt die Partei weitgehende Klimaneutralität an, nachwachsende und kreislauffähige Baustoffe sollen durch Anreize und Standards üblich werden. Geplant sind außerdem ein Kompetenzzentrum für nachhaltiges Bauen, Weiterbildung über die SAENA und Nachhaltigkeitsstandards für öffentliche Tiefbauprojekte.

Originalzitat anzeigen (Seite 16)
„Die Sächsische Bauordnung wollen wir deshalb im Sinne einer „Umbauordnung“ weiterentwickeln und das Bauen im Bestand durch vereinfachte, kostengünstigere Standards erleichtern.“
Seite 16 im Original

Einordnung

  • Wirtschaftausgewogen

    Einfachere und günstigere Standards für das Bauen im Bestand stehen neben neuen Pflichten wie Abrissanzeige und Bauteilsichtung.

  • Klimaeher Klimaschutz zuerst

    Bestandserhalt, Wiederverwendung und neue Pflichten beim Abriss sollen Emissionen und Rohstoffverbrauch im Bausektor senken.

Soziale Wohnraumförderung ausweiten

Die Grünen wollen die Bundesmittel für sozialen Wohnraum vollständig an die Kommunen weitergeben und bei Bedarf aufstocken. Sozialbindungen sollen mindestens 20 Jahre gelten und möglichst unbefristet sein.

Sozial-Wohnungen haben günstige Mieten. Die Grünen wollen mehr Geld dafür an Städte und Gemeinden geben. Die Wohnungen sollen mindestens 20 Jahre lang günstig bleiben. Wenn möglich, sollen sie für immer günstig bleiben.

Die Fördersätze sollen laufend an Baupreise und Standards angepasst werden. Gefördert werden sollen neben Neubau auch Sanierung, Umbau und der Kauf von Wohnungen mit Belegungsbindung. Die neue Wohngemeinnützigkeit des Bundes wollen die Grünen in Sachsen umsetzen. Für genossenschaftliche und gemeinwohlorientierte Wohnprojekte sollen Beratung und passende Förderung ausgebaut werden, ebenso generationsübergreifende Wohnformen.

Originalzitat anzeigen (Seite 59)
„Die Bindefristen sollen auf mindestens 20 Jahre verlängert und, wo möglich, entfristet werden.“
Seite 59 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Mehr Fördermittel und längere Sozialbindungen bauen die staatliche Rolle am Wohnungsmarkt innerhalb des bestehenden Systems aus.

Mietanstieg begrenzen und barrierefreie Wohnungen sichern

Die Grünen wollen, dass der Freistaat vorhandene Instrumente wie Mietpreisbremse und Kappungsgrenze voll nutzt, um Mietsteigerungen zu dämpfen. Für barrierefreie und rollstuhlgerechte Wohnungen soll eine angemessene Quote gelten.

In manchen Städten steigen die Mieten stark. Die Grünen wollen alle vorhandenen Regeln dagegen nutzen. Zum Beispiel die Mietpreis-Bremse. Es soll auch mehr Wohnungen für Menschen im Rollstuhl geben. Dafür soll es eine feste Quote geben.

Auch die Regeln gegen Zweckentfremdung von Wohnraum und gegen die Umwandlung von Miet- in Eigentumswohnungen sollen ausgeschöpft werden. Junge Menschen und Menschen mit Einwanderungsgeschichte sollen am Wohnungsmarkt Unterstützung erhalten. Ein Monitoring soll den Bestand barrierefreier Wohnungen erfassen, Nachrüstungen in denkmalgeschützten Häusern sollen leichter werden. Stadt-Umland-Kooperationen und Leerstandsmanagement sollen Wohnraum im Umland erschließen. Neubau im Außenbereich soll nur bei angespanntem Markt und ausgeschöpfter Innenentwicklung zulässig sein.

Originalzitat anzeigen (Seite 60)
„Um Mietpreissteigerungen insbesondere in angespannten Wohnungsmärkten zu begrenzen, soll der Freistaat die Möglichkeiten bestehender Wohnungsmarktinstrumente wie Mietpreisbremse und Kappungsgrenze“
Seite 60 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Die volle Anwendung von Mietregulierung und eine Quote für barrierefreie Wohnungen verstärken staatliche Eingriffe am Wohnungsmarkt.

Leerstand auf dem Land sanieren und umnutzen

Die Grünen wollen leerstehende Gebäude in Kleinstädten und Dörfern mit Förderprogrammen sanieren und neu nutzen lassen. So soll aus ihrer Sicht die gewachsene ländliche Baukultur erhalten bleiben; Gemeindeeigentum soll nicht weiter verkauft werden.

