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Linke zu Arbeit und Sozialem

Aus dem Programm „Regierungsprogramm für 2024 bis 2029 – Unser Thüringen. Menschlich. Stark. Gerecht.“

Landtagswahl Thüringen 2024, 1. September 2024Original-PDF, 78 SeitenAnalyse vom 4. Oktober 2026

KIZusammenfassungen und Einordnungen auf dieser Seite hat eine KI erstellt. Ein Mensch prüft sie nicht einzeln. Wie sie entstehen

Einordnung beim Thema Arbeit und Soziales

Durchschnitt der Punkte auf dieser Seite. Die Einordnung erstellt eine KI.

Jede Achse misst ein Thema. Ein „links“ oder „rechts“ für alles gibt es hier nicht: Wirtschaft, Gesellschaft, Migration und Sicherheit stehen getrennt. Eingeordnet ist nur, was im Programm steht. So lesen Sie die Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat (-1,3), aus 15 Punkten

    Punkte je Stufe: 5 deutlich mehr Staat, 10 eher mehr Staat, 0 ausgewogen, 0 eher mehr Markt, 0 deutlich mehr Markt

  • Gesellschafteher progressiv (-1), aus 2 Punkten

    Punkte je Stufe: 0 deutlich progressiv, 2 eher progressiv, 0 ausgewogen, 0 eher konservativ, 0 deutlich konservativ

  • Migrationeher offen (-1), aus 1 Punkt

    Punkte je Stufe: 0 deutlich offen, 1 eher offen, 0 ausgewogen, 0 eher restriktiv, 0 deutlich restriktiv

Die kleinen Säulen unter den Balken zeigen, wie viele Punkte auf jeder der fünf Stufen liegen.

Mit guter Arbeit Arbeitskräfte halten und gewinnen

Die Linke will dem Mangel an Arbeitskräften mit besseren Löhnen, attraktiverer Ausbildung, guter Infrastruktur und bezahlbaren Lebensbedingungen begegnen. Niemand soll abwandern müssen, und junge Menschen sollen nach Thüringen kommen. Dazu setzt die Partei auf starke Gewerkschaften.

In Thüringen fehlen viele Arbeitskräfte. Die Linke will bessere Löhne und eine bessere Ausbildung. Das Leben im Land soll bezahlbar sein. So sollen Menschen bleiben und junge Leute herkommen. Starke Gewerkschaften sollen dabei helfen.

Das Programm verweist auf die Abwanderung seit den 1990er Jahren, besonders von jungen Frauen, und auf geburtenschwache Jahrgänge nach der Wende. In den kommenden Jahren gingen mehr Menschen in Rente, als neu ins Berufsleben einsteigen. Bis 2030 werden laut Programm mehr als 340.000 neue Arbeitskräfte benötigt. Die Partei nennt dies den Thüringer Weg einer menschlichen und sozialen Demokratie.

Originalzitat anzeigen (Seite 8)
„mit besser bezahlter, guter Arbeit, attraktiverer Ausbildung, guter Infrastruktur und einem bezahlbaren Umfeld hier im Land, damit niemand mehr weggehen muss und junge Menschen herkommen“
Seite 8 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Höhere Löhne, starke Gewerkschaften und öffentliche Infrastruktur als Antwort auf den Arbeitskräftemangel stärken Arbeitnehmerseite und Staat.

Im Bund für soziale Entlastung eintreten

Die Linke will sich gegenüber dem Bund und im Bundesrat für Vorhaben einsetzen, die das Land nicht allein beschließen kann. Dazu zählen ein Preisdeckel für Energie und Lebensmittel, eine Kindergrundsicherung, eine entlastende Steuerpolitik und eine Rente ohne Nachteile für Ostdeutsche.

Manche Dinge kann nur die Bundes-Regierung entscheiden. Die Linke will dort Druck machen. Sie will eine Preis-Grenze für Energie und Lebensmittel. Sie will eine Kinder-Grundsicherung gegen Armut. Die Rente im Osten soll nicht schlechter sein.

