Zum Inhalt springen
parteiprogramm

FDP zur Bildung

Aus dem Programm „Zeigen wir, was geht. Wahlprogramm der Freien Demokraten zur Bürgerschaftswahl in Bremen und zur Wahl der Stadtverordnetenversammlung in Bremerhaven am 14. Mai 2023“

Bürgerschaftswahl Bremen 2023, 14. Mai 2023Original-PDF, 125 SeitenAnalyse vom 3. Oktober 2026

KIZusammenfassungen und Einordnungen auf dieser Seite hat eine KI erstellt. Ein Mensch prüft sie nicht einzeln. Wie sie entstehen

Einordnung beim Thema Bildung

Durchschnitt der Punkte auf dieser Seite. Die Einordnung erstellt eine KI.

Jede Achse misst ein Thema. Ein „links“ oder „rechts“ für alles gibt es hier nicht: Wirtschaft, Gesellschaft, Migration und Sicherheit stehen getrennt. Eingeordnet ist nur, was im Programm steht. So lesen Sie die Einordnung

  • Wirtschaftausgewogen (-0,2), aus 16 Punkten

    Punkte je Stufe: 0 deutlich mehr Staat, 10 eher mehr Staat, 1 ausgewogen, 4 eher mehr Markt, 1 deutlich mehr Markt

  • Gesellschafteher konservativ (+0,5), aus 2 Punkten

    Punkte je Stufe: 0 deutlich progressiv, 0 eher progressiv, 1 ausgewogen, 1 eher konservativ, 0 deutlich konservativ

  • Außenpolitikeher Abschreckung zuerst (+1), aus 2 Punkten

    Punkte je Stufe: 0 deutlich Diplomatie zuerst, 0 eher Diplomatie zuerst, 0 ausgewogen, 2 eher Abschreckung zuerst, 0 deutlich Abschreckung zuerst

Die kleinen Säulen unter den Balken zeigen, wie viele Punkte auf jeder der fünf Stufen liegen.

Krippen- und Kita-Plätze bedarfsgerecht ausbauen

Die FDP will die Zahl der Plätze in Krippen und Kitas so ausbauen, dass sie den Bedarf deckt. Das Programm begründet das damit, dass in der Stadt Bremen mehr als 3.800 Plätze fehlen.

In Bremen fehlen viele Plätze in Kitas. Die FDP will mehr Plätze schaffen. Das gilt auch für Krippen. Krippen sind für Kinder unter drei Jahren. Auch Tagesmütter und Firmen-Kitas sollen helfen.

Laut Programm fehlen in der Stadt Bremen bis 2023 mehr als 3.800 Kita-Plätze, was die FDP als unzumutbar bezeichnet. Neben dem Ausbau der Plätze setzt die Partei auf privates Engagement, von der Tagesmutter bis zur Betriebs-Kita. Außerdem sollen die Fortbildungsmöglichkeiten gestärkt werden. Frühe Bildung soll nach dem Programm dafür sorgen, dass die Chancen eines Kindes nicht von Elternhaus oder Stadtteil abhängen.

Originalzitat anzeigen (Seite 12)
„Wir Freie Demokraten machen uns für einen bedarfsgerechten Ausbau der Plätze in Krippen und Kindertagesstätten stark.“
Seite 12 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Das öffentliche Betreuungsangebot soll ausgebaut werden, ergänzt um private Anbieter, was insgesamt mehr öffentliche Leistungen bedeutet.

Personalschlüssel und Qualität in Kitas sichern

Die FDP will in allen Kitas für Drei- bis Sechsjährige zwei Fachkräfte je 20 Kinder durchsetzen und größere Gruppen verhindern. Kitas sollen sich aus Sicht der Partei von einem Aufbewahrungsort zu einem Bildungszentrum entwickeln.

In jeder Kita-Gruppe sollen zwei Fachkräfte für 20 Kinder da sein. Die Gruppen sollen nicht größer werden. Die FDP will die Ausbildung für Erzieher verbessern. Die Arbeit in der Kita soll besser werden. Fachleute von außen sollen die Qualität der Kitas prüfen.

Gruppen mit mehr als 20 Kindern lehnt das Programm ab. Ausgebildete Erzieherinnen und Erzieher sollen die pädagogische Leitung haben und von Teams aus verschiedenen Fach- und Hilfskräften unterstützt werden; der Anteil akademisch ausgebildeter Kräfte soll steigen. Bessere Arbeitsbedingungen sollen für beständiges Personal sorgen und den Krankenstand senken. Die Erzieherausbildung soll praxisnäher werden und mehr Angebote zur Weiterbildung und Spezialisierung erhalten. Zudem verlangt die FDP eine einheitliche, wissenschaftlich fundierte Qualitätsbewertung durch interne und externe Evaluation, die Räume, Ausstattung, Team und Unterstützung durch den Träger erfasst.

Originalzitat anzeigen (Seite 13)
„Wir wollen, dass der Personalschlüssel von zwei Fachkräften je 20 Kinder in allen Einrichtungen für drei- bis sechsjährige Kinder in Bremen und Bremerhaven realisiert wird.“
Seite 13 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Ein verbindlicher Personalschlüssel und mehr akademisch ausgebildete Kräfte bedeuten höhere öffentliche Ausgaben und feste Standards.

Sprachtests und Sprachförderung früh verpflichtend machen

Die FDP will den Sprachstand von Kindern schon in den frühen Kita-Jahren verpflichtend testen. Kinder mit Defiziten sollen individuell gefördert werden, und die Teilnahme an dieser Förderung soll Pflicht sein.

Die FDP will früh prüfen, wie gut Kinder sprechen. Der Test soll Pflicht sein. Er soll schon in den ersten Kita-Jahren stattfinden. Kinder mit Problemen bekommen dann Hilfe. Auch diese Hilfe soll Pflicht sein.

Aus Sicht des Programms kommt die bisherige Sprachstandsfeststellung bei Vorschulkindern zu spät, sodass Hilfen oft erst kurz vor oder mit dem Schulstart beginnen. Ein früherer Test soll ermöglichen, dass die Förderung rechtzeitig vor der Einschulung wirkt. Ziel ist, dass Kinder zum Schulbeginn die nötigen Sprachkenntnisse haben und die Chancengerechtigkeit steigt. Das Programm bezeichnet Sprache als Schlüssel für gleiche Chancen.

