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SPD zu Arbeit und Sozialem

Aus dem Programm „Soziale Politik für Sachsen – Regierungsprogramm der SPD Sachsen 2024-2029“

Landtagswahl Sachsen 2024, 1. September 2024Original-PDF, 95 SeitenAnalyse vom 4. Oktober 2026

KIZusammenfassungen und Einordnungen auf dieser Seite hat eine KI erstellt. Ein Mensch prüft sie nicht einzeln. Wie sie entstehen

Einordnung beim Thema Arbeit und Soziales

Durchschnitt der Punkte auf dieser Seite. Die Einordnung erstellt eine KI.

Jede Achse misst ein Thema. Ein „links“ oder „rechts“ für alles gibt es hier nicht: Wirtschaft, Gesellschaft, Migration und Sicherheit stehen getrennt. Eingeordnet ist nur, was im Programm steht. So lesen Sie die Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat (-1), aus 9 Punkten

    Punkte je Stufe: 0 deutlich mehr Staat, 9 eher mehr Staat, 0 ausgewogen, 0 eher mehr Markt, 0 deutlich mehr Markt

  • Gesellschafteher progressiv (-1), aus 1 Punkt

    Punkte je Stufe: 0 deutlich progressiv, 1 eher progressiv, 0 ausgewogen, 0 eher konservativ, 0 deutlich konservativ

Die kleinen Säulen unter den Balken zeigen, wie viele Punkte auf jeder der fünf Stufen liegen.

Mindestlohn schrittweise auf 15 Euro anheben

Die SPD will sich im Bund dafür einsetzen, dass der gesetzliche Mindestlohn in Schritten auf 15 Euro steigt. Außerdem soll die Mindestlohnkommission reformiert werden. Das Programm begründet dies mit Respekt für Menschen, die trotz harter Arbeit wenig Geld haben.

Die SPD will einen höheren Mindest-Lohn. Er soll Schritt für Schritt auf 15 Euro pro Stunde steigen. Dafür will sie sich beim Bund einsetzen. Auch die Kommission für den Mindest-Lohn soll sich ändern.

Das Programm verweist auf die Erhöhung auf 12 Euro und die weitere Anhebung zum 1. Januar 2024, die die SPD für notwendig hält. Diesen Kurs will sie fortsetzen und auf Bundesebene eine Reform der Mindestlohnkommission sowie 15 Euro als Ziel verfolgen. Der Mindestlohn gilt der Partei nur als Untergrenze; darüber hinaus will sie Betriebs- und Personalräte stärken.

Originalzitat anzeigen (Seite 3)
„uns auf Bundesebene für eine Reform der Mindestlohnkommission sowie eine schrittweise Anhebung auf 15 Euro einsetzen“
Seite 3 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Der gesetzliche Mindestlohn soll von 12,41 Euro schrittweise auf 15 Euro steigen, was die staatliche Lohnuntergrenze innerhalb des bestehenden Systems anhebt.

Tarifbindung mit landesweitem Aktionsplan stärken

Die SPD will mit einem landesweiten Aktionsplan erreichen, dass mehr Betriebe in Sachsen nach Tarif zahlen. Ziel ist, die Lohnunterschiede zwischen Ost und West zu beseitigen. Aus Sicht des Programms bieten Betriebe mit Tarifvertrag bessere Löhne und sicherere Arbeitsplätze.

Die SPD will mehr Tarif-Verträge in Sachsen. Ein Tarif-Vertrag regelt Lohn und Arbeit für viele Beschäftigte. Dafür soll es einen Plan für das ganze Land geben. Die Löhne im Osten sollen so hoch werden wie im Westen.