Die Kindergrundsicherung soll Kinder nach dem Willen der Partei tatsächlich vor Armut bewahren. Die Rente soll vor Altersarmut schützen und Ostdeutsche nicht länger schlechterstellen. Solange der Bund nicht handelt, will die Linke Nachteile auf Landesebene so weit wie möglich ausgleichen. Das Programm kritisiert die Bundesregierung für Kürzungen und für ihr Vorgehen beim Heizungsgesetz und wertet eine Stimme für die Linke als Signal gegen die Ampelkoalition.

Originalzitat anzeigen (Seite 9)
„werden wir im Bund für bessere Rahmenbedingungen kämpfen. Bis dahin werden wir unser Bestes tun, diese schlechten Bedingungen und Ungerechtigkeiten auf Landesebene auszugleichen.“
Seite 9 im Original

Einordnung

  • Wirtschaftdeutlich mehr Staat

    Ein staatlicher Preisdeckel für Energie und Nahrungsmittel sowie eine neue Kindergrundsicherung wären Eingriffe und Leistungen, die es heute so nicht gibt.

Arbeitszeit verkürzen und familienfreundlich gestalten

Die Linke will Arbeitszeitmodelle, die Beruf, Kinderbetreuung und Pflege besser vereinbar machen und Sorgearbeit gerechter zwischen den Geschlechtern verteilen. Dazu zählt sie die Viertagewoche und andere Formen kürzerer Arbeitszeit.

Die Linke will neue Modelle für die Arbeitszeit. Menschen sollen Beruf, Kinder und Pflege besser verbinden können. Frauen und Männer sollen diese Aufgaben gerechter teilen. Die Partei denkt auch an eine Vier-Tage-Woche.

Das Programm begründet die Forderung damit, dass Frauen den größten Teil der Familien- und Pflegearbeit tragen, deshalb oft weniger verdienen und häufiger arm sind, auch im Alter. Für Industrie, Gesundheits- und Sozialberufe sowie die öffentliche Verwaltung soll geklärt werden, wie eine Viertagewoche oder andere Verkürzungen aussehen können. Das Land soll bei Arbeitsbedingungen und Bezahlung Vorbild sein. Die Beschäftigten gelten dem Programm als Fachleute dafür, wie Arbeit künftig gestaltet werden sollte.

Originalzitat anzeigen (Seite 12)
„Wir brauchen Arbeitszeitmodelle, um Familienaufgaben, die Erziehung und Betreuung von Kindern sowie die Pflege von Angehörigen besser mit beruflichen Anforderungen vereinbaren zu können“
Seite 12 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Kürzere Arbeitszeiten wie die Viertagewoche sollen politisch vorangebracht werden, was die Stellung der Beschäftigten gegenüber dem heutigen Stand schrittweise stärkt.

  • Gesellschafteher progressiv

    Sorgearbeit soll gerechter zwischen Frauen und Männern verteilt werden, was auf mehr Gleichstellung zielt.

Vergabegesetz auf Kommunen ausweiten, Tarifbindung stärken

Die Linke will, dass das Thüringer Vergabegesetz mit seinem Mindestentgelt künftig auch für Aufträge der Kommunen gilt. Fördermittel des Landes sollen an Tariflöhne und gute Arbeitsbedingungen geknüpft werden.

Das Land vergibt Aufträge an Firmen. Dafür gilt ein eigener Mindest-Lohn. Die Linke will: Das soll auch für Städte und Gemeinden gelten. Geld vom Land sollen nur Firmen mit fairen Löhnen bekommen.

Das Mindestentgelt bei öffentlichen Aufträgen soll über dem allgemeinen Mindestlohn liegen und in den nächsten Jahren zügig steigen, wobei Tarifverträge Vorrang behalten. Staatliche Fördergelder für Unternehmen und Einrichtungen will die Partei an tarifgerechte Bezahlung und hochwertige Beschäftigung binden. Dafür ist ein digitales, öffentliches Tarifregister nach Berliner Vorbild vorgesehen. Vergabe und Förderung sollen insgesamt soziale und ökologische Kriterien anwenden.

