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SPD zur inneren Sicherheit

Aus dem Programm „Klar und deutlich: Für Thüringen. Regierungsprogramm der SPD Thüringen“

Landtagswahl Thüringen 2024, 1. September 2024Original-PDF, 94 SeitenAnalyse vom 4. Oktober 2026

KIZusammenfassungen und Einordnungen auf dieser Seite hat eine KI erstellt. Ein Mensch prüft sie nicht einzeln. Wie sie entstehen

Einordnung beim Thema Innere Sicherheit

Durchschnitt der Punkte auf dieser Seite. Die Einordnung erstellt eine KI.

Jede Achse misst ein Thema. Ein „links“ oder „rechts“ für alles gibt es hier nicht: Wirtschaft, Gesellschaft, Migration und Sicherheit stehen getrennt. Eingeordnet ist nur, was im Programm steht. So lesen Sie die Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat (-1), aus 4 Punkten

    Punkte je Stufe: 0 deutlich mehr Staat, 4 eher mehr Staat, 0 ausgewogen, 0 eher mehr Markt, 0 deutlich mehr Markt

  • Bürgerrechte und Sicherheitausgewogen (+0,3), aus 8 Punkten

    Punkte je Stufe: 0 deutlich Bürgerrechte zuerst, 2 eher Bürgerrechte zuerst, 2 ausgewogen, 4 eher Sicherheit und Ordnung zuerst, 0 deutlich Sicherheit und Ordnung zuerst

  • Gesellschafteher progressiv (-1), aus 2 Punkten

    Punkte je Stufe: 0 deutlich progressiv, 2 eher progressiv, 0 ausgewogen, 0 eher konservativ, 0 deutlich konservativ

Die kleinen Säulen unter den Balken zeigen, wie viele Punkte auf jeder der fünf Stufen liegen.

Polizei personell aufstocken und besser ausstatten

Die SPD will mehr Personal bei der Thüringer Polizei, um die Präsenz im ganzen Land zu verbessern. Jährlich sollen dauerhaft 300 Anwärterinnen und Anwärter eingestellt werden. Einsatzkräfte sollen besser geschützt und der Polizeiberuf attraktiver werden.

Die SPD will mehr Polizisten in Thüringen. Jedes Jahr sollen 300 neue Leute die Ausbildung beginnen. Die Polizei soll überall im Land vor Ort sein. Wer Einsatz-Kräfte angreift, soll härter bestraft werden. Polizei-Gebäude sollen saniert werden.

Zusätzliche Stellen sollen eine langfristig tragfähige Personalstruktur schaffen, und die neuen Stellen für Kontaktbereichsbeamte sollen zügig besetzt werden. Bodycams sollen landesweit eingesetzt werden, zum Schutz der Einsatzkräfte und zur Beweissicherung. Die SPD unterstützt Gesetzesinitiativen für schärfere Straftatbestände bei Angriffen auf Polizei- und Rettungskräfte. Innerhalb von fünf Jahren soll ein verkürzter Aufstieg in die nächsthöhere Laufbahn nach dem Vorbild der Bundespolizei verankert werden, als Schritt zur zweigeteilten Laufbahn. Ein Investitionsprogramm soll den Sanierungsstau bei Polizeigebäuden beseitigen, und das Bildungszentrum Meiningen soll zu einem modernen Campus weiterentwickelt werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 34)
„Wir werden die Personalausstattung der Thüringer Polizei weiter erhöhen, um die Präsenz in der Fläche zu verbessern.“
Seite 34 im Original

Einordnung

  • Bürgerrechte und Sicherheiteher Sicherheit und Ordnung zuerst

    Mehr Polizeipersonal, landesweite Bodycams und die Unterstützung schärferer Strafvorschriften stärken die Sicherheitsbehörden schrittweise.