Originalzitat anzeigen (Seite 14)
„Damit alle Kinder die gleichen Chancen haben, stehen wir Freie Demokraten zu verpflichtenden Sprachtests.“
Seite 14 im Original

Einordnung

  • Gesellschaftausgewogen

    Der Punkt verbindet das Ziel gleicher Chancen mit einer neuen Pflicht für Familien und nimmt damit keine eindeutige Seite ein.

Private Kita-Träger und Tagespflege stärken

Die FDP will private Träger der frühkindlichen Bildung pro Kind genauso finanzieren wie staatliche Einrichtungen. Die Gründung privater Kitas soll leichter werden, und qualifizierte Tagesmütter und -väter sollen mehr Geld erhalten.

Es gibt private Kitas, zum Beispiel von Firmen oder Eltern-Vereinen. Die FDP will ihnen gleich viel Geld pro Kind geben wie staatlichen Kitas. Neue private Kitas sollen leichter entstehen können. Tagesmütter und Tagesväter sollen besser bezahlt werden.

Als private Akteure nennt das Programm Eltern-Kind-Gruppen, betriebliche und freie Träger sowie Elternvereine. Über eine Änderung des Bremischen Tageseinrichtungs- und Kindertagespflegegesetzes soll die Gründung privater Einrichtungen wie Betriebs-Kitas erleichtert werden, um dem Platzmangel schnell zu begegnen. Tagesmütter und -väter sind nach dem Programm besonders für Eltern mit flexiblem Betreuungsbedarf wichtig. Für qualifizierte Tagespflegepersonen fordert die FDP deshalb eine höhere, angemessene Vergütung.

Originalzitat anzeigen (Seite 14)
„Wir fordern deshalb, dass ihnen dieselben Mittel pro Kind zukommen wie staatlichen Einrichtungen.“
Seite 14 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Markt

    Gleiche Finanzierung und leichtere Gründung stärken private Anbieter gegenüber staatlichen Einrichtungen und damit die Trägervielfalt.

Medienbildung und Digitalisierung in Kitas voranbringen

Die FDP fordert einen Plan, um binnen fünf Jahren das gesamte pädagogische Kita-Personal für digitale frühkindliche Bildung zu qualifizieren. Alle Kitas sollen ein verbindliches Medienkonzept bekommen, und Verwaltung sowie Kommunikation der Kitas sollen digitaler werden.

Kinder nutzen immer früher digitale Medien. Die FDP will, dass Erzieher dafür geschult werden. Das soll in fünf Jahren geschehen. Jede Kita soll feste Regeln für Medien haben. Kitas sollen auch digital mit Eltern und Ämtern sprechen können.

Das Medienkonzept soll sich an den Empfehlungen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) orientieren: höchstens eine halbe Stunde Mediennutzung täglich für Drei- bis Sechsjährige, keine digitalen Medien für Krippenkinder. Das Programm begründet die Schulung damit, dass Kinder mit sehr unterschiedlichen Medienerfahrungen in die Einrichtungen kommen. Zudem sollen Abläufe und Kommunikation zwischen Fachamt, Trägern, Leitungen, Fachkräften und Eltern durch digitale Soft- und Hardware verbessert werden. Kitas freier Träger sollen ebenso digital angebunden werden. Die FDP verweist darauf, in Bremerhaven dafür über eine Million Euro investiert zu haben.

Originalzitat anzeigen (Seite 15)
„Ziel ist die Etablierung eines verbindlichen Medienkonzepts an allen Kindertageseinrichtungen in Anlehnung an die Empfehlungen der BZgA.“
Seite 15 im Original

Einordnung

Dieser Punkt berührt keine der Achsen.

Ganztagsschulen schnell ausbauen

Die FDP will den Ausbau der Ganztagsschulen beschleunigen. Damit sollen Kinder aus bildungsfernen Familien bessere Chancen erhalten und berufstätige Eltern eine verlässliche Betreuung bekommen.

Die FDP will mehr Ganztags-Schulen. Dort bleiben Kinder auch am Nachmittag. Das soll Kindern beim Lernen helfen. Eltern mit Arbeit können sich auf die Betreuung verlassen. Hort und Ganztags-Grundschule sollen zusammenarbeiten.

Der Ausbau hängt nach dem Programm von guter Personalausstattung ab, etwa durch multiprofessionelle Teams aus Lehrkräften, Erzieherinnen und Erziehern sowie sonderpädagogischem Personal. Hinzu kommen zeitgemäße Lehr- und Lernmittel und passende Räume. Neben Ganztagsschulen nennt die FDP Quartierbildungszentren als Mittel für bessere Bildungschancen. Die Arbeit von Horten und Ganztagsgrundschulen soll zusammengeführt werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 16)
„Durch ein erhöhtes Angebot von Ganztagsschulen wollen wir Freie Demokraten außerdem berufstätigen Eltern eine zuverlässige Betreuung ihrer Kinder gewährleisten.“
Seite 16 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Mehr Ganztagsschulen mit zusätzlichem Personal und Räumen erweitern das öffentliche Bildungs- und Betreuungsangebot.

Einzugsgrenzen für Grundschulen abschaffen

Die FDP will im Land Bremen die freie Schulwahl auch für Grundschulen einführen und dafür die Schuleinzugsgrenzen streichen. Zugleich sollen Kinder beim Schulstart die sprachlichen, sozialen und körperlichen Voraussetzungen für den Unterricht mitbringen.

Heute bestimmt der Wohnort die Grundschule. Die FDP will das ändern. Eltern sollen die Grundschule frei wählen können. Kinder sollen gut vorbereitet in die Schule kommen. Kita und Grundschule sollen dafür enger zusammenarbeiten.