Originalzitat anzeigen (Seite 12)
„Allerdings ist das nur ein erster Schritt, denn es muss künftig auch für Vergaben der Kommunen in Thüringen gelten.“
Seite 12 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Lohn- und Tarifvorgaben bei öffentlichen Aufträgen und Fördermitteln sollen ausgeweitet werden, also mehr Regulierung innerhalb des bestehenden Systems.

Mitbestimmung ausbauen und Arbeitskammer einrichten

Die Linke will die Mitbestimmung in Betrieben ausbauen und Wirtschaftsdemokratie fördern. Eine Schwerpunktstaatsanwaltschaft soll gegen die Behinderung von Betriebsräten vorgehen, und eine Arbeitskammer soll die Interessen der Beschäftigten vertreten.

Beschäftigte sollen im Betrieb mehr mitbestimmen. Manche Firmen behindern Betriebsräte. Dagegen soll eine eigene Staatsanwaltschaft vorgehen. Die Linke will auch eine Arbeits-Kammer. Das ist eine öffentliche Stelle, die Beschäftigte vertritt.

Unternehmen sollen Hilfe erhalten, wenn sie Mitbestimmung erweitern oder neue Formen testen, etwa eine „Demokratiezeit“ mit Freistellung für die Wahrnehmung von Beteiligungsrechten. Das Programm verweist auf Studien, nach denen mitbestimmte Unternehmen sozialer, demokratischer und nachhaltiger handeln. Die Arbeitskammer soll als öffentlich-rechtliche Einrichtung gemeinsam mit den Gewerkschaften entwickelt werden. Ergänzend plant die Partei einen Werkstattprozess „Arbeit und Leben in Zukunft“ und eine Bildungsoffensive, die über Arbeitnehmerrechte aufklärt.

Originalzitat anzeigen (Seite 13)
„Blockaden betrieblicher Mitbestimmung lehnen wir entschieden ab, daher wollen wir die Einrichtung einer Schwerpunktstaatsanwaltschaft gegen sogenanntes „Union Busting“.“
Seite 13 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Mitbestimmung und die institutionelle Vertretung von Beschäftigten sollen gestärkt werden, was die Arbeitnehmerseite gegenüber heute schrittweise aufwertet.

Mindestlohn auch in Behindertenwerkstätten zahlen

Die Linke will den Mindestlohn auch für Beschäftigte in Behindertenwerkstätten durchsetzen. Wer von dort in den regulären Arbeitsmarkt wechselt, soll dabei außerdem begleitet werden.

Menschen mit Behinderung arbeiten oft in Werkstätten. Dort gilt der Mindest-Lohn bisher nicht. Die Linke will das ändern. Sie will auch beim Wechsel in normale Betriebe helfen.

Das Programm kündigt Maßnahmen an, die Werkstattbeschäftigten den Übergang in reguläre Arbeit erleichtern. Arbeitslose Menschen mit Behinderung sollen schneller eine Stelle finden. Die Arbeitsassistenz, also persönliche Unterstützung am Arbeitsplatz, soll ausgebaut werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 13)
„Wir wollen, dass der Mindestlohn auch in Werkstätten für Menschen mit Behinderung Anwendung findet.“
Seite 13 im Original

Einordnung

  • Wirtschaftdeutlich mehr Staat

    Der Mindestlohn soll auf Werkstätten ausgedehnt werden, in denen er heute nicht gilt, was das Entgeltsystem dort grundlegend ändert.

Arbeitsschutz stärken, Anti-Stress-Verordnung einführen

Die Linke will die Arbeitsschutzbehörde des Landes personell verstärken, damit Verstöße und ausbeuterische Arbeitsverhältnisse geahndet werden. Eine Anti-Stress-Verordnung soll Arbeitgeber zu Schutzmaßnahmen verpflichten.

Die Linke will mehr Personal für den Arbeits-Schutz. Die Behörde soll Verstöße besser bestrafen können. Es soll auch eine neue Regel gegen Stress geben. Arbeitgeber müssen dann die Gesundheit der Beschäftigten schützen.

