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SPD zum Verkehr

Aus dem Programm „Unser Land von morgen. Regierungsprogramm der SPD für Nordrhein-Westfalen zur Landtagswahl am 15. Mai 2022“

Landtagswahl Nordrhein-Westfalen 2022, 15. Mai 2022Original-PDF, 104 SeitenAnalyse vom 4. Oktober 2026

KIZusammenfassungen und Einordnungen auf dieser Seite hat eine KI erstellt. Ein Mensch prüft sie nicht einzeln. Wie sie entstehen

Einordnung beim Thema Verkehr

Durchschnitt der Punkte auf dieser Seite. Die Einordnung erstellt eine KI.

Jede Achse misst ein Thema. Ein „links“ oder „rechts“ für alles gibt es hier nicht: Wirtschaft, Gesellschaft, Migration und Sicherheit stehen getrennt. Eingeordnet ist nur, was im Programm steht. So lesen Sie die Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat (-1,2), aus 6 Punkten

    Punkte je Stufe: 1 deutlich mehr Staat, 5 eher mehr Staat, 0 ausgewogen, 0 eher mehr Markt, 0 deutlich mehr Markt

  • Klimaeher Klimaschutz zuerst (-0,7), aus 7 Punkten

    Punkte je Stufe: 0 deutlich Klimaschutz zuerst, 5 eher Klimaschutz zuerst, 2 ausgewogen, 0 eher Wachstum zuerst, 0 deutlich Wachstum zuerst

Die kleinen Säulen unter den Balken zeigen, wie viele Punkte auf jeder der fünf Stufen liegen.

Verkehrswende mit mehr öffentlichem Verkehr einleiten

Die SPD strebt eine Verkehrswende an und will deutlich mehr Geld in öffentliche Verkehrsangebote und Verkehrswege stecken. Ein größerer Teil des Verkehrs soll auf Bus, Bahn und Fernzüge verlagert werden, damit das Land zu den Klimazielen für 2030 und 2045 beiträgt. Nordrhein-Westfalen soll zudem ein Knotenpunkt für Nachtzüge werden.

Die SPD will den Verkehr im Land verändern. Mehr Menschen sollen Bus und Bahn nutzen statt das Auto. Das soll dem Klima helfen. Dafür will die SPD viel mehr Geld für Bus, Bahn und Verkehrs-Wege ausgeben. Außerdem sollen mehr Nacht-Züge über NRW fahren.

Das Programm versteht Mobilität als Teil der Daseinsvorsorge und als Bedingung für gleichwertige Lebensverhältnisse und einen wettbewerbsfähigen Logistikstandort. Ausgebaut werden sollen alle Verkehrswege, vom Fuß- und Radverkehr über Nahverkehr und Schiene bis zu den Wasserstraßen. Gemeinsam mit europäischen Nachbarn will die SPD das Land zur Drehscheibe für nationale und internationale Nachtzüge machen. Auch Güterverkehr auf Schiene und Binnenschiff soll stärker gefördert werden. Dazu kommen Barrierefreiheit, Digitalisierung und mehr Innovationstempo.

Originalzitat anzeigen (Seite 64)
„Unser Ziel ist eine umfassende Verkehrs- und Mobilitätswende, um umweltschonender, verlässlicher, barrierefrei und für alle bezahlbar unterwegs zu sein.“
Seite 64 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Der Punkt sieht deutlich höhere öffentliche Investitionen in Verkehrsangebote und Infrastruktur vor.

  • Klimaeher Klimaschutz zuerst

    Die Verlagerung von Verkehr auf Bus und Bahn wird mit den Klimazielen begründet, ohne neue Verbote vorzusehen.

Fuß- und Radverkehr ausbauen und sicherer machen

Die SPD will den Fuß- und Radverkehr deutlich stärken und dafür die Verkehrsinfrastruktur vor allem in den Kommunen umbauen. Radwegenetze sollen wachsen, Radschnellwege zügig gebaut werden. Leitbild ist die Vision Zero, also keine Toten und Schwerverletzten im Straßenverkehr.

Die SPD will mehr für Fußgänger und Radfahrer tun. Es soll mehr und bessere Radwege geben. Die Straßen sollen sicherer werden. Das Ziel heißt: Niemand soll im Verkehr sterben oder schwer verletzt werden. Das Land soll den Städten dafür Geld geben.