Polizeiberuf besser vergüten und vielfältiger machen

Die SPD will den Polizeidienst attraktiver machen, unter anderem durch freie Heilfürsorge für alle Polizistinnen und Polizisten und ein neues Zulagensystem. Außerdem sollen mehr Frauen in Führungspositionen kommen und mehr Menschen mit unterschiedlichem Hintergrund für den Beruf gewonnen werden.

Die SPD will, dass mehr Menschen zur Polizei gehen. Polizisten sollen freie Heilfürsorge bekommen. Das heißt: Das Land zahlt ihre Arztkosten. Auch die Zulagen sollen neu geregelt werden. Mehr Frauen sollen Chefin bei der Polizei werden.

Vorgesehen sind freie Heilfürsorge für alle Polizeikräfte, eine Polizeizulage, die auf die Pension angerechnet wird, und ein grundlegend überarbeitetes Zulagensystem. Familie und Beruf sollen durch angepasste Einsatzzeiten und besondere Betreuungsangebote besser vereinbar werden. Ein Mentoring-Programm soll Frauen gezielt fördern. Die SPD will zudem Menschen mit verschiedenen Sprachkenntnissen ansprechen, damit die Polizei die Gesellschaft besser abbildet. Die Bildungseinrichtungen der Polizei sollen zusammengelegt werden, und in der Ausbildung soll für Diskriminierung sensibilisiert werden. Strukturen gegen Übergriffe und Mobbing sollen entstehen.

Originalzitat anzeigen (Seite 35)
„werden wir mit der Einführung der freien Heilfürsorge für alle Polizist:innen, der Ruhegehaltsfähigkeit der Polizeizulage“
Seite 35 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Zusätzliche staatliche Leistungen und Zulagen für Polizeikräfte bedeuten höhere öffentliche Ausgaben innerhalb des bestehenden Systems.

  • Gesellschafteher progressiv

    Gezielte Frauenförderung und mehr Vielfalt bei der Polizei verschieben den heutigen Stand schrittweise in Richtung Gleichstellung.

Polizei digitalisieren und Cyberkriminalität bekämpfen

Die SPD will die Polizei digital besser ausstatten und für Ermittlungen im Netz qualifizieren. Ermittlerinnen und Ermittler sollen neue technische und rechtliche Mittel erhalten; Künstliche Intelligenz soll unter menschlicher Kontrolle eingesetzt werden.

Die SPD will die Polizei digitaler machen. Es soll ein Studium für IT-Ermittler geben. Die Polizei soll neue Technik und neue Rechte bekommen. Sie soll auch Künstliche Intelligenz nutzen. Ein Mensch soll aber jede Entscheidung der Maschine prüfen.

Geplant sind ein Studiengang für IT-Ermittler und mehr Fortbildung, um eigene IT-Fachleute aufzubauen. Die Online-Wache soll mehr Funktionen bekommen, und die Polizei soll weiter aktuelle digitale Geräte erhalten. Beim Einsatz von KI will die SPD offenlegen, mit welchen Daten die Systeme trainiert wurden, und sie regelmäßig auf Diskriminierung prüfen lassen. Jede KI-Entscheidung soll ein Mensch kontrollieren. In einem Modellprojekt soll falldatenbasierte Verbrechensbekämpfung bei Wohnungs- und Ladeneinbrüchen erprobt werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 35)
„Wir statten Ermittler:innen technisch und rechtlich so aus, dass sie auch bei immer größeren Datenbeständen zügig und genau ermitteln können.“
Seite 35 im Original

Einordnung

  • Bürgerrechte und Sicherheiteher Sicherheit und Ordnung zuerst

    Mehr technische und rechtliche Mittel für Ermittler und datenbasierte Verbrechensbekämpfung erweitern die Möglichkeiten der Polizei, begrenzt durch Kontrollen beim KI-Einsatz.