Der Arbeits- und Gesundheitsschutz ist beim Landesamt für Verbraucherschutz angesiedelt und soll dort mehr Stellen erhalten. Die geplante Verordnung soll Schutz vor körperlichen wie vor psychischen Erkrankungen vorschreiben. Zusätzlich will die Partei Unternehmen sowie Betriebs- und Personalräte beim betrieblichen Gesundheitsmanagement unterstützen.

Originalzitat anzeigen (Seite 13)
„soll eine Anti-Stress-Verordnung eingerichtet werden, die Arbeitger:innen dazu verpflichtet, Schutzmaßnahmen gegen körperliche und psychische Erkrankungen zu treffen.“
Seite 13 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Neue Schutzpflichten für Arbeitgeber und mehr Kontrollen erweitern die staatliche Regulierung der Arbeitswelt.

Öffentliche Beschäftigung für Langzeitarbeitslose schaffen

Die Linke will Menschen, die seit Jahren arbeitslos sind, über öffentlich geförderte Beschäftigung eine dauerhafte Perspektive geben. Die Arbeitsmarktprogramme des Landes sollen dafür ausreichend finanziert werden.

Manche Menschen suchen seit Jahren Arbeit. Die Linke will ihnen helfen. Der Staat soll Arbeitsplätze für sie fördern. Die Programme des Landes sollen genug Geld bekommen.

Das Programm verweist darauf, dass die Zahl der Langzeiterwerbslosen in Thüringen gesunken ist, viele aber weiterhin eine Stelle suchen. Nach dem Auslaufen des früheren Gemeinwohlarbeitsprojekts will die Partei neue Wege für öffentliche Beschäftigung finden. Eine ausreichende Finanzierung der Landesarbeitsprogramme nennt sie als Voraussetzung.

Originalzitat anzeigen (Seite 13)
„werden wir erneut nach Wegen suchen, um ihnen im Rahmen öffentlicher Beschäftigung dauerhafte Perspektiven auf dem Arbeitsmarkt zu eröffnen.“
Seite 13 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Öffentlich finanzierte Beschäftigung soll wieder ausgebaut werden, also mehr staatliche Leistungen am Arbeitsmarkt.

Mindestlohn von 15 Euro und sanktionsfreie Grundsicherung

Die Linke will sich im Bundesrat für einen Mindestlohn von 15 Euro, eine Mindestausbildungsvergütung und eine Grundsicherung ohne Sanktionen einsetzen. Eine längere Lebensarbeitszeit und den Abbau von Beschäftigtenrechten lehnt sie ab.

Die Linke will im Bundesrat für bessere Regeln kämpfen. Der Mindest-Lohn soll auf 15 Euro steigen. Das Bürgergeld soll jedes Jahr mit den Preisen steigen. Später soll es eine Grundsicherung ohne Strafen geben. Menschen sollen nicht länger arbeiten müssen.

Das Bürgergeld soll zunächst automatisch um den Kaufkraftverlust des Vorjahres angehoben und später durch eine armutsfeste Grundsicherung ohne Sanktionen abgelöst werden. Auszubildende sollen eine Mindestvergütung erhalten, die vor Armut schützt. Darüber hinaus fordert das Programm gleichen Lohn für gleichwertige Arbeit und ein Ende von Niedriglöhnen, Lohnlücke zwischen Frauen und Männern, Werkverträgen, Leiharbeit und Befristungen ohne Sachgrund. Für zugewanderte Fachkräfte sollen die Empfehlungen der Enquete-Kommission Rassismus zur Arbeitsmarktpolitik umgesetzt werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 14)
„das Bürgergeld künftig um den inflationsbedingten Kaufkraftverlust des Vorjahres automatisch erhöht und letztlich durch eine armutsfeste und sanktionsfreie Grundsicherung ersetzt werden.“
Seite 14 im Original

Einordnung

  • Wirtschaftdeutlich mehr Staat

    Das Bürgergeld soll durch eine sanktionsfreie Grundsicherung ersetzt und der Mindestlohn deutlich angehoben werden, was das heutige System grundlegend verändert.

