Zum Inhalt springen
parteiprogramm

AfD zu Kultur und Medien

Aus dem Programm „Alles für Thüringen! Wahlprogramm der AfD Thüringen zur Landtagswahl 2024“

Landtagswahl Thüringen 2024, 1. September 2024Original-PDF, 148 SeitenAnalyse vom 2. Oktober 2026

KIZusammenfassungen und Einordnungen auf dieser Seite hat eine KI erstellt. Ein Mensch prüft sie nicht einzeln. Wie sie entstehen

Einordnung beim Thema Kultur und Medien

Durchschnitt der Punkte auf dieser Seite. Die Einordnung erstellt eine KI.

Jede Achse misst ein Thema. Ein „links“ oder „rechts“ für alles gibt es hier nicht: Wirtschaft, Gesellschaft, Migration und Sicherheit stehen getrennt. Eingeordnet ist nur, was im Programm steht. So lesen Sie die Einordnung

  • Wirtschaftausgewogen (+0,3), aus 4 Punkten

    Punkte je Stufe: 0 deutlich mehr Staat, 1 eher mehr Staat, 2 ausgewogen, 0 eher mehr Markt, 1 deutlich mehr Markt

  • Gesellschafteher konservativ (+1,3), aus 3 Punkten

    Punkte je Stufe: 0 deutlich progressiv, 0 eher progressiv, 0 ausgewogen, 2 eher konservativ, 1 deutlich konservativ

Die kleinen Säulen unter den Balken zeigen, wie viele Punkte auf jeder der fünf Stufen liegen.

Rundfunkbeitrag abschaffen und Rundfunk verkleinern

Die AfD will den öffentlich-rechtlichen Rundfunk grundlegend neu ordnen, weil er aus ihrer Sicht unausgewogen, politisch einseitig und nicht regierungsfern ist. Dazu sollen die Staatsverträge gekündigt, der Rundfunkbeitrag abgeschafft und die Zahl der Anstalten deutlich verringert werden.

Die AfD will den öffentlichen Rundfunk stark verändern. Niemand soll mehr den Rundfunk-Beitrag zahlen müssen. Es soll viel weniger Sender geben. Die Sender sollen nur noch das Wichtigste zeigen, zum Beispiel Nachrichten. Die AfD findet den Rundfunk heute einseitig und zu teuer.

Ein verkleinerter Rundfunk soll sich auf eine Grundversorgung mit Nachrichten, Information, Wissenschaft und Regionalem beschränken. Kommunale Verwaltungen sollen säumige Beitragszahler nicht mehr verfolgen. Das Programm kritisiert Gendersprache, Angebote wie den Kinderkanal und „Funk“, hohe Personal- und Pensionskosten sowie Skandale in den Sendern. Parteipolitisch besetzte Aufsichtsgremien sollen keinen Einfluss nehmen können. Online-Angebote der Anstalten sollen den Wettbewerb mit privaten Anbietern nicht verzerren, und Lizenzen sowie Frequenzen sollen diskriminierungsfrei vergeben werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 16)
„Um eine Grunderneuerung des ÖRR rasch herbeizuführen, wollen wir die Staats- und Medienstaatsverträge kündigen.“
Seite 16 im Original

Einordnung

  • Wirtschaftdeutlich mehr Markt

    Die Abschaffung des Pflichtbeitrags und der Rückbau der öffentlichen Anstalten zugunsten privater Anbieter verringern ein öffentliches Angebot grundlegend.

  • Gesellschafteher konservativ

    Die Kritik an Gendersprache und an einer Überrepräsentation von Minderheiten im Programm zielt auf eine Abkehr von progressiven Inhalten.

Deutsch als Landessprache in der Verfassung verankern

Die AfD will Deutsch als Landessprache in die Thüringer Verfassung und ins Grundgesetz schreiben. Der Staat soll dadurch verpflichtet werden, die Sprache zu pflegen und gegen ihre Vernachlässigung vorzugehen. Gendersprache lehnt die Partei ab.

Die AfD will Deutsch in die Verfassung schreiben. Die Verfassung ist das wichtigste Gesetz. Der Staat soll die deutsche Sprache dann schützen und pflegen. Die AfD ist gegen das Gendern.