Die Schuleinzugsgrenzen ordnen Kinder bisher einer Grundschule nach Wohnort zu; die FDP will sie abschaffen. Wo Kinder die Voraussetzungen für den Unterricht noch nicht erfüllen, soll es ein Übergangsangebot von Kita und Grundschule geben, und die Kooperation beider soll wachsen. Für Grundschulen hält das Programm jahrgangsübergreifenden Unterricht für geeignet, um der unterschiedlichen Schülerschaft gerecht zu werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 16)
„Daher wollen wir die Schuleinzugsgrenzen für Grundschulen abschaffen.“
Seite 16 im Original

Einordnung

  • Wirtschaftdeutlich mehr Markt

    Die Zuweisung nach Wohnort entfällt ganz und wird durch freie Wahl ersetzt, was Wahlfreiheit und Wettbewerb zwischen Schulen an die Stelle staatlicher Zuteilung setzt.

Noten ab Klasse drei und Sitzenbleiben einführen

Die FDP will Schulnoten ab der dritten Klasse und das Wiederholen von Klassen wieder einführen. Sie begründet das mit dem Leistungsgedanken, mit Rückmeldung für die Kinder und mit besserer Vergleichbarkeit.

Die FDP will wieder Noten ab der dritten Klasse. Kinder sollen auch wieder eine Klasse wiederholen können. Die FDP sagt: Leistung soll in der Schule wichtiger werden. Noten sind leicht zu verstehen. Eltern sollen immer wissen, wie gut ihr Kind lernt.

Noten sollen nach dem Programm eine transparente, leicht verständliche Bewertung bieten und Missverständnissen vorbeugen. Das Wiederholen soll Leistungen vergleichbar machen und den Wechsel auf weiterführende Schulen erleichtern. Schon in der Grundschule soll Leistung stärker zählen; die Schulartempfehlung für den Übergang will die FDP stärken, und Eltern sollen laufend über den Leistungsstand informiert werden. Für leistungsstarke Schülerinnen und Schüler orientiert sich die Partei am Grazer Modell mit Anreizen. Bremer Abschlüsse sollen bundesweit und international wieder anerkannt werden; zudem soll korrekte Rechtschreibung von Beginn an mehr Gewicht erhalten.

Originalzitat anzeigen (Seite 17)
„Zum Leistungsgedanken gehört es konsequenterweise auch, Wiederholen in den Schulen wieder einzuführen.“
Seite 17 im Original

Einordnung

  • Gesellschafteher konservativ

    Mit Ziffernnoten und Sitzenbleiben sollen überlieferte Formen schulischer Leistungsbewertung zurückkehren, die Bremen reformiert hatte.

Sanierungsstau an Schulen in zehn Jahren abbauen

Die FDP will mit einer Investitionsoffensive den Sanierungsstau an den Schulen in Bremen und Bremerhaven binnen zehn Jahren beseitigen. Außerdem sollen die Bildungsausgaben pro Kopf nicht hinter Berlin und Hamburg zurückbleiben.

Viele Schulen in Bremen sind in schlechtem Zustand. Die FDP will sie reparieren und modernisieren. Das soll in zehn Jahren geschafft sein. Neue Schulen sollen für mehr Schüler geplant werden. Bremen soll so viel für Bildung ausgeben wie Berlin und Hamburg.

Das Programm beschreibt viele Schulgebäude im Land als desolat und sieht Bedarf an Renovierung und Modernisierung. Räume und Gebäude sollen bedarfsgerecht gestaltet und vorausschauend geplant werden, vor allem mit Blick auf steigende Schülerzahlen. Die Investitionen sollen auch anderen Bildungseinrichtungen zugutekommen. Die FDP verweist auf erste Schritte während ihrer Regierungsbeteiligung in Bremerhaven. Als Maßstab für die jährlichen Bildungsausgaben pro Kopf nennt sie die Stadtstaaten Berlin und Hamburg.

Originalzitat anzeigen (Seite 17)
„Den millionenschweren Sanierungsstau an den Bremer und Bremerhavener Schulen wollen wir innerhalb von zehn Jahren systematisch abbauen.“
Seite 17 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Eine Investitionsoffensive und höhere Bildungsausgaben pro Kopf bedeuten mehr öffentliche Investitionen als heute.

Schulen mehr Eigenständigkeit und eigenes Budget geben

Die FDP will, dass Schulen selbst entscheiden, wie sie einheitliche Bildungsstandards umsetzen. Dafür sollen sie mehr pädagogische, personelle und finanzielle Freiheit sowie ein eigenes Budget erhalten.

Schulen sollen mehr selbst entscheiden dürfen. Jede Schule soll ein eigenes Budget bekommen. Ein Budget ist Geld, über das die Schule selbst bestimmt. Damit kann sie Personal und Lehrmittel auswählen. Auch den Stundenplan soll sie freier gestalten.

Das schuleigene Budget soll professionell verwaltet werden und Personalentscheidungen, Fortbildungsplanung und die eigene Auswahl der Lehrmittel ermöglichen. Schulen sollen den Stundenplan freier gestalten können, etwa mit Blockunterricht. Durch eigene Profile sollen Schülerinnen und Schüler mehr Wahlfreiheit bekommen, und Schulen sollen unterschiedlichen Leistungsniveaus besser gerecht werden. Das Programm beruft sich auf Erfahrungen anderer Länder und auf Bremer Schulen, die mit Gestaltungsfreiheit erfolgreich seien. Statt zentraler Planstellen soll es eine Personalplanung durch die Schulen selbst geben.

Originalzitat anzeigen (Seite 18)
„Wir Freie Demokraten wollen den Schulen mehr pädagogische, personelle und finanzielle Freiheit geben.“
Seite 18 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Markt

    Entscheidungen über Geld und Personal wandern von der zentralen Behörde zu den einzelnen Schulen, was Eigenverantwortung stärkt und staatliche Steuerung verringert.

Schulvergleiche veröffentlichen und freie Schulen absichern

Die FDP will die Vergleichsergebnisse aller einzelnen Schulen veröffentlichen, um Eltern die Schulwahl zu erleichtern und Wettbewerb zwischen Schulen auszulösen. Schulen in freier Trägerschaft sollen durch ein neues Privatschulgesetz besser finanziert werden.

Die FDP will zeigen, wie gut jede Schule abschneidet. Die Ergebnisse sollen öffentlich sein. Das hilft Eltern bei der Wahl der Schule. Schulen sollen sich so gegenseitig anspornen. Private Schulen sollen mehr Geld vom Land bekommen.

