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Grüne zu Klima und Energie

Aus dem Programm „Wir sind Stadt. Land. Schleswig-Holstein. Programm zur Landtagswahl am 8. Mai 2022“

Landtagswahl Schleswig-Holstein 2022, 8. Mai 2022Original-PDF, 212 SeitenAnalyse vom 3. Oktober 2026

KIZusammenfassungen und Einordnungen auf dieser Seite hat eine KI erstellt. Ein Mensch prüft sie nicht einzeln. Wie sie entstehen

Einordnung beim Thema Klima und Energie

Durchschnitt der Punkte auf dieser Seite. Die Einordnung erstellt eine KI.

Jede Achse misst ein Thema. Ein „links“ oder „rechts“ für alles gibt es hier nicht: Wirtschaft, Gesellschaft, Migration und Sicherheit stehen getrennt. Eingeordnet ist nur, was im Programm steht. So lesen Sie die Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat (-0,9), aus 12 Punkten

    Punkte je Stufe: 0 deutlich mehr Staat, 11 eher mehr Staat, 1 ausgewogen, 0 eher mehr Markt, 0 deutlich mehr Markt

  • Europaeher mehr EU (-1), aus 2 Punkten

    Punkte je Stufe: 0 deutlich mehr EU, 2 eher mehr EU, 0 ausgewogen, 0 eher weniger EU, 0 deutlich weniger EU

  • Klimaeher Klimaschutz zuerst (-1,3), aus 35 Punkten

    Punkte je Stufe: 10 deutlich Klimaschutz zuerst, 25 eher Klimaschutz zuerst, 0 ausgewogen, 0 eher Wachstum zuerst, 0 deutlich Wachstum zuerst

  • Außenpolitikeher Diplomatie zuerst (-1), aus 1 Punkt

    Punkte je Stufe: 0 deutlich Diplomatie zuerst, 1 eher Diplomatie zuerst, 0 ausgewogen, 0 eher Abschreckung zuerst, 0 deutlich Abschreckung zuerst

Die kleinen Säulen unter den Balken zeigen, wie viele Punkte auf jeder der fünf Stufen liegen.

Klimabildung in allen Lehrplänen verankern

Die Grünen wollen 2023 zum Jahr der Klimabildung erklären und eine landesweite Klima-Projektwoche an Kitas und Schulen einführen. Klimabildung soll in sämtlichen Lehrplänen stehen. Das Programm begründet dies damit, dass Wissen und Dialog nötig seien, um die Klimakrise zu verstehen.

Kinder und Jugendliche sollen mehr über das Klima lernen. Im Jahr 2023 soll es eine Klima-Projektwoche an Kitas und Schulen geben. Das Thema Klima soll in allen Lehrplänen stehen. Das gilt auch für Berufs-Schulen.

Die Projektwoche soll gemeinsam mit Wissenschaft, Verbänden und weiteren Beteiligten stattfinden. Schulen sollen ihr Engagement für Klimabildung einfach öffentlich zeigen können. Die Grünen sprechen von einem Recht aller Menschen auf Klimabildung und Bildung für nachhaltige Entwicklung. Letztere soll auch an berufsbildenden Schulen fest verankert werden, wofür das Land Mittel für Nachhaltigkeitsthemen, Schulkonzepte und Lernumgebungen bereitstellen soll.

Originalzitat anzeigen (Seite 34)
„Darüber hinaus werden wir die Klimabildung in allen Lehrplänen an allgemeinbildenden und beruflichen Schulen verankern.“
Seite 34 im Original

Einordnung

  • Klimaeher Klimaschutz zuerst

    Klimaschutz soll als fester Bildungsinhalt in allen Lehrplänen stehen, was ihm im Schulwesen mehr Gewicht gibt als bisher.

Klimakonzept für die Kulturbranche entwickeln

Die Grünen wollen mit privaten und öffentlichen Akteuren ein Konzept erarbeiten, wie die Kultur-, Veranstaltungs- und Filmbranche klimaneutral werden kann. Begründet wird das mit dem Beitrag der Branche zum Ausstoß von Treibhausgasen.

Auch Konzerte, Filme und Feste schaden dem Klima. Die Grünen wollen dafür einen Plan machen. Die Kultur-Branche soll dabei mitarbeiten. Am Ende soll sie dem Klima nicht mehr schaden.

Das Konzept soll zeigen, wie Nachhaltigkeit verbessert und Klimaneutralität erreicht wird. Dazu zählen Empfehlungen, Vorgaben und Unterstützung für nachhaltigere Veranstaltungsformate und Infrastruktur. Es soll der Umsetzung der Klimaziele dienen.

Originalzitat anzeigen (Seite 80)
„Zur Umsetzung der Klimaziele soll daher gemeinsam mit den privaten und öffentlichen Akteur*innen ein Konzept entwickelt werden, wie Nachhaltigkeit verbessert und Klimaneutralität erreicht werden kann.“
Seite 80 im Original

Einordnung

  • Klimaeher Klimaschutz zuerst

    Für eine weitere Branche sollen Empfehlungen und Vorgaben zur Klimaneutralität entstehen, was den Klimaschutz schrittweise ausweitet.

Sportgroßveranstaltungen bis 2030 klimaneutral ausrichten

Die Grünen wollen, dass große Sportveranstaltungen spätestens 2030 klimaneutral und nachhaltig stattfinden. Olympische und Paralympische Spiele im Land soll es nur mit klimafreundlichem Konzept und Bürgerentscheid geben.

Große Sport-Feste sollen dem Klima nicht mehr schaden. Das soll bis zum Jahr 2030 gelten. Besucher sollen ohne Auto anreisen können. Über Olympische Spiele im Land sollen die Menschen selbst abstimmen.

Vorgesehen sind ein professionelles Ressourcen- und Umweltmanagement, eine offen gelegte CO2-Bilanz und der Ausgleich nicht vermeidbarer Emissionen. Dazu zählen erneuerbare Energien, Abfallvermeidung, Recycling sowie regionale, saisonale und faire Produkte. Sportstätten sollen ohne Pkw erreichbar sein, wofür eigene ÖPNV-Angebote entwickelt werden. Bestehende Anlagen haben Vorrang, und die Nachnutzung soll schon bei der Planung geprüft werden. Außerdem sollen Alternativen zu Kunstrasen entwickelt und das Tierwohl im Sport stärker berücksichtigt werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 84)
„Wir wollen erreichen, dass diese Veranstaltungen bis spätestens zum Jahr 2030 klimaneutral und nachhaltig im Sinne der UN-Nachhaltigkeitsziele ausgerichtet werden.“
Seite 84 im Original

Einordnung

  • Klimaeher Klimaschutz zuerst

    Für Sportgroßveranstaltungen sollen neue Klimavorgaben mit Zieljahr 2030, CO2-Bilanz und Kompensation gelten, was den Klimaschutz in einem begrenzten Bereich verschärft.

Nachhaltigkeits-Rat beim Landtag einrichten

Die Grünen wollen beim Landtag einen wissenschaftlichen Nachhaltigkeits-Rat schaffen. Er soll beobachten, wie das Land bei seinen Klima- und Nachhaltigkeitszielen vorankommt, und Vorschläge machen, wenn es im Rückstand ist. Der bestehende Nachhaltigkeitscheck soll auch für Initiativen des Parlaments gelten.

Die Grünen wollen einen Rat für Nachhaltigkeit beim Landtag. In dem Rat sitzen Fachleute aus der Wissenschaft. Sie prüfen, ob das Land seine Klima-Ziele erreicht. Sie machen Vorschläge, wenn das Land zu langsam ist.

Leitlinie sind die 17 Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen (SDGs). Der bereits für Beschlüsse der Landesregierung eingeführte Nachhaltigkeitscheck soll vollständig angewendet und auf Vorhaben des Landtags ausgedehnt werden. Der Rat soll als zentrales Beratungsgremium Informationen bündeln, veröffentlichen und dem Landtag regelmäßig berichten. Jeder Bericht soll im Parlament debattiert werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 91)
„Deshalb wollen wir beim Landtag einen Nachhaltigkeits-Rat als wissenschaftliches Expert*innengremium für nachhaltige Entwicklung etablieren.“
Seite 91 im Original

Einordnung

  • Klimaeher Klimaschutz zuerst

    Ein neues Beratungsgremium und ein ausgeweiteter Nachhaltigkeitscheck sollen die Einhaltung der Klimaziele stärker kontrollieren, was den Klimaschutz schrittweise stärkt.

