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Linke zur inneren Sicherheit

Aus dem Programm „Regierungsprogramm für 2024 bis 2029 – Unser Thüringen. Menschlich. Stark. Gerecht.“

Landtagswahl Thüringen 2024, 1. September 2024Original-PDF, 78 SeitenAnalyse vom 4. Oktober 2026

KIZusammenfassungen und Einordnungen auf dieser Seite hat eine KI erstellt. Ein Mensch prüft sie nicht einzeln. Wie sie entstehen

Einordnung beim Thema Innere Sicherheit

Durchschnitt der Punkte auf dieser Seite. Die Einordnung erstellt eine KI.

Jede Achse misst ein Thema. Ein „links“ oder „rechts“ für alles gibt es hier nicht: Wirtschaft, Gesellschaft, Migration und Sicherheit stehen getrennt. Eingeordnet ist nur, was im Programm steht. So lesen Sie die Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat (-1), aus 3 Punkten

    Punkte je Stufe: 0 deutlich mehr Staat, 3 eher mehr Staat, 0 ausgewogen, 0 eher mehr Markt, 0 deutlich mehr Markt

  • Bürgerrechte und Sicherheiteher Bürgerrechte zuerst (-0,9), aus 7 Punkten

    Punkte je Stufe: 3 deutlich Bürgerrechte zuerst, 2 eher Bürgerrechte zuerst, 0 ausgewogen, 2 eher Sicherheit und Ordnung zuerst, 0 deutlich Sicherheit und Ordnung zuerst

  • Gesellschafteher progressiv (-1), aus 1 Punkt

    Punkte je Stufe: 0 deutlich progressiv, 1 eher progressiv, 0 ausgewogen, 0 eher konservativ, 0 deutlich konservativ

Die kleinen Säulen unter den Balken zeigen, wie viele Punkte auf jeder der fünf Stufen liegen.

Ersatzfreiheitsstrafe abschaffen, Resozialisierung ausbauen

Die Linke will Resozialisierung, Wiedereingliederung und Haftvermeidung stärken und im Bundesrat die Abschaffung der Ersatzfreiheitsstrafe erreichen. Im Thüringer Strafvollzug soll auf Schusswaffen verzichtet und Einzelunterbringung gesichert werden.

Wer eine Geldstrafe nicht zahlt, muss heute ins Gefängnis. Die Linke will das abschaffen. Gefangene sollen mehr Hilfe für das Leben nach der Haft bekommen. Im Gefängnis soll es keine Schusswaffen mehr geben.

Der Justizvollzug und die sozialen, psychologischen und medizinischen Fachdienste sollen deutlich mehr Personal bekommen. Das Justizvollzugsgesetzbuch soll umfassend überprüft und das Übergangsmanagement für Haftentlassene ausgebaut werden, mit mehr Geld für soziale Träger. Ab 2025 soll jeder Gefangene überall einzeln untergebracht sein. Der Verzicht auf Schusswaffen soll mit den Personalvertretungen abgestimmt werden. Der Täter-Opfer-Ausgleich soll flächendeckend angeboten und stärker finanziert werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 68)
„Wir setzen uns im Bundesrat für die Abschaffung der Ersatzfreiheitsstrafen ein.“
Seite 68 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Mehr Personal und Fördermittel für Vollzug und soziale Träger erhöhen die öffentlichen Ausgaben schrittweise.

  • Bürgerrechte und Sicherheitdeutlich Bürgerrechte zuerst

    Mit der Ersatzfreiheitsstrafe soll eine bestehende Form des Freiheitsentzugs ganz entfallen, und der Vollzug soll auf Schusswaffen verzichten.

Rechtsextreme Netzwerke mit allen Mitteln bekämpfen

Die Linke will rechtsextreme Strukturen mit behördlichen Mitteln bis hin zu Verboten bekämpfen. Geplant sind unter anderem eine Schwerpunktstaatsanwaltschaft für Hasskriminalität, ein härteres Vorgehen gegen Rechtsrock-Konzerte und ein Plan gegen Immobilien der Szene.

Die Linke will stärker gegen Neonazis vorgehen. Behörden sollen rechte Gruppen auch verbieten, wenn das Recht es erlaubt. Eine besondere Staatsanwaltschaft soll Hass-Taten verfolgen. Opfer rechter Gewalt sollen mehr Schutz bekommen.