Der Wettbewerb soll nach dem Programm von selbst zu besseren Strukturen führen. Damit er fair bleibt, sollen alle Schulen zusätzliche Gelder und Programme erhalten. Für Schulen freier Träger fordert die FDP eine existenzsichernde Finanzierung mit deutlich und dauerhaft besserer Refinanzierung über eine Novelle des Privatschulgesetzes. Außerdem setzt sich die Partei für bundesweite Abschlussprüfungen auf einheitlichem Niveau ein.

Originalzitat anzeigen (Seite 18)
„Wir Freie Demokraten fordern mehr Transparenz durch die Veröffentlichung aller Vergleichsergebnisse der einzelnen Schulen in Bremen und Bremerhaven.“
Seite 18 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Markt

    Veröffentlichte Ranglisten und mehr Geld für private Schulträger setzen stärker auf Wettbewerb und nichtstaatliche Anbieter im Schulwesen.

Mehr Lehrkräfte gewinnen und Unterrichtsausfall bekämpfen

Die FDP strebt an allen Schulen eine Lehrkräfteversorgung von 106 Prozent an und will dafür mehr Lehrkräfte ausbilden, anwerben und entlasten. Eine Offensive soll den Unterrichtsausfall verringern.

In Bremen fehlen Lehrer. Die FDP will mehr Lehrer ausbilden und anwerben. Jede Schule soll etwas mehr Lehrer haben, als sie braucht. So fällt weniger Unterricht aus. Auch Menschen aus anderen Berufen sollen unterrichten können. Lehrer sollen weniger Papierkram haben.

Die Universität Bremen soll mehr Lehrkräfte ausbilden; Studium und Praxis sollen über das Landesinstitut für Schule enger verzahnt werden, sodass das Referendariat deutlich kürzer werden kann. Quereinstieg und die Anerkennung ausländischer Abschlüsse sollen leichter werden, wobei das Programm ein hohes Sprachniveau voraussetzt. Schulen sollen nebenberufliche Praxislehrkräfte einstellen dürfen, vor allem in Mangelfächern. Vorgesehen sind ferner gleiche Besoldung für alle Schularten, flexiblere Arbeitszeitmodelle und digitale Lehre gegen Ausfall. Zusätzlich fordert die FDP ein Innovationsbudget je Klasse, Mediatoren für Konflikte mit Eltern und weniger Berichts- und Dokumentationspflichten.

Originalzitat anzeigen (Seite 19)
„Wir Freie Demokraten streben eine Lehrkräfteversorgung von 106 Prozent an allen Schulen im Land Bremen, unabhängig von der Schulform, an.“
Seite 19 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Zusätzliche Lehrerstellen, einheitliche Besoldung und Klassenbudgets erhöhen die öffentlichen Ausgaben für Schulen, auch wenn flexiblere Personalregeln hinzukommen.

Inklusion an Schulen besser ausstatten

Die FDP bekennt sich zur schulischen Inklusion und will sie mit mehr Personal und Geld ausstatten. Zugleich sollen die Förderzentren für Seh-, Hör- und Schwerstmehrfachbehinderte bestehen bleiben. Aus Sicht des Programms ist die Inklusion unterfinanziert, sodass viele Kinder nicht den für sie bestmöglichen Abschluss erreichen.

Kinder mit und ohne Behinderung sollen gemeinsam lernen. Die FDP will dafür mehr Fachleute und mehr Geld. Besondere Schulen für blinde, taube und schwer behinderte Kinder sollen bleiben. Kein Kind soll ohne Unterricht bleiben.

Das Programm verlangt genügend pädagogische Fachkräfte für Inklusionsklassen sowie Geld für qualifizierte Assistenzkräfte und deren Ausstattung. Lehrkräfte sollen Zeit für passende Aus- und Weiterbildung bekommen, und Diversitätskompetenz soll Teil der Schul- und Personalentwicklung sein. Die Förderung soll sowohl für Kinder mit Behinderungen als auch für Hochbegabte ausgebaut werden. Fehlen Assistenzkräfte, sollen betroffene Kinder in Spezialklassen lernen, etwa an Zentren für unterstützende Pädagogik. Das sei laut Programm weniger ausgrenzend, als sie ganz vom Unterricht auszuschließen.

Originalzitat anzeigen (Seite 20)
„Wir wollen, dass Schulen in die Lage versetzt werden, auf die individuellen Bedürfnisse der Schülerinnen und Schüler mit Beeinträchtigungen bestmöglich einzugehen.“
Seite 20 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Der Punkt verlangt mehr öffentliches Geld und Personal für die Inklusion, also einen Ausbau staatlicher Leistungen im bestehenden System.

Unterrichtsmethoden modernisieren, Fortbildung verpflichtend machen

Die FDP will die Unterrichtsgestaltung an den aktuellen Stand der Didaktik anpassen. Fortbildungen sollen ausgeweitet und vor allem für Lehrkräfte mit vielen Dienstjahren zur Pflicht werden. Aus Sicht des Programms sind viele heutige Lehr- und Lernmethoden überholt.

Der Unterricht soll moderner werden. Die FDP findet viele Methoden veraltet. Lehrerinnen und Lehrer sollen deshalb mehr Fortbildungen machen. Für ältere Lehrkräfte sollen diese Fortbildungen Pflicht sein.

Das Programm fordert, den Unterricht grundlegend auf heutige didaktische Ansätze umzustellen. Dafür sollen die Angebote zur Aus- und Weiterbildung deutlich wachsen. Sie sollen verbindlich sein, damit als veraltet angesehene Unterrichtsformen aus den Klassen verschwinden.

Originalzitat anzeigen (Seite 20)
„Gerade für dienstältere Lehrkräfte müssen hierzu die Aus- und Weiterbildungsangebote deutlich ausgeweitet und verpflichtend werden“
Seite 20 im Original

Einordnung

Dieser Punkt berührt keine der Achsen.

Fremdsprachen und europäischen Schüleraustausch ausbauen

Die FDP will das Sprachangebot an allen Schulen erweitern und mehr Fachunterricht auf Englisch anbieten. Europäische Austauschprogramme wie Erasmus+ sollen an den Schulen bekannter werden und häufiger genutzt werden. Das Programm begründet dies mit einer zunehmend internationalen Welt, in der Sprachkenntnisse nötig seien.