Schleswig-Holstein bis 2035 klimaneutral machen

Die Grünen wollen, dass Schleswig-Holstein spätestens 2035 klimaneutral ist, also früher als das Bundesrecht es vorsieht. Klima- und Artenschutz sollen bei politischen Abwägungen Vorrang bekommen. Ein festes CO2-Restbudget soll Maßstab der gesamten Landespolitik werden.

Die Grünen wollen: Schleswig-Holstein soll bis 2035 klimaneutral sein. Klimaneutral heißt: Das Land schadet dem Klima nicht mehr. Klima-Schutz und Arten-Schutz sollen bei Entscheidungen Vorrang haben. Das Land soll nur noch eine feste Menge CO2 ausstoßen dürfen.

Der wichtigste Beitrag des Landes soll der Ausbau der erneuerbaren Energien sein. Das Programm will ein Restbudget von 147 Millionen Tonnen CO2 ab 2020 festschreiben, das sich rechnerisch aus dem 1,5-Grad-Ziel ergibt. Die Entwicklung soll regelmäßig an diesem Budget gemessen und die Maßnahmen sollen entsprechend nachgeschärft werden. Zusätzlich ist eine weitere Treibhausgasbilanz geplant, die die Klimawirkung über 20 Jahre und importbedingte Emissionen zumindest schätzt.

Originalzitat anzeigen (Seite 92)
„Im Land werden wir alles dafür tun, um als Bundesland schon früher als im Bundesklimaschutzgesetz vorgesehen klimaneutral zu werden – bis spätestens zum Jahr 2035.“
Seite 92 im Original

Einordnung

  • Klimadeutlich Klimaschutz zuerst

    Das Ziel der Klimaneutralität wird gegenüber dem Bundesrecht (2045) um zehn Jahre vorgezogen und Klimaschutz erhält Vorrang bei Abwägungen, was ein deutlich strengeres Klimaziel bedeutet.

Klimaschutz in der Landesverfassung verankern

Die Grünen wollen Klimaschutz als öffentliches Interesse festlegen und als Ziel in die Verfassung des Landes schreiben. Das Programm begründet dies damit, allen Generationen eine lebenswerte Zukunft zu sichern.

Die Grünen wollen den Klima-Schutz in die Landes-Verfassung schreiben. Die Verfassung ist das wichtigste Gesetz des Landes. Klima-Schutz soll als Interesse aller gelten. So sollen auch spätere Generationen gut leben können.

Klimaschutz soll rechtlich als öffentliches Interesse gelten. Zusätzlich soll er als Ziel in der Landesverfassung stehen. Als Grund nennt das Programm die Zukunft aller Generationen.

Originalzitat anzeigen (Seite 92)
„Wir wollen den Klimaschutz als öffentliches Interesse definieren und als Ziel in der Landesverfassung verankern.“
Seite 92 im Original

Einordnung

  • Klimaeher Klimaschutz zuerst

    Ein Verfassungsziel und der Status als öffentliches Interesse geben dem Klimaschutz mehr rechtliches Gewicht, ohne selbst neue Vorgaben oder Verbote zu schaffen.

Klimaschädliche Landessubventionen beenden

Die Grünen wollen sämtliche Förderprogramme des Landes daraufhin überprüfen, ob sie zum Klimaschutz passen. Subventionen des Landes, die dem Klima schaden, sollen enden. Außerdem sollen Landesentwicklungsplan und Regionalpläne schneller angepasst werden können.

Die Grünen wollen alle Förder-Gelder des Landes prüfen. Geld für klima-schädliche Dinge soll es nicht mehr geben. Auch die Pläne für die Entwicklung des Landes sollen sich schneller ändern lassen.

Die Prüfung betrifft alle Landesförderungen. Der Landesentwicklungsplan und die Regionalpläne setzen den langfristigen Rahmen für das Land. Wegen des erwarteten Umbaus von Wirtschaft und Gesellschaft will das Programm Verfahren schaffen, um diese Pläne zeitnah zu bewerten und zu ändern.

Originalzitat anzeigen (Seite 92)
„Wir werden alle Landesförderungen auf ihre Vereinbarkeit mit dem Klimaschutz prüfen und klimaschädliche Subventionen auf Landesebene stoppen.“
Seite 92 im Original

Einordnung

  • Klimaeher Klimaschutz zuerst

    Landesförderungen sollen am Klimaschutz gemessen und klimaschädliche Subventionen gestrichen werden, was dem Klimaschutz Vorrang vor bisherigen Förderzwecken gibt.

Landesverwaltung schneller klimaneutral machen

Die Grünen wollen, dass die Landesverwaltung beim Klimaschutz Vorbild ist. Gebäude des Landes sollen schon 2035 statt 2040 ohne Emissionen mit Wärme und Strom versorgt werden. Die Fahrzeuge der Verwaltung sollen bis 2030 emissionsfrei fahren.

Die Grünen wollen: Die Verwaltung des Landes soll Vorbild beim Klima-Schutz sein. Ihre Gebäude sollen ab 2035 Wärme und Strom ohne Abgase bekommen. Bisher war 2040 geplant. Die Autos der Verwaltung sollen bis 2030 ohne Abgase fahren.

Erneuerbare Energie und Photovoltaik sollen auch bei bestehenden Landesgebäuden Standard werden, nicht nur bei Neubau und Sanierung. Das Sanierungsprogramm EMiL soll umgesetzt und finanziell abgesichert werden, Bauverwaltung und Gebäudemanagement sollen entsprechend ausgestattet werden. Beim Bauen sollen nachwachsende, recycelte oder recyclingfähige Materialien zunehmend eingesetzt werden. Für die Fahrzeugflotte, mit Ausnahme einiger Sonderfahrzeuge, sind ein Umsetzungskonzept und mehr Ladeinfrastruktur vorgesehen.

Originalzitat anzeigen (Seite 94)
„Wir haben schon jetzt beschlossen, dass die Wärme- und Stromversorgung der Landesliegenschaften bis 2040 emissionsfrei erfolgen soll. Dieses Vorhaben wollen wir auf 2035 vorziehen.“
Seite 94 im Original

Einordnung

  • Klimaeher Klimaschutz zuerst

    Ein bestehendes Klimaziel für Landesgebäude wird um fünf Jahre vorgezogen und um Vorgaben für Bestand und Fuhrpark ergänzt, was den geltenden Kurs verschärft.

Klimapartnerschaften mit dem globalen Süden aufbauen

Die Grünen wollen Klimapartnerschaften zwischen Kommunen in Schleswig-Holstein und Kommunen im globalen Süden anstoßen und dafür Mittel bereitstellen. Auch das Land selbst soll eine Partnerschaft mit einem anderen Land eingehen. Ein Landesfonds soll die Projekte finanzieren.

Die Grünen wollen Klima-Partnerschaften mit ärmeren Ländern. Städte und Gemeinden aus Schleswig-Holstein arbeiten dann mit Orten dort zusammen. Auch das Land soll einen Partner bekommen. Ein Fonds des Landes soll die Projekte bezahlen.

In den langfristigen Partnerschaften sollen Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft gemeinsame Handlungsprogramme erarbeiten und die Umsetzung fachlich begleiten. Mögliche Felder sind unter anderem erneuerbare Energien, Moorschutz, ökologische Landwirtschaft, Abfallmanagement und Klimaanpassung. Der Fonds soll auch privaten Beteiligten offenstehen. Aus Sicht des Programms verfestigt klassische Entwicklungshilfe oft Strukturen zum Nachteil des globalen Südens. Auf Bundesebene hält das Programm eine Entwicklungsstrategie für globale Klimagerechtigkeit für nötig.

