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parteiprogramm

Linke zu Umwelt und Tierschutz

Aus dem Programm „Regierungsprogramm für 2024 bis 2029 – Unser Thüringen. Menschlich. Stark. Gerecht.“

Landtagswahl Thüringen 2024, 1. September 2024Original-PDF, 78 SeitenAnalyse vom 4. Oktober 2026

KIZusammenfassungen und Einordnungen auf dieser Seite hat eine KI erstellt. Ein Mensch prüft sie nicht einzeln. Wie sie entstehen

Einordnung beim Thema Umwelt und Tierschutz

Durchschnitt der Punkte auf dieser Seite. Die Einordnung erstellt eine KI.

Jede Achse misst ein Thema. Ein „links“ oder „rechts“ für alles gibt es hier nicht: Wirtschaft, Gesellschaft, Migration und Sicherheit stehen getrennt. Eingeordnet ist nur, was im Programm steht. So lesen Sie die Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat (-1), aus 7 Punkten

    Punkte je Stufe: 0 deutlich mehr Staat, 7 eher mehr Staat, 0 ausgewogen, 0 eher mehr Markt, 0 deutlich mehr Markt

  • Klimaeher Klimaschutz zuerst (-1), aus 2 Punkten

    Punkte je Stufe: 0 deutlich Klimaschutz zuerst, 2 eher Klimaschutz zuerst, 0 ausgewogen, 0 eher Wachstum zuerst, 0 deutlich Wachstum zuerst

Die kleinen Säulen unter den Balken zeigen, wie viele Punkte auf jeder der fünf Stufen liegen.

Tierhaltung artgerecht umbauen, regionale Schlachthöfe fördern

Die Linke will artgerechte Tierhaltung stärken und den Umbau zu mehr Tierwohl sozial verträglich fördern. Kastenstände und Vollspaltenböden sollen schrittweise verschwinden, und dezentrale Schlachtstätten sollen Großschlachthöfe ersetzen.

Tiere sollen besser gehalten werden. Enge Kästen für Schweine sollen nach und nach verschwinden. Bauern bekommen Geld für bessere Ställe. Es soll kleine Schlacht-Höfe in der Region geben.

Die Partei unterstützt eine flächengebundene Haltung, bei der sich die Tierzahl danach richtet, was die Natur verträgt. Stallbauten, die höhere Tierwohlstandards erfüllen, sollen besonders gefördert werden. Regionale und kommunale Schlachthöfe sollen lange Transportwege und aus Sicht des Programms schlechte Arbeitsbedingungen in privaten Großbetrieben vermeiden. Die Agrarpolitik soll sich an den Empfehlungen der Borchert-Kommission und der Zukunftskommission Landwirtschaft orientieren; auch die Teichwirtschaft soll erhalten bleiben.

Originalzitat anzeigen (Seite 18)
„Die Haltung in Kastenständen und die Tierhaltung auf Vollspaltenböden soll nach und nach durch tiergerechte Anlagen ersetzt werden.“
Seite 18 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Der Umbau soll mit öffentlicher Förderung und kommunalen Schlachthöfen statt privater Großbetriebe erfolgen, also mit mehr staatlichem Engagement.

Wälder klimafest umbauen und wiederaufforsten

Die Linke will die Thüringer Wälder durch naturnahen Umbau zu Mischwäldern widerstandsfähiger gegen Trockenheit, Stürme und Schädlinge machen. Bis 2030 sollen dafür 500 Millionen Euro bereitstehen, und die Landesforstanstalt soll mehr Personal und Geld erhalten.

Der Wald in Thüringen leidet unter Hitze und Schädlingen. Die Linke will ihn umbauen. Es soll mehr Misch-Wald mit Laub-Bäumen geben. Bis 2030 gibt das Land dafür 500 Millionen Euro. Wald vom Staat soll nicht verkauft werden.

