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Grüne zu Kultur und Medien

Aus dem Programm „Wir sind Stadt. Land. Schleswig-Holstein. Programm zur Landtagswahl am 8. Mai 2022“

Landtagswahl Schleswig-Holstein 2022, 8. Mai 2022Original-PDF, 212 SeitenAnalyse vom 3. Oktober 2026

KIZusammenfassungen und Einordnungen auf dieser Seite hat eine KI erstellt. Ein Mensch prüft sie nicht einzeln. Wie sie entstehen

Einordnung beim Thema Kultur und Medien

Durchschnitt der Punkte auf dieser Seite. Die Einordnung erstellt eine KI.

Jede Achse misst ein Thema. Ein „links“ oder „rechts“ für alles gibt es hier nicht: Wirtschaft, Gesellschaft, Migration und Sicherheit stehen getrennt. Eingeordnet ist nur, was im Programm steht. So lesen Sie die Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat (-1), aus 7 Punkten

    Punkte je Stufe: 0 deutlich mehr Staat, 7 eher mehr Staat, 0 ausgewogen, 0 eher mehr Markt, 0 deutlich mehr Markt

  • Gesellschafteher progressiv (-1), aus 2 Punkten

    Punkte je Stufe: 0 deutlich progressiv, 2 eher progressiv, 0 ausgewogen, 0 eher konservativ, 0 deutlich konservativ

Die kleinen Säulen unter den Balken zeigen, wie viele Punkte auf jeder der fünf Stufen liegen.

Kulturförderung erhöhen und Vielfalt verankern

Die Grünen wollen mehr Geld für Kultur bereitstellen und Angebote dauerhaft absichern. Ein Kulturentwicklungsplan soll erarbeitet werden, und die Kulturpolitik soll sich stärker an kultureller Vielfalt ausrichten.

Die Grünen wollen mehr Geld für Kultur geben. Kultur-Angebote sollen sicher bleiben. Das Land soll einen Plan für die Kultur machen. In Jurys und Gremien sollen ganz verschiedene Menschen sitzen.

Die Förderung soll vor allem über Infrastrukturprogramme steigen. Ergebnisse der Kulturdialoge sollen genutzt und Akteure in Stadt und Land besser vernetzt werden; die Kulturknotenpunkte erhalten Unterstützung. Das Land soll Strukturen aufspüren, die Vielfalt im Kulturbereich bremsen, und deren Abbau fördern. Kultureinrichtungen, Ausschreibungen, Förderrichtlinien, Auswahlgremien und Jurys sollen die Gesellschaft in ihrer Breite widerspiegeln und Minderheiten angemessen vertreten. Kulturarbeit gilt dem Programm als Demokratiearbeit.

Originalzitat anzeigen (Seite 77)
„Wir setzen uns dafür ein, die Kulturförderung insbesondere über Infrastrukturprogramme weiter zu erhöhen und Kulturangebote künftig verstärkt auch strukturell abzusichern.“
Seite 77 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Die öffentliche Kulturförderung soll steigen und dauerhafter werden, also mehr staatliche Ausgaben im bestehenden System.

  • Gesellschafteher progressiv

    Gremien, Jurys und Förderregeln sollen stärker auf Vielfalt und die Vertretung von Minderheiten ausgerichtet werden.

Soziokultur und Freie Szene verlässlich fördern

Die Grünen wollen soziokulturelle Zentren dauerhaft statt nur über Projekte fördern. Das Investitionsprogramm für die Freie Szene soll verlängert und ausgeweitet werden.

Soziokulturelle Zentren sind Treffpunkte für Kultur im Ort. Die Grünen wollen ihnen dauerhaft Geld geben. Auch freie Theater und kleine Kinos sollen weiter Geld bekommen. Das Programm dafür soll größer werden.

