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parteiprogramm

SPD zu Umwelt und Tierschutz

Aus dem Programm „Klar und deutlich: Für Thüringen. Regierungsprogramm der SPD Thüringen“

Landtagswahl Thüringen 2024, 1. September 2024Original-PDF, 94 SeitenAnalyse vom 4. Oktober 2026

KIZusammenfassungen und Einordnungen auf dieser Seite hat eine KI erstellt. Ein Mensch prüft sie nicht einzeln. Wie sie entstehen

Einordnung beim Thema Umwelt und Tierschutz

Durchschnitt der Punkte auf dieser Seite. Die Einordnung erstellt eine KI.

Jede Achse misst ein Thema. Ein „links“ oder „rechts“ für alles gibt es hier nicht: Wirtschaft, Gesellschaft, Migration und Sicherheit stehen getrennt. Eingeordnet ist nur, was im Programm steht. So lesen Sie die Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat (-1), aus 6 Punkten

    Punkte je Stufe: 0 deutlich mehr Staat, 6 eher mehr Staat, 0 ausgewogen, 0 eher mehr Markt, 0 deutlich mehr Markt

  • Klimaeher Klimaschutz zuerst (-1), aus 1 Punkt

    Punkte je Stufe: 0 deutlich Klimaschutz zuerst, 1 eher Klimaschutz zuerst, 0 ausgewogen, 0 eher Wachstum zuerst, 0 deutlich Wachstum zuerst

Die kleinen Säulen unter den Balken zeigen, wie viele Punkte auf jeder der fünf Stufen liegen.

Höhere Tierwohlstandards und verpflichtendes Tierwohllabel

Die SPD will höhere Tierwohlstandards in Thüringen schnell, praktikabel und dauerhaft umsetzen. Zusätzlich setzt sie sich für eine verpflichtende Tierwohl-Kennzeichnung tierischer Produkte ein, die Verbraucherinnen und Verbrauchern Orientierung geben soll.

Die SPD will, dass es Tieren in Ställen besser geht. Die neuen Regeln sollen schnell kommen und lange halten. Auf Fleisch und anderen Tier-Produkten soll ein Zeichen stehen. Das Zeichen zeigt, wie die Tiere gelebt haben. Es soll Pflicht sein.

Die höheren Standards sollen sich sowohl in den rechtlichen Vorgaben als auch in den Förderprogrammen wiederfinden. Die Umsetzung soll schnell, praxistauglich und langfristig verlässlich sein. Das Programm betont zugleich, dass mehr Tierwohl und Nachhaltigkeit nicht auf Kosten der Betriebe und ihrer Beschäftigten gehen sollen.

Originalzitat anzeigen (Seite 30)
„Gleichzeitig werden wir uns weiter für ein verpflichtendes Tierwohllabel bei tierischen Produkten einsetzen, um Verbraucher:innen eine Orientierung zu liefern.“
Seite 30 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Eine verpflichtende Kennzeichnung und strengere Standards erweitern die Auflagen für Erzeuger und Handel schrittweise.

Hochwasser- und Dürrevorsorge durch Wassermanagement

Die SPD will Hochwasser durch die Entwicklung von Auen vorbeugen, damit mehr Wasser in der Fläche gehalten wird. Ein aktives Wassermanagement sieht sie als Aufgabe der öffentlichen Hand, auch zur Vorsorge gegen längere Dürren.

Die SPD will besser vor Hochwasser schützen. Flächen an Flüssen sollen mehr Wasser aufnehmen können. Der Staat soll sich aktiv um Wasser kümmern. Auch für trockene Zeiten soll es Vorsorge geben. Bis 2029 soll es dafür einen Plan geben.

Gestärkt werden sollen Nutzungen, die Auen zugleich als Lebens-, Wirtschafts- und Erholungsraum behandeln und sie widerstandsfähiger gegen Hochwasserschäden machen. Die Wasserversorgung von Land- und Forstwirtschaft soll standortnah gestärkt werden. Der Zustand von Drainagen und herrenlosen Speichern soll überprüft werden. Bis 2029 soll ein konkreter Fahrplan vorliegen, der auch kleinere Wasserspeicher einbezieht und Löschwasser sowie Grundwasserneubildung berücksichtigt.

