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SPD zu Migration und Integration

Aus dem Programm „Klar und deutlich: Für Thüringen. Regierungsprogramm der SPD Thüringen“

Landtagswahl Thüringen 2024, 1. September 2024Original-PDF, 94 SeitenAnalyse vom 4. Oktober 2026

KIZusammenfassungen und Einordnungen auf dieser Seite hat eine KI erstellt. Ein Mensch prüft sie nicht einzeln. Wie sie entstehen

Einordnung beim Thema Migration und Integration

Durchschnitt der Punkte auf dieser Seite. Die Einordnung erstellt eine KI.

Jede Achse misst ein Thema. Ein „links“ oder „rechts“ für alles gibt es hier nicht: Wirtschaft, Gesellschaft, Migration und Sicherheit stehen getrennt. Eingeordnet ist nur, was im Programm steht. So lesen Sie die Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat (-1), aus 1 Punkt

    Punkte je Stufe: 0 deutlich mehr Staat, 1 eher mehr Staat, 0 ausgewogen, 0 eher mehr Markt, 0 deutlich mehr Markt

  • Migrationeher offen (-1,1), aus 7 Punkten

    Punkte je Stufe: 1 deutlich offen, 6 eher offen, 0 ausgewogen, 0 eher restriktiv, 0 deutlich restriktiv

Die kleinen Säulen unter den Balken zeigen, wie viele Punkte auf jeder der fünf Stufen liegen.

Wahlrecht für dauerhaft hier lebende Ausländer ausweiten

Die SPD will, dass EU-Bürgerinnen und -Bürger, die dauerhaft in Thüringen leben, auch bei Landtags- und Bundestagswahlen abstimmen dürfen. Menschen aus Nicht-EU-Staaten mit dauerhaftem Wohnsitz sollen das Kommunalwahlrecht erhalten.

Viele Menschen ohne deutschen Pass leben lange in Thüringen. Die SPD will ihnen mehr Wahl-Rechte geben. Menschen aus EU-Ländern sollen den Landtag und den Bundestag mitwählen. Menschen aus anderen Ländern sollen in ihrer Stadt oder Gemeinde wählen dürfen.

Das Vorhaben steht im Zusammenhang mit dem Ziel der SPD, eine gleichberechtigte politische, wirtschaftliche und soziale Teilhabe zu erreichen. Für das Wahlrecht von EU-Bürgern auf Landes- und Bundesebene will sich die Partei einsetzen. Das kommunale Wahlrecht soll auf Staatsangehörige von Drittstaaten ausgedehnt werden, sofern sie dauerhaft im Land leben.

Originalzitat anzeigen (Seite 18)
„Wir wollen das Wahlrecht auf kommunaler Ebene auch für dauerhaft hier lebende Staatsangehörige außerhalb der Europäischen Union ermöglichen.“
Seite 18 im Original

Einordnung

  • Migrationdeutlich offen

    Ein Wahlrecht für Menschen ohne deutsche Staatsangehörigkeit über den heutigen Stand hinaus wäre eine grundlegende Erweiterung der Rechte Zugewanderter.

Integration und Fachkräftezuwanderung erleichtern

Die SPD versteht Zuwanderung als Chance gegen den demografischen Wandel und den Fachkräftemangel. Sie will Geflüchteten den Weg in Arbeit erleichtern, ausländische Abschlüsse leichter anerkennen und Verfahren gemeinsam mit dem Bund beschleunigen.

Die SPD findet: Zuwanderung hilft Thüringen, weil Arbeitskräfte fehlen. Geflüchtete sollen leichter arbeiten dürfen. Es soll mehr Sprach-Kurse für den Beruf geben. Abschlüsse aus dem Ausland sollen leichter anerkannt werden. Wer Schutz braucht, soll in Thüringen Asyl bekommen.

Geplant ist ein Ausbildungsprogramm für ausländische Fachkräfte mit individueller Betreuung und Sprachkursen. Die SPD begrüßt, dass der Arbeitsmarkt für beruflich Qualifizierte aus Nicht-EU-Staaten geöffnet wurde und ein Wechsel vom Asylverfahren in die Arbeitsmigration möglich ist. Kommunale Ausländerbeiräte und Migrantenselbstorganisationen sollen weiter unterstützt werden. Verwaltung und Bildungseinrichtungen sollen sich interkulturell weiter öffnen, und das Thüringer Integrationskonzept soll fortgeschrieben werden. Thüringen soll weiterhin Menschen aus Kriegs- und Krisengebieten aufnehmen.