Nach Darstellung des Programms reicht die bisherige Projektförderung nicht, um die Zentren im Bestand zu sichern; 2022 wurde erstmals eine Strukturförderung eingeführt. Künftig sollen auch hauptamtliche Netzwerkstrukturen gefördert werden. Über Kofinanzierungsmodelle sollen sich die Kommunen beteiligen. Die Investitionsförderung für Spielstätten nicht-öffentlicher Träger wie freie Theater, Programmkinos, Kunstvereine oder Musikensembles soll fortgeführt und erweitert werden, vor allem mit Blick auf Solo-Selbstständige.

Originalzitat anzeigen (Seite 77)
„setzen uns weiterhin für eine verlässlichere institutionelle Unterstützung ein, die auch den Aufbau und die Förderung hauptamtlich getragener Netzwerkstrukturen umfasst“
Seite 77 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Projektmittel sollen durch dauerhafte öffentliche Förderung ergänzt und ein Förderprogramm ausgeweitet werden, was die staatlichen Leistungen schrittweise erhöht.

Kultur in Wirtschaftsstrategie und Bildung einbinden

Die Grünen wollen die Kultur in die Wirtschaftsstrategie des Landes aufnehmen, damit die Branche Zugang zu Wirtschafts- und Gründungsförderung erhält. Kulturelle Bildung soll von der Kita bis zur Schule mehr Platz bekommen.

Kultur bringt dem Land auch Geld und Arbeit. Deshalb soll die Kultur-Branche Hilfen für Firmen bekommen können. Kinder sollen in Kita und Schule mehr Kultur erleben. Die Sozial-Kasse für Künstler soll bleiben.

Das Programm bezeichnet Kultur als bedeutenden Wirtschaftsfaktor. Im Unterricht sollen kulturelle Bildung und Besuche von Kulturveranstaltungen mehr Gewicht erhalten, auch in Fachanforderungen und Ganztagsangeboten. Außerdem treten die Grünen dafür ein, die Künstlersozialkasse (KSK) zu erhalten und zu stärken.

Originalzitat anzeigen (Seite 78)
„Unser Ziel ist, dass alle Beteiligten der Branche künftig von Wirtschafts- und Gründungsförderungen profitieren können.“
Seite 78 im Original

Einordnung

Dieser Punkt berührt keine der Achsen.

Musikschulfördergesetz und Büro für Popkultur schaffen

Die Grünen wollen die Zusammenarbeit von Musikschulen und allgemeinbildenden Schulen per Gesetz absichern. Ein Büro für Popkultur soll professionelle Musikschaffende im Land halten.

Musik-Schulen sollen mit normalen Schulen zusammen arbeiten. Ein neues Gesetz soll das sichern. Außerdem soll es ein Büro für Pop-Kultur geben. Dort bekommen Musiker Beratung und Hilfe.

Die Kooperation soll beim Ausbau der Ganztagsschule unterstützt werden. Auch die studienvorbereitende Ausbildung in Klassik, Jazz, Pop und Rock zählt das Programm zum wichtigen Angebot. Laut Programm wandern viele Musikerinnen und Musiker nach Hamburg und Berlin ab. Das Büro für Popkultur soll Beratung, Vernetzung und Förderung leicht zugänglich anbieten, Anlaufstelle für Künstler, Veranstalter sowie Festival- und Clubbetreiber sein und die Verbindung zu Politik und Verwaltung herstellen.

Originalzitat anzeigen (Seite 78)
„Beim Ausbau der Ganztagsschule wollen wir die Kooperation von Musik- und allgemein bildenden Schulen unterstützen und durch ein Musikschulfördergesetz absichern.“
Seite 78 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Ein Fördergesetz und eine neue Anlaufstelle erweitern die öffentliche Unterstützung für Musik innerhalb des bestehenden Fördersystems.

Theater, Film und Kinos stärker fördern

Die Grünen wollen den Sanierungsstau bei Theatern gemeinsam mit den Kommunen abbauen und die Filmförderung ausweiten. Inhabergeführte Kinos sollen als Kulturstandorte erhalten bleiben.