Schülerinnen und Schüler sollen mehr Sprachen lernen können. Manche Fächer sollen öfter auf Englisch stattfinden. Die Schulen sollen Austausch-Programme in Europa stärker nutzen. So lernen junge Menschen andere Länder kennen.

Englisch soll ab der dritten Klasse unterrichtet werden, ergänzt um mehr zweisprachigen Fachunterricht im ganzen Land. An Gymnasien soll eine zweite Fremdsprache Pflicht bleiben. Schülerinnen und Schüler anderer Schulzweige sollen garantiert zwischen mehreren Fremdsprachen wählen können, und die Auswahl soll überall größer werden. Programme wie Erasmus+ sollen stärker genutzt werden, vom digitalen Austausch bis zu bezahlten Aufenthalten.

Originalzitat anzeigen (Seite 21)
„Neben dem expliziten Englischunterricht ab der 3. Klasse, muss es flächendeckend mehr Angebote für bilingualen Fachunterricht in Englisch geben.“
Seite 21 im Original

Einordnung

Dieser Punkt berührt keine der Achsen.

Politik und Wirtschaft als eigene Schulfächer

Die FDP will Politik und Wirtschaft ab der Sekundarstufe als eigenständige, wöchentlich unterrichtete Fächer verankern. Außerdem soll der Unterricht stärker auf den Alltag vorbereiten, etwa bei persönlichen Finanzen und Rechtsfragen. Das Programm hält die bisherigen Vorgaben zur ökonomischen Bildung in Bremen für zu unverbindlich.

Politik und Wirtschaft sollen eigene Schulfächer sein. Sie sollen jede Woche auf dem Stundenplan stehen. Die Schule soll auch mehr Wissen für den Alltag vermitteln. Dazu gehören der Umgang mit Geld und rechtliche Fragen.

Beide Fächer sollen von den übrigen Gesellschaftsfächern gelöst werden. Mehr Alltagsbezug soll laut Programm besonders Kindern helfen, die solches Wissen zu Hause nicht vermittelt bekommen. Kammern, Unternehmen und Unternehmensverbände sollen einbezogen werden, um Wirtschaftswissen praxisnah zu vermitteln. Ökonomische Bildung sieht die FDP als Grundlage für Mündigkeit, Urteilsvermögen und Teilhabe.

Originalzitat anzeigen (Seite 21)
„Entsprechend sollen sie von anderen Gesellschaftsfächern getrennt werden mit Beginn der Sekundarstufe fester Teil des Lehrplans und des wöchentlichen Unterrichts sein.“
Seite 21 im Original

Einordnung

Dieser Punkt berührt keine der Achsen.

Jugendoffiziere der Bundeswehr an Schulen zulassen

Die FDP will Jugendoffizieren der Bundeswehr erlauben, an Bremer Schulen über Sicherheits- und Verteidigungspolitik zu informieren. Nach Darstellung des Programms ist das im Land Bremen bisher nicht gestattet, anders als in vielen anderen Ländern.

Fachleute der Bundeswehr sollen in Bremer Schulen kommen dürfen. Sie sollen dort über Sicherheit und Verteidigung informieren. Laut FDP ist das in Bremen bisher verboten. Die FDP will das ändern.

Schülerinnen und Schüler sollen sich bei Fachleuten der Bundeswehr über diese Themen informieren können. Die Jugendoffiziere sollen ihre Angebote zur politischen Bildung künftig in den Unterricht einbringen dürfen. Das Programm begründet dies damit, dass sachliche Information nötig sei, um die internationalen Zusammenhänge der Sicherheitspolitik zu verstehen.

Originalzitat anzeigen (Seite 21)
„Hierzu wollen wir es den Jugendoffizieren der Bundeswehr in Zukunft erlauben, ihre politischen Bildungsangebote auch an den Schulen im Land Bremen einbringen zu können.“
Seite 21 im Original

Einordnung

  • Außenpolitikeher Abschreckung zuerst

    Die Bundeswehr soll künftig Zugang zu Bremer Schulen erhalten, was ihre Rolle in der politischen Bildung gegenüber heute stärkt.

Gymnasien absichern, ausbauen und Probezeit einführen

Die FDP will bestehende Gymnasien im Schulgesetz absichern und bei Bedarf neue gründen. Mehr Gymnasien sollen das Abitur nach 13 Jahren anbieten, ohne den Weg nach 12 Jahren abzuschaffen. In den Klassen 5 und 6 soll eine Probezeit klären, ob ein Kind am Gymnasium bleibt oder zur Oberschule wechselt.

Die FDP will die Gymnasien erhalten und neue gründen. Mehr Gymnasien sollen das Abitur nach 13 Jahren anbieten. Das schnelle Abitur nach 12 Jahren soll bleiben. In Klasse 5 und 6 soll es eine Probezeit geben. Danach bleibt das Kind oder wechselt zur Oberschule.

Das Programm will kleinere Klassen und eine bessere Ausstattung an Gymnasien. Die Probezeit begründet es damit, dass manche Kinder den Anforderungen dieser Schulform nicht gewachsen seien; die Oberschulen sollen ab Klasse 7 die nötigen Plätze bereithalten. Das längere Abitur soll mehr Zeit für vertieftes Lernen bei höchstens 30 Wochenstunden bieten. Zugleich bekennt sich die FDP zur Oberschule als Gesamtschule, an der alle Abschlüsse möglich sind. Oberschulen sollen sich durch eigene Profile attraktiver machen können, wofür sie laut Programm Schulautonomie brauchen.

Originalzitat anzeigen (Seite 22)
„Wir wollen daher eine Probezeit für Gymnasien einführen, die die 5. und 6. Klasse umfasst.“
Seite 22 im Original

Einordnung

Dieser Punkt berührt keine der Achsen.

Schülerstipendium und Talentschulen einführen

Die FDP will binnen vier Jahren ein Landesstipendium für mindestens 3.000 begabte Schülerinnen und Schüler aus finanziell schwachen Familien schaffen. Zusätzlich soll der Talentschul-Versuch aus Nordrhein-Westfalen auf Bremen und Bremerhaven übertragen werden. Bildungschancen sollen nach dem Programm nicht vom Einkommen der Eltern oder vom Wohnviertel abhängen.