Originalzitat anzeigen (Seite 18)
„Geflüchteten soll der Zugang zum Arbeitsmarkt erleichtert werden. Insbesondere das Angebot an Fachsprachkursen muss ausgebaut werden.“
Seite 18 im Original

Einordnung

  • Migrationeher offen

    Arbeitsmarktzugang, Anerkennung von Abschlüssen und Zuwanderungsverfahren sollen innerhalb des bestehenden Rechts erleichtert werden.

Integrations- und Sprachangebote für alle Zugewanderten öffnen

Die SPD will Sprachkurse, Integrations- und Qualifizierungsangebote allen Zugewanderten zugänglich machen, gleich aus welchem Land sie kommen und wie ihre Aussicht auf einen Verbleib ist. Sprache gilt dem Programm als Voraussetzung für Teilhabe. Außerdem sollen der Familiennachzug einfacher abgewickelt und Arbeitserlaubnisse für Geduldete leichter erteilt werden.

Die SPD will Sprachkurse für alle Zugewanderten. Es soll egal sein, woher jemand kommt. Es soll auch egal sein, ob jemand bleiben darf. Geduldete Menschen sollen leichter arbeiten dürfen. Familien sollen einfacher nachkommen können.

Das Landesprogramm „Start Deutsch“ soll ausgebaut und die Sozialbetreuungsrichtlinie fortgeschrieben werden. Ein Schwerpunkt liegt auf Kindern und Jugendlichen, die früh und individuell gefördert werden sollen, damit keine Nachteile entstehen. Durch gezielte Ansprache will die SPD mehr Lehr- und Erziehungskräfte mit Migrationsgeschichte gewinnen. Für die Integration in Wohnquartieren ist ein Förderprogramm vorgesehen, und das Engagement von Zugewanderten soll gestärkt werden. Beim Familiennachzug geht es um ein einfacheres Verfahren zur Anwendung der Bundesregeln.

Originalzitat anzeigen (Seite 19)
„Der Zugang zu Angeboten für Integration, Sprache und Qualifizierung soll Menschen aus dem Ausland, unabhängig vom Herkunftsland und der Bleibeperspektive, gesichert werden“
Seite 19 im Original

Einordnung

  • Migrationeher offen

    Der Zugang zu Kursen soll auf Menschen ohne gute Bleibeperspektive ausgeweitet und Arbeit für Geduldete erleichtert werden, was die Rechte Zugewanderter schrittweise erweitert.

Geflüchtete menschenwürdig aufnehmen und unterbringen

Die SPD bekennt sich zur humanitären Aufnahme von Geflüchteten in Thüringen und will verbindliche, landesweit gleiche Mindeststandards für Unterkünfte. Alle sollen fair und würdig behandelt werden, unabhängig von ihren Chancen im Asylverfahren.

Die SPD will Geflüchtete in Thüringen aufnehmen. Alle sollen fair behandelt werden. Für Unterkünfte sollen überall gleiche Regeln gelten. Die Regeln sollen ein würdiges Wohnen sichern. Kranke und besonders schwache Menschen sollen besondere Hilfe bekommen.

Die Mindestanforderungen sollen für Aufnahme- und Gemeinschaftsunterkünfte gelten. Die psychosoziale Beratungsstelle refugio e.V. soll dauerhaft vom Land gefördert werden, damit traumatisierte Geflüchtete Hilfe finden, die das Regelsystem nicht bietet. Für besonders Schutzbedürftige wie unbegleitete Minderjährige, Schwangere, Alleinerziehende und schwer Erkrankte will die SPD die vorhandenen Versorgungsstrukturen erhalten. Diese sollen am heutigen und erwarteten Bedarf gemessen und angepasst werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 19)
„Auf dieser Grundlage bekennen wir uns zur humanitären Aufnahme und Unterbringung von Geflüchteten in Thüringen.“
Seite 19 im Original

Einordnung

  • Migrationeher offen

    Verbindliche Mindeststandards für Unterkünfte und gesicherte Hilfen für Schutzbedürftige stärken den Schutz Geflüchteter innerhalb des bestehenden Systems.

Landesamt für Migration und Integration einrichten

Die SPD will ein Landesamt für Migration und Integration schaffen, das Fachwissen an einer Stelle zusammenführt. Das soll nach dem Programm auch helfen, Fachkräfte für den Arbeitsmarkt zu gewinnen. Die Ausländerbehörden der Kommunen sollen zu Integrations- und Servicebehörden werden.

Die SPD will ein neues Amt für Migration und Integration. Dort soll das Fachwissen an einem Ort sein. Das soll auch helfen, Fachkräfte zu finden. Die Ausländer-Behörden sollen mehr Service bieten. Sie sollen bei der Integration helfen.