Frauen besser vor Gewalt schützen

Die SPD will den Schutz von Frauen vor Gewalt zu einem Schwerpunkt der Polizeiarbeit machen. Beim Bund will sie sich für härtere Strafen bei Femiziden einsetzen, also bei Tötungen von Frauen wegen ihres Geschlechts.

Die SPD will Frauen besser vor Gewalt schützen. Die Polizei soll sich darum besonders kümmern. Femizide sollen härter bestraft werden. Ein Femizid ist die Tötung einer Frau, weil sie eine Frau ist. Polizisten sollen dazu mehr lernen.

Die Polizei soll ihre Handlungs- und Interventionsansätze beim Schutz von Frauen verbessern. Polizeikräfte sollen in und nach der Ausbildung stärker für Hasskriminalität gegen Frauen sensibilisiert werden. Betroffene sexueller Gewalt sollen sich von den Behörden ernst genommen fühlen. Für die härtere Bestrafung strebt die SPD eine Änderung des Strafgesetzbuchs auf Bundesebene an.

Originalzitat anzeigen (Seite 36)
„Gegenüber dem Bund werden wir uns für eine Änderung des Strafgesetzbuches einsetzen, damit insbesondere Femizide künftig härter bestraft werden.“
Seite 36 im Original

Einordnung

  • Bürgerrechte und Sicherheiteher Sicherheit und Ordnung zuerst

    Härtere Strafen für Femizide und ein polizeilicher Schwerpunkt verschärfen das Strafrecht bei Taten gegen Personen schrittweise.

  • Gesellschafteher progressiv

    Die besondere Ahndung geschlechtsbezogener Gewalt und die Sensibilisierung der Polizei stärken den Schutz und die Gleichstellung von Frauen.

Unabhängige Polizeiaufsicht und Fehlerkultur schaffen

Die SPD will die Polizeivertrauensstelle zu einer Aufsichtsbehörde ausbauen, die beim Justizministerium angesiedelt ist. Das Programm begründet dies damit, dass die Polizei bei Anzeigen gegen eigene Beamte bisher faktisch selbst ermittelt. Zudem soll eine Studie Demokratiefeindlichkeit und Rassismus in den Sicherheitsbehörden untersuchen.

Die SPD will eine neue Aufsicht für die Polizei. Sie soll zum Justiz-Ministerium gehören. Bisher prüft die Polizei Anzeigen gegen Polizisten selbst. Das will die SPD ändern. Eine Studie soll Rassismus in den Sicherheits-Behörden untersuchen.

Die Polizeidienststellen sollen Geld für Supervision und Beratung erhalten, damit über Fehler und Unsicherheiten im Einsatz in geschütztem Rahmen gesprochen werden kann. Die Studie zu Demokratiefeindlichkeit und Rassismus soll gemeinsam mit den Berufsvertretungen entstehen. Über das Sozialkompetenzzentrum und mehr Präventionsangebote in Aus- und Fortbildung soll die demokratische Haltung gestärkt werden. Die SPD will verhindern, dass sich rechtsextreme Strukturen in staatlichen Institutionen festsetzen.

Originalzitat anzeigen (Seite 37)
„Dazu dient auch die Weiterentwicklung der Polizeivertrauensstelle zu einer Polizeiaufsichtsbehörde, die dem Thüringer Justizministerium untersteht.“
Seite 37 im Original

Einordnung

  • Bürgerrechte und Sicherheiteher Bürgerrechte zuerst

    Eine von der Polizei getrennte Aufsichtsbehörde und eine Rassismusstudie verstärken die Kontrolle der Sicherheitsbehörden gegenüber heute.

Feuerwehren und Rettungskräfte stärker fördern

Die SPD will mehr Landesgeld für Ausrüstung, Fahrzeuge und Gerätehäuser von Feuerwehren und Rettungskräften bereitstellen. Ehrenamtliche sollen mit einer Kampagne und einer Prämie von 500 Euro nach zehn aktiven Dienstjahren gewürdigt werden.