Viele Theater müssen repariert werden. Das Land soll dabei mit Geld helfen. Auch für Filme soll es mehr Geld geben. Kleine Kinos sollen bleiben, besonders auf dem Land.

Für die Theatersanierung soll das Investitionsprogramm des Landes genutzt werden. Mit dem Landesverband der freien Theater sollen passende Förderstrukturen für Spielstätten und konzeptionelle Arbeit entstehen. Beim Film sollen die Mittel für studentische Filmarbeiten, kulturelle Filmförderung, außerschulische Medienbildung und Videokultur Jugendlicher wachsen; auch das Filmerbe soll geschützt werden. Weiterbildung für Filmschaffende und Quereinsteiger soll im Land ausgebaut werden. Förderinstrumente für neue Medientechnik wie Virtual und Augmented Reality sollen erweitert werden, und Kinos erhalten Hilfe beim Wandel des Marktes.

Originalzitat anzeigen (Seite 79)
„Konkret möchten wir die finanziellen Töpfe für die Unterstützung von filmischen Studienleistungen, der kulturellen Filmförderung, die außerschulische Medienbildung und die jugendliche Videokultur vergrößern.“
Seite 79 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Mehr öffentliche Investitionen und größere Fördertöpfe für Theater und Film erhöhen die staatlichen Ausgaben schrittweise.

Bibliotheken modernisieren und digitalisieren

Die Grünen wollen Bibliotheken zu Orten der Begegnung und des Lernens weiterentwickeln. Dafür planen sie landesweite Investitionen in Digitalisierung und Gebäude sowie ein Förderprogramm für die Digitalisierung des kulturellen Erbes.

Bibliotheken sollen mehr sein als Orte zum Bücher-Leihen. Menschen sollen sich dort treffen und lernen. Das Land soll Geld für neue Technik und für die Gebäude geben. Alte Kultur-Schätze sollen digital gesichert werden.

Leitbild ist das Konzept des „Dritten Ortes“, eines Treffpunkts für soziale, kulturelle und digitale Teilhabe. Bei Sanierungen soll der Klimaschutz besonders zählen, familienfreundliche Angebote sollen wachsen. Die Landesbibliothek soll sich stärker öffnen und Kompetenzzentrum für Digitalisierung und Kultur werden. Der Digitale Masterplan Kultur wird fortgeschrieben, und die Arbeit an einem digitalen Haus der Landesgeschichte soll weitergehen. Zudem soll ein Selbstbedienungsmodell nach dänischem Vorbild in den Bibliotheken eingeführt werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 79)
„Wir möchten Bibliotheken bei diesem Transformationsprozess unterstützen und wollen eine landesweite Investitionsoffensive zur Förderung der Digitalisierung und einer baulichen Modernisierung starten.“
Seite 79 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Eine landesweite Investitionsoffensive und ein neues Förderprogramm bedeuten mehr öffentliche Investitionen in kulturelle Infrastruktur.

Kunst am Bau und im öffentlichen Raum fördern

Die Grünen wollen Kunst im öffentlichen Raum sichtbarer machen. Dazu soll die Bundesrichtlinie „Kunst am Bau“ fortgeführt und eine Landesrichtlinie für Kunst im öffentlichen Raum neu aufgelegt werden.

Die Grünen wollen mehr Kunst an öffentlichen Orten. Bei öffentlichen Bauten soll ein Teil vom Geld für Kunst sein. Künstler-Häuser sollen weiter Geld bekommen. Werke von Künstlern sollen in Daten-Banken gesichert werden.

Bei öffentlichen Bauten wird nach diesen Richtlinien ein fester Kostenanteil für künstlerische Arbeit reserviert. Künstlerhäuser sollen weiterhin gefördert werden. Um Nachlässe von Künstlerinnen und Künstlern zu sichern, sollen bei Bund und Land Werkdatenbanken entstehen.