Originalzitat anzeigen (Seite 96)
„Wir wollen Entwicklungspartner*innenschaften auf Augenhöhe führen. Entsprechende Projekte sollen durch einen Landesfonds ermöglicht werden.“
Seite 96 im Original

Einordnung

  • Klimaeher Klimaschutz zuerst

    Das Land soll zusätzlich zu eigenen Zielen Klimaschutzprojekte im Ausland finanzieren und fachlich begleiten, was den Klimaschutz schrittweise ausweitet.

  • Außenpolitikeher Diplomatie zuerst

    Ein neuer Landesfonds und kommunale Partnerschaften bauen die Entwicklungszusammenarbeit aus, was dem Pol der Diplomatie und Kooperation entspricht.

Schifffahrt in den Emissionshandel einbeziehen

Die Grünen fordern, dass die Schifffahrt künftig am Emissionshandel teilnimmt. Ein EU-Innovationsfonds soll die Kosten neuer Antriebe abfedern, und auf europäischer Ebene soll ein Plan für den Umstieg auf emissionsfreie Schifffahrt entstehen.

Schiffe stoßen Abgase aus. Die Grünen wollen, dass Schiffe dafür zahlen müssen. Das nennt man Emissions-Handel. Ein Fonds der EU soll bei neuen Antrieben helfen. Die EU soll einen Plan für saubere Schiffe machen.

Der Emissionshandel soll auf Schiffe ausgedehnt werden; in diesem System braucht Zertifikate, wer Treibhausgase ausstößt. Ein Innovationsfonds der EU soll Mehrkosten für neuartige Antriebe und Projekte zur emissionsfreien Schifffahrt ausgleichen. Auch die Umrüstung von Fischereifahrzeugen soll daraus bezahlt werden können. Zusätzlich verlangt das Programm einen verlässlichen europäischen Umstiegsplan, der auf wasserstoffbasierte Kraftstoffe oder Alternativen wie Windkraft setzt.

Originalzitat anzeigen (Seite 108)
„Wir fordern, dass die Schifffahrt in den Emissionshandel einbezogen wird und Unterstützung erfährt durch einen EU-Innovationsfonds“
Seite 108 im Original

Einordnung

  • Europaeher mehr EU

    Der EU-Emissionshandel soll ausgeweitet und ein EU-Fonds sowie ein europäischer Umstiegsplan genutzt werden, also mehr gemeinsame EU-Politik.

  • Klimaeher Klimaschutz zuerst

    Ein bisher nicht erfasster Sektor soll einen CO2-Preis bekommen, was die Klimavorgaben innerhalb des bestehenden Systems ausweitet.

Küstenschutz und Niederungen an Klimafolgen anpassen

Die Grünen wollen den Generalplan Küstenschutz fortschreiben und eine Strategie „Niederungen 2100“ erarbeiten. In überflutungsgefährdeten Gebieten soll möglichst nicht mehr gebaut werden. Begründet wird das mit steigendem Meeresspiegel und Extremwetter.

Das Meer steigt und es gibt mehr Sturmfluten. Die Grünen wollen die Küsten besser schützen. Für tief liegende Gebiete soll es einen neuen Plan geben. Wo Wasser hinkommen kann, soll man nicht mehr bauen.

Der fortgeschriebene Generalplan soll neue Ansätze und Maßnahmen für Nordsee, Ostsee und Unterelbe enthalten. Die Strategie „Niederungen 2100“ soll gemeinsam mit Betroffenen Lösungen für Infrastruktur, Siedlungen und Flächennutzung entwickeln und knüpft an „Wattenmeer 2100“ und „Ostseeküste 2100“ an. Gefährdete Bereiche sollen unbebaut bleiben oder Häuser auf Warften errichtet werden; Kommunen sollen verstärkte Promenaden oder Fluttore planen. Überflutungsräume sollen ohne Pestizide und Dünger bewirtschaftet werden. Das Programm betont, Klimaschutz sei wirksamer und günstiger als Anpassung.

Originalzitat anzeigen (Seite 109)
„Wir werden im Rahmen der Fortschreibung des Generalplans Küstenschutz neue Wege ausloten und mit erforderlichen Maßnahmen an Nord- und Ostsee sowie der Unterelbe hinterlegen.“
Seite 109 im Original

Einordnung

  • Klimaeher Klimaschutz zuerst

    Klimafolgen sollen mit Baubeschränkungen und Auflagen für Flächen beantwortet werden, wobei das Programm Klimaschutz als vorrangig bezeichnet.

Städte begrünen und Hitzeschutzplan auflegen

Die Grünen wollen Städte über ein Landesprogramm an das veränderte Klima anpassen, etwa durch begrünte Fassaden und entsiegelte Böden. Hinzu kommen ein Beratungsangebot für Kommunen und ein Landesaktionsplan Hitzeschutz.

Die Grünen wollen mehr Grün in den Städten. Hauswände sollen bepflanzt werden. Der Boden soll mehr Regen aufnehmen können. Das schützt bei starkem Regen. Ein Plan soll die Menschen vor großer Hitze schützen.

Das Landesprogramm zur Begrünung und Klimaanpassung soll Fassadenbegrünung, artenreich bepflanzte Grünflächen und das Schwammstadt-Konzept fördern. Dabei nehmen entsiegelte Böden mehr Wasser auf, was vor Starkregen schützen soll. Zusammen mit den Kommunen soll eine Beratung entstehen, die auf regionale Besonderheiten eingeht. Ein Landesaktionsplan Hitzeschutz soll Maßnahmen gegen die Folgen sehr hoher Temperaturen fördern.

Originalzitat anzeigen (Seite 110)
„Das Programm soll Maßnahmen zur Begrünung von Fassaden beinhalten, mit vielfältigen Arten bepflanzte Grünflächen und das Konzept einer Schwammstadt fördern“
Seite 110 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Das Land soll zusätzliche Förderprogramme und Beratungsangebote finanzieren, also mehr öffentliche Leistungen.

  • Klimaeher Klimaschutz zuerst

    Neue Landesprogramme zur Klimaanpassung der Städte bauen die Klimapolitik schrittweise aus.

Schneller aus Kohle und fossilen Energien aussteigen

Die Grünen wollen den Ausstieg aus Kohlestrom und anderen fossilen Energieträgern beschleunigen. Schleswig-Holstein soll dafür mehr zur deutschen Energieversorgung beitragen, als es seinem Anteil entspricht, und Stromnetze sowie Speicher vorausschauend ausbauen.

Die Grünen wollen schneller weg von Kohle, Öl und Gas. Schleswig-Holstein soll besonders viel grünen Strom für Deutschland liefern. Dafür braucht es mehr Strom-Leitungen und Speicher. Die Natur soll dabei geschützt bleiben.

Das Programm sieht die Energiewende als Schlüssel zur Klimaneutralität und als wirtschaftliche Chance, vor allem für ländliche Räume. Das Land soll wegen seiner guten Bedingungen für Wind, Sonne, Biomasse und Erdwärme einen überdurchschnittlichen Anteil an der Energieversorgung Deutschlands übernehmen. Netze und Speicher sollen bedarfsgerecht und vorausschauend wachsen. Der Ausbau soll mit dem Schutz bedrohter Arten und Ökosysteme verbunden werden, etwa durch technische Lösungen für Großvögel und Fledermäuse.

Originalzitat anzeigen (Seite 123)
„Unser Ziel ist ein schnellerer Ausstieg aus der Kohleverstromung und anderen fossilen Quellen.“
Seite 123 im Original

Einordnung

  • Klimadeutlich Klimaschutz zuerst

    Der Kohleausstieg soll gegenüber dem geltenden Fahrplan vorgezogen werden, was Klimaschutz klar den Vorrang gibt.

Höhere Ausbauziele für Ökostrom gesetzlich festschreiben

Die Grünen wollen das Ziel für erneuerbaren Strom an Land bis 2030 auf 45 bis 50 Terawattstunden anheben. Bis 2040 soll der gesamte Energiebedarf des Landes für Strom, Wärme und Verkehr aus erneuerbaren Quellen stammen. Die Ziele sollen im Energiewende- und Klimaschutzgesetz des Landes stehen.

