Zum Inhalt springen
parteiprogramm

Linke zu Kultur und Medien

Aus dem Programm „Regierungsprogramm für 2024 bis 2029 – Unser Thüringen. Menschlich. Stark. Gerecht.“

Landtagswahl Thüringen 2024, 1. September 2024Original-PDF, 78 SeitenAnalyse vom 4. Oktober 2026

KIZusammenfassungen und Einordnungen auf dieser Seite hat eine KI erstellt. Ein Mensch prüft sie nicht einzeln. Wie sie entstehen

Einordnung beim Thema Kultur und Medien

Durchschnitt der Punkte auf dieser Seite. Die Einordnung erstellt eine KI.

Jede Achse misst ein Thema. Ein „links“ oder „rechts“ für alles gibt es hier nicht: Wirtschaft, Gesellschaft, Migration und Sicherheit stehen getrennt. Eingeordnet ist nur, was im Programm steht. So lesen Sie die Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat (-1), aus 6 Punkten

    Punkte je Stufe: 0 deutlich mehr Staat, 6 eher mehr Staat, 0 ausgewogen, 0 eher mehr Markt, 0 deutlich mehr Markt

  • Gesellschafteher progressiv (-1), aus 1 Punkt

    Punkte je Stufe: 0 deutlich progressiv, 1 eher progressiv, 0 ausgewogen, 0 eher konservativ, 0 deutlich konservativ

Die kleinen Säulen unter den Balken zeigen, wie viele Punkte auf jeder der fünf Stufen liegen.

Öffentlich-rechtlichen Rundfunk und Medienvielfalt sichern

Die Linke bekennt sich zum öffentlich-rechtlichen Rundfunk und will dessen Unabhängigkeit sichern, zugleich aber Strukturen und Kosten des MDR überprüfen. Lokale Medien, Bürgermedien und gemeinnütziger Journalismus sollen gefördert werden.

Die Linke will den öffentlich-rechtlichen Rundfunk behalten. Die Sender sollen unabhängig bleiben. Der MDR soll sparsam mit Geld umgehen. Auch kleine Medien vor Ort sollen Hilfe bekommen.

Die Strukturen des MDR sollen kritisch geprüft, Doppelstrukturen abgebaut und die Ausgaben für Sportrechte gesenkt werden. Thüringen soll gemessen an seinem Beitragsaufkommen stärker von Standorten und Produktionen im MDR-Verbund profitieren. Die Partei will Gebiete ohne Zeitung verhindern, fordert vom Bund eine Förderung des Zeitungsvertriebs und eine Regelung für gemeinnützigen Journalismus. Angebote zur Medienkompetenz sollen fortgeführt werden; die Linke setzt hierauf statt auf Löschen oder Verbieten von Angeboten. Projekte gegen Hass und Hetze sowie diskriminierungssensible Fortbildungen für Medienschaffende sollen Unterstützung erhalten.

Originalzitat anzeigen (Seite 63)
„Deshalb setzen wir uns dafür ein, dass der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR), das ZDF und das Deutschlandradio unabhängig sind und bleiben.“
Seite 63 im Original

Einordnung

Dieser Punkt berührt keine der Achsen.

Lokale Sender und Bürgermedien weiter fördern

Die Linke will private lokale Radio- und Fernsehsender sowie die Bürgermedien in Thüringen weiter mit Geld unterstützen. Das Programm begründet dies mit dem Erhalt der Meinungsvielfalt und den Kosten des technischen Wandels.

Die Linke will kleine Radio-Sender und Fernseh-Sender weiter fördern. Auch Bürger-Medien sollen mehr Geld bekommen. Bürger-Medien sind Sender, bei denen Bürger selbst Programm machen. So soll es viele verschiedene Meinungen in den Medien geben.

Private Anbieter sollen weiter Landesmittel erhalten, wobei die Unabhängigkeit der Medien gewahrt bleiben soll. Für die Bürgermedien und die Medienkompetenzarbeit soll ein größerer Teil der Rundfunkbeiträge an die Landesmedienanstalten fließen. In Rundfunkräten und anderen Aufsichtsgremien sollen Menschen aus verschiedenen, auch sprachlichen Gemeinschaften vertreten sein. Außerdem will die Partei für eine stärkere Rolle Thüringens in der ARD werben und den Kinderkanal KiKa weiter unterstützen.

Originalzitat anzeigen (Seite 64)
„Auch zukünftig wollen wir mit entsprechenden Landesmitteln dazu beitragen, die Medienvielfalt in Thüringen zu erhalten und zu stärken.“
Seite 64 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Bestehende öffentliche Förderung für Medien soll fortgeführt und ausgebaut werden, was schrittweise mehr staatliche Mittel bedeutet.

