Zum Inhalt springen
parteiprogramm

SPD zur Wirtschaft

Aus dem Programm „Unser Land von morgen. Regierungsprogramm der SPD für Nordrhein-Westfalen zur Landtagswahl am 15. Mai 2022“

Landtagswahl Nordrhein-Westfalen 2022, 15. Mai 2022Original-PDF, 104 SeitenAnalyse vom 4. Oktober 2026

KIZusammenfassungen und Einordnungen auf dieser Seite hat eine KI erstellt. Ein Mensch prüft sie nicht einzeln. Wie sie entstehen

Einordnung beim Thema Wirtschaft

Durchschnitt der Punkte auf dieser Seite. Die Einordnung erstellt eine KI.

Jede Achse misst ein Thema. Ein „links“ oder „rechts“ für alles gibt es hier nicht: Wirtschaft, Gesellschaft, Migration und Sicherheit stehen getrennt. Eingeordnet ist nur, was im Programm steht. So lesen Sie die Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat (-0,9), aus 8 Punkten

    Punkte je Stufe: 1 deutlich mehr Staat, 5 eher mehr Staat, 2 ausgewogen, 0 eher mehr Markt, 0 deutlich mehr Markt

  • Gesellschafteher progressiv (-1), aus 1 Punkt

    Punkte je Stufe: 0 deutlich progressiv, 1 eher progressiv, 0 ausgewogen, 0 eher konservativ, 0 deutlich konservativ

  • Klimaeher Klimaschutz zuerst (-1), aus 2 Punkten

    Punkte je Stufe: 0 deutlich Klimaschutz zuerst, 2 eher Klimaschutz zuerst, 0 ausgewogen, 0 eher Wachstum zuerst, 0 deutlich Wachstum zuerst

Die kleinen Säulen unter den Balken zeigen, wie viele Punkte auf jeder der fünf Stufen liegen.

Transformationsfonds über 30 Milliarden Euro auflegen

Die SPD will einen Landesfonds mit 30 Milliarden Euro schaffen, der sich zeitweise an vor allem mittelständischen Unternehmen beteiligt. Das soll deren Eigenkapital, Kreditwürdigkeit und Investitionskraft beim Umbau zu klimafreundlicher Produktion stärken. Eine neue Agentur soll den Wandel koordinieren.

Die SPD will einen großen Geld-Topf des Landes. Darin sollen 30 Milliarden Euro sein. Das Land beteiligt sich damit für einige Zeit an Firmen. So sollen die Firmen leichter in neue Technik investieren können. Eine neue Stelle soll die Firmen dabei beraten.

Der Fonds soll strategische, befristete Beteiligungen eingehen und so die Unabhängigkeit und Stabilität der Betriebe sichern. Als Zielgruppe nennt das Programm etwa Firmen, die auf Elektromobilität, Wasserstoff oder Kreislaufkonzepte umstellen. Eine Agentur unter Beteiligung von Branchen, Gewerkschaften und Zivilgesellschaft soll koordinieren und beraten. Dauerhafte öffentliche Investitionen in Klimafreundlichkeit und Digitalisierung sollen zusätzlich Nachfrage nach neuer Technik schaffen. Außerdem soll Geld bereitstehen, damit kleine und mittlere Firmen direkt mit Hochschulen forschen können.

Originalzitat anzeigen (Seite 8)
„Wir werden in Nordrhein-Westfalen 30 Milliarden Euro in einem Transformationsfonds zur Verfügung stellen.“
Seite 8 im Original

Einordnung

  • Wirtschaftdeutlich mehr Staat

    Ein neuer staatlicher Fonds mit 30 Milliarden Euro und Landesbeteiligungen an Unternehmen weitet die Rolle des Staates in der Wirtschaft grundlegend aus.

  • Klimaeher Klimaschutz zuerst

    Der Fonds fördert gezielt die Umstellung auf Elektromobilität, Wasserstoff und Kreislaufwirtschaft und treibt so den klimafreundlichen Umbau voran.