Die SPD will den Feuerwehren mehr Geld geben. Das Geld ist für Ausrüstung, Fahrzeuge und Gerätehäuser. Freiwillige Helfer sollen eine Prämie bekommen. Nach 10 Jahren Dienst gibt es 500 Euro. Eine Kampagne soll junge Menschen für das Ehrenamt gewinnen.

Bei den Investitionen soll besonders auf die Trennung von verschmutzter und sauberer Kleidung geachtet werden, um Krebserkrankungen durch Brandrückstände vorzubeugen. Die Landesfeuerwehr- und Katastrophenschutzschule soll modernisiert und um dezentrale Ausbildung ergänzt werden. Fahrzeuge sollen stärker gebündelt in Zweckverbänden oder beim Land beschafft werden, um Kosten zu senken. Die psychosoziale Notfallversorgung für Einsatzkräfte soll ausgebaut werden, ebenso moderne Alarmierungsstrukturen. Einsatzkräfte sollen wegen zunehmender Angriffe moderne Schutzausstattung erhalten.

Originalzitat anzeigen (Seite 37)
„Wir treten für eine Erhöhung der Fördersummen und Förderquoten seitens des Landes ein.“
Seite 37 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Höhere Fördersummen und eine neue Prämie für Ehrenamtliche erhöhen die öffentlichen Ausgaben für eine staatliche Aufgabe.

Kritische Infrastruktur und Bevölkerungsschutz stärken

Die SPD will kritische Infrastrukturen besser schützen und den Bevölkerungsschutz leistungsfähiger machen. Schutzmaßnahmen sollen bei öffentlichen wie privaten Betreibern umgesetzt werden, und der Bund soll sich angemessen beteiligen.

Die SPD will wichtige Anlagen besser schützen. Dazu gehören zum Beispiel Strom und Wasser. Öffentliche und private Stellen sollen Schutz-Maßnahmen umsetzen. Der Bund soll einen Teil der Aufgabe mittragen.

Das Programm bezeichnet kritische Infrastrukturen als Rückgrat des Gemeinwesens, dessen Schutz in den vergangenen Jahren stärker in den Blick geraten sei. Das Land soll darauf achten, dass die Betreiber die vorgesehenen Maßnahmen tatsächlich umsetzen. Gegenüber dem Bund will die SPD weiter auf eine angemessene Beteiligung dringen. Zudem setzt sie sich für einen regelmäßigen bundesweiten Alarmtag ein.

Originalzitat anzeigen (Seite 38)
„Wir intensivieren den Schutz dieses Rückgrats unseres Gemeinwesens, stellen die Umsetzung der Schutzmaßnahmen bei privaten und öffentlichen Stellen sicher“
Seite 38 im Original

Einordnung

Dieser Punkt berührt keine der Achsen.

Strafverfolgung mit Sonderdezernaten verstärken

Die SPD will bei den Staatsanwaltschaften Personallücken schließen und spezialisierte Dezernate einrichten, etwa für organisierte Kriminalität, Internetkriminalität und extremistische Taten. Kriminell erlangte Gewinne sollen häufiger eingezogen werden.

Die SPD will die Staats-Anwälte stärken. Es soll besondere Abteilungen für schwere Straftaten geben. Dazu gehören das organisierte Verbrechen und Straftaten im Internet. Auch Taten von Extremisten gehören dazu. Der Staat soll Geld aus Straftaten öfter einziehen.

Die Sonderdezernate sollen sich mit organisierter Kriminalität, Wirtschafts-, Umwelt- und Internetkriminalität sowie mit terroristischen, extremistischen, vor allem rechtsextremistischen, und rassistischen Taten befassen. Für die Vermögensabschöpfung soll es mehr Personal geben, vor allem bei Rechtspflegern. Justiz und Polizei sollen enger zusammenarbeiten. Jugendstationen sollen über die Modellprojekte in Gera und Jena/Saale-Holzland-Kreis hinaus ausgebaut werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 42)
„zusätzliche Stellen bei der Generalstaatsanwaltschaft und bei den Staatsanwaltschaften die Sonderdezernate schaffen“
Seite 42 im Original

Einordnung

  • Bürgerrechte und Sicherheiteher Sicherheit und Ordnung zuerst

    Mehr Staatsanwälte, spezialisierte Dezernate und stärkere Vermögensabschöpfung bauen die Strafverfolgung im bestehenden System aus.