Vorrang hat die Naturverjüngung; gepflanzt und gesät werden soll nur, wo sich so kein artenreicher Bestand entwickelt. Ein Landesprogramm für Wiederaufforstung und Waldumbau soll auch privaten und kommunalen Waldbesitzern zugutekommen, wobei öffentliche Gelder an das Ziel klimastabiler Mischwälder gebunden bleiben. Schwere Maschinen sollen nur im nötigen Umfang und bodenschonend eingesetzt werden. Den Verkauf öffentlichen Waldes zur Sanierung von Haushalten will die Partei unterbinden; kleine Privatwaldbesitzer sollen mehr Unterstützung bekommen, und die Nutzung der Waldwege soll neu geregelt werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 19)
„Bis 2030 stellen wir im Haushalt insgesamt 500 Millionen Euro für die Wiederbewaldung und den Waldumbau bereit.“
Seite 19 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Vorgesehen sind hohe öffentliche Ausgaben, eine gestärkte Landesforstanstalt und ein Verkaufsstopp für öffentlichen Wald.

  • Klimaeher Klimaschutz zuerst

    Der Waldumbau soll mit erheblichen Mitteln die Anpassung an den Klimawandel und den Klimaschutz voranbringen.

Atommüllendlager in Thüringen verhindern

Die Linke lehnt ein Endlager für Atommüll in Thüringen ab. Sie begründet das damit, dass das Land durch die Altlasten des Uranbergbaus bereits überdurchschnittlich mit strahlendem Abfall belastet sei.

Deutschland sucht einen Ort für Atom-Müll. Die Linke will diesen Ort nicht in Thüringen haben. In Thüringen wurde früher Uran abgebaut. Davon gibt es schon viel strahlenden Müll.

Die Linke will sich weiter an der Debatte über die Endlagersuche beteiligen und dort ihre Ablehnung vertreten. Aus ihrer Sicht sollte Thüringen wegen der Hinterlassenschaften der Uranförderung nicht in die engere Auswahl kommen. Daneben will die Partei die Nachhaltigkeitsstrategie des Landes weiterentwickeln und Nachhaltigkeit als Grundsatz in die Landesverfassung schreiben.

Originalzitat anzeigen (Seite 35)
„Wir kämpfen gegen ein Endlager in Thüringen!“
Seite 35 im Original

Einordnung

Dieser Punkt berührt keine der Achsen.

Tierschutz stärken und Tierheime sichern

Die Linke will Tierheime und Tierschutzvereine weiter gut finanzieren und ein Klagerecht für Tierschutzverbände. Sie tritt für eine Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht bei Katzen ein, will Tierversuche durch andere Verfahren ersetzen und im Bund Qualzuchten bei Hunden beenden.

Die Linke will Tieren besser helfen. Tierheime sollen genug Geld bekommen. Katzen sollen eine Kennzeichnung bekommen, damit man die Besitzer findet. Es soll weniger Tierversuche geben. Tierschutz-Verbände sollen vor Gericht klagen dürfen.

Die Unterbringung von Fundtieren sieht das Programm als Pflichtaufgabe der Kommunen, die nicht auf Kosten ehrenamtlicher Tierschützer gehen soll. Die für Hunde geltende Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht soll konsequent umgesetzt werden, ebenso die Katzenschutzverordnung für private Freigängerkatzen. Bei Tierversuchen verlangt die Partei ein Umdenken und will tierversuchsfreie Methoden stärker entwickeln. Auf Bundesebene will sie Qualzuchten bei Hunden beenden und den illegalen Welpenhandel härter bekämpfen. Fischereibetriebe und Angelvereine sollen Hilfe beim Unterhalt von Staudämmen erhalten.

Originalzitat anzeigen (Seite 37)
„Wir befürworten das Klagerecht für Verbände im Bereich Tierschutz, auch um das Vertrauen der Verbraucher:innen zu stärken.“
Seite 37 im Original

Einordnung

Dieser Punkt berührt keine der Achsen.

Flächenverbrauch auf Netto-Null senken

Die Linke will den Verbrauch von Flächen wirksamer verringern, um Böden zu schützen. Leitbild ist, dass unter dem Strich keine zusätzliche Fläche versiegelt wird. Wer in Natur und Landschaft eingreift, soll vorrangig real ausgleichen statt Geld zu zahlen.