Das Programm begründet dies mit der besonderen Verantwortung Thüringens wegen des NSU. Geldströme von Neonazis sollen stärker verfolgt und Vermögen gezielter abgeschöpft werden. Ein Masterplan soll alle Behörden gegen rechte Immobilien zusammenführen. Ein eigener Untersuchungsausschuss soll rechte Netzwerke und rechten Terror weiter aufklären, und ein Archiv für die NSU-Akten soll entstehen. Opfer rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt sollen in Verfahren mehr Rechte und Schutzräume erhalten. Gegen Verschwörungsmythen sind Handreichungen, Fortbildungen und Unterricht vorgesehen.

Originalzitat anzeigen (Seite 69)
„Rechte Netzwerke sollen mit allen behördlichen Mitteln bis hin zu Verboten, da wo sie rechtlich möglich sind, bekämpft werden.“
Seite 69 im Original

Einordnung

  • Bürgerrechte und Sicherheiteher Sicherheit und Ordnung zuerst

    Verbote, Vermögensabschöpfung und eine spezialisierte Staatsanwaltschaft verstärken das staatliche Vorgehen innerhalb des geltenden Rechts.

Amt für Verfassungsschutz abschaffen

Die Linke will das Thüringer Amt für Verfassungsschutz abschaffen. Sie hält die Notwendigkeit eines als Nachrichtendienst organisierten Amtes für nicht begründet und will stattdessen wissenschaftliche Einrichtungen für Demokratie und Zivilgesellschaft stärker fördern.

Die Linke will den Verfassungsschutz in Thüringen abschaffen. Der Verfassungsschutz ist ein Geheimdienst im Inland. Die Partei hält ihn für nicht nötig. Sie will lieber Forschung zur Demokratie fördern.

Nach Ansicht der Partei ist weder gesellschaftlich noch sicherheitspolitisch belegt, dass ein solcher Inlandsnachrichtendienst gebraucht wird. Stattdessen sollen wissenschaftlich arbeitende Institutionen mehr Förderung erhalten. Deren Forschungs- und Dokumentationsergebnisse sollen stärker in die Arbeit der Landesregierung eingehen.

Originalzitat anzeigen (Seite 69)
„Wir sind der Auffassung: Das Amt für Verfassungsschutz ist abzuschaffen.“
Seite 69 im Original

Einordnung

  • Bürgerrechte und Sicherheitdeutlich Bürgerrechte zuerst

    Die Abschaffung des Landesverfassungsschutzes würde einen bestehenden Nachrichtendienst vollständig beseitigen.

Unabhängige Polizeibeschwerdestelle mit Ermittlungsbefugnis schaffen

Die Linke will die Polizeivertrauensstelle zu einer eigenständigen Beschwerde- und Ermittlungsbehörde außerhalb der Polizei umbauen. Auch Polizeibedienstete sollen sich dort beschweren können. Zusätzlich soll die Kennzeichnungspflicht für Polizeikräfte konsequent durchgesetzt werden.

Heute gibt es eine Vertrauens-Stelle für Beschwerden über die Polizei. Die Linke will daraus eine eigene Behörde machen. Diese Behörde soll nicht zur Polizei gehören. Sie soll selbst ermitteln dürfen. Auch Polizistinnen und Polizisten sollen sich dort beschweren können.

Die bisher von Bürgerinnen und Bürgern genutzte Polizeivertrauensstelle soll auch für Beschwerden aus der Polizei selbst offenstehen. Sie soll aus den Polizeistrukturen herausgelöst werden und eigene Kompetenzen erhalten. Dafür will die Linke das Polizeiorganisationsgesetz ändern und im Bundesrat eine Initiative starten, um die Zuständigkeiten der Länder anzupassen. Die 2017 eingeführte Kennzeichnungspflicht soll konsequent gelten, damit Betroffene von Polizeigewalt mögliche Täterinnen und Täter benennen können.

Originalzitat anzeigen (Seite 71)
„zu einer unabhängigen und aus den Polizeistrukturen herausgelösten Polizeibeschwerde- und Ermittlungsbehörde mit eigenen Kompetenzen ausbauen“
Seite 71 im Original

Einordnung

  • Bürgerrechte und Sicherheiteher Bürgerrechte zuerst

    Eine von der Polizei unabhängige Ermittlungsstelle und die durchgesetzte Kennzeichnungspflicht stärken die Kontrolle der Polizei gegenüber heute.