Beim Landesverkehrsministerium soll eine Stabsstelle Nahmobilität entstehen. Für die bereits festgelegten Radschnellwege will die SPD neue Möglichkeiten des Bundes zur schnelleren Planung und zum schnelleren Bau nutzen. Mit den Kommunen sollen konkrete Ziele für Rad- und Nahmobilität vereinbart und mit Geld unterlegt werden. Gefördert werden die Umgestaltung bestehender Verkehrsflächen sowie Radwege, Abstellanlagen, Servicestationen und Ladepunkte für E-Bikes und Pedelecs.

Originalzitat anzeigen (Seite 64)
„Wir wollen die Radwegenetze im Land ausbauen und Lücken in den Vorrangnetzen für den Radverkehr schließen.“
Seite 64 im Original

Einordnung

  • Klimaeher Klimaschutz zuerst

    Der Umbau von Verkehrsflächen zugunsten von Rad- und Fußverkehr fördert klimaschonende Fortbewegung schrittweise.

Nahverkehr mit Mobilitätsgarantie und Schienenausbau verbessern

Die SPD will jedem Menschen im Land per Mobilitätsgarantie den Weg von der Haustür zum nächsten Anschluss an den öffentlichen Verkehr sichern, damit auch ländliche Räume profitieren. Bahnstrecken sollen elektrifiziert, reaktiviert und erweitert werden. Eine landesweite App mit Abrechnung nach Kilometern soll die Nutzung vereinfachen.

Die SPD will Bus und Bahn besser machen. Jeder Mensch soll von zu Hause zum nächsten Bus oder Zug kommen. Das gilt auch auf dem Land. Alte Bahn-Strecken sollen wieder in Betrieb gehen. Es soll eine App für ganz NRW geben. Damit zahlt man nur die gefahrenen Kilometer.

Die Mobilitätsgarantie soll die Erreichbarkeit von Nahverkehrsangeboten ab der eigenen Wohnung gewährleisten. Im Ruhrgebiet unterstützt die SPD Bestrebungen, die vielen kommunalen Nahverkehrspläne besser aufeinander abzustimmen und Verbindungen über Stadtgrenzen hinweg zu verbessern. Barrierefreie Mobilitätsstationen, die verschiedene Verkehrsmittel verknüpfen, sollen besonders gefördert werden. Den Schienengüterverkehr will die SPD zusammen mit der Deutschen Bahn fördern, um Straßen zu entlasten.

Originalzitat anzeigen (Seite 65)
„Wir werden die Elektrifizierung und Reaktivierung von Bahnstrecken weiter vorantreiben, das vorhandene Streckennetz ausweiten und barrierefreie Mobilitätsstationen zur Verknüpfung von Mobilitätsangeboten verschiedenster Art besonders fördern.“
Seite 65 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Eine staatlich garantierte Erreichbarkeit des Nahverkehrs und der Netzausbau erweitern öffentliche Leistungen.

  • Klimaeher Klimaschutz zuerst

    Elektrifizierung, Streckenreaktivierung und mehr Güter auf der Schiene sollen den Verkehr klimaschonender machen.

Günstigere Tickets und langfristig ticketlosen ÖPNV einführen

Die SPD will Schülerinnen und Schülern ein kostenfreies Ticket geben, das Sozialticket stärker bezuschussen und das Azubiticket verbilligen. Langfristig soll der Nahverkehr ohne Fahrschein nutzbar sein und über eine Umlage finanziert werden; das 365-Euro-Ticket gilt als Zwischenschritt. Der Nahverkehr soll in öffentlicher Hand ausgebaut werden.

Die SPD will Bus und Bahn billiger machen. Schüler sollen kostenlos fahren. Auszubildende sollen weniger zahlen. Später soll niemand mehr ein Ticket brauchen. Dann zahlen alle gemeinsam einen Beitrag für Bus und Bahn. Ein Schritt dahin ist ein Ticket für 365 Euro im Jahr.

Die Vielzahl an Sondertickets und Monatskarten für junge Menschen soll entfallen; das kostenlose Schülerticket soll Schulträger, Kommunen und Verkehrsbetriebe von Bürokratie entlasten. Das Azubiticket soll preislich an Studierendentickets angeglichen werden. Land und Bund sollen sich stärker an den Betriebskosten beteiligen, damit Kommunen und Verbünde ihr Angebot ausbauen können; Ziel ist ein landesweit einheitlicher Tarif. Die SPD will sich für tarifliche und soziale Standards der Beschäftigten einsetzen. Die Privatisierung des Nahverkehrs hält sie für gescheitert.