Die FDP will ein Stipendium für Schülerinnen und Schüler. Ein Stipendium ist eine Förderung mit Geld. Mindestens 3.000 begabte Kinder aus armen Familien sollen es bekommen. Außerdem soll es Talent-Schulen geben wie in Nordrhein-Westfalen.

Das Stipendium soll an allen weiterführenden Schulen gelten und mit Hochschulen, beruflicher Bildung und deren Talentscouts zusammenarbeiten. Die Scouts sollen Talente finden, beraten und begleiten sowie bei Praktika, Ausbildungsplätzen und Auslandsaufenthalten helfen, auch gemeinsam mit Kammern und Stiftungen. Eine Kampagne des Landes, etwa in sozialen Medien, soll erfolgreiche Aufsteiger als Vorbilder zeigen. Die Talentschulen sollen wissenschaftlich begleitet und mit dem Startchancen-Programm des Bundes abgestimmt werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 22)
„wollen wir in den nächsten vier Jahren ein landesweites Schülerstipendium für mindestens 3.000 besonders förderungswürdige, finanziell schwache Schülerinnen und Schüler“
Seite 22 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Ein neues staatliches Stipendium und zusätzliche Förderung für benachteiligte Schulen bauen öffentliche Leistungen aus.

Post-Corona-Programm gegen Lernrückstände

Die FDP fordert ein Programm, das die Lernrückstände aus der Pandemie ausgleicht. Dazu gehören eine breite Erhebung des Lernstands, mehr Förder- und Nachhilfeangebote und freiwillige Sommerschulen. Aus Sicht des Programms haben Schulschließungen und unvorbereiteter Digitalunterricht schwere Defizite verursacht.

In der Corona-Zeit haben viele Kinder weniger gelernt. Die FDP will das ausgleichen. Zuerst soll geprüft werden, was die Kinder können. Dann soll es mehr Nachhilfe geben. In den Sommerferien soll es freiwillige Lern-Angebote geben.

Das Programm verlangt, die bildungspolitischen Entscheidungen während der Pandemie aufzuarbeiten, die es als Fehler und Versäumnisse einstuft. Auf dieser Grundlage sollen Ausgleichsmaßnahmen folgen. Die Sommerschulen sollen auf absehbare Zeit bestehen, damit verpasster Stoff nachgeholt werden kann.

Originalzitat anzeigen (Seite 23)
„Hierzu fordern wir eine umfangreiche Lernstandserhebung, sowie die Ausweitung von Förder- und Nachhilfeprogrammen, um diese Lernrückstände aufzuholen.“
Seite 23 im Original

Einordnung

Dieser Punkt berührt keine der Achsen.

Berufsschulen und Berufsorientierung stärken

Die FDP will, dass alle Berufsschulen eigenständig arbeiten und zeitgemäß ausgestattet sind. Schulen sollen neutral auf Studium und duale Ausbildung vorbereiten, weil die Ausbildung aus Sicht des Programms zuletzt zu wenig beachtet wurde. Berufliche Gymnasien sollen als gleichwertige Alternative zur regulären Oberstufe gelten.

Berufsschulen sollen selbst über vieles entscheiden können. Sie sollen moderne Ausstattung bekommen. Die Schulen sollen fair über Studium und Ausbildung informieren. Die FDP findet: Die Ausbildung im Betrieb kam bisher zu kurz.

Die Ausstattung soll laufend modernisiert werden, damit die Profile zum künftigen Fachkräftebedarf passen. Für die Integration zugewanderter junger Menschen sollen Berufsschulen genügend Geld und Personal erhalten, vor allem für Sprachförderung. Bei der Berufsorientierung sollen Chancen und Risiken am Arbeitsmarkt sowie die Unternehmensgründung behandelt werden. Das Programm sieht in zunehmender Akademisierung eine Ursache für fehlende Fachkräfte in Handwerk, Handel, Pflege und Industrie.

Originalzitat anzeigen (Seite 23)
„Wir Freie Demokraten wollen, dass alle Berufsschulen als eigenständige Schulen arbeiten.“
Seite 23 im Original

Einordnung

Dieser Punkt berührt keine der Achsen.

Schulgeld für Heil- und Pflegeberufe abschaffen

Die FDP will, dass Ausbildungen an Fachschulen für Heil- und Pflegeberufe kein Schulgeld mehr kosten. Die Ausbildung von Erzieherinnen und Erziehern soll dagegen dual organisiert werden. Zudem soll das Aufstiegs-BAföG im Land stärker genutzt und das BAföG-Verfahren vollständig digital werden.

Manche Ausbildungen kosten Schulgeld. Das gilt zum Beispiel für Logopäden oder Ergotherapeuten. Die FDP will dieses Schulgeld abschaffen. Erzieherinnen und Erzieher sollen künftig in Betrieb und Schule lernen.

Als Beispiele für die schulgeldfreien Ausbildungen nennt das Programm Ergotherapie, Logopädie und Hebammen. Bei der dualen Erzieherausbildung würden Praxis und Schule verbunden. Das Aufstiegs-BAföG, eine staatliche Förderung für berufliche Fortbildungen, wurde laut Programm von der Ampel-Koalition im Bund reformiert. Die Digitalisierung der BAföG-Anträge soll so schnell wie möglich erfolgen.

Originalzitat anzeigen (Seite 24)
„Wir wollen, dass Ausbildungen an Fachschulen für Heil- und Pflegeberufe (etwa Ergotherapeuten, Logopäden, Hebammen) künftig schulgeldfrei sind.“
Seite 24 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Der Wegfall des Schulgelds verlagert Ausbildungskosten in einem begrenzten Bereich von Einzelnen auf die öffentliche Hand.

Schulen digital ausstatten und Digitalkompetenz vermitteln

Die FDP will Bremen und Bremerhaven zu Vorreitern bei der Digitalisierung der Bildung machen. Digitale und hybride Lernangebote sollen dauerhaft zum Schulsystem gehören, Schulen sollen technisch ausgestattet und ihre Verwaltung digitalisiert werden. Schülerinnen und Schüler sollen den verantwortlichen Umgang mit Technik und Daten lernen.

