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parteiprogramm

Linke zu Migration und Integration

Aus dem Programm „Regierungsprogramm für 2024 bis 2029 – Unser Thüringen. Menschlich. Stark. Gerecht.“

Landtagswahl Thüringen 2024, 1. September 2024Original-PDF, 78 SeitenAnalyse vom 4. Oktober 2026

KIZusammenfassungen und Einordnungen auf dieser Seite hat eine KI erstellt. Ein Mensch prüft sie nicht einzeln. Wie sie entstehen

Einordnung beim Thema Migration und Integration

Durchschnitt der Punkte auf dieser Seite. Die Einordnung erstellt eine KI.

Jede Achse misst ein Thema. Ein „links“ oder „rechts“ für alles gibt es hier nicht: Wirtschaft, Gesellschaft, Migration und Sicherheit stehen getrennt. Eingeordnet ist nur, was im Programm steht. So lesen Sie die Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat (-1), aus 2 Punkten

    Punkte je Stufe: 0 deutlich mehr Staat, 2 eher mehr Staat, 0 ausgewogen, 0 eher mehr Markt, 0 deutlich mehr Markt

  • Migrationdeutlich offen (-1,6), aus 7 Punkten

    Punkte je Stufe: 4 deutlich offen, 3 eher offen, 0 ausgewogen, 0 eher restriktiv, 0 deutlich restriktiv

Die kleinen Säulen unter den Balken zeigen, wie viele Punkte auf jeder der fünf Stufen liegen.

Arbeitsverbote für Geflüchtete abschaffen, Spurwechsel ermöglichen

Die Linke will, dass Geflüchtete ein Recht auf eine Arbeitsgenehmigung erhalten und Arbeitsverbote entfallen. Wer bereits arbeitet, soll eine geordnete Bleibeperspektive bekommen. Das Programm begründet dies auch mit dem Mangel an Arbeitskräften nach der Abwanderung aus Thüringen.

Manche Geflüchtete dürfen nicht arbeiten. Die Linke will diese Verbote abschaffen. Geflüchtete sollen ihr Geld selbst verdienen können. Wer schon arbeitet, soll bleiben dürfen. Thüringen fehlen viele Arbeitskräfte.

Die Partei fordert einen Spurwechsel, also den Wechsel vom Asylverfahren in einen Aufenthalt zum Arbeiten, der ohne große Hürden möglich sein soll. Auch Menschen, die ausreisen müssten, aber etwa wegen eines Abschiebungsverbots nicht können, sollen arbeiten dürfen. Über Anträge auf Arbeitserlaubnis sollen die Behörden schnell entscheiden. Prüfen will die Linke, ob das Land bei der Ermessensduldung eine eigene Vorgriffsregelung schaffen kann. Daneben nennt das Programm attraktivere Ausbildung, günstige Azubi-Wohnheime sowie bessere Löhne, um Menschen im Land zu halten oder zurückzuholen. Das Projekt „Faire Mobilität“ gegen Lohndumping bei zugewanderten Beschäftigten soll weiter unterstützt werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 54)
„Arbeitsverbote müssen der Vergangenheit angehören, ein Recht auf Arbeit braucht es, um das Leben selbst gut gestalten zu können.“
Seite 54 im Original

Einordnung

  • Migrationdeutlich offen

    Die heute geltenden Arbeitsverbote im Aufenthaltsrecht sollen ganz entfallen und durch ein Recht auf Arbeit samt Bleibeperspektive ersetzt werden.

Landesamt für Migration und Integration einrichten

Die Linke will ein Landesamt für Migration und Integration schaffen, das Rechts- und Fachaufsicht bündelt und einheitliche Verfahren für die Einwanderungsbehörden vorgibt. Ziel ist ein leichterer Zugang zu Bildung, Arbeit und Teilhabe für alle Zugewanderten, ergänzt durch mehr Sprachkurse und individuelle Integrationspläne.

Die Linke will ein neues Amt für Migration und Integration. Es soll für gleiche Regeln in allen Behörden sorgen. Zugewanderte sollen leichter Arbeit und Bildung finden. Es soll überall gute Deutsch-Kurse geben. Formulare soll es in mehreren Sprachen geben.

Das Landesamt soll mit einheitlichen Verfahrensrichtlinien und einem Konzept für personell gut ausgestattete Einwanderungsbehörden arbeiten. Vorgesehen sind mehrsprachige Informationen und Formulare, mehr Videodolmetschen und die Nutzung von Ermessensspielräumen des Landes im Bleibe- und Aufenthaltsrecht. Sprachkurse sollen flächendeckend angeboten und das Landesprogramm „Start Deutsch“ bis zum Niveau B2 erweitert werden. Neue Modelle sollen Arbeitsaufnahme und Spracherwerb früh verbinden. Ein Clearingverfahren soll Kenntnisse, Fähigkeiten und Bedarfe von Geflüchteten erfassen und in einen persönlichen Integrationsplan münden.