Umlagefinanzierten Ausbildungsfonds einführen

Die Linke will einen Fonds schaffen, in den alle Betriebe einzahlen und aus dem ausbildende Betriebe Geld zurückerhalten. Das soll Anreize für mehr Ausbildungsplätze setzen und auch nicht ausbildende Betriebe an den Kosten beteiligen.

Die Linke will einen Fonds für Ausbildung. Ein Fonds ist ein gemeinsamer Geld-Topf. Alle Betriebe zahlen etwas ein. Betriebe mit Auszubildenden bekommen Geld zurück. So sollen mehr Ausbildungs-Plätze entstehen.

Die Betriebe sollen einen kleinen Teil ihrer Bruttolohnsumme einzahlen; die Rückzahlung richtet sich nach der Zahl der Auszubildenden. Aus dem Fonds sollen auch Verbundausbildungen, über- und außerbetriebliche Ausbildung sowie Ausbildungsbegleitung bezahlt werden. Hinzu kommen Angebote für alle Betriebe, etwa Deutschkurse für Auszubildende, Beratung und Fortbildungen für Ausbilder.

Originalzitat anzeigen (Seite 27)
„Wir wollen einen umlagefinanzierten Ausbildungsunterstützungsfonds für Thüringen.“
Seite 27 im Original

Einordnung

  • Wirtschaftdeutlich mehr Staat

    Eine neue Pflichtabgabe für alle Betriebe mit Umverteilung an ausbildende Betriebe führt ein Instrument ein, das es heute im Land nicht gibt.

Auszubildende finanziell besser absichern

Die Linke will Auszubildende sozial besser absichern, damit sie nicht von den Eltern oder Nebenjobs abhängig sind. Dazu fordert sie im Bund eine höhere Mindestvergütung und mehr BAföG und plant im Land eigene Hilfen.

Die Linke will mehr Geld für Auszubildende. Die Ausbildung soll vor Armut schützen. Schulgeld und Prüfungs-Gebühren sollen wegfallen. Es soll günstige Wohnungen für Auszubildende geben. Auch für Fahrtkosten soll es wieder Geld geben.

Auf Bundesebene setzt sich die Partei für ein armutsfestes Mindestausbildungsentgelt, höhere BAföG-Sätze, einen größeren Kreis von Berechtigten und eine staatliche Ausbildungsbeihilfe ein. Schulgeld und Prüfungsgebühren in Ausbildungsberufen sollen entfallen. Im Land sind ein Sonderprogramm für bezahlbare Azubi-Wohnungen und Wohnheime sowie ein vom Elterneinkommen unabhängiger Zuschuss zu Fahrt- und Unterbringungskosten geplant. Eine unabhängige Beschwerdestelle soll bei Konflikten und Regelverstößen helfen; ein Auszubildendenwerk will die Partei prüfen.

Originalzitat anzeigen (Seite 27)
„Wir fordern eine deutliche armutsfeste Aufstockung der BAföG-Sätze sowie die Erweiterung der Anspruchsberechtigung und eine staatliche Ausbildungsbeihilfe.“
Seite 27 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Höhere Mindestvergütung, mehr staatliche Ausbildungsförderung und neue Zuschüsse bauen Sozialleistungen und Regulierung aus.

Strom- und Heizungssperren beenden

Die Linke will erreichen, dass niemandem mehr Strom oder Heizung abgestellt wird. Die Versorgung mit Energie soll nicht vom Einkommen abhängen.

Wer die Rechnung nicht zahlt, bekommt manchmal keinen Strom mehr. Die Linke will das beenden. Auch die Heizung soll niemand abstellen dürfen. Energie soll jeder Mensch bekommen, auch mit wenig Geld.

Die Partei kündigt an, sich weiter dafür einzusetzen, dass Energie für alle bezahlbar bleibt. Sperren von Strom und Heizung soll es nicht mehr geben. Die Forderung steht im Zusammenhang mit dem Ziel einer sozial gestalteten Energie- und Wärmewende.

