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parteiprogramm

Linke zum Verkehr

Aus dem Programm „Regierungsprogramm für 2024 bis 2029 – Unser Thüringen. Menschlich. Stark. Gerecht.“

Landtagswahl Thüringen 2024, 1. September 2024Original-PDF, 78 SeitenAnalyse vom 4. Oktober 2026

KIZusammenfassungen und Einordnungen auf dieser Seite hat eine KI erstellt. Ein Mensch prüft sie nicht einzeln. Wie sie entstehen

Einordnung beim Thema Verkehr

Durchschnitt der Punkte auf dieser Seite. Die Einordnung erstellt eine KI.

Jede Achse misst ein Thema. Ein „links“ oder „rechts“ für alles gibt es hier nicht: Wirtschaft, Gesellschaft, Migration und Sicherheit stehen getrennt. Eingeordnet ist nur, was im Programm steht. So lesen Sie die Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat (-1,4), aus 5 Punkten

    Punkte je Stufe: 2 deutlich mehr Staat, 3 eher mehr Staat, 0 ausgewogen, 0 eher mehr Markt, 0 deutlich mehr Markt

  • Klimaeher Klimaschutz zuerst (-1), aus 4 Punkten

    Punkte je Stufe: 0 deutlich Klimaschutz zuerst, 4 eher Klimaschutz zuerst, 0 ausgewogen, 0 eher Wachstum zuerst, 0 deutlich Wachstum zuerst

Die kleinen Säulen unter den Balken zeigen, wie viele Punkte auf jeder der fünf Stufen liegen.

Kostenfreien Nahverkehr schrittweise einführen

Die Linke strebt langfristig einen Nahverkehr an, der für alle ohne Fahrschein und ohne Kosten nutzbar ist. Als erste Schritte nennt sie vergünstigte Tickets für einzelne Gruppen, Angebote für einen Euro am Tag und ein landesweites 28-Euro-Ticket für junge Menschen. Das Deutschlandticket soll bleiben und günstiger werden.

Bus und Bahn sollen später für alle kostenlos sein. Bis dahin soll es billige Tickets geben. Junge Menschen bis 28 Jahre sollen ein Ticket für 28 Euro bekommen. Das Deutschland-Ticket soll bleiben. Es soll billiger werden.

Auf dem Weg zum kostenfreien Nahverkehr sollen Schüler-, Sozial- und Seniorentickets als Einstieg dienen. Das 28-Euro-Ticket für Menschen bis zum 28. Lebensjahr soll nach und nach zur Regelleistung werden. Die Förderrichtlinien zur Übernahme von Betriebsdefiziten der Verkehrsunternehmen will die Partei anpassen und den Bund zur Mitfinanzierung auffordern, auch die Kommunen sollen Haushaltsmittel bereitstellen. Vom Bund verlangt sie zudem deutlich höhere Regionalisierungsmittel. Das Rennsteigticket soll erhalten und auf den ganzen Thüringer Wald ausgedehnt werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 39)
„Unser langfristiges Ziel ist ein kosten- und ticketfreier öffentlicher Personennahverkehr (ÖPNV) für alle.“
Seite 39 im Original

Einordnung

  • Wirtschaftdeutlich mehr Staat

    Ein für alle kostenfreier, aus öffentlichen Haushalten finanzierter Nahverkehr wäre eine neue öffentliche Leistung, die es heute nicht gibt.

  • Klimaeher Klimaschutz zuerst

    Günstige und kostenlose Tickets sollen den Umstieg auf Bus und Bahn fördern und stützen damit die Verkehrswende.

Landesweiten Verkehrsverbund schaffen

Die Linke will einen Verkehrsverbund für ganz Thüringen aufbauen, der später eine landeseigene Verkehrsgesellschaft werden kann. Tarife und Takte sollen abgestimmt sein, damit günstige Angebote überall im Land gelten.

Die Linke will einen Verkehrs-Verbund für ganz Thüringen. Dann gelten überall die gleichen Preise. Busse und Bahnen sollen gut zusammenpassen. Später soll das Land vielleicht selbst den Verkehr betreiben.

Der Verbund soll eine landesweit gültige Jahresnetzkarte, attraktive Jobtickets und flächendeckende Sozialtarife ermöglichen. Auch die kostenfreie Mobilität für Kinder und Jugendliche soll damit näher rücken. Die Partei will mit Kreisen und kreisfreien Städten weiter verhandeln und finanzielle Anreize setzen. Geprüft werden soll, ob ein landeseigener Betrieb den Nahverkehr sinnvoller und mit Blick auf soziale Belange effizienter organisieren kann.