Immer mehr Boden wird zugebaut. Die Linke will das stoppen. Am Ende soll nicht mehr Boden bedeckt sein als vorher. Wer baut, soll woanders Boden wieder frei machen. Nur zu bezahlen soll nicht reichen.

Bei unvermeidbaren Eingriffen sollen tatsächliche Ausgleichsmaßnahmen wie das Entsiegeln von Flächen Vorrang vor Ausgleichszahlungen haben. Als Maßstab nennt das Programm die Netto-Null bei der Versiegelung. Die Partei begründet das damit, dass Boden für kommende Generationen und für den natürlichen Klimaschutz erhalten bleiben müsse.

Originalzitat anzeigen (Seite 37)
„Dazu sollen bei notwendigen Eingriffen in Natur und Landschaft Ausgleichsmaßnahmen, wie die Entsiegelung von Flächen, vor Ausgleichszahlungen gehen.“
Seite 37 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Der Vorrang realer Ausgleichsmaßnahmen und das Netto-Null-Ziel verschärfen die Vorgaben für Bauvorhaben.

  • Klimaeher Klimaschutz zuerst

    Der Bodenschutz wird auch mit natürlichem Klimaschutz begründet und über strengere Vorgaben verfolgt.

Abfall vermeiden und Reparaturbonus erhöhen

Die Linke will in der Abfallwirtschaft die Vermeidung an erste Stelle setzen und Wertstoffe möglichst in den Kreislauf zurückführen. Der Reparaturbonus soll dauerhaft bestehen und auf 300 Euro pro Person und Jahr steigen.

Die Linke will, dass weniger Müll entsteht. Wertvolle Stoffe aus dem Müll sollen wieder genutzt werden. Wer etwas reparieren lässt, bekommt Geld dazu. Dieser Reparatur-Bonus soll bleiben. Er soll auf 300 Euro im Jahr steigen.

Für die Partei steht der Schutz von Ressourcen im Mittelpunkt einer ökologischeren Abfallwirtschaft. Gefördert werden sollen Maßnahmen, die Wertstoffe so weit wie möglich wieder nutzbar machen. Die öffentliche Hand soll bei der Kreislaufwirtschaft als Vorbild handeln. Der Reparaturbonus soll langfristig gesichert und auf 300 Euro je Thüringerin und Thüringer im Jahr angehoben werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 37)
„Wir fordern, den Reparaturbonus langfristig zu verstetigen und auf 300 Euro pro Thüringer:in pro Jahr anzuheben.“
Seite 37 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Ein dauerhafter und höherer staatlicher Zuschuss für Reparaturen baut eine öffentliche Förderung aus.

Altlasten sanieren und Unternehmen zu Rücklagen verpflichten

Die Linke will, dass sich der Bund an den Kosten für die Sanierung großer Altlasten in Thüringen beteiligt. Unternehmen aus Industrie und Bergbau sollen künftig verpflichtend Geld für die Nachsorge zurücklegen, damit keine neuen Altlasten entstehen.

Alte Fabriken und Bergwerke haben den Boden verschmutzt. Das Aufräumen ist sehr teuer. Die Linke will, dass der Bund mitbezahlt. Firmen sollen künftig Geld für spätere Schäden sparen müssen.

Genannt werden die Großprojekte im Kalibergbau der K+S Kali GmbH und das frühere Teerverarbeitungswerk in Rositz. Die Partei will gegenüber der Bundesregierung weiter auf eine finanzielle Beteiligung dringen und Lösungen verlangen, die Thüringen nicht einseitig belasten. Eine Pflicht zur Rücklagenbildung soll für Unternehmen in Industrie und Bergbau gelten. Außerdem setzt sich das Programm im Südharz für ein Biosphärenreservat ein, das den Einsatz von Recyclinggips fördert und neue Abbaugebiete für Naturgips vermeidet.

