Zum Inhalt springen
parteiprogramm

Linke zu Kultur und Medien

Aus dem Programm „Wahlprogramm zur Bürgerschaftswahl in Bremen am 14. Mai 2023 (Damit Bremen weiter auf sozial-ökologischem Kurs bleibt)“

Bürgerschaftswahl Bremen 2023, 14. Mai 2023Original-PDF, 78 SeitenAnalyse vom 3. Oktober 2026

KIZusammenfassungen und Einordnungen auf dieser Seite hat eine KI erstellt. Ein Mensch prüft sie nicht einzeln. Wie sie entstehen

Einordnung beim Thema Kultur und Medien

Durchschnitt der Punkte auf dieser Seite. Die Einordnung erstellt eine KI.

Jede Achse misst ein Thema. Ein „links“ oder „rechts“ für alles gibt es hier nicht: Wirtschaft, Gesellschaft, Migration und Sicherheit stehen getrennt. Eingeordnet ist nur, was im Programm steht. So lesen Sie die Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat (-1), aus 5 Punkten

    Punkte je Stufe: 0 deutlich mehr Staat, 5 eher mehr Staat, 0 ausgewogen, 0 eher mehr Markt, 0 deutlich mehr Markt

  • Gesellschafteher progressiv (-1), aus 2 Punkten

    Punkte je Stufe: 0 deutlich progressiv, 2 eher progressiv, 0 ausgewogen, 0 eher konservativ, 0 deutlich konservativ

Die kleinen Säulen unter den Balken zeigen, wie viele Punkte auf jeder der fünf Stufen liegen.

Stiftung für Gedenkstätten gründen, NS-Erinnerung weiterentwickeln

Die Linke will eine Stiftung bremische Gedenkstätten gründen, die das Gedenken an die NS-Zeit konzeptionell weiterentwickelt und Erinnerungsorte betreut. Tatorte und Bauwerke aus dieser Zeit sollen deutlicher erklärt und künstlerisch gebrochen werden.

Die Linke will eine Stiftung für Gedenk-Orte in Bremen gründen. Sie soll sich um die Erinnerung an die Nazi-Zeit kümmern. Orte von Nazi-Verbrechen sollen bekannter werden. Es soll auch einen Ort zur Verfolgung queerer Menschen geben.

Beim Denkort Bunker Valentin und bei anderen Gedenkorten soll die Zuständigkeit künftig in der Stiftung zusammenlaufen; sie soll von Beginn an genug Personal und Sachmittel erhalten. Bauten wie das Altmannshöhe-Ehrenmal und der Lichtbringer in der Böttcherstraße sollen künstlerisch überformt werden. Für die Ostertorwache, das Gräberfeld an der Reitbrake und ähnliche Orte soll eine unabhängige Kommission mit Opferverbänden und Nachfolgestaaten der Sowjetunion ein Gedenken entwickeln. Das Mahnmal zur „Arisierung“ soll von Bildungsarbeit begleitet werden. Digitale Formate und feste Stellen in der Gedenkstättenarbeit sollen gefördert und der Gedenktag zur Novemberrevolution 1918 mit Angeboten für Schulen und Betriebe umgesetzt werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 56)
„Wir wollen eine Stiftung bremische Gedenkstätten nach dem Vorbild anderer Bundesländer gründen“
Seite 56 im Original

Einordnung

  • Gesellschafteher progressiv

    Der Ausbau einer kritischen Erinnerungskultur einschließlich der Verfolgung queerer Menschen erweitert das bisherige Gedenken.

Kolonialgeschichte aufarbeiten, Raubgut vollständig zurückgeben

Die Linke will unrechtmäßig erworbene Objekte aus Bremer Museen vollständig an die Herkunftsgesellschaften zurückgeben. Straßen mit kolonialem Bezug sollen umbenannt und koloniale Spuren in der Stadt sichtbar gemacht und eingeordnet werden.

In Bremer Museen liegen Dinge, die in der Kolonial-Zeit geraubt wurden. Die Linke will sie zurückgeben. Straßen mit Namen von Kolonial-Verbrechern sollen neue Namen bekommen. Anwohner sollen dafür nichts bezahlen. Die Bismarck-Statue soll künstlerisch verändert werden.