Die Grünen wollen viel mehr grünen Strom im Land erzeugen. Bis 2030 sollen es 45 bis 50 Terawatt-Stunden sein. Das ist eine Maß-Einheit für sehr viel Strom. Bis 2040 soll alle Energie im Land erneuerbar sein. Diese Ziele sollen in einem Gesetz stehen.

Obwohl das Land nur 4,4 Prozent der deutschen Fläche ausmacht, soll es 2030 beim an Land erzeugten Ökostrom einen Anteil von mindestens 10 Prozent liefern. Für 2040 nennt das Programm mindestens 90 Terawattstunden aus erneuerbaren Energien an Land. Im Landesgesetz sollen auch Zwischenziele verankert werden. Die Grünen verweisen darauf, dass dafür passende Regeln des Bundes und eine faire Aufgabenteilung zwischen den Bundesländern nötig sind.

Originalzitat anzeigen (Seite 124)
„Bis 2040 wollen wir den gesamten Primärenergiebedarf des Landes über alle Sektoren (Strom, Wärme und Verkehr) hinweg vollständig regenerativ decken“
Seite 124 im Original

Einordnung

  • Klimadeutlich Klimaschutz zuerst

    Eine vollständig erneuerbare Energieversorgung bis 2040 mit gesetzlich fixierten Zielen geht deutlich über die bestehenden Vorgaben hinaus.

Bürgerenergie und Beteiligung an der Energiewende stärken

Die Grünen wollen, dass möglichst viele Menschen im Land von der Energiewende profitieren. Dazu soll der Bürgerenergiefonds wachsen, und Wind- und Solarparks in Bürgerhand sollen Hilfe bei Finanzierung und Genehmigung bekommen. Das soll nach dem Programm Wertschöpfung vor Ort und Zustimmung schaffen.

Die Grünen wollen, dass Bürger bei der Energiewende mitmachen können. Bürger sollen eigene Wind-Parks und Solar-Parks leichter bauen können. Dafür gibt es einen Fonds vom Land. Dieser Fonds soll größer werden. Auch Mieter sollen leichter eigenen Solar-Strom nutzen können.

Bürgerwind- und Bürgersolarparks sollen beim Zugang zu Krediten und bei Genehmigungsanträgen unterstützt werden. Im Bund wollen sich die Grünen dafür einsetzen, Mieterstrommodelle und Genossenschaftsprojekte zu vereinfachen und Bürokratie für sehr kleine Solaranlagen abzubauen. Anwohner von Wind- und Solarparks sollen leichter kleine Eigentumsanteile erwerben können. Das Programm verweist auf die frühe Bürgerbeteiligung beim Netzausbau als Vorbild.

Originalzitat anzeigen (Seite 124)
„Dafür haben wir einen Bürgerenergiefonds eingerichtet. Diesen wollen wir nun ausweiten und stärken.“
Seite 124 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Ein größerer öffentlicher Fonds und staatliche Hilfe für Bürger- und Genossenschaftsprojekte bedeuten mehr öffentliche Förderung.

  • Klimaeher Klimaschutz zuerst

    Mehr Bürgerbeteiligung soll den Ausbau der Erneuerbaren beschleunigen und stützt damit den Klimaschutz schrittweise.

Kommunalen Klimaschutz und lokale Energieprojekte fördern

Die Grünen wollen Kommunen beim Aufbau eigener Strukturen für den Klimaschutz unterstützen. Außerdem sollen mehr Modellprojekte möglich werden, bei denen Kommunen oder Bürgergenossenschaften selbst Strom und Wärme liefern.

Die Grünen wollen Städten und Gemeinden beim Klima-Schutz helfen. Es soll dort Klima-Büros und Klima-Beauftragte geben. Gemeinden und Bürger-Gruppen sollen selbst Strom und Wärme anbieten können. Ein neuer Preis soll gute Ideen zum Schutz der Natur ehren.

Gefördert werden sollen Klimabüros, Klimaschutzbeauftragte, ehrenamtliche Klima-Scouts und Klimabeiräte. Kommunen und Bürgergenossenschaften soll der Einstieg in die Strom- und Wärmeversorgung leichter fallen, einschließlich Speichern und Schnellladepunkten für Elektroautos. Das Programm begründet dies damit, dass Teilhabe die Akzeptanz und die Bereitschaft zu investieren erhöht. Zusätzlich soll ein Landespreis für Ressourcenschutz Projekte und Ideen auszeichnen.

Originalzitat anzeigen (Seite 125)
„Wir werden Städte, Kommunen und Gemeinden beim Aufbau von Klimabüros, Klimaschutzbeauftragte, ehrenamtliche Klima-Scouts oder Klimabeiräte unterstützen.“
Seite 125 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Kommunen und Genossenschaften sollen stärker selbst Energie anbieten, was die öffentliche und gemeinschaftliche Versorgung ausweitet.

  • Klimaeher Klimaschutz zuerst

    Zusätzliche Klimaschutzstrukturen in den Kommunen bauen den bestehenden Klimaschutz schrittweise aus.

Windkraft an Land auf 15 Gigawatt ausbauen

Die Grünen wollen die Windenergie an Land über die bisher vereinbarten 10 Gigawatt hinaus ausbauen, mit 15 Gigawatt als nächstem Zwischenziel. Dafür sollen neue Flächen gefunden und zusätzliche Vorranggebiete ausgewiesen werden.

Die Grünen wollen mehr Wind-Räder an Land. Bisher ist das Ziel 10 Gigawatt Leistung. Das neue Ziel ist 15 Gigawatt. Dafür sucht das Land neue Flächen. Auch einzelne Wind-Räder und sehr kleine Wind-Parks sollen möglich sein.

Vorhandene Flächen sollen besser genutzt werden; in Regionen mit wenigen Anlagen sollen auch Kleinstparks und einzelne Windräder erlaubt sein. Die Überprüfung der Regionalplanung soll bis September fertig sein und die neue Ausweisung noch 2022 beginnen, damit die Gebiete vor dem bundesweiten Kohleausstieg bereitstehen. Abstände sollen sich nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz richten, und ein Flächenscreening soll weitere Standorte finden. Der naturverträgliche Windausbau soll gesetzlich als öffentliches Interesse anerkannt werden; Ausnahmen vom Artenschutz bleiben Einzelfälle.

Originalzitat anzeigen (Seite 125)
„einen deutlichen Ausbau der Windenergie an Land über die bereits vereinbarten 10 Gigawatt hinaus sicherstellen, unser nächstes Zwischenziel sind 15 Gigawatt“
Seite 125 im Original

Einordnung

  • Klimadeutlich Klimaschutz zuerst

    Das Ausbauziel steigt von 10 auf 15 Gigawatt, also um die Hälfte, und stellt den Klimaschutz klar in den Vordergrund.

Windkraft-Genehmigungen beschleunigen und Repowering erleichtern

Die Grünen wollen Genehmigungen für Windräder schneller machen und den Austausch alter Anlagen durch neue (Repowering) erleichtern. Technik wie Kollisionswarnsysteme soll Windkraft und Artenschutz besser vereinbar machen.

Die Grünen wollen, dass Wind-Räder schneller genehmigt werden. Die Behörden sollen mehr Personal bekommen. Alte Wind-Räder sollen leichter durch neue ersetzt werden. Technik soll Vögel vor den Wind-Rädern schützen.

Die Genehmigungsbehörden sollen verstärkt werden, Genehmigungen sollen nicht mehr an einen bestimmten Anlagentyp gebunden sein, und Verfahren sollen digital und auf Landesebene gebündelt laufen. Bestehende Anlagen sollen so lange wie technisch möglich weiterlaufen; für Repowering an akzeptierten Standorten ist eine Landesstrategie geplant. Geprüft wird eine Förderung von Antikollisionssystemen, weil diese kleine Bürgerprojekte finanziell belasten können, und die Forschung dazu an Hochschulen soll gefördert werden. Auch neue Speicher, Höhenwind und virtuelle Kraftwerke will die Partei unterstützen.