Das Programm sieht in der Sprache das verbindende Element unter Deutschen und zwischen Deutschen und hier lebenden Ausländern. Als Bedrohungen nennt es die Globalisierung, Migration und eine Geringschätzung der eigenen Kultur in Wirtschaft und Wissenschaft. Das Gendern wertet die Partei als politischen Angriff, mit dem Bürger beeinflusst und Traditionen zerstört werden sollen. Die Verankerung in beiden Verfassungen soll den Staat zur Sprachpflege verpflichten.

Originalzitat anzeigen (Seite 114)
„fordert die Thüringer AfD die Festschreibung des Deutschen als Landessprache in der Thüringer Verfassung wie auch im Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland.“
Seite 114 im Original

Einordnung

  • Gesellschaftdeutlich konservativ

    Eine neue Verfassungsbestimmung zum Schutz der deutschen Sprache und die Ablehnung des Genderns zielen auf die Bewahrung überlieferter Kultur.

Theater erhalten, Breitenkultur gleichrangig finanzieren

Die AfD will das Netz der Theater und Orchester erhalten und verlässlich finanzieren. Zugleich kritisiert sie steigende Zuschüsse in Einzelfällen und will die Kulturfinanzierung so ordnen, dass die Breitenkultur nicht benachteiligt wird. Eine aus ihrer Sicht einseitige politische Ausrichtung der Theater will sie beenden.

Die AfD will Theater und Orchester erhalten. Sie sollen sicher Geld bekommen. Manche Theater kosten aus Sicht der AfD aber zu viel. Auch Freibäder und Weihnachts-Märkte sollen bleiben. Theater sollen keine Partei-Politik machen.

Das Programm nennt Erfurt als Beispiel für Zuschüsse, die immer weiter steigen, während etwa kommunale Schwimmbäder aus Geldmangel schließen. Darüber soll offen diskutiert werden, mit dem Ziel einer angemessenen Verteilung zwischen Hoch- und Breitenkultur. Angebote der Volkskultur wie Weihnachtsmärkte und Freibäder sollen besonders auf dem Land bestehen bleiben. Kommunen sollen durch Aufgaben von Bund und Land nicht gezwungen sein, bei der Kultur zu sparen. Wo staatlich geförderte Theater nach Ansicht der Partei eine parteipolitische Linie verfolgen, sieht sie die Freiheit der Kunst gefährdet.

Originalzitat anzeigen (Seite 115)
„Die Thüringer Theater und Orchester mit ihren ausgezeichneten Ensembles müssen weiterhin mit einer sicheren Finanzierung rechnen können.“
Seite 115 im Original

Einordnung

  • Wirtschaftausgewogen

    Die öffentliche Kulturfinanzierung soll bestehen bleiben, aber zwischen Theatern und Breitenkultur anders verteilt und im Einzelfall hinterfragt werden.

Kulturförderung stärker in die Kommunen verlagern

Die AfD will, dass Städte, Gemeinden und Regionen mehr Möglichkeiten bei der Kulturförderung bekommen. Damit will sie einer aus ihrer Sicht zentralisierten und politisierten Kulturlandschaft entgegenwirken.

Die AfD will mehr Kultur-Förderung vor Ort. Städte und Gemeinden sollen mehr selbst entscheiden. Die AfD findet: Die Politik mischt sich zu sehr in die Kultur ein. Das soll sich ändern.

Nach Ansicht der AfD ist der Kulturbetrieb zu nah an der Politik, sodass eine Art Staatskunst entstehe. Als ersten Schritt sollen Kommunen mehr Spielraum bei der Förderung erhalten. Künstler, die im gegenwärtigen politischen Umfeld keine Anerkennung finden, sollen ihre Werke anderweitig zeigen können, etwa in unabhängigen Jahresausstellungen. Kommunale Verwaltungen sollen dafür großzügig Räume zur Verfügung stellen.

Originalzitat anzeigen (Seite 118)
„die Spielräume und die Möglichkeiten der kommunalen Kulturförderung zu vergrößern und kulturpolitische Verantwortung stärker lokal und regional zu verankern“
Seite 118 im Original

Einordnung

Dieser Punkt berührt keine der Achsen.

Denkmäler erhalten und Auflagen begrenzen

Die AfD will Denkmäler in Thüringen erhalten, besonders auf dem Land, und fordert dafür Landeshilfe für die Kommunen. Zugleich sollen Denkmalschutzauflagen private Sanierungen nicht unwirtschaftlich machen.