Polizeipersonal langfristig planen und besser stellen

Die Linke will die Personalausstattung der Thüringer Polizei mit einem Zehnjahreskonzept verlässlich sichern. Dazu kommen bessere Zulagen, Beförderungs- und Aufstiegschancen sowie eine modernisierte Ausbildung und Entlastung im Arbeitsalltag.

Die Linke will einen Plan für das Personal der Polizei machen. Der Plan soll für zehn Jahre gelten. Freie Stellen sollen schneller besetzt werden. Polizistinnen und Polizisten sollen bessere Zulagen und Aufstiegs-Chancen bekommen. Die Ausbildung soll moderner werden.

Das Konzept soll die jährlichen Auseinandersetzungen um Ausbildungszahlen beenden und eine vorausschauende Einstellungspraxis ermöglichen. Aufgaben ohne hoheitliche Befugnisse sollen Verwaltungsangestellte übernehmen, Quer- und Seiteneinsteiger sowie externe Fachleute etwa für IT sollen leichter Zugang erhalten. Geplant sind höherwertige Tarifstellen, eine angepasste Erschwerniszulagenverordnung, höhere Zulagen für Dienste zu ungünstigen Zeiten auf Bundesniveau und eine geregelte Beförderung ins zweite Beförderungsamt. Die Bildungseinrichtungen sollen zum „PolizeibildungsCampus 2030“ werden, mit kostenfreier Unterkunft für Anwärterinnen und Anwärter. Hinzu kommen Gesundheitsangebote, familienfreundlichere Schichtdienste, sichere IT-Strukturen und die Modernisierung von Dienstgebäuden.

Originalzitat anzeigen (Seite 71)
„Dazu wollen wir eine Personalentwicklungskonzeption für die nächsten zehn Jahre auf den Weg bringen.“
Seite 71 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Höhere Zulagen, höherwertige Stellen und Investitionen in Ausbildung und Gebäude bedeuten mehr öffentliche Ausgaben für den Landesdienst.

  • Bürgerrechte und Sicherheiteher Sicherheit und Ordnung zuerst

    Eine dauerhaft gesicherte und besser ausgestattete Polizei stärkt schrittweise die Sicherheitsbehörden.

Polizeirecht bürgerrechtsfreundlich gestalten, Polizeiausschuss einrichten

Die Linke will das Polizeirecht stärker an Bürgerrechten ausrichten und neue Befugnisse nur zulassen, wenn sie erforderlich und verhältnismäßig sind. Ein Polizeiausschuss im Landtag soll verdeckte Polizeiarbeit kontrollieren. Der Einsatz von Pfefferspray soll eingeschränkt werden.

Die Linke will das Polizei-Recht ändern. Die Rechte der Bürgerinnen und Bürger sollen dabei wichtiger werden. Ein neuer Ausschuss im Landtag soll die Polizei kontrollieren. Das gilt vor allem für verdeckte Ermittlungen. Die Polizei soll Pfefferspray nur noch bei echter Gefahr einsetzen.

Der Ausschuss soll vor allem den Einsatz von V-Personen und verdeckten Ermittlerinnen und Ermittlern überwachen. Bestehende Polizeibefugnisse sollen auf Wirksamkeit und Notwendigkeit geprüft werden. Pfefferspray soll wegen seiner Gesundheitsgefahren nur noch erlaubt sein, um unmittelbare Gefahren für Menschen oder erhebliche Sachwerte abzuwehren; der Einsatz sogenannter Schmerzgriffe soll geregelt werden. Vorgesehen ist außerdem eine verpflichtende Fortbildung für alle Polizeikräfte. Kommunen sollen Unterstützung erhalten, um die Lagerung von Waffen und Munition zu kontrollieren und bei Verstößen Erlaubnisse zu widerrufen.

Originalzitat anzeigen (Seite 72)
„Wir wollen mit einem Polizeiausschuss im Thüringer Landtag eine bestehende Lücke parlamentarischer Kontrolle der nachrichtendienstlichen Befugnisse bei der Polizei schließen“
Seite 72 im Original

Einordnung

  • Bürgerrechte und Sicherheiteher Bürgerrechte zuerst

    Mehr parlamentarische Kontrolle, eine Überprüfung der Befugnisse und engere Grenzen für Pfefferspray schränken polizeiliches Handeln gegenüber heute schrittweise ein.

