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SPD zu Gleichstellung und Vielfalt

Aus dem Programm „Zukunft für Bayern. Soziale Politik für Dich.“

Landtagswahl Bayern 2023, 8. Oktober 2023Original-PDF, 84 SeitenAnalyse vom 4. Oktober 2026

KIZusammenfassungen und Einordnungen auf dieser Seite hat eine KI erstellt. Ein Mensch prüft sie nicht einzeln. Wie sie entstehen

Einordnung beim Thema Gleichstellung und Vielfalt

Durchschnitt der Punkte auf dieser Seite. Die Einordnung erstellt eine KI.

Jede Achse misst ein Thema. Ein „links“ oder „rechts“ für alles gibt es hier nicht: Wirtschaft, Gesellschaft, Migration und Sicherheit stehen getrennt. Eingeordnet ist nur, was im Programm steht. So lesen Sie die Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat (-1), aus 2 Punkten

    Punkte je Stufe: 0 deutlich mehr Staat, 2 eher mehr Staat, 0 ausgewogen, 0 eher mehr Markt, 0 deutlich mehr Markt

  • Gesellschafteher progressiv (-1,1), aus 8 Punkten

    Punkte je Stufe: 1 deutlich progressiv, 7 eher progressiv, 0 ausgewogen, 0 eher konservativ, 0 deutlich konservativ

Die kleinen Säulen unter den Balken zeigen, wie viele Punkte auf jeder der fünf Stufen liegen.

Sonderprogramm Inklusion und mehr Barrierefreiheit

Die SPD will ein Sonderprogramm für Inklusion auflegen und das bayerische Behindertengleichstellungsgesetz erweitern. Maßstab ist für sie die UN-Behindertenrechtskonvention. Barrierefreiheit soll auch für Kommunikation, Wohnungsbau, Kultur und politische Beteiligung gelten.

Die SPD will mehr für Menschen mit Behinderung tun. Sie plant ein eigenes Programm für Inklusion. Inklusion heißt: Alle können überall mitmachen. Behörden sollen mehr in Leichter Sprache und Gebärden-Sprache anbieten. Neue Wohnungen sollen ohne Hindernisse gebaut werden.

Öffentliche Stellen sollen mehr Veröffentlichungen in Leichter Sprache, als Gebärdensprachvideo und in Blindenschrift anbieten. Für neuen Wohnraum plant die SPD verbindliche Vorgaben zur Barrierefreiheit, die sie auch mit dem demografischen Wandel begründet. Das Vergaberecht soll so geändert werden, dass Landesbehörden beim Ausbau von Kultur- und Medieninfrastruktur auf barrierefreie Nutzung achten. Gesetzliche Regeln sollen die politische Mitwirkung von Menschen mit Behinderung sichern. Mütter mit seelischer Behinderung sollen ab 27 Jahren mit ihrem Kind in Familienhäusern leben können.

Originalzitat anzeigen (Seite 14)
„Wir werden ein Sonderprogramm Inklusion auflegen und gemeinsam mit den bayerischen Bezirken die Inklusion in der gesamten Gesellschaft fördern.“
Seite 14 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Neue verbindliche Bauvorgaben und ein Förderprogramm bedeuten mehr Regulierung und öffentliche Ausgaben.

  • Gesellschafteher progressiv

    Gleichstellung und Teilhabe von Menschen mit Behinderung sollen über das bestehende Gesetz hinaus ausgebaut werden, was zum progressiven Pol passt.

Bayerisches Gleichstellungsgesetz erneuern

Die SPD will das Bayerische Gleichstellungsgesetz überarbeiten, damit der öffentliche Dienst bei der Gleichstellung von Frauen und Männern vorangeht. Gleichstellungsbeauftragte sollen mehr Befugnisse erhalten, und Verstöße sollen Folgen haben.

Die SPD will ein neues Gesetz für Gleichstellung in Bayern. Gleichstellung heißt: Frauen und Männer haben die gleichen Chancen. Ämter und Behörden sollen ein Vorbild sein. Wer gegen das Gesetz verstößt, soll bestraft werden können.

Die Novelle soll konkrete Zielvorgaben enthalten und mehr Teilzeit auch in Führungspositionen ermöglichen. Bei Verstößen sollen Sanktionen und Klagen möglich werden. Das Gesetz soll künftig auch für Vereinigungen, Einrichtungen und Unternehmen gelten, die mehrheitlich in öffentlicher Hand sind. Die SPD fordert, dass Frauen im gesamten öffentlichen Dienst ausgewogen vertreten sind, und begründet dies mit einer aus ihrer Sicht fortbestehenden strukturellen Benachteiligung.

Originalzitat anzeigen (Seite 51)
„Wir werden die Kompetenzen der Gleichstellungsbeauftragten stärken, konkrete Zielvorgaben für Verbesserungen in Sachen Gleichberechtigung setzen“
Seite 51 im Original

Einordnung

  • Gesellschafteher progressiv

    Das bestehende Gleichstellungsgesetz soll um Zielvorgaben, Sanktionen und einen größeren Geltungsbereich verschärft werden, was die Gleichstellung von Frauen vorantreibt.