Originalzitat anzeigen (Seite 37)
„Darüber hinaus muss eine verpflichtende Rücklagenbildung zur Nachsorge von Unternehmen in der Industrie und im Bergbau eingeführt werden, um zu verhindern, dass neue Altlasten entstehen.“
Seite 37 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Eine Pflicht zu Rücklagen für die Nachsorge legt Industrie- und Bergbauunternehmen zusätzliche Auflagen auf.

Hochwasserschutz und Dürrevorsorge ausbauen

Die Linke will Thüringen besser auf Starkregen, Hochwasser und Trockenheit vorbereiten. Dazu gehören Schwammstadtkonzepte, die Umsetzung der Niedrigwasserstrategie, gut ausgestattete Landkreise und Katastrophenschutzlager sowie ein bundesweiter Hilfsfonds samt Versicherung für Schäden.

Starker Regen und Trockenheit kommen immer öfter. Die Linke will das Land darauf vorbereiten. Städte sollen Regenwasser besser speichern können. Helfer sollen gute Ausrüstung haben. Bei Schäden soll ein Hilfs-Fonds schnell Geld geben.

Die Landkreise sollen beim Hochwasserschutz eigenständig bleiben und unterstützt werden, zudem will die Partei weiter in dezentrale Katastrophenschutzlager investieren. Ehrenamtliche im Katastrophenschutz sollen staatliche Beiträge zur gesetzlichen Rente erhalten. Gewässer sollen gepflegt und Böden entsiegelt werden, damit mehr Wasser aufgenommen wird. Aus der Niedrigwasserstrategie nennt das Programm Aufforstung nahe Trinkwassertalsperren, dezentrale Zisternen und die Nutzung alter landwirtschaftlicher Kleinspeicher. Auf Bundesebene will die Partei einen einheitlichen Hilfsfonds und eine Versicherung für Schäden durch Extremwetter.

Originalzitat anzeigen (Seite 38)
„Zum Schutz vor Starkregen und zur Dürrevorsorge wollen wir Schwammstadtkonzepte fördern.“
Seite 38 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Öffentliche Investitionen, ein staatlicher Hilfsfonds und Rentenbeiträge für Ehrenamtliche erweitern staatliche Leistungen.

Wasserversorgung sichern und Abwasseranschluss fördern

Die Linke will die Wasserversorgung in Thüringen sichern und mehr Haushalte an zentrale Kläranlagen anschließen. Die Fördermittel für die Abwasserentsorgung sollen deutlich steigen, damit die Kosten nicht allein bei privaten Haushalten liegen und Gebühren bezahlbar bleiben.

Die Linke will sauberes Trinkwasser für alle sichern. Mehr Häuser sollen an Kläranlagen angeschlossen werden. Das gilt vor allem für Dörfer. Das Land soll dafür mehr Geld geben. Die Gebühren sollen bezahlbar bleiben.

Laut Programm liegt der Anschlussgrad der Haushalte an zentrale Kläranlagen bei deutlich über 80 Prozent. Der Abwasserpakt zwischen Umweltministerium und Gemeinde- und Städtebund soll angepasst und besser finanziert werden. In Gemeinden unter 200 Einwohnern will die Partei gemeinsame oder gemeindeeigene Anlagen mit Beratung und Zuschüssen fördern, damit nicht jeder eine eigene Kleinkläranlage bauen muss. Das Landesprogramm Gewässerschutz 2022 bis 2027 soll fortgeführt werden. Die Thüringer Fernwasserversorgung soll Einnahmen aus Strom aus Wasser, Wind und Sonne erschließen, und für ungenutzte Trinkwassertalsperren sollen Nachnutzungskonzepte entstehen.

Originalzitat anzeigen (Seite 38)
„Dennoch wollen wir die Anschlussquote weiter ausbauen und so die Benachteiligung ländlicher gegenüber städtischen Räumen überwinden.“
Seite 38 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Mehr Landesmittel für Abwasser sollen Kosten von privaten Haushalten auf die öffentliche Hand verlagern.

Was sagen die anderen Parteien zu Umwelt und Tierschutz?

Alle Programme in Thüringen im Vergleich