Das neue Landesamt soll Kompetenzen bündeln, damit Migration und Integration aus Sicht der SPD erfolgreich gestaltet werden können. Als erwünschte Folge nennt das Programm die Gewinnung von Fachkräften. Die Kommunen gelten als der Ort, an dem Integration gelingt. Mit Hilfe des Landes sollen die kommunalen Ausländerbehörden zu Serviceeinrichtungen werden, die sich als Integrationsbehörden verstehen.

Originalzitat anzeigen (Seite 19)
„Mit der Einrichtung eines Landesamtes für Migration und Integration bündeln wir Fachkompetenzen und Expertise effizient an einem Ort.“
Seite 19 im Original

Einordnung

  • Migrationeher offen

    Ein neues Landesamt und der Umbau der Ausländerbehörden zu Integrations- und Servicestellen richten die Verwaltung stärker auf Integration und Zuwanderung von Fachkräften aus.

Ausländische Fachkräfte gezielt anwerben

Die SPD will die Anwerbung von Fachkräften aus dem Ausland an einer zentralen Stelle koordinieren und dafür die Thüringer Agentur für Fachkräftegewinnung weiterentwickeln. Abschlüsse sollen einfacher anerkannt werden. Staatliche Zuschüsse für die Anwerbung sollen nur Betriebe mit Tarifvertrag und Integrationsangeboten erhalten.

Thüringen braucht mehr Fachkräfte. Die SPD will Fachkräfte aus dem Ausland holen. Eine zentrale Stelle soll das organisieren. Abschlüsse aus dem Ausland sollen leichter gelten. Geld vom Staat gibt es nur für Firmen mit Tarifvertrag.

Die Anerkennung von Schul- und Berufsabschlüssen soll durch weniger Bürokratie einfacher werden, ebenso der Zugang über einen Quereinstieg. Die SPD unterstützt das Pilotvorhaben einer German Professional School, die junge Menschen aus Drittstaaten in einem Jahr auf Ausbildung und Leben in Deutschland vorbereitet und an Betriebe vermittelt. Alle Zugewanderten sollen ein Kursangebot für Sprache und Integration bekommen und bis zum Berufseinstieg begleitet werden. Projekte gegen Diskriminierung im Betrieb sollen gefördert werden. Geförderte Betriebe müssen ihrer Belegschaft verpflichtende Integrationsmaßnahmen anbieten.

Originalzitat anzeigen (Seite 22)
„Wir werden eine zentrale, koordinierende Stelle für die Anwerbung ausländischer Fachkräfte einsetzen.“
Seite 22 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Die Förderung wird an Tarifverträge und Integrationsangebote geknüpft, was Unternehmen zusätzliche Bedingungen auferlegt.

  • Migrationeher offen

    Anwerbung, einfachere Anerkennung von Abschlüssen und eine Vorbereitungsschule für junge Menschen aus Drittstaaten erleichtern die Zuwanderung in den Arbeitsmarkt.

Einreise und Aufenthalt für internationale Studierende erleichtern

Die SPD will die Regeln für Einreise, Aufenthalt und Anmeldung für Studierende und Forschende aus dem Ausland vereinfachen, auch über Initiativen im Bund. Absolventen sollen nach dem Abschluss länger Zeit haben, eine Stelle oder den nächsten Qualifizierungsschritt zu finden.

Die SPD will es Studierenden aus anderen Ländern leichter machen. Das gilt auch für Forscherinnen und Forscher. Die Regeln für Einreise und Aufenthalt sollen einfacher werden. Nach dem Abschluss sollen sie mehr Zeit für die Suche nach Arbeit haben.

Die Vereinfachung soll auch durch Vorstöße auf Bundesebene erreicht werden. In den Behörden sollen Ansprechpersonen bereitstehen, die Englisch sprechen; das Programm nennt dies einen Bestandteil einer Willkommenskultur. Das Aufenthaltsrecht soll so reformiert werden, dass Absolventen und Promovierte nach ihrem Abschluss mehr Zeit für den Berufseinstieg oder die nächste akademische Stufe erhalten.

Originalzitat anzeigen (Seite 68)
„die Einreise-, Aufenthalts- und Melderegularien für internationale Studierende und Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler vereinfachen“
Seite 68 im Original

Einordnung

  • Migrationeher offen

    Einfachere Einreise- und Aufenthaltsregeln und längere Fristen nach dem Abschluss erleichtern die Zuwanderung einer bestimmten Gruppe schrittweise.

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