Originalzitat anzeigen (Seite 126)
„Wir werden unsere Genehmigungsbehörden weiter verstärken und typenunabhängige Genehmigungen einführen.“
Seite 126 im Original

Einordnung

  • Klimaeher Klimaschutz zuerst

    Schnellere Verfahren und leichteres Repowering beschleunigen den Ausbau der Windkraft innerhalb des bestehenden Systems.

Solarpflicht für Neubauten einführen

Die Grünen wollen, dass jedes geeignete Dach im Land eine Solaranlage bekommt. Für alle Neubauten soll eine Solarpflicht kommen; bestehende Gebäude sollen bei Eigentümerwechsel oder größerer Dachsanierung nachgerüstet werden.

Die Grünen wollen Solar-Anlagen auf allen passenden Dächern. Wer neu baut, muss eine Solar-Anlage aufs Dach setzen. Alte Häuser sollen bei Verkauf oder neuer Dach-Sanierung eine Anlage bekommen. Menschen mit wenig Geld sollen dabei Hilfe bekommen. Auch Solar-Anlagen am Balkon will die Partei stärker fördern.

Ein landesweites Solardachkataster soll öffentlich zeigen, welche Dächer sich eignen. Land und Kommunen sollen mit eigenen Dächern vorangehen. Für Bestandsgebäude ist eine Mischung aus Förderung und Pflichten vorgesehen, die Härten für Menschen mit wenig Geld vermeiden soll. Bei Baudenkmälern sollen Verordnungen die Genehmigung energetischer Sanierungen erleichtern. Überschüssiger Solarstrom soll möglichst vor Ort genutzt werden, etwa mit Wärmepumpen, und Balkon- sowie Fassadenanlagen sollen mehr Förderung erhalten.

Originalzitat anzeigen (Seite 127)
„Zusätzlich werden wir eine Solar-Pflicht für alle Gebäude, die neu gebaut werden, auf den Weg bringen.“
Seite 127 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Neue Bauvorgaben und zusätzliche Förderung bedeuten mehr staatliche Regulierung und öffentliche Mittel.

  • Klimadeutlich Klimaschutz zuerst

    Eine neue Solarpflicht für alle Neubauten und Nachrüstvorgaben im Bestand schaffen Pflichten zugunsten des Klimaschutzes, die es bisher so nicht gibt.

Freiflächen-Solar kommunal planen und naturverträglich gestalten

Die Grünen halten Solaranlagen auf freien Flächen für nötig und wollen die Auswahl der Flächen bei den Kommunen belassen. Die Anlagen sollen zugleich Lebensräume für Tiere und Pflanzen bieten und mit Landwirtschaft kombiniert werden können.

Die Grünen wollen auch Solar-Anlagen auf freien Flächen. Die Gemeinden sollen weiter selbst über die Flächen entscheiden. Unter den Anlagen sollen Tiere und Pflanzen leben können. Auf manchen Flächen sollen Bauern zugleich Pflanzen anbauen oder Schafe halten.

Statt einer Landesplanung sollen Kommunen und Projektentwickler Leitfäden für gute Praxis erhalten. Bei der Planung sollen Biotopverbünde entstehen, also vernetzte Lebensräume unter Photovoltaik- und Solarthermieanlagen. Agrarphotovoltaik soll Stromerzeugung mit Pflanzenanbau oder Tierhaltung verbinden, etwa mit Schafen. Anlagen sollen gezielt auf belasteten Flächen stehen, zum Beispiel an Stromtrassen, Autobahnen oder früheren Maisäckern.

Originalzitat anzeigen (Seite 127)
„Eine Flächenplanung auf Landesebene für Solarenergie wollen wir deshalb nicht einführen.“
Seite 127 im Original

Einordnung

  • Klimaeher Klimaschutz zuerst

    Der Ausbau von Freiflächen-Solar wird unterstützt, bleibt aber im bestehenden kommunalen Planungssystem.

Bioenergie auf Reststoffe und Gülle umstellen

Die Grünen wollen Biogasanlagen vom Maisanbau auf Reststoffe, Gülle und Blühstreifen umstellen. Die Anlagen sollen vor allem Schwankungen bei Wind- und Solarstrom ausgleichen. Frei werdende Maisflächen könnten nach dem Programm für Solarenergie, Biolandbau, Artenvielfalt oder Wald genutzt werden.

Biogas-Anlagen brauchen heute viel Mais. Die Grünen wollen das ändern. Die Anlagen sollen Gülle und Reste nutzen. Sie sollen Strom liefern, wenn Wind und Sonne fehlen. Auf den Mais-Feldern kann dann anderes entstehen.

Bis 2030 sollen aus Reststoffen 5 Terawattstunden erneuerbare Wärme und Kraftstoffe kommen. Die Abwärme der Anlagen soll Nahwärmenetze speisen oder der Industrie als erneuerbare Kohlenstoffquelle dienen. Im Bund wollen sich die Grünen für passende Regeln einsetzen. Pilotprojekte zur stofflichen Nutzung von Reststoffen sollen vorankommen, und das Land soll sich zu einem Standort der Bioökonomie entwickeln.

Originalzitat anzeigen (Seite 128)
„Wir wollen die Bioenergie zu einem innovativen und ökologisch wertvollen Bestandteil der Energiewende und des Klimaschutzes weiterentwickeln.“
Seite 128 im Original

Einordnung

  • Klimaeher Klimaschutz zuerst

    Die Umstellung der Biogasanlagen und ein Reststoff-Ziel bis 2030 entwickeln die erneuerbare Energieerzeugung schrittweise weiter.

Stromnetze schneller und im Dialog ausbauen

Die Grünen halten den Aus- und Neubau von Stromleitungen für unverzichtbar, um die Klimaziele zu erreichen. Alle Bundesländer sollen den Netzausbau beschleunigen; Belastungen für Anwohner und Natur sollen durch Transparenz und Dialog gering bleiben.

Grüner Strom muss dorthin kommen, wo Menschen ihn brauchen. Dafür wollen die Grünen mehr Strom-Leitungen bauen. Alle Bundesländer sollen dabei schneller werden. Die Partei will mit den Anwohnern offen reden. Das Wattenmeer soll geschont werden.

Leitungen von Windparks auf See, die im Land ankommen, sollen möglichst mit vorhandener Infrastruktur gebündelt werden, um den Nationalpark Wattenmeer zu schonen. Das Programm sieht Stromnetze als Standortfaktor, weil sich Unternehmen dort ansiedeln, wo erneuerbare Energie sicher verfügbar ist. Eine integrierte Netzplanung soll die Infrastrukturachsen weiterentwickeln. Die Grünen wollen den Bund bei der Netzentwicklungsplanung unterstützen und die Verfahren zur Bedarfsermittlung weiterentwickeln.

Originalzitat anzeigen (Seite 129)
„Deshalb müssen alle Bundesländer ihrer Verantwortung nachkommen und den Netzausbau deutlich beschleunigen.“
Seite 129 im Original

Einordnung

  • Klimaeher Klimaschutz zuerst

    Ein schnellerer Netzausbau soll die Nutzung erneuerbaren Stroms ermöglichen und beschleunigt damit die Energiewende.

Land zum Drehkreuz für grünen Wasserstoff machen

Die Grünen wollen Schleswig-Holstein zu einem zentralen Standort für Erzeugung, Import und Handel von grünem Wasserstoff in Nordeuropa entwickeln. Wasserstoff soll gezielt dort eingesetzt werden, wo andere erneuerbare Energien nicht direkt nutzbar sind, etwa in der Industrie und im Schwerlast-, Schiffs- und Flugverkehr.

Grüner Wasserstoff ist ein Gas aus grünem Strom. Die Grünen wollen viel davon im Land herstellen und handeln. Fabriken, Schiffe, Flugzeuge und schwere Lkw sollen ihn nutzen. Das Land soll Fabriken beim Umstieg mit Geld helfen.