Strukturwandel in Kohleregionen beschleunigen

Die SPD will den Umbau des Rheinischen Reviers nach dem Kohleausstieg beschleunigen, indem Bundesfördermittel einfacher vergeben und Planungsverfahren verkürzt werden. Ziel ist eine Industrieregion mit gut bezahlten, tariflich gesicherten Arbeitsplätzen. Die gleichen Erleichterungen sollen für betroffene Steinkohlestandorte im Ruhrgebiet gelten.

Im Rheinischen Revier endet der Abbau von Kohle. Die SPD will dort schnell neue Betriebe ansiedeln. Dafür soll Förder-Geld leichter zu bekommen sein. Auch die Planung soll einfacher werden. Das soll auch für Städte im Ruhrgebiet gelten.

Die Ansiedlung von Gewerbe und Industrie soll in der Landesplanung berücksichtigt werden, mit vereinfachten Verfahren für eine Sonderplanungszone. Maßnahmengesetze nennt das Programm als wichtigen Baustein. Den Kohleausstieg beschreibt die Partei als Beginn neuer Möglichkeiten. Städte im Ruhrgebiet, die vom Ende der Steinkohleverstromung betroffen sind, sollen diese Vereinfachungen für das „Fünf-Standorte-Programm“ nutzen können.

Originalzitat anzeigen (Seite 9)
„Konkret werden wir im Rheinischen Revier die Vergabe von Fördermitteln des Bundes massiv vereinfachen, damit Neues schneller entstehen kann.“
Seite 9 im Original

Einordnung

  • Wirtschaftausgewogen

    Der Punkt verbindet staatliche Förderung der Regionen mit vereinfachten Planungs- und Vergabeverfahren für Unternehmen.

Kommunalwirtschaft stärken und Transformationsräte einrichten

Die SPD will den Kommunen mehr Spielraum für eigene wirtschaftliche Tätigkeit geben und zugeschnittene Förderprogramme auflegen. Regionale Transformationsräte sollen das Wissen vor Ort bündeln und die Bürgerbeteiligung neu beleben.

Die SPD will: Städte und Gemeinden sollen mehr selbst wirtschaften dürfen. Dafür soll es passende Förder-Programme geben. In den Regionen soll es neue Räte geben. Dort beraten Arbeitgeber, Gewerkschaften, Vereine und Politik gemeinsam über den Wandel.

Das Programm sieht Regionen und Kommunen im ganzen Land als Partner für gute Arbeit. In den Transformationsräten sollen Sozialpartner, Zivilgesellschaft sowie kommunale und regionale Entscheidungsträger zusammenkommen. Begründet wird das damit, dass der Wandel vor Ort stattfindet und dort die nötige Sachkenntnis vorhanden ist. Als übergeordnetes Ziel nennt die Partei Vollbeschäftigung mit guter Arbeit.

Originalzitat anzeigen (Seite 9)
„Deshalb werden wir die Möglichkeit der Kommunen zur wirtschaftlichen Betätigung stärken und passgenaue Förderstrukturen und -programme auflegen.“
Seite 9 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Mehr wirtschaftliche Betätigung der Kommunen und neue Förderprogramme erweitern die Rolle der öffentlichen Hand schrittweise.

Industrie klimaneutral umbauen und Stahlstandort sichern

Die SPD will NRW als Industrieland erhalten und den Umbau zu klimaneutraler Produktion mit einer aktiven Industriepolitik begleiten. Dazu sollen Leitmärkte für klimaneutrale Grundstoffe entstehen, und der Stahlstandort soll mit Unterstützung und Beteiligung von Land, Bund und EU abgesichert werden.

Die SPD will, dass NRW ein starkes Industrie-Land bleibt. Die Fabriken sollen klimafreundlich werden. Der Staat soll dafür klare Regeln setzen und helfen. Die Stahl-Industrie soll Geld und Unterstützung von Land, Bund und EU bekommen.

