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parteiprogramm

SPD zu Klima und Energie

Aus dem Programm „Zukunft für Bayern. Soziale Politik für Dich.“

Landtagswahl Bayern 2023, 8. Oktober 2023Original-PDF, 84 SeitenAnalyse vom 4. Oktober 2026

KIZusammenfassungen und Einordnungen auf dieser Seite hat eine KI erstellt. Ein Mensch prüft sie nicht einzeln. Wie sie entstehen

Einordnung beim Thema Klima und Energie

Durchschnitt der Punkte auf dieser Seite. Die Einordnung erstellt eine KI.

Jede Achse misst ein Thema. Ein „links“ oder „rechts“ für alles gibt es hier nicht: Wirtschaft, Gesellschaft, Migration und Sicherheit stehen getrennt. Eingeordnet ist nur, was im Programm steht. So lesen Sie die Einordnung

  • Wirtschaftdeutlich mehr Staat (-2), aus 1 Punkt

    Punkte je Stufe: 1 deutlich mehr Staat, 0 eher mehr Staat, 0 ausgewogen, 0 eher mehr Markt, 0 deutlich mehr Markt

  • Klimaeher Klimaschutz zuerst (-1,5), aus 4 Punkten

    Punkte je Stufe: 2 deutlich Klimaschutz zuerst, 2 eher Klimaschutz zuerst, 0 ausgewogen, 0 eher Wachstum zuerst, 0 deutlich Wachstum zuerst

Die kleinen Säulen unter den Balken zeigen, wie viele Punkte auf jeder der fünf Stufen liegen.

Strom bis 2035 vollständig erneuerbar erzeugen

Die SPD will, dass Bayerns Strom spätestens 2035 vollständig aus erneuerbaren Quellen stammt, und strebt bis dahin ein klimaneutrales Bayern an. Klimaschutz soll zur Pflichtaufgabe der Kommunen werden, damit diese Rechtssicherheit und eine finanzielle Grundlage erhalten.

Die SPD will, dass Bayern ab 2035 nur noch sauberen Strom nutzt. Der Strom soll dann aus Wind, Sonne und Wasser kommen. Klima-Schutz soll eine feste Aufgabe für Städte und Gemeinden werden. Dafür sollen sie Geld und klare Regeln bekommen.

Das Programm versteht eine sichere und bezahlbare Energieversorgung als Teil der öffentlichen Daseinsvorsorge und als Standortfaktor. Die Ausbauziele sollen sich am künftigen Bedarf orientieren, und Hindernisse vor allem in der Landesplanung sollen wegfallen. Ein Investitionsförderprogramm soll Kommunen, Stadtwerke, Energiegenossenschaften, Wohnungsunternehmen und Gewerbenetzwerke bei erneuerbarem Strom und Wärme unterstützen. Die Forschungsförderung für die Energiewende soll ausgebaut werden. Statt über Verzicht und individuellen Konsum zu debattieren, will die SPD die Voraussetzungen für klimaneutrale Produktion schaffen.

Originalzitat anzeigen (Seite 32)
„Wir werden den Freistaat Bayern zum Vorreiter bei den erneuerbaren Energien machen. Diese sollen bis spätestens 2035 den gesamten Strombedarf Bayerns decken.“
Seite 32 im Original

Einordnung

  • Klimaeher Klimaschutz zuerst

    Das Programm setzt frühere Zielmarken für Ökostrom und Klimaneutralität als die geltenden bayerischen Vorgaben und macht Klimaschutz zur kommunalen Pflicht.

Energieversorgung in öffentliches Eigentum überführen

Die SPD will Erzeugung und Verteilung von Strom, Gas und Wärme so weit wie möglich wieder in staatliches oder kommunales Eigentum bringen. Als Beispiel nennt sie die bayerischen Wasserkraftwerke des Uniper-Konzerns. Aus Sicht des Programms darf die Energieversorgung nicht dem Gewinnstreben privater Anteilseigner überlassen werden.

Die SPD will, dass Energie wieder dem Staat oder den Gemeinden gehört. Das gilt für Kraftwerke und für Leitungen. Bayern soll zum Beispiel die Wasser-Kraftwerke von Uniper übernehmen. Der Staat soll auch die Preise mitgestalten.

Die Wasserkraftwerke zwischen Main und Karwendel sollen aus dem vom Bund übernommenen Uniper-Konzern herausgelöst und in öffentliches Eigentum überführt werden, bevor die von der EU bis 2026 verlangte Reprivatisierung ansteht. Auch der Netzausbau sowie die Kontrolle und Gestaltung der Preise sollen wieder öffentlich organisiert werden. Unterstützt der Staat private Unternehmen bei der Finanzierung der Transformation, soll das nicht als Zuschuss geschehen, sondern gegen Beteiligungen, die der Gesellschaft Mitsprache sichern.

Originalzitat anzeigen (Seite 32)
„Die Erzeugung und Verteilung von leitungsgebundenen Energien werden wir in öffentlicher Verantwortung und – so weit wie möglich – wieder in staatlichem oder kommunalem Eigentum organisieren.“
Seite 32 im Original

Einordnung

  • Wirtschaftdeutlich mehr Staat

    Energieerzeugung und Netze sollen aus privater Hand in staatliches oder kommunales Eigentum übergehen, was die Eigentumsordnung des Sektors grundlegend verändert.