Die Wasserstoffstrategie des Landes soll fortgeschrieben und um eine Import- und Exportstrategie ergänzt werden. Industriebetriebe sollen beim Wechsel von fossilen Energieträgern weiter gefördert werden, Kommunen beim Aufbau von Wasserstoffinfrastruktur für neue Industrieansiedlungen. Wasserstoff soll auch als Speicher für überschüssigen Wind- und Solarstrom dienen, und die Abwärme der Elektrolyse soll Wärmenetze versorgen. Erzeuger und große Verbraucher im Land sollen Zugang zum europäischen Markt erhalten; die Projekte Aquaventus, Hyscale100 und Hyperlink werden unterstützt, sofern sie auf erneuerbar erzeugten Wasserstoff ausgerichtet sind.

Originalzitat anzeigen (Seite 129)
„Diesen Erfolg werden wir in den nächsten Jahren fortsetzen und Schleswig-Holstein zu dem Handelskreuz für grünen Wasserstoff in Nordeuropa machen.“
Seite 129 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Der Staat soll Industriebetriebe und Kommunen beim Umstieg fördern, also mit öffentlichen Mitteln aktiv Industriepolitik betreiben.

  • Klimaeher Klimaschutz zuerst

    Der Ausbau von grünem Wasserstoff als Ersatz für fossile Energieträger treibt den Klimaschutz in Industrie und Verkehr schrittweise voran.

Eigene Wasserstoff-Infrastruktur im Land aufbauen

Die Grünen wollen für den Transport von Wasserstoff ein eigenes Netz schaffen. Dazu sollen Erdgasleitungen, Speicher und Verbrauchsanlagen umgerüstet oder durch neue ersetzt werden. Ein einheitlicher Standard „H2-ready“ soll festlegen, wann Anlagen sofort mit reinem grünem Wasserstoff laufen können.

Wasserstoff braucht eigene Leitungen und Speicher. Die Grünen wollen dafür alte Erdgas-Leitungen umbauen oder neue bauen. Anlagen für Wasserstoff sollen im Norden stehen. Es soll eine klare Regel geben, wann eine Anlage für Wasserstoff bereit ist.

Zusammen mit den norddeutschen Ländern und dem Bund soll eine integrierte Infrastrukturplanung mit einheitlicher Regulierung, Codes und Standards entstehen. Im Bund wollen die Grünen erreichen, dass Elektrolyseanlagen im Norden angesiedelt werden, damit weniger zusätzliche Stromleitungen nötig sind. Der Standard „H2-ready“ soll verlangen, dass Infrastruktur oder Kraftwerke ohne teure Umbauten auf 100 Prozent grünen Wasserstoff umstellbar sind. Das Programm erwartet davon Arbeitsplätze, etwa in Planung, Fertigung, Rohrleitungs- und Stahlbau sowie Wartung.

Originalzitat anzeigen (Seite 130)
„Hierfür werden wir die bestehende Erdgasinfrastruktur für Wasserstoff umrüsten oder durch neue Wasserstoff-Infrastruktur ersetzen.“
Seite 130 im Original

Einordnung

  • Klimaeher Klimaschutz zuerst

    Die Umrüstung der Erdgasinfrastruktur auf Wasserstoff und ein strenger H2-ready-Standard unterstützen die Abkehr von fossilem Gas.

Wärmewende mit mehr Gebäudesanierung sozial gestalten

Die Grünen wollen beim Anteil erneuerbarer Wärme das Bundesziel von 50 Prozent bis 2030 deutlich übertreffen. Jährlich sollen etwa 4 Prozent der Gebäude energetisch saniert werden. Mieterschutz und gezielte Förderung sollen verhindern, dass Menschen dadurch in soziale Not geraten.

Heizen verbraucht die Hälfte der Energie im Land. Die Grünen wollen mehr Wärme aus erneuerbaren Quellen. Jedes Jahr sollen etwa 4 von 100 Häusern saniert werden. Das soll auch die Heiz-Kosten senken. Mieter sollen dabei geschützt werden.

Das Programm verlangt umfangreiche Investitionen und Anreize, an denen sich auch das Land beteiligen soll. Mit Handwerk, Hochschulen, Förderbanken und Kammern soll ein Pakt für die Gebäudesanierung geschlossen werden. Energetische Sanierungen sollen steigenden Neben- und Heizkosten entgegenwirken, und das Land soll die Förderung des Bundes mit eigenen Maßnahmen begleiten. Die Wärmewende soll von wirksamem Mieterschutz und gezielter Unterstützung begleitet werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 130)
„Im Gebäudebereich streben wir eine Steigerung der energetischen Sanierungsrate auf etwa 4 Prozent pro Jahr an.“
Seite 130 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Umfangreiche öffentliche Investitionen, Landesförderung und Mieterschutz bedeuten mehr staatliches Engagement.

  • Klimadeutlich Klimaschutz zuerst

    Eine Sanierungsrate von etwa 4 Prozent pro Jahr und ein Übertreffen des Bundesziels für erneuerbare Wärme gehen weit über das heutige Tempo hinaus.

Klimaschutz zur kommunalen Pflichtaufgabe machen

Die Grünen wollen das Energiewende- und Klimaschutzgesetz erneut ändern und Klimaschutz für alle Kommunen zur Pflicht machen. Jede Kommune soll einen Wärmeplan aufstellen müssen. Regionale Klimaschutzagenturen und neue Fonds sollen dabei helfen.

Die Grünen wollen: Alle Städte und Gemeinden müssen das Klima schützen. Jede Gemeinde soll einen Plan für die Wärme-Versorgung machen. Neue Beratungs-Stellen sollen vor allem kleinen Gemeinden helfen. Das Land soll dafür Geld bereitstellen.

Wärmepläne sollen für sämtliche Kommunen verbindlich werden. Im ganzen Land sollen regionale Klimaschutzagenturen entstehen, die besonders kleinere Gemeinden fachlich beraten. Ein Sondervermögen „Klimaneutrale Kommune“ soll Bundesprojekte mitfinanzieren und eine eigene Förderrichtlinie des Landes tragen. Hinzu kommt ein revolvierender Fonds für die kommunalen Klimaschutzmanagerinnen und -manager, der sich aus zurückgezahlten Effizienzgewinnen speist. Vorschriften, die Klimaschutz erschweren, sollen vereinfacht werden, und das Gebäudemanagement des Landes soll sich an den Klimazielen ausrichten.

Originalzitat anzeigen (Seite 131)
„Klimaschutz soll Pflichtaufgabe für alle Kommunen werden.“
Seite 131 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Ein Sondervermögen und weitere öffentliche Fonds sollen den kommunalen Klimaschutz finanzieren, also mehr staatliche Ausgaben.

  • Klimadeutlich Klimaschutz zuerst

    Klimaschutz und Wärmeplanung sollen für alle Kommunen zur Pflicht werden, was es bisher so nicht gibt und dem Klimaschutz Vorrang gibt.

Wärmenetze bis 2035 auf Erneuerbare umstellen

Die Grünen wollen Nah- und Fernwärmenetze bis spätestens 2035 von fossilen Energien lösen. Neubaugebiete sollen in der Regel mit CO2-neutraler Nahwärme geplant werden. Solarthermie und Erdwärme sollen dabei eine große Rolle spielen.

Die Grünen wollen Wärme-Netze ohne Öl, Gas und Kohle. Das soll bis zum Jahr 2035 gelingen. Neue Wohn-Gebiete sollen klimafreundliche Wärme bekommen. Wärme aus Sonne und Erde soll mehr genutzt werden.

Die Wärme- und Kälteplanung in Kommunen und Quartieren soll aktiv unterstützt werden. Für saisonale Wärmespeicher und Solarthermie auf Freiflächen soll ein Rahmen entstehen. Die Nutzung von Geothermie soll gefördert und das Kostenrisiko bei Probebohrungen gesenkt werden. Auch der Ausbau von Wärmespeichern soll allgemein vorankommen.

Originalzitat anzeigen (Seite 131)
„Neubaugebiete sollen grundsätzlich mit einer CO2-neutralen Nahwärmeversorgung geplant werden und bestehende Nah- und Fernwärmenetze wollen wir bis spätestens 2035 dekarbonisieren.“
Seite 131 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Das Land soll Geothermie fördern und Bohrrisiken mittragen, also mehr öffentliche Förderung.