Vorgesehen ist ein Aktionsplan für ganz Sachsen, der die Tarifbindung erhöht. Die SPD will außerdem Betriebs- und Personalräte stärken, die Sozialpartnerschaft ausbauen und eine neue Zusammenarbeit von Gewerkschaften und Arbeitgebern fördern. Zusammen mit Beschäftigten und Gewerkschaften will sie für gleichen Lohn bei gleicher Arbeit in Ost und West eintreten. Das Programm argumentiert, tarifgebundene Betriebe seien familienfreundlicher, achteten mehr auf Arbeitsschutz und trügen zur Sicherung von Fachkräften bei.

Originalzitat anzeigen (Seite 3)
„Hierfür bringen wir einen landesweiten Aktionsplan zur Stärkung der Tarifbindung auf den Weg und machen Sachsen zum Tarifland.“
Seite 3 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Das Land soll die Tarifbindung und die Mitbestimmung aktiv ausbauen, was die kollektive Regulierung von Löhnen gegenüber heute stärkt.

Streikrecht, Arbeitszeit und Feiertage unangetastet lassen

Die SPD lehnt es ab, das Streikrecht einzuschränken, die Arbeitszeit zu verlängern oder einen Feiertag zu streichen. Zugleich soll der Staat weiter helfen, wenn in Krisen die Löhne nicht zum Leben reichen.

Die SPD will das Streik-Recht nicht einschränken. Die Menschen sollen nicht länger arbeiten müssen. Kein Feiertag soll wegfallen. In Krisen soll der Staat weiter mit Geld helfen.

Das Programm weist drei Forderungen zurück: Einschnitte beim Streikrecht, längere Arbeitszeiten und den Wegfall eines Feiertags. Es erinnert daran, dass Bund und Land zuletzt die Folgen von Inflation und hohen Energiekosten abgefedert haben. Die SPD versteht es als Solidarität, dass der Staat auch künftig eingreift, wenn das Einkommen in Krisen nicht ausreicht.

Originalzitat anzeigen (Seite 3)
„Forderungen nach Einschränkung des Streikrechts, einer Verlängerung der Arbeitszeit oder der Streichung eines Feiertags lehnen wir entschieden ab.“
Seite 3 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Der heutige Arbeitnehmerschutz wird ausdrücklich gegen diskutierte Lockerungen verteidigt und staatliche Krisenhilfe zugesagt.

Soziale Träger verlässlich finanzieren, nicht kürzen

Die SPD schließt Kürzungen im Sozialbereich aus und will die Beratungs- und Hilfsangebote von Vereinen und Trägern sichern und ausbauen. Die Finanzierung soll einfacher und über mehrere Jahre abgesichert werden.

Die SPD will bei sozialen Angeboten nicht sparen. Vereine helfen zum Beispiel bei Geldsorgen oder Sucht. Sie sollen sicher und für mehrere Jahre Geld bekommen. Die Angebote sollen für alle zugänglich sein.

Das Programm nennt Vereine und Träger als Grundlage der sozialen Infrastruktur, etwa bei finanziellen Sorgen, Sucht oder familiären Problemen. Die Förderwege sollen vereinfacht werden, und die Beschäftigten sollen langfristige finanzielle Sicherheit erhalten. Eine ausreichende, mehrjährige Finanzierung soll auch helfen, Arbeitskräfte aus dem In- und Ausland für den Sozialbereich zu gewinnen. Zugleich sollen die Strukturen barrierefrei und inklusiv gestaltet werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 17)
„Im Sozialbereich wird es mit der SPD keine Kürzungen geben“
Seite 17 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Der Ausschluss von Kürzungen und der Ausbau öffentlich finanzierter Sozialangebote stärken staatliche Leistungen.

Fünf Tage bezahlte Bildungszeit einführen

Die SPD will Beschäftigten in Sachsen einen Rechtsanspruch auf fünf bezahlte Tage Bildungsfreistellung pro Jahr geben. Sie unterstützt dafür den Volksantrag für ein Bildungsfreistellungsgesetz.