Originalzitat anzeigen (Seite 35)
„Strom- und Heizungsabschaltungen müssen der Vergangenheit angehören.“
Seite 35 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Versorger sollen säumigen Kunden Strom und Heizung nicht mehr sperren dürfen, was Energie stärker als öffentliche Grundversorgung behandelt.

Bürgergeld ohne Sanktionen und Kindergrundsicherung durchsetzen

Die Linke will im Bund auf ein Bürgergeld mit höheren Regelsätzen und ohne Sanktionen sowie auf eine wirksame Kindergrundsicherung drängen. Zusätzlich fordert sie Preisdeckel für Lebensmittel, Energie und Mieten. Begründet wird das damit, dass in einem reichen Land niemand arm sein solle und Reichtum dafür umverteilt werden müsse.

Die Linke will mehr Geld für Menschen mit Bürgergeld. Das Amt soll das Geld nicht mehr kürzen dürfen. Für Kinder soll es eine Kinder-Grundsicherung geben. Lebensmittel, Energie und Mieten sollen eine Preis-Grenze bekommen.

Die Partei will Initiativen im Bundesrat für ein sanktionsfreies Bürgergeld unterstützen und sich gegen Kürzungen der Bundesregierung stellen. Sie verlangt eine bundesweite Kindergrundsicherung und höhere Regelsätze. Als Mittel gegen Armut nennt das Programm außerdem gute Arbeit, bessere Löhne und Renten sowie einen Preisdeckel für Lebensmittel, Energie und Mieten. Die Tafeln sollen weiter unterstützt werden, solange sie gebraucht werden. Im Land will die Partei die Richtlinie zur Armutsprävention und die kommunale Sozialraumplanung weiter finanzieren.

Originalzitat anzeigen (Seite 43)
„Wir streiten weiter für eine echte Abkehr von Hartz IV und für die Weiterentwicklung des Bürgergelds mit höheren Regelsätzen, mit Förderung und ohne Sanktionen.“
Seite 43 im Original

Einordnung

  • Wirtschaftdeutlich mehr Staat

    Sanktionen im Bürgergeld sollen ganz entfallen und Preise für Lebensmittel, Energie und Mieten gedeckelt werden, was den heutigen Stand grundlegend in Richtung mehr Staat und Umverteilung verändert.

Landesprogramm für soziale Infrastruktur ausbauen

Die Linke will das Landesprogramm „Solidarisches Zusammenleben der Generationen“ fortführen und mit mindestens 20 Millionen Euro im Jahr ausstatten. Damit sollen Kommunen ihre soziale Infrastruktur sichern und Beratungsstellen sowie Familienzentren verlässlich finanziert werden.

Thüringen hat ein Programm für das Zusammenleben von Jung und Alt. Die Linke will dieses Programm ausbauen. Es soll jedes Jahr mindestens 20 Millionen Euro bekommen. Mit dem Geld bezahlen Städte und Dörfer Beratung und Treffpunkte.

Über das Programm erhalten Kommunen Fördermittel für Familienzentren, Beratungsstellen, Seniorenbeauftragte, Dorfkümmerer und Pflegestützpunkte. Projekte der Jugend-, Bildungs-, Gesundheits-, Pflege- und Sozialpolitik sollen so besser aufeinander abgestimmt werden. Im ländlichen Raum will die Partei bestehende Dorfkümmerer stärken und neue Projekte anregen, die etwa Älteren beim Einkaufen oder bei Arztterminen helfen. Die Angebote sollen sich am Bedarf der Familien ausrichten und das höhere Armutsrisiko von Frauen berücksichtigen.

Originalzitat anzeigen (Seite 45)
„Dieses Landesprogramm werden wir stärken und ausbauen, indem wir es mit mindestens 20 Millionen Euro jährlich untersetzen.“
Seite 45 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Ein bestehendes Förderprogramm für öffentliche soziale Angebote soll mit mehr Landesgeld ausgebaut werden, was schrittweise zu mehr öffentlichen Leistungen führt.