Originalzitat anzeigen (Seite 32)
„Wir wollen Hochwasserereignissen durch eine konsequente Entwicklung der Auenräume entgegenwirken und so den Wasserrückhalt in der Fläche verbessern.“
Seite 32 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Wassermanagement wird ausdrücklich als Aufgabe der öffentlichen Hand benannt und soll ausgebaut werden.

Wald erhalten und Landeswald nicht verkaufen

Die SPD will den Wald erhalten, seinen Zustand verbessern und eine nachhaltige, naturgemäße Bewirtschaftung entwickeln. Einen Verkauf von Wald im Landesbesitz lehnt sie ab. Die Jagd soll sich stärker am Zustand des Waldes ausrichten.

Die SPD will den Wald schützen und verbessern. Wald, der dem Land gehört, soll nicht verkauft werden. Auch private Wald-Flächen sollen besser genutzt werden. Die Jagd soll sich danach richten, wie es dem Wald geht.

Alle Funktionen des Waldes sollen gleichrangig berücksichtigt und die Wertschöpfung der Forstwirtschaft ausgebaut werden. Ein Programm soll weitere Privatwaldflächen für die Bewirtschaftung gewinnen. Die Gemeinschaftsforstämter und die Holzvermarktung über Eigentumsgrenzen hinweg sollen bleiben, ebenso privatrechtliche Zusammenschlüsse von Waldbesitzern. Die Bejagung soll sich künftig mehr am jeweiligen Waldzustand als an Abschussplänen orientieren, um eine angemessene Wilddichte und stabile, vielfältige Wälder zu erreichen. Außerdem unterstützt die SPD nachhaltige Teichwirtschaft und durchgängige Gewässer für wandernde Fische.

Originalzitat anzeigen (Seite 33)
„Wir werden ein Programm zur Mobilisierung weiterer Privatwaldflächen auf den Weg bringen. Den Verkauf von landeseigenem Wald lehnen wir ab.“
Seite 33 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Die SPD verteidigt öffentliches Eigentum am Landeswald ausdrücklich gegen einen Verkauf und hält an staatlichen Forststrukturen fest.

Artenvielfalt und Naturlandschaften schützen

Die SPD will den Verlust von Arten und Lebensräumen mit konkreten Maßnahmen bremsen und wertvolle Landschaften bewahren. Im Südharz soll der Abbau von Naturgips enden und ein länderübergreifendes Biosphärenreservat entstehen.

Die SPD will Tiere, Pflanzen und Landschaften besser schützen. Im Südharz soll kein Naturgips mehr abgebaut werden. Dort soll ein großes Schutzgebiet entstehen. Bauern sollen genug Geld bekommen, wenn sie die Natur schützen.

Die Biodiversitätsstrategie der EU und der Aktionsplan Insektenschutz sollen mit Maßnahmen unterlegt werden. Zum Gipsausstieg will die SPD an ökologischem Bauen, etwa mit Lehm und Stroh, und an Ersatzstoffen für Gips forschen lassen. Landwirte sollen für ökologische Leistungen kostendeckend bezahlt werden; EU-Agrarmittel sollen mehr Ökolandbau und extensive Bewirtschaftung fördern. Naturschutzbehörden, Verbände und Natura-2000-Stationen sollen enger als Netzwerk arbeiten, unter dem Leitgedanken „Erhalt durch Nutzung“. Der Nationalpark Hainich soll geschützt und weiterentwickelt werden, und die Salzbelastung der Werra soll sinken.

Originalzitat anzeigen (Seite 76)
„Der Ausstieg aus dem Naturgipsabbau muss das Hauptziel im Südharz bleiben, um diese einmaligen Landschaften zu erhalten.“
Seite 76 im Original

Einordnung

Dieser Punkt berührt keine der Achsen.