Vorrang soll die Rückgabe menschlicher Überreste haben; nur wenn eine Rückgabe nicht möglich oder nicht gewünscht ist, soll mit den Herkunftsländern eine andere Lösung gefunden werden. Die Museen sollen dafür zusätzliche Mittel erhalten. Neue Straßennamen sollen an die Leidtragenden kolonialer Herrschaft erinnern, Beiräte sollen dabei mehr Unterstützung bekommen. Orte wie die Baumwollbörse oder das Relief im Hauptbahnhof sollen in ihren Zusammenhang gestellt werden. Die Bismarck-Statue auf dem Domshof soll als symbolischer Bruch mit Militarismus und Kolonialismus überformt werden. Zudem sollen Stellen für die Aufarbeitung kolonialer Gewaltgeschichte entstehen.

Originalzitat anzeigen (Seite 56)
„DIE LINKE spricht sich für eine vollständige Rückgabe dieser Gegenstände an die Herkunftsgesellschaften aus.“
Seite 56 im Original

Einordnung

  • Gesellschafteher progressiv

    Rückgaben, Umbenennungen und die Umgestaltung von Denkmälern verändern den überlieferten Umgang mit der Kolonialgeschichte.

Kultur für alle zugänglich und in allen Stadtteilen anbieten

Die Linke will regelmäßige eintrittsfreie Museumstage einführen und Kultur in allen Stadtteilen verankern. In neuen Baugebieten sollen Flächen für Kultur fest eingeplant werden, und es sollen neue Proberäume für Bands entstehen.

Die Linke will, dass alle Menschen Kultur erleben können. Museen sollen an manchen Tagen keinen Eintritt kosten. In neuen Wohn-Gebieten soll es Platz für Kultur geben. Bands sollen neue Räume zum Proben bekommen. Partys im Freien sollen weiter erlaubt bleiben.

Das 360-Grad-Programm für mehr Diversität in Kultureinrichtungen soll ausgebaut und verstetigt werden, die Breminale soll als kostenloses Festival bestehen bleiben. In der Innenstadt sollen große Häuser wie die Glocke modernisiert werden; neben einem Literaturhaus sollen auch kleine und subkulturelle Angebote Platz finden. Die liberale Regelung für Freiluftpartys will die Partei erhalten. An öffentlichen Gebäuden und Brücken sollen neue Flächen für Graffiti ausgewiesen werden. In Bremerhaven sollen Leerstände zeitweise für kulturelle Initiativen geöffnet werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 57)
„Wir bauen durch regelmäßige eintrittsfreie Tage in den Museen weitere Zugangshürden ab.“
Seite 57 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Kostenfreier Eintritt und öffentlich gesicherte Kulturflächen erweitern das öffentliche Angebot schrittweise.

Kulturförderung ausbauen und verstetigen

Die Linke will die öffentliche Kulturfinanzierung weiter erhöhen. Dauerhaft arbeitende Projekte sollen eine feste institutionelle Förderung bekommen, die Projektförderung soll wachsen und ein Stipendienprogramm für Kulturschaffende weiterlaufen.

Die Linke will mehr Geld für Kultur ausgeben. Projekte, die regelmäßig arbeiten, sollen dauerhaft Geld bekommen. Projekte von Frauen sollen mindestens gleich viel Förderung erhalten. Künstler sollen weiter Stipendien bekommen. Anträge sollen einfach sein.

Projekte von Frauen sollen in der Förderung mindestens gleichberechtigt berücksichtigt werden. Das Pop-Office Bremen soll dauerhaft bestehen. Über sogenannte Matching Fonds will die Partei Eigenanteile bereitstellen, damit mehr Bundesförderung nach Bremen fließt. Die niedrigschwellige Förderung für Junge Szene und Subkultur soll mit einfachen Anträgen fortgeführt werden. Das in der Corona-Zeit eingeführte Stipendienprogramm soll Künstler*innen regelmäßig freie Arbeitsphasen ermöglichen.

Originalzitat anzeigen (Seite 57)
„Regelmäßig arbeitende Projekte wollen wir dauerhaft in die institutionelle Förderung überführen, gleichzeitig aber auch die Projektförderung nochmals ausbauen.“
Seite 57 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Mehr und dauerhaft gebundene öffentliche Mittel für Kultur erhöhen die Staatsausgaben in diesem Bereich schrittweise.

Ausstellungshonorare einführen, Arbeitsbedingungen in der Kultur verbessern

Die Linke will Ausstellungshonorare für bildende Künstler*innen in öffentlich geförderten Häusern einführen. Mindesthonorare in der Projektförderung sollen ausreichend sein und eingehalten werden, die Honorare an der Volkshochschule sollen steigen.