Die AfD will Denkmäler in Thüringen erhalten. Das Land soll den Gemeinden dabei helfen. Die Regeln für geschützte Häuser sollen nicht zu streng sein. Sonst lohnt sich das Sanieren für Besitzer nicht.

Das Programm bezeichnet Denkmäler als Zeugnisse von Kultur, Geschichte und Identität. Neben bekannten Bauwerken wie der Wartburg nennt es auch regional bedeutsame und private Baudenkmäler. Das Land soll die Kommunen bei der Pflege angemessen unterstützen. Bei Gebäuden ohne öffentliches Interesse sollen die Vorschriften so gestaltet sein, dass Sanierung oder Umbau für private Zwecke rentabel bleibt. Auflagen dürften den Erhalt geschützter Bauten nicht faktisch verhindern.

Originalzitat anzeigen (Seite 119)
„Kommunen müssen zur Pflege und Bewahrung ihrer Denkmäler angemessen vom Land unterstützt werden.“
Seite 119 im Original

Einordnung

  • Wirtschaftausgewogen

    Der Punkt verbindet mehr Landesmittel für Kommunen mit lockereren Auflagen für private Eigentümer und nimmt damit keine klare Seite ein.

Weiteres Investitionsprogramm für Schlösser und Gärten

Die AfD will den Investitionsstau bei Thüringens Schlössern, Burgen und Gärten abbauen. Sie fordert, die laufenden Finanzierungspläne an gestiegene Baupreise anzupassen und nach 2027 ein weiteres Sonderprogramm aufzulegen.

Thüringen hat viele Schlösser und Gärten. Viele davon brauchen eine Renovierung. Die AfD will dafür mehr Geld. Nach 2027 soll es ein neues Programm geben.

Das Programm verweist auf die Residenzkultur Thüringens und ihre Bedeutung für den Tourismus. Die AfD begrüßt das Sonderinvestitionsprogramm 1 des Bundes, das bis 2027 mit 200 Millionen Euro Kulturgüter im Land fördert. Wegen höherer Baupreise sollen die Finanzierungspläne geprüft und angepasst werden. Danach soll ein Anschlussprogramm folgen.

Originalzitat anzeigen (Seite 119)
„Zusätzlich setzen wir uns für die Initiierung eines weiteren Sonderinvestitionsprogramms nach 2027 ein.“
Seite 119 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Die bestehende öffentliche Förderung soll aufgestockt und durch ein Folgeprogramm verlängert werden, was mehr staatliche Investitionen bedeutet.

Christliche Werte bewahren, Kirchen aus Politik heraushalten

Die AfD bekennt sich zu Werten christlichen Ursprungs und zur Trennung von Staat und Kirche. Sie kritisiert, dass die Kirchen in Thüringen sich politisch äußern, und sieht darin eine Verfehlung ihres Auftrags.

Die AfD steht zu christlichen Werten. Staat und Kirche sollen getrennt bleiben. Die AfD findet: Die Kirchen machen zu viel Politik. Sie sollen sich um Seelsorge kümmern.

Laut Programm hat das Christentum die europäische Kultur und das Freiheitsdenken geprägt. Die AfD verurteilt Antisemitismus und verweist auf gemeinsame Werte von Judentum und Christentum. Sie wirft den Kirchen vor, sich die Agenda der Landesregierung zu eigen zu machen und gegen die Opposition aufzutreten. Als Beispiele nennt sie Kirchenasyl, Einsatz für Einwanderung und Klimaschutz, Gendern sowie die Haltung der Kirchen in der Corona-Zeit. Aus Sicht der Partei sollten Seelsorge und Mission im Mittelpunkt stehen.

Originalzitat anzeigen (Seite 120)
„Die Thüringer AfD bekennt sich zu den Werten, die aus dem Christentum hervorgegangen sind, und setzt sich insbesondere für die Trennung von Staat und Kirche ein.“
Seite 120 im Original

Einordnung

  • Gesellschafteher konservativ

    Der Punkt betont christlich geprägte Werte als Grundlage und lehnt kirchliches Engagement für Themen wie Einwanderung oder Gendern ab, ohne Rechtsänderungen zu fordern.

Was sagen die anderen Parteien zu Kultur und Medien?

Alle Programme in Thüringen im Vergleich