Medienstandort Thüringen gebündelt fördern

Die Linke will die Förderung der Medienwirtschaft stärker bündeln und eine Medienstandortagentur schaffen. Film- und Medienförderung sollen ausgebaut werden, damit ausgebildete Fachkräfte ihre Projekte in Thüringen umsetzen können.

Die Linke will die Medien-Wirtschaft in Thüringen stärker fördern. Eine neue Agentur soll sich darum kümmern. Es soll mehr Geld für Filme geben. Fachleute für Medien sollen in Thüringen arbeiten können.

Eine Medienstandortagentur soll Hochschulabsolventen und Fachkräften aus Medienberufen ermöglichen, ihre Produkte im Freistaat zu verwirklichen. Die Förderangebote sollen zusammengeführt werden, auch mit der Ansiedlungs- und Gründerförderung. Die kulturelle Filmförderung des Landes und der Anteil an der Mitteldeutschen Medienförderung sollen wachsen. Die Kooperation mit Forschungseinrichtungen wie der TU Ilmenau und dem Fraunhofer-Institut soll dauerhaft staatlich gefördert werden, auch für Apps, Games und Stoffe für Kinder- und Jugendmedien.

Originalzitat anzeigen (Seite 64)
„Ziel ist eine aktive und strategische Medienstandortpolitik aus einer Hand.“
Seite 64 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Der Ausbau staatlicher Förderung und eine aktive Standortpolitik verschieben die Branche schrittweise hin zu mehr öffentlicher Steuerung.

Soziokultur, freie Szene und Breitenkultur stärker fördern

Die Linke will soziokulturelle Einrichtungen und die freie Kulturszene stärker fördern und in sie investieren. Die Förderung soll künftig auch angemessene Personalstellen finanzieren. Aus Sicht der Partei sind diese Orte gerade auf dem Land wichtige Räume für Begegnung, Teilhabe und Demokratie.

Die Linke will kleine und freie Kultur-Orte mehr fördern. Dazu gehören zum Beispiel Kultur-Zentren und freie Theater. Das Land soll auch Geld für Personal geben. Die Partei sagt: Diese Orte sind auf dem Land besonders wichtig. Auch Chöre und Vereine sollen weiter Geld bekommen.

Die Förderung soll um weitere Programme ergänzt werden, dazu sollen regionale Stellen zur Vernetzung der Kultur entstehen. Die Breitenkulturförderung für ehrenamtlich getragene Vereine, Chöre und Ensembles soll auf hohem Niveau stabil bleiben. Die Förderung von Spielstätten, auch freier Theater, soll im Austausch mit den Beteiligten vor Ort transparent und dauerhaft geregelt werden. Hinzu kommen die Unterstützung von Kleinkunst, landesweite Weiterbildungsangebote sowie weitere Mittel für Kinder- und Jugendtheater.

Originalzitat anzeigen (Seite 74)
„Die Kulturförderung für die soziokulturelle und freie Szene ist auszubauen und durch weitere Förderprogramme zu ergänzen.“
Seite 74 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Mehr Landesmittel und zusätzliche Programme für Kultureinrichtungen erweitern die öffentliche Förderung schrittweise.

Flächentarif an allen Theatern durchsetzen

Die Linke will, dass an allen Thüringer Theatern und Orchestern Flächentarifverträge oder der Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes gelten. Haustarifverträge sollen entfallen. Die Partei verbindet damit tarifgerechte Bezahlung und sichere Standorte.

Die Linke will gleiche Tarif-Löhne an allen Theatern in Thüringen. Eigene Haus-Tarife einzelner Theater soll es nicht mehr geben. Ein Haus-Tarif gilt nur für ein einzelnes Haus. Die Partei will damit faire Bezahlung sichern. Außerdem sollen Theater-Gebäude saniert werden.

Das Programm verweist auf langfristige Finanzierungsverträge, die für Theater und Orchester abgeschlossen wurden. Einheitliche Tariflöhne sollen aus Sicht der Partei gute Arbeitsbedingungen und den Erhalt der Standorte von Nordhausen bis Meiningen sichern. Die Theaterpauschale im kommunalen Finanzausgleich soll die Kommunen entlasten. Das laufende Programm zur Sanierung der Theater, laut Partei das größte seit 1990, soll umgesetzt werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 74)
„Flächentarifverträge oder TVöD müssen an allen Häusern zur Anwendung kommen. Wir setzen uns für die Abschaffung von Haustarifverträgen an den Theatern ein.“
Seite 74 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Einheitliche Tarifbindung statt abweichender Haustarife und öffentlich finanzierte Sanierungen stärken Arbeitnehmerrechte und öffentliche Ausgaben.