10-H-Regel abschaffen und Windkraft ausbauen

Die SPD will die bayerische 10-H-Abstandsregel für Windräder abschaffen und Genehmigungen deutlich beschleunigen. Angestrebt werden zwei Prozent der Fläche Bayerns für Windkraft. Betreiber sollen Kommunen und Bürger an ihren Anlagen beteiligen müssen.

Die SPD will mehr Wind-Räder in Bayern. Dafür will sie die 10-H-Regel abschaffen. Diese Regel schreibt einen großen Abstand zu Wohnhäusern vor. Genehmigungen sollen schneller gehen. Gemeinden und Bürger sollen an Wind-Rädern mitverdienen.

Die 10-H-Regel verlangt grundsätzlich einen Abstand vom Zehnfachen der Anlagenhöhe zur Wohnbebauung; das Programm bezeichnet sie als Windkraftstopp. Die SPD will über die Ausbauziele der Bundesregierung hinausgehen. Nach dem Vorbild von Mecklenburg-Vorpommern soll eine Pflicht zur Beteiligung von Kommunen und Bürgern an Windprojekten eingeführt werden. Ein Zentrum für bayerische Bürgerenergie soll die Gründung von Energiegenossenschaften unterstützen, die zudem stärker gefördert werden sollen. Aus Sicht des Programms ist eine bezahlbare und sichere Energieversorgung nur mit starkem Windkraftausbau erreichbar.

Originalzitat anzeigen (Seite 32)
„Wir werden den Windkraftstopp 10-H abschaffen, damit die Windkraft in Bayern ihr volles Potenzial entfalten kann.“
Seite 32 im Original

Einordnung

  • Klimadeutlich Klimaschutz zuerst

    Die geltende Abstandsregel soll ganz entfallen und zwei Prozent der Landesfläche sollen für Windkraft bereitstehen, was den Ausbau gegenüber heute grundlegend öffnet.

Photovoltaikpflicht für Neu- und Umbauten einführen

Die SPD will eine Solarpflicht für sämtliche Neubauten und Umbauten einführen, sowohl bei Gewerbe- als auch bei Privatgebäuden. Zusätzlich sollen Solaranlagen auf weiteren Flächen gefördert und auf denkmalgeschützten Gebäuden ermöglicht werden.

Die SPD will eine Solar-Pflicht einführen. Wer neu baut oder umbaut, muss dann eine Solar-Anlage einbauen. Das gilt für Firmen und für private Häuser. Bayern soll auch Solar-Anlagen über Parkplätzen und auf Seen fördern.

Gefördert werden sollen Anlagen über Parkplätzen und Autobahnen, auf Äckern (Agri-PV) sowie schwimmende Anlagen auf künstlichen Gewässern (Floating-PV). Die Vorschriften im Denkmalschutz sollen überprüft und so angepasst werden, dass auch geschützte Gebäude Solaranlagen erhalten können. Das Programm nennt als Zweck, den Ausbau der Photovoltaik voranzubringen.

Originalzitat anzeigen (Seite 32)
„werden wir die Photovoltaikpflicht für alle Neu und Umbauten im gewerblichen wie privaten Bereich einführen“
Seite 32 im Original

Einordnung

  • Klimadeutlich Klimaschutz zuerst

    Eine neue Pflicht zur Solaranlage auch für private Neu- und Umbauten ist eine verbindliche Klimavorgabe, die es in diesem Umfang heute nicht gibt.

Netze, Speicher, Wärme und Wasserstoff ausbauen

Die SPD will Stromleitungen, Verteilnetze und große Energiespeicher schneller ausbauen. Eine bayerische Wärmestrategie soll Wärmenetze, Abwärme und Geothermie voranbringen. Außerdem soll die Erzeugung von Wasserstoff, vor allem für die Industrie, gefördert werden.

Die SPD will neue Strom-Leitungen schneller bauen. So soll Wind-Strom aus dem Norden nach Bayern kommen. Bayern soll große Energie-Speicher bauen. Mehr Wärme soll aus der Erde kommen. Das nennt man Geothermie. Auch Wasserstoff für die Industrie soll gefördert werden.

Die Gleichstromleitungen sollen nach dem Programm die erneuerbaren Potenziale Norddeutschlands für Bayern erschließen und so die Energiekosten dämpfen; auch die Verteilnetze samt Einspeisepunkten sollen modernisiert werden. Geplant sind Speicher für kurze, mittlere und lange Zeiträume, darunter Großbatterien an früheren Atomkraftwerksstandorten. Kommunen sollen bei Wärmenutzungsplänen sowie finanziell beim Ausbau von Nah- und Fernwärme unterstützt werden. Eine Geothermie-Initiative soll Forschung, Unternehmen und Stadtwerke zusammenbringen und den Ausbau in Süd- und Nordbayern beschleunigen. Projekte für grünen Wasserstoff sollen ausreichend gefördert und energieintensive Branchen wie das Chemiedreieck an westdeutsche und europäische Wasserstoffnetze angeschlossen werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 33)
„Wir werden deshalb den Bau der großen Gleichstromleitungen voranbringen und mit allen notwendigen Mitteln beschleunigen.“
Seite 33 im Original

Einordnung

  • Klimaeher Klimaschutz zuerst

    Schnellerer Ausbau von Netzen, Speichern, Wärmenetzen und Wasserstoff treibt die Energiewende über Förderung und Beschleunigung voran.

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