Originalzitat anzeigen (Seite 66)
„Unser langfristiges Ziel ist ein durch eine Umlage solidarisch finanzierter, ticketloser ÖPNV für alle Bürgerinnen und Bürger.“
Seite 66 im Original

Einordnung

  • Wirtschaftdeutlich mehr Staat

    Ein kostenfreies Schülerticket und ein umlagefinanzierter Nahverkehr ohne Fahrschein in öffentlicher Hand würden die Finanzierung grundlegend von Fahrpreisen auf die Allgemeinheit verlagern.

  • Klimaeher Klimaschutz zuerst

    Günstigere Tickets sollen mehr Menschen zum Umstieg auf Bus und Bahn bewegen und so umweltfreundliche Mobilität stärken.

Straßen erhalten, Engpässe beseitigen, E-Mobilität fördern

Die SPD will weiter in den Erhalt der Landesstraßen investieren und die Kommunen dabei unterstützen, weil die Straße der wichtigste Verkehrsträger bleibt. Sie unterstützt den Bundesverkehrswegeplan 2030 und den Neubau der Rahmedetalbrücke an der A45. Zugleich sollen mehr Güter auf Schiene und Wasser verlagert und die E-Mobilität gefördert werden.

Die meisten Menschen und Waren sind auf der Straße unterwegs. Die SPD will die Straßen des Landes deshalb in gutem Zustand halten. Eine kaputte Autobahn-Brücke bei Lüdenscheid soll schnell neu gebaut werden. Mehr Waren sollen mit Zug und Schiff fahren. Es soll mehr Lade-Säulen für Elektro-Autos geben.

Nach dem Programm liegt der Anteil der Straße bei Personen und Gütern jeweils bei rund 70 Prozent. Für die Autobahn GmbH des Bundes fordert die SPD einen politischen Beirat, der dem Land Kontrolle und Interessenvertretung sichert. Beim Bundesverkehrswegeplan steht der vordringliche Bedarf mit Engpassbeseitigung im Vordergrund. Anwohner, die Stadt Lüdenscheid, umliegende Kommunen und Unternehmen sollen wegen der gesperrten Rahmedetalbrücke entlastet werden. Die Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge soll ausgebaut werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 66)
„Deshalb werden wir die Investitionen in den Erhalt des vorhandenen Landesstraßennetzes fortführen und die Kommunen weiterhin verlässlich unterstützen.“
Seite 66 im Original

Einordnung

  • Klimaausgewogen

    Der Punkt verbindet Straßenerhalt und Engpassbeseitigung auf Autobahnen mit der Förderung von E-Mobilität und Güterverlagerung.

Flughäfen sichern, Lärmschutz und Kerosinsteuer voranbringen

Die SPD will das dezentrale Flughafensystem des Landes erhalten und den Frachtflughafen Köln/Bonn rund um die Uhr offen halten. Ein Luftverkehrskonzept soll den Flughäfen Planungssicherheit geben, Anwohner sollen besser vor Lärm geschützt werden. Im Bund und in der EU will sie sich für gleiche Bedingungen aller Verkehrsträger einsetzen, etwa bei der Besteuerung von Kerosin.

Die SPD will die Flughäfen in NRW behalten. Der Flughafen Köln/Bonn soll für Fracht immer geöffnet sein, auch nachts. Menschen in der Nähe sollen besser vor Lärm geschützt werden. Laute und schmutzige Flugzeuge sollen mehr Gebühren zahlen. Die SPD will auch, dass Flug-Benzin besteuert wird.

Zum Schutz vor Fluglärm und anderen Emissionen will die SPD auf den Einsatz moderner Flugzeuge drängen. Die Entgelte für Starts und Landungen sollen stärker nach ökologischen Kriterien gestaffelt werden, auch bei Überschreitung der Betriebszeiten. Wettbewerbsverzerrungen zwischen Flugzeug und anderen Verkehrsmitteln wie der Bahn sollen entfallen. Dazu will sich die SPD in Berlin und Brüssel für einheitliche Rahmenbedingungen einsetzen, besonders bei der Kerosinbesteuerung und bei Arbeitnehmerrechten.