  • Klimaeher Klimaschutz zuerst

    Die Umstellung der Wärmenetze soll mit einer festen Frist bis 2035 beschleunigt werden, was den Klimaschutz im Wärmebereich verschärft.

Strengere Gebäudestandards und Ende fossiler Heizungen

Die Grünen wollen, dass neue Gebäude mindestens dem Standard Effizienzhaus 40 entsprechen und Sanierungen den Standard Effizienzhaus 55 anstreben. Im Bund wollen sie erreichen, dass ab 2023 keine Öl- und reinen Gasheizungen mehr eingebaut werden. Begründet wird das mit der langen Lebensdauer von Heizungen.

Die Grünen wollen sparsame Häuser. Neue Häuser sollen sehr wenig Energie brauchen. Ab 2023 soll niemand mehr neue Öl-Heizungen oder reine Gas-Heizungen einbauen. Das Land soll Wärme-Pumpen fördern.

Ein revolvierender Energiewende- und Sanierungsfonds soll die Vorhaben finanzieren. Das Programm verweist darauf, dass Heizungen 15 bis 20 Jahre laufen und deshalb schon jetzt auf erneuerbarer Basis gebaut werden müssten. Neue Gasinfrastruktur soll nur noch eine Perspektive haben, wenn sie erneuerbaren Energien dient. Wärmepumpen sollen gefördert werden, jeweils zusammen mit einem Speicher.

Originalzitat anzeigen (Seite 131)
„Auf Bundesebene wollen wir uns weiterhin dafür einsetzen, dass ab 2023 kein Einbau von Öl- und reinen Gasheizungen mehr erfolgt.“
Seite 131 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Strengere Bauvorgaben und ein öffentlicher Sanierungsfonds bedeuten mehr Regulierung und staatliche Förderung.

  • Klimadeutlich Klimaschutz zuerst

    Ein Einbaustopp für Öl- und reine Gasheizungen ab 2023 wäre ein neues Verbot zugunsten des Klimaschutzes.

Netzentgelte bundesweit verteilen, Strommarkt flexibler machen

Die Grünen wollen sich im Bund dafür einsetzen, dass die Kosten des Netzausbaus bundesweit verteilt werden, damit Strom in Schleswig-Holstein nicht teurer ist als anderswo. Der Strommarkt soll mit flexiblen Preisen arbeiten, und überschüssiger Strom soll vor Ort genutzt werden können. Zugleich soll der Energieverbrauch sinken.

Strom-Netze kosten Geld. Die Grünen wollen diese Kosten in ganz Deutschland gleich verteilen. Strom-Preise sollen sich nach dem Angebot richten. Übriger Strom aus Wind soll im Land genutzt werden. Alle sollen weniger Energie verbrauchen.

Die im Bund vereinbarte Reform der Energieabgaben und -steuern soll von Schleswig-Holstein aus unterstützt werden. Speicher, Sektorenkopplung, ein großräumiger Netzverbund und Preissignale sollen dafür sorgen, dass weniger Anlagen abgeschaltet werden. Verbraucherinnen und Verbraucher sollen laufend über den Marktpreis informiert werden und ihren Verbrauch anpassen können. Stromintensive Betriebe wie Rechenzentren sollen sich nahe der Erzeugung ansiedeln. Programme sollen Einsparpotenziale ermitteln, und die Energie- und Klimaschutzinitiative der Investitionsbank soll mehr Personal erhalten.

Originalzitat anzeigen (Seite 132)
„Die Kosten des Netzausbaus und der Netzintegration der erneuerbaren Energien müssen bundesweit fair umgelegt werden.“
Seite 132 im Original

Einordnung

  • Wirtschaftausgewogen

    Der Punkt verbindet marktwirtschaftliche Steuerung über flexible Preise mit einer bundesweiten Umlage von Kosten und öffentlichen Förderprogrammen.

  • Klimaeher Klimaschutz zuerst

    Der Strommarkt soll auf erneuerbare Energien ausgerichtet und der Energieverbrauch gesenkt werden, was den Klimaschutz schrittweise stärkt.

Europäische Energie- und Wasserstoffkooperation ausbauen

Die Grünen sehen Schleswig-Holstein als Drehscheibe für Strom und Wasserstoff im Nord- und Ostseeraum. Sie wollen eine aktive europäische Energiepolitik mit den Nachbarstaaten betreiben und den Austausch über erneuerbare Energien verstärken.

Schleswig-Holstein liegt zwischen Nordsee und Ostsee. Die Grünen wollen bei Energie enger mit den Nachbar-Ländern arbeiten. Das Land soll Strom und Wasserstoff weiterleiten. Wasserstoff ist ein Gas, das Energie speichert.

Das Programm nennt als Möglichkeit eine Leitung, die von Dänemark in Nord-Süd-Richtung nach Hamburg oder Niedersachsen führt und Teil eines europäischen Wasserstoffnetzes wird. Denkbar seien auch ein Anschluss an die Wasserstofferzeugung in der Nordsee und Importterminals für grünen Wasserstoff. Als Beispiel für gelebte Zusammenarbeit führt es das NordLink-Kabel nach Norwegen an. In der Verwaltung sollen Ressourcen für diese Zusammenarbeit bereitgestellt werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 133)
„Wir wollen eine aktive europäische Politik im Sinne einer Energiewendenachbarschaft betreiben, den Erfahrungsaustausch im Bereich der erneuerbaren Energien verstärken“
Seite 133 im Original

Einordnung

  • Europaeher mehr EU

    Die Energiepolitik soll stärker gemeinsam mit europäischen Nachbarn und über grenzüberschreitende Infrastruktur gestaltet werden.

  • Klimaeher Klimaschutz zuerst

    Die Kooperation soll erneuerbare Energien und grünen Wasserstoff voranbringen.

LNG-Terminal und Nord Stream 2 ablehnen

Die Grünen lehnen ein LNG-Terminal in Schleswig-Holstein und die Inbetriebnahme von Nord Stream 2 ab. Neue Projekte mit klimaschädlicher Wirkung sollen kein Landesgeld erhalten. Fossile Energieinfrastruktur hat aus Sicht des Programms keine Zukunft.

Die Grünen wollen kein Terminal für Flüssig-Gas im Land. Die Gas-Leitung Nord Stream 2 soll nicht starten. Das Land soll kein Geld für klimaschädliche Projekte geben. Statt·dessen sollen andere Energie-Träger geprüft werden.

Das Programm begründet die Ablehnung mit dem CO2 aus der Verbrennung und mit Methan, das es als stark klimaschädlich beschreibt. Als Alternativen nennt es Elektrifizierung, Wasserstoff und Ammoniak sowie in kleineren Mengen synthetische Kraftstoffe, etwa für Schiffe und Flugzeuge. Diese Technologien sollen ergebnisoffen geprüft und unterstützt werden, wenn sie zum 1,5-Grad-Limit passen. Voraussetzung ist, dass sie künftig auf grünem Wasserstoff beruhen.

Originalzitat anzeigen (Seite 133)
„Schleswig-Holstein braucht kein LNG-Terminal. Der Inbetriebnahme von NordStream2 erteilen wir eine klare Absage.“
Seite 133 im Original

Einordnung

  • Klimaeher Klimaschutz zuerst

    Geplante fossile Gasinfrastruktur soll verhindert und nicht aus Landesmitteln finanziert werden, was dem Klimaschutz Vorrang gibt.

Atomkraftwerke zurückbauen, Wiedereinstieg ablehnen

Die Grünen wollen die drei stillgelegten Atomkraftwerke im Land zügig und vollständig zurückbauen. Einen Wiedereinstieg in die Atomenergie lehnen sie ab, weil sie diese für teuer und gefährlich halten. An die Auseinandersetzungen um die Atomkraft soll ein Erinnerungsort erinnern.

Im Land gibt es drei abgeschaltete Atom-Kraftwerke. Die Grünen wollen sie schnell und sicher abbauen. Sie wollen keine neue Atom-Kraft. Ein Ort soll an den Streit um die Atom-Kraft erinnern.