Originalzitat anzeigen (Seite 55)
„dass Menschen, egal ob geflüchtet oder freiwillig zu uns gekommen, das Ankommen und der Zugang zu Bildung, Arbeit und sozialer Teilhabe erleichtert wird“
Seite 55 im Original

Einordnung

  • Migrationeher offen

    Eine neue Behörde, mehr Sprachförderung und großzügig genutzte Ermessensspielräume erleichtern Ankommen und Integration innerhalb des geltenden Rechts.

Erstaufnahme verbessern, Ankerzentren ablehnen, dezentral unterbringen

Die Linke lehnt Ankerzentren ab und will stattdessen die Bedingungen in der Erstaufnahme verbessern und genügend Plätze vorhalten. Geflüchtete sollen dezentral in Wohnungen leben und ihren Aufenthaltsort in Thüringen frei wählen können.

Die Linke will keine Ankerzentren. Das sind große Sammel-Unterkünfte für Asylsuchende. Die erste Unterkunft soll besser werden. Dort soll es Privatsphäre, Ärzte und Beratung geben. Geflüchtete sollen in Wohnungen leben und ihren Wohnort selbst wählen.

In Erstaufnahmeeinrichtungen sollen Privatsphäre, medizinische Versorgung, mehrsprachige Beratung, Bezahlsysteme ohne Diskriminierung und gute Verpflegung gesichert sein. Ein frühes Screening soll besonderen Schutzbedarf erkennen, damit Verfahrensgarantien und passende Unterbringung greifen. Neben mehr Erstaufnahmeplätzen sollen Regeln für die Nutzung öffentlicher Liegenschaften sowie von Pensionen, Hotels oder Jugendherbergen entstehen. Die freie Wahl des Aufenthaltsorts will die Partei über eine Änderung des Flüchtlingsaufnahmegesetzes ermöglichen. Vorgesehen sind außerdem unabhängige Anlaufstellen und eine dauerhaft finanzierte Fachberatungsstelle für unbegleitete minderjährige und junge volljährige Geflüchtete.

Originalzitat anzeigen (Seite 55)
„Die Einrichtung von sogenannten Ankerzentren lehnen wir ab.“
Seite 55 im Original

Einordnung

  • Migrationeher offen

    Bessere Standards, dezentrale Unterbringung und freie Wohnortwahl erweitern die Rechte von Geflüchteten schrittweise gegenüber der heutigen Landespraxis.

Aufnahmeprogramme und Abschiebestopps für Schutzbedürftige

Die Linke will das Asylrecht verteidigen und setzt sich für Aufnahmeprogramme sowie Abschiebestopps für besonders schutzbedürftige Gruppen wie Jesidinnen und Jesiden ein. Kinder und Jugendliche in Einrichtungen der Jugendhilfe sollen per Erlass vor Abschiebung geschützt werden.

Die Linke will Menschen auf der Flucht schützen. Besonders gefährdete Gruppen sollen nicht abgeschoben werden. Dazu gehören zum Beispiel Jesiden. Programme für Menschen aus Syrien und Afghanistan sollen weitergehen. Kinder aus Jugendhilfe-Heimen sollen nicht abgeschoben werden.

Die Aufnahmeprogramme für Syrien und Afghanistan sollen fortgesetzt und Hürden bei ihrer Nutzung gesenkt werden; verfolgte Jesidinnen und Jesiden sollen einen Flüchtlingsstatus mit Bleibeperspektive erhalten. Das Programm fordert sichere Fluchtwege und nennt die Einstufung sicherer Herkunftsländer Symbolpolitik. Ein Erlass soll den Nachzug von Eltern und Geschwistern zu unbegleiteten minderjährigen Geflüchteten erleichtern. Kommunen, die als „Sichere Häfen“ aus Seenot Gerettete aufnehmen wollen, sollen Unterstützung bekommen. Die unabhängige Asylverfahrensberatung soll flächendeckend ausgebaut, der Flüchtlingsrat Thüringen weiter institutionell gefördert werden. Im Bund will die Partei erreichen, dass die Unverletzlichkeit der Wohnung auch in Flüchtlingsunterkünften gilt.

Originalzitat anzeigen (Seite 56)
„Wir setzen uns gegenüber der Bundesregierung im Land für Aufnahmeprogramme und Abschiebestopps besonders schutzbedürftiger Gruppen“
Seite 56 im Original

Einordnung

  • Migrationdeutlich offen

    Abschiebestopps für ganze Gruppen, fortgesetzte Aufnahmeprogramme und ein Abschiebeschutz per Erlass gehen deutlich über die heutige Praxis hinaus.