Originalzitat anzeigen (Seite 40)
„Verkehrsverbund, perspektivisch als landeseigene Verkehrsgesellschaft mit abgestimmten Tarifen und Takten schaffen. Nur so ist es möglich, bestehende günstige Angebote auf ganz Thüringen auszuweiten“
Seite 40 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Ein landesweiter Verbund mit Aussicht auf eine landeseigene Gesellschaft stärkt die öffentliche Organisation des Nahverkehrs.

Nahverkehr auf dem Land ausbauen

Die Linke will, dass jedes Dorf mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar ist. Flexible Angebote wie Anrufbusse, Bürgerbusse und Sharing sollen den Linienverkehr ergänzen, dazu kommen ein landesweit getaktetes Netz aus Bus und Bahn und mehr Barrierefreiheit.

Auch kleine Dörfer sollen mit Bus und Bahn erreichbar sein. Dafür soll es neue Angebote geben. Zum Beispiel Busse, die man anrufen kann. Busse und Bahnen sollen nach einem festen Takt fahren. Haltestellen sollen ohne Hindernisse sein.

Als ergänzende Angebote nennt das Programm unter anderem Schnell- und Bürgerbusse, Anrufbusse, Linientaxis, Car- und Bikesharing, Bedarfshalte und Abhol-Apps. Die Partei verweist darauf, dass Frauen häufiger öffentliche Verkehrsmittel nutzen als Männer. Fahrscheine sollen weiterhin auch am Automaten, am Schalter und im Fahrzeug erhältlich sein. Geplant sind zudem Echtzeit-Informationen, ein Routenplaner und WLAN in Fahrzeugen sowie der barrierefreie Ausbau von Haltepunkten und Fahrzeugen. Eine Strategiekommission mit Kommunen, Anbietern und Fahrgastverbänden soll ein Förderkonzept für die Mobilität bis 2030 erarbeiten.

Originalzitat anzeigen (Seite 40)
„so dass gerade in ländlichen Regionen innovative Angebote den Linienverkehr ergänzen, damit Erreichbarkeit bis in das letzte Dorf garantiert werden wird“
Seite 40 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Der Ausbau des öffentlichen Verkehrsangebots bis in jedes Dorf bedeutet mehr öffentliche Leistungen und Investitionen.

  • Klimaeher Klimaschutz zuerst

    Das Angebot soll Mobilität ohne Verbrenner sichern und unterstützt damit den Umstieg auf klimafreundlichen Verkehr.

Bahnstrecken reaktivieren und Schiene ausbauen

Die Linke will auf Grundlage des Masterplans Schiene 2030 Bahnstrecken für Personen und Güter wieder in Betrieb nehmen, elektrifizieren und ausbauen. Bahnhöfe sollen saniert und der Fahrzeugpark erneuert und vergrößert werden.

Die Linke will mehr Verkehr auf der Schiene. Alte Bahn-Strecken sollen wieder genutzt werden. Mehr Strecken sollen Strom-Leitungen bekommen. Alte Bahnhöfe sollen repariert werden. Es soll mehr und neuere Züge geben.

Ein Lenkungskreis Schieneninfrastruktur soll Ausbau, Lückenschlüsse und Reaktivierungen vorbereiten, wofür die Partei mehr Geld von Bund und Land fordert. Stillgelegte und verfallene Bahnhöfe sollen saniert und alle Bahnhöfe gut beleuchtet werden. Im Gespräch mit Unternehmen will die Partei Transporte von der Straße auf die Schiene verlagern und das fördern. Ein Förderprogramm soll neue und zusätzliche Fahrzeuge finanzieren, wobei Antriebe mit erneuerbarer Energie Vorrang haben. Ein Fahrzeugpool des Landes soll Ausfälle abfedern, und die Ladeinfrastruktur für Elektromobilität soll wachsen.

Originalzitat anzeigen (Seite 40)
„Auf diesem wollen wir aufbauen, um beim Personen- und Güterverkehr in Thüringen Strecken zu reaktivieren, zu elektrifizieren und auszubauen.“
Seite 40 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Zusätzliche öffentliche Mittel für Strecken, Bahnhöfe und Fahrzeuge erhöhen die staatlichen Investitionen.

  • Klimaeher Klimaschutz zuerst

    Mehr Schienenverkehr, Elektrifizierung und die Verlagerung von der Straße sollen den Verkehr klimafreundlicher machen.

Radwegenetz in Stadt und Land ausbauen

Die Linke will ein flächendeckendes Netz von Radwegen und einen landesweiten Radwegeplan. Fahrräder sollen in Nahverkehrszügen kostenlos mitfahren, und Kommunen sollen bei der Planung von Radwegen mehr Beratung und einfachere Förderung erhalten.

Die Linke will mehr Radwege in ganz Thüringen. Radfahren soll sicher sein, auch zwischen Dörfern. Das Fahrrad soll kostenlos im Zug mitfahren. Es soll Plätze zum Abstellen und zum Laden geben. Gemeinden bekommen Hilfe bei der Planung.