Aus Sicht der SPD braucht der Umbau einen starken Staat, der einen klaren Rahmen für die Industrie setzt. Leitmärkte für klimaneutrale Grundstoffe sollen durch verbindliche Recyclingquoten, unabhängige Labels und Innovationsausschreibungen etwa bei öffentlichen Bauten entstehen. Für die Stahlindustrie mit 47.600 Beschäftigten in NRW nennt das Programm Fonds und Stiftungsmodelle als mögliche Wege der Beteiligung. Die Produktion soll im Land gehalten werden, damit sie auf Wasserstoff umgestellt werden kann. Rationalisierungen sollen sozial abgefedert werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 14)
„Dafür braucht es den Aufbau von Leitmärkten für klimaneutrale Grundstoffe unter anderem durch verbindliche Recyclingquoten“
Seite 14 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Der Staat soll die Industrie mit Quoten, öffentlichen Ausschreibungen und möglichen Beteiligungen über Fonds aktiv lenken und stützen.

  • Klimaeher Klimaschutz zuerst

    Verbindliche Recyclingquoten und Leitmärkte für klimaneutrale Grundstoffe treiben den klimaneutralen Umbau der Industrie voran, verbunden mit dem Ziel von Wachstum.

Gründungen und soziales Unternehmertum fördern

Die SPD will Unternehmensgründungen erleichtern und Gründerinnen und Gründern auch nach einem Scheitern neue Chancen geben. Soziales Unternehmertum soll stärker gefördert werden, für Startups von Frauen ist ein eigenes Förderprogramm vorgesehen.

Die SPD will Menschen helfen, die eine Firma gründen. Wer scheitert, soll eine neue Chance bekommen. Firmen mit sozialen Zielen sollen mehr Förderung erhalten. Für Gründerinnen soll es ein eigenes Förder-Programm geben.

Das Programm sieht vor, moderne Industrien wie die Mikrochip-Produktion anzusiedeln und Infrastruktur wie Hyperscaler, also sehr große Rechenzentren, flächendeckend auszubauen. Unternehmen, die wirtschaftliche und soziale Ziele verbinden, sollen eine darauf zugeschnittene Förderung erhalten. Bei öffentlichen Ausschreibungen sollen sozial-ökologische Kriterien berücksichtigt werden. Bestehende Programme zur Gründungsberatung und -förderung sollen geschlechtergerechter werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 15)
„Für Startups von Frauen werden wir ein spezielles Förderprogramm entwickeln“
Seite 15 im Original

Einordnung

  • Wirtschaftausgewogen

    Der Punkt verbindet die Förderung von Unternehmergeist und Gründungen mit staatlichen Förderprogrammen und sozial-ökologischen Vergabekriterien.

  • Gesellschafteher progressiv

    Ein eigenes Förderprogramm für Gründerinnen und geschlechtergerechtere Beratung sollen die Gleichstellung in der Gründungsförderung ausbauen.

Ländlichen Raum als Wirtschaftsstandort stärken

Die SPD will den ländlichen Raum mit regional zugeschnittenen Förderprogrammen statt landeseinheitlicher Förderung stärken. Breitband, Infrastruktur und Gesundheitsversorgung sollen ausgebaut und gesichert werden; die Schließung von Krankenhäusern vor Ort soll enden.

Die SPD will Dörfer und kleine Städte stärken. Jede Region soll die Förderung bekommen, die zu ihr passt. Schnelles Internet soll schneller kommen. Krankenhäuser auf dem Land sollen nicht mehr schließen. Es soll mehr Fachkräfte geben.

Das Programm verweist darauf, dass rund sechs Millionen Menschen in NRW auf dem Land leben und die gewerbliche Wirtschaft dort stärker gewachsen ist als anderswo. Geplant ist ein Forschungsinstitut für Sozio-Informatik, das sich mit Lebensqualität und Daseinsvorsorge in ländlich-industriellen Räumen befasst. Fachkräfteprogramme, die Vernetzung von Hochschulen und Unternehmen sowie regionale Kooperationen sollen den Fachkräftebedarf decken. Gefördert werden sollen Mehrfunktionshäuser und Co-Working-Spaces. Hinzu kommen Nahverkehr, frühkindliche Bildung und Pflegeangebote.