Raubkunst-Prüfung ausbauen, Museen und Denkmäler sichern

Die Linke will die Bestände von Museen und Archiven verstärkt auf Raubkunst untersuchen lassen. Sammlungen sollen in modernen Depots lagern, wofür ein eigenes Programm geplant ist. Auch kleine Heimatmuseen sollen erhalten bleiben, und der Denkmalschutz soll zeitgemäß werden.

Museen und Archive sollen ihre Sammlungen prüfen. Sie sollen nach geraubter Kunst suchen. Das betrifft die Nazi-Zeit, die DDR und die Kolonial-Zeit. Die Linke will neue Lager-Räume für Sammlungen fördern. Auch kleine Heimat-Museen sollen bleiben.

Die Prüfung betrifft Objekte aus der Zeit des Nationalsozialismus, aus DDR-Unrecht und aus kolonialen Zusammenhängen. Ein Depot-Programm soll die Unterbringung der Bestände verbessern. Neben großen Häusern sollen auch Heimatstuben bestehen bleiben. Beim Denkmalschutz will die Partei Eigentümerinnen und Eigentümer unterstützen, Missbrauch aber ahnden; sie verweist dabei auf die Enteignung von Schloss Reinhardsbrunn. Mit Bundesmitteln werden laut Programm Schlösser, Burgen und historische Gärten saniert.

Originalzitat anzeigen (Seite 75)
„Museen und Archiven auf Raubkunst aus dem Nationalsozialismus, aus DDR-Unrecht und aus kolonialem Erbe werden wir weiterführen und ausbauen.“
Seite 75 im Original

Einordnung

  • Gesellschafteher progressiv

    Die erweiterte Aufarbeitung von Raubkunst, auch aus kolonialem Erbe, steht für einen kritischen Umgang mit überliefertem Kulturbesitz.

Mindesthonorare für Kunstschaffende, Künstlersozialkasse verteidigen

Die Linke will, dass öffentliche Einrichtungen freischaffenden Künstlerinnen und Künstlern mindestens die Honorare zahlen, die Kulturverbände als Untergrenze festlegen. Zudem lehnt die Partei jede Einschränkung der Künstlersozialkasse ab.

Freie Künstlerinnen und Künstler sollen fair bezahlt werden. Öffentliche Einrichtungen sollen ihnen ein Mindest-Honorar zahlen. Die Höhe legen die Kultur-Verbände fest. Die Künstler-Sozial-Kasse soll bleiben, wie sie ist. Diese Kasse hilft Kunstschaffenden bei der Sozial-Versicherung.

Die Honoraruntergrenze soll grundsätzlich für alle öffentlichen Institutionen gelten. Maßstab sind die Sätze der Kulturverbände. Die Künstlersozialkasse (KSK) sichert nach dem Programm Künstlerinnen und Künstler sozial ab. Die Partei kündigt an, sich weiter gegen Vorhaben zu stellen, die diese Kasse beschneiden würden.

Originalzitat anzeigen (Seite 75)
„dass öffentliche Institutionen grundsätzlich nicht weniger als die Mindesthonorare zahlen, die von den Kulturverbänden festgelegt werden“
Seite 75 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Verbindliche Honoraruntergrenzen bei öffentlichen Auftraggebern und der Schutz der Künstlersozialkasse stärken soziale Absicherung durch staatliche Vorgaben.

Bibliotheken erhalten, ausbauen und digitalisieren

Die Linke will Bibliotheken im ganzen Land erhalten, ausbauen und digital modernisieren. Die Digitalisierung der öffentlichen Bibliotheken sollen Land und Kommunen je zur Hälfte bezahlen.

Die Linke will Bibliotheken überall in Thüringen erhalten. Es soll auch mehr Angebote geben. Die Bibliotheken sollen digitaler werden. Das Land und die Gemeinden sollen das gemeinsam bezahlen. Jeder zahlt die Hälfte.

Die Partei beschreibt Bibliotheken als Wohnzimmer der Städte und Gemeinden. Die Angebote der literarischen Gesellschaften sollen Unterstützung erhalten. Mehr Menschen sollen sich am Vorlesetag beteiligen. Außerdem will die Linke Kindern, Jugendlichen und jungen Menschen einen kosten- und barrierefreien Besuch von Museen und Theatern ermöglichen.

Originalzitat anzeigen (Seite 75)
„Wir setzen uns ein für den flächendeckenden Erhalt und Ausbau sowie die digitale Modernisierung der Bibliothekslandschaft.“
Seite 75 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Der Ausbau öffentlicher Bibliotheken und kostenfreier Kulturzugang für junge Menschen erweitern öffentliche Leistungen schrittweise.

Was sagen die anderen Parteien zu Kultur und Medien?

Alle Programme in Thüringen im Vergleich