Geschlechtergerechte Haushaltsplanung einführen

Die SPD will, dass öffentliche Gelder allen Geschlechtern gleichermaßen nützen. Dafür soll der Landeshaushalt künftig nach Gleichstellungskriterien geplant und gesteuert werden (Gender Budgeting).

Der Staat gibt viel Geld aus. Die SPD will: Dieses Geld soll Frauen und Männern gleich viel nützen. Deshalb soll Bayern bei jeder Ausgabe darauf achten. Das nennt man Gender Budgeting.

Zunächst sollen Pilotprojekte in mehreren Ministerien starten. Danach will die SPD das Verfahren schrittweise auf die gesamte Landesverwaltung ausweiten. Das Programm verweist dabei auf das europäische Ziel, Gender Budgeting auf jeder Ebene anzuwenden. Außerdem soll mehr Geld in öffentliche Verkehrsmittel fließen, weil davon laut Programm vor allem Kinder und Frauen profitieren.

Originalzitat anzeigen (Seite 52)
„Wir werden zur geschlechtergerechten Haushaltsplanung und -steuerung umgehend Pilotprojekte in verschiedenen Ministerien realisieren“
Seite 52 im Original

Einordnung

  • Gesellschafteher progressiv

    Die Prüfung aller Haushaltsentscheidungen auf Gleichstellung erweitert die Gleichstellungspolitik schrittweise.

Geschlechterstereotype in Bildung abbauen

Die SPD will Kinder und junge Erwachsene dabei unterstützen, sich von herkömmlichen Rollenbildern zu lösen. Aus Sicht des Programms verfestigen solche Stereotype bestehende Ungleichheiten.

Viele denken: Mädchen sollen brav sein und Jungen stark. Die SPD will solche festen Bilder abbauen. Dazu soll es Aktionen in Kitas, Schulen und Unis geben. Dort sollen alle über Sexismus sprechen.

Geplant sind landesweite Aktionen in Kitas, Schulen, Hochschulen und in der Berufsausbildung. Dort soll über Sexismus und Rollenklischees sowie über deren Wirkung und Folgen gesprochen werden. Auch bei der Berufs- und Studienwahl sollen junge Menschen Unterstützung erhalten. Die SPD will zudem der Reduzierung von Frauen auf ihr Aussehen entgegenwirken.

Originalzitat anzeigen (Seite 52)
„Wir werden Kinder, junge Frauen und Männer in Kitas, Schulen und im Rahmen der Berufs- und Studienorientierung dabei unterstützen, klassische Geschlechterrollen zu überwinden.“
Seite 52 im Original

Einordnung

  • Gesellschafteher progressiv

    Landesweite Aktionen gegen herkömmliche Rollenbilder in Bildungseinrichtungen fördern einen Wandel gesellschaftlicher Werte.

Parität im Wahlrecht und in Gremien verankern

Die SPD will im bayerischen Wahlrecht eine gleiche Vertretung von Frauen und Männern festschreiben. Auch Führungsgremien landeseigener Betriebe und Professuren sollen zur Hälfte mit Frauen besetzt werden.

Die SPD will: Im Landtag sollen gleich viele Frauen wie Männer sitzen. Das soll im Wahlrecht stehen. Auch in Betrieben des Landes sollen Frauen die Hälfte der Leitung stellen. An Unis soll jede zweite Professur an eine Frau gehen.

Das Programm begründet die Parität damit, dass politische Entscheidungen besser gelingen, wenn Frauen auf jeder Ebene gleich beteiligt sind. Vorstände, Aufsichtsräte und Gremien in Betrieben des Freistaats sollen je zur Hälfte mit Frauen und Männern besetzt werden. Für Professuren an Universitäten und Hochschulen soll eine Frauenquote von 50 Prozent gelten. Zielquoten bei Promotionen und Habilitationen sollen dorthin führen.

Originalzitat anzeigen (Seite 53)
„Deshalb wollen wir die Parität auf Landesebene im Wahlrecht verankern.“
Seite 53 im Original

Einordnung

  • Gesellschaftdeutlich progressiv

    Eine gesetzliche Parität im Wahlrecht und eine 50-Prozent-Quote für Professuren gibt es heute nicht; sie würden Gleichstellung verbindlich neu regeln.

Landesaktionsplan für queere Menschen auflegen

Die SPD will einen Landesaktionsplan für die Akzeptanz sexueller Vielfalt erarbeiten, um Diskriminierung und Gewalt gegen queere Menschen einzudämmen. Dazu kommen mehr Angebote für queere Jugendliche, Schulungen der Polizei und eine landesweite Koordinierungsstelle.

Queere Menschen sind zum Beispiel lesbisch, schwul oder trans. Die SPD will sie besser vor Hass und Gewalt schützen. Dafür soll Bayern einen Aktions-Plan bekommen. Es soll mehr sichere Orte für queere Jugendliche geben. Die Polizei soll dazu Schulungen bekommen.