Originalzitat anzeigen (Seite 67)
„Wir brauchen auch zukünftig die Anbindung der Regionen an die Hubs des internationalen Luftverkehrs und einen Frachtflughafen Köln/Bonn, der 7 Tage die Woche und 24 Stunden am Tag geöffnet ist.“
Seite 67 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Eine Besteuerung von Flugkerosin und stärker gestaffelte Entgelte würden neue Abgaben und Auflagen für Fluggesellschaften bedeuten.

  • Klimaausgewogen

    Der Punkt hält am Flughafennetz und am durchgehenden Frachtbetrieb fest, verbindet dies aber mit ökologisch gestaffelten Entgelten und einer Kerosinbesteuerung.

Binnenschifffahrt und Häfen ausbauen

Die SPD will deutlich mehr Güter von der Straße aufs Wasser verlagern und das Land als Hafen- und Logistikstandort ausbauen. Beim Bund will sie auf eine schnellere Sanierung und den Ausbau der Wasserstraßen dringen. Ein eigenes Förderprogramm soll die Binnenschifffahrt umweltfreundlicher machen.

In NRW gibt es viele Flüsse, Kanäle und Häfen. Die SPD will, dass mehr Waren mit dem Schiff fahren statt mit dem Lkw. Dafür sollen Kanäle und Schleusen schneller repariert werden. Die Häfen sollen wachsen können. Schiffe sollen weniger Abgase ausstoßen.

Das Programm verweist auf 720 Kilometer Binnenwasserstraßen und rund 120 Häfen im Land und sieht dort ungenutzte Kapazitäten für den Gütertransport. Gefordert werden schnellere Brückenanhebungen für mehrlagigen Containerverkehr, größere Wendebecken, mehr Standorte mit Anschluss an Wasser, Schiene und Straße sowie eine zweite Schleuse für den Dortmunder Hafen. Flächen für die Entwicklung der Häfen sollen gesichert werden. Die SPD will beim Bund für bessere Anbindungen an die Häfen in Belgien und den Niederlanden werben. Ein Landesprogramm soll die Emissionen von Schiffsdieselmotoren senken.

Originalzitat anzeigen (Seite 67)
„Wir werden uns zuallererst dafür einsetzen, dass der Instandhaltungsstau bei den Binnenwasserstraßen in Nordrhein-Westfalen schneller überwunden wird.“
Seite 67 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Der Punkt setzt auf mehr öffentliche Investitionen in Wasserstraßen und ein neues Landesförderprogramm.

  • Klimaeher Klimaschutz zuerst

    Mehr Gütertransport auf dem Wasser und ein Förderprogramm für sauberere Schiffsmotoren sollen Emissionen im Verkehr schrittweise senken.

Binnenschiffer mit Zuschüssen und Krediten fördern

Die SPD will Binnenschiffer aus Nordrhein-Westfalen mit einem Programm aus Zuschüssen und Krediten unterstützen. Außerdem will sie beim Bund auf steuerliche Erleichterungen für Landstrom hinwirken.

Die SPD will den Binnen-Schiffern in Nordrhein-Westfalen helfen. Sie sollen Zuschüsse und Kredite bekommen. Schiffe sollen im Hafen leichter Strom vom Land nutzen können. Dafür sollen Hindernisse bei den Steuern wegfallen.

Das Förderprogramm soll gemeinsam mit der landeseigenen NRW.Bank aufgelegt werden. Beim Bund will sich die SPD dafür einsetzen, dass steuerliche Hindernisse für die Versorgung von Binnenschiffen mit Landstrom wegfallen. Zudem will sie prüfen, ob die Negativbescheinigung für Großraum- und Schwertransporte wieder eingeführt wird.

Originalzitat anzeigen (Seite 68)
„Damit wollen wir konkret den in Nordrhein-Westfalen ansässigen Binnenschiffern durch ein Zuschuss- und Kreditprogramm in Abstimmung mit der NRW.Bank helfen.“
Seite 68 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Ein neues staatliches Zuschuss- und Kreditprogramm für eine Branche erweitert die öffentliche Förderung.

Was sagen die anderen Parteien zum Verkehr?

Alle Programme in Nordrhein-Westfalen im Vergleich