Beschäftigte sollen jedes Jahr fünf Tage für Weiterbildung frei bekommen. Der Lohn soll in dieser Zeit weiterlaufen. Die SPD will dazu ein Gesetz. Das soll auch dem Ehrenamt helfen.

Die Partei beteiligt sich an einem Bündnis für fünf Tage Bildungszeit in Sachsen. Die Freistellung soll für berufliche, politische, allgemeine und kulturelle Weiterbildung sowie für Qualifizierung im Ehrenamt gelten. Nach Darstellung der SPD profitieren davon Beschäftigte, Vereine und Arbeitgeber, und Sachsen verbessere seine Position im Wettbewerb um Arbeitskräfte. Unternehmen fordert das Programm auf, Qualifizierung aktiv zu fördern.

Originalzitat anzeigen (Seite 24)
„Deshalb wollen wir einen Freistellungsanspruch auf fünf Tage Weiterbildung einführen.“
Seite 24 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Ein neuer gesetzlicher Anspruch auf bezahlte Freistellung erweitert die Pflichten der Arbeitgeber in begrenztem Umfang.

Vier-Tage-Woche in Sachsen erproben

Die SPD will in Sachsen ein Modellprojekt zur Vier-Tage-Woche starten. Im Mittelpunkt sollen körperlich oder psychisch belastende Tätigkeiten und Schichtarbeit stehen.

Die SPD will die Vier-Tage-Woche in Sachsen testen. Der Test soll vor allem für schwere Arbeit gelten. Dazu gehört auch Schicht-Arbeit. Die SPD will außerdem ein Recht auf Nicht-Erreichbarkeit. Das heißt: Nach der Arbeit muss man nicht ans Telefon gehen.

Das Programm verweist auf Versuche in anderen europäischen Ländern, bei denen Produktivität und Lebensqualität gestiegen seien. Flexible Arbeitszeitmodelle gelten der SPD als Teil guter Arbeit und der Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Unternehmen, Betriebs- und Personalräte sowie Beschäftigte sollen ermuntert werden, solche Modelle zu testen. Die SPD befürwortet zudem ein Recht auf Nichterreichbarkeit.

Originalzitat anzeigen (Seite 26)
„Wir wollen in Sachsen ein Modell zur Erprobung der 4-TageWoche starten, bei dem insbesondere körperlich schwere Arbeit, psychisch belastende Arbeit sowie Schichtarbeit im Mittelpunkt stehen.“
Seite 26 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Ein staatlich angestoßenes Modellprojekt zur Arbeitszeitverkürzung und ein Recht auf Nichterreichbarkeit verschieben den Stand schrittweise zugunsten der Beschäftigten.

Betriebsräte schützen und Mitbestimmung stärken

Die SPD will die Arbeit von Betriebsräten und Personalvertretungen stärken und verhindern, dass die Gründung von Betriebsräten behindert wird. Dafür sollen spezialisierte Staatsanwaltschaften als Anlaufstellen entstehen.

Betriebsräte vertreten die Beschäftigten in einer Firma. Niemand soll ihre Gründung behindern dürfen. Die SPD will dafür besondere Staats-Anwaltschaften einrichten. An diese können sich Betriebsräte wenden.

Das Programm hebt hervor, dass Betriebsräte und Personalvertretungen überwiegend ehrenamtlich für die Belange der Beschäftigten arbeiten. Schwerpunktstaatsanwaltschaften sollen als zentrale Ansprechstellen für Betriebsräte dienen. Das Personalvertretungsgesetz, das die Mitbestimmung im öffentlichen Dienst regelt, will die SPD im Dialog weiterentwickeln.

Originalzitat anzeigen (Seite 36)
„Die Gründung von Betriebsräten darf nicht behindert werden. Als zentrale Ansprechpartner:innen für Betriebsräte richten wir Schwerpunktstaatsanwaltschaften ein.“
Seite 36 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Spezialisierte Staatsanwaltschaften und ein weiterentwickeltes Personalvertretungsgesetz stärken die Mitbestimmung der Beschäftigten gegenüber Arbeitgebern innerhalb des bestehenden Systems.