Teilhabe von Menschen mit Behinderungen stärken

Die Linke will Menschen mit Behinderungen den Weg in den Arbeitsmarkt erleichtern und ihre Mitbestimmung ausbauen. Dazu gehören eine höhere Ausgleichsabgabe, ein attraktiveres Budget für Arbeit und der Abbau von Barrieren in allen Lebensbereichen.

Menschen mit Behinderungen finden oft schwer Arbeit. Die Linke will das ändern. Firmen ohne behinderte Beschäftigte sollen mehr Geld zahlen. Barrieren sollen überall verschwinden. Auch stark sehbehinderte Menschen sollen Geld vom Land bekommen.

Im Bund will sich die Linke für ein attraktiveres Budget für Arbeit einsetzen und es im Land mit einer Informationskampagne bekannter machen. Die Ausgleichsabgabe, die Arbeitgeber zahlen, wenn sie zu wenige schwerbehinderte Menschen beschäftigen, soll steigen. Der Thüringer Maßnahmenplan zur UN-Behindertenrechtskonvention soll unter Beteiligung der Betroffenen fortgeführt, kommunale Aktionspläne sollen verstetigt werden. Das Sinnesbehindertengeld soll auch stark sehbehinderten Menschen offenstehen und später angepasst werden. Barrieren sollen in Stadt und Dorf, im Verkehr, beim Wohnen und in der Kommunikation abgebaut werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 50)
„Weiterhin streiten wir für die Erhöhung der Ausgleichsabgabe und ermutigen Arbeitgeber:innen, Menschen mit Behinderungen einzustellen.“
Seite 50 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Eine höhere Abgabe für Arbeitgeber und ausgeweitete Landesleistungen verschieben den heutigen Stand schrittweise zu mehr Umverteilung.

  • Gesellschafteher progressiv

    Mehr Mitbestimmung und Barrierefreiheit bauen die Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen innerhalb des bestehenden Rahmens aus.

Fachkräfte gewinnen und ausländische Abschlüsse schneller anerkennen

Die Linke will mehr Fachkräfte aus dem Ausland gewinnen und dafür Berufsabschlüsse schneller und mit weniger Bürokratie anerkennen. Zugewanderte Beschäftigte sollen vom ersten Tag an begleitet werden, damit sie dauerhaft in Thüringen bleiben.

Die Linke will mehr Fachkräfte aus anderen Ländern holen. Ihre Berufs-Abschlüsse sollen schneller anerkannt werden. Die Menschen sollen von Anfang an Hilfe bekommen. So sollen sie lange in Thüringen bleiben.

Das Programm sieht vor, Begleitung und Einarbeitungsprozesse für ausländische Fachkräfte zu fördern und dabei auch deren Familien mitzudenken. Beratung und Informationsmaterial zu Selbstständigkeit und Arbeitnehmerrechten sollen mindestens in zwei Sprachen vorliegen. Die Arbeit der Thüringer Allianz für Berufsbildung und Fachkräfteentwicklung sowie der Agentur für Fachkräftegewinnung soll dauerhaft fortgeführt werden. Als entscheidend nennt die Partei außerdem tarifgebundene Löhne, Wohnraum für Auszubildende und Weiterbildung. Betriebsräte, Personalräte und Unternehmensleitungen sollen Fortbildungen zu interkulturellen Unternehmenskonzepten erhalten.

Originalzitat anzeigen (Seite 57)
„Die verstärkte Gewinnung von Fachkräften aus dem Ausland erfordert eine schnellere und unbürokratischere Anerkennung von Berufsabschlüssen und ausreichende Möglichkeiten der Nachqualifizierung.“
Seite 57 im Original

Einordnung

  • Migrationeher offen

    Die Zuwanderung von Fachkräften soll durch schnellere Anerkennung und mehr Begleitung erleichtert werden, was den heutigen Stand schrittweise öffnet.

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Alle Programme in Thüringen im Vergleich