Auf dem Land stehen viele alte Häuser leer. Die Grünen wollen Geld geben, damit sie erneuert werden. Zum Beispiel alte Höfe, Bahnhöfe und Dorf-Schulen. Gemeinden sollen ihre Gebäude nicht mehr verkaufen. Dort können Dorf-Läden entstehen.

Genannt werden die Programme „Leader“, „Vitale Dorfkerne“ und „Jung kauft Alt“, die fortgeführt werden sollen. Gemeinschaftliches Wohnen und Genossenschaftsmodelle auf dem Land sollen Mietangebote und Eigentum für junge Familien schaffen. Mehrfamilienhäuser nach dem Vorbild von Drei- und Vierseithöfen sollen unterstützt werden. Gemeindegebäude sollen zu Läden mit Gemeinschaftsnutzung werden, etwa Dorfläden. Das Beratungsnetzwerk „Dezentrale“ soll erhalten und weiter finanziert werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 60)
„Dazu werden wir die Sanierung und Umnutzung von leerstehenden Gebäuden in Kleinstädten oder auch von Drei- und Vierseithöfen, alten Bahnhöfen sowie Gebäuden im Gemeindebesitz“
Seite 60 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Fortgesetzte Förderprogramme und der Verzicht auf den Verkauf von Gemeindeeigentum stärken die öffentliche Hand gegenüber dem Markt.

Baukultur und Denkmalschutz fördern

Die Grünen wollen überall in Sachsen eine gute Planungs- und Baukultur erreichen, in Städten wie in Dörfern. Aus Sicht des Programms lassen sich Denkmalschutz, Klimaschutz, Barrierefreiheit und Bezahlbarkeit durch gemeinsame Planung miteinander verbinden.

Die Grünen wollen, dass in Sachsen gut geplant und gebaut wird. Das soll in Städten und in Dörfern gelten. Alte Gebäude sollen geschützt bleiben. Gleichzeitig soll das Bauen dem Klima nützen. Die Menschen vor Ort sollen mitreden.

Die Arbeit des Zentrums für Baukultur Sachsen soll ausgebaut werden. Auf dem Land setzt das Programm auf aktive Bauleitplanung, mobile Gestaltungsbeiräte sowie Muster- und Gestaltungssatzungen. Regionale Baustoffe wie Holz, Lehm, Stein und Stroh sollen mit moderner Technik wieder genutzt werden. Gelungene Beispiele sollen über Ausstellungen und Baupreise bekannt werden. Besonderes Augenmerk gilt dem Verhältnis von Denkmalschutz und erneuerbaren Energien, und die kulturelle Entwicklung der Regionen soll in den Landesentwicklungsplan aufgenommen werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 61)
„wollen wir eine gute Planungs- und Baukultur in allen Städten und Dörfern Sachsens“
Seite 61 im Original

Einordnung

Dieser Punkt berührt keine der Achsen.

Mindestquoten für Recycling-Baustoffe einführen

Die Grünen wollen beim Bauen verbindliche Mindestquoten für Recyclate und kreislauffähige Baustoffe. In den Ausschreibungen des Freistaates soll die Wiederverwendung von Bauteilen schrittweise zum Planungsprinzip werden. Das Programm begründet das mit dem hohen CO2-Ausstoß und Rohstoffverbrauch des Bauwesens.

Beim Bauen entsteht viel CO2. Es werden auch viele Rohstoffe verbraucht. Die Grünen wollen deshalb feste Regeln für das Bauen. Ein Teil der Baustoffe soll aus wieder verwertetem Material sein. Das Land soll bei eigenen Bauten damit anfangen.

Bei allen Ausschreibungen des Landes sollen die Weiter- und Wiederverwendung von Bauelementen sowie die Gewinnung von Sekundärrohstoffen nach und nach als Grundsatz gelten. Dafür soll auch Geld bereitgestellt werden. Hinzu kommen feste Vorgaben mit Mindestanteilen für recycelte Materialien und kreislauffähige Baustoffe.

Originalzitat anzeigen (Seite 74)
„Es bedarf verbindlicher Vorgaben mit Mindestquoten für den Einsatz von Recyclaten und die Verwendung kreislauffähiger Baustoffe.“
Seite 74 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Neue verbindliche Quoten und Vorgaben für Baustoffe erhöhen die Regulierung des Bauens gegenüber heute.

  • Klimaeher Klimaschutz zuerst

    Verbindliche Vorgaben sollen den CO2-Ausstoß und Rohstoffverbrauch des Bauens senken, auch mit zusätzlichen Auflagen.

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Alle Programme in Sachsen im Vergleich