Kreislaufwirtschaft aufbauen und Müll vermeiden

Die SPD will eine Kreislaufwirtschaft, in der Rohstoffe wiederverwendet statt weggeworfen werden. Im Mittelpunkt stehen weniger Müll, Recycling und Reparatur; Einwegverpackungen sollen möglichst gar nicht mehr hergestellt werden.

Die SPD will, dass weniger weggeworfen wird. Dinge sollen repariert und wiederverwertet werden. Das nennt man Kreislauf-Wirtschaft. Es soll viel weniger Einweg-Verpackungen geben. Die Gebühren für Müll sollen für alle tragbar sein.

Die Partei sagt gezielte Investitionen zu, vor allem in die Entwicklung und Weitergabe neuer Verfahren. Sie unterstützt das Bundesprogramm gegen Plastikmüll. Bei den Abfallgebühren will sie Satzungen, die für alle verträglich sind. Bei der Abwasserentsorgung soll das Solidarprinzip gelten.

Originalzitat anzeigen (Seite 77)
„Das Ziel einer Kreislaufwirtschaft in Thüringen steht für uns an erster Stelle.“
Seite 77 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Das Land soll mit öffentlichen Investitionen den Umbau zu einer Kreislaufwirtschaft lenken.

Wälder klimafest umbauen

Die SPD will die Wälder in Thüringen ökologisch umbauen, damit sie dem Klimawandel und Schädlingen besser standhalten. Eigene Programme sollen neben dem Landesforst auch private Waldbesitzer und Kommunen unterstützen.

Die SPD will den Wald in Thüringen umbauen. Der Wald soll Hitze und Schädlinge besser aushalten. Dafür gibt es Geld für das Land, für Gemeinden und für private Wald-Besitzer. Ein Teil des Geldes soll aus Windrädern im Wald kommen.

Auf geschädigten Flächen sollen sowohl neu gepflanzt als auch, vor allem im Staatswald, die natürliche Wiederbewaldung zugelassen werden. Die Aufforstung soll dauerhaft aus Einnahmen von Windrädern im Wald bezahlt werden. Gefördert werden zudem strukturreiche Waldränder und neue Feldhecken als Rückzugsorte für bedrohte Tiere. In den Forstrevieren sollen das Personal und die Rolle der Waldarbeiter gestärkt werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 77)
„Wir forcieren den ökologischen und klimarobusten Waldumbau in Thüringen.“
Seite 77 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Neue Förderprogramme des Landes und mehr Forstpersonal bedeuten zusätzliche öffentliche Leistungen.

Flächenverbrauch auf netto null senken

Die SPD will den Verbrauch neuer Flächen begrenzen und bis 2027 einen Masterplan vorlegen, der auf netto null Flächenverbrauch zielt. Sie begründet das mit dem Verlust von Artenvielfalt, Grünland und Ackerböden durch Versiegelung.

Die SPD will, dass weniger Boden zugebaut wird. Bis 2027 soll es dafür einen Plan geben. Das Ziel heißt: Unter dem Strich wird keine neue Fläche verbraucht. In Orten soll man erst alte Häuser abreißen oder sanieren. Erst danach kommen neue Wohngebiete.

Wird Fläche in Anspruch genommen, soll der Ausgleich ökologisch wirksam und dauerhaft sein; dafür ist ein landesweiter Ausgleichspool vorgesehen. Vor allem auf dem Land sollen höhere Fördersätze für Abriss oder energetische Sanierung die Entwicklung im Ortskern anreizen. Abriss und Sanierung in der Innenstadt sollen Vorrang vor neuen Wohngebieten bekommen. Böden beschreibt das Programm als begrenztes Gut.

Originalzitat anzeigen (Seite 77)
„Wir begrenzen den Flächenverbrauch und werden eine Flächenkreislaufwirtschaft einführen.“
Seite 77 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Neue Vorgaben für die Flächennutzung und ein Vorrang der Innenentwicklung regulieren Bauen stärker als heute.

  • Klimaeher Klimaschutz zuerst

    Weniger Versiegelung soll unter anderem Treibhausgase aus dem Verlust von Grünland vermeiden, auch wenn das neue Baugebiete einschränkt.

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Alle Programme in Thüringen im Vergleich