Originalzitat anzeigen (Seite 19)
„Zudem wollen wir den Breitbandausbau beschleunigen, Infrastrukturen und Daseinsvorsorge weiterentwickeln sowie die Gesundheitsversorgung vor Ort sichern.“
Seite 19 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Regionale Förderprogramme, der Ausbau öffentlicher Infrastruktur und der Erhalt von Krankenhäusern vor Ort bedeuten mehr staatliche Investitionen und Daseinsvorsorge.

Kommunale Unternehmen und Sparkassen in öffentlicher Hand stärken

Die SPD will die Rahmenbedingungen für kommunale Unternehmen verbessern und die Sparkassen stärken. Eine Privatisierung der Sparkassen lehnt sie ab. Die Beschäftigten dort sollen weiter nach Tarif und angemessen bezahlt werden.

Städte und Gemeinden haben eigene Unternehmen, zum Beispiel für Wasser, Energie oder Busse. Die SPD will diese Unternehmen stärken. Auch die Sparkassen sollen stark bleiben. Die SPD will die Sparkassen nicht an private Firmen verkaufen.

Nach dem Programm sichern kommunale Unternehmen die Daseinsvorsorge in Bereichen wie Energie, Wasser, Wohnen, Verkehr, Entsorgung, Telekommunikation, Gesundheit und Pflege. Die SPD will deren Strukturen verbessern und die Zusammenarbeit mit der Wirtschaft vor Ort unterstützen. Bei den Sparkassen schließt sie eine Privatisierung aus. Das Programm verweist auf Belastungen durch niedrige Zinsen und steigende Regulierung durch Bund und EU, sieht Filialdichte und Kundennähe aber weiter als Kern der Sparkassen. Die Tarifbindung der Beschäftigten soll erhalten bleiben.

Originalzitat anzeigen (Seite 60)
„Unsere Sparkassen sind ein Erfolgsmodell. Wir wollen sie weiter stärken. Eine Privatisierung des Sparkassensektors kommt für uns nicht in Frage.“
Seite 60 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Der Punkt verteidigt öffentliches Eigentum an Sparkassen und kommunalen Unternehmen ausdrücklich gegen Privatisierung und will es weiter stärken.

Handelsverträge, Lieferketten und Konzernsteuern fair gestalten

Die SPD will, dass Handelsverträge durchsetzbare Regeln zu Nachhaltigkeit und Arbeitsbedingungen enthalten und die öffentliche Daseinsvorsorge nicht einschränken. Sie setzt sich für die Einhaltung und Weiterentwicklung des Lieferkettengesetzes und für die globale Mindeststeuer auf Konzerngewinne ein.

Die SPD will faire Regeln für den Welt-Handel. Handels-Verträge sollen Umwelt und Arbeiter schützen. Ärmere Länder sollen faire Chancen bekommen. Firmen sollen auf ihre Liefer-Ketten achten. Große Konzerne sollen überall eine Mindest-Steuer zahlen.

Handelsabkommen sollen den Spielraum von Staat und Kommunen bei der öffentlichen Daseinsvorsorge nicht beschneiden. Auch die Regulierungsrechte des Europäischen Parlaments und der nationalen Parlamente sollen nicht durch Handelsausschüsse der Verwaltung eingeengt werden. Ausländische Firmen sollen keine besseren Klagerechte erhalten als inländische. Das Lieferkettengesetz soll konsequent eingehalten und weiterentwickelt werden. Auf Bundesebene will die SPD dazu beitragen, dass die vereinbarte weltweite Mindestbesteuerung von Konzernen umgesetzt wird.

Originalzitat anzeigen (Seite 103)
„Internationale Handelsverträge müssen weniger entwickelten Ländern eine faire Entwicklungschance einräumen und wirksame, sanktionierbare Vorschriften zur Nachhaltigkeit und guten Arbeit enthalten.“
Seite 103 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Unternehmen und Handel sollen stärkeren Auflagen zu Lieferketten, Arbeit und Nachhaltigkeit sowie einer Mindestbesteuerung unterliegen.

Was sagen die anderen Parteien zur Wirtschaft?

Alle Programme in Nordrhein-Westfalen im Vergleich