Asylbewerberleistungsgesetz abschaffen, Einwanderungsgesetz schaffen

Die Linke will sich im Bundesrat dafür einsetzen, das Asylbewerberleistungsgesetz abzuschaffen, das sie als diskriminierend bewertet. An seine Stelle soll ein Einwanderungsgesetz treten, verbunden mit leichterem Zugang zu Sprachkursen, Integrationskursen und Arbeit.

Für Asylsuchende gilt ein eigenes Gesetz für Sozial-Leistungen. Die Linke findet dieses Gesetz ungerecht. Sie will es abschaffen. Dafür soll es ein neues Einwanderungs-Gesetz geben. Zugewanderte sollen leichter Deutsch lernen und arbeiten können.

Das Asylbewerberleistungsgesetz regelt gesonderte, meist niedrigere Leistungen für Asylsuchende. Die Partei will über den Bundesrat seine Abschaffung erreichen und ein Einwanderungsgesetz einführen, das sie als solidarisch beschreibt. Hürden beim Zugang zu Sprach- und Integrationskursen sowie zum Arbeitsmarkt sollen fallen. Das Programm nennt als Ziel, dass Zugewanderte so früh wie möglich selbst für ihren Lebensunterhalt sorgen können.

Originalzitat anzeigen (Seite 56)
„Im Bundesrat werden wir uns für eine Abschaffung des diskriminierenden Asylbewerberleistungsgesetzes zugunsten eines solidarischen Einwanderungsgesetzes einsetzen.“
Seite 56 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Ohne das Sondergesetz erhielten Asylsuchende reguläre, in der Regel höhere Sozialleistungen, was die öffentlichen Leistungen ausweitet.

  • Migrationdeutlich offen

    Ein bestehendes Sondergesetz für Asylsuchende soll ganz entfallen und durch ein neues Einwanderungsgesetz mit mehr Rechten ersetzt werden.

Beschränkungen beim Familiennachzug aufheben

Die Linke will im Bund erreichen, dass die Einschränkungen beim Familiennachzug entfallen. Eltern sollen auch dann nachziehen können, wenn ihre Kinder inzwischen volljährig sind. Ein Landesfonds soll finanzielle Lasten aus Verpflichtungserklärungen übernehmen.

Geflüchtete dürfen ihre Familie oft nur eingeschränkt nachholen. Die Linke will diese Grenzen abschaffen. Eltern sollen auch zu erwachsen gewordenen Kindern kommen dürfen. Das Land soll mit einem eigenen Geld-Topf helfen.

Die Forderung richtet sich an die Bundesebene, wo der Nachzug von Angehörigen geregelt ist. Der Elternnachzug soll auch gelten, wenn das Kind während des Verfahrens volljährig geworden ist. Mit einer Verpflichtungserklärung sagen Privatpersonen zu, für den Lebensunterhalt nachziehender Menschen aufzukommen. Für die daraus entstehenden Kosten will die Partei einen Fonds des Landes einrichten.

Originalzitat anzeigen (Seite 56)
„Wir werden uns auf Bundesebene für die Aufhebung des eingeschränkten Familiennachzuges und für den Elternnachzug zu mittlerweile volljährig gewordenen Kindern einsetzen.“
Seite 56 im Original

Einordnung

  • Migrationdeutlich offen

    Die heute geltende Begrenzung des Familiennachzugs soll ganz aufgehoben und der Kreis der Nachzugsberechtigten erweitert werden.

Uneingeschränkte Gesundheitsversorgung für Geflüchtete fortführen

Die Linke will Gesundheitskarte und anonymen Krankenschein beibehalten, damit Geflüchtete weiterhin ohne Einschränkung medizinisch versorgt werden. Zudem soll die psychosoziale und therapeutische Versorgung ausgebaut werden.

Geflüchtete sollen weiter zum Arzt gehen können. Dafür gibt es eine Gesundheits-Karte und den anonymen Kranken-Schein. Mit diesem Schein muss man seinen Namen nicht nennen. Die Linke will beides behalten. Es soll auch mehr Hilfe für die Seele geben.

Der anonyme Krankenschein ermöglicht Behandlung ohne Angabe der Identität. Das Programm sieht vor, den Ausbau psychosozialer und therapeutischer Angebote sicherzustellen. Dolmetscherkosten bei der medizinischen Behandlung sollen als Sozialleistung übernommen werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 59)
„Mit der Fortführung der Gesundheitskarte und des „anonymen Krankenscheins“ werden wir die uneingeschränkte medizinische Versorgung geflüchteter Menschen fortführen“
Seite 59 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Übersetzungsleistungen als Sozialleistung und mehr Therapieangebote bedeuten zusätzliche öffentliche Leistungen.

  • Migrationeher offen

    Bestehende Zugänge zur Gesundheitsversorgung für Geflüchtete sollen erhalten und um Therapie- und Übersetzungsleistungen erweitert werden, was deren Rechte schrittweise stärkt.

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