Racial Profiling beenden, anlasslose Kontrollen streichen

Die Linke will Racial Profiling, also Polizeikontrollen aufgrund äußerer Merkmale wie der Hautfarbe, überwinden. Dafür sollen Befugnisse im Polizeiaufgabengesetz gestrichen werden, die solche Kontrollen aus Sicht der Partei begünstigen. Kontrollierte Personen sollen künftig eine Quittung erhalten.

Manchmal kontrolliert die Polizei Menschen nur wegen ihres Aussehens. Das nennt man Racial Profiling. Die Linke will das beenden. Die Polizei soll nicht mehr ohne Grund kontrollieren dürfen. Wer kontrolliert wird, soll eine Quittung bekommen.

Das Programm verweist darauf, dass Gerichte diese Praxis für rechtswidrig erklärt haben. Die Aus- und Fortbildung der Polizei soll um Inhalte zu Rassismus, Diskriminierung und Menschenrechten ergänzt werden. Eingriffsbefugnisse, die Racial Profiling fördern, sollen aus dem Polizeiaufgabengesetz entfallen. Ebenso soll die Befugnis zu Kontrollen ohne Anlass in sogenannten Gefahrengebieten wegfallen. Ein Quittungssystem für Kontrollen soll im ganzen Land gelten.

Originalzitat anzeigen (Seite 72)
„Zudem wollen wir die Befugnisse zu anlasslosen Kontrollen in sogenannten Gefahrengebieten streichen und landesweit ein Quittungssystem für Kontrollen einführen.“
Seite 72 im Original

Einordnung

  • Bürgerrechte und Sicherheitdeutlich Bürgerrechte zuerst

    Bestehende Polizeibefugnisse zu anlasslosen Kontrollen sollen ganz entfallen, was die Eingriffsrechte der Polizei grundlegend beschneidet.

  • Gesellschafteher progressiv

    Antirassistische Inhalte in der Polizeiausbildung und der Schutz vor Diskriminierung stärken Gleichbehandlung und Vielfalt.

Feuerwehren und Katastrophenschutz stärken

Die Linke will die Einsatzbereitschaft der Feuerwehren im ganzen Land sichern, besonders in kleinen Orten. Dazu sollen das Brand- und Katastrophenschutzgesetz überarbeitet, das Ehrenamt gestärkt und die Landesfeuerwehrschule modernisiert werden.

Die Linke will die Feuerwehren stärken. Auch in kleinen Orten soll die Feuerwehr schnell helfen können. Gemeinden sollen dafür mehr zusammenarbeiten. Freiwillige Feuerwehr-Leute sollen mehr Unterstützung bekommen. Die Feuerwehr-Schule in Bad Köstritz soll modern werden.

Gemeinden sollen bei der Feuerwehr stärker kooperieren; geprüft wird hauptamtliche Unterstützung an einzelnen Stellen, etwa durch geförderte Gerätewarte. Im Gesetz soll ein einfacheres und rechtssicheres System die bisherige Kalkulation der Feuerwehrkosten ersetzen, damit Kommunen ihre Aufwendungen vollständig abrechnen können. Die Leitstellenreform soll abgeschlossen, die Alarmierung digitalisiert, die Beschaffung stärker zentralisiert und die Fördersätze angehoben werden. Die Mitgliederkampagne mit dem Feuerwehrverband soll dauerhaft laufen, ergänzt um Anreize wie freien Eintritt in öffentliche Einrichtungen. Die Schule in Bad Köstritz soll baulich und digital erneuert werden, zudem soll eine dezentrale Grundausbildung möglich sein.

Originalzitat anzeigen (Seite 73)
„Zur Stärkung des Ehrenamtes und Erhöhung der Einsatzbereitschaft wollen wir mehr Kooperationsformen sowie punktuelle hauptamtliche Backup-Strukturen prüfen“
Seite 73 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Höhere Fördersätze und Investitionen in Schule und Technik bauen die öffentliche Finanzierung des Brandschutzes schrittweise aus.

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