Originalzitat anzeigen (Seite 80)
„setzen wir uns für die Weiterführung der Förderrichtlinie des Bundes „Kunst am Bau“ sowie für die Neuauflage der Förderrichtlinie „Kunst im öffentlichen Raum“ auf Landesebene ein“
Seite 80 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Eine neu aufgelegte Landesrichtlinie bindet einen Teil öffentlicher Baukosten für Kunst und erweitert so die staatliche Kulturförderung.

Erinnerungskultur und Gedenkstätten stärken

Die Grünen wollen das Landesgedenkstättenkonzept weiterentwickeln und Gedenkstätten professioneller aufstellen. Neben der NS-Zeit sollen auch rechte Gewalt nach 1945 und die koloniale Vergangenheit des Landes aufgearbeitet werden.

Gedenk-Stätten erinnern an Verbrechen aus der Vergangenheit. Die Grünen wollen diese Orte besser unterstützen. Es soll auch Orte für Opfer von rechter Gewalt geben. Das Land soll seine Rolle im Kolonialismus untersuchen. Alte Denkmale sollen erhalten bleiben.

An der Weiterentwicklung sollen zwei Partner mitwirken: die LAG Gedenkstätten und die Bürgerstiftung Schleswig-Holsteinische Gedenkstätten. Die Verfolgung von Menschen mit dem sogenannten „schwarzen Winkel“ im Nationalsozialismus soll gezielt aufgearbeitet werden. Neustadt wird bei einem Gedenkort zum Untergang der Cap Arcona unterstützt, Mölln und ein örtlicher Verein bei einem Gedenk- und Lernort nahe dem früheren Brandhaus. Die Rolle des Landes und hiesiger Unternehmen im Kolonialismus soll weiter untersucht und die Provenienzforschung gestärkt werden. Beim Denkmalschutz soll die Inventarisierung zügig weitergehen; Barrierefreiheit und energetische Sanierung sollen mit ihm vereinbar sein.

Originalzitat anzeigen (Seite 81)
„das Landesgedenkstättenkonzept weiterentwickeln, um eine stärkere Professionalisierung und institutionelle Verankerung zu erreichen“
Seite 81 im Original

Einordnung

  • Gesellschafteher progressiv

    Die Aufarbeitung von Kolonialismus und rechter Gewalt nach 1945 erweitert die bestehende Erinnerungskultur um Themen, die für eine kritische Auseinandersetzung mit der Vergangenheit stehen.

Medienvielfalt und öffentlich-rechtlichen Rundfunk stärken

Die Grünen wollen die Medienvielfalt im Land stärken, unabhängige Angebote fördern und den öffentlich-rechtlichen Rundfunk auch digital ausbauen. Die Medienanstalt Hamburg/Schleswig-Holstein soll bei der Kontrolle großer Tech-Konzerne gestärkt werden.

Im Land gehören die meisten Zeitungen nur zwei Verlagen. Die Grünen wollen mehr verschiedene Medien. Sie wollen unabhängige Radios und offene Kanäle fördern. Der NDR soll vielfältiger werden und mehr im Internet anbieten.

Das Programm verweist darauf, dass über 80 Prozent der Zeitungen zu zwei Verlagen gehören und die meisten Lokalradios zu einem Unternehmen. Der NDR soll sich diverser aufstellen, der Rundfunkrat vielfältiger zusammengesetzt sein. Bestehende unabhängige Lokalradios und offene Kanäle sollen erhalten, flächendeckend ausgeweitet und mit Schulen vernetzt werden. Die Medienanstalt soll dafür sorgen können, dass Plattformen Hassrede, Sexismus, Rassismus und illegale Inhalte nicht per Algorithmus verbreiten.

Originalzitat anzeigen (Seite 167)
„Wir wollen innovative und unabhängige Medienangebote fördern, die nicht primär ökonomischen Anreizen folgen.“
Seite 167 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Nicht kommerzielle Medien sollen öffentlich gefördert, der öffentlich-rechtliche Rundfunk ausgebaut und Plattformkonzerne stärker kontrolliert werden.

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Alle Programme in Schleswig-Holstein im Vergleich