Der Plan soll gemeinsam mit Verbänden, Initiativen, Vereinen, Selbsthilfegruppen und Ministerien entstehen; Schwerpunkt ist Aufklärung in Schulen, Ausbildungsstätten und Vereinen. Angebote und geschützte Räume für queere Jugendliche sollen ausgebaut werden. Queerfeindliche Straftaten sollen konsequent erfasst und verfolgt werden, und eine Koordinierungs- und Gleichstellungsstelle soll bei Diskriminierung beraten und Organisationen vernetzen. Weitere Vorhaben betreffen queere Geflüchtete, die Lehrerbildung, die Gesundheitsversorgung besonders für trans Personen und den Sport. Der Freistaat soll der Charta der Vielfalt beitreten und queere Beschäftigtengruppen in der Verwaltung unterstützen.

Originalzitat anzeigen (Seite 59)
„endlich einen breiten und vollumfänglichen Landesaktionsplan für die Akzeptanz sexueller Vielfalt auflegen“
Seite 59 im Original

Einordnung

  • Gesellschafteher progressiv

    Ein Aktionsplan, neue Beratungsstrukturen und Aufklärungsarbeit bauen die Förderung sexueller und geschlechtlicher Vielfalt in Bayern aus.

Antidiskriminierungsgesetz und Beratungsstellen einführen

Die SPD will Rassismus auf allen Ebenen bekämpfen und sieht darin die Grundlage für Integration. Geplant sind ein Landesantidiskriminierungsgesetz und gesetzlich vorgeschriebene Antidiskriminierungsstellen. Zudem soll der Begriff „Rasse“ aus dem Grundgesetz verschwinden.

Die SPD will gegen Rassismus vorgehen. Bayern soll ein Gesetz gegen Diskriminierung bekommen. Diskriminierung heißt: Menschen werden schlechter behandelt, zum Beispiel wegen ihrer Herkunft. Es soll überall Stellen geben, die Betroffenen helfen. Das Wort „Rasse“ soll aus dem Grundgesetz gestrichen werden.

Das Programm nennt eine Initiative, um das Wort „Rasse“ aus dem Grundgesetz zu streichen, sowie ein Antidiskriminierungsgesetz für Bayern. Je 70.000 Einwohner soll eine Antidiskriminierungsstelle gesetzlich vorgeschrieben werden; als Vorbild dient Baden-Württemberg. Die SPD bezeichnet Rassismus als besonders schwere Form der Diskriminierung.

Originalzitat anzeigen (Seite 61)
„deshalb werden wir – analog einer Regelung in Baden-Württemberg – eine Antidiskriminierungsstelle pro 70.000 Einwohnern gesetzlich vorschreiben.“
Seite 61 im Original

Einordnung

  • Gesellschafteher progressiv

    Ein Landesgesetz und vorgeschriebene Beratungsstellen bauen den Schutz vor Diskriminierung gegenüber heute aus.

Istanbul-Konvention und Entgeltgleichheit vollständig umsetzen

Die SPD will die Istanbul-Konvention zum Schutz vor Gewalt gegen Frauen in Bayern vollständig umsetzen und Frauenhäuser sowie Beratungsstellen verlässlich finanzieren. Die Gleichstellung der Geschlechter soll sich an der EU-Gleichstellungsstrategie ausrichten. Zudem sollen die EU-Vorgaben zu gleicher Bezahlung und Lohntransparenz umgesetzt werden.

Die SPD will Frauen besser vor Gewalt schützen. Frauenhäuser sollen genug Geld und genug Plätze haben. Frauen und Männer sollen für gleiche Arbeit gleich viel Geld bekommen. Dafür will die SPD die Regeln der EU in Bayern umsetzen.

Zur Umsetzung der Istanbul-Konvention nennt das Programm die Finanzierung von Frauenhäusern, garantierte Plätze und eine angemessene, verlässliche Förderung von Hilfs- und Beratungsangeboten bei geschlechtsspezifischer Gewalt. Der Freistaat soll als Arbeitgeber die EU-Richtlinie zur Entgeltgleichheit vollständig anwenden. Die europäische Richtlinie zur Lohntransparenz will die SPD nach deren Verabschiedung umsetzen. Menschenhandel zur sexuellen Ausbeutung soll mit gezielten Maßnahmen beendet werden, entsprechend den Forderungen von Europäischem Parlament und OSZE.

Originalzitat anzeigen (Seite 80)
„Wir garantieren die lückenlose Umsetzung der Istanbul-Konvention in Bayern: Finanzierung von Frauenhäusern, Platzgarantien“
Seite 80 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Garantierte Plätze und verlässliche Finanzierung von Frauenhäusern und Beratungsstellen bedeuten mehr öffentliche Ausgaben.

  • Gesellschafteher progressiv

    Der Ausbau von Gewaltschutz und die Umsetzung von Vorgaben zur Lohngleichheit stärken die Gleichstellung innerhalb bestehender Regelwerke.

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