Betroffen sind die Anlagen Brunsbüttel, Krümmel und Brokdorf; Brokdorf ging Ende 2021 vom Netz. Das Programm argumentiert, Wind, Sonne und Wasser lieferten genug Energie, und Atomkraftwerke ließen sich nirgends ohne staatliche Absicherung betreiben. Rückbau und Endlagersuche sollen offen und transparent angegangen werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 134)
„Die schleswig-holsteinischen Atomkraftwerke Brunsbüttel, Krümmel und Brokdorf produzieren keinen Strom mehr und müssen zügig und unter Einhaltung höchster Sicherheitsstandards „bis zur grünen Wiese“ zurückgebaut werden.“
Seite 134 im Original

Einordnung

Dieser Punkt berührt keine der Achsen.

Öl- und Gasförderung beenden, Förderzins anheben

Die Grünen wollen die Förderung von Erdöl und Erdgas im Land zurückfahren und beenden. Neue Ölbohrungen, Fracking und die Speicherung von CO2 im Boden (CCS) lehnen sie ab. Der Förderzins für Erdöl soll steigen, um eine ökologische Lenkungswirkung zu erzielen.

Die Grünen wollen kein Öl und Gas mehr im Land fördern. Neue Öl-Bohrungen soll es nicht geben. Firmen sollen mehr Geld für gefördertes Öl an das Land zahlen. Im Wattenmeer soll die Förderung schnell enden.

Das Programm kündigt an, für eine grundlegende Reform des Bergrechts einzutreten. Zugleich soll ein rechtssicherer Weg gefunden werden, den Förderzins auch für laufende Förderungen zu erhöhen. Ein spürbar höherer Zins sei auch bei niedrigem Ölpreis wirtschaftlich tragbar. Die Ölförderung im Nationalpark Wattenmeer soll so schnell wie möglich enden, gefolgt von einem zügigen und sicheren Rückbau.

Originalzitat anzeigen (Seite 134)
„Wir wollen die Erdöl- und Erdgasförderung in Schleswig-Holstein rechtzeitig und konform mit den Klimazielen zurückfahren und beenden.“
Seite 134 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Ein höherer Förderzins erhöht die Abgaben für Förderunternehmen.

  • Klimadeutlich Klimaschutz zuerst

    Die heimische Öl- und Gasförderung soll beendet und neue Bohrungen, Fracking und CCS ausgeschlossen werden, also Verbote zugunsten des Klimaschutzes.

Städte klimaneutral und klimaangepasst umbauen

Die Grünen wollen den Städtebau ökologischer ausrichten und Städte auf die Folgen der Klimakrise vorbereiten. Mehr Grün, weniger Autoverkehr und der Umbau zu Schwammstädten gehören dazu.

Städte sollen sich auf die Klima-Krise vorbereiten. Es soll mehr Bäume und Grün geben. Manche Städte sollen Regen-Wasser besser aufnehmen können. Das nennt man Schwamm-Stadt. Es sollen weniger Autos fahren.

Gefordert werden mehr Grünflächen, Bäume, begrünte Fassaden und Vegetationskorridore vom Zentrum bis zum Stadtrand, die Schatten spenden und Wasser speichern. Der Autoverkehr soll durch besseren Nahverkehr, Sharing-Angebote, Coworking-Spaces, attraktive Rad- und Fußwege sowie weniger öffentliche Parkflächen sinken. Wettbewerbe wie „Artenreiche Kommune“ und „Essbare Stadt“ sollen private und gewerbliche Flächen einbeziehen, Urban Gardening soll einfacher werden. Kommunen sollen bei artenfreundlicher Grünpflege unterstützt werden, und für insektenfreundliche Wegebeleuchtung ist ein Förderprogramm geplant.

Originalzitat anzeigen (Seite 156)
„Städte, die besonders anfällig für Überschwemmungen sind, müssen zu Schwammstädten transformiert werden.“
Seite 156 im Original

Einordnung

  • Klimaeher Klimaschutz zuerst

    Der Autoverkehr soll verringert werden, auch durch den Wegfall von Parkflächen, und der Städtebau soll stärker am Klima ausgerichtet werden; das ist eine schrittweise Verschiebung zum Klimaschutz.

Landeshaushalt am 1,5-Grad-Ziel ausrichten

Die Grünen wollen alle finanzpolitischen Entscheidungen des Landes an Nachhaltigkeitszielen und am 1,5-Grad-Ziel messen. Investitionen und Förderprogramme sollen vorab auf ihre Klimawirkung geprüft werden, und ein fester Anteil des Haushalts soll in Klimaschutz fließen.

Die Grünen wollen das Geld des Landes am Klima-Schutz ausrichten. Das Land soll vorher prüfen, ob eine Ausgabe dem Klima hilft. Ausgaben, die dem Klima schaden, sollen sinken. Mindestens 5 Prozent vom Haushalt sollen in den Klima-Schutz gehen.

Klimaschädliche Ausgaben und Subventionen sollen sinken, die Ausgaben für Klimaschutz steigen. Für Energiewende, Klimaschutz und Klimaanpassung soll schrittweise ein verbindlicher Anteil von mindestens 5 Prozent des Gesamthaushalts erreicht werden. Fördergelder von EU und Bund sollen grundsätzlich nicht klimaschädlich eingesetzt werden, und die Wirtschaftsförderprogramme werden überprüft. Der Klimabericht des Landes soll um die UN-Nachhaltigkeitsziele (SDGs) erweitert werden, der Infrastrukturbericht die Klimawirkung jeder Maßnahme ausweisen. Ökologische Mindeststandards wie Dachbegrünung und Photovoltaik bei öffentlichen Gebäuden sollen ausgeweitet werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 182)
„Für die Bereiche Energiewende, Klimaschutz und Anpassung an den Klimawandel wollen wir aufwachsend mindestens 5 Prozent des Gesamthaushaltes verbindlich einplanen.“
Seite 182 im Original

Einordnung

  • Klimadeutlich Klimaschutz zuerst

    Eine Klimaprüfung aller Investitionen und eine verbindliche Haushaltsquote für Klimaschutz wären neue Vorgaben, die dem Klimaschutz grundlegend Vorrang in der Finanzpolitik geben.

Nachhaltigkeitsberichte für öffentliche Unternehmen vorschreiben

Die Grünen wollen alle öffentlichen Unternehmen im Land zu Nachhaltigkeitsberichten verpflichten. Diese sollen mit einer Nachhaltigkeitsstrategie und Maßnahmen für Klimaneutralität bis 2035 verknüpft werden. Für Landesunternehmen soll zudem eine Gemeinwohlbilanz Pflicht werden.

Manche Firmen gehören dem Land oder den Gemeinden. Sie sollen künftig berichten, wie nachhaltig sie arbeiten. Sie sollen zum Beispiel ihren CO2-Ausstoß nennen. Bis 2035 sollen sie klimaneutral sein. Das heißt: Sie schaden dem Klima nicht mehr.

Die Berichtspflicht soll für Landesbeteiligungen und alle öffentlichen Unternehmen gelten, auch für kommunale Betriebe und Sparkassen. Die Berichte sollen messbare Angaben enthalten, etwa zu verursachtem und eingespartem CO2. Damit verbunden sind eine unternehmerische Nachhaltigkeitsstrategie und ein Maßnahmenpaket für Klimaneutralität bis 2035. Landesunternehmen sollen außerdem regelmäßig eine Gemeinwohlbilanz erstellen müssen; den Anfang soll ein Pilotprojekt machen.

Originalzitat anzeigen (Seite 187)
„Zukünftig soll für sie eine Nachhaltigkeitsberichterstattung verpflichtend sein.“
Seite 187 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Neue Berichtspflichten und eine verpflichtende Gemeinwohlbilanz erhöhen die Regulierung öffentlicher Unternehmen.

  • Klimaeher Klimaschutz zuerst

    Verbindliche CO2-Berichte und ein Klimaneutralitätsziel 2035 für öffentliche Unternehmen verschärfen die Klimavorgaben.

Was sagen die anderen Parteien zu Klima und Energie?

Alle Programme in Schleswig-Holstein im Vergleich