Die Schulen sollen digitaler werden. Jede Klasse soll gutes WLAN haben. Jede Schule soll eine Fachkraft für die Technik bekommen. Kinder sollen lernen, wie man sicher mit dem Internet umgeht. Zettel in der Schul-Verwaltung sollen wegfallen.

Vorgesehen sind stabiles WLAN in allen Klassen- und Fachräumen, mindestens ein IT-Assistent je Schule und Endgeräte auch für pädagogisches Personal, das nicht unterrichtet. Qualifizierte Lehrkräfte sollen Digitalbeauftragte ihrer Schule werden, und Informatik soll in mehreren Fächern verankert sein, vor allem in Mathematik und Technik. Unter dem Stichwort IT-Führerschein sollen verbindliche Standards entstehen, die schon in der Grundschule ansetzen und über Datenschutz, Cybermobbing, Falschnachrichten und Verschwörungstheorien aufklären. Lernsoftware und Plattformen für Lehrmaterial sollen genutzt und freie Materialien öffentlich gemacht werden. Grundfertigkeiten wie Kopfrechnen und Handschrift sollen dabei erhalten bleiben.

Originalzitat anzeigen (Seite 24)
„müssen digitale und hybride Bildungsangebote fester Bestandteil des Bildungssystems werden“
Seite 24 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Das Programm verlangt hohe öffentliche Investitionen in Ausstattung, Fortbildung und zusätzliche Stellen an Schulen.

Hochschulen mehr Autonomie geben

Die FDP will den Hochschulen mehr Freiheit geben: Sie sollen ihre Schwerpunkte in Forschung und Lehre selbst festlegen und allein über ihr Personal entscheiden. Private Hochschulen und Stiftungsprofessuren von Unternehmen unterstützt die Partei ausdrücklich.

Die Hochschulen sollen mehr selbst entscheiden dürfen. Sie sollen ihre Themen selbst wählen. Sie sollen auch selbst Personal einstellen und entlassen. Die FDP unterstützt auch private Hochschulen.

Von der freien Wahl der Arbeitsschwerpunkte nimmt das Programm die Lehrerausbildung aus. Ein breites Angebot an Studiengängen soll erhalten bleiben, weil es die beiden Städte als Studienorte attraktiv mache. Tierversuche sollen auf das unbedingt Nötige begrenzt sein und nur ohne Alternative stattfinden; unter Einhaltung der Ethik- und Tierschutzstandards hält die FDP sie für vertretbar. Private Hochschulen gelten dem Programm als Bereicherung neben den staatlichen.

Originalzitat anzeigen (Seite 26)
„Den staatlichen Hochschulen soll durch volle Personalhoheit die Möglichkeit gegeben werden, unabhängig über Einstellungen und Entlassungen ihres Personals zu entscheiden.“
Seite 26 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Markt

    Weniger staatliche Steuerung der Hochschulen und Unterstützung privater Anbieter verschieben den Bereich in Richtung Eigenverantwortung und Wettbewerb.

Zivilklauseln abschaffen, Militärforschung zulassen

Die FDP lehnt gesetzliche Zivilklauseln ab und will auch hochschulinterne Klauseln abschaffen, besonders an der Universität Bremen. Zivilklauseln verpflichten Hochschulen, nur für zivile Zwecke zu forschen. Forschung und Lehre mit militärischem Bezug sollen nach dem Programm gefördert werden.

Manche Hochschulen dürfen nicht für das Militär forschen. Diese Regel heißt Zivil-Klausel. Die FDP will solche Regeln abschaffen. Hochschulen in Bremen sollen auch für militärische Zwecke forschen dürfen.

Das Programm begründet die Forderung mit der Freiheit von Wissenschaft und Forschung. Es setzt darauf, dass Forscherinnen und Forscher eigenverantwortlich handeln. Die Abschaffung soll sowohl Vorgaben im Gesetz als auch Selbstverpflichtungen der Hochschulen betreffen.

Originalzitat anzeigen (Seite 26)
„Auch Forschung und Lehre mit militärischer Nutzung bzw. Zielsetzung wollen wir an bremischen Hochschulen fördern. Gesetzliche Zivilklauseln lehnen wir ab.“
Seite 26 im Original

Einordnung

  • Außenpolitikeher Abschreckung zuerst

    Die Beschränkung auf zivile Forschung soll entfallen und militärisch nutzbare Forschung gefördert werden, was militärische Fähigkeiten stärkt.

Hochschulen besser finanzieren und ausbauen

Die FDP will die Grundfinanzierung der Hochschulen so anheben, dass sie den Bundesdurchschnitt erreichen. Das Programm hält die heutige Ausstattung für unzureichend und sieht dadurch Nachteile bei Stellenbesetzungen und eine starke Abhängigkeit von Drittmitteln. In Bremerhaven soll die Zahl der Studienplätze mittelfristig auf 5.000 steigen.

Die Hochschulen in Bremen sollen mehr Geld bekommen. Das Geld soll langfristig planbar sein. Alte Gebäude sollen saniert werden. In Bremerhaven soll es künftig 5.000 Studienplätze geben.

Mehr Geld für die Hochschulen soll unter anderem durch eine engere Zusammenarbeit mit dem Bund zusammenkommen. Bereits geplante Sanierungen an Hochschulgebäuden will die FDP zügig umsetzen und weitere einplanen. Die Universität Bremen soll Unterstützung erhalten, um erneut Exzellenz-Universität zu werden. Duale Bachelor-Studiengänge will die Partei so ausbauen, wie die Wirtschaft sie braucht. Hochschulen gelten dem Programm als Wirtschaftsfaktor, weil viele Absolventen in der Region bleiben.

Originalzitat anzeigen (Seite 27)
„dass den Hochschulen im Land Bremen unter anderem durch eine stärkere Kooperation mit dem Bund eine bessere, langfristig planbare Grundfinanzierung zukommt“
Seite 27 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Die öffentliche Grundfinanzierung der Hochschulen soll steigen und die Abhängigkeit von externen Geldgebern sinken.

Orientierungssemester an allen Hochschulen ermöglichen

Die FDP will an allen Hochschulen des Landes ein Orientierungssemester ermöglichen und greift damit einen Vorschlag der Hochschule Bremen auf. Eine bessere Orientierung bei der Studienwahl soll nach dem Programm die Zahl der Studienabbrüche senken.