Straftaten gegen Amts- und Mandatsträger vorrangig verfolgen

Die SPD will, dass Straftaten gegen Menschen in politischen Ämtern und Mandaten weiterhin mit Vorrang verfolgt werden. Sie begründet das damit, dass diese Personen in den letzten Jahren häufiger angefeindet und bedroht werden.

Politikerinnen und Politiker werden öfter bedroht. Die SPD will das nicht hinnehmen. Die Justiz soll solche Taten weiter mit Vorrang verfolgen. Auch Beratung für Betroffene soll es geben.

Das Programm nennt Amts- und Mandatsträger zentrale Akteure der Demokratie. Bei Taten gegen sie soll die Staatsanwaltschaft das öffentliche Interesse an einer Verfolgung stets bejahen. Daneben verweist die SPD auf Beratungsangebote wie die bestehende Ansprechstelle für Hatespeech. Außerdem soll für Erfurt, Meiningen und Mühlhausen eine Maßnahme geprüft werden, die die Bekämpfung von Kinder- und Jugendkriminalität in der Fläche verbessert.

Originalzitat anzeigen (Seite 43)
„Straftaten gegen Amts- und Mandatsträger müssen weiter mit besonderer Priorität verfolgt und das öffentliche Interesse an der Strafverfolgung weiterhin in diesen Fällen stets anerkannt werden“
Seite 43 im Original

Einordnung

  • Bürgerrechte und Sicherheitausgewogen

    Die bestehende Praxis der vorrangigen Strafverfolgung soll fortgeführt werden, ohne neue Befugnisse oder Strafen.

Landesopferbeauftragten und Opferhilfefonds schaffen

Die SPD will ein ehrenamtliches Amt für die Belange von Kriminalitätsopfern einrichten und einen staatlichen Fonds für Opferhilfe gründen. Opfer von Straftaten sollen Schutz und Unterstützung erhalten und leichter zu den vorhandenen Beratungsangeboten finden.

Die SPD will Opfern von Straftaten mehr helfen. Es soll eine Person geben, die Opfern den Weg zur Beratung zeigt. Diese Person arbeitet im Ehrenamt. Außerdem soll es einen Geld-Topf für Opfer geben. Daraus bekommen Opfer schnell Hilfe.

Die oder der Landesopferbeauftragte soll nicht selbst beraten, sondern Betroffene an die passenden Angebote weiterleiten. Alle zwei Jahre soll ein Opferhilfebericht erscheinen, bei besonderen Anlässen auch ein Sonderbericht. Informationsmaterial und Wegweiser sollen barrierefrei und leicht verständlich aktuell gehalten werden. Der Opferhilfefonds soll nachrangig zu anderen Hilfen greifen, Härtefälle abfedern und neben einem Grundstock aus Landesmitteln durch Straf- und Bußgelder gespeist werden. Bestehende Angebote wie Zeugenbetreuung, psychosoziale Prozessbegleitung und nichtstaatliche Opferhilfe sollen weiter finanziert werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 43)
„Darüber hinaus werden wir die Funktion eines/r ehrenamtlichen Landesopferbeauftragte/n schaffen, der/die als zentrale Ansprechperson für alle Kriminalitätsopfer“
Seite 43 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Ein neuer staatlicher Hilfsfonds mit Landesmitteln erweitert öffentliche Leistungen für Kriminalitätsopfer.