Künstler sollen Geld bekommen, wenn Museen ihre Werke zeigen. Das soll für Häuser gelten, die Geld vom Staat bekommen. Lehrkräfte an der Volkshochschule sollen höhere Honorare erhalten. Mehr Kunst an öffentlichen Gebäuden soll neue Aufträge bringen.

Die Honorarpflicht soll für öffentlich geförderte Galerien und Museen gelten. Bei der Projektförderung will die Partei darauf achten, dass vereinbarte Mindesthonorare zum Leben reichen. Die Abmachungen zwischen Volkshochschule und Honorarkräften sollen weiter umgesetzt werden. Eine Stärkung der Kunst am Bau soll zusätzliche öffentliche Aufträge für bildende Kunst schaffen.

Originalzitat anzeigen (Seite 58)
„Für bildende Künstler*innen führen wir Ausstellungshonorare in öffentlich geförderten Galerien und Museen ein.“
Seite 58 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Verbindliche Honorare und mehr öffentliche Aufträge stärken Regulierung und öffentliche Ausgaben zugunsten von Beschäftigten in der Kultur.

Kulturelle Bildung und Stadtbibliothek stärken

Die Linke will die kulturelle Bildung mit einem Rahmenplan weiterentwickeln und die Zusammenarbeit von Kulturschaffenden und Schulen ausbauen. Die Stadtbibliothek soll als Begegnungsort mehr Personal erhalten.

Die Linke will einen Plan für kulturelle Bildung. Künstler und Schulen sollen mehr zusammenarbeiten. Projekte sollen nur noch einen Antrag bei einer Stelle stellen müssen. Die Stadt-Bibliothek soll mehr Personal bekommen. Sie ist ein Ort, an dem sich Menschen treffen.

Projekte müssen laut Programm bisher oft bei zwei oder drei Stellen Anträge einreichen; künftig sollen eine zentrale Anlaufstelle und ein einziger Antrag genügen. Die Bibliothek hat sich aus Sicht der Partei von der Ausleihe zum Treffpunkt entwickelt, was zusätzliches Personal stützen soll. Für die beiden Bibliotheksbusse soll das Magazin bald modernisiert werden. Künstler*innen sollen leichter in Bremen und Bremerhaven zugleich tätig sein können.

Originalzitat anzeigen (Seite 58)
„Dieses wollen wir über einen Rahmenplan Kulturelle Bildung systematisch weiterentwickeln und vor allem die Kooperationen von Kulturakteur*innen und Schulen stärken.“
Seite 58 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Zusätzliches Personal und ausgebaute öffentliche Bildungsangebote erweitern öffentliche Leistungen schrittweise.

Öffentlich-rechtlichen Rundfunk sichern, reformieren und Presse fördern

Die Linke will Radio Bremen bedarfsgerecht finanzieren, den Rundfunkbeitrag sozialer gestalten und Werbung im öffentlich-rechtlichen Programm abschaffen. Zugleich fordert sie Reformen bei Transparenz und Aufsicht sowie eine staatsferne Presseförderung.

Die Linke will Radio Bremen und den öffentlichen Rundfunk erhalten. Der Rundfunk-Beitrag soll sozialer werden. Im öffentlichen Programm soll es keine Werbung mehr geben. Die Sender sollen offener arbeiten und besser kontrolliert werden. Zeitungen sollen Förderung bekommen, ohne dass der Staat sie lenkt.

Reformbedarf sieht das Programm bei Transparenz, Aufsichtsstrukturen und außertariflichen Gehältern der Führungsebene. In den Redaktionen sollen mehr feste Stellen entstehen, da die Lage sogenannter fester Freier teils unsicher sei. Die Presseförderung soll gute Arbeitsverhältnisse sichern und regionale Vielfalt bundesweit stützen. Die Bremische Landesmedienanstalt soll erhalten bleiben und für neue Aufgaben aus Staatsverträgen und EU-Richtlinien zusätzliche Stellen bekommen. Das Medienkompetenz-Netzwerk soll mehr Förderung erhalten, beim Bürgerrundfunk will die Partei Modernisierungen prüfen.

Originalzitat anzeigen (Seite 58)
„Der Rundfunkbeitrag muss aus unserer Sicht sozialer ausgestaltet werden, die Finanzierung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks insgesamt muss aber erhalten werden“
Seite 58 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Ein werbefreier, öffentlich finanzierter Rundfunk mit sozial gestaffeltem Beitrag und eine neue Presseförderung stärken die öffentliche Finanzierung von Medien.

Was sagen die anderen Parteien zu Kultur und Medien?

Alle Programme in Bremen im Vergleich