Flexible Arbeitszeitmodelle erproben und Sorgearbeit gerechter verteilen

Die SPD will neue Arbeitszeitmodelle wie die Vier-Tage-Woche testen, Homeoffice ausbauen und Jobsharing fördern. Damit sollen Familien mehr Zeit bekommen und Pflege, Kinderbetreuung und Hausarbeit gleichmäßiger zwischen Frauen und Männern verteilt werden.

Familien sollen mehr Zeit füreinander haben. Die SPD will deshalb neue Arbeits-Modelle testen. Ein Beispiel ist die Woche mit vier Arbeits-Tagen. Auch Arbeit von zu Hause soll öfter möglich sein. Frauen und Männer sollen Haus-Arbeit und Kinder-Betreuung gerechter teilen.

Sorgearbeit lastet nach Darstellung des Programms bislang überwiegend auf Frauen. Für Entlastung nennt die SPD drei Ansätze: Betreuungs- und Bildungsangebote, auf die Verlass ist, geförderte Dienstleistungen rund um den Haushalt und die Möglichkeit, die Arbeitszeit ohne Lohneinbuße flexibel zu verringern. Verwaltung und landeseigene Betriebe sollen mit mobiler Arbeit und Jobsharing vorangehen; Unternehmen erhalten Unterstützung beim Erproben solcher Modelle. Ausbildung und Studium sollen auch in Teilzeit möglich sein, was vor allem Alleinerziehenden helfen soll. Die Elternzeit soll gleichmäßiger zwischen den Eltern aufgeteilt werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 43)
„Alternative Arbeitszeitmodelle wie eine 4-Tage-Woche sollten erprobt sowie Teilzeitbeschäftigungen und Sabbatjahr-Modelle ermöglicht und realisiert werden.“
Seite 43 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohn und mehr öffentliche Betreuungsangebote stehen für stärkere staatliche Gestaltung der Arbeitswelt.

  • Gesellschafteher progressiv

    Die gleichmäßigere Aufteilung von Sorgearbeit und Elternzeit zielt auf einen Wandel der Rollenverteilung.

Freiwilligendienste und Jugend-Ehrenamt stärken

Die SPD will mehr Geld für Freiwilligendienste bereitstellen, um zusätzliche Einsatzstellen zu gewinnen, und das Taschengeld der Freiwilligen erhöhen. Auch das Ehrenamt junger Menschen soll gestärkt werden, etwa durch kostenfreie Ausbildung für die Jugendleitercard.

Die SPD will Freiwilligen-Dienste stärken. Es soll mehr Plätze dafür geben. Die Freiwilligen sollen mehr Taschengeld bekommen. Auch junge Menschen im Ehrenamt sollen Hilfe bekommen. Die Schulung für Jugendleiter soll nichts kosten.

Die Bedingungen für Freiwilligendienstleistende sollen sich verbessern, ihr Taschengeld soll angemessen steigen. Als bereits erreichten Schritt nennt das Programm das Bildungsticket für Freiwillige. Die Aus- und Weiterbildung für die Jugendleitercard (Juleica) soll für alle kostenlos werden. Die Servicestelle für Kinder- und Jugendbeteiligung, die zu Beteiligungsformen berät und schult, will die SPD ausbauen. Außerschulisches Engagement soll mehr Wertschätzung erfahren.

Originalzitat anzeigen (Seite 50)
„In den kommenden Jahren wollen wir noch mehr Einsatzstellen für die Freiwilligendienste gewinnen und deshalb die finanziellen Mittel erweitern.“
Seite 50 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Das Land soll mehr öffentliche Mittel für Freiwilligendienste und kostenfreie Schulungen ausgeben, was öffentliche Leistungen ausbaut.

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