Justizvollzug modernisieren und Resozialisierungsgesetz schaffen

Die SPD will den Justizvollzug sicher, modern und auf Wiedereingliederung ausgerichtet gestalten. Dazu sollen der Beruf im Vollzug attraktiver werden und die Begleitung von Gefangenen beim Übergang in die Freiheit in einem eigenen Gesetz geregelt werden.

Die SPD will die Gefängnisse in Thüringen moderner machen. Gefangene sollen nach der Haft ohne Straftaten leben können. Dafür soll es ein neues Gesetz geben. Es regelt die Hilfe beim Übergang in die Freiheit. Die Arbeit im Gefängnis soll für Beschäftigte besser werden.

Für das Personal nennt das Programm bessere Arbeits- und Ausbildungsbedingungen, Aufstiegschancen, Besoldung und einen wieder eingeführten Sonderzuschlag für Anwärter. Gefangene sollen Ersatzfreiheitsstrafen häufiger abarbeiten können; digitale Medien und Bildungsangebote werden geprüft, elektronische Besuche ausgebaut, die Lage älterer Gefangener verbessert. Programme zur Deradikalisierung und zum Ausstieg sollen fortgeführt oder aufgebaut werden, die Opferperspektive soll in der Resozialisierung mehr Gewicht bekommen. Die medizinische und vor allem psychiatrische Versorgung soll besser werden. Am gemeinsamen Gefängnisprojekt Zwickau-Marienthal mit Sachsen hält die SPD fest und will eine staatliche Nachsorgeeinrichtung für schwierige Fälle nach der Haft prüfen.

Originalzitat anzeigen (Seite 44)
„Um den Übergang der Gefangenen in die Freiheit zu erleichtern, wollen wir das professionelle Übergangsmanagement in einem Resozialisierungsgesetz gesetzlich verankern.“
Seite 44 im Original

Einordnung

  • Bürgerrechte und Sicherheiteher Bürgerrechte zuerst

    Der Vollzug soll stärker auf Wiedereingliederung, Haftvermeidung bei Ersatzfreiheitsstrafen und bessere Haftbedingungen ausgerichtet werden.

Ambulante und freie Straffälligenhilfe stärken

Die SPD will die Sozialen Dienste der Justiz und die Vereine der freien Straffälligenhilfe besser ausstatten. Aus Sicht des Programms verhindert das neue Straftaten und erneute Haft und dient so der inneren Sicherheit.

Manche Menschen haben eine Straftat begangen und leben in Freiheit. Fachleute und Vereine begleiten sie. Die SPD will dafür mehr Personal und bessere Technik. So soll es weniger neue Straftaten geben.

Die Sozialen Dienste, zuständig für Bewährungshilfe, Gerichtshilfe und Führungsaufsicht, sollen genug Personal bekommen, damit mehr Zeit für Unterstützung und Kontrolle bleibt. Ihre technische Ausstattung soll besser werden; mobiles Arbeiten gilt besonders auf dem Land als nötig, um Betroffene zu Hause zu begleiten. Die Vereine der freien Straffälligenhilfe, die gemeinnützige Arbeit vermitteln, beraten und soziale Trainingskurse anbieten, sollen gefestigt und ausgebaut werden. Eine neue Förderstruktur soll es erlauben, Modellprojekte vollständig zu finanzieren.

Originalzitat anzeigen (Seite 45)
„Wir setzen uns für eine auskömmliche personelle Ausstattung der Sozialen Dienste in der Justiz ein.“
Seite 45 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Mehr Personal und volle öffentliche Finanzierung von Modellprojekten bedeuten höhere staatliche Ausgaben.

  • Bürgerrechte und Sicherheitausgewogen

    Die Stärkung soll zugleich mehr Hilfe und mehr Kontrolle der Straffälligen ermöglichen.

Was sagen die anderen Parteien zur inneren Sicherheit?

Alle Programme in Thüringen im Vergleich