Nach dem Radverkehrskonzept sollen bis 2025 zwölf Prozent aller Wege mit dem Rad zurückgelegt werden. Beim Neubau von Straßen sollen Radwege von Beginn an eingeplant werden, vor allem entlang von Landstraßen und zwischen Orten. Vorgesehen sind kostenfreie Abstellanlagen, Ladepunkte für E-Bikes und Lastenräder sowie öffentliche, leicht zugängliche Reparaturstationen. Eine Beratungsstelle soll Kommunen bei Förderanträgen und der Koordination von Bauvorhaben helfen. Initiativen und Verbände sollen einbezogen und Erkenntnisse aus Modellprojekten für den ländlichen Raum genutzt werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 41)
„Wir werden die kostenlose Fahrradmitnahme in den Thüringer Nahverkehrszügen garantieren, eine bessere Kopplung von öffentlichem Personennahverkehr und Radverkehr für Mobilitätsketten anstreben“
Seite 41 im Original

Einordnung

  • Klimaeher Klimaschutz zuerst

    Ein höherer Anteil des Radverkehrs und bessere Verknüpfung mit Bus und Bahn sollen die Verkehrswende voranbringen.

Zahl der Verkehrstoten deutlich senken

Die Linke will das Verkehrssicherheitsprogramm 2030 weiterentwickeln und die Zahl der Verkehrstoten bis 2030 um weitere 40 Prozent senken. Dazu setzt sie auf Verkehrserziehung, bessere Infrastruktur, mehr Tempolimits und Polizeikontrollen.

Auf den Straßen sollen weniger Menschen sterben. Bis 2030 soll die Zahl stark sinken. Dafür soll es mehr Tempo-Limits geben. Die Polizei soll mehr kontrollieren. Menschen sollen mehr über sicheres Verhalten im Verkehr lernen.

Auch die Zahl der Verletzten und Unfälle soll spürbar zurückgehen. Tempolimits sollen dort ausgeweitet werden, wo die Partei sie für notwendig und sinnvoll hält. Forderungen von Kommunen nach Lärmschutz, Verkehrsberuhigung und Umgehungsstraßen will die Linke unterstützen und beim Bund vertreten. Der Landesstraßenbedarfsplan 2030 soll laufend fortgeschrieben werden, um den Zustand der Straßen sowie Geld und Personal zu berücksichtigen.

Originalzitat anzeigen (Seite 42)
„Bis zum Jahr 2030 soll die Anzahl der im Thüringer Straßenverkehr getöteten Personen um weitere 40 Prozent reduziert werden.“
Seite 42 im Original

Einordnung

Dieser Punkt berührt keine der Achsen.

Ausschreibungspflicht ablehnen, Tarifbindung im Nahverkehr sichern

Die Linke lehnt es ab, dass Bahnstrecken im Wettbewerb ausgeschrieben werden müssen, weil der Preiswettbewerb aus ihrer Sicht Personal, Fahrgästen und Versorgung schadet. Im Vergabegesetz soll eine verbindliche Tarifklausel für den Nahverkehr stehen. Eine weitere Privatisierung der Deutschen Bahn lehnt die Partei ab.

Heute bewerben sich Firmen um Bahn-Strecken. Oft gewinnt das billigste Angebot. Die Linke lehnt diese Pflicht ab. Firmen im Nahverkehr sollen nach Tarif zahlen. Das heißt: Sie zahlen Löhne, die mit der Gewerkschaft vereinbart sind. Die Bahn soll nicht weiter verkauft werden.

Bei der Vergabe im Schienennahverkehr sollen tarifgebundene Unternehmen mit guten Arbeitsbedingungen und eine Ausbildungsquote berücksichtigt werden. Damit will die Partei Folgen von Privatisierungen im Schienenverkehr entgegenwirken, auch den Verkauf von Tochterfirmen der Bahn lehnt sie ab. Beschäftigte im Nahverkehr sollen in Tarifkonflikten politische Rückendeckung für bessere Löhne und Arbeitsbedingungen bekommen. Mit Gewerkschaften, Betriebsräten und Verkehrsunternehmen will die Linke über eine gemeinsame Fachkräfte- und Ausbildungsoffensive beraten. Außerdem wirbt sie für die Ansiedlung von Bahnindustrie in Thüringen.

Originalzitat anzeigen (Seite 42)
„Wir lehnen die Ausschreibungspflicht von Strecken ab.“
Seite 42 im Original

Einordnung

  • Wirtschaftdeutlich mehr Staat

    Der Wegfall der Ausschreibungspflicht und eine verbindliche Tarifklausel würden den Wettbewerb im Schienennahverkehr grundlegend zurückdrängen.

Was sagen die anderen Parteien zum Verkehr?

Alle Programme in Thüringen im Vergleich