Die FDP will ein Orientierungs-Semester möglich machen. Dort können junge Menschen verschiedene Fächer kennenlernen. So finden sie das passende Studium. Dann brechen weniger Menschen ihr Studium ab.

Das Programm erwartet, dass weniger Abbrüche die vorhandenen Ressourcen besser nutzen und Kosten senken. Außerdem soll das Angebot Bremen als Studienort attraktiver machen. Davon verspricht sich die FDP mehr qualifizierte Absolventen für die Wirtschaft der Region.

Originalzitat anzeigen (Seite 27)
„die Einführung eines Orientierungssemesters an allen Hochschulen in Bremen und Bremerhaven zu ermöglichen“
Seite 27 im Original

Einordnung

Dieser Punkt berührt keine der Achsen.

Weiterbildung mit Midlife-Bafög und Freiraumkonten fördern

Die FDP will Weiterbildung im Berufsleben mit einem „Midlife-Bafög“ und persönlichen Freiraumkonten unterstützen. Auf diesen Konten sollen Beschäftigte Teile ihres Gehalts ohne Steuern und Sozialabgaben für Fortbildungen ansparen können. Das Programm begründet dies damit, dass der technische Wandel ständiges Lernen verlange.

Die FDP will, dass Menschen auch im Beruf weiter lernen. Dafür soll es ein Freiraum-Konto geben. Darauf können Beschäftigte Geld für Kurse sparen, ohne Steuern zu zahlen. Wer wenig oder mittel verdient, bekommt einen Zuschuss. Dieser Zuschuss heißt Midlife-Bafög.

Das angesparte Guthaben soll zum Beispiel Kursgebühren oder Verdienstausfall während einer Fortbildung decken und vom Arbeitgeber unabhängig sein. Auch Arbeitgeber sollen einzahlen können, und Überstunden sowie Resturlaub sollen sich in Guthaben umwandeln lassen. Menschen mit kleinem und mittlerem Einkommen sollen über das „Midlife-Bafög“ Hilfe beim Aufbau des Guthabens erhalten. Das Programm spricht allen ein Recht auf lebensbegleitendes Lernen zu, für das das Land Bremen Angebote bereitstellen soll. Fortbildungen sollen sich neben dem Beruf absolvieren lassen.

Originalzitat anzeigen (Seite 38)
„Wir Freie Demokraten wollen daher Weiterbildung mit einem „Midlife-Bafög“ und sogenannten Freiraumkonten unterstützen.“
Seite 38 im Original

Einordnung

  • Wirtschaftausgewogen

    Der Punkt verbindet eigenverantwortliches, abgabenfreies Ansparen mit einer neuen staatlichen Förderung für niedrige und mittlere Einkommen.

Juristische Ausbildung in Bremen reformieren

Die FDP will Bremen für angehende Juristen attraktiver machen, weil das Land im Wettbewerb um Nachwuchs mit anderen Bundesländern steht. Dazu sollen Studium, Prüfungen und Referendariat verbessert und Referendare besser bezahlt werden.

Die FDP will die Ausbildung für Juristen in Bremen verbessern. Prüfungen sollen am Computer möglich sein. Es soll mehr Plätze für Referendare geben. Referendare sollen mehr Geld bekommen.

Die FDP unterstützt einen integrierten Bachelor (LL.B.) im Jurastudium und will das E-Examen für beide Staatsexamina einführen. Die Regelstudienzeit soll der durchschnittlichen Dauer von derzeit elf Semestern entsprechen, damit der Bafög-Anspruch nicht vor dem ersten Examen endet. Ein Verbesserungsversuch soll auch ohne Freischuss möglich und gebührenfrei sein. Die Zahl der Referendarplätze soll steigen, die Unterhaltsbeihilfe auf die Hälfte der Richterbesoldung R1 festgelegt und die Zuverdienstgrenze gestrichen werden. Hinzu kommen eine flexiblere Ausbildungsordnung für das zweite Examen und ein Referendariat in Teilzeit.

Originalzitat anzeigen (Seite 88)
„Die Unterhaltsbeihilfen müssen hierzu deutlich angehoben und an das Richtergehalt gekoppelt werden (50 Prozent von R1)“
Seite 88 im Original

Einordnung

Dieser Punkt berührt keine der Achsen.

Schwimmunterricht ausbauen, auch in offenen Gewässern

Die FDP will den Schwimmunterricht für Kinder und Jugendliche ausbauen und schon in Kitas die Gewöhnung ans Wasser ermöglichen. Schwimmen in Seen und Flüssen soll Teil der Ausbildung werden, um Badeunfälle zu vermeiden. In Bremerhaven soll am Weserstrandbad wieder gebadet werden dürfen.

Mehr Kinder sollen schwimmen lernen. Schon in der Kita sollen sie Wasser kennenlernen. Kinder sollen auch in Seen und Flüssen üben. So soll es weniger Bade-Unfälle geben. In Bremerhaven soll man an der Weser wieder baden dürfen.

Gefördert werden sollen kompakte Ferienkurse sowie ein Netzwerk aus Kitas, Schulen, Vereinen, DLRG und Freiwilligen. Das Programm begründet das Üben in offenen Gewässern damit, dass Strömung und Wind dort anders wirken als im Schwimmbad und sich Unfälle in Bremer Seen gehäuft haben. Die regelmäßige Untersuchung der Seen, etwa auf Blaualgen, soll weiterlaufen. In Bremerhaven sieht die FDP nach der Verschwenkung der Nordmole die Chance auf eine baulich von der Weser getrennte Badezone nach dem Vorbild der Büsumer Perlebucht. Der Stadtstrand soll auch für Konzerte und Veranstaltungen genutzt und überregional beworben werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 114)
„Wir Freie Demokraten wollen den Schwimmunterricht für Kinder und Jugendliche in Bremen und Bremerhaven weiter ausbauen und fördern.“
Seite 114 im Original

Einordnung

Dieser Punkt berührt keine der Achsen.

Was sagen die anderen Parteien zur Bildung?

Alle Programme in Bremen im Vergleich