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parteiprogramm

SPD zu Migration und Integration

Aus dem Programm „Zukunft für Bayern. Soziale Politik für Dich.“

Landtagswahl Bayern 2023, 8. Oktober 2023Original-PDF, 84 SeitenAnalyse vom 4. Oktober 2026

KIZusammenfassungen und Einordnungen auf dieser Seite hat eine KI erstellt. Ein Mensch prüft sie nicht einzeln. Wie sie entstehen

Einordnung beim Thema Migration und Integration

Durchschnitt der Punkte auf dieser Seite. Die Einordnung erstellt eine KI.

Jede Achse misst ein Thema. Ein „links“ oder „rechts“ für alles gibt es hier nicht: Wirtschaft, Gesellschaft, Migration und Sicherheit stehen getrennt. Eingeordnet ist nur, was im Programm steht. So lesen Sie die Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat (-1), aus 1 Punkt

    Punkte je Stufe: 0 deutlich mehr Staat, 1 eher mehr Staat, 0 ausgewogen, 0 eher mehr Markt, 0 deutlich mehr Markt

  • Gesellschafteher progressiv (-1), aus 1 Punkt

    Punkte je Stufe: 0 deutlich progressiv, 1 eher progressiv, 0 ausgewogen, 0 eher konservativ, 0 deutlich konservativ

  • Migrationdeutlich offen (-1,6), aus 5 Punkten

    Punkte je Stufe: 3 deutlich offen, 2 eher offen, 0 ausgewogen, 0 eher restriktiv, 0 deutlich restriktiv

Die kleinen Säulen unter den Balken zeigen, wie viele Punkte auf jeder der fünf Stufen liegen.

Wahlrecht und politische Vertretung für Zugewanderte schaffen

Die SPD will Menschen ohne deutschen Pass nach drei Jahren Aufenthalt bei Kommunal- und Landtagswahlen wählen lassen. Dazu sollen eine landesweite Vertretung für Migrantinnen und Migranten, Integrationsbeiräte vor Ort und ein Teilhabegesetz kommen. Nach Ansicht der Partei gelingt Integration nur durch Teilhabe.

Die SPD will: Auch Menschen ohne deutschen Pass sollen wählen dürfen. Das soll nach drei Jahren in Deutschland gelten. Es geht um Wahlen in Gemeinden und zum Landtag. Außerdem soll es eine Vertretung für Zugewanderte in Bayern geben. Die SPD sagt: Integration klappt nur, wenn alle mitmachen können.

Das Wahlrecht soll ab dem dritten Aufenthaltsjahr für Kommunal- und Landtagswahlen gelten; über den Bundesrat will die SPD zudem ein bundesweites Wahlrecht für Zugewanderte anstoßen. Auf Landesebene soll eine Vertretung der Migrantinnen und Migranten entstehen, die bei allen sie betreffenden Themen beteiligt werden muss. In sämtlichen Kommunen und Landkreisen sollen Integrationsbeiräte gebildet werden, ein Teilhabegesetz soll den Rahmen setzen. Die Zuständigkeit für Integration soll vom Innen- zurück ins Sozialministerium wechseln, das bayerische Integrationsgesetz soll gründlich reformiert werden. Die doppelte Staatsbürgerschaft unterstützt die Partei.

Originalzitat anzeigen (Seite 61)
„Wir streben das Wahlrecht für Menschen ohne deutschen Pass ab dem dritten Aufenthaltsjahr für Kommunal- und Landtagswahlen an.“
Seite 61 im Original

Einordnung

  • Gesellschafteher progressiv

    Mehr Repräsentanz und Mitsprache für Zugewanderte durch neue Gremien zielt auf Gleichstellung und Vielfalt.

  • Migrationdeutlich offen

    Ein Wahlrecht für Menschen ohne deutschen Pass nach drei Jahren gibt es heute nicht; es würde die Rechte Zugewanderter grundlegend erweitern.

Arbeitserlaubnis, Anerkennung und Bildungszugang erleichtern

Zugewanderte sollen nach dem Willen der SPD schneller arbeiten dürfen und ihre Abschlüsse leichter anerkannt bekommen. Neu Angekommene sollen einen Anspruch auf Schule, Ausbildung oder Schulungen samt Kinderbetreuung erhalten. Der Bildungserfolg von Kindern soll laut Programm nicht vom Elternhaus abhängen.

Zugewanderte sollen schneller arbeiten dürfen. Ihre Abschlüsse aus dem Ausland sollen leichter gelten. Wer neu in Bayern ist, soll ein Recht auf Schule, Ausbildung oder Sprachkurs haben. Dazu gehört auch Betreuung für die Kinder. Es soll mehr Lehrkräfte mit Migrations-Geschichte geben.

Eine klare Verwaltungsanweisung soll das bisher regional unterschiedliche Vorgehen bei Arbeitserlaubnis und Anerkennung beenden; aus der Anerkennung soll ein Anspruch auf tarifgemäße Arbeitsbedingungen folgen. Neu Angekommene sollen Anspruch auf Schulbesuch, Ausbildung oder Schulungen wie Sprachkurse sowie begleitende Kinderbetreuung haben. Ausländische pädagogische Qualifikationen sollen einheitlich und transparent anerkannt werden, und es soll mehr Lehrkräfte und Erziehende mit Migrationsgeschichte geben. Der Zugang zu BAföG soll für Zugewanderte besser werden. Migration und Integration sollen prüfungsrelevanter Pflichtstoff in der Lehrerausbildung werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 61)
„Menschen, die zu uns kommen, sollen in Zukunft schneller eine Arbeitserlaubnis erhalten und ihre Abschlüsse einfacher anerkannt werden.“
Seite 61 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Neue Ansprüche auf Bildung, Kinderbetreuung und tarifgemäße Bedingungen bedeuten mehr öffentliche Leistungen und Regulierung.

  • Migrationeher offen

    Schnellere Arbeitserlaubnis, leichtere Anerkennung und neue Bildungsansprüche erweitern die Rechte Zugewanderter schrittweise.

Abschiebungen einschränken und Aufnahmeprogramm schaffen

Die SPD will niemanden aus Bayern in Kriegs- und Krisengebiete abschieben, auch keine Straftäter. Abschiebungen ohne zwingende strafrechtliche Gründe sollen enden, vor allem bei Schulkindern und Menschen in Ausbildung oder Arbeit. Ausländerbehörden sollen zu Willkommensbehörden werden, und ein Landesaufnahmeprogramm soll sichere Einreisen ermöglichen.

Die SPD will niemanden in Kriegs-Gebiete abschieben. Das gilt auch für Menschen, die Straftaten begangen haben. Schulkinder und Menschen mit Ausbildung oder Arbeit sollen bleiben dürfen. Die Ausländer-Behörden sollen Zugewanderte willkommen heißen. Bayern soll ein eigenes Programm bekommen, um Geflüchtete sicher aufzunehmen.

Abschiebungen in Kriegs- und Krisengebiete schließt das Programm vollständig aus. Beendet werden sollen außerdem Abschiebungen, die die SPD als willkürlich und teils brutal bezeichnet, wenn keine zwingenden strafrechtlichen Gründe vorliegen. Das Bayerische Landesamt für Asyl und Rückführungen soll zu einem Landesamt für Geflüchtetenhilfe werden. Die Ausländerbehörden sollen sich aus Sicht der Partei nicht mehr an Abschottung orientieren, sondern Kriegsgeflüchtete wie andere Zuwandernde willkommen heißen. Ein Landesaufnahmeprogramm soll schutzbedürftigen Geflüchteten eine sichere Einreise ermöglichen.

Originalzitat anzeigen (Seite 62)
„Wir werden keine Menschen – auch keine straffälligen Menschen – aus Bayern in Kriegs- und Krisengebiete abschieben.“
Seite 62 im Original

Einordnung

  • Migrationdeutlich offen

    Ein vollständiger Abschiebestopp in Kriegs- und Krisengebiete, auch für Straftäter, und ein eigenes Aufnahmeprogramm ändern die heutige Praxis grundlegend in Richtung Offenheit.

Ankerzentren abschaffen, dezentral unterbringen

Die SPD will die Ankerzentren abschaffen, weil sie aus ihrer Sicht Integration verhindern und Geflüchtete krank machen. Stattdessen setzt sie auf dezentrale Unterbringung und Deutschkurse von Beginn an. Alle Geflüchteten sollen so behandelt werden wie jene aus der Ukraine.

Die SPD will die Anker-Zentren schließen. Das sind große Sammel-Unterkünfte für Asylsuchende. Geflüchtete sollen verteilt an vielen Orten wohnen. Sie sollen sofort Deutsch lernen können. Alle Geflüchteten sollen gleich behandelt werden wie Menschen aus der Ukraine.

Nach Darstellung des Programms belasten die Ankerzentren Menschen, die oft schon durch die Flucht traumatisiert sind. Deutschkurse sollen von Anfang an angeboten werden, auch bei noch ungesichertem dauerhaftem Aufenthalt. Die psychologische Betreuung Geflüchteter, etwa durch die Einrichtung „refugio“, soll gefördert und ausgebaut werden. Integration bedeutet für die SPD ausdrücklich keine Assimilation. Die Aufnahme der Ukrainer zeigt aus Sicht der Partei, was möglich ist.

Originalzitat anzeigen (Seite 62)
„Die menschenverachtenden Ankerzentren schaffen wir ab.“
Seite 62 im Original

Einordnung

  • Migrationdeutlich offen

    Die Abschaffung der Ankerzentren und die Gleichstellung aller Geflüchteten mit Ukrainern beseitigen bestehende Einschränkungen grundlegend.

Frontex umbauen, keine Beteiligung an Push-Backs

Die SPD will auf eine Umgestaltung der EU-Grenzschutzagentur Frontex hinwirken. Neben dem Grenzschutz soll sie gemeinsam mit zivilen Initiativen bei der Seenotrettung für den Schutz flüchtender Menschen sorgen. Bayerische Sicherheitskräfte sollen sich nicht an Einsätzen beteiligen, bei denen Geflüchtete rechtswidrig zurückgedrängt werden.

Frontex ist die Grenzschutz-Behörde der EU. Die SPD will Frontex verändern. Frontex soll auch Menschen auf der Flucht schützen. Und Frontex soll bei der Rettung auf dem Meer helfen. Manchmal drängt man Geflüchtete an der Grenze illegal zurück. Polizei aus Bayern soll dabei nicht mitmachen.

Frontex soll nach dem Willen der Partei die Seenotrettung in Abstimmung mit zivilen Initiativen unterstützen. Die Ablehnung betrifft Einsätze an den Außengrenzen der EU, bei denen illegale Zurückweisungen stattfinden, sogenannte Push-Backs. Die SPD will sich für diese Umgestaltung einsetzen.

Originalzitat anzeigen (Seite 79)
„Die BayernSPD lehnt zudem jede Beteiligung von bayerischen Sicherheitskräften an Einsätzen an den EU-Außengrenzen ab, die illegale Push-Backs von Geflüchteten durchführen.“
Seite 79 im Original

Einordnung

  • Migrationeher offen

    Frontex soll stärker auf den Schutz Flüchtender ausgerichtet werden und Bayern soll Einsätzen mit Zurückweisungen fernbleiben, was den Schutz Geflüchteter gegenüber heute ausbaut.

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