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Grüne zur Bildung

Aus dem Programm „Zukunft möglich machen! Bürgerschaftswahlprogramm 2023“

Bürgerschaftswahl Bremen 2023, 14. Mai 2023Original-PDF, 249 SeitenAnalyse vom 3. Oktober 2026

KIZusammenfassungen und Einordnungen auf dieser Seite hat eine KI erstellt. Ein Mensch prüft sie nicht einzeln. Wie sie entstehen

Einordnung beim Thema Bildung

Durchschnitt der Punkte auf dieser Seite. Die Einordnung erstellt eine KI.

Jede Achse misst ein Thema. Ein „links“ oder „rechts“ für alles gibt es hier nicht: Wirtschaft, Gesellschaft, Migration und Sicherheit stehen getrennt. Eingeordnet ist nur, was im Programm steht. So lesen Sie die Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat (-1,1), aus 17 Punkten

    Punkte je Stufe: 1 deutlich mehr Staat, 16 eher mehr Staat, 0 ausgewogen, 0 eher mehr Markt, 0 deutlich mehr Markt

  • Gesellschafteher progressiv (-1), aus 10 Punkten

    Punkte je Stufe: 0 deutlich progressiv, 10 eher progressiv, 0 ausgewogen, 0 eher konservativ, 0 deutlich konservativ

  • Europaeher mehr EU (-1), aus 1 Punkt

    Punkte je Stufe: 0 deutlich mehr EU, 1 eher mehr EU, 0 ausgewogen, 0 eher weniger EU, 0 deutlich weniger EU

  • Migrationeher offen (-1), aus 3 Punkten

    Punkte je Stufe: 0 deutlich offen, 3 eher offen, 0 ausgewogen, 0 eher restriktiv, 0 deutlich restriktiv

  • Außenpolitikeher Diplomatie zuerst (-1), aus 1 Punkt

    Punkte je Stufe: 0 deutlich Diplomatie zuerst, 1 eher Diplomatie zuerst, 0 ausgewogen, 0 eher Abschreckung zuerst, 0 deutlich Abschreckung zuerst

Die kleinen Säulen unter den Balken zeigen, wie viele Punkte auf jeder der fünf Stufen liegen.

Verbindliche Qualitätsstandards für KiTas festlegen

Die Grünen wollen die Qualität der frühkindlichen Bildung über verbindliche Standards anheben. Diese sollen in den Verträgen zwischen Kommune und KiTa-Trägern stehen. Auch für die Inklusion in KiTas soll es eine verbindliche Grundlage geben.

Die Grünen wollen bessere KiTas. Dafür soll es feste Regeln für die Qualität geben. Die Regeln sollen in den Verträgen mit den KiTa-Trägern stehen. Träger sind die Organisationen, die KiTas betreiben. Auch für Kinder mit Förder-Bedarf soll es feste Regeln geben.

Die Standards sollen Bestandteil der Zuwendungsverträge werden und den Bildungsplan 0-10 mit festen inhaltlichen Vorgaben enthalten. Sprachbildung und Sprachförderung sollen am Beginn des Bildungswegs verbessert werden, Mehrsprachigkeit soll dabei dazugehören. Für die Inklusion in KiTas soll parallel zum schulischen „Entwicklungsplan Inklusion“ eine verbindliche Grundlage entstehen, außerdem soll mehr Personal ausgebildet und eingestellt werden. In KiTas soll es Präventionsarbeit zu körperlicher, psychischer und sexualisierter Gewalt geben.

Originalzitat anzeigen (Seite 46)
„Verbindliche Standards in der Kindertagesbetreuung müssen etabliert werden und, wie in anderen Bundesländern auch, Teil der Zuwendungsverträge zwischen Kommune und Trägern sein.“
Seite 46 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Träger sollen über die Zuwendungsverträge an verbindliche Qualitätsvorgaben gebunden werden, was die staatliche Regulierung ausweitet.

Letztes KiTa-Jahr und Übergang zur Grundschule stärken

Die Grünen wollen das letzte KiTa-Jahr vor der Einschulung stärken, um die Bildungsgerechtigkeit zu erhöhen. Außerdem sollen KiTas und Grundschulen enger zusammenarbeiten, damit der Wechsel ohne Brüche gelingt.

Die Grünen wollen das letzte Jahr in der KiTa stärken. Mehr Kinder sollen vor der Schule eine KiTa besuchen. KiTas und Grundschulen sollen enger zusammen-arbeiten. So soll der Wechsel in die Schule leichter werden.

Das Programm begründet dies damit, dass Kinder ohne KiTa-Besuch oft Schwierigkeiten mit der deutschen Sprache haben, sich in großen Gruppen schwertun und nicht leicht mit Gleichaltrigen zurechtkommen. Für das letzte Jahr vor der Schule sollen genug Plätze entstehen, und Eltern sollen bei der Anmeldung Hilfe bekommen. Die Verbundstruktur aus KiTas und Grundschulen, die es in Bremerhaven schon gibt, soll auch in der Stadt Bremen überall eingeführt werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 47)
„Um für mehr Bildungsgerechtigkeit zu sorgen, soll deshalb das letzte Jahr vor der Einschulung gestärkt werden.“
Seite 47 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Zusätzliche öffentliche Kapazitäten für das letzte KiTa-Jahr bedeuten einen Ausbau staatlicher Bildungsleistungen.

Mehr KiTa-Fachkräfte ausbilden und halten

Die Grünen wollen mehr Erzieherinnen und Erzieher ausbilden, gewinnen und im Beruf halten. Die Ausbildung soll attraktiver und häufiger vergütet werden. Das Programm verweist auf die hohe Belastung des Personals durch den Fachkräftemangel.

In den KiTas fehlen Fachkräfte. Die Grünen wollen mehr Menschen für den Beruf gewinnen. Die Ausbildung soll attraktiver werden. Mehr Auszubildende sollen Geld bekommen. Erfahrene Fachkräfte sollen im Beruf bleiben.

Die praxisintegrierte Ausbildung soll mehr Plätze bekommen, und die Bildungsprämie soll steigen. Geprüft werden soll, das Schulgeld auch an nichtstaatlichen Schulen zu erlassen. Für erfahrene Kräfte sucht die Partei nach Wegen zu besserer Bezahlung und will Supervision überall sowie psychologische Unterstützung bei der Arbeit mit kriegserfahrenen geflüchteten Kindern einführen. Für Leitungskräfte sollen gemeinsam mit Hochschulen und Fachschulen Ausbildungswege entstehen. Diversity, Intersektionalität und Antidiskriminierung sollen Pflichtmodul der Ausbildung werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 49)
„Wir wollen die Erzieher*innenausbildung attraktiver machen und die Möglichkeiten der Vergütung während der Ausbildung ausweiten.“
Seite 49 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Mehr vergütete Ausbildungsplätze, eine höhere Prämie und bessere Bezahlung bedeuten zusätzliche öffentliche Ausgaben für die Betreuung.

  • Gesellschafteher progressiv

    Ein Pflichtmodul zu Diversity, Intersektionalität und Antidiskriminierung verankert Vielfaltsthemen fester in der Ausbildung.

Schulentwicklung mit Beratung und mehr Freiheit

Die Grünen wollen jede Schule zu einem Prozess der Qualitätsentwicklung verpflichten und dafür Beraterinnen und Berater bereitstellen. Über Inhalte und Schwerpunkte sollen die Schulen selbst entscheiden. Das Programm begründet dies mit sozialer Ungleichheit und verfehlten Mindeststandards in Deutsch und Mathematik.

Die Grünen wollen die Schulen besser machen. Jede Schule soll an ihrer Qualität arbeiten. Berater sollen die Schulen dabei begleiten. Die Schulen sollen ihre Schwerpunkte selbst wählen. Ein Institut soll dafür Daten sammeln und auswerten.

Die Zahl der Schulentwicklungsberaterinnen und -berater soll steigen, eine Vermittlungsstelle soll die Begleitung verbessern. Sie sollen auf dem aktuellen Stand der Bildungsforschung arbeiten und Schulen etwa bei Steuergruppen, gemeinsamer Unterrichtsvorbereitung und kollegialer Hospitation unterstützen. Als Leitlinien nennt das Programm Inklusion, Demokratiepädagogik und Bildung für nachhaltige Entwicklung, als Möglichkeiten unter anderem jahrgangsgemischtes Lernen, Projektunterricht und alternative Leistungsbewertung. Das IQHB, das Bremer Institut für Qualitätsentwicklung, soll dabei eine zentrale Rolle übernehmen und mit den Beratenden zusammenarbeiten.

Originalzitat anzeigen (Seite 51)
„Wir wollen Schulentwicklungsberater*innen, die an jeder Schule im Land Bremen die Kolleg*innen dabei begleiten, die Qualität ihrer Schule zu verbessern.“
Seite 51 im Original

Einordnung

Dieser Punkt berührt keine der Achsen.

Herkunftssprachen im Schulunterricht ausbauen

Die Grünen wollen Mehrsprachigkeit an Schulen stärker fördern und Unterricht in mehr Herkunftssprachen im regulären Stundenplan anbieten. Das Programm verweist darauf, dass die Mehrheit der Kinder im Land Bremen mehrsprachig aufwächst.

Viele Kinder in Bremen sprechen mehrere Sprachen. Die Grünen wollen das fördern. Schulen sollen Unterricht in mehr Herkunfts-Sprachen anbieten. Das sind Sprachen, die Kinder von zu Hause kennen. Dafür sollen mehr Lehrkräfte ausgebildet werden.

Auch Prüfungen sollen in mehr Sprachen möglich werden. Durch Fort- und Weiterbildung soll Sprachbildung in allen Fächern stattfinden. Für den Unterricht sollen Lehrkräfte in weiteren Sprachen ausgebildet werden, zuerst in Arabisch, Russisch, Türkisch, Kurdisch und Polnisch.

Originalzitat anzeigen (Seite 52)
„Dafür erweitern wir die Mehrsprachigkeitsförderung und ermöglichen Sprachunterricht in mehr Herkunftssprachen im Rahmen des regulären Stundenplans.“
Seite 52 im Original

Einordnung

  • Gesellschafteher progressiv

    Herkunftssprachen sollen gleichwertig anerkannt und im Regelunterricht ausgebaut werden, was sprachliche Vielfalt stärker fördert als bisher.

  • Migrationeher offen

    Mehr Unterricht und Prüfungen in Herkunftssprachen erweitern die Angebote für Kinder aus zugewanderten Familien.

Inklusion an Schulen weiterentwickeln

Die Grünen wollen den inklusiven Unterricht qualitativ verbessern, mehr Personal dafür bereitstellen und Lehrkräfte besser aus- und fortbilden. Assistenzkräfte sollen zunehmend fest an Schulen angestellt sein. Ziel ist nach dem Programm die bestmögliche Teilhabe aller Kinder mit Beeinträchtigungen.

Kinder mit und ohne Behinderung lernen in Bremen zusammen. Die Grünen wollen das weiter verbessern. Schulen sollen mehr feste Assistenz-Kräfte bekommen. Kinder mit Autismus oder ADHS sollen leichter Hilfe erhalten. Dafür sollen sie ihre Einschränkung nicht allen sagen müssen.

Schülerinnen und Schüler mit Autismus, ADHS, LRS und anderen Formen der Neurodiversität sollen einfacher Rückzugsräume oder Nachteilsausgleiche erhalten, ohne dies öffentlich machen zu müssen. Die Inklusion bei Lernschwierigkeiten soll erweitert und bei herausforderndem Verhalten konsequent umgesetzt werden. Schulassistenzen sollen fester Teil der Schule werden und nach Bedarf eingesetzt werden. Für die Lücke zwischen Bedarf und verfügbarem Personal bei Schulsozialarbeit und Assistenz sollen Konzepte entstehen.

Originalzitat anzeigen (Seite 53)
„Die systemische Assistenz, bei der Assistenzkräfte fest an Schulen eingestellt sind, wollen wir daher kontinuierlich ausweiten.“
Seite 53 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Mehr fest angestellte Assistenzkräfte und bessere Personalausstattung erhöhen die öffentlichen Ausgaben für Schulen.

  • Gesellschafteher progressiv

    Das gemeinsame Lernen von Kindern mit und ohne Beeinträchtigung soll weiter ausgebaut werden, was Teilhabe und Gleichstellung stärkt.

Förderzentrum schließen, intensivpädagogische Angebote ausbauen

Die Grünen wollen das Förderzentrum an der Fritz-Gansberg-Straße wie geplant schließen, wenn 2024 die Bestandsgarantie endet. Stattdessen sollen Regelschulen mehr vorbeugende Unterstützung bekommen, und außerhalb der Schule sollen intensivpädagogische Angebote entstehen.

In Bremen gibt es eine besondere Schule für Kinder mit sozialen und emotionalen Schwierigkeiten. Die Grünen wollen diese Schule 2024 schließen. Die Kinder sollen an normalen Schulen lernen. Dort soll es mehr Hilfe geben. Für schwere Zeiten soll es zusätzliche Angebote außerhalb der Schule geben.

Das Förderzentrum unterrichtet Kinder und Jugendliche mit Förderbedarf in der sozial-emotionalen Entwicklung. Bis 2024 sollen die Strukturen stehen, die seine Schließung möglich machen. An Regelschulen sollen Doppelbesetzung, multiprofessionelle Teams, Multifamilienklassen und zeitweilige Lerngruppen ausgebaut werden, ergänzt durch einen mobilen Dienst. An den Regionalen Bildungs- und Unterstützungszentren (ReBUZ) sollen neue Bildungsabteilungen intensivpädagogische Angebote machen. Sie sollen Kinder und Jugendliche stabilisieren, die mit der Regelschule vorübergehend nicht zurechtkommen.

Originalzitat anzeigen (Seite 54)
„Dafür wollen wir an den Regelschulen präventiv wirkende Konzepte wie Doppelbesetzung, multiprofessionelle Teams, Multifamilienklassen und temporäre Lerngruppen weiter ausbauen und einen mobilen Dienst etablieren.“
Seite 54 im Original

Einordnung

  • Gesellschafteher progressiv

    Eine gesonderte Förderschule soll zugunsten gemeinsamen Unterrichts an Regelschulen wegfallen, was den bereits eingeschlagenen Weg der Inklusion fortsetzt.

Gebundenen Ganztag flächendeckend einführen

Die Grünen wollen Schulen beim Ausbau des Ganztags unterstützen und mittelfristig überall den gebundenen Ganztag erreichen, bei dem der ganze Schultag verbindlich ist. Hausaufgaben sollen nur noch dem Üben dienen, sodass Kinder dafür keine Hilfe von Eltern brauchen.

Die Grünen wollen mehr Ganztags-Schulen. Später sollen alle Schulen einen festen Ganztag haben. Das heißt: Alle Kinder bleiben bis zum Nachmittag in der Schule. Hausaufgaben sollen nur noch zum Üben da sein. Kinder sollen dafür keine Hilfe von den Eltern brauchen.

Für den Ausbau wollen die Grünen Konzepte entwickeln, um gut ausgebildetes Personal zu gewinnen. Der feste Stundentakt soll aufgelöst werden, damit der Tag kindgerecht gegliedert werden kann, mit gemeinsamem Essen, genügend Pausen und vielfältigen Angeboten. Das soll Projektarbeit und Lernen zu selbst gewählten Themen ermöglichen. Hausaufgaben sollen nur noch Gelerntes festigen und Abläufe einüben. Solange Schulen noch nicht im gebundenen Ganztag arbeiten, sollen Angebote zur Hausaufgabenbetreuung in der Schule gefördert werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 55)
„Wir wollen Schulen beim Ausbau zum gebundenen und offenen Ganztag unterstützen. Mittelfristig soll dieser flächendeckend zum gebundenen Ganztag weiterentwickelt werden.“
Seite 55 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Das öffentliche Ganztagsangebot soll ausgebaut und langfristig für alle verbindlich werden, was mehr staatliche Leistung bedeutet.

Lernmittelbudget anheben und sozial gewichten

Die Grünen wollen den Schulen deutlich mehr Geld für Lehr- und Lernmittel geben und es stärker nach sozialen Kriterien verteilen. Als Gründe nennt das Programm wachsende Schülerzahlen und die hohe Inflation.

Schulen brauchen Geld für Bücher und Material. Die Grünen wollen ihnen mehr Geld dafür geben. Schulen mit vielen armen Familien sollen besonders viel bekommen. Denn dort ist Schulmaterial für viele Eltern zu teuer.

Die Verteilung des Budgets soll sich stärker an Sozialindikatoren ausrichten. Entlastet werden sollen vor allem Schulen, deren Schülerschaft häufig aus Familien mit wenig Geld kommt. Für diese Familien ist der Kauf von Arbeitsmaterial laut Programm eine große Last, die oft schon jetzt aus dem Etat der Schule getragen wird.

Originalzitat anzeigen (Seite 56)
„wollen wir das Budget für Lehr- und Lernmittel für die Schulen spürbar anheben und die Vergabe stärker nach Sozialindikatoren gewichten“
Seite 56 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Höhere öffentliche Ausgaben für Schulmaterial sollen gezielt Schulen mit vielen ärmeren Familien zugutekommen, was umverteilend wirkt.

Digitale Ausstattung der Schulen dauerhaft finanzieren

Die Grünen wollen Tablets und digitale Lerninfrastruktur an Schulen dauerhaft finanzieren und technische Betreuung durch Fachpersonal einführen. Digitale und analoge Lernformen sollen besser verbunden werden, ohne dass das Digitale das Analoge ersetzt.

Die Schulen in Bremen haben Tablets. Die Grünen wollen das Geld dafür dauerhaft sichern. Fachleute sollen sich um die Technik kümmern. Lehrerinnen und Lehrer müssen das dann nicht mehr tun. Lernen mit Tablet und Lernen ohne Tablet sollen gut zusammenpassen.

Als Beispiel für professionelle Unterstützung nennt das Programm digitale Hausmeisterinnen und Hausmeister, damit Lehrkräfte keine Updates auf Schülergeräten mehr einspielen müssen. Lehrkräfte sollen gezielte Fortbildungen an der eigenen Schule erhalten, und Schulen sollen zusätzliche Mittel bekommen, um digitale Medien didaktisch einzusetzen. Landesweit bereitgestellte Softwarelizenzen sollen gesichert werden, und Schulen sollen selbst passende digitale Werkzeuge kaufen können. Dafür sollen die Zuweisungen für Lehr- und Lernmittel neu geordnet werden und auch digitale Lehrwerke umfassen.

Originalzitat anzeigen (Seite 56)
„Wir sichern die nachhaltige Finanzierung der Tablets und der digitalen Lern-Infrastruktur ab und verbessern die Arbeitsbedingungen durch professionellen Support“
Seite 56 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Die digitale Schulausstattung, Supportpersonal und Lizenzen sollen dauerhaft aus öffentlichen Mitteln bezahlt werden.

Lehrkräfte an belasteten Schulen entlasten

Die Grünen wollen, dass Lehrkräfte an Schulen mit hohem Sozialindex weniger Stunden unterrichten müssen. Außerdem sollen benachteiligte Stadtteile genügend Lehrkräfte und Erzieherinnen und Erzieher bekommen, weil sich dort laut Programm deutlich weniger Menschen auf Stellen bewerben.

Manche Schulen liegen in armen Stadtteilen. Dort ist die Arbeit für Lehrerinnen und Lehrer besonders schwer. Die Grünen wollen, dass sie dort weniger Stunden unterrichten müssen. So haben sie mehr Zeit für Gespräche mit Eltern. Außerdem sollen diese Stadtteile genug Lehrkräfte bekommen.

Die gewonnene Zeit soll in die Zusammenarbeit mit Eltern und mit professionellen Hilfsangeboten sowie in die Schulentwicklung fließen. Schulen sollen Räume für stilles Arbeiten und für Pausen des Personals erhalten, und Supervision soll Überlastung früh sichtbar machen. Besonders belastete Schulleitungen sollen mindestens eine zusätzliche Verwaltungskraft und später eine Verwaltungsleitung bekommen; Modelle geteilter Führung werden unterstützt. Im Dialog mit Gewerkschaften, anderen Ländern und dem Bund soll die Arbeitszeit von Lehrkräften neu definiert und in Wochenarbeitsstunden statt in Unterrichtsstunden gemessen werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 58)
„Wir wollen Lehrkräfte durch die Kürzung der Unterrichtsverpflichtung in Schulen mit hohem Sozialindex entlasten.“
Seite 58 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Weniger Pflichtstunden und mehr Verwaltungspersonal an belasteten Schulen bedeuten zusätzliche öffentliche Mittel, die gezielt nach sozialer Lage verteilt werden.

Multiprofessionelle Teams und Schulsozialarbeit ausbauen

Die Grünen wollen an Schulen Teams aus verschiedenen Berufen etablieren und die Schulsozialarbeit schrittweise auf alle Schulen ausdehnen. Aus Sicht des Programms lassen sich die wachsenden Anforderungen an Schulen so am besten bewältigen.

An Schulen sollen nicht nur Lehrerinnen und Lehrer arbeiten. Die Grünen wollen Teams aus vielen Berufen. Dazu gehören zum Beispiel Sozial-Arbeiter und Sprach-Therapeuten. Alle sollen gleichberechtigt zusammenarbeiten. Jede Schule soll nach und nach Schul-Sozialarbeit bekommen.

In den Teams sollen erzieherische, soziale, sonderpädagogische, psychologische und unterrichtende Fachkräfte gleichberechtigt zusammenarbeiten. Schulen sollen über die Bildungsbehörde auch Ergotherapeutinnen und Ergotherapeuten sowie Logopädinnen und Logopäden einstellen können. Das soll in einer gemeinsamen Schule mit sehr unterschiedlicher Schülerschaft passende Angebote ermöglichen. Die Schulsozialarbeit soll in der nächsten Wahlperiode an allgemeinbildenden wie an berufsbildenden Schulen weiter wachsen.

Originalzitat anzeigen (Seite 58)
„Die Schulsozialarbeit werden wir auch in der kommenden Legislaturperiode weiter Schritt für Schritt an allen allgemeinbildenden und berufsbildenden Schulen ausweiten.“
Seite 58 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Zusätzliche Berufsgruppen und mehr Schulsozialarbeit an allen Schulen erweitern das öffentlich finanzierte Angebot schrittweise.

Quereinstieg in den Schuldienst erleichtern

Die Grünen wollen zugewanderten Lehrkräften sowie Seiten- und Quereinsteigenden den Weg in den Schuldienst erleichtern und beschleunigen. So sollen mögliche Fachkräfte nicht an zu hohen Hürden scheitern, und die Kollegien sollen vielfältiger werden.

In Bremen fehlen Lehrerinnen und Lehrer. Die Grünen wollen es leichter machen, Lehrkraft zu werden. Das gilt für Menschen aus anderen Ländern und aus anderen Berufen. Fehlende Sprach-Kenntnisse können sie neben der Arbeit nachholen. Auch junge Menschen sollen leichter ins Lehramts-Studium kommen.

Vorgesehen ist, den Schuldienst für Lehrkräfte mit nur einem Fach zu öffnen und Qualifikationsanforderungen sowie das verlangte Sprachniveau für ausländische Lehrkräfte anzupassen. Fehlende Sprachkenntnisse und Qualifikationen sollen neben dem Beruf erworben werden können und auch verlangt werden. Nach dem Vorbild Bremerhavens soll es in Bremen Mentoring, regelmäßige Fortbildungen und klare Wege zu Abschlüssen geben. Zusammen mit der Universität sollen Aufnahmekriterien für das Lehramtsstudium in Mangelfächern gesenkt werden. Ein Freiwilligendienst an Schulen soll einen direkten Übergang ins Lehramtsstudium eröffnen, auch für Bewerberinnen und Bewerber, die am Numerus clausus scheitern.

Originalzitat anzeigen (Seite 59)
„Wir wollen weiterhin den Zugang für zugewanderte Lehrkräfte, Seiten- und Quereinsteiger*innen verbessern und beschleunigen“
Seite 59 im Original

Einordnung

  • Gesellschafteher progressiv

    Das Programm will ausdrücklich die Vielfalt in den Kollegien erhöhen und dafür Zugangswege öffnen.

  • Migrationeher offen

    Qualifikations- und Sprachhürden für zugewanderte Lehrkräfte sollen gesenkt werden, was ihnen den Zugang zum Beruf erleichtert.

Vergütung im Referendariat erhöhen

Die Grünen wollen angehenden Lehrkräften im Referendariat mehr zahlen. Wer zusagt, danach in Bremen zu arbeiten, soll zusätzlich eine Zulage erhalten.

Nach dem Studium machen angehende Lehrkräfte eine praktische Ausbildung. Sie heißt Referendariat. Die Grünen wollen in dieser Zeit mehr Geld zahlen. Wer danach in Bremen bleibt, bekommt noch etwas dazu. So sollen mehr Lehrkräfte in Bremen arbeiten.

Eine fortlaufend aktualisierte Prognose des Personalbedarfs soll zeigen, ob es genug Studien- und Referendariatsplätze gibt; das Angebot wird danach angepasst. Die Zulage ist an die Verpflichtung geknüpft, nach dem Vorbereitungsdienst im Land zu bleiben. Eine vergleichbare Regelung wollen die Grünen auch für Erzieherinnen und Erzieher sowie für Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen.

Originalzitat anzeigen (Seite 59)
„Zudem wollen wir die Vergütung im Referendariat erhöhen und Referendar*innen, die sich verpflichten, nach dem Referendariat in Bremen zu bleiben, eine attraktive Zulage während des Referendariats zahlen.“
Seite 59 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Höhere Bezüge und eine Zulage für Referendarinnen und Referendare erhöhen die öffentlichen Personalausgaben.

Schulkonsens weiterentwickeln, Schule für alle schaffen

Die Grünen wollen den Bremer Schulkonsens, der 2028 endet, frühzeitig mit den anderen demokratischen Parteien fortschreiben. Statt Strukturen festzulegen, sollen Ziele für die Schulentwicklung gelten, damit jede Schulform allen Kindern offensteht. Zusätzlich soll eine Modellschule von Klasse 1 bis 13 entstehen.

In Bremen gibt es eine Vereinbarung der Parteien über die Schulen. Sie endet im Jahr 2028. Die Grünen wollen früh über eine neue Vereinbarung reden. Jede Schule soll für jedes Kind offen sein. Eine Schule soll zum Test alle Klassen von 1 bis 13 haben.

Das Programm sieht vor, schon in der nächsten Wahlperiode Gespräche über die Zeit nach dem Schulkonsens zu führen. Grundschulen, Oberschulen, Gymnasien und Berufsschulen sollen mit verlässlicher Begleitung jeweils einen eigenen Weg zur inklusiven Schule finden. Mehr jahrgangsübergreifendes Lernen soll es erlauben, im eigenen Tempo zu lernen, ohne Sitzenbleiben oder Überspringen. Die Oberstufe soll etwa durch Module so gestaltet werden, dass das Abitur auch nach vier Jahren möglich ist. Die Modellschule von Klasse 1 bis 13 begründen die Grünen mit Erfahrungen aus Skandinavien, Berlin und Nordrhein-Westfalen.

Originalzitat anzeigen (Seite 62)
„Jede Schule – und das bedeutet auch jede Schulform – muss offen für jedes Kind sein.“
Seite 62 im Original

Einordnung

  • Gesellschafteher progressiv

    Alle Schulformen sollen schrittweise inklusiv werden und länger gemeinsam lernen lassen, was das bestehende gegliederte System in Richtung Gleichstellung verschiebt.

Berufsschulen und Übergang in Ausbildung stärken

Die Grünen wollen Berufsschulen aufwerten, sodass sie gleichrangig neben allgemeinbildenden Schulen und dem Studium stehen. Jugendliche ohne Ausbildungsplatz nach der Sekundarstufe 1 sollen mehr Unterstützung erhalten. Die Schulstandorte sollen nach den Campus-Planungen modernisiert werden.

Die Grünen wollen die Berufsschulen stärken. Eine Ausbildung soll so viel zählen wie ein Studium. Manche Jugendliche finden nach der Schule keinen Ausbildungsplatz. Sie sollen mehr Hilfe bekommen. Die Berufsschulen sollen bessere Gebäude und Technik bekommen.

Das Übergangssystem soll allen Jugendlichen unabhängig von ihren Abschlüssen einen Weg zur Ausbildungsreife bieten. Dazu sollen mehr Schulsozialarbeit an Berufsschulen und eine engere Zusammenarbeit mit den Oberschulen beitragen. Praxisnahe Fachpraktikerausbildungen mit weniger Theorie sollen auf weitere Berufsfelder ausgedehnt werden, und Berufsschüler sollen Erasmus+ stärker nutzen können. Die Campus-Perspektiven sollen umgesetzt werden, weil die alten Gebäude aus Sicht des Programms den Anforderungen nicht mehr genügen. Schulverbünde sollen Kooperationen mit Ausbildungsbetrieben erleichtern, und die Schulen sollen mehr Eigenverantwortung erhalten.

Originalzitat anzeigen (Seite 63)
„Das Übergangssystem muss daher so weiterentwickelt werden, dass es allen Jugendlichen, unabhängig von ihren bisher erreichten Qualifikationen, Wege zur Ausbildungsreife aufzeigt“
Seite 63 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Mehr öffentliche Investitionen in Berufsschulgebäude und Schulsozialarbeit bauen staatliche Leistungen schrittweise aus.

Landeszentrale für politische Bildung stärken

Die Grünen wollen jungen Menschen auch außerhalb der Schule historische und politische Bildung ermöglichen. Dafür soll die Landeszentrale für politische Bildung gestärkt werden und mehr Jugendliche erreichen. Auch die politische Weiterbildung im Berufsleben soll leichter werden.

Die Grünen wollen mehr politische Bildung für junge Menschen. Die Landeszentrale für politische Bildung soll mehr Unterstützung bekommen. Sie soll öfter in Schulen und Jugend-Zentren arbeiten. Auch Berufstätige sollen sich leichter politisch weiterbilden können.

Die Landeszentrale gilt im Programm als Partnerin, um das Demokratiebewusstsein und ein Bewusstsein für Bürgerrechte zu fördern. Ihre Angebote sollen an Schulen und in Jugendfreizeitzentren ausgeweitet werden. Für Vortragsreihen, Kongresse und Tagungen soll die Anerkennung nach dem Bremischen Bildungszeitgesetz einfacher werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 64)
„Wir wollen sie stärken, ihre Arbeit für noch mehr Jugendliche zugänglich machen und ihre Arbeit an Schulen und Freizis (Jugendfreizeitzentrum) ausweiten.“
Seite 64 im Original

Einordnung

Dieser Punkt berührt keine der Achsen.

Bildungsausgaben weiter erhöhen

Die Grünen wollen bei künftigen Haushalten darauf hinwirken, dass die Ausgaben für Bildung im Land Bremen weiter steigen. Ziel ist, die Ausgaben je Schülerin und Schüler schrittweise auf das Niveau von Berlin und Hamburg zu bringen.

Die Grünen wollen mehr Geld für Bildung ausgeben. Bremen soll pro Schul-Kind so viel ausgeben wie Berlin und Hamburg. Das soll Schritt für Schritt geschehen. Das Geld ist für Schulbau, Ganztag, Inklusion und Digitales.

Das Programm verweist darauf, dass die Bildungsausgaben in den vergangenen Jahren bereits stark gestiegen seien. Als Gründe für weiteren Bedarf nennt es Qualitätsentwicklung, Schulbau, Ganztagsausbau, Inklusion, Digitalisierung und die Gewinnung von Fachkräften. Die Angleichung an die anderen Stadtstaaten soll stufenweise erfolgen.

Originalzitat anzeigen (Seite 66)
„Daher verfolgen wir selbstverständlich weiter das Ziel, das Ausgabenniveau pro Schüler*in Schritt für Schritt an die anderen Stadtstaaten anzugleichen.“
Seite 66 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Die öffentlichen Bildungsausgaben sollen schrittweise weiter steigen, also mehr staatliche Leistungen.

Wissenschaft in die Innenstadt holen

Die Grünen wollen Hochschulen und Forschungseinrichtungen stärker in der Bremer Innenstadt ansiedeln, darunter einen Teil der Universität. Das Programm sieht darin eine historische Chance für die Hochschulen und für das Zentrum. Für die Flächen, die am bisherigen Uni-Standort frei würden, soll es ein eigenes Konzept geben.

Die Grünen wollen mehr Wissenschaft in der Bremer Innenstadt. Ein Teil der Universität soll dorthin umziehen. Auch andere Hochschulen sollen berücksichtigt werden. Für den alten Uni-Standort soll es einen eigenen Plan geben.

Das Programm hält die frühere Beschränkung auf das ehemalige Sparkassengelände am Brill für nicht zielführend und will mehrere Immobilien prüfen. Der Bedarf aller Hochschulen und Forschungsinstitute soll systematisch erhoben werden und in ein Gesamtkonzept einfließen. Die verschiedenen Gruppen an den Hochschulen sollen durchgehend und gleichberechtigt beteiligt werden. Das Vorhaben soll in die Fortschreibung des Wissenschaftsplans 2025 eingebettet sein. Als Voraussetzungen nennt das Programm bezahlbaren Wohnraum, Aufenthaltsräume ohne Konsumzwang sowie Gastronomie und Kultur für junge Menschen.

Originalzitat anzeigen (Seite 159)
„Einen Teilumzug der Uni in die Innenstadt wollen wir mit einem eigenständigen Entwicklungskonzept für den aktuellen Standort der Universität unterstützen“
Seite 159 im Original

Einordnung

Dieser Punkt berührt keine der Achsen.

Wissenschaftsplan 2030 mit verlässlicher Finanzierung auflegen

Die Grünen wollen den 2025 auslaufenden Wissenschaftsplan durch einen Wissenschaftsplan 2030 ersetzen, der den öffentlichen Hochschulen eine verlässliche Finanzplanung gibt. Die Ausgaben je Studentin und Student sollen nicht weiter sinken, sondern sich nach und nach dem Bundesdurchschnitt nähern.

Bremen hat einen Plan für seine Hochschulen. Dieser Plan endet 2025. Die Grünen wollen einen neuen Plan bis 2030. Die Hochschulen sollen sicher wissen, wie viel Geld sie bekommen. Pro Student soll es nicht weniger Geld geben, sondern nach und nach mehr.

Der neue Plan soll Bedeutung und Ziele der Wissenschaft im Land festhalten und die Forschungsinstitute berücksichtigen. Institute und alle Statusgruppen sollen an seiner Erarbeitung beteiligt werden. Die Grünen wollen mehr Grundfinanzierung statt Dritt- und Projektmitteln, auch auf Bundes- und EU-Ebene, und halten Bundesmittel für unverzichtbar. Die private Constructor University soll künftig keine öffentlichen Zuschüsse mehr benötigen.

Originalzitat anzeigen (Seite 170)
„Für uns Grüne steht dabei fest, dass weitere Kürzungen pro Student*in keine Option sind, sondern wir uns schrittweise dem Bundesdurchschnitt annähern müssen.“
Seite 170 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Die öffentliche Grundfinanzierung der Hochschulen soll schrittweise steigen, was mehr staatliche Ausgaben für öffentliche Leistungen bedeutet.

Studium bezahlbar halten und BAföG erhöhen

Die Grünen wollen, dass Studierende ohne Geldsorgen studieren können. Dafür setzen sie sich beim Bund für höhere BAföG-Sätze und ein vom Einkommen der Eltern unabhängiges BAföG ein und wollen in Bremen keine Verwaltungsgebühr für Studierende wieder einführen.

Studieren soll nicht am Geld scheitern. Die Grünen wollen mehr BAföG. BAföG ist Geld vom Staat für Studierende. Es soll nicht mehr vom Einkommen der Eltern abhängen. In Bremen soll es mehr Wohnheim-Plätze geben. Auch Beratung bei seelischen Problemen soll es an jedem Standort geben.

Das BAföG soll so steigen, dass es auch höhere Mieten und Lebenshaltungskosten abdeckt. Der Verwaltungskostenbeitrag bleibt nach dem Willen der Grünen abgeschafft. Es sollen mehr Wohnheimplätze entstehen, besonders in Bremerhaven, dazu bezahlbarer Wohnraum für Studierende in der Innenstadt. Das Studierendenwerk soll solide finanziert werden, damit Mieten und Mensapreise niedrig bleiben, und Mensen sollen auch an Randlagen des Campus gut erreichbar sein. Die psychosoziale Beratung soll an jedem Standort und online verfügbar sein; wer Angehörige pflegt, soll einen Nachteilsausgleich erhalten können.

Originalzitat anzeigen (Seite 173)
„Wir werden uns auf Bundesebene weiterhin dafür einsetzen, dass die BAföG-Sätze so weit angehoben werden, dass sie auch steigende Mieten und Lebenshaltungskosten decken“
Seite 173 im Original

Einordnung

  • Wirtschaftdeutlich mehr Staat

    Ein elternunabhängiges BAföG würde die Studienförderung grundlegend umbauen, dazu kommen höhere Sätze und mehr öffentlich finanzierte Wohnheimplätze.

Forschung breit fördern und Schwerpunkte setzen

Die Grünen wollen die Forschung im Land insgesamt weiter fördern und zugleich Schwerpunkte setzen, etwa bei Klima, Gesundheit, Materialien, Informatik sowie Luft- und Raumfahrt. An der Zivilklausel der Hochschulen, also dem Verzicht auf Forschung für militärische Zwecke, halten sie fest.

Die Grünen wollen die Forschung in Bremen weiter fördern. Einige Themen sollen besonders wichtig sein. Dazu gehören Klima, Gesundheit, Roboter und Raumfahrt. Die Hochschulen forschen freiwillig nicht für das Militär. Die Grünen finden das weiter richtig.

In der Klimaforschung sollen Themen wie Klimaanpassung und Stadtplanung oder Gesundheit und Klimawandel stärker verknüpft werden; die Meereswissenschaften gelten dabei als wichtig. Für die Gesundheitswissenschaften wollen die Grünen einen zentralen Gesundheitscampus in Bremen oder Bremerhaven prüfen. Auch Sozialwissenschaften, Materialforschung für nachhaltiges Bauen, Robotik sowie Luft- und Raumfahrttechnik sollen gestärkt werden. Eine neue Bewerbung der Universität als Exzellenzuniversität wollen die Grünen konstruktiv, aber kritisch begleiten, weil das Verfahren aus ihrer Sicht ohnehin gut ausgestattete Einrichtungen bevorzugt. Kooperationen wie mit der Universität Oldenburg sollen wachsen, und die Hochschulen sollen in der Bremer Innenstadt sichtbarer werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 168)
„Wir wollen die gesamte Forschung auch weiterhin fördern und unterstützen und dabei gleichzeitig gezielt Schwerpunkte setzen.“
Seite 168 im Original

Einordnung

  • Außenpolitikeher Diplomatie zuerst

    Die Grünen halten ausdrücklich am Verzicht der Hochschulen auf militärische Forschung fest und verteidigen damit eine zurückhaltende Linie gegenüber Rüstungsforschung.

Hochschulen Bremerhaven und Bremen sowie duales Studium ausbauen

Die Grünen wollen die Hochschule Bremerhaven mit neuen Professuren, Fakultäten und mehr Studienplätzen vergrößern und die Hochschule Bremen in der Lehre besser ausstatten. Duale Studiengänge sollen in beiden Städten zunehmen, weil sie aus Sicht der Partei Fachkräfte für örtliche Unternehmen sichern.

Die Hochschule Bremerhaven soll wachsen. Sie soll mehr Fächer und mehr Studierende bekommen. Die Hochschule Bremen soll mehr Geld für den Unterricht bekommen. Es soll mehr duale Studien-Gänge geben. Dabei studiert man und arbeitet zugleich in einer Firma.

In Bremerhaven sollen Fächerangebot und Studierendenzahl steigen, und es soll Geld für Internationalisierung und Diversität geben, damit der Standort für ausländische Studierende attraktiver wird. Gemeinsam mit der Hochschule Bremerhaven wollen die Grünen Promotionsmöglichkeiten ausloten. Neue duale Studiengänge sollen auch einen Masterabschluss ermöglichen. Die Hochschule Bremen soll eine Lehrausstattung erhalten, die zu den gestiegenen Studierendenzahlen passt, dazu eine ausreichende Grundfinanzierung und genügend Flächen für die Vernetzung mit der Wirtschaft. An der Universität Bremen soll der Studiengang Sportpädagogik zurückkehren.

Originalzitat anzeigen (Seite 171)
„Die Hochschule Bremerhaven wollen wir weiter kontinuierlich ausbauen und dafür entsprechende Professuren und Fakultäten einrichten.“
Seite 171 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Der Ausbau öffentlicher Hochschulen mit zusätzlichen Professuren, Studienplätzen und Grundmitteln bedeutet mehr öffentliche Investitionen in Bildung.

Zugang zum Studium erleichtern

Die Grünen wollen, dass alle studieren können, die die Voraussetzungen erfüllen, unabhängig von Herkunft, Geld oder Einschränkungen. Dazu sollen Deutschanforderungen in geeigneten Fächern sinken oder entfallen, beruflich Qualifizierte leichter zugelassen und die Hochschulen barrierefrei werden.

Die Grünen wollen das Studium für mehr Menschen öffnen. In manchen Fächern braucht man nicht sehr gutes Deutsch. Dort sollen die Sprach-Regeln lockerer werden. Menschen mit Berufs-Ausbildung sollen leichter studieren können. Die Hochschulen sollen keine Hindernisse für Menschen mit Behinderung haben.

Für die geringeren Sprachanforderungen soll das Hochschulgesetz geändert werden; das soll Bremen für internationale Studierende attraktiver machen. Die Grünen wollen den hohen Internationalisierungsgrad der Hochschulen weiter fördern und finanzielle Hürden beseitigen. Das Zugangsrecht für Menschen mit beruflicher Qualifikation soll erweitert werden. Auch Diskriminierung auf dem Campus soll so weit wie möglich abgebaut werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 173)
„Wir wollen sprachliche Zugangsbeschränkungen an den Hochschulen in den Fächern, für die das sehr gute Beherrschen der deutschen Sprache nicht entscheidend ist, entfernen oder absenken“
Seite 173 im Original

Einordnung

  • Gesellschafteher progressiv

    Barrierefreiheit, Abbau von Diskriminierung und ein breiterer Hochschulzugang zielen auf mehr Gleichstellung und Vielfalt an den Hochschulen.

  • Migrationeher offen

    Niedrigere Deutschanforderungen sollen den Zugang internationaler Studierender erleichtern und verschieben den heutigen Stand in Richtung leichterer Zuwanderung zum Studium.

Hochschulgremien viertelparitätisch besetzen

Die Grünen wollen, dass in allen Gremien der Hochschulen die vier Gruppen gleich viel Stimmgewicht haben. Bisher haben Professorinnen und Professoren dort mehr Einfluss als Studierende und Beschäftigte. Wer in Gremien mitarbeitet, soll dafür entlastet werden.

An Hochschulen entscheiden Gremien über viele Fragen. Professoren haben dort heute mehr Stimmen als andere. Die Grünen wollen das ändern. Alle Gruppen sollen gleich viel mitbestimmen. Wer im Gremium mitarbeitet, soll dafür weniger andere Arbeit haben.

Das Programm räumt ein, dass bei der Viertelparität rechtliche Fragen offen sind. Gremienarbeit soll anerkannt und ausgeglichen werden, etwa durch weniger Lehrverpflichtung, angepasste Arbeitszeit, Vergütung oder längere befristete Verträge. Berufungskommissionen sollen divers und paritätisch besetzt sein und ihre Suche nach Bewerberinnen und Bewerbern dokumentieren. Eine Entlastung für Frauenbeauftragte an den Hochschulen wollen die Grünen prüfen.

Originalzitat anzeigen (Seite 174)
„Das wollen wir ändern und eine viertelparitätische Besetzung aller Gremien einführen.“
Seite 174 im Original

Einordnung

  • Gesellschafteher progressiv

    Mehr Mitbestimmung für Studierende und Beschäftigte sowie divers und paritätisch besetzte Berufungskommissionen verschieben die Hochschulen schrittweise in Richtung Gleichstellung.

Lehramtsausbildung stärken und Gender Studies sichern

Die Grünen wollen die Ausbildung von Lehrkräften ausbauen, um den Lehrkräftemangel in Bremen und Bremerhaven zu verringern. Dazu soll der Studiengang Sportpädagogik an der Universität Bremen zurückkehren. Außerdem sollen Gender Studies wieder fester Teil von Forschung und Lehre werden.

In Bremen fehlen Lehrerinnen und Lehrer. Die Grünen wollen deshalb das Lehramts-Studium stärken. Das Fach Sport-Pädagogik soll es wieder an der Uni geben. Auch Gender Studies sollen wieder mehr Platz bekommen. Gender Studies erforschen die Rolle der Geschlechter.

In allen Lehramtsstudiengängen sollen digitale Grundkenntnisse vermittelt werden. Die Grünen wollen prüfen, ob die beiden Praxissemester im Lehramtsstudium bezahlt werden können, und dies dann umsetzen. Bremen und Bremerhaven sollen bei der Lehramtsausbildung eng zusammenarbeiten. Den Abbau der Gender Studies in mehreren Fächern sieht das Programm kritisch; über Zielvereinbarungen mit den Hochschulen soll gegengesteuert werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 175)
„Wir wollen die Lehramtsausbildung insgesamt stärken und hierbei auch auf eine enge Kooperation zwischen Bremen und Bremerhaven setzen.“
Seite 175 im Original

Einordnung

  • Gesellschafteher progressiv

    Gender Studies sollen über Zielvereinbarungen wieder fest in Forschung und Lehre verankert werden, was den heutigen Stand schrittweise in progressive Richtung verschiebt.

Hochschullehre mit mehr Dauerstellen und Fortbildung verbessern

Die Grünen wollen die Qualität der Lehre an Hochschulen heben. Lehrende sollen regelmäßig Anspruch auf didaktische Fortbildung haben, und es soll mehr unbefristetes Personal für Lehre und Studienorganisation geben. Dauerhafte Lehraufgaben sollen nicht mehr an schlechter bezahlte Lehrbeauftragte gehen.

Die Grünen wollen besseren Unterricht an Hochschulen. Lehrende sollen sich alle fünf Jahre fortbilden können. Es soll mehr feste Stellen für die Lehre geben. Lehrbeauftragte sind Aushilfen mit weniger Geld. Sie sollen keine Dauer-Aufgaben mehr übernehmen.

Der Fortbildungsanspruch im Bereich Lehre soll mindestens alle fünf Jahre gelten, dazu soll es Beratung geben. Lehrpersonal soll außerdem Qualifizierungen in Diversity-Kompetenz nachweisen. Die zusätzlichen Dauerstellen sollen an didaktisch besonders qualifizierte Personen gehen. Lehraufträge sollen nur noch das Angebot ergänzen, vor allem mit Praxisbezug. Ihre Finanzierung soll neu geregelt werden und auch Vor- und Nachbereitung berücksichtigen.

Originalzitat anzeigen (Seite 176)
„Die Praxis, dauerhafte Lehr- und Prüfungsaufgaben mit schlechterer Bezahlung an Lehrbeauftragte auszulagern, werden wir unterbinden.“
Seite 176 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Mehr unbefristete Stellen im öffentlichen Hochschulbereich und engere Grenzen für schlechter bezahlte Lehraufträge bedeuten mehr Regulierung und öffentliche Ausgaben.

  • Gesellschafteher progressiv

    Eine Nachweispflicht für Diversity-Kompetenzen beim Lehrpersonal verschiebt den heutigen Stand schrittweise in Richtung Vielfalt.

Hochschulkooperationen an Demokratie binden, Konfuzius-Institut ablehnen

Die Grünen wollen internationale Kooperationen in Forschung und Lehre nur, wenn sie der Demokratie dienen. Propaganda und die Einschüchterung kritischer Studierender oder Forschender durch Vertreter anderer Staaten soll es an Bremer Hochschulen nicht geben. Die Zusammenarbeit mit dem Konfuzius-Institut lehnt die Partei ab.

Hochschulen arbeiten mit Partnern in anderen Ländern zusammen. Die Grünen sagen: Das muss der Demokratie nützen. Andere Staaten dürfen Studierende nicht bedrohen. Die Grünen nennen hier China. Mit dem Konfuzius-Institut soll es keine Zusammenarbeit geben.

Besondere Vorsicht verlangt das Programm bei Partnern aus nichtdemokratischen Ländern. Als Beispiel nennt es Veranstaltungen mit Propaganda in Verbindung mit der chinesischen Regierung und Drohungen gegen kritische Studierende. Auch Eingriffe in die Wissenschaftsfreiheit gelten dem Programm als nicht hinnehmbar. Konfuzius-Institute sind vom chinesischen Staat geförderte Sprach- und Kultureinrichtungen.

Originalzitat anzeigen (Seite 177)
„Auch die Kooperation mit dem Konfuzius-Institut lehnen wir ab.“
Seite 177 im Original

Einordnung

Dieser Punkt berührt keine der Achsen.

Erasmus Plus und Europaschulen ausbauen

Die Grünen wollen, dass mehr Bremer Schulen am EU-Austauschprogramm Erasmus Plus teilnehmen und mehr Europaschulen entstehen. Schülerinnen, Schüler und Auszubildende sollen früh europäische Begegnungen erleben.

Erasmus Plus ist ein Programm der EU für Austausch im Ausland. Die Grünen wollen, dass mehr Bremer Schulen mitmachen. Auch Auszubildende sollen öfter ins Ausland gehen. Es soll mehr Europa-Schulen mit Partner-Schulen geben.

Ziel der Partei ist, dass über Erasmus Plus ebenso viele Auszubildende wie Studierende nach Bremen kommen und ins europäische Ausland gehen. Europaschulen sollen zahlreicher werden und mehr Partnerschulen haben. Das Programm verweist zudem auf die bereits geschaffene Erasmus-Plus-Koordinierungsstelle. Die Landesförderung für das Universitätsnetzwerk YUFE soll gesichert werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 189)
„Wir werden mehr Europaschulen mit mehr Partnerschulen initiieren und die Zahl internationaler Begegnungen junger Menschen in Schule und Ausbildung erhöhen.“
Seite 189 im Original

Einordnung

  • Europaeher mehr EU

    EU-Programme sollen in Bremen stärker genutzt und die europäische Bildung ausgebaut werden, was die europäische Zusammenarbeit schrittweise vertieft.

Ernährungsbildung mit Schulgärten und Lehrküchen ausbauen

Die Grünen wollen, dass Kinder praktisch lernen, woher Lebensmittel stammen und wie man gesund und günstig kocht. Schulen und Kitas sollen dafür Gärten und Lehrküchen erhalten. Auf Bundesebene soll Werbung für ungesunde, zuckerhaltige Produkte verboten werden, wenn sie auf Kinder zielt.

Kinder sollen lernen, woher ihr Essen kommt. Schulen und Kitas sollen einen Garten und eine Küche zum Lernen bekommen. Das gilt, wenn genug Platz da ist. Die Grünen wollen auch ein Verbot von Werbung für ungesundes Essen für Kinder.

Das Programm nennt das Verständnis von Lebensmitteln und ihren Folgen für Körper und Planet als Grundlage gesunder Ernährung. Kinder sollen lernen, wie Gemüse und Obst angebaut werden und wie sich preiswerte, gesunde Mahlzeiten zubereiten lassen. Gärten und Lehrküchen sind überall dort vorgesehen, wo der Platz reicht. Bildungseinrichtungen sollen sich mit gemeinschaftlichen Landwirtschaftsprojekten der Region austauschen, etwa der Solidarischen Landwirtschaft. Außerdem soll das Programm „Essbare Stadt“ wachsen, Organisationen für nachhaltige Ernährung sollen Unterstützung bekommen und öffentliche Orte zum Verteilen von Lebensmitteln erlaubt werden. Das Werbeverbot für an Kinder gerichtete Reklame will die Partei über den Bund erreichen.

Originalzitat anzeigen (Seite 220)
„Wir sorgen dafür, dass alle Schulen und Kindertagesstätten, wo es das Platzangebot zulässt, einen Garten und eine Lehrküche bekommen.“
Seite 220 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Öffentliche Ausstattung von Schulen und Kitas sowie ein neues Werbeverbot für bestimmte Lebensmittel bedeuten mehr staatliche Leistungen und Regulierung.

Was sagen die anderen Parteien zur Bildung